Szegediner Gulasch

Das Kochstudio Forschpolder präsentiert: Szegediner Gulasch.

Im Ernst, als Ruth dieses Gericht für einen weiteren gemeinsamen Kochabend vorschlug, war meine Begeisterung verhalten. Es war bei uns ein Familiengericht, dass ich aber nie nachgekocht hatte, weil mir der Geschmack immer zu streng, zu sauerkrautig war. Aber ich machte mich mal schlau, wie man es pfiffiger machen könnte. Eine große Inspiration fand ich beim WDR-Koch Björn Freitag, der – was in der Familie früher wegen der Kinder nicht ging – Weißwein zum Gulasch gibt sowie Lorbeer (das war bei uns dem Rotkohl vorbehalten). Zudem las ich mich im Internet ein, wer welches fertige Sauerkraut für gut befand; denn die Zeit, selbst welches zu machen, hatten wir nicht. Leute, Leute, Leute, da gehen die Meinungen aber mal schwer auseinander! Der Rest des Rezeptes ist wie in der Familie, abgesehen vom Chili und dem Schmand. Anekdote am Rande: Gestern war ich bei Elke, die Schupfnudel-Sauerkraut-Hackfleisch Auflauf kredenzte, was (ich nehme es vorweg: ebenfalls) sehr lecker war. Sauerkraut satt quasi.

Wir brieten zwei grob gewürfelte Gemüsezwiebeln und eine entkernte feingehackte scharfe rote Chilischote (wer setzt die Kommata richtig?) in reichlich Sonnenblumenöl an, bis sie glasig bis gebräunt waren. Dazu dann drei Esslöffel Tomatenmark und einen sehr gehäuften Esslöffel meiner Gemüsepaste (wahlweise Gemüsebrühpulver) sowie einen guten Teelöffel Zucker, einen Teelöffel Salz und ein paar Umdrehungen mit der Pfeffermühle. Paprikapulver drauf (ca. 2 Teelöffel). 750 Gramm Rindergulasch beifügen und mitbraten. Ein paar zerdrückte Pfefferkörner, drei gequetschte Wacholderbeeren und 2 Lorbeerblätter dazu, kurz brutzeln. Mit einem Glas Weißwein (ich nahm Weißburgunder) ablöschen und eine Dose mildes Weinsauerkraut drauf. Schmoren lassen! Wir nahmen meinen brandneuen Schnellkochtopf dazu, den ich auf meinem brandneuen Herd prompt nicht richtig bediente und als die Salzkartoffeln fast gar waren, merkte ich, dass gar kein Druck aufgebaut worden war.

Egal, eine Dose Schmand (200 g) rein und abschmecken (bei uns nicht nötig, es war gut so, wie es war) und mit den Kartöffelkes auf den Tisch.

Es hat uns sehr gut geschmeckt! Ruth meinte, die Chili hätte es gebracht, ich fand den Weißweintouch und den Schmand, den Ruth vorschlug, ideal. Einziges Manko war, dass wegen der falschen Bedienung des Topfes das Fleisch nicht butterzart war. Den Gesamteindruck hat das aber kaum getrübt. Dringend empfohlen für Sauerkrautfeinde, denn sie werden ganz vielleicht* eines besseren belehrt!

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*) man konnte mich noch nicht von „sauren Nierchen“ oder jedweder Art von Rosenkohl überzeugen….

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