Poller Herbstrollen

Manchmal, Ihr Lieben, läuft es wie verhext. Da nimmt man sich vor, ganz normale Frühlingsrollen zu machen und dann gibt es nichts von dem, was man braucht in der Stadt. Keine Sprossen, keine Reisteigfladen, keine Hoisin-Sauce.

Ich geriet etwas in Zeitnot und habe dann im Großhandel einfach Yufkateigblätter, Fertigsaucen und dergleichen besorgt und kreierte meine persönlichen Herbstrollen. Und das braucht man dazu:

Rinderhack, Weißkohlblätter, Chili, Knoblauch, Ingwer (nicht im Bild), Weißkohlstreifen, Sprossenmischung, violette und gelbe Möhre, Yufkateig aus der Kühlung, Thai Curry-Paste, Soyasauce, Sesamöl und Hoisin-Sauce.

Die Weißkohlblätter werden kurz (2 Minuten) in kochendem Wasser blanchiert, denn sie müssen biegsam sein. Ich lege sie als Durchfeuchtungsschutz zwischen Füllung und Teig, daher müssen sie nach dem Blanchieren gut abgetrocknet werden (evtl. sind auch noch hartnäckige Strünke zu entfernen, Yufkateig reißt sehr schnell).

Meine gusseiserne Pfanne (namens Gustav, ich habe auch noch eine namens Heinrich) erhält 2 Esslöffel Sonnenblumenöl und nur einen Schuss Sesamöl. Ich mag den Geschmack, aber er darf auch nicht zu intensiv sein. Darin röste ich kleinstgewürfelten Ingwer samt kleinstgehackter Chilischote an. Eine Soloknoblauchknolle wird auch noch reingepresst und kurz mitgebraten. Dann ca. 350 Gramm Hackfleisch dazu (wir nehmen aus bekannten Gründen Rind) und krümelig braten. Während des Umrührens kommen Soyasauce, Hoisin-Sauce und Siri-Sauce (eigentlich heißt sie Sriracha, aber das kann ich mir nicht merken) oder anderes Chiligewürz wie Sambal Oelek oder Tabasco hinzu. Je nach Schmerzlevel je 1/2 bis 2 Esslöffel von allem. Bei mir 1 bis anderthalb.

Während das Hackfleisch bei minimaler Hitze trocknet (die Flüssigkeit soll fast ganz verdampfen), schneidet man die bunten Möhren und ein bisschen Kohl in feine Streifen (oder man macht es wie ich als erstes).

Die Fritteuse anschmeißen! 180 °C.

Ein Blatt Yufkateig auslegen, darauf ein Kohlblatt, da hinein das Hackes und darüber das Gemüse. Einen Streifen Hoisin-Sauce zum Schluss. Zusammenfalten und einrollen. Dieses Konstrukt in ein zweites Teigblatt einrollen. Siehe Bilderstraße.

Jetzt die Rollen für ca. 6 Minuten frittieren und dabei einmal wenden (sie neigen zum Brustschwimmen, müssen aber auch mal in die Rückenlage). Wer den Teig weniger knusprig mag, zieht zwei Minuten ab, aber das macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Die Krümel müssen fliegen! Fertige Rollen kann man bei 80°C im Ofen warmhalten, bis alle Rollen (bei uns 5) durchfrittiert sind.

Guten Appetit!

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