Am 26.06.2026 verstarb mein Vater im Alter von 89 Jahren. Er, der in seinem Leben bis vor Kurzem keinen Tag im Krankenhaus verbracht hatte, entschlief dort 3 Tage nach seiner Einlieferung wegen einer Lungenentzündung. Wir überredeten ihn noch, sich eine Drainage legen zu lassen, damit die viele Flüssigkeit aus einem der Lungenflügel abgesaugt werden konnte.
Er war ohnehin inzwischen altersbedingt kraftlos und geschwächt, der Eingriff und die Hitze setzten ihm zusätzlich zu. Aber er gab an, keine Schmerzen zu haben. Die Familie wechselte sich ab, bei ihm zu sein und ihm die Hand zu halten, mit ihm zu sprechen und ihn zu begleiten. Wir waren dankbar für die Chance, ihm auf Wiedersehen sagen zu können. Er ging recht friedlich.
Das Personal im Krankenhaus hat sich toll um Papi gekümmert, sowohl die Pflegerinnen und Pfleger auf Station, als auch seitens der behandelnden Ärzte. Dafür sind wir dankbar. Die Beerdigung wurde vom Bestattungsinstitut und der freien Rednerin schön gestaltet, es war ein würdiger Abschied. Viele Familienangehörige und viele Freunde, Nachbarn und Menschen aus dem beruflichen Umfeld begleiteten ihn auf seiner letzten Reise.
Ich könnte viel schreiben, über sein Leben, über unsere Beziehung, über sein Wesen. Aber es fällt mir zu schwer. Nur so viel: Ich, wir alle werden ihn sehr vermissen und werden immer voll Liebe und Dankbarkeit an ihn denken.
beginnen wir mit dem gesellschaftlichen Ereignis der Saison: Benjiro und ich haben uns heute früh auf der Kfz-Zulassungsstelle in Köln das Ja-Wort gegeben. Es war eine feierliche und anrührende Zeremonie und hat 26,80 Euro gekostet. Das Auto habe ich ja von meinem Vater, daher habe ich das Nummernschild mit seinen Initialen und seinem Geburtstag behalten. Benjiro leistet mir ja wirklich gute Dienste und ich bin mehr als dankbar.
Kurz nach meinem letzten Schnipseleintrag, nämlich Dienstag, war ich in der Yayoi Kusama-Ausstellung im Museum Ludwig. Jetzt fragen sich einige bestimmt, wie ich es geschafft habe, noch an eine Karte zu kommen; ist doch die erfolgreichste Kölner Ausstellung ever komplett ausverkauft gewesen. Des Rätsels Lösung: ich hatte das Ticket schon im April gekauft. Planung ist alles.
Machen wir uns nichts vor, Social Media ist nicht unschuldig an dem enormen Erfolg, postete doch jeder Besucher (so auch ich) Bilder im „gelben Schlangenraum“ oder aus dem „Infinity-Kasten“. Yayoi Kusama ist eine wirklich interessante Künstlerin, inzwischen hoch betagt, die Ausstellung geht zurück bis in ihre Kindheit. Man sollte 2 Stunden einplanen, um einen guten Eindruck zu erhalten. Allerdings, trotz Ticketbegrenzung, war es dermaßen voll, dass ich mich meistens unwohl fühlte. Ihr wisst ja, Menschenmassen und so. Aber es war ein tolles Erlebnis. Die Ausstellung endet Anfang August und wird im September im Amsterdamer Stedelijk-Museum wieder aufgebaut. Ich empfehle allen, einen Städtetrip alleine deswegen!
Am Donnerstag dann, es war schon sehr heiß, traf ich mich mit Artur und Hubertus und Bekannten von ihnen an der Rheinpromenade zu einem Picknick. Gottseidank fanden wir im Schatten eines riesigen Baumes noch ein Plätzchen zum Ausbreiten. Außer mir (Entschuldigungsgrund: ich kam direkt aus dem Büro) hatten alle Wein und Snacks und EISWÜRFEL dabei, daher war das eine sehr angenehme „Landpartie“, ein Wort das viel zu selten gebraucht wird, wie ich finde. Schön anzusehen war, wie sich die Poserszene vor dem Hyatt traf und alle 15 Minuten durch Ordnungsamt und Polizei wieder vertrieben wurde. An dem Abend holte ich übrigens noch mein Fahrrad aus dem Poller Keller ab. Vor dem Gelage.
Für Freitag hatte ich dann die Doppelkopfrunde zur Wohnungeinspielung mit Contra und Re geladen. Allein, es war in meiner Butze nicht auszuhalten. Wir vertagten uns zu Anja, stolze Besitzerin einer Klimaanlage. Ich versprach, dennoch für den Großteil des Essens zu sorgen und odyssierte mittagspäuslich durch die Innenstadt auf der Suche nach Börek und dergleichen. Vergeblich. Schwer angeschlagen kaufte ich letztendlich den Backladen einer bekannten Kette leer. Und man konnte es sogar essen.
Man ließ mich gewinnen (verspätetes Geburtstagsgeschenk), das fand ich prima, und dann gab es auch noch einen Gutschein für Nelson Müller in der Diepeschrather Mühle. Das fand ich noch primaer! Doch, doch, das Wort gibt es!
Samstag sollte ich dann zum Grillen nach Poll (Freitag übrigens auch zu anderen Nachbarn, aber da war ich schon verplant), wieder mit H. & A. Ich machte morgens auch meinen Wassermelonensalat dafür, kaufte ein, holte Post, fuhr zum Baumarkt… und dann war zuhause aus. Kreislauf, Übelkeit, Kopping (habe ich fast nie!). Mein Schädel war zu einer Bessemerbirne mutiert und ich musste schweren Herzens absagen.
Ich meine, ich hätte auch eine Reise nach Berlin angedeutet, zum Abschlusskonzert der Philharmoniker. Flüge, Hotel, Tickets, Bootsfahrt… alles bereits seit September gebucht. Ich wollte zusammen mit Erika und Udo hin. Dann die Hiobsbotschaften: Hotel ohne Klimaanlage, S-Bahn-Betrieb in Berlin massiv eingeschränkt, Züge von E.&U. ersatzlos gecancelt, Ersatzfahrten mit der DB ohne Sitzplatz. Dazu die Vision, in den Oberrängen der Waldbühne 3 Stunden in der prallen Sonne bei 38°C zu brutzeln. Wir berieten uns und sagten das Event ab. Gottseidank fast kostenneutral, die Karten waren sofort weiterverkauft, alles andere war noch stornierbar. Dennoch sehr schade, aber wir grillen dafür kommenden Samstag zusammen. Und gucken das Konzert bei der Live-Übertragung. Wird wohl wieder vom MDR gesendet. Thema: italienische Nächte unter der Leitung von Kirill Petrenko, mit Respighi-Werken und Jonas Kaufmann, der aus Leoncavallos „Pagliacci“ vorträgt. Bin gespannt, ob Erika auch im Garten bei Paul Lincke so stimmgewaltig mitpfeift!
Was gibt es noch zu berichten? Zur Zeit gehe ich gerne arbeiten. Ihr wundert Euch? Hah, ich habe KLIMA im Büro! Ich versuchte, im Spitzboden aka Gästezimmer Kabelkanäle zu verlegen. Nach drei Sekunden gab ich auf! Tja, wenn es nicht so stromfressend wäre, würde ich jetzt schon längst ein Klimagerät mit Außeneinheit beschafft haben. Zur Zeit begnüge ich mich mit einem Ventilator, der eher eine Windmaschine ist. Theoretisch kann ich hier sehr viele ESC-Auftritte nachspielen. Nur die Kleider-vom-Leib-reiß-Kleider brauche ich noch. Ach, und der Foodblog ruht, die Küche ist auch Südwest-Seite.
So, Ihr Lieben, das war’s schon wieder, hoffe, Ihr kommt mit der Hitze besser klar. Ausnahmsweise sende ich mal extrem kühle Grüße! Euer
die restlichen Urlaubstage waren gut mit Terminen und Pflichten gefüllt. Noch am Ankunftstag holte jemand einen Schrank ab, den ich nicht mehr unterbringen konnte. Gut, das war jetzt keine abendfüllende Veranstaltung. Mittwoch dann ging es aber los: Morgens Besprechung der Blutwerte. Naja, nicht perfekt, aber immerhin haben sich alle Zahlen verbessert. Vom Arzt aus in das Gartencenter, da kaufte ich ein Dutzend Blühpflanzen, deren Namen ich schon wieder vergessen habe. In weiß, dunkelrot und violett. Damit und mit den Balkonkästen, die ich von Erika und Udo geschenkt bekommen hatte, begrünte ich dann meinen Balkon. Ist richtig nett geworden.
Jetzt war ich so richtig in Schwung gekommen und ging DAS anstehende Großprojekt an: vor meinem Urlaub ist die Schlafcouch für mein Gäste-/Wohnzimmer geliefert worden, vier riesige Pakete (eins mit einem Sessel), die die freundlichen Speditionsfahrer für mich schon die Wendeltreppe hochgewuchtet hatten. Das montierte ich dann in zweieinhalb Stunden zusammen. Wobei ich eine dreiviertel Stunde darauf verwendete, mir zu überlegen, wie ich es schlussendlich stehen haben wollte. Davon hing nämlich ab, an welcher Seite ich die Ottomane montiere. Der Sessel war dann in Null,nix gemacht. Ich finde, es sieht ganz ordentlich aus. Am Abend kochte ich mir dann auch noch Rhabarberkompott und Vanillecreme, damit war der Tag perfekt.
Donnerstag verbrachte ich dann, ich musste nach Lövenich, Kartons abholen, und zum Abfallhof, das Verpackungsmaterial vom Sofa sowie einen angeschlagenen Fernseher wegbringen, etwa 4 Stunden im Berufsverkehr, u.a. weil plötzlich Auffahrten von Rheinbrücken gesperrt waren. Mein Navi führte mich über kilometerlange Umwege durch Köln. So war vom Tag nicht mehr viel übrig, aber ich schaffte es wenigstens, bei der KfZ-Versicherung meines Vaters vorzusprechen, bei der ich dessen Vertrag übernehmen wollte. Das ging dann sehr unkompliziert. Kompliziert wurde es dann bei der angeblich kinderleichten Online-Ummeldung. Ich erinnere mich nicht an den Wortlaut, aber mitten im Prozess wurde mir mitgeteilt, das die Querzwirbelprüfnummer fehle und der Vorgang nicht fortgesetzt werden könne. Ich rief bei der Stadt an. „Was ist die Querzwirbelprüfnummer?“ – „Woher sollen wir das wissen?“. Nach einer halben Stunde Recherche durch die – sehr freundliche! – Mitarbeiterin fanden wir heraus, dass Online-Zulassungen erst ab einem bestimmten Erstzulassungsdatum möglich sind. Ich müsse persönlich bei der Meldestelle vorsprechen. Wem kommt das noch bekannt vor? Wenigstens war für Kölner Verhältnisse ein zeitnaher Termin frei, nur zwei Wochen Wartezeit.
Donnerstagabend beschloss ich dann, da ich für einen Kabelfernsehanschluss bezahle, mir einen neuen Fernseher – der alte aus dem Schlafzimmer hat zwar den Umzug überstanden, aber mein Verräumen von A nach B nicht, daher steht da jetzt der aus dem alten Wohnzimmer – für das neue Wohnzimmer auszusuchen*. Ich wurde fündig bei dem einen großen Elektrohandel und das Elend nahm seinen Lauf. Freitagfrüh wurde mir mitgeteilt, ich möge nach Marsdorf kommen, das TV-Gerät stünde zur Abholung bereit. So sah es dann wirklich aus:
Man habe sich halt vertan. Passiert. Ja, ok, passiert. „Wir stellen es kostenfrei zu.“ – „Wann?“ – „Weiß ich nicht!“ – „Nee, so geht das nicht!“ – „Dann kommen Sie nächste Woche noch einmal vorbei!“. 60 Kilometer für Hin- und Rückweg? Ich stornierte den Kauf und wurde abends online bei einem Hamburger Versandhaus fündig und sparte (allerdings bei einem anderen, aber gleichwertigen Modell) noch dabei.
Freitagabend fuhr ich dann mit der Bahn nach Neuss. Müßig, zu erwähnen, dass sowohl hin als auch zurück alles nicht wie geplant lief. Unter anderem wurde ab 22 Uhr wieder Schienenersatzverkehr eingesetzt, so dass mein Besuch nur ein kurzer blieb. War dennoch schön. Und es gab es einen reichhaltigen, aber gesunden Salat! N.B., wenn alles liefe, wie es laufen sollte, wäre meine neue Wohnung verkehrstechnisch deutlich besser angebunden, als die alte.
Samstag und Sonntag pröddelte ich dann in der neuen Wohnung herum, hing weitere Bilder auf, verbaute einen Dimmer (die Esszimmerlampe erspart einem das Solarium!), richtete meinen alten Wandfernseher für Kabel ein (woran ich fast verzweifelte, weil ich den Sendersuchlauf für DVB-C nicht fand) und programmierte die restlichen Smart-Steckdosen.
Ja, und heute, große Freude, durfte ich wieder ins Büro. Naturgemäß wurde ich direkt mit drei mittleren Katastrophen konfrontiert; die aufzuräumen, wird sich etwas ziehen.
Abends dann fand ich noch den neuen Fernseher vor, um den kümmere ich mich gleich. Und eine Puzzle-Lampe wurde geliefert. Als Grobmotoriker werde ich wieder 2 Jahre brauchen, um die zusammenzufrickeln.
So, genug geschwafelt, habt einen schönen Abend und eine tolle Restwoche. Euer
* ich blicke manchmal auch nicht mehr durch mein Geschreibsel durch 🙂
Manchmal hätte ich gerne Fähigkeiten… so besondere… (Grafitto an der U-Bahn Geldernstraße)
Das Schöne an 60. Geburtstagen ist, dass es auch Wochen danach noch Geschenke regnet. So war ich Donnerstagabend mit meinem Stämmchentisch beim Italiener verabredet und bekam einen Präsentkorb voller Leckereien. Öle, Pasten, Nudeln, Aperitivi undundund. Das fand ich sehr rührend. Leider war Melli krank und konnte nicht dabei sein. Ich hatte mich übrigens sehr auf eine gebratene Salsiccia mit Fenchel versteift und war etwas enttäuscht, dass die nicht mehr auf der Speisekarte des Il Valentino stand. Aber die Pizza Tonno war auch okay. Zudem hatten wir einen wirklich netten Abend und Matthias hat dann auch die Bewohner des „Ostblocks“ nach Hause kutschiert. Habe btw festgestellt, dass so einige Kollegen hier in der Ecke wohnen.
Ich hatte auch wieder einen HNO- und einen Zahnarzttermin. Der HNO hatte mir ja Antibiose und Cortison gegen Beschwerden verschrieben, es fühlte sich aber nach 10 Tagen nicht besser an. Er attestierte mir mangelnde Geduld. Naja, wer schon fünfmal wegen einer Zyste unterm Messer lag, ist vielleicht auch nicht völlig grundlos überspannt. Wird aber gerade tatsächlich besser. Dafür sind meine Zähne angeblich in einem bemerkenswert guten Zustand. Wie schön, so motivierende Zahnärzte zu haben. Naja, haben ja auch gut an mir verdient 🙂
An Pfingsten wurde es ja mal so richtig warm. Meine neue Wohnung heizt sich deutlich mehr auf als die alte. Was natürlich an den vielen West- bzw. Südwestfenstern liegt. Es bedarf hier einer ausgefeilten Rollladennutzungs- und Fensteröffnungs- bzw. Lüftungsstrategie. Aber ich mag die neue Butze doch sehr. Durch die dichte Bebauung und die Nachbarschaftsstruktur ist hier allerdings den ganzen Tag Kirmes. Heute haben zwei Kinder drei (!) Stunden lang Sirene gespielt. Muss mal gucken, wie ich mir das schön rede. Im Bedarfsfall habe ich die besten Ohrstöpsel aller Zeiten.
Samstag war ich auf Sofasuche. Der Aufstellort im quasi Spitzboden ist kompliziert. Dachschrägen, Nischen, Türen, Heizung, Fenster: Alles irgendwie im Weg. Ich habe ein Sofa und einen Sessel bestellt und werde überlegen, wie ich sie aufstelle, wenn sie da sind. Hach, ich bin so abenteuerlustig (und vielleicht auch ein bisschen naiv?)!
Das Programm konnte keine Schrägen… 🙂
Sonntag habe ich die Umgebung weiter erkundet. Wenn man – wie ich – Mitglied der NRW-Stiftung ist, kommt man umsonst in so einige Museen. In Bergisch-Gladbach z.B., 10 Minuten Autofahrt von mir entfernt, kann man das „LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach“ besichtigen. Das fand ich interessant. Und war über alle Maßen überrascht, wie schön das ist. Die Landschaft drumherum, mit Bächen und Wäldern, das Gebäudeensemble, die Ausstellung. Sehr nette Mitarbeiter*innen erklären Maschinen und lassen einen selbst Papier schöpfen (mit Wasserzeichen!). Absolut besuchenswert, auch weil selbst an einem Pfingstsonntag nur wenige Besucher dorthin finden.
Auch sonst hat die Ecke Bergisch Gladbach einiges zu bieten. Einen Wasserturm von 1906, der aussieht, wie ein Teil einer aufgelassenen Festung, einen schönen Friedhof (direkt daneben die Pathologie des ev. Krankenhauses GL, wie praktisch), eine Miniburg und anderes mehr; ein Haus des Gralskreises z.B.
Was gibt es von kulinarischer Seite aus zu berichten? Nun, ich machte mal eine experimentelle Lasagne, die sah super aus, war aber nix. Dafür versuchte ich mich an einem Pêche Melba (Nellie Melba hatte diese Woche 165. Geburtstag), der sah scheibe aus, war aber superlecker. Wieso hatte mir niemand verraten, dass man den in Zuckerwasser gekochten Pfirsich nicht so einfach vom Kern lösen kann? Und natürlich wieder Spargel. Jetzt ist aber auch gut mit der Kombi Kartoffel und Schinken. Heute Abend gibt es Lachsnudeln.
In 8 Tagen bin ich ja in Dublin. Da freue ich mich schon drauf und ich werde ausführlich berichten. Für den Herbst habe ich mir eine Reise mit Benjirō ausgedacht, auf der ich drei Bucketlist-Ziele abgrase: San Marino, Monaco und den Tarot-Garten von Nikki de Saint Phalle bei Grosseto; bin gespannt, wie sich der kleine, rote Blitz dann macht.
So, Schluss für heute, habt noch einen schönen Feiertagsabend und bis bald. Liebe Grüße, Euer
den Namen Schwabstraße führe ich ja zurück auf Gustav Schwab, dem Sammler von Sagen des klassischen Altertums. Denn ich wohne am Rande der Märchensiedlung. Hier finden sich Titel Grimm’scher Märchen in den Straßenbezeichnungen, wie Rapunzelgässchen oder Drosselbartstraße. Auch die Erzähler Andersen und Bechstein sind hier verewigt. Fast die ganze Siedlung steht unter Denkmalschutz. Die meisten Häuser wurde in den 20er Jahren nach dem Vorbild der Gartenstadtbewegung Englands konzipiert und errichtet. Der bekannte Architekt Riphahn, u.a. Kölner Oper, entwarf hier zwei Häuser. Den Großteil aber plante Manfred Faber, der 1944 von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde. Ein friedlicher Flecken Erde mit einer dunklen Geschichte.
Wenn wir schon bei der Nachbarschaft sind: die beiden schönen Tage am Wochenende habe ich für lange Spaziergänge genutzt. An Naherholungsgebieten, Wiesen und Wäldern mangelt es hier nämlich ganz und gar nicht. Zwar vermisse ich die Nähe zum Rhein, aber hier habe ich den Höhenfelder See und viele Mühlbäche. Am Sonntag besuchte ich dann zudem den Wildpark in Dünnwald und die Gedenkstätte für die hingerichteten Militärjustizopfer am ehemaligen Schießplatz. Hier erinnert eine Stele mit der Inschrift „Was kann man Besseres tun als den zu Krieg verraten?“; die Aussage stammt vom Deserteur und Aktivisten Ludwig Baumann.
Wie man sieht, habe ich im Wildpark nicht allzu viele Tiere gesehen. Ich glaube, es waren einfach zu viele Menschen da. An der Diepeschrather Mühle restauriert ja ein berühmter Sternekoch. Das Menü mit Weinbegleitung zwischen 280,- und 325,- Euro. Pro Person. *räusper* Da bekomme ich zwischen 62 und 72 Schawarma-Sandwiches für. Dazu später mehr.
Ansonsten wird es Zeit, dass ich in den Ruhestand wechsele, ich komme sonst mit meinen gesellschaftlichen Verpflichtungen nicht mehr nach. 🙂
Am Montag war mein früherer Spanisch-Kurs fast vollzählig zu Gast, ich habe türkische Snacks und Dips dazu besorgt. Es gab aber auch selbstgemachte Muffins und einen riesigen Laib Manchego (beides Mitbringsel, danke dafür!) sowie Prickelkram. Und es gab natürlich auch Unterricht; da merkte ich, wie sehr ich doch hinterherhinke. Auch, weil ich den Schwerpunkt gerade auf Portugiesisch verlagert habe. Es war ein netter Abend, ein Selfie haben wir aber leider vergessen.
Donnerstag kam Matthias nach Holweide. Wir waren erst indisch essen, dann haben wir uns bei mir noch diverse Schlummertränke genehmigt. Da ich noch keine Schlafcouch im Gästezimmer habe, erstand ich als Provisorium eine selbstaufpumpende Gästematratze. Die lag ich dann übrigens auch mal eine Nacht Probe, aber ich wechselte dann doch mittendrin wieder ins Bett. Für die Luftmatratze muss man nämlich ziemlich seefest sein.
Hatte ich schon von den vielen kulinarischen Möglichkeiten erzählt? Der Inder z.B. ist wahnsinnig gut, alles war extrem lecker (nur der Mangolikör aufs Haus war nicht unser Fall). Nach den Spaziergängen belohnte ich mich mit einem Döner von um die Ecke. Sehr essbar. Ich war auch Mittwoch beim libanesischen Imbiss, probierte dort ein Schawarma-Sandwich und bestellte spontan für Freitag eine Partyplatte, mit Falafel, Hummus, Bohnenpaste, Auberginenpüree und Drehspießfleisch, garniert mit allerlei Salatgemüse und Saucen. Das kam bei meinen vier Gästen ziemlich gut an.
Also, ich fühle mich recht wohl in der neuen Heimstadt und deren Umgebung. Man ist sich gruppenübergreifend einig, dass meine neue Wohnung noch viel schöner sei als die alte. Nur die Anreise wird ein bisschen bekrittelt. Naja, 75% der Besucher diese Woche kamen aus Poll, da konnte man halt zu Fuß andackeln.
Vorhin habe ich etwas Obst geschnibbelt, ich gönne mir jetzt auf dem Balkon eine Sangria. Denn mein heißersehnter Sonnenschirm wurde geliefert und dann kann man es da aushalten. Prösterken, Euer
P.S.: Auch geliefert wurde ein Sitzsack. Ich war etwas verwundert, dass ich den selbst befüllen sollte (die Kügelchen waren separat verpackt), so dass ich ihn zurückgehen lassen wollte. Daraufhin bot man mir 30% Nachlass an. Dafür mache ich es dann gerne selbst. 🙂
natürlich habe ich mich die letzte Woche wieder intensiv mit der neuen Bleibe beschäftigt. Mein Allround-Nachbar war da und brachte Spiegel und weitere Lampen an, ich schraubte – mal wieder – Möbel zusammen, Luis und ich packten gefühlte 3.981 weitere Kartons aus. Warum hat man so viel Zeuchs? Und wo ist Marie Kondō, wenn man sie mal braucht? Beim Zusammenfügen des IKEA PS muss man übrigens höllisch beim Deckel der Kommode aufpassen. Ich habe ihn falsch aufgesetzt, dabei etwas zerbeult, und mir beim Reparaturversuch diverse Finger gequetscht. Yeah!
Aber es wird immer wohnlicher und schöner (naja, meinem Geschmack nach). Ich habe mal ein paar Bilder vom aktuellen Stand gemacht. Von oben gibt es keine, da stehen bisher nur Bücherregale und ich muss dringend mal überlegen, wie ich da jetzt ein Gästezimmer draus machen kann. So langsam trudeln die ersten Besucher ein und ein Übernachtungsgast hat sich auch schon angekündigt. Naja, der muss auf das aufblasbare Gästebett, dass hoffentlich kein Loch hat.
Am Dienstag lutschte ich meine letzte Pille Lercanidipin (gegen hohen Blutdruck), daher wurde es für mich dringend Zeit, einen neuen Hausarzt zu suchen. Ihr wisst ja, mein alter hat sich nun auf Privatpatienten spezialisiert. Über eine bekannte Internetseite wurde ich fündig und bekam einen Termin am frühen Morgen in einer ziemlich großen Gemeinschaftspraxis. Sehr schlecht bewertet, mit üblen Kommentaren einer Menge sehr wütender Patienten. Egal, ich brauchte ja nun mal meine Pillen. Was soll ich sagen? Ein Trubel wie am Hauptbahnhof, wenn die Frittenbude Freibier ausschenkt. Aber ich kam pünktlich dran, der mir zugewiesene Arzt nahm sich Zeit, beriet mich ein bisschen und hat die ersten Untersuchungen terminiert. Die MTAs waren gestresst, aber dennoch zu Scherzen aufgelegt. Also, ich kann die meisten Bewertungen nicht nachvollziehen.
Zum HNO musste ich auch wieder mal, ich hatte alle Symptome, die auf eine Wiederkehr (zum 6. Mal) meiner Kehlkopfzyste hindeutete. Der Herr Doktor hat aber nur entzündliche Vorgänge erkennen können, für die ich jetzt Antibiose und Cortison nehme. Ich hoffe, das hilft, auf eine erneute OP habe ich momentan nicht wirklich Lust.
Am Donnerstagabend war ich in einem netten Bistro, wo meine Freundin Ruth Forschbach mit ihrem Bühnenkollegen Peter Worms ein lustig-besinnliches Potpourri zum Thema Altern („Zwischen Kinderwagen und Rock’n’Rollator“) mit Lyrik, Erzählungen und Gesang aufführte. Da ja Tanz in den Mai angesagt war, war es ein kleines Publikum, das die beiden Künstler aber umso frenetischer feierte. Gespeist habe ich da zur Abwechslung gesund. Möhren und Rübchen in Kerbelsauce. Kann man gut essen…
Ich erwähnte es bereits, in letzter Zeit habe ich mich vom Lieferdienst bekochen lassen. Die Pizzerien im Umkreis sind soweit okay (wobei die „Frutti di mare“ hier nicht im entferntesten an die aus Poll rankommt), auch der türkische Imbiss liefert solide ab. Aber es wurde mal wieder Zeit, selbst den Kochlöffel in die Hand zu nehmen. Es gab einen orientalisch gewürzten Kartoffel-/Hack-/Tomatenauflauf. Mit viel Kreuzkümmel, Kurkuma, Koriandersaat etc., als Fertigmischung aus dem türkischen Supermarkt. Sehr lecker. Apropos Umkreis: Ich habe ein paar nette Läden in der Nähe, Bäckereien, türkische Konditorwaren, exotische Restaurants, mehrere Imbisse, fünf Supermärkte in Fußweite, einer davon Bio. Die Infrastruktur ist hier schon deutlich besser als in Poll.
Hatte ich erwähnt, dass ich schon ein paar Nachbarn kennenlernen durfte? Heute traf ich weitere auf der Straße, die mir sofort einen Heiermann aus dem Portemonnaie klaubten, da die Mieter unter mir kommende Woche heiraten. Die Häuser 6a und 6b legen bei solchen Anlässen offenbar zusammen. Auch werde es ein Sommerfest geben. Bin gespannt. Im Haus ist es sehr ruhig, dafür geht es aber auf der verkehrsberuhigten Straße ziemlich trubelig zu.
So, Ihr Lieben, das war der Bericht aus Holweide für diese Woche. Bis bald mal, im Juni wird ja auch wieder gereist. Alles Gute, Euer
P.S.: Habt Ihr schon einmal von Lookmaxxing gehört? Übungen zum Erzielen eines kantigeren und attraktiveren Gesichts? Habe das auch mal versucht.
ich war 2012 rum in Rom und da wurde immer noch gebaut. Umziehen ist ähnlich. Den meisten Teil der Zeit verbringt man damit, Dinge von A nach B zu verräumen. Irgendwann sagte ich mir, Hauptsache erstmal alles in die Schränke und dann räume ich da drin später eben nochmal auf. Und während ich das schreibe, muss ich kichern. Wir wissen alle, dass das nicht passieren wird. Aber immerhin habe ich auf Glühbirnen als Provisorium verzichtet und direkt alle fehlenden Lampen gekauft.
In einer Nachbarschafts-App fand ich auch jemanden, der bereit war, mir beim Anbringen zu helfen. Leute, so ein Allrounder ist mit Gold nicht aufzuwiegen. Er brachte meine tropfende Waschmaschine in Ordnung und erhellte mich in fast allen Räumen in weniger als drei Stunden. Wahnsinn. So lange brauche ich, um eine Glühbirne einzudrehen. Er kommt demnächst noch einmal vorbei und hängt Spiegel im Bad und die Lampe über dem Esstisch auf. Ok, die Küchenlampe ist nicht ganz gerade und der Monitor an der Wohnzimmerwand hat zwei überflüssige Bohrlöcher spendiert bekommen. Aber ich bin happy.
Die Lampe im Bad weigerte sich dann, sich den zuletzt eingestellten Modus zu merken und leuchtete beim Wiederanschalten unbeirrt wechselnd hell und weniger hell (erst wollte ich dunkel schreiben, aber das ist ja Unsinn: dunkel leuchten). Ich schrieb an den Otto-Versand, wo ich das gute Stück erworben hatte, und bekam eine ausführliche Antwort, dass die Lampe mir damit signalisieren wolle, dass sie gerne Teil meines smarten Zuhauses wäre. Also, in die App eingebunden, jetzt funzt es. Apropos Smart Home. Man muss ja alles, ALLES wieder neu einrichten. Und das läuft meist sehr unsmart ab, kostet einen Haufen Zeit und knabbert an den Nerven. Aber das meiste habe ich tatsächlich schon entsprechend programmiert.
Diese Woche habe ich vier Möbelstücke zusammengeschraubt, war wegen Gardinen freitagnachmittags (!) bei Ikea, wegen anderer Kleinigkeiten samstagvormittags (!!) im Baumarkt. Aber erstaunlicherweise war wenig los. Blöderweise habe ich Teelichter bei Ikea vergessen, dafür aber Birnenlimonade und Marmeladenkekse gekauft. Die Birnenlimonade war ein Versehen, ich hielt es für Cidre de poires. Ich werde das Prickelwasser in irgendeinem Cocktail verwursten. Und ich habe ohne Erfolg nach Daim gesucht. Ich meine, warum sollte man sonst zu IKEA fahren?
Am Samstagnachmittag hatte ich mal die Faxen dicke und machte einen Straßenbahnausflug nach Dellbrück, dem Nachbar-Veedel. Das hatte ich mal vor einigen Jahren als sehr nett in meinem Blog beschrieben. Was soll ich sagen? Ist ein bisschen die Schildergasse des Ostens, nahe der Haltestelle sehr trubelig (das Eiscafé hatte 2.000 besetzte Stühle draußen), aber hat wie selbige auch ein bisschen an Charme verloren. Aber so kam ich mal zu einem längeren Spaziergang an frischer Frühlingsluft, auch prima.
Heute wäre hier eigentlich Doppelkopf gewesen, aber ich bat, es zu verschieben, da hier einfach noch zu viel rumstand und nicht funktionierte. Aber ab dem 7. Mai trudeln hier die ersten Gäste ein, bis dahin bin ich aber auch fertig.
Es wird. Und ich freue mich darüber. Liebe Grüße, Euer
P.S.: Meine Kollegin Nicole hat mir dieses Wunderwerk einer Schokotorte-mal-anders noch nachträglich zum Geburtstag gebastelt. Die wird nicht angerührt! Die kommt mit in die Gruft.
P.P.S.: Und richtig guten Spargel gab es auch mal wieder, ich liebe ihn!
die letzten Tage waren recht anstrengend, kaum hatte ich meinen Geburtstagsrausch hinter mir ge…. Wie? Nein, wie in „rauschende Ballnacht“, nicht wie in „besoffen“. Also, hinter mir gelassen, hatte ich auch nur noch mit Umzug zu tun. Packen, putzen, Möbel montieren, aussortieren. Und telefonieren. Unter anderem mit:
a) Netcologne. Wo ich 57 Minuten in der Warteschleife bei grausligster Musik verbrachte, um dann nach vielen HmHms, Achsos, Ahas und dergleichen beschieden zu werden, man reiche die Problematik an die Fachabteilung weiter. „Ich dachte, da wäre sie nach drei Telefonaten und 12 Mails in zwei Wochen bereits“, schluchzte ich in den Hörer. Immerhin rief mich zwei Stunden später ein sehr geduldiger Mann zurück, der mir alles zum neuen Router, den Anschlusspunkten und der Schaltung erklärte. Und zwar so, dass ich es glaubte und verstand. Der Mann hat zweifelsohne eine Gabe! Übrigens, es funktionierte dann am Umzugstag tadellos.
b) dem Einwohnermeldeamt. Ich weiß, das heißt ganz anders. Bürgerdialogforum oder so, ist aber auch egal. Nachdem ich neulich berichtete, dass man mir im „Kundenzentrum“ so toll geholfen hatte, bekam ich eine Mail, warum ich meinen Meldevorgang nicht abschlösse? Häh? Ich telefonierte (ohne Warteschleife, wie konnte das passieren?) mit einer Dame, die mir riet, die Mail zu ignorieren. Hm. Sehr vertrauenerweckend dies alles. Ich folge ihrer Empfehlung.
c) dem Umzugsunternehmen. Man dankte mir für die Vorkasse (bei so viel Geld auch angebracht) und informiere mich dann einen Tag vor dem Termin, wann man käme. Doppel-Häh?! Wollte man mich mit meinen 23.847 Kartons in der Mittagspause dazwischenschieben? Ich nehme es vorweg, man teilte mir am Vortag mit, man sei um Viertel nach sieben vor der Tür.
In der Nacht vor dem großen Tag machte ich kaum kein Auge zu. Ich schlief zwar sofort ein, war aber nach drei Stunden glockenwach. Müde wie nix, aber der Schlaf hatte die Koffer gepackt und war abgereist. Ich schrieb eine Mail an meine Umzugshelfer, ich nähme den ersten Flug nach Guadeloupe und wünsche ihnen viel Spaß beim Umzug. Gab aber keinen freien Platz im Flieger mehr, also musste ich auch ran.
Elke kam pünktlich an, kurz darauf vier Packer. Es waren mir sechs avisiert worden, aber… ganz ehrlich… die vier Serben arbeiteten für sechs. Ich habe so etwas noch nicht gesehen. Hatte ich mir am Vorabend noch ins Hemd gemacht, jeder Karton sei wahrscheinlich zu schwer, packten die Herren sich drei bis vier und liefen die dreieinhalb Etagen im Quickstep-Tempo die Treppe rauf und runter. Fast alle Möbel wurden mit Folie verpackt, man brachte sogar den Sperrmüll aus Keller und Wohnung für mich runter. Der kommt zwar erst Dienstag, aber seht Ihr mich mit einer Dreimetercouch auf dem Rücken? Siehste! Ich auch nicht.
Hubertus kam auch zur moralischen Unterstützung und brachte Milch und Zucker für den Umzugskaffee mit, ich hatte das alles natürlich schon verpackt. Elke war für Brötchen, Belag, Obst und Süßigkeiten verantwortlich. Einen Käsekuchen hatte ich auch noch gebacken. Die Herren haben sich sichtlich gefreut, als ihnen das alles in Holweide kredenzt wurde. Man deutete an, das käme nicht mehr oft vor. Tja, ich bin in einer anderen Welt groß geworden.
Schon um 14 Uhr war der Spuk vorbei. Mein Trinkgeld war übrigens wohl auch recht üppig, aber da ist ja – man kann es in den Kommentarspalten lesen, wenn es um dieses Thema geht – auch eine Kehrtwende in der Republik zu bemerken. Als ich noch kellnerte, zeichnete sich das schon ab. Schwaben: „Hier haben sie… äh… Hilde, hast Du mal 20 Cent?“. Schweizer: „Können Sie auf hundert Franken rausgeben? Nicht? Na egal, behalten Sie!“.
Am Nachmittag kamen noch meine Brüder, Hagen und Oliver, und schraubten noch ein paar gelieferte Möbel mit mir zusammen. Ich habe mir – es muss die End-Life-Crisis sein – einen knaatschbunten Ohrensessel mit Hocker gekauft. Leider ist er nicht ganz so bequem, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber er sieht süß aus und mit ein paar Kissen im Rücken geht es. Wir tranken dann noch ein Tässchen Kaffee, übrigens den von der Insel Fogo, den ich im Dezember mitgebracht hatte, und dann fuhr ich noch einmal in die alte Wohnung, um noch ein paar Sachen abzuschrauben und zu gucken, wie viele Kartons ich in Holweide auspacken müsste, um den Rest am Freitag abholen zu können. Denn natürlich hatte ich nicht ausreichend Kartons und lose Sachen hat das Unternehmen verständlicherweise nicht mitgenommen. Die Hälfte des Sperrmülls war da übrigens schon verschwunden. Waschmaschine, Trockner, die Yucca-Palme (die einen üblen Trauermücken-Befall hatte, herzlichen Glückwunsch dem neuen Besitzer) und die Lattenrostlatten waren verschwunden.
Die erste Nacht habe ich fast 10 Stunden ohne Unterbrechung in der neuen Butze durchgeratzt. So Rollläden sind schon was Feines: Es ist stockfinster und die böse Morgensonne (Schlafzimmer ist auch noch Richtung Osten) weckt einen nicht. Herrlich! Ich frühstückte, trank Kaffee, erledigte ein bisschen Papierkram, schreib noch ein paar Danknachrichten bzgl. meines Geburtstages und fuhr dann mit den Gläsertabletts, die ich mir in der Firma ausgeliehen hatte in die Stadt ins Parkhaus, wo plötzlich der Motor ausging, bevor ich in der Parklücke war. Benjiro sprang auch nicht mehr an und hinter mir wurde schon wild gehupt. Ich stieg aus und erklärte dem Hintermann, dass mein Auto streike. Er schob dann sofort mit mir den Wagen auf den Parkplatz. Sehr nett. Ich schaute mir das Armaturenbrett an, rotes Lenkrad mit Ausrufungszeichen. Hm. Google. Servolenkung defekt. Weiterfahrt unmöglich. Sachma, kann mal ein Tag kommen, wo es nicht hakt?
Ich nach oben, die Sachen angegeben und einen Kollegen auf dem Gang gefragt, ob er damit was anfangen könne. Konnte er nicht, aber ein anderer Kollege aus der IT, der das Gespräch hörte, bot mir an, mit seinem Diagnosestick den Fehler auszulesen und ggf. zurückzusetzen. Ja, genau so habe ich auch geguckt. Irgendwie kam zwar kein Bericht zurück, aber der Wagen ließ sich wieder starten. So ein Ding hole ich mir auch! Denn auf dem Weg zur Wohnung in Poll blieb der Wagen wieder mitten auf der Kreuzung stehen, wieder die rote Lampe. Ich wartete 5 Minuten (nein, NIEMAND hat gehupt, ALLE haben mir freundlich zugewinkt und z.B. MonCherie geschenkt!) und gottseidank ließ sich Benjiro wieder starten. Aber ich fürchte, ich habe jetzt auch noch eine Reparatur an der Backe. Google: „…bis zu 2.000 Euro.“. HUST!
Die alte Wohnung ist jetzt fast leer, morgen haben wir vorgezogene Schlüsselübergabe, da meine Vermieterin nicht auf Putzerei besteht. Es wird ja doch alles renoviert (bis auf die Böden, die nach dem Tornado ja schon ersetzt wurden). Das passt mir ganz gut in den Kram, wieder einen oder zwei Termine weniger. Soeben habe ich ein paar Kartons ausgepackt, aber mir tut alles irgendwie weh, daher habe ich mir ein Limit von nur 10 pro Tag auferlegt. Drunter nie, drüber immer. Das reduziert möglicherweise meinen selbstgebackenen Stress.
Montag geht es wieder in die Fabrik, meine Vertreterin hat mich schon vorgewarnt, dass es sehr trubelig werden wird, weil so viele Termine anstehen. Yeah. Freue mich riesig. Braucht nicht wer einen Mitarbeiter, der sektschlürfend unter dem Tisch Skat spielen kann? Nein? Niemand?
Na, ich halte Euch auf dem Laufenden; wenn Ihr mögt, schaut’s halt wieder rein. Liebe Grüße, Euer
P.S.: Ich hatte als allererstes niedrigmotorisierte Fiat Pandas als Fahrzeuge. Da war mal so gar nichts elektronisch. Ich mochte sie sehr. Nicht missverstehen, ich mag auch Benjiro, aber selbst reparieren kann ich da nix mehr.
Bei meiner Katastrophenaufzählung im letzten Schnipsel hatte ich völlig den Stromanbieterwechsel vergessen. Naja, eben auch nur ein Drama von vielen.
Ich schrieb meinen Versorger an, dass ich meinen Anschluss gerne am 16.04. in der alten Wohnung abschalten und ab 01.04. in der neuen Wohnung einen neuen Vertrag fortführen wolle. Einen Tag später bekam ich die Nachricht, dass man meine Kündigung bedauere, aber der Strom in Poll am 2. April „abgeschaltet“ würde und ich in die Grundversorgung käme. Eine Mitnahme des Tarifs sein leider nicht möglich. Telefonate brachten hier absolut nichts, man habe das missverstanden, könne das jetzt aber nicht mehr ‚aufräumen‘. Ob ich aber nicht einen attraktiven Neuvertrag für die neue Wohnung wünsche? Boah ey! Leckomio. Nein, wünschte ich dann nicht. Dann eben mal übergangsweise teure Grundversorgung in beiden Wohnungen. Ab dem Umzugstag habe ich dann Ökostrom für einen mehr als fairen Preis abgeschlossen. Ich habe erneut den Eindruck, dass da eine weltweite Verschwörung…. oder so etwas wie die Truman Show…
Das Hauptereignis der Woche war aber Papis 89. Geburtstag. Einen besseren Vater kann man sich nicht wünschen. Alles Liebe und Gute für Dich Papi! Er hat auch gebührend viel Besuch bekommen.
Und ich hatte dann einen Tag später meinen *durchstraßenbaulärmübertönt*igsten Geburtstag. He? Wo kommt denn das Bild her? Macht das weg!!!
Durch den Rauswurf aus der Wohnung musste ich ja meine geplante Megaparty absagen. Denn weder wusste ich, wann ich umziehe, noch, wie viel mich das kosten würde. Und siehe da, ich ziehe jetzt um und zudem hat das ganze Theater meinen Kontostand auch erheblich schrumpfen lassen. Nun gab es aber Menschen, die nicht stornierbare Flüge oder Hotels gebucht hatten. Wer rechnet denn auch damit, dass so ein Event unvermutet ausfällt. Ich bin dann am Freitag mit einer kleinen Gruppe von Freunden ins Brauhaus gegangen und anschließend haben wir noch einen Absacker bei mir genommen.
Am Geburtstag habe ich mir selbst im gleichen Hotel eine Suite geschenkt, damit ich einen Tag später mit anderen Freunden (meinen „Namibiern“) da absacken konnte. Vorher haben wir erst in der Hotelbar angestoßen, um anschließend den Cologne Triangle zu erklimmen. Auf dem Weg dahin fing es leider schon an zu nieseln und dann war die Aussichtsplattform „wegen Personalmangels“ geschlossen. Wir spazierten stattdessen ein bisschen am Rhein entlang und gingen verfrüht zur Reservierung ins griechische Restaurant. Auf dem Rückweg zum Hotel schüttete es leider wie aus Eimern, wir kamen pladdernass dort an. Beim Ausklingwein haben wir uns Fotobücher unserer Namibiareise angesehen. Da kamen lustige Erinnerungen hoch.
Das waren zwei sehr schöne Events, zumal auch noch ein Überraschungsgast am Samstag dazukam. Ich habe viele tolle Geschenke bekommen (YEAH!), u.a. hat mich Vonny (die leider nicht dabei sein konnte) portraitiert. Irre. Aber auch alle anderen haben sich was einfallen lassen.
Das Frühstück im Hotel, welches eigentlich ganz schön ist, war leider etwas hektisch. Der Saal war viel zu unterdimensioniert für die vielen Gäste. Ich habe deswegen ein bisschen an der Rezeption rumgeschimpft, dann wurde auch das Abendrestaurant für die Frühstückler geöffnet. Dennoch, für Kaffee 10 Minuten anzustehen… Puh!
Den Rest des Sonntags habe ich nur gefaulenzt, wenn auch mit einem leicht schlechten Gewissen. Ab morgen wird wieder rangeklotzt. Ich habe auch kurzfristig die ganze Woche Urlaub genommen, damit ich nicht in Panik verfalle, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll. Netcologne z.B. hat immer noch nicht die erforderliche Anschlussdose montiert, das Meldeamt schreibt mir (sonntags!) eine Mail, ich habe meine Anmeldung nicht korrekt beendet, der Liefertermin des Bettes hat sich nach hinten verschoben. Also, genug zum drum Kümmern.
Wir sehen uns am kommenden Wochenende in der neuen Bleibe. Irgendwelche speziellen Getränkewünsche? Liebe Grüße, Euer
P.S.: Mein ÖPNV-Ticket für Dublin ist portofrei eingetrudelt. Ich bin ganz baff!
P.P.S.: Und so sieht der Blick vom Turm aus, ich war ja schon einmal oben:
P.P.P.S.: Unglaublich auch die viele Post, mit Gedichten, Zeichnungen, lieben Worten. Ich bin völlig überrumpelt von so viel positiven Wünschen und Gedanken.
neinneinnein, dieser Schnipsel handelt nicht von einer unstandesgemäßen Liebe, wie der Fontane’sche Titel es vielleicht vermuten lässt. Vielmehr plaudere ich heute viel über Dinge, die bei einem Umzug einfach schief gehen bzw. unnötig verkompliziert werden können.
Zum Beispiel die Ummeldung. Bei der Wohnungsübergabe habe ich die Einzugsbestätigung der Vermieter beigehabt, aber in der Aufregung vergessen, sie unterschreiben zu lassen. Merkte ich aber erst, als ich mich online ummelden wollte. Egal, ausgefüllt, per Mail rausgeschickt, nur wenig später hielt ich sie in der Hand. Online-Ummeldung gestartet, mit E-Ausweis-App registriert und alles lief gut. Ich bekam die Meldebestätigung per Mail, man kümmere sich jetzt um die Aufkleber für den Personalausweis.
Einen Tag später wurde ich aufgefordert, die Ummeldung elektronisch abzuschließen. Wieder mit Ausweis-App. Und das Drama begann. „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte erneuern Sie die Ausweis-App auf dem Handy. Dann starten Sie bitte von vorn.“. OK, nächster Versuch: „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte erneuern Sie die Ausweis-App auf dem PC.“ OK. Versuch Nummer 3: „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte sprechen Sie beim Amt persönlich vor. Bitte erledigen Sie das binnen Monatsfrist. Nächster freier Termin im August 2037. Oder Sie gehen an einem Mittwoch hin, da ist keine Terminvereinbarung erforderlich.“. Ja, SACHMA!!!
Ich also am darauffolgenden Mittwoch um 7 Uhr vorm Einwohnermeldeamt. Eine halbe Stunde vor Öffnung schon 27 Personen vor mir. Ja, ich hatte ausreichend Zeit, die zu zählen. Die Hälfte davon rücksichtslose Raucher. Als die Pforten des Allerheiligsten geöffnet wurden, war die Schlange auf vielleicht 100 Personen angewachsen. Ich mittendrin. Herrjeh. Wie ein lahmer Lindwurm schlängelte sich die Menschenkette zum Informationsschalter, um Wartehallenmarken zu ergattern. Dann das Wunder. Als ich an der Reihe war, beschied mir der nette junge Mann, er können den Vorgang auch direkt ‚hier‘ abschließen, dann müsse ich nicht warten. Ich habe jetzt noch Tränen der Rührung in den Augen. Mein persönlicher Held des Tages. Dennoch habe ich innerlich gleichzeitig auf die Kölner Verwaltung geschimpft. Ist nie verkehrt, passt immer.
Zurück zur Wohnungsübergabe. Dort erhielt ich für alles je zwei Schlüssel. Für Tiefgarage, Briefkasten und dergleichen ist das ja auch völlig ausreichend. Aber für Haus und Wohnung wünschte ich mir einen dritten, weil ich einen bei Freunden hinterlege, einen für Luis (der ja oft in die Wohnung muss, wenn er mir hilft) brauche und, klar, einen für mich. Meine Vermieter so „Ja, kein Problem, schreiben Sie doch die Frau xy von der Immobilienbetreuung an…“. Und das Drama begann:
Der Schlüssel, eine Schmonzette in acht Akten
Es wirken mit: M – der Mieter, V – der Vermieter, H – die Hausverwaltung
Akt 1 M: „Ich bräuchte bitte einen dritten Schlüssel für die Schließanlage.“ V: „Ach, würden Sie das über die Hausverwaltung machen?“ M: „Klar.“ Akt 2 M: „Hallo Hausverwaltung, ich bin’s, M., der neue Mieter. Ich bräuchte einen dritten Schlüssel.“ H: „Sehe ich so aus, als spräche ich mit Mietern?“ Akt 3 M: „Hallo V., H. will nichts mit mir zu tun haben, wären Sie bitte so nett?“ Akt 4 V: „H., bitte einen Schlüssel für den neuen Mieter.“ H: „Wie ist denn die Schlüsselnummer?“ Akt 5 V: „Huhu M., wie ist denn die Schlüsselnummer?“ M: „Die ist 4711.“ Akt 6 V: „So, H., hier die Schlüsselnummer.“ H: „Kann ich bitte ein Foto des Schlüssels haben?“ Akt 7 V: „Foto?“ M: „Klar.“ Akt 8 V: „Foto!“ H: „Aha.“
Was wird die geheimnisvolle H. jetzt unternehmen? Und warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht? Den Schlüssel habe ich übrigens bis heute noch nicht.
Ja, dann ist der Maler aufgetaucht und wird jetzt drei Tage herumpinseln. Der ist gleichzeitig auf mehreren Baustellen, daher konnte er nicht zusagen, dass er da wäre, wenn der Fensterbauer klingelte. Nächstes Drama. Der sollte nämlich wegen eines defekten Rolladens und eines defekten Fensters am Malertag 1 kommen. Wie das jetzt ausgeht? Ich weiß es nicht. Ich schaue erst Donnerstag wieder rein, wenn der Maler mich zur Abnahme anruft. Während ich auf den Maler wartete, bastelte ich übrigens ein Dachschrägenschränkchen zusammen. Die Möbelfüße (16!! Schrauben) musste ich per Hand und ohne Vorbohrungen eindrehen, weil der Akkuschrauber nicht durch die Schraubenaussparungen passte. Meinen rechten Arm kann ich seitdem vergessen, da ist jetzt quasi Tennisarm auf dem Bizeps.
Mit Netcologne läuft auch nicht alles, wie gewünscht. Man erklärte mir ja, mein eigener Router funktioniere da nicht, weil das Haus über Kabelanschluss mit Internet versorgt werde. Man schickte mir also einen geeigneten, den ich ja kostenfrei gestellt bekomme. Dazu die Mitteilung, die Dose habe so und so beschaffen zu sein. Große Überraschung, sie war es natürlich nicht. Meine Vormieter waren bei der Telekom und deren Router funktionierte problemlos an der guten, alten Telefonsteckdose. Ich schrieb an Netcologne, der Anschluss sei nicht der gewünschte, worauf man mir die Eingangsbestätigung einer Störungsmeldung zurückschickte. Ja, und jetzt weiß ich auch nicht… muss ich da jetzt hinterherlaufen?
Das Umzugsunternehmen hat mir übrigens knapp 300 Euro abgeknöpft für die Halteverbotszonen, die an beiden Adressen am Umzugstag eingerichtet werden. Naja, das meiste davon geht ja an die Stadt Köln. Und ich weiß nicht, ob ich es schon schrieb, aber der genaue Umzugstag ist der 16.04. Daher war ich bass erstaunt, als vor meinem Haus am 15.04. eine Sperrung angekündigt war. Diesmal aber kein Drama, ich rief beim Umzugsunternehmen an und wurde informiert, sie hätten die Schilder ja noch gar nicht aufgestellt. Zieht noch jemand aus? Oder der Sohnemann hat was falsch verstanden und stellt seine Möbel schon zu meinen…
Es gab aber natürlich wie immer auch nette Erlebnisse. So halfen mir Ruth und Luis beim ersten Packen und Ausmisten, wobei mir Ruth ein Kunstankaufsverbot erteilte (verstehe ich nicht!), und wir schafften schon eine Menge. Auch der Kühlschrank aus der neuen Wohnung ist bei Luis und zwei Schränkchen, die desorientiert in der Wohnung herumstanden (jaja, das geht), haben mir Mario und Luis in den Keller spediert, wo sie sinnstiftender ihr Dasein fristen können. Apropos Keller: Waschmaschine und Trockner sind auch angekommen und hier ist das Drama, dass die Waschmaschine um einiges kleiner ist, als der Trockner. Jetzt warte ich auf das Regal, das ich deswegen beschaffen musste. Immerhin hat mir der Spediteur Schlauchschellen geschenkt, denn die bestellten sind auf dem Postweg verloren gegangen.
Ostermontag legte ich dann mal eine Wohnungswechselprobleme-Pause ein und lief mit Hubertus und Artur ins Café Uferglück, um ein bisschen die Sonne zu genießen. Leider hatten wir einen Schattenplatz, aber das war jetzt auch egal. Einen Absacker haben wir dann noch bei ihnen in der Bude genommen. Fotos habe ich leider keine gemacht, daher nur eine Skizze des Geschehens:
Gekocht habe ich kaum, denn die ganzen Töpfe etc. sind schon in Kartons gewandert. Blöderweise hatte ich vergessen, dass ich noch einen Braten im Kühlschrank hatte. Aber der geht auch gut im Airfryer und kommt sogar erstaunlich saftig da wieder raus.
Und so geht es lustig weiter, ein paar Fugen müssen vor Einzug noch erneuert werden, der Sichtschutz vom Balkon ausgetauscht, es werden wohl rechtzeitig noch ein paar neue Möbel geliefert, die ich aufbauen müsste und dann, ja, dann habe ich ja auch noch Geburtstag. Herrjeh! Wie alt werde ich eigentlich?