Tag 16: Und wieder in Kapstadt

Ihr Lieben,

auch heute bin ich eher geizig mit Bildern und lustigen Geschichten. Wie Ihr Euch vorstellen könnt, war es auch heute noch unentspannt. Da wir damit rechneten, dass morgen bei Abflug ein kleines Chaos herrscht, buchten wir gestern Zimmer im Airport-Hotel bei Kapstadt. So sparten wir uns die Pack-, Auscheck- und Fahrzeit schon einmal und konnten entspannt den Mietwagen zurückbringen. James war gar nicht so traurig, er hatte wohl Gäste, die total scharf auf mein Zimmer waren und so räumte ich es auch frühzeitig. Wir versammelten uns wieder mal am Pool und guckten, wie der Stand der Dinge ist. Wir waren froh, dass Lufthansa immer noch plante, zu fliegen, aber die Einreisebedingungen für Otto hatten sich noch einmal verschärft.

Wenigstens kamen schon früh am Vormittag unsere PCR-Testergebnisse an, so dass wir dieses Problem von der Backe hatten. Wir bemühten uns dann nach Leibeskräften, unsere Zertifikate auf die Lufthansaseite hochzuladen. Impfnachweis, Testergebnis, Quarantäneerklärung. Da hat die Lufthansa-App leider auf voller Linie versagt. Da funktionierte nichts. Okay, James hat dann alles ausgedruckt, damit wir es wenigstens in Papierformat haben. Dann die geforderte Einreiseerklärung. DIE MÜSSEN SIE AUSFÜLLEN!!! Problem: Für Südafrika war keine hinterlegt, da „wir“ ja erst ab Mitternacht gefährlich sind. Mal sehen, wie wir das regeln. Und mit derlei Plunder war dann unser Vormittag auch schon rum. Wir mussten ja auch Nachrichten gucken und uns links und rechts nach Änderungen erkundigen.

Ike stieß dann zu uns, erzählte uns Horrorgeschichten von Leuten, die gerade im Land sind und deren Flüge komplett gestrichen wurden. Wir empfanden daher eine gewisse Dankbarkeit für Lufthansa, zumindest bis sie uns schrieben, dass wir auch noch in München übernachten müssen, weil wir keinen Anschlussflieger mehr bekommen. Ja, das braucht der Mensch. Und dann die entsprechende Mail dazu: „Bitte bestätigen Sie bis zum 30. November, dass Sie die Änderungen an Ihrem Flug am 28. November so hinnehmen.“ Nee, doch, ooooh!

Wir beschlossen, in Bälde aufzubrechen. Da die Jungs noch nicht gepackt hatten, lief ich mit Ike noch kurz über den samstäglichen Feesmarkt. Der ist im Zentrum Franschhoeks und ist ganz nett. Kleine Leckereien, Kunsthandwerk oder das, was sich dafür hält, sowie sonstiger Schnickschnack. Und in der Mitte ein gar nicht untalentierter Alleinunterhalter. Ike erwarb ein paar nette Mitbringsel und bekam dann einen Haufen Zusatzgeschenke. Ich schwatzte Ihr dann einen Beutel ab, auf dem ein Rhinozeros abgebildet war, umringt von den Worten „Save the chubby unicorns“. Um 14 Uhr sind wir dann alle zusammen in eine Pizzeria eingefallen und haben abenteuerliche Kreationen (mit Blauschimmelkäse z.B.) zu uns genommen. Waren aber ganz genießbar. In James‘ Maison dann zuende gepackt, tränenreich von allen verabschiedet und dann ab nach Kapstadt.

Beim Einchecken kam mir die südafrikanische Freundlichkeit dann einmal nicht zupass. Ich musste soooo dringend auf das stille Örtchen. Aber der junge Mann wollte uns ja alles ganz genau erklären. Wann und wo Frühstück, wie der Shuttlebus funktioniert und was es im Hotel alles gibt… Endlich dann auf dem Zimmer angekommen, fast der Herzstillstand: Mein Zimmer hat keine Toilette!!! Wieso hat dieses Zimmer keine Toilette???? Die Auflösung war dann gottseidank unspektakulär, denn ich entdeckte eine Tür, die auf den ersten Blick als solche nicht zu erkennen war. Das wäre an der Rezeption ein bisschen peinlich geworden. Das Hotel ist ökologisch ausgerichtet und ganz nett. Wir beschlossen, keine Experimente zu wagen und einfach dort zu bleiben. Natürlich, nachdem wir den Mietwagen zurückgebracht hatten (völlig unkompliziert) und Otto noch einen Antigentest am Flughafen gemacht hatte, den er für die Weiterreise in die Niederlande zusätzlich zum PCR vorweisen muss. Ja, die sind strenger als wir.

Also, Aperitiv in der Bar, dann Essen im Hotel-Restaurant und dann früh auf die Zimmer, um 6 Uhr wird gefrühstückt. Es sind einige Touristen im Hotel, die von den selben Nöten hierhergetrieben wurden. Aber auch ein südafrikanisches älteres Ehepaar, das wir im Shuttlebus des Hotels kennenlernten. Sie hatten sich schlicht beim Abflugtermin nach Johannesburg vertan und waren einen Tag zu früh am Flughafen. Die sind jetzt auch hier gestrandet. Rolf witzelte beim Tschüss-Sagen dann noch „Aber morgen dann nicht verschlafen.“

Also, ich denke, es geht alles gut aus und wir werden auch alle irgendwie in München landen. Aber von Urlaub waren die letzten beiden Tage weit entfernt. Jetzt freuen wir uns auf daheim, was ja eigentlich Unsinn ist. Gerüchteweise soll es kalt und regnerisch sein. Naja, gestern Nacht gab es hier auch noch einmal Unwetter, aber die Temperaturen sind dennoch angenehm.

Ja, das war es – hoffentlich – mit unserer Reise. Wenn Ihr morgen früh „Tag 17: Wieder im Weinland“ lest, dann ist etwas schief gegangen. Ich freue mich sehr, dass uns so viele liebe Menschen live und virtuell begleitet haben. Die nächste Reise? Momentan nur noch Eifel! 🙂

Liebe Grüße

Euer Gerald

P.S.: Wahrscheinlich gibt es noch einen Epilog, da stelle ich auch noch einmal Bilder rein, aber das wird eher gegen Mitte der Woche passieren. Schaut einfach mal rein.

P.P.S.: Es erfolgte keine Rechtschreibkontrolle, bin etwas erschöpft.

Tag 15: Tag des Schreckens

Ihr Lieben,

die ersten Neuigkeiten beim Frühstück heute: Das vereinigte Königreich schränkt den Flugverkehr von und nach Südafrika ein. Es gibt eine neue Covid-Virusvariante, die als – na, sagen wir mal besorgniserregend eingestuft wird. Wir waren noch entspannt. Ein paar Minuten später erzählte uns James, dass er die ersten Stornierungen aus UK reinbekam. Sukzessive folgten andere Länder und andere Stornierungen, darunter auch Deutschland, auch mit eingeschränktem Flugverkehr. Lufthansa war natürlich nicht zu erreichen, die Nachrichtenlage war dünn und so begannen wir, unsere Tagesplanung (entspannt shoppen und essen in Stellenbosch) über den Haufen zu schmeißen und Evakuierungspläne zu schmieden. Wir schauten sogar nach sofort verfügbaren Flügen über die abenteuerlichsten Umwege. Kapstadt – Nairobi – Dubai – Dublin – Frankfurt. Oder Kapstadt – Windhuk – Kairo – Abu Dhabi – Brüssel. Ike, die sich natürlich um ihre Rückreise nächste Woche sorgt, stieß zu uns und telefonierte erst einmal alle ihre Lufthansakontakte ab. Ziemlich bald war klar, dass die beiden Frikadellen wahrscheinlich das Land mit ihrer gebuchten Maschine verlassen könnten, die Frikandel aber eventuell ein Mitflugverbot ereilt. Also, Mail an Lufthansa, dass der Umsteiger in München statt nach Düsseldorf für Otto auf Amsterdam umgebucht wird. Es gab auch später eine Antwort, dass der Wunsch an die zuständige Stelle weitergeleitet würde, momentan aber viel los sei. Ach was. Wir werden auf jeden Fall mit vollem Körpereinsatz für Ottos Transport kämpfen.

Dann die Notwendigkeit, einen PCR-Test vorzulegen. Woher nehmen und nicht stehlen? James vermittelte uns zu einer Praxis in Stellenbosch, zu der wir mit wehenden Frackschößen eilten, die uns aber wegen kompletter Terminüberbuchung dann doch nicht mehr drannehmen konnte. Man schickte uns in eine nahegelegene Klinik. Die quoll über vor verängstigten Touristen, die alle um einen Dringlichkeitsstufe 1-Test bettelten. Wie wir natürlich auch. Denn es war klar, dass die Labore vollkommen überlastet waren und wohl jetzt auch noch sind. Man konnte uns nicht versprechen, dass der Test rechtzeitig fertig wird. Aber die Damen von der Pathologie (ein skurriler Ort für Covid-Tests, wie ich finde) waren alle unglaublich charmant und halfen uns mit den Formularen und luden uns alle zu ihrem Weihnachtsfest ein, falls wir nicht aus dem Land kämen. Wir warteten natürlich im Vorraum alle aufeinander und als wir dann geschlossen gingen, winkte und cheerte uns die komplette Damenriege hinaus. Wir alten Männer waren sehr gerührt. Und die auf Einlass wartenden anderen Touristen irritiert. Ich glaube, wir drei haben zusammen irgendwie einen Schwarm-Charme. 🙂

Während wir uns auf den Heimweg nach Franschhoek begaben, rief Ike an, wir sollten vorerst bleiben, wo wir sind, es hagele und stürme wie am jüngsten Tag. Also, wenn es kommt, dann kommt es dicke. Kurze Zeit später gab sie Entwarnung und wir rotteten uns im Maison Chablis zu einer Vollversammlung zusammen, um weitere Maßnahmen zu diskutieren. Auf jeden Fall werden wir schon morgen nach Kapstadt aufbrechen, damit wir erstens wegen der Autorückgabe nicht in ein eventuelles Chaos kommen und zweitens, wir im Falle, dass der PCR-Test nicht rechtzeitig vorliegt, einen Antigen-Test machen lassen können. Der reicht für Geimpfte aus, den konnten wir nur heute hier nicht machen, da der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Also, heute nur Stress, keine Fotos und keine glücklichen Selfies. Aber wir sind guten Mutes, dass wir rauskommen und fühlen uns einigermaßen vorbereitet. Mal sehen. Zuhause sollen wir dann ja alle noch 14 Tage in Quarantäne. Na, die hätte ich ja lieber hier verbracht, unter Nutzung von Spahn-IV, dem Zuschuss für gestrandete Urlauber in südafrikanischen Luxusquarantänehotels.

Auf jeden Fall finde ich es bemerkenswert, wie viele Menschen uns über WhatsApp, Homepage-Kommentare und E-Mails ihre seelische Unterstützung haben zukommen lassen. Das finden wir sehr nett. Jetzt – es ist inzwischen Abend – gibt es erst einmal einen großen Schluck Wein und dann gehen wir noch irgendwo essen.

===WERBEPAUSE===

Wir hatten ja noch eine Reservierung für unseren nun ins Wasser fallenden morgigen Abschiedsabend im „French Connection“. Da musste ich ja auch noch vorbei und den Tisch stornieren. Und obwohl das Restaurant rappelsvoll war, hat man uns noch einen Tisch organisiert, um den Abend vorzuverlegen. So hatten wir wenigstens mit Ike zusammen noch einen schönen Abend bei gutem Essen, der uns ein bisschen mit dem Tag versöhnte. Otto traf dort überraschenderweise noch eine Kollegin (die Welt ist klein), die heute erst ankam und nach Landung von all den Horrornews überfallen wurde. Sie meinte aber, sie mache dann jetzt halt erst mal Urlaub und würde dann weitersehen. Etwas anderes kann man ja auch nicht tun.

Ike brachte uns, da es regnete, noch zur Ecke Berg Straat, wo sich Otto ins Hotel verabschiedete und Rolf und ich im Tuk Tuk noch einen Absacker nahmen. Der Kellner sagte beim Bezahlen, dass er sich freut, dass wir so oft da wären und das war dann natürlich wieder ein berührender Moment. Er würde sich wünschen, dass wir nächstes Jahr wiederkämen. Klar, es ist so, dass alle hier super freundlich sind oder sein müssen. Aber oft ist es eben auch nicht nur aufgesetzt. Wenn ich da an das in Deutschland üblich gewordene, lieblos hingeschleuderte „Gernäähh!“ denke, bei dem man weiß, dass davon kein einziger Buchstabe stimmt. Ach, es stimmt mich sentimental, dass die Abreise so nahe liegt.

Und weiter oben habe ich gelogen. Es gibt jetzt doch noch ein Unsie (gebt Euch keine Mühe, dieses Wort steht nicht im Duden):

Morgen dann het laatste nieuws aus Kapstadt.

Euer Gerry

P.S.: Warum eine Passionsblume? Naja, die war halt da…. 🙂

Tag 14: Noch mehr Weingüter

Ihr Lieben,

Ike holte uns um 10 Uhr im Maison ab, um a) Wein einzukaufen und b), und das war natürlich der wichtigere Teil, uns noch ein paar ihrer Lieblingsplätze zu zeigen. Es geht das Gerücht, es gäbe in Südafrika im Dezember wieder Shutdown-Maßnahmen, die unter anderem ein Alkoholverkaufsverbot vorsehen. Nun kauft die Kapregion vorsichtshalber die Weingüter leer. Das ist ja auch vernünftig, ich täte das auch. Im Zusammenhang mit merkwürdigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hatte ich mir dann überlegt, dass man eine Revolution in Deutschland am besten mit einem Toilettenpapierverkaufsverbot anzetteln könnte.

Wir fuhren also erst zum Weingut Lynx, da Ike dort ihren Blanc de Noir bezieht. Anschließend machten wir uns auf den Weg zu Babylonstoren, dem Turm von Babylon. Das ist zwar auch ein Weingut, aber vorrangig kommen die Besucher hierher, weil es auch eine sehr schöne Farm mit wundervollen Gärten ist. Der Besuch kostet einen kleinen Eintritt, der aber gerechtfertigt erscheint, da unglaublich viel Arbeit in die Pflege der Gärten gesteckt wird. Thematisch präsentiert werden Nutz-, Heil-, Zier- und andere Pflanzen wie Bonsai oder Cliviagewächse. Es gibt eine Orientierungskarte, denn alles ist sehr schön angelegt, aber auch unglaublich weitläufig. Im Farmhaus kann man die Produkte der Farm erwerben, im Restaurant Farmprodukte verspeisen, Farmtiere laufen auch herum. Unter anderem ein paar Esel, die ich sofort, wie Ihr Euch denken könnt, in mein Herz schließ.

Wir erstanden nach ausgiebiger Besichtigung auch ein paar Dinge für ein Abendbrot, das Ike ausrichten möchte und haben an der Kasse ewig gebraucht, weil eine Horde unentschlossener Kreischteenies unter der Aufsicht einer völlig überforderten Aufsichtsperson nicht genau wusste, wie man Dinge kauft und bezahlt. Ich nehm’s, ach nee, ich nehm’s doch nicht, oder doch, oder was, was kostet das nochmal. PUH! Aber unsere Einkaufstüte, die gleich noch eine Rolle spielen wird, war prall mit wunderbaren Sachen gefüllt.

Weiter ging es nach Avondale, wo sich Ike mit einer ihrer südafrikanischen Freundinnen verabredet hatte. Ein wunderbares Weingut, mit prachtvollem Garten vor dem Restaurant, sehr schönem Intérieur und aufmerksamer Bedienung. Auch hier kam alles aus ökologisch-nachhaltigem Anbau aus der Region bzw. vom Gut selbst, außer dem Lammfleisch, das aus der großen Karoo bezogen wird. Das Essen war sehr gut und mein Wein, eine extravagante Cuvée aus Sémillion, Viognier, Chenin Blanc und Rousseanne, ein Highlight. Ich hatte ihn wegen seines ulkigen Namensbestandteils „Duck Pekin“ bestellt, der mir suggerierte, ich hätte Pekingente im Glas. Die Aussicht, wie fast überall hier, spektakulär!

Vor dem Essen gaben wir unsere Einkaufstüte einem der Mitarbeiter, da es wirklich heiß war und uns die Sachen im Auto verdorben wären, und baten ihn, sie an einem kühlen Ort aufzubewahren. Nach dem Essen bestiegen wir Ikes Auto und ich frage, was liegt denn da für ein Kassenbon auf dem Sitz. Die Lebensmittel. Ich wieder zurück ins Restaurant. Der Tütenabnehmer nicht aufzufinden. Da haste aber mal eine Horde Menschen nach unserem Salat und Käse suchen sehen. Aber die Tüte würde gefunden. Halleluhjah.

Rolf und Otto wurden am Maison abgesetzt, ich fuhr mit Ike noch in den Ort, um weiteren Wein einzukaufen – unter anderem einen Geheimtipp des Verkäufers, das auch geheimtippig teuer war. Als er die Einkäufe zum Kofferraum brachte, sah er die Kisten von Lynx. Was wir denn bezahlt hätten? Ach so, ja, bei ihm gäbe es den viel billiger. Grmpft! Dann mussten wir noch zur Drogerie, mir gehen einige Toilettenartikel zur Neige. Kurz vor Abflug ist das zwar doof, aber man will dann ja nicht den Rest der Reise als Stinkerchen verschrien sein. Schreibt man verschrien eigentlich verschrien oder verschrieen?

Leider ging es Otto am Abend nicht so gut, und daher bestellten Rolf und ich ein Uber zu Ike. Es käme in soundso viel Minuten. Ich konnte in der App sehen, dass Michael, der uns abholen sollte, noch eine Fahrt zu Franschhoeks Nobelrestaurant Petit Colombe hatte. Dort hat er dann unsere Fahrt storniert. Dadurch haben wir mal eben 15 Minuten hier dumm rumgestanden, um dann doch zu Fuß zu Ike zu gehen. Wahrscheinlich hat er dort eine Fahrt nach Kapstadt oder ein anderes unmoralisches Angebot ergattern können. Der Abend war dann sehr unkomplizert, mit Salat, Brot, Käse und anderen Leckereien, gutem Wein und schönen Gesprächen auf Ikes Terrasse. Den Berg sind wir dann wieder zu Fuß heruntergetorkelt.

Alles in Allem war das ein sehr entspannter Tag mit viel Wein und schönen Erlebnissen. Immer noch sitzen wir im Trockenen, aber es ist schon sehr windig. Morgen soll es ein Unwetter geben. Aber ehrlich? Selbst dann ist es hier wahrscheinlich schön. Und ich glaube auch nicht daran. 😁

Geplant ist morgen ein Wiederholungsbesuch in Stellenbosch. Mal sehen, was unsere Gesundheit und das Wetter zulassen. Bussi in die Schnussi, von Eurem Gerry

Tag 13: Die Wanderung zum Fuße des M

Ihr Lieben,

beim Frühstück interviewten wir James, wo man denn möglicherweise gut wandern könnte. Oh ja, da gäbe es fantastische Möglichkeiten ganz nahe bei. Zum Beispiel im Mont Rochelle Nature Reserve. Man könne prima vom Main Gate zum Uitkykpunt laufen und dann entweder dort eine Scenic Route linkerhand oder aber auch einen fantastischen Bergwanderweg über den Perdekop-Gipfel laufen. Gaaaanz tolle Aussichten. Unvergesslich. Ein Traum. Und soooo leicht.

„Ist es auch nicht zu steil?“ – „Nein, gaaaar nicht! Hach, wie ich Euch beneide, ich würde gerne mitlaufen. Ich hatte Gäste, für die war das der Höhepunkt Ihrer Afrikreise! Bisschen hoch, dann wieder flach, bisschen hoch, dann wieder flach. Total easy!“

Nun, ein bisschen hoch und dann wieder flach, gefolgt von ein bisschen hoch und dann wieder flach… das trifft ja auch auf das Treppenhaus im Empire State Building zu, wenn man vom Keller auf die Aussichtsplattform läuft. Und so fühlte sich der Aufstieg dann auch an. Zwar gab es immer wieder einmal flache Wege, aber in der Regel ging es mit Holzbohlen verstärkte Naturtreppen hoch. Ich mache mir nichts vor, ich habe die Kondition einer mehligen Kartoffel. Aber wenigstens konnte ich daheim noch im Siebengebirge herumtollen. Hier war ich etwa eine Viertelstunde vor dem Ziel nicht mehr in der Lage, noch eine weitere Stufe zu erklimmen. Die übrigens bis zu etwa 40 Zentimeter hoch sein konnten. Meine durchtrainierten Bergziegen Rolf und Otto wollten den Rest bis zum Uitkyk noch besteigen, ich trat den schmachvollen Rückzug an. Beide waren sich aber einig, dass – wir waren schon von 700 auf 1100 Meter gekraxelt – auch sie die weiteren 300 zum Du Toitskop bzw. 400 Meter zum Perdekop nicht mehr überwinden wollten.

Ich drehte also um und legte mich nach dem ersten Schritt erst einmal auf die Fresse. Hui, dachte ich, das kann ja heiter werden. Rolf entfleuchte ein Heiligerbimbamm, es klang nach „Können wir den tattrigen Greis eigentlich alleine lassen?“. Aber ich suchte mir mein Tempo und kraxelte mehlkartoffelig die Hänge wieder herunter. Ich bewunderte die Flora, die Aussichten, die Farben. Ehrlich, das ist soooo ein schönes Wandergebiet. Aber man muss – zumindest für unseren Trail – ein bisschen Grundkondition mitbringen. Überall wächst Fynbos, die typische Vegetation hier. Es summt und brummt. Der Himmel strahlendblau. Fernsichten bis zum Kilimandscharo. Naja, das war jetzt etwas übertrieben. Aber nur ein bisschen. Ich erspähte Greifvögel!

Und dann lag eine kleine, schwarze Schlange auf dem Weg. Ach Du jeh. Ich meine, sie war nicht groß, irgendwie wie ein Aal. Aber ich bin kein Schlangologe und kann eine Puffotter nicht von einer Bordellnatter unterscheiden. Was tun? Ich beschloss, zuerst ein Foto zu machen, damit man mich im Falle eines tödlichen Bisses in die richtige Statistik einordnet. Ich wollte ja nicht als Kobratoter gelten, wenn es doch eine Königsviper war. Und in der Zeit, als ich nach meinem Fotoapparat wühlte, war der kleine Wurm schon verschwunden. Mit einem beherzten Satz hüpfte ich an der Gefahrstelle vorbei und war froh, wieder einmal nur knapp dem Tode entronnen zu sein.

Dann gab es noch bezüglich unseres Treffpunktes ein bisschen Verwirrung, da ich zu einem natürlichen Pool wollte, der sich aber in einer Schlucht befand, zu der ich KEINESFALLS herabsteigen wollte. Ich lief den beiden Alpengazellen entgegen, die sich aber für einen anderen Rückweg entschieden hatten. Ich saß daher ein bisschen verloren auf einem Stein, der mir nach kurzer Diskussion von einer Echse freigeräumt wurde. Naja, wir haben uns irgendwie gefunden, aber dabei den Parkwächter ziemlich verwirrt, der mehrmals Auskunft geben sollte, wo er wen und wann zuletzt gesehen habe. Wir liefen noch zu einem kleinen Tümpel, der gut von Amphibien bewohnt war, uns zum Baden aber ein wenig zu… äh… ja, tümpelig war.

„Du willst Dich doch jetzt nicht ernsthaft genau hierher setzen?“

Zurück im Hotel klärte ich James erst einmal über die Bedeutung des Wortes „steil“ auf. Er fand das rasend komisch. Aber ich nutze mal die Gelegenheit, ihn zu lobpreisen. Er kümmert sich sehr um seine Gäste und ist eine Quelle guter Tipps. Er macht sein Maison Chablis zu einer kleinen Wohlfühloase, da sieht man gerne über den ein oder anderen Minimangel hinweg. Wir poolten ein bisschen herum, dezimierten James‘ Biervorräte (Wandern macht durstig) und brachten unseren Aktivitäts-/Erholungspegel wieder in Balance. Schön.

Warum jetzt eigentlich Wanderung zum Fuße des M? Da vermutete ich meinen Umkehrentschlussort.

Am Abend wollten wir uns dann mit Ike im French Connection, einer altehrwürdigen Institution in Franschhoek treffen. James, der dies mitbekam, meinte, dass wir dann unbedingt Steak oder Ente bestellen sollten. Das taten wir und bereuten es nicht. Auch die Vorspeisen waren sehr gut. Wir haben sofort für unseren Abschiedsabend wieder die gleiche Ecke des Restaurants reserviert. Unseren Absacker nahmen wir dann bei Ike, von wo wir nach einer schönen Plauderrunde zu Fuß wieder nach Hause aufbrachen. Wir hatten das Thema Sicherheit im Lande diskutiert. Und es ist ein Thema. Aber hier in Franschhoek kann man ohne Furcht mal den Hügel runterlaufen.

Morgen werden wir mit Ike verschiedene Weingüter anfahren und auf einem besonders schönen zu Mittag essen. Es geht das Gerücht, es könne wieder – wie schon zuvor – wegen der Covid-Lage ein Alkoholverkaufsverbot ausgesprochen werden, und die kluge Frau baut vor. Wir freuen uns, denn so lernen wir wieder ein bisschen mehr von der Gegend kennen.

Jetzt aber mal liebe Grüße und Guads Nächtle. Euer Gerald

Tag 12: Die Wein-Tram

Ihr Lieben,

heute morgen war es etwas schwerer, aus dem Bett zu kommen. Merkwürdig. Sehr merkwürdig. Aber das Frühstück, das zumindest für mich keine Wünsche offen lässt, machte mich wieder fit und wir konnten den Tag planen. Nachdem Rolf gestern während des Online-Buchungsprozesses ständig rausgeschmissen wurde, konnte ich heute früh drei Karten für die blaue Linie um 12 Uhr erwerben. So hatten wir nach dem Frühstück auch noch etwas Entspannungszeit.

Wir liefen zur Tram-Information, wo wir einen Shuttlebus zum Bahnhof nehmen wollten. Dort rief uns ein gestresster Mitarbeiter einen Shuttle-Fahrer. Gestresst, weil gerade sein Info-Häuschen für Bauarbeiten aus dem Weg geräumt werden sollte. Nach kurzer Zeit holte uns dann auch ein Mitarbeiter zu Fuß ab, mit dem wir erst einmal mehrere Minuten in die falsche Richtung liefen, da er seinen Bus weit vom Infopoint geparkt hatte. Nun, da hätten wir eigentlich auch genausogut direkt zum Bahnhof laufen können. Am Bahnhof bekamen wir einen blauen Aufkleber auf die Brust gepappt, einen Abfahrtsplan in die Hand gedrückt und nach einem Kaffee wurden wir zu einem Bus dirigiert. Nanu. Heißt das Dings nicht Wein-Tram? Immerhin war der Bus ganz nett anzusehen. Offene Fenster, ziemlich voll. Und dann peste der mit einem Affenzahn von Weingut zu Weingut.

Das erste Gut hieß Atlas Swift, das kannte James, den wir beim Frühstück um Rat fragten, noch nicht, da es so neu war. Als wir es bei der Anfahrt sehen konnten, erschien es uns nicht so besuchenswert, und wir ließen es aus. Das zweite Gut hieß Pigcasso, und nein, dies ist kein Schreibfehler. James erläuterte uns, dass es da zwar auch Wein gäbe, aber die Attraktion ein malendes Schwein sei. Diese unglaublich lebensbereichernde Erfahrung wollten wir dann auch nicht machen. Am dritten Weingut stiegen wir dann aber aus: Mont Rochelle. Das war ein schönes Weingut, das wir aber nicht ausführlich besichtigten; stattdessen enterten wir das Restaurant „The Country Kitchen“, denn es war Mahlzeit-Zeit! Während wir dort saßen, rief Ike an, sie stoße mit Silke zu uns. Wir bestellten aber, bevor die beiden kamen, denn wir hatten ja Fahrplanstress. Das Essen war gut, der Sekt lecker und der Rotwein „MP Little Rock“ sogar sehr lecker. Da kann man auf jeden Fall (mal wieder) hin. Die Mädels kamen, wir aßen etwas zeitversetzt zusammen und dann ging es schon weiter zum Weingut „La Bri“.

Auch dort stiegen wir aus, es war aber keine architektonische Perle. Wir stürmten den Wine Tasting Room und entscheiden uns für ein Chocolate-Pairing (zu drei Pralinen je einen korrespondierenden Wein) bzw. ich mich für eine Standardprobe mit 4 Weinen. Bis auf La Bri Affinity überzeugte mich aber keiner so richtig. Nächster Halt: Holden Manz. Wir hatten uns zwar vorgenommen, dort auszusteigen, aber die Anfahrt war nicht vielversprechend. Da wir das Runter-vom-Bus-schnell-saufen-und-wieder-rauf-auf-den-Bus inzwischen auch etwas anstrengend fanden, beschlossen wir, etwas länger auf dem Weingut „La Grande Provence“ zu verweilen. Dort fuhren wir dann auch endlich mit der Bahn hin.

Das ist ein wunderbares Weingut! Kunst, Parks, schöne Gebäude, eine Galerie. Ich erstand zwei kleinere Wandskulpturen. Die kann ich Euch leider hier nicht zeigen, da sie bruchsicher verpackt wurden. Den Verkäufer fand ich auch sehr nett, aber deswegen habe ich da nicht eingekauft. Ich schwöre :-). Wir machten dann ein etwas entspannteres Winetasting, für das wir uns Zeit nahmen. Während wir auf unsere Käseplatte und die Weinauswahl warteten, rief Ike an, sie käme dazu. Sie hatte inzwischen Silke zum Flughafen gebracht, die uns heute schon verlassen musste. Also, angeblich stecken in jeder Flasche der Serie Angels‘ Tears 8.888 Engelstränen. Na, das zähle ich heute Abend aber mal nach. Ich erwarb nämlich zwei Flaschen Sauvignon Blanc, den ich eigentlich eher nicht so gerne trinke. Hier aber schmeckt der sehr gut. Das Grande Provence kann ich vorbehaltlos empfehlen. Ein toller Ort.

Ike bot an, uns nach Hause zu fahren, aber wir wollten noch weiter Wine-Tram fahren. Nur aussteigen konnten wir an keinem der beiden weiteren Weingüter mehr. Rickety Bridge und Franschhoek Cellar standen noch auf dem Plan. Es war aber inzwischen dafür zu spät. Wir haben uns dann aber noch mit einem amerikanischen Pärchen unterhalten, sie aus Washington D.C., er Mitarbeiter der Botschaft in Prätoria. Das war zwar ganz unterhaltsam, aber die Frau wurde immer berührungsfreudiger. Aber die Bahnfahrt dauerte ja nicht lang. Fazit: Gestern noch hatten wir überlegt, direkt mehrere Linien an verschiedenen Tagen zu buchen, aber es ist doch irgendwie sehr hektisch. Lieber suchen wir uns ein oder zwei wirklich nette Weingüter aus und fahren da mit einem Taxi hin.

Nach einer kurzen Erholungspause im Maison Chablis, unserem Domizil, machten wir uns auf gut Glück auf, einen Platz zum Abendessen zu finden. Einem Teil der Herren war nach Nudeln und so entschieden wir nach Speisekartenlage. Das sehr nette Café Franschhoek hatte drei Plätze am Kamin für uns. Ich informierte Ike, wo wir dinieren wollten und sie kam dann auch kurzfristig dazu. Man stellte dann wegen der vielen Gläser und Teller zwei Tische für uns zusammen und dann wurden wir von dem sehr effektiven Kamin gut durchgegrillt. Das Essen war gut. Es gab unter anderem Bobootie Spring Rolls. Frühlingsrollen mit einem traditionellen südafrikanischen Hackgericht gefüllt. Im Café Franschhoek gibt es aucheine interessante Zapfanlage. Man bekommt eine Karte und zapft sich seine Weine nach Wahl zusammen und bezahlt dann am Ende wie an einer Tankstelle. Das finde ich total innovativ. Es gibt auch das Event „Winemaker for a day“, bei dem man verschiedene Weine zusammenführen kann, um sein eigenes Cuvée zu kreieren. Im Preis dieser Veranstaltung inbegriffen ist eine Schürze, die einen als Winzer ausweist.

Wir nahmen noch einen völlig unnötigen 🙂 Absacker im Tuk Tuk und folgten dann dem Ruf unserer Zimmer im Hotel.

Also, es war ein schöner Tag mit einigen interessanten Aspekten und wir sind gespannt auf morgen. Ihr auch?

Liebe Grüße von Ike, Otto und Rolf und natürlich Eurem Gerry

Tag 11: Stellenbosch

Ihr Lieben,

nach einem wunderbaren und ausgiebigen Frühstück mit Rührei, Obstsalat, Joghurt und und und – das Problem dabei ist, dass man viel mehr isst, als wenn man sich alles selbst zurecht machen muss – brachen wir nach Stellenbosch auf, da wir mit Regen rechneten und dort zumindest Museen und dergleichen hätten besuchen können, ohne nass zu werden. Aber eigentlich müssten wir alle zusammen in einer feierlichen Zeremonie unsere Wetter-Apps deinstallieren. Ständig wird uns schlechtes Wetter prognostiziert und in der Regel ist es immer viel besser, als wir zu hoffen glaubten. Ist das ein perfider Trick der südafrikanischen Tourismusindustrie? Der uns glauben machen soll, dass es sogar bei schlechtem Wetter wunderschön hier ist? Aber was motze ich?

Natürlich ist auch Stellenbosch bei Sonnenschein schöner als bei Regen, also liefen wir herum und bestaunten kaphöllandische, viktorianische und gregorianische Architektur bei strahlend blauem Himmel. Wie auch in Franschhoek dominieren hier Restaurants, Galerien, Bars und Makler die eichengesäumten Straßen. Nur kommen hier noch viele Boutiquen, Souvenirshops und sonstige Läden dazu. Wir liefen zum Wahrzeichen der Stadt, der Moederkerk, liefen an den ältesten Häusern Stellenbosch‘ an der Dorpstraat vorbei, die jetzt Teil des „Village Museum“ sind und tranken Frappé bzw. Softdrinks mit Kuchenbegleitung im Java, einem Straßencafé mit unglaublich vielen jungen Besuchern. Stellenbosch hat eine renommierte Universität, die mit weit über 30.000 Studenten die Alterspyramide in dieser netten Stadt gehörig durcheinander bringt; nur spielte die Universität leider während der Apartheid eine unrühmliche, führende Rolle.

Unser nächster Halt galt dem sehr sehenswerten Gemischtwarenladen Oom Samie se Winkel. Und Gemischtwarenladen trifft es hier wie die Faust aufs Auge. Neben Damenwäsche liegen Candys, Marmeladen und Kühlschrankmagneten, Wein, Bücher… Ein wie ich finde großartiges Durcheinander! Ich erstand vier kleine Bilder, für die ich bestimmt ein hübsches Eckchen zuhause finden werde.

Da wir nicht wussten, wie es restauranttechnisch auf den Weingütern aussieht (voll, geschlossen, zu etepetete), aßen wir noch eine Kleinigkeit im Urban Alley Café. Das getoastete Brot, dessen Namen ich vergaß und das eine Spezialität sein sollte, war ein bisschen sehr matschig und vor allem mit Massen von Koriander bestreut. Gottseidank konnte ich den komplett wegmachen. Aber die Fritten waren bisher die besten während meiner Zeit hier. Rolf hat fast seine Liebe zu veganem Essen entdeckt, er hat wohl aus Versehen ein solches Gericht bestellt und gemocht. 🙂

Wir fuhren dann zum Weingut Delaire Graff. Das kannte ich schon von 2017. Leute, es ist nach wie vor ein Traum. Dieser Ausblick über das Tal. Diese viele Kunst. Diese Gärten. Wir schauten uns alles an, ließen uns vor der wunderschönen Kulisse ablichten, tranken einen leichten Rosé auf der Terrasse. Von dem nahm ich zwei Flaschen mit ins Hotel. Man brachte uns auch eine Shipping List für Wein nach Deutschland mit. Natürlich sind die Weine dann deutlich teurer, aber die wahre Sensation der Liste liegt woanders… Je nach Land, in das der Wein gehen soll, wird es noch teurer, und Deutschland liegt mit Frankreich, Italien und Österreich quasi auf den billigen Plätzen.

Zurück im Hotel schrieb ich die ersten Eindrücke des Tages auf und die Jungs legten sich ein bisschen beiseite. Gleich besuchen wir noch Ike und Silke im L’Hermitage und trinken Ikes Weinkeller leer. Dazu wird es wohl ein Risotto geben. Wir freuen uns und ich berichte dann weiter nach der
===WERBEPAUSE===

So, bin wieder da, es ist fast Mitternacht hier und windig und frisch auf meinem Balkon. Im L’Hermitage-Anwesen wurden wir von Ike und Silke mit Bubbles begrüßt, das ist das südafrikanische Pendant zum schweizerischen Aperó. Leckerer Sekt vom Weingut Boschendal. Es gab eine Wohnungsbesichtigung und anschließend auf der windgeschützten Terrasse einen Salat mit Feta, den Ike extra bei einem Restaurant bestellt hatte, weil der so lecker sei. Und das war er auch. Danach aßen wir drinnen noch ein Spargel-Erbsen-Risotto und versuchten dann im Wohnbereich Ikes Weinvorräte leer zu trinken. Es ist uns nicht gelungen. Aber wir haben uns immerhin sehr bemüht.

Unsere Pläne für morgen sind unklar. Wir wollten auf die Wein-Tram, aber die war ausgebucht. Wir schauen mal, ob das nicht doch irgendwie noch geht (denn im Internet ausgebucht heißt hier nichts – jetzt wäre der Gastbeitrag über Robben Island hilfreich), ansonsten wird halt irgendetwas gemacht. Und wie wir alle wissen, könnte das durchaus das ein oder andere Glas Wein beinhalten, auch wenn der Zug nicht für uns fährt.

Bis morgen, Ihr Lieben, wenn Ihr mögt.
Euer Gerald

Tag 10: Franschhoek

Ihr Lieben,

leider ging es mir heute morgen wieder schlechter. Die Halsschmerzen waren wieder da und ich hatte die Nase komplett zu. So etwas macht mich ja grantelig. Und dann mussten wir ja auch noch das schöne Haus verlassen. Ich schluckte eine Handvoll Pillen und packte. Gerald the Housekeeper bekam noch Geburtstagstörtchen und unser Trinkgeld (die Höhe hatte ich vorher bei Margot, der Besitzerin abgefragt, weil ich noch nie einen Ganztagesservice hatte) und freute sich sehr. Und dann ging es los nach Franschhoek. Ich habe mich so gut es ging leidend hinten auf der Rückbank eingerichtet und versucht, zu schlafen. Kurz vor Franschhoek dann Fotostop. Der Ausblick vom Pass auf das Tal war sehr schön! Und wir fuhren von bewölkt nach sonnig.

Im Hotel angekommen, wurden wir sehr wortreich begrüßt. Mein Zimmer ist ganz nett und hat einen eigenen Zugang über eine Wendeltreppe. Rolf und Otto sollten neben der Küche ohne Veranda oder Balkon Logis nehmen. Sie versuchten, dieses nicht ganz so optimale Zimmer zu tauschen. Für 4 Tage geht das jetzt, aber dann müssen sie wieder dahin wechseln. Naja, von Palast zu Hütte ist eine Umstellung. Aber jeder bekam zur Einstimmung schon einmal eine Flasche Wein geschenkt.

Nach dem Auspacken und der Einnahme weiterer Pillen enterte ich mit Rolf und Otto dann die City. Die ist sehr übersichtlich. Restaurants, Galerien, Makler und Bars dominieren hier. Wir aßen eine Kleinigkeit in der Tuk Tuk Microbrewery und liefen einmal die Hauptstraße rauf und runter, besuchten dabei eine Galerie mit sehr schönen Exponaten, kundschafteten Restaurants aus und informierten uns bei der Franschhoek Wine Tram nach den Möglicheiten. Die Haltestation der Wine Tram haben wir dann auch gleich noch besucht.

Zurück im Hotel ging es dann mal an den Pool. Es soll ab jetzt etwas gemütlicher laufen. Mehr Essen und Trinken und mehr Entspannung. Ike und Silke holten uns dann am Abend für ein Abendessen im Petit Manoir ab. Dort aß ich ein scharfes Lammcurry, das war sehr lecker und brachte mich ordentlich in Wallung. Um 21 Uhr verließen wir das Restaurant. Der ganze Ort war fast wie tot. Die Läden machten zu, es war kaum jemand auf der Straße. Also, das mit der Gemütlichkeit bekommen wir so wohl hin. Wir haben ja auch keine Gemeinschaftsräume mehr, wo wir uns zusammensetzen können. Die Wetterprognosen sind leider nicht so dolle, es wird Regen geben und oft bewölkt sein. Mal sehen, wie wir das dann hier alles gestalten.

Heute wird früh geschlafen, vielleicht ist morgen dann die Erkältung besser.

Viele Grüße aus dem Weinland, Euer Gerry

Tag 9: Betty’s Bay und noch einmal Cliff Path

Ihr Lieben,

heute Pinguine, die haben auch schon auf uns voller Aufregung in Betty’s Bay gewartet. Wir sind nach einem ganz tollen Frühstück (es gab Rührei und Toast und Früchte und Müsli undundund) wieder gen Westen gefahren, durch eine stürmische, regnerische Landschaft. Ike und Silke blieben im Ort, um sich ein wenig um Ikes Vertragsprobleme mit dem Fernseher in ihrem südafrikanischen Haus zu kümmern, dafür gibt es ein Büro hier, und dann zu shoppen und zu bummeln.

Die Fahrt war fast unspektakulär, bis wir an einem idyllisch gelegenen Township vorbeikamen. Wie kann das passen? Township und idyllisch. Wir haben uns fast mies gefühlt, da auf der Rückreise ein Foto zu machen.

Die Anfahrt zu den Pinguinen im Kogelberg Nationalpark ist etwas für Navis. Man findet sonst nicht dahin, da es über wirklich unscheinbare Nebenstraßen geht. Dieser Teil des Nature Reserve ist sehr klein, aber, wie ich finde, noch recht ursprünglich. Mir gefällt diese Kolonie unserer süßen Frackträger besser als die von St. James. Es war unglaublich stürmisch! Wir haben uns fast wie Arktisforscher vermummt und trotzdem drang der scharfe Wind durch alle Ritzen. Sofort am Anfang des Parks sahen wir einen Dassie, aka Klippschliefer. Endlich mal. Und dann Pinguine, Pinguine und noch mehr Pinguine. Alle sehr stoisch. Sie stehen herum, als würden sie auf etwas warten. Auf uns wohl nicht. Wir hörten jemanden fragen, ob sich diese putzigen Tierchen denn nicht auch mal bewegen. Nö. Selbst im Sturm nicht.

Wir sahen dann noch Kapkormorane, ein Wrack und eine Kaffeebudenbedienung. Mein Cappuccino war fast okay, Rolfs Cola kam aus der Dose und Otto hatte eine 300-Liter-Kanne Rooibosch-Tee für circa einen Euro.

Wir fuhren zurück nach Hermanus, um in Bientang’s Cave zu speisen. Samstag. Es war brechend voll. Reserviert? Nö, aber bittebittebitte. Wir bekamen einen Tisch zugewiesen… Und brechend waren auch die Wellen, die dann auch unseren Tisch erreicht haben. Wir nutzten die Chance, zu einem sichereren Tisch umzuziehen, als ein solcher frei wurde. Und hatten dann unseren Spaß, als alle Kunden, die sich über unseren freien Tisch freuten, danach mehr oder weniger nass wurden. Zu Beginn spielte auch noch eine sehr lebenslustige Combo auf.

Ike und Silke stießen zu uns, und wir liefen nach einem kurzen Plausch zu viert los, um noch einmal nach Walen Ausschau zu halten. Ike hat sich dabei ausgeklinkt. Einer der bekanntesten „spotting points“ ist Sievers‘ Point. Wir trafen dort auf ein niederländisches Vater-Sohn-Gespann, die kurz vorher eine Walkuh mit ihrem Jungen gesichtet hatten. Plötzlich sahen wir überall Wale. Oder auch Schaumkronen. Oder eben auch nichts, wie in meinem Fall. Es war auch einfach zu stürmisch für mich, um einen möglichen Blas (das ist die Walpusterei) zu erkennen, denn Schaumkronen dominierten das Meer. Silke stand sehr hoch an einer Klippe und bekam dennoch eine volle Ladung Brandung ab. Das war für uns das Signal zum Rückzug, sie sollte jetzt ja nicht auch noch einen Fips bekommen. Wir beschlossen, strammen Schrittes zurückzugehen.

In unserer Baracke (höhö) hatten wir noch knapp eine Stunde Ausruhzeit. Denn wir hatten das Café 1904 angerufen, um zu reservieren. Und es war ausgebucht, aber man würde uns um 18 Uhr noch bekochen können. Lange Gesichter bei uns. So früh???? Wir bereuten es nicht. Wir durften so lange bleiben, wie wir wollten, und es schmeckte alles sehr gut. Da kann man definitiv hingehen!

Mit dem Taxi fuhren wir zurück zu unserer Absteige und nahmen noch einen Absacker.

Housekeeper Gerald hat heute Geburtstag und Ike hat ein kleines Küchlein gekauft, das er morgen erhält. Wir müssen dann morgen auch hier weg. Ich persönlich finde es fast schade. Es ist ein unglaubliches Haus. Natürlich kann man immer noch etwas aussetzen, wie einige Reviews auf einschlägigen Websites beweisen. Aber wer es hier nicht schön findet, hat einen behandlungsbedürftigen Schatten. 10 von 10 Punkten.

Es ist mal wieder sehr spät und ich hätte noch so viel über diesen Tag zu plaudern. Ich fasse es mal so zusammen: Ich bin sehr froh, hier am Western Cape zu sein.

Morgen geht es für eine Woche nach Franschhoek. Zieht Ihr mit uns um?

Liebe Grüße, Euer Gerry

Tag 8: Wir wollen Wale watchen

Ihr Lieben,

heute früh war ich nach dem Aufwachen erst einmal angepusst (oh, da ist ja ein falscher Vokal im Wort), hatte ich doch Kopf- und Halsschmerzen sowie einen Schnupfen. Das ist natürlich in einer solchen Zeit keine Freude, erst recht nicht, wenn man in einer Gruppe reist. Rolf hatte zum Glück einen Covid-Test, Ibuprofen und Halstabletten dabei. Durch den Test gab es Entwarnung, die Tabletten halfen, so dass ich – die anderen waren gegen 10 Uhr schon Richtung Cliff Path unterwegs – um 11 Uhr dann doch das Haus verlassen konnte.

Als erstes suchte ich eine Pharmazie auf und fragte nach Schnelltests. Man bat mich nach hinten und es wurde klar, man wollte mich vor Ort testen. „Neinneinnein, Tests für daheim.“ Die Antwort: das gäbe es in Südafrika nicht mehr, man habe heiße Diskussionen darum geführt, alle hätten wegen der Resultate gelogen, undundund. Wofür ich die Tests denn brauche? Ich hätte meinen letzten Test aus Germany aufgebraucht und wolle einfach auf Nummer sicher gehen, wenn ich mich mal nicht so fühle. Die Dame lotste mich unter viel Geheimnistuerei aus der Apotheke und erklärte ihrer Kollegin, sie zeige mir den Weg. Zwei Ecken später standen wir an ihrem Auto, der hinten voller medizinischem Zeug war, u.a. auch Schnelltests. Sie drückte mir zwei in die Hand und ich kam mir vor wie auf dem Schwarzmarkt. Was sie denn dafür haben wolle. Nichts, sagte sie, sie fände es schön, dass ich so verantwortungsbewusst sei. Und das Zeug in ihrem Wagen rühre von früheren Zeiten her, als sie in Schulen und Kindergärten getestet hätte. Das fand ich ausnehmend nett von der Dame.

Ich lief durch den Souvenirmarkt im Zentrum, dann ein wenig den Walbeobachtungspfad entlang und wollte mich in Bientang’s Cave auf einen Kaffee niederlassen. Kein Kaffe, Sir. Es war load shedding time, „What a shitty thing“, seufzte die Kellnerin. Es gibt dann zu angekündigten Zeiten keinen Strom, weil durch übermäßigen Bedarf Blackouts drohen, die so verhindert werden sollen. Alles, was nicht am Generator hängt, funktioniert dann eben nicht. Eine Cola tat es dann auch. Und von oben von der Straße hörte man das Brummen von Generatoren. Ein Restaurant kann sich eben ein load shedding während der Mittagessenzeit nicht leisten.

Ein paar Minuten, nachdem ich die Cave verlassen hatte, bekam ich einen Anruf von Ike, ob ich nicht in der Cave sei, man wäre dort angekommen. Also retour und kleines Mittagessen eingenommen. Snoek Pate hatte ich, das ist eine Makrelenart hier am Cape, geräuchert, sehr lecker. Die anderen liefen dann ihren Path weiter, während ich ein wenig Richtung Westen lief und nach Walen Ausschau hielt. Ach, es ist einfach zu spät im Jahr. Es sind nur noch so wenige da und die halten sich bedeckt. Aber die Küste hier ist fantastisch. Da kann man es auch ohne Wale gut aushalten.

Ich zog an einem Automaten noch ein paar Rand, lief durch den Ort und schaute mir alles an. Es gibt sehr viele Galerien hier (wie auch Kunst im öffentlichen Raum) und ein Bild hat mich schwer beeindruckt, es war aber viel zu groß zum Transport. Daher fragte ich gar nicht erst nach dem Kaufpreis. Mein letzter Besuch galt dem hiesigen Woolworths, die Läden dieser Kette in Südafrika haben so gar nichts mit den Pröddelbuden in Deutschland gemeinsam. Wieder in der Villa setzte ich mich an den Pool. Gerald, der Hauskeeper, war immer noch da und bügelte Wäsche. Er räumt hinter uns her und würde, wie er sagte, auch unsere Wäsche waschen und bügeln, wenn wir sie ihm gäben. Also ist hier noch ein Hausbutler dabei. Es ist eigentlich schon ein bisschen zu viel…

Abends waren wir im Lemonicious. Gegrillter Thunfisch, Teriyaki-Lachs, Muscheln und für mich die Whalewatch-Platte. Geil.

Voraussichtlich geht es mir morgen wieder besser, dann stehen wieder Pinguine auf dem Plan. Sehen wir uns dann da dort?

Liebe Güße, Euer Gerry

P. S. Die Cliffpathler haben übrigens einen Wal gesichtet. 🤗

Tag 7: Hermanus, die erste

Ihr Lieben,

heute mussten wir von Kapstadt Abschied nehmen. Tzionas Lovemore sollte um 10 Uhr 30 die Wohnung übergeben bekommen und so saßen wir, wie immer bei einer Wohnungsabnahme viel zu früh, auf gepackten Koffern, wartend aufs Christkind. Er war aber dann recht pünktlich und entließ uns aus der Wohnung, ohne noch das Tafelsilber zu zählen. Sehr unkompliziert. Gerald, der Housekeeper von unserer Vermieterin Margot für die Villa in Hermanus, bat uns, gegen 14 Uhr zu kommen. Prima, dachten wir. Genug Zeit, um die Strandhäuser am Strand in St. James zu besuchen und den Pinguinen in Betty’s Bay Hallo zu sagen.

Nun, die bunten Strandhäuser, eines der beliebtesten Fotomotive in der Kapregion, erreichten wir erst nach anderthalb Stunden. Man kann die Entfernungen hier nicht in deutsche Relationen setzen. Für 60 Kilometer braucht man einfach eine Stunde. Die Strandhäuser…, was für ein Unterschied, verglichen mit dem Besuch von vor ein paar Jahren. Die Häuschen sind ein bisschen verfallen und verwahrlost, einige haben wohl teilweise gebrannt. Es ist aber immer noch einen kleinen Abstecher wert. Die weitere Fahrt war sehr interessant und schön. Wir kamen an Khayelishta vorbei, einem UNGLAUBLICH großen Township. Das nahm gar kein Ende. Ich habe später nachgelesen. Vor zehn Jahren lebten 350.000 Menschen dort. Auf der anderen Seite hatten wir traumhafte Küstenabschnitte und tolle Landschaften. Dazwischen aber natürlich auch Gewerbe- und zersiedeltere Wohngebiete. Mit diesem kleinen Strandhausfotostop benötigten wir nach Hermanus tatsächlich weit mehr als drei Stunden.

In Hermanus angekommen…. WOW. Das ist keine Villa, das ist ein Anwesen. Uns drei Junx fiel die Kinnlade runter, dabei haben wir schon hohe Erwartungen gehabt. Den Mädels ging es später nicht anders. Man kann es nicht beschreiben. Wir Kapstädter hatten im Spaß überlegt, wir müssten vor den Franschhoekerinnen im Haus sein, um uns die besten Schlafzimmer zu sichern. Äh. Es gibt kein schlechtes Schlafzimmer! Und jedes hat ein En-Suite-Bad. Es gibt drei Wohnzimmer. Es gibt einen Quasi-Park ums Haus herum. Pool. Doppelgarage. Boule-Bahn. Ach, man kann es nicht beschreiben, ich erwähnte es bereits. Ike als Vermieterin einer Unterkunft in Franschhoek bekommt sich gar nicht mehr ein, sie weiß ja, was das alles so kostet. Denn sowohl innen als auch außen ist auch noch alles vom Feinsten.

Empfangen wurden wir durch Gerald. Ja, Ihr lest richtig. Hatte ich an anderer Stelle erwähnt, dass unser Mietwagenagent in Kapstadt auch Gerald heißt? Ich muss hierherziehen, hier ist das ein normaler Name, nicht so exotisch wie in Deutschland. Gerald erklärte uns alles, Soundsystem, Kaffeemaschine, Feuerstellen, etc. pp. Und dann natürlich die Alarmanlage. Zum Thema Alarmanlage würde ich gerne auf den Bericht zu meiner Kapstadtreise 2018 verweisen. Hm. Eigentlich dann doch nicht, ich komme etwas doof dabei weg.

Wir hatten auch einen Sekt aufs Haus, den wir 5 Reisende dann zusammen schlürften. Drei Nächte leben wir jetzt wie Scarlet O’Hara vorm Bürgerkrieg und freuen uns ein Loch in den Bauch! Wir beschlossen, es uns erst einmal hier gut gehen zu lassen, riefen vom kleinen Poolbereich aus ein Grillrestaurant wegen einer Reservierung an und planten, vor dem Restaurantbesuch noch einen kurzen Spaziergang in den Ort sowie den Einkauf notwendiger Frühstücksutensilien.

Die ersten Eindrücke vom Pfad – dem Cliffpath – in die Stadt riefen mir in Erinnerung, warum ich hier Zeit verbringen wollte. Es ist ein so fantastischer Flecken Erde! Dieses tiefblauen Meer! Dieser Himmel, diese Natur! Ernüchtert wurden wir, als wir merkten, dass schon alle Läden seit dem frühen Abend geschlossen waren. Egal, dann eben morgen früh einkaufen.

Das Essen im Restaurant war dann recht gut. Das Char’d Grill hat sich, wer hätte es gedacht, auf Fleischspezialitäten spezialisiert. Wir hatten einen fantastischen Kellner, der uns alles erklärte, was er über die Küche wusste und wir wurden dann mit unseren Bestellungen auch nicht enttäuscht. Riesenburger. Dried Beef. Fillets. Die Beilagen. Alles sehr gut und oft extravagant.

Ike und Silke, die wegen des nun folgenden Vorfalls lieber pseudonymisch als Hanni und Nanni tituliert werden wollen, mochten nur mit einem Uber zurück zum Haus, obwohl wir Männer über übermenschliche Kräfte verfügen und sie auf dem Fußweg, für den wir uns entschieden, beschützt hätten. Wir kamen fast zeitgleich am Haus an. Plötzlich lälülalü. Da hatte doch jemand statt auf Deaktivierung der Alarmanlage auf den Panikknopf gedrückt. Otto, unschuldig daran, hat dem später auftauchenden Scurity-Mann alles erklären können. Ja, Leute. So tritt man auf! 🙂

Wir haben dann noch in einem der drei Wohnzimmer den Kamin angeschmissen und uns einen gepichelt. Ike hatte dankenswerterweise einen Karton Wein mitgebracht. Und dieser Eintrag wurde spät geschrieben. Und ich bin mü….

Morgen ist Wandern angesagt. Lauft Ihr mit?

Liebe Grüße, Euer Gerry

Gottseidank sind Diebe immer so einfach an ihrem Aussehen zu identifizieren.