Ist das Kunst oder…?

Ihr Lieben!

Das Max Ernst-Museum in Brühl hat ja immer wieder Mal interessante Sonderausstellungen, daher regte ich einen Besuch desselben durch unsere kleine Kulturgruppe an, als eine surrealistische Künstlerin, Marianna Simnett, angekündigt wurde. Am Mittwoch vor dem Feiertag haben Ruth und ich uns dann getroffen, Monika stieß später dazu.

Ja, einige der Exponate waren wirklich interessant, sogar schön, auch wenn sie sich bei genauem Hinsehen als teilweise morbide und/oder gruselig und/oder verstörend erwiesen. Es gab Skulpturen, KI-Videos, Bilder. Hier mal ein paar Eindrücke:

Leider hat uns aber insbesondere eins der Videos (ein weiteres traf auch nicht unseren Nerv) so sehr verstört, dass wir den Besuch nicht genießen konnten. Vor dem Separée hing schon ein Warnhinweis auf „Andeutungen sexueller Handlungen mit Kinderdarsteller:innen“. Von den 25 Minuten Dauer reichten uns zwei aus. Wir sahen ein Kind, das in einer Badewanne unter Wasser gedrückt wurde. Kunst? Die Presse und der Rundfunk, so fand ich im Nachhinein heraus, konnte dem etwas abgewinnen. Wir beide nicht. So war Monika vorgewarnt und sparte sich den Eintritt.

Wir wollten dann im Museumscafé einen Happen sowie einen Schluck zu uns nehmen, das Tortenbuffett war auch aufgebaut, alle Ein- und Ausgänge nutzbar. Allein eine Servicekraft war nirgends zu sehen. Ich fragte an der Kasse nach, wo man mir lapidar beschied, das Café sei doch geschlossen. Erlebtes Paradox nenne ich das jetzt mal. Unglücklicherweise fing es auch noch an zu plästern wie nix, so entscheiden wir uns, ein Restaurant in Brühl Zentrum aufzusuchen, das maximal 1 Minute von einem Parkplatz entfernt war. Das war nicht das schlechteste Auswahlkriterium, fanden wir uns doch in der Pizzeria Casanova wieder, die uns sehr gefallen hat (und die auch extrem gut besucht war). Blöd nur, dass ich mit dem Pizzakarton, in dem sich die Reste befanden, auch in Holweide in einen Platzregen kam und in Sekundenschnelle alles durchgeweicht war.

Am Samstag hatten wir mal wieder Familienkaffeeklatsch, diesmal ohne die Kleinen, dafür aber mit Jacobs Freundin. Eigentlich wollte ich am Freitag backen und Tiramisu machen, aber ich kam so spät aus dem Büro, dass mir das zu viel wurde. Aber die Tiefkühlkuchen, die ich stattdessen besorgte, gingen auch weg wie geschnitten Torte. Äh. Ja. Das war quasi Housewarming, Teil 5 (oder so) und ein netter Nachmittag.

Sonntag fuhr ich mit ÖPNV am frühen Nachmittag zu Elke nach Neuss, wo wir nach einem Gläschen Sekt (speaking about traditions…) einen weitläufigen Spaziergang unternahmen. Hier sah ich dann auch live zum ersten Mal das Problem mit Nora. Die Gute springt gerne unvermittelt in Gebüsche und jagt Kleintieren nach. Tja, da hätte ich auch Bedenken, sie leinenlos zu lassen. Zumal Nora möglicherweise auch Trethupen für Kleintiere hält. Es gab dann einen Spargelkuchen mit Huhn, sehr lecker. Gut fand ich, dass die Verkehrsverbindung von Holweide aus nach Neuss deutlich unanstrengender ist.

Was tat sich in der Wohnung? Ich habe ja eine Schräge, die so ungünstig ist, dass darunter praktisch toter Raum ist. Prima Platz für einen Sitzsack, befand ich, und bestellte einen. Der sollte UVP 200,- Euro kosten und war herabgesetzt auf 75 inkl. Versand. Als das Ding ankam, stellte sich heraus, dass man davon ausging, ich würde den Sack selbst mit den in einem riesigen Plastikbeutel beigefügten Styroporkügelchen befüllen. WHAT? NEE! Ich schrieb an die Firma, ich wünsche ein Rücksende-Etikett. Daraufhin bot man mir einen weitere Nachlass von 30% an, wenn ich ihn behielte. Ansonsten wären 7,- Euro Porto fällig und ich hätte dann auch noch die Kügelchen zu entsorgen. Auf der Basis behielt ich alles und schaute mir den Karton eine Woche lang missmutig an, bis es Christi Himmelfahrt so weit war. Ich sage mal so viel: Ich habe nun keine Angst vor der Hölle mehr.

„Hast Du auch alle Kügelchen eingefüllt?“ – „Ach, halt die Klappe, Teddy!“

Die statisch aufgeladenen Kügelchen klebten nach Sekunden an meinem Körper, an der Tapete, an den Möbeln, und ich brauchte anderthalb Stunden, um den Sack zu etwa 90 % zu befüllen. Der Rest der Kugeln hatte sich selbständig gemacht. Die Beschreibung schlug vor, herumirrende Kugeln zusammenzufegen und das Kehrblech dann ebenfalls in den Sitzsack zu entleeren. Leute, ich wette, das hat noch nie jemand von denen ausprobiert. Ich saugte dann den Kollateralschaden einfach auf und brachte den Umkarton in die Tiefgarage, wo ich ihn, damit ich ihn ins Auto bekam, mit einem gezielten Fußtritt zusammenstauchen wollte. Ja, manchmal bin ich einfach zu blöd. Ende vom Lied: Mit sieben Verlängerungskabeln und Staubsauger ausgerüstet runter und die Tiefgarage (die hat keine Steckdosen) geputzt. Mannomann, war ich angep***t. Als ich dann noch eine halbe Stunde später ein völlig zerstörtes DHL-Paket aus der Packstation abholte, beschloss ich, den Rest des Feiertages nichts mehr zu unternehmen.

Ein weiteres bestimmendes Ereignis diese Woche war natürlich der ESC. Ich schaute mir wieder beide Semifinals und natürlich auch die Samstagsshow an. Wirklich gefallen haben mir nur drei oder vier Beiträge und mir war klar, dass sich wieder alle echauffieren, dass Deutschland mit einem Tralala-Boom-Bang-Song mit Kleidervomleibreiss-Choreografie nicht den ersten Platz gemacht hat. Na, das hätte ich Euch vorhersagen können. Aber so hatte ich einen Grund, mal wieder Erdbeerbowle zu machen, denn die gehört für mich traditionell zum ESC dazu.

Viel gekocht habe ich auch wieder selbst, aber nichts Neues oder Spektakuläres. Nur die Blumenkohl-Suppe im Brotlaib fand Eingang in meine Rezeptsammlung. Gleich gehe ich noch zum Libanesen und hole mir ein Schawarma-Sandwich, da bin ich gerade seeeehr von angetan. Sooo lecker.

Ihr Lieben, das war’s schon wieder mit meinem Bericht aus dem Kölner Osten. Bis bald, liebe Grüße, Euer

P.S.: Ich weiß nicht, warum mich das Herz des Graffitos vom Deutzer Bahnhof (Vorschaubild) an einen ganz anderen Körperteil erinnert.

P.P.S.: Apropos Liebe, seit Tagen denke ich darüber nach, wer das wohl sein könnte. Wenn Du das liest, melde und offenbare Dich!

Blumenkohl-Kartoffelsuppe im Brotlaib

Ihr Lieben,

der Herbst ist über uns hereingebrochen. Anfang Mai. Temperatursturz mit Regengüssen. Heißa. Und da es bei einem Discounter heute Minibrote zum Brötchenpreis gab, gönnte ich mir ein Herbstessen. Blumenkohlsuppe im Brotlaib. Ein bisschen inspiriert durch die Blumenkohl-Apfel-Suppe, die meine vegan kochende Freundin Jasmina Anfang des Jahres zum Geburtstag ihrer Frau kredenzte.*

Vom Blumenkohl nahm ich nur die Hälfte, die übrigen Röschen fror ich ein. Von Ingwer- und Knoblauchpüree jeweils einen halben Esslöffel. Mitgekocht habe ich vorsichtshalber erst einmal nur eine Chilischote. Aus der anderen dann hauchdünne Ringe schnibbeln, da können sich die ganz Heißen von uns welche auf die Suppe streuen.

In einem Topf brate ich zwei kleingewürfelte Zwiebeln, etwas Knoblauch sowie etwas Ingwer und Chili in Sonnenblumenöl an. Dann fülle ich mit 1 Liter Gemüsebrühe auf, darin koche ich geputzte und kleingeschnittene Kartoffeln, nach etwa 10 Minuten gebe ich gewaschene Blumenkohlröschen sowie weitere 10 Minuten später einen geschälten und entkernten Apfel dazu.

Wenn alles einigermaßen weichgekocht ist, püriere ich den ganzen Sums einmal durch. Das geht im Topf genau so gut wie mit meinem Auguste. Abschmecken mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und ggf. mehr Chili (ich habe noch Piri-Piri reingemixt), in den ausgehöhlten Brotlaib geben und geröstete Cashews (oder andere Nüsse oder Saaten) sowie fertige Krabben in Chili-Öl dazu, ggf. etwas Grünzeug zur Zierde.

Fertig ist der Seelentröster.

P.S.: Das Innere des Brotes (aka die Krume) kann man trocknen und als Brösel verwenden oder Croutons daraus machen.

P.P.S.: Die Crème fraîche sollte auch noch als Deko-Klacks fungieren. Aber dann hätte das Ganze doch ein wenig überladen gewirkt.

*) Krabben und Creme fraîche weglassen (letztere hatte ich heute auch nicht genutzt), dann ist es auch vegan.

Märchenhaftes

Ihr Lieben,

den Namen Schwabstraße führe ich ja zurück auf Gustav Schwab, dem Sammler von Sagen des klassischen Altertums. Denn ich wohne am Rande der Märchensiedlung. Hier finden sich Titel Grimm’scher Märchen in den Straßenbezeichnungen, wie Rapunzelgässchen oder Drosselbartstraße. Auch die Erzähler Andersen und Bechstein sind hier verewigt. Fast die ganze Siedlung steht unter Denkmalschutz. Die meisten Häuser wurde in den 20er Jahren nach dem Vorbild der Gartenstadtbewegung Englands konzipiert und errichtet. Der bekannte Architekt Riphahn, u.a. Kölner Oper, entwarf hier zwei Häuser. Den Großteil aber plante Manfred Faber, der 1944 von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde. Ein friedlicher Flecken Erde mit einer dunklen Geschichte.

Wenn wir schon bei der Nachbarschaft sind: die beiden schönen Tage am Wochenende habe ich für lange Spaziergänge genutzt. An Naherholungsgebieten, Wiesen und Wäldern mangelt es hier nämlich ganz und gar nicht. Zwar vermisse ich die Nähe zum Rhein, aber hier habe ich den Höhenfelder See und viele Mühlbäche. Am Sonntag besuchte ich dann zudem den Wildpark in Dünnwald und die Gedenkstätte für die hingerichteten Militärjustizopfer am ehemaligen Schießplatz. Hier erinnert eine Stele mit der Inschrift „Was kann man Besseres tun als den zu Krieg verraten?“; die Aussage stammt vom Deserteur und Aktivisten Ludwig Baumann.

Wie man sieht, habe ich im Wildpark nicht allzu viele Tiere gesehen. Ich glaube, es waren einfach zu viele Menschen da. An der Diepeschrather Mühle restauriert ja ein berühmter Sternekoch. Das Menü mit Weinbegleitung zwischen 280,- und 325,- Euro. Pro Person. *räusper* Da bekomme ich zwischen 62 und 72 Schawarma-Sandwiches für. Dazu später mehr.

Ansonsten wird es Zeit, dass ich in den Ruhestand wechsele, ich komme sonst mit meinen gesellschaftlichen Verpflichtungen nicht mehr nach. 🙂

Am Montag war mein früherer Spanisch-Kurs fast vollzählig zu Gast, ich habe türkische Snacks und Dips dazu besorgt. Es gab aber auch selbstgemachte Muffins und einen riesigen Laib Manchego (beides Mitbringsel, danke dafür!) sowie Prickelkram. Und es gab natürlich auch Unterricht; da merkte ich, wie sehr ich doch hinterherhinke. Auch, weil ich den Schwerpunkt gerade auf Portugiesisch verlagert habe. Es war ein netter Abend, ein Selfie haben wir aber leider vergessen.

Donnerstag kam Matthias nach Holweide. Wir waren erst indisch essen, dann haben wir uns bei mir noch diverse Schlummertränke genehmigt. Da ich noch keine Schlafcouch im Gästezimmer habe, erstand ich als Provisorium eine selbstaufpumpende Gästematratze. Die lag ich dann übrigens auch mal eine Nacht Probe, aber ich wechselte dann doch mittendrin wieder ins Bett. Für die Luftmatratze muss man nämlich ziemlich seefest sein.

Hatte ich schon von den vielen kulinarischen Möglichkeiten erzählt? Der Inder z.B. ist wahnsinnig gut, alles war extrem lecker (nur der Mangolikör aufs Haus war nicht unser Fall). Nach den Spaziergängen belohnte ich mich mit einem Döner von um die Ecke. Sehr essbar. Ich war auch Mittwoch beim libanesischen Imbiss, probierte dort ein Schawarma-Sandwich und bestellte spontan für Freitag eine Partyplatte, mit Falafel, Hummus, Bohnenpaste, Auberginenpüree und Drehspießfleisch, garniert mit allerlei Salatgemüse und Saucen. Das kam bei meinen vier Gästen ziemlich gut an.

Also, ich fühle mich recht wohl in der neuen Heimstadt und deren Umgebung. Man ist sich gruppenübergreifend einig, dass meine neue Wohnung noch viel schöner sei als die alte. Nur die Anreise wird ein bisschen bekrittelt. Naja, 75% der Besucher diese Woche kamen aus Poll, da konnte man halt zu Fuß andackeln.

Vorhin habe ich etwas Obst geschnibbelt, ich gönne mir jetzt auf dem Balkon eine Sangria. Denn mein heißersehnter Sonnenschirm wurde geliefert und dann kann man es da aushalten. Prösterken, Euer

P.S.: Auch geliefert wurde ein Sitzsack. Ich war etwas verwundert, dass ich den selbst befüllen sollte (die Kügelchen waren separat verpackt), so dass ich ihn zurückgehen lassen wollte. Daraufhin bot man mir 30% Nachlass an. Dafür mache ich es dann gerne selbst. 🙂

P.P.S:: Die Braut, die schon ergraut:

Langsam ankommen

Ihr Lieben,

natürlich habe ich mich die letzte Woche wieder intensiv mit der neuen Bleibe beschäftigt. Mein Allround-Nachbar war da und brachte Spiegel und weitere Lampen an, ich schraubte – mal wieder – Möbel zusammen, Luis und ich packten gefühlte 3.981 weitere Kartons aus. Warum hat man so viel Zeuchs? Und wo ist Marie Kondō, wenn man sie mal braucht? Beim Zusammenfügen des IKEA PS muss man übrigens höllisch beim Deckel der Kommode aufpassen. Ich habe ihn falsch aufgesetzt, dabei etwas zerbeult, und mir beim Reparaturversuch diverse Finger gequetscht. Yeah!

Aber es wird immer wohnlicher und schöner (naja, meinem Geschmack nach). Ich habe mal ein paar Bilder vom aktuellen Stand gemacht. Von oben gibt es keine, da stehen bisher nur Bücherregale und ich muss dringend mal überlegen, wie ich da jetzt ein Gästezimmer draus machen kann. So langsam trudeln die ersten Besucher ein und ein Übernachtungsgast hat sich auch schon angekündigt. Naja, der muss auf das aufblasbare Gästebett, dass hoffentlich kein Loch hat.

Am Dienstag lutschte ich meine letzte Pille Lercanidipin (gegen hohen Blutdruck), daher wurde es für mich dringend Zeit, einen neuen Hausarzt zu suchen. Ihr wisst ja, mein alter hat sich nun auf Privatpatienten spezialisiert. Über eine bekannte Internetseite wurde ich fündig und bekam einen Termin am frühen Morgen in einer ziemlich großen Gemeinschaftspraxis. Sehr schlecht bewertet, mit üblen Kommentaren einer Menge sehr wütender Patienten. Egal, ich brauchte ja nun mal meine Pillen. Was soll ich sagen? Ein Trubel wie am Hauptbahnhof, wenn die Frittenbude Freibier ausschenkt. Aber ich kam pünktlich dran, der mir zugewiesene Arzt nahm sich Zeit, beriet mich ein bisschen und hat die ersten Untersuchungen terminiert. Die MTAs waren gestresst, aber dennoch zu Scherzen aufgelegt. Also, ich kann die meisten Bewertungen nicht nachvollziehen.

Zum HNO musste ich auch wieder mal, ich hatte alle Symptome, die auf eine Wiederkehr (zum 6. Mal) meiner Kehlkopfzyste hindeutete. Der Herr Doktor hat aber nur entzündliche Vorgänge erkennen können, für die ich jetzt Antibiose und Cortison nehme. Ich hoffe, das hilft, auf eine erneute OP habe ich momentan nicht wirklich Lust.

Am Donnerstagabend war ich in einem netten Bistro, wo meine Freundin Ruth Forschbach mit ihrem Bühnenkollegen Peter Worms ein lustig-besinnliches Potpourri zum Thema Altern („Zwischen Kinderwagen und Rock’n’Rollator“) mit Lyrik, Erzählungen und Gesang aufführte. Da ja Tanz in den Mai angesagt war, war es ein kleines Publikum, das die beiden Künstler aber umso frenetischer feierte. Gespeist habe ich da zur Abwechslung gesund. Möhren und Rübchen in Kerbelsauce. Kann man gut essen…

Ich erwähnte es bereits, in letzter Zeit habe ich mich vom Lieferdienst bekochen lassen. Die Pizzerien im Umkreis sind soweit okay (wobei die „Frutti di mare“ hier nicht im entferntesten an die aus Poll rankommt), auch der türkische Imbiss liefert solide ab. Aber es wurde mal wieder Zeit, selbst den Kochlöffel in die Hand zu nehmen. Es gab einen orientalisch gewürzten Kartoffel-/Hack-/Tomatenauflauf. Mit viel Kreuzkümmel, Kurkuma, Koriandersaat etc., als Fertigmischung aus dem türkischen Supermarkt. Sehr lecker. Apropos Umkreis: Ich habe ein paar nette Läden in der Nähe, Bäckereien, türkische Konditorwaren, exotische Restaurants, mehrere Imbisse, fünf Supermärkte in Fußweite, einer davon Bio. Die Infrastruktur ist hier schon deutlich besser als in Poll.

Hatte ich erwähnt, dass ich schon ein paar Nachbarn kennenlernen durfte? Heute traf ich weitere auf der Straße, die mir sofort einen Heiermann aus dem Portemonnaie klaubten, da die Mieter unter mir kommende Woche heiraten. Die Häuser 6a und 6b legen bei solchen Anlässen offenbar zusammen. Auch werde es ein Sommerfest geben. Bin gespannt. Im Haus ist es sehr ruhig, dafür geht es aber auf der verkehrsberuhigten Straße ziemlich trubelig zu.

So, Ihr Lieben, das war der Bericht aus Holweide für diese Woche. Bis bald mal, im Juni wird ja auch wieder gereist. Alles Gute, Euer

P.S.: Habt Ihr schon einmal von Lookmaxxing gehört? Übungen zum Erzielen eines kantigeren und attraktiveren Gesichts? Habe das auch mal versucht.

Einfacher Kartoffel-Hack-Tomatenauflauf, orientalisch gewürzt

Ihr Lieben,

ich weiß, ich weiß, ich habe schon tausend Aufläufe hier im Blog. Dieser aber sticht hervor, weil er nur etwa 10 Minuten Vorbereitung erfordert.

Vier große Kartoffeln und vier große Tomaten in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Eine grüne Paprika in kleine Stücke schneiden. 800 Gramm Hackfleisch mit einer Dose pürierter Tomaten, etwas Chili, zwei Esslöffeln „7 Gewürze“ (türkischer Supermarkt), Salz und extra Kreuzkümmel vermengen.

Jetzt die Kartoffelscheiben in eine breite Auflaufform geben, salzen, pfeffern, Muskatnuss drüberreiben. Die Paprikaschnipsel darauf, dann die Hackfleischmasse. Mit den Tomatenscheiben bedecken, salzen, pfeffern, zuckern. Ab in den kalten Ofen und auf 180°C aufheizen. Bei Erreichen der Temperatur noch etwa eine Stunde weiterbrutzeln lassen. Nach der Hälfte der Zeit mit Alufolie abdecken, sonst bekommen die Tomaten Sonnenbrand.

Wo der Käse ist? Ja Leute, dann macht halt welchen rein. Ich wollte heute keinen. 🙂 Schmeckt trotzdem lecker!

Haut rein!

Rom wurde nicht an einem Tag gebaut

Ihr Lieben,

ich war 2012 rum in Rom und da wurde immer noch gebaut. Umziehen ist ähnlich. Den meisten Teil der Zeit verbringt man damit, Dinge von A nach B zu verräumen. Irgendwann sagte ich mir, Hauptsache erstmal alles in die Schränke und dann räume ich da drin später eben nochmal auf. Und während ich das schreibe, muss ich kichern. Wir wissen alle, dass das nicht passieren wird. Aber immerhin habe ich auf Glühbirnen als Provisorium verzichtet und direkt alle fehlenden Lampen gekauft.

In einer Nachbarschafts-App fand ich auch jemanden, der bereit war, mir beim Anbringen zu helfen. Leute, so ein Allrounder ist mit Gold nicht aufzuwiegen. Er brachte meine tropfende Waschmaschine in Ordnung und erhellte mich in fast allen Räumen in weniger als drei Stunden. Wahnsinn. So lange brauche ich, um eine Glühbirne einzudrehen. Er kommt demnächst noch einmal vorbei und hängt Spiegel im Bad und die Lampe über dem Esstisch auf. Ok, die Küchenlampe ist nicht ganz gerade und der Monitor an der Wohnzimmerwand hat zwei überflüssige Bohrlöcher spendiert bekommen. Aber ich bin happy.

Die Lampe im Bad weigerte sich dann, sich den zuletzt eingestellten Modus zu merken und leuchtete beim Wiederanschalten unbeirrt wechselnd hell und weniger hell (erst wollte ich dunkel schreiben, aber das ist ja Unsinn: dunkel leuchten). Ich schrieb an den Otto-Versand, wo ich das gute Stück erworben hatte, und bekam eine ausführliche Antwort, dass die Lampe mir damit signalisieren wolle, dass sie gerne Teil meines smarten Zuhauses wäre. Also, in die App eingebunden, jetzt funzt es. Apropos Smart Home. Man muss ja alles, ALLES wieder neu einrichten. Und das läuft meist sehr unsmart ab, kostet einen Haufen Zeit und knabbert an den Nerven. Aber das meiste habe ich tatsächlich schon entsprechend programmiert.

Diese Woche habe ich vier Möbelstücke zusammengeschraubt, war wegen Gardinen freitagnachmittags (!) bei Ikea, wegen anderer Kleinigkeiten samstagvormittags (!!) im Baumarkt. Aber erstaunlicherweise war wenig los. Blöderweise habe ich Teelichter bei Ikea vergessen, dafür aber Birnenlimonade und Marmeladenkekse gekauft. Die Birnenlimonade war ein Versehen, ich hielt es für Cidre de poires. Ich werde das Prickelwasser in irgendeinem Cocktail verwursten. Und ich habe ohne Erfolg nach Daim gesucht. Ich meine, warum sollte man sonst zu IKEA fahren?

Am Samstagnachmittag hatte ich mal die Faxen dicke und machte einen Straßenbahnausflug nach Dellbrück, dem Nachbar-Veedel. Das hatte ich mal vor einigen Jahren als sehr nett in meinem Blog beschrieben. Was soll ich sagen? Ist ein bisschen die Schildergasse des Ostens, nahe der Haltestelle sehr trubelig (das Eiscafé hatte 2.000 besetzte Stühle draußen), aber hat wie selbige auch ein bisschen an Charme verloren. Aber so kam ich mal zu einem längeren Spaziergang an frischer Frühlingsluft, auch prima.

Heute wäre hier eigentlich Doppelkopf gewesen, aber ich bat, es zu verschieben, da hier einfach noch zu viel rumstand und nicht funktionierte. Aber ab dem 7. Mai trudeln hier die ersten Gäste ein, bis dahin bin ich aber auch fertig.

Es wird. Und ich freue mich darüber. Liebe Grüße, Euer

P.S.: Meine Kollegin Nicole hat mir dieses Wunderwerk einer Schokotorte-mal-anders noch nachträglich zum Geburtstag gebastelt. Die wird nicht angerührt! Die kommt mit in die Gruft.

P.P.S.: Und richtig guten Spargel gab es auch mal wieder, ich liebe ihn!

Warum ich alte Pandas so mag

Ihr Lieben,

die letzten Tage waren recht anstrengend, kaum hatte ich meinen Geburtstagsrausch hinter mir ge…. Wie? Nein, wie in „rauschende Ballnacht“, nicht wie in „besoffen“. Also, hinter mir gelassen, hatte ich auch nur noch mit Umzug zu tun. Packen, putzen, Möbel montieren, aussortieren. Und telefonieren. Unter anderem mit:

a) Netcologne. Wo ich 57 Minuten in der Warteschleife bei grausligster Musik verbrachte, um dann nach vielen HmHms, Achsos, Ahas und dergleichen beschieden zu werden, man reiche die Problematik an die Fachabteilung weiter. „Ich dachte, da wäre sie nach drei Telefonaten und 12 Mails in zwei Wochen bereits“, schluchzte ich in den Hörer. Immerhin rief mich zwei Stunden später ein sehr geduldiger Mann zurück, der mir alles zum neuen Router, den Anschlusspunkten und der Schaltung erklärte. Und zwar so, dass ich es glaubte und verstand. Der Mann hat zweifelsohne eine Gabe! Übrigens, es funktionierte dann am Umzugstag tadellos.

b) dem Einwohnermeldeamt. Ich weiß, das heißt ganz anders. Bürgerdialogforum oder so, ist aber auch egal. Nachdem ich neulich berichtete, dass man mir im „Kundenzentrum“ so toll geholfen hatte, bekam ich eine Mail, warum ich meinen Meldevorgang nicht abschlösse? Häh? Ich telefonierte (ohne Warteschleife, wie konnte das passieren?) mit einer Dame, die mir riet, die Mail zu ignorieren. Hm. Sehr vertrauenerweckend dies alles. Ich folge ihrer Empfehlung.

c) dem Umzugsunternehmen. Man dankte mir für die Vorkasse (bei so viel Geld auch angebracht) und informiere mich dann einen Tag vor dem Termin, wann man käme. Doppel-Häh?! Wollte man mich mit meinen 23.847 Kartons in der Mittagspause dazwischenschieben? Ich nehme es vorweg, man teilte mir am Vortag mit, man sei um Viertel nach sieben vor der Tür.

In der Nacht vor dem großen Tag machte ich kaum kein Auge zu. Ich schlief zwar sofort ein, war aber nach drei Stunden glockenwach. Müde wie nix, aber der Schlaf hatte die Koffer gepackt und war abgereist. Ich schrieb eine Mail an meine Umzugshelfer, ich nähme den ersten Flug nach Guadeloupe und wünsche ihnen viel Spaß beim Umzug. Gab aber keinen freien Platz im Flieger mehr, also musste ich auch ran.

Elke kam pünktlich an, kurz darauf vier Packer. Es waren mir sechs avisiert worden, aber… ganz ehrlich… die vier Serben arbeiteten für sechs. Ich habe so etwas noch nicht gesehen. Hatte ich mir am Vorabend noch ins Hemd gemacht, jeder Karton sei wahrscheinlich zu schwer, packten die Herren sich drei bis vier und liefen die dreieinhalb Etagen im Quickstep-Tempo die Treppe rauf und runter. Fast alle Möbel wurden mit Folie verpackt, man brachte sogar den Sperrmüll aus Keller und Wohnung für mich runter. Der kommt zwar erst Dienstag, aber seht Ihr mich mit einer Dreimetercouch auf dem Rücken? Siehste! Ich auch nicht.

Hubertus kam auch zur moralischen Unterstützung und brachte Milch und Zucker für den Umzugskaffee mit, ich hatte das alles natürlich schon verpackt. Elke war für Brötchen, Belag, Obst und Süßigkeiten verantwortlich. Einen Käsekuchen hatte ich auch noch gebacken. Die Herren haben sich sichtlich gefreut, als ihnen das alles in Holweide kredenzt wurde. Man deutete an, das käme nicht mehr oft vor. Tja, ich bin in einer anderen Welt groß geworden.

Schon um 14 Uhr war der Spuk vorbei. Mein Trinkgeld war übrigens wohl auch recht üppig, aber da ist ja – man kann es in den Kommentarspalten lesen, wenn es um dieses Thema geht – auch eine Kehrtwende in der Republik zu bemerken. Als ich noch kellnerte, zeichnete sich das schon ab. Schwaben: „Hier haben sie… äh… Hilde, hast Du mal 20 Cent?“. Schweizer: „Können Sie auf hundert Franken rausgeben? Nicht? Na egal, behalten Sie!“.

Am Nachmittag kamen noch meine Brüder, Hagen und Oliver, und schraubten noch ein paar gelieferte Möbel mit mir zusammen. Ich habe mir – es muss die End-Life-Crisis sein – einen knaatschbunten Ohrensessel mit Hocker gekauft. Leider ist er nicht ganz so bequem, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber er sieht süß aus und mit ein paar Kissen im Rücken geht es. Wir tranken dann noch ein Tässchen Kaffee, übrigens den von der Insel Fogo, den ich im Dezember mitgebracht hatte, und dann fuhr ich noch einmal in die alte Wohnung, um noch ein paar Sachen abzuschrauben und zu gucken, wie viele Kartons ich in Holweide auspacken müsste, um den Rest am Freitag abholen zu können. Denn natürlich hatte ich nicht ausreichend Kartons und lose Sachen hat das Unternehmen verständlicherweise nicht mitgenommen. Die Hälfte des Sperrmülls war da übrigens schon verschwunden. Waschmaschine, Trockner, die Yucca-Palme (die einen üblen Trauermücken-Befall hatte, herzlichen Glückwunsch dem neuen Besitzer) und die Lattenrostlatten waren verschwunden.

Die erste Nacht habe ich fast 10 Stunden ohne Unterbrechung in der neuen Butze durchgeratzt. So Rollläden sind schon was Feines: Es ist stockfinster und die böse Morgensonne (Schlafzimmer ist auch noch Richtung Osten) weckt einen nicht. Herrlich! Ich frühstückte, trank Kaffee, erledigte ein bisschen Papierkram, schreib noch ein paar Danknachrichten bzgl. meines Geburtstages und fuhr dann mit den Gläsertabletts, die ich mir in der Firma ausgeliehen hatte in die Stadt ins Parkhaus, wo plötzlich der Motor ausging, bevor ich in der Parklücke war. Benjiro sprang auch nicht mehr an und hinter mir wurde schon wild gehupt. Ich stieg aus und erklärte dem Hintermann, dass mein Auto streike. Er schob dann sofort mit mir den Wagen auf den Parkplatz. Sehr nett. Ich schaute mir das Armaturenbrett an, rotes Lenkrad mit Ausrufungszeichen. Hm. Google. Servolenkung defekt. Weiterfahrt unmöglich. Sachma, kann mal ein Tag kommen, wo es nicht hakt?

Ich nach oben, die Sachen angegeben und einen Kollegen auf dem Gang gefragt, ob er damit was anfangen könne. Konnte er nicht, aber ein anderer Kollege aus der IT, der das Gespräch hörte, bot mir an, mit seinem Diagnosestick den Fehler auszulesen und ggf. zurückzusetzen. Ja, genau so habe ich auch geguckt. Irgendwie kam zwar kein Bericht zurück, aber der Wagen ließ sich wieder starten. So ein Ding hole ich mir auch! Denn auf dem Weg zur Wohnung in Poll blieb der Wagen wieder mitten auf der Kreuzung stehen, wieder die rote Lampe. Ich wartete 5 Minuten (nein, NIEMAND hat gehupt, ALLE haben mir freundlich zugewinkt und z.B. MonCherie geschenkt!) und gottseidank ließ sich Benjiro wieder starten. Aber ich fürchte, ich habe jetzt auch noch eine Reparatur an der Backe. Google: „…bis zu 2.000 Euro.“. HUST!

Die alte Wohnung ist jetzt fast leer, morgen haben wir vorgezogene Schlüsselübergabe, da meine Vermieterin nicht auf Putzerei besteht. Es wird ja doch alles renoviert (bis auf die Böden, die nach dem Tornado ja schon ersetzt wurden). Das passt mir ganz gut in den Kram, wieder einen oder zwei Termine weniger. Soeben habe ich ein paar Kartons ausgepackt, aber mir tut alles irgendwie weh, daher habe ich mir ein Limit von nur 10 pro Tag auferlegt. Drunter nie, drüber immer. Das reduziert möglicherweise meinen selbstgebackenen Stress.

Montag geht es wieder in die Fabrik, meine Vertreterin hat mich schon vorgewarnt, dass es sehr trubelig werden wird, weil so viele Termine anstehen. Yeah. Freue mich riesig. Braucht nicht wer einen Mitarbeiter, der sektschlürfend unter dem Tisch Skat spielen kann? Nein? Niemand?

Na, ich halte Euch auf dem Laufenden; wenn Ihr mögt, schaut’s halt wieder rein. Liebe Grüße, Euer

P.S.: Ich hatte als allererstes niedrigmotorisierte Fiat Pandas als Fahrzeuge. Da war mal so gar nichts elektronisch. Ich mochte sie sehr. Nicht missverstehen, ich mag auch Benjiro, aber selbst reparieren kann ich da nix mehr.

Alt, aber knackig (in den Gelenken)

Ihr Lieben!

Bei meiner Katastrophenaufzählung im letzten Schnipsel hatte ich völlig den Stromanbieterwechsel vergessen. Naja, eben auch nur ein Drama von vielen.

Ich schrieb meinen Versorger an, dass ich meinen Anschluss gerne am 16.04. in der alten Wohnung abschalten und ab 01.04. in der neuen Wohnung einen neuen Vertrag fortführen wolle. Einen Tag später bekam ich die Nachricht, dass man meine Kündigung bedauere, aber der Strom in Poll am 2. April „abgeschaltet“ würde und ich in die Grundversorgung käme. Eine Mitnahme des Tarifs sein leider nicht möglich. Telefonate brachten hier absolut nichts, man habe das missverstanden, könne das jetzt aber nicht mehr ‚aufräumen‘. Ob ich aber nicht einen attraktiven Neuvertrag für die neue Wohnung wünsche? Boah ey! Leckomio. Nein, wünschte ich dann nicht. Dann eben mal übergangsweise teure Grundversorgung in beiden Wohnungen. Ab dem Umzugstag habe ich dann Ökostrom für einen mehr als fairen Preis abgeschlossen. Ich habe erneut den Eindruck, dass da eine weltweite Verschwörung…. oder so etwas wie die Truman Show…

Das Hauptereignis der Woche war aber Papis 89. Geburtstag. Einen besseren Vater kann man sich nicht wünschen. Alles Liebe und Gute für Dich Papi! Er hat auch gebührend viel Besuch bekommen.

Und ich hatte dann einen Tag später meinen *durchstraßenbaulärmübertönt*igsten Geburtstag. He? Wo kommt denn das Bild her? Macht das weg!!!

Durch den Rauswurf aus der Wohnung musste ich ja meine geplante Megaparty absagen. Denn weder wusste ich, wann ich umziehe, noch, wie viel mich das kosten würde. Und siehe da, ich ziehe jetzt um und zudem hat das ganze Theater meinen Kontostand auch erheblich schrumpfen lassen. Nun gab es aber Menschen, die nicht stornierbare Flüge oder Hotels gebucht hatten. Wer rechnet denn auch damit, dass so ein Event unvermutet ausfällt. Ich bin dann am Freitag mit einer kleinen Gruppe von Freunden ins Brauhaus gegangen und anschließend haben wir noch einen Absacker bei mir genommen.

Am Geburtstag habe ich mir selbst im gleichen Hotel eine Suite geschenkt, damit ich einen Tag später mit anderen Freunden (meinen „Namibiern“) da absacken konnte. Vorher haben wir erst in der Hotelbar angestoßen, um anschließend den Cologne Triangle zu erklimmen. Auf dem Weg dahin fing es leider schon an zu nieseln und dann war die Aussichtsplattform „wegen Personalmangels“ geschlossen. Wir spazierten stattdessen ein bisschen am Rhein entlang und gingen verfrüht zur Reservierung ins griechische Restaurant. Auf dem Rückweg zum Hotel schüttete es leider wie aus Eimern, wir kamen pladdernass dort an. Beim Ausklingwein haben wir uns Fotobücher unserer Namibiareise angesehen. Da kamen lustige Erinnerungen hoch.

Das waren zwei sehr schöne Events, zumal auch noch ein Überraschungsgast am Samstag dazukam. Ich habe viele tolle Geschenke bekommen (YEAH!), u.a. hat mich Vonny (die leider nicht dabei sein konnte) portraitiert. Irre. Aber auch alle anderen haben sich was einfallen lassen.

Das Frühstück im Hotel, welches eigentlich ganz schön ist, war leider etwas hektisch. Der Saal war viel zu unterdimensioniert für die vielen Gäste. Ich habe deswegen ein bisschen an der Rezeption rumgeschimpft, dann wurde auch das Abendrestaurant für die Frühstückler geöffnet. Dennoch, für Kaffee 10 Minuten anzustehen… Puh!

Den Rest des Sonntags habe ich nur gefaulenzt, wenn auch mit einem leicht schlechten Gewissen. Ab morgen wird wieder rangeklotzt. Ich habe auch kurzfristig die ganze Woche Urlaub genommen, damit ich nicht in Panik verfalle, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll. Netcologne z.B. hat immer noch nicht die erforderliche Anschlussdose montiert, das Meldeamt schreibt mir (sonntags!) eine Mail, ich habe meine Anmeldung nicht korrekt beendet, der Liefertermin des Bettes hat sich nach hinten verschoben. Also, genug zum drum Kümmern.

Wir sehen uns am kommenden Wochenende in der neuen Bleibe. Irgendwelche speziellen Getränkewünsche? Liebe Grüße, Euer

P.S.: Mein ÖPNV-Ticket für Dublin ist portofrei eingetrudelt. Ich bin ganz baff!

P.P.S.: Und so sieht der Blick vom Turm aus, ich war ja schon einmal oben:

P.P.P.S.: Unglaublich auch die viele Post, mit Gedichten, Zeichnungen, lieben Worten. Ich bin völlig überrumpelt von so viel positiven Wünschen und Gedanken.

Irrungen, Wirrungen

Ihr Lieben,

neinneinnein, dieser Schnipsel handelt nicht von einer unstandesgemäßen Liebe, wie der Fontane’sche Titel es vielleicht vermuten lässt. Vielmehr plaudere ich heute viel über Dinge, die bei einem Umzug einfach schief gehen bzw. unnötig verkompliziert werden können.

Zum Beispiel die Ummeldung. Bei der Wohnungsübergabe habe ich die Einzugsbestätigung der Vermieter beigehabt, aber in der Aufregung vergessen, sie unterschreiben zu lassen. Merkte ich aber erst, als ich mich online ummelden wollte. Egal, ausgefüllt, per Mail rausgeschickt, nur wenig später hielt ich sie in der Hand. Online-Ummeldung gestartet, mit E-Ausweis-App registriert und alles lief gut. Ich bekam die Meldebestätigung per Mail, man kümmere sich jetzt um die Aufkleber für den Personalausweis.

Einen Tag später wurde ich aufgefordert, die Ummeldung elektronisch abzuschließen. Wieder mit Ausweis-App. Und das Drama begann. „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte erneuern Sie die Ausweis-App auf dem Handy. Dann starten Sie bitte von vorn.“. OK, nächster Versuch: „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte erneuern Sie die Ausweis-App auf dem PC.“ OK. Versuch Nummer 3: „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte sprechen Sie beim Amt persönlich vor. Bitte erledigen Sie das binnen Monatsfrist. Nächster freier Termin im August 2037. Oder Sie gehen an einem Mittwoch hin, da ist keine Terminvereinbarung erforderlich.“. Ja, SACHMA!!!

Ich also am darauffolgenden Mittwoch um 7 Uhr vorm Einwohnermeldeamt. Eine halbe Stunde vor Öffnung schon 27 Personen vor mir. Ja, ich hatte ausreichend Zeit, die zu zählen. Die Hälfte davon rücksichtslose Raucher. Als die Pforten des Allerheiligsten geöffnet wurden, war die Schlange auf vielleicht 100 Personen angewachsen. Ich mittendrin. Herrjeh. Wie ein lahmer Lindwurm schlängelte sich die Menschenkette zum Informationsschalter, um Wartehallenmarken zu ergattern. Dann das Wunder. Als ich an der Reihe war, beschied mir der nette junge Mann, er können den Vorgang auch direkt ‚hier‘ abschließen, dann müsse ich nicht warten. Ich habe jetzt noch Tränen der Rührung in den Augen. Mein persönlicher Held des Tages. Dennoch habe ich innerlich gleichzeitig auf die Kölner Verwaltung geschimpft. Ist nie verkehrt, passt immer.

Zurück zur Wohnungsübergabe. Dort erhielt ich für alles je zwei Schlüssel. Für Tiefgarage, Briefkasten und dergleichen ist das ja auch völlig ausreichend. Aber für Haus und Wohnung wünschte ich mir einen dritten, weil ich einen bei Freunden hinterlege, einen für Luis (der ja oft in die Wohnung muss, wenn er mir hilft) brauche und, klar, einen für mich. Meine Vermieter so „Ja, kein Problem, schreiben Sie doch die Frau xy von der Immobilienbetreuung an…“. Und das Drama begann:

Der Schlüssel, eine Schmonzette in acht Akten

Es wirken mit: M – der Mieter, V – der Vermieter, H – die Hausverwaltung

Akt 1
M: „Ich bräuchte bitte einen dritten Schlüssel für die Schließanlage.“
V: „Ach, würden Sie das über die Hausverwaltung machen?“
M: „Klar.“
Akt 2
M: „Hallo Hausverwaltung, ich bin’s, M., der neue Mieter. Ich bräuchte einen dritten Schlüssel.“
H: „Sehe ich so aus, als spräche ich mit Mietern?“
Akt 3
M: „Hallo V., H. will nichts mit mir zu tun haben, wären Sie bitte so nett?“
Akt 4
V: „H., bitte einen Schlüssel für den neuen Mieter.“
H: „Wie ist denn die Schlüsselnummer?“
Akt 5
V: „Huhu M., wie ist denn die Schlüsselnummer?“
M: „Die ist 4711.“
Akt 6
V: „So, H., hier die Schlüsselnummer.“
H: „Kann ich bitte ein Foto des Schlüssels haben?“
Akt 7
V: „Foto?“
M: „Klar.“
Akt 8
V: „Foto!“
H: „Aha.“

Was wird die geheimnisvolle H. jetzt unternehmen? Und warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht? Den Schlüssel habe ich übrigens bis heute noch nicht.

Ja, dann ist der Maler aufgetaucht und wird jetzt drei Tage herumpinseln. Der ist gleichzeitig auf mehreren Baustellen, daher konnte er nicht zusagen, dass er da wäre, wenn der Fensterbauer klingelte. Nächstes Drama. Der sollte nämlich wegen eines defekten Rolladens und eines defekten Fensters am Malertag 1 kommen. Wie das jetzt ausgeht? Ich weiß es nicht. Ich schaue erst Donnerstag wieder rein, wenn der Maler mich zur Abnahme anruft. Während ich auf den Maler wartete, bastelte ich übrigens ein Dachschrägenschränkchen zusammen. Die Möbelfüße (16!! Schrauben) musste ich per Hand und ohne Vorbohrungen eindrehen, weil der Akkuschrauber nicht durch die Schraubenaussparungen passte. Meinen rechten Arm kann ich seitdem vergessen, da ist jetzt quasi Tennisarm auf dem Bizeps.

Mit Netcologne läuft auch nicht alles, wie gewünscht. Man erklärte mir ja, mein eigener Router funktioniere da nicht, weil das Haus über Kabelanschluss mit Internet versorgt werde. Man schickte mir also einen geeigneten, den ich ja kostenfrei gestellt bekomme. Dazu die Mitteilung, die Dose habe so und so beschaffen zu sein. Große Überraschung, sie war es natürlich nicht. Meine Vormieter waren bei der Telekom und deren Router funktionierte problemlos an der guten, alten Telefonsteckdose. Ich schrieb an Netcologne, der Anschluss sei nicht der gewünschte, worauf man mir die Eingangsbestätigung einer Störungsmeldung zurückschickte. Ja, und jetzt weiß ich auch nicht… muss ich da jetzt hinterherlaufen?

Das Umzugsunternehmen hat mir übrigens knapp 300 Euro abgeknöpft für die Halteverbotszonen, die an beiden Adressen am Umzugstag eingerichtet werden. Naja, das meiste davon geht ja an die Stadt Köln. Und ich weiß nicht, ob ich es schon schrieb, aber der genaue Umzugstag ist der 16.04. Daher war ich bass erstaunt, als vor meinem Haus am 15.04. eine Sperrung angekündigt war. Diesmal aber kein Drama, ich rief beim Umzugsunternehmen an und wurde informiert, sie hätten die Schilder ja noch gar nicht aufgestellt. Zieht noch jemand aus? Oder der Sohnemann hat was falsch verstanden und stellt seine Möbel schon zu meinen…

Es gab aber natürlich wie immer auch nette Erlebnisse. So halfen mir Ruth und Luis beim ersten Packen und Ausmisten, wobei mir Ruth ein Kunstankaufsverbot erteilte (verstehe ich nicht!), und wir schafften schon eine Menge. Auch der Kühlschrank aus der neuen Wohnung ist bei Luis und zwei Schränkchen, die desorientiert in der Wohnung herumstanden (jaja, das geht), haben mir Mario und Luis in den Keller spediert, wo sie sinnstiftender ihr Dasein fristen können. Apropos Keller: Waschmaschine und Trockner sind auch angekommen und hier ist das Drama, dass die Waschmaschine um einiges kleiner ist, als der Trockner. Jetzt warte ich auf das Regal, das ich deswegen beschaffen musste. Immerhin hat mir der Spediteur Schlauchschellen geschenkt, denn die bestellten sind auf dem Postweg verloren gegangen.

Ostermontag legte ich dann mal eine Wohnungswechselprobleme-Pause ein und lief mit Hubertus und Artur ins Café Uferglück, um ein bisschen die Sonne zu genießen. Leider hatten wir einen Schattenplatz, aber das war jetzt auch egal. Einen Absacker haben wir dann noch bei ihnen in der Bude genommen. Fotos habe ich leider keine gemacht, daher nur eine Skizze des Geschehens:

Gekocht habe ich kaum, denn die ganzen Töpfe etc. sind schon in Kartons gewandert. Blöderweise hatte ich vergessen, dass ich noch einen Braten im Kühlschrank hatte. Aber der geht auch gut im Airfryer und kommt sogar erstaunlich saftig da wieder raus.

Und so geht es lustig weiter, ein paar Fugen müssen vor Einzug noch erneuert werden, der Sichtschutz vom Balkon ausgetauscht, es werden wohl rechtzeitig noch ein paar neue Möbel geliefert, die ich aufbauen müsste und dann, ja, dann habe ich ja auch noch Geburtstag. Herrjeh! Wie alt werde ich eigentlich?

Vielleicht verrate ich das im nächsten Schnipsel.

Liebe Grüße, Euer

P.S.: Den ersten Spargel gab es auch schon!

Zieh mich hoch

Ihr Lieben,

das war mal eine nette Woche. Am Dienstag habe ich liebe Nachbarn im „Bräues“ in Deutz getroffen. Petra S. hat einen „niemals geht man so ganz“-Moment initiiert, wo sich Mitglieder der Petitionsgruppe mit mir trafen. Ehrlich? Die sind so nett, die verliere ich nicht aus den Augen. Ich hatte Schnitzel mit Omas Kartoffelsalat. Das Ding war so groß wie ein Fußballplatz und die Mayonnaise keineswegs kalorienreduziert.

Ich bin ja ein großer Fan von Lebensmittelrettung. Da gibt es in Köln so einige Läden, die da mitmachen. Unter anderem Lokalmatadoren (Wortspielchen), wie das Café Riese. Seit zwei Jahren versuche ich, da mal einen Tortentüte zu erwischen, am Mittwoch hat es endlich mal geklappt. Es ist unglaublich, wie viele Menschen da bei Ladenschluss Schlange stehen, um Lebensmittel einzusammeln, die sonst in den Müll wandern würden. Klar, das kostet immer noch was, ist aber i.d.R. ein Drittel des Normalpreises. Einziges Manko bei der Aktion (bei der sich auch Supermärkte und Bäckereien beteiligen): Man muss es über eine App ordern, bei der eine Kreditkarte hinterlegt ist. Für manche Menschen vielleicht ein Ausschlusskriterium.

Am Donnerstag war ich in der sehr verspäteten Mittagspause (so um 17 Uhr) beim REWE in den Opernpassagen. Als ich wieder nach oben in die Firma fahren wollte, schallte es von hinten: „Kennen wir uns nicht, junger Mann?“. Und da standen meine neuen Vermieter. Wir haben nett ein bisschen geplaudert. Am Dienstag kommender Woche sehe ich sie bei der Wohnungsübergabe. Wie es denn liefe? Ich erwähnte meine Schwierigkeiten mit Terminvereinbarungen und Providerumzug. Ja, es gibt Neuigkeiten von der Internetfront.

Ich rief nämlich die Nummer aus der „Bitte-bleiben-Sie-doch“-Mail an. „Aha. Na sowas. Neinnein“. Alles falsch, was man mir im Laden anbot. Langes Rubbeln, kurzer Dschinn: Ich zahle jetzt erst einmal 10 Euro weniger pro Monat als jetzt. Dann kommt es nach zwei Jahren allerdings dicke. Hm. Schau’n wir mal. Ich wiederhole mich an dieser Stelle gerne: Wieso erst vergrätzen und dann hinterherlaufen? Was ist das für ein Geschäftsmodell?

Luis hat zwar erst nächste Woche Geburtstag, aber er feierte gestern schon ein bisschen vor. Was in anderen Ländern gang und gäbe ist, wäre bei uns undenkbar. VORHER GRATULIEREN?? DAS BRINGT UNGLÜCK!!!! Er bekommt die umzugsbedingt aussortieren Alkoholika von mir, außerdem habe ich ihm dieses wirklich leckere Erdbeer-Tiramisu und einen Salat gemacht:

Mein Trockner macht jetzt gar nichts mehr, das ist schön zu wissen, wenn man gerade ZWEI Ladungen Wäsche hat. Ich bestellte mir Samstagabend daher eine neue Maschine an die neue Adresse. Angeblich werde ich von der Spedition kontaktiert, wann die kommen. Geplant ist Dienstag. Da ich da Erfahrungen habe, räusper, bin ich gespannt. Eine Waschmaschine ist dann auch dabei, denn die zickt auch schon rum. Nach 15 Jahren guter Dienste okay. Eine Reparatur wäre identisch mit dem Neukaufspreis. Zwei Tage hing dann die nasse Wäsche in meiner Wohnung rum. Bisschen nervig.

Heute hatten wir dann Doppelkopfrunde. Ich war hin- und hergerissen, ob ich die Zeit nicht besser nutze, um mit meinem Umzug weiter zu kommen, aber ich sehe die Runde ohnehin schon nicht oft, außerdem waren es nur ein paar Stunden am Nachmittag. Ich habe mich sogar einigermaßen gut geschlagen. Zuerst bin ich allerdings zur falschen Adresse gegurkt. Das passiert, wenn man Chatgruppen auf stumm schaltet :-). Man hatte sich nämlich vertagungsortet. Jaja, das Wort existiert! Der Fahrer hatte auf dem Rückweg nach Hause nigerianische Musik laufen und sang auch ein bisschen mit, so hatte ich noch ein kleines Konzert. Schöner Sonntag! Zumal es auch Waffeln mit Kirschen und Sahne gab!!

So langsam geht es jetzt in die heißen Wochen. Dienstag ist Wohnungsübergabe, ab da wird gerödelt. Mitte April wird es noch einen Flohmarkt in der alten Wohnung geben. Bin gespannt, was ich für einen Preis erziele.

Bis bald, Ihr Lieben, Euer

Das Riesenschnitzel.