Meeresfrüchte-Pasteten

Ihr Lieben,

ich habe TK-Blätterteig, der verarbeitet werden muss. Und Frühlingszwiebeln. Und die Kokosmilch musste ich auch mal nach Verfallsdatum sortieren. 🙂

Daher ging ich mittags zur Tiefkühltruhe meines Vertrauens und erstand gemischte Meeresfrüchte. Die tauen bis zum Abend schon mal gut auf in einem Sieb.

Daheim rolle ich den TK-Blätterteig noch einmal ein bisschen aus und baue mir dann Förmchen daraus, die ich mit Eigelb-Milch-Gemisch bestreiche und im Ofen nach Packungsanweisung backe. Hinweis: Ein Muffinblech leistet hier gute Dienste. In der Form siehe Bild unten, auf der Rückseite der Form siehe Beitragsbild (da kann man dann auch die „Kuppeln“ gut drauf machen).

In der Zwischenzeit bestäube ich die aufgetauten Meeresfrüchte mit etwa 2 EL Mehl und brate die dann in einem großen Topf mit etwas Rapsöl an. Ein oder zwei klein gewürfelte Schalotten dazu sowie das weiße der geputzten Frühlingszwiebeln. Dann eine Packung Kokosmilch mit einem Tütchen gelbem Thai-Curry dazu. Sollte das Ragout zu flüssig sein, wird noch einmal mit Mehlbutter gebunden. Dann noch einen Spritzer Zitronensaft dazu und abschmecken.

Das Ragout in die Blätterteigförmchen füllen, mit dem Grünen der Frühlingszwiebelgrün garnieren und mit Salat nach Wahl servieren.

Ich mag die Kuppel über den Schiffchen, aber es geht natürlich auch so:

Wegen einer Nachfrage dieser Nachtrag:

Da waren sie natürlich noch nicht richtig ausgebacken.

Schoko-Kirschkuchen

Ihr Lieben,

morgen bin ich wieder bei „meinen“ Eseln und da ich Peter vom Eselpark in meinem Glückwunschtelegramm einen Kuchen versprochen hatte, musste ich heute an den Herd. Es gibt Kirschen in einem klassischen Öl-Rührteig.

Ich schlage 4 ganze Eier mit einer Prise Salz auf, bis sie sich gut vermengt haben und gebe dann 250 Gramm Zucker, ein Tütchen Vanillezucker sowie den Abrieb einer kleinen Zitrone dazu. Jetzt solange schlagen, bis eine weißliche Creme entsteht.

In der Zwischenzeit (der Teig wird von meiner MUM gerührt) vermenge ich durch ein Sieb 250 Gramm Mehl, ein Tütchen Backpulver, drei Esslöffel Kakao und einen Teelöffel Zimt. Zudem schmelze ich eine Tafel dunkle Schokolade, lasse ein Glas Süßkirschen abtropfen (die Flüssigkeit auffangen) und messe 200 Milliliter Sonnenblumenöl ab.

Letzteres lasse ich unter ständigem rühren in den Teig tröpfeln. Zu guter Letzt rühre ich dann die trockenen Zutaten kurz unter, die Basiscreme sollte nicht zu sehr zusammenfallen. Ist sie zu kompakt, noch etwas Kirschsaft unterrühren.

Alles in eine gefettete Springform geben, die geschmolzene Schokolade hineintropfen lassen, noch einmal mit einer Gabel kurz die Schokolade durch den Teig ziehen und die abgetropften Kirschen in den Teig versenken.

Etwa 50 Minuten bei 180°C Ober-/Unterhitze in den vorgeheizten Backofen geben und Stäbchenprobe machen (klebt Teig an einem Zahnstocher, den ihr in den Kuchen piekt, muss noch kurz weitergebacken werden).

Ja, und wenn dann der Timer in der Küche beschließt, seinen Dienst zu quittieren und man sich wundert, warum das so lange dauert….

,,, die verbrannten Stellen entfernen und mit viel Liebe sehr viel Schokoladenglasur auftragen! 🙂

Halbwegs gerettet…. 🙂

Lamm-Gemüse-Eintopf

Ihr Lieben,

aus dem türkischen Supermarkt brauchte ich neulich ein paar Gewürze und da stieß ich auf eine Mischung namens Baharat. Das ist – wenn man das so sagen darf – das arabische Curry. Jeder mischt es anderes, aber gewisse Basisgewürze sind wohl gleich. Damit wollte ich dann umgehend mal einen Eintopf probieren. Direkt im Laden noch mit Lammgulasch, scharfer Rindswurst und diversen Gemüsen eingedeckt und daheim dann losgelegt.

Zuerst briet ich das Gulasch in reichlich Olivenöl an, gab darauf dann die Zwiebeln, Knoblauch und gewürfelte Kartoffeln und würzte hier schon ausgiebig mit der neuerworbenen Mischung. Darauf dann kleingeschnittene Wurst, Zucchini, Paprika und Tomaten und nochmal gut würzen, auch mit Salz und Pfeffer und einem Extralöffelchen Zimt. Eine Bergchili habe ich auch noch reingepresst. Wie immer sind die Ingredienzen austauschbar. Lauch oder Aubergine oder mit Huhn. Bei mir müssen halt immer Zwiebeln, Kartoffeln und Knoblauch in solche Eintöpfe.
Jetzt einen Liter Gemüsebrühe angießen und so lange köcheln lassen, bis das Fleisch zart und die Kartoffeln weich sind. Ich habe das im Schnellkochtopf gemacht und habe nach 35 Minuten abgedampft. Das haute hin. Nachwürzen und mit Pitabrot auf den Tisch.

Meinen südamerikanischen Gästen hat’s geschmeckt 🙂

Kaffeekränzchen: Tarte au Chocolat und Pfirsich-Quark-Joghurt-Torte

Ihr Lieben,

von Zeit zu Zeit treffe ich mich mit meinem Vater und meinen Brüdern zu einem Kaffeekränzchen 🙂 Heute war ich Gastgeber, daher kredenzte ich selbstgemachten Kuchen und – da auch meine beiden ältesten Neffen mitkamen – davon direkt derer zwei. Beide bereitete ich zu einen Tag zuvor zu.

Einfach, aber ganz lecker ist eine Tarte au chocolat. Für die trenne ich 4 Eier und schlage das Eiweiß mit einer Prise Salz steif. Dann schlage ich einen halben Block weicher Butter mit 175 Gramm Zucker und den vier Eigelben zu einer homogenen Masse, in die ich dann die nicht mehr heiße, aber zuvor im Wasserbad geschmolzene Schokolade gebe (ich nahm 250 Gramm von der Sorte Madagaskar 70%). Wieder verrühren, etwa 50 Gramm Mehl mit einem halben Teelöffel Zimt und einem Esslöffel Vanillesirup ebenfalls einrühren und dann den Eischnee unterheben. Ab in eine gefettete Springform (24er, ich habe aus Versehen eine 28er genommen, da wurde der Kuchen etwas dünn) und für 20 Minuten in den vorgeheizten Ofen bei 200°C. Nach dem Abkühlen mit Schokoglasur überziehen (150 Gramm der gleichen Schoggi mit 100 ml Sahne Schmelzen lassen und auftragen. Den Kuchen serviere ich mit Sahne und einem Beerenkompott (TK Waldbeeren mit ein wenig Gelierzucker aufkochen und wieder erkalten lassen, Verhältnis etwa 4:1, es soll ja keine Marmelade werden).

Kuchen Nummer zwei ist eine Pfirsich-Joghurt-Quark-Torte (oder PfiJoQuaTo) ohne Backen. Ich verrühre 1 kg 10%igen Joghurt mit 500 Gramm Vollfettquark (40%), 200 Gramm Zucker, einer Tüte Vanillepuddingpulver und dem Abrieb und dem Saft einer kleinen Zitrone. Die Masse gebe ich, wie beim Hang-Op, in ein mit einem sauberen Baumwolltuch ausgelegten Sieb und lasse sie ein paar Stunden abtropfen.

Währenddessen zerbrösele ich mit einem Nudelholz 200 Gramm Karamellkekse und mische sie mit 100 Gramm geschmolzener Butter. Mit diesem „Teig“ bedecke ich den Boden einer Springform und stelle diese dann für einige Zeit kalt. Später gieße eine Dose Pfirsiche ab, schneide die Hälften der Früchte in Achtel und lege den Boden damit aus (ein paar Schnitze zurückbehalten für die Deko). Darüber dann die Quark-Joghurt-Creme (etwas zurückbehalten) und glattstreichen, wieder ab in den Kühlschrank. Vor dem Servieren dann aus der Springform lösen, die Seiten mit der übrigen Creme nachstreichen, noch ein bisschen Pfirsichdeko drauf und fertig ist eine erfrischende und unkomplizierte Torte. Schön ist zwar anders, sie suppte bis zum Servieren ein bisschen aus, aber ich bin ja auch kein Konditor. Schmeckt trotzdem.

Butternut-Kuchen mit Zimtäpfeln

Ihr Lieben,

seit geraumer Zeit steht nun dieser Butternuss-Kürbis in meiner Küche herum. Heute vernahm ich sein kleines Schluchzen. „Bin ich nur Deko für Dich?“, fragte er, als ich ihn darauf ansprach. „Nein, herrjeh, natürlich nicht!“ exklamierte ich. Was er denn gerne wäre? „Ein Kuchen wäre toll! Mit Äpfeln!“ gluckste er. Okay. Los geht’s.

Ich schnitt den Kürbis einmal längs durch, entfernte die Kerne und schnitt mit einem Sparschäler die Schale ab. Ich erhielt von einer Hälfte 410 Gramm Kürbisfleisch, das ich durch Auguste in winzige Stücke häckseln lies (die andere Hälfte wird morgen zu einem Curry verarbeitet). Eine Reibe tut es natürlich auch, dauert aber entsprechend länger. Ich gab 250 Gramm gemahlene Mandeln dazu (auch vorher mit Auguste pulverisiert) sowie 200 Gramm Zucker, eine Prise Salz und zwei Eier und vermengte alles. Dann gab ich einen Esslöffel Backpulver in 100 Gramm Mehl, verrührte beides und gab es zum Teig dazu. Wieder vermengen, noch zwei Eier und den Saft einer Zitrone drauf und kräftig durchrühren.

Der Teig wird recht flüssig. Wir geben ihn in eine mit Backpapier ausgelegte und gefettete (Backtrennspray!) 26er-Springform. Wenn Teig rausläuft, habt ihr eine billige gekauft. 🙂 Die Äpfel werden geschält, halbiert und das Kerngehäuse mit einem Kugelausstecher entfernt. Die Hälften werden mehrmals eingeschnitten, mit Zimtzucker überstreut und der Rundung nach oben in den Teig gelegt. Ich habe den Rest Zimtzucker (4 Teelöffel plus einen Teelöffel Zimt) dann noch über den Kuchen gestreut. Ab in die vorgeheizte Röhre damit, bei 180°C Ober-/Unterhitze für ca. 50 bis 60 Minuten. Die Stäbchenprobe sagt Euch, wann er fertig ist.

Rausholen, die Springformverriegelung öffnen und in der Form auskühlen lassen. Kurz vor dem Servieren kann auch noch Puderzucker drauf. Ich bilde mir übrigens ein, ich hätte Butternut aus dem Kuchen zufrieden seufzen hören.

P.S.: Zufrieden waren auch die Testesser vom Eselpark 🙂

Quittengelee (und ein bisschen Kindheitskram)

Ihr Lieben!

Meine Oma Olfen hatte einen wunderbaren Garten, mit vielen Obstbäumen und -sträuchern, Rosenbeeten, einer riesigen, windgebeutelten Kiefer vorm Haus. Es war ein kleines Paradies. Kirschen, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Stachelbeeren und, und, und… Und ein Quittenbaum, der ein von uns Kindern eher misstrauisch beäugtes Schattendasein führte. Konnte man doch dieses harte, merkwürdige Obst nicht verzehren. Meine Großmutter machte daraus immer Gelee, das sehr lecker war, aber die Frucht an sich war mir suspekt. Inzwischen habe ich dazu gelernt. Aus der Überproduktion von Bäumen der Bekannt- und Verwandtschaft machte ich Quittenlikör, Quittenbrot, Quittenmus und auch Gelee. Nicht zu vergessen: Rotweinquitten zu Wild.

Nun hat mir meine liebe Nachbarin Beate eine halbe Tüte Quitten in den Spanischkurs mitgebracht. Daraus machte ich dann nur Gelee, weil mir dieses Endprodukt noch am meisten zusagt. Wobei der Likör auch was konnte. Das Gelee nimmt etwas Zeit in Anspruch, ist aber super simpel, auch wenn man keinen Entsafter besitzt, den meine Oma natürlich hatte! Und der damalige Entsafter hat nichts mit den Modellen von heute zu tun! Googelt mal.

Aber wie machen wir denn nun das Gelee? Zuerst werden die Früchte gründlich geschrubbt, der Flaum muss weg. Dann werden Blüte, Stiel und Kerngehäuse entfernt und die Quitten geachtelt. Man könnte auch das ganze Obst nehmen, aber die Kerne enthalten z.B. Blausäure. Man müsste einiges an Quittengelee essen, um einen Effekt zu spüren, aber sicher ist ja bekanntlichermaßen sicher. Faule Stellen muss man natürlich großzügig ausschneiden, bei Schimmel ist die ganze Frucht wegzuwerfen. Achtung: Braunes Fruchtfleisch heißt nicht automatisch Fäule; das kann von Wassermangel kommen oder von zu später Ernte. Das Obst ist dann trotzdem verwendbar. Man merkt den Unterschied aber: Faul = weich, verfärbt = fest.

Die geachtelten Quitten kommen in einen großen Topf, es wird der Saft einer großen Zitrone zugegeben und Gewürze nach Wahl. Ich nahm eine Zimtstange und eine große Knolle grob zerteilten Ingwer mit Schale. So etwa 5 der allgegenwärtigen Daumengroßeningwerstücke. Alles knapp mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen, runterschalten und für ein bis zwei Stunden köcheln lassen. Bei mir waren es 80 Minuten, bis die Früchte weich waren und eine toller Duft nach Quitten die Bude durchwehte.

Jetzt einen noch größeren Topf nehmen, dort einfallsreich ein Seih- oder Passiertuch befestigen und die gekochten Quitten mit dem Sud in das Tuch spedieren und gut abtropfen lassen. Die Menge an Flüssigkeit wird abgemessen und eine entsprechende Menge Gelierzucker hinzugefügt (2:1). Nach ein paar Minuten sprudelnden Aufkochens kann man dann ein bisschen der Flüssigkeit auf eine Untertasse tropfen lassen und beurteilen, ob der Grad der Festigkeit des Gelees für einen persönlich ausreicht. Wenn nicht, sollte man das Gelee noch weiter kochen lassen. Man kann übrigens noch Vanille oder Rum zugeben (oder was man auch immer als passend erachtet). Ich nahm auf 1,5 Liter ein Schnapsglas Triple Sec und etwas Vanille.

In sterile Gläser füllen, gut verschließen und voilà…. hat man eine leckere Kindheitserinnerung.

Was den Garten von Oma Olfen angeht: Den gibt es nicht mehr. Die Käufer des Hauses hatten etwas gegen Bäume und Früchte. Was sehr traurig ist. Der große Pflaumenbaum ragte weit in den Himmel und man konnte am besten ernten, wenn man auf das Garagendach stieg, bis zu dem die Äste reichten. Und dann war Klettern angesagt. Heutzutage in vielen Familien wahrscheinlich undenkbar. Und man durfte keine Angst vor Wespen haben. Die mochten die dicken, prallen, tiefvioletten Zwetschgen genau so sehr wie wir. Gegenüber, an der anderen Ecke des Hauses die Kirschen. „Könnt Ihr nächste Woche in die Kirschen gehen?“ hieß es in Westfalen. Wir gingen oft in die Kirschen. Und aßen Kirschpfannekuchen, Kirschkuchen und kochten die roten Früchte ein. Die Stachelbeeren! Es gab die grüne, die gelbe (meine Lieblinge!) und die rote Sorte. Die Kernobstbäume trugen nicht viel, aber lecker. Da kommt kein Pink Lady aus dem Supermarkt ran. Aber vielleicht ist all das nur Verklärung. Es war ein bisschen heile Welt. Und die Quitte gehörte auch irgendwie dazu.

Apfel-Chutney

Ihr Lieben,

diese Woche habe ich eine halbe Tüte Äpfel geschenkt bekommen, handgeerntet aus dem Garten des Waldschlösschens. Daraus machen wir heute चटनी.

Chutneys stammen aus der indischen Küche, wo sie in der Regel ganz anders daherkommen als hier, in mindestens 3 Millionen Varianten. Schärfer und oft auf Gemüsebasis, mit Zutaten, deren Namen wir noch nie gehört haben, geschweige denn, dass sie sich im Vorratsschrank stapeln. Ich versuche mich an einer eher britischen, aber gewürzten Variante mit Äpfeln, Zwiebeln und Essig.

Durchdachtes mis en place verhindert ein späteres Mies am Platz.

Die Äpfel werden geschält, entkernt und gewürfelt. Die Würfel (ca. 1,5 kg) kann man direkt in eine Mischung aus 200 ml Essig und 200 ml Wein geben, da sie dann nicht so dunkel werden. Ich nehme Branntweinessig und Wein, aber es gehen auch Apfelessig und Cidre/Apfelsaft. Dann würfele ich noch drei rote Zwiebeln.

Dann werden ein Stück Ingwer, 1 oder 2 Chili und Knoblauch je nach Gusto kleinstgewürfelt und ein kleiner Gewürzteller vorbereitet: Koriandersamen, Kardamom-Samen (der Inhalt der grünen Kapseln), aromatischer Pfeffer, Senfsaat und Kreuzkümmel, alles etwas angemörsert. Je einen gestrichenen Teelöffel von jedem bei der o.g. Apfelmenge. Bereitzuhalten sind noch ein Sternanis und eine Zimtstange und 2 oder 3 Nelken. Das ergibt jetzt keine allzu scharfe Variante, da ich etwas vom Chutney an die Apfelspenderinnen weitergeben möchte, und mindestens eine davon mag nicht so scharfes Zeuchs.

Die Gewürze vom Teller rösten wir in einem ausreichend großen Topf ohne Fett kurz an, bis es duftet (solange gut rühren!) dann geben wir die „nassen Gewürze“ Ingwer, Chili und Knofi dazu und löschen nach einer Minute mit dem Essig-Wein-Gemisch ab (am besten durch ein Sieb, dann fängt man die mit herausfallenden Apfelstückchen auf). Weitere 300 ml Wein angießen, einen Teelöffel Salz sowie 350 Gramm braunen Rohrzucker dazu und aufkochen. Rühren, bis Salz und Zucker sich aufgelöst haben. (Fragt das Salz den Zucker: „Warum sind Sie denn heute so aufgelöst? Zu heiß hier?“. Antwortet der Zucker: „Jaja, streuen Sie nur Salz auf meine Wunden!“.)

Jetzt geben wir die Zwiebeln, den Sternanis, die Zimtstange, die Gewürznelken und die Äpfel sowie den Saft einer Zitrone hinein und lassen das ganze so lange köcheln, bis wir die gewünschte Konsistenz haben. Wikipedia dazu: „Die Beschaffenheit reicht von flüssig über cremig bis hin zu pastös.“ Ich mag es musig mit noch kleinen Stücken Äpfel drin. Vorsichtig abschmecken und noch heiß in heiß ausgespülte Twist-Off-Gläser füllen. Rand gründlich saubermachen, Deckel drauf und abkühlen lassen.

Passt zu Aufschnitt, Käse und auf Brot. Super auch: Mit Mayonnaise und etwas Banane durchgematscht als Dip zum Fondue.

Krefeld

Ihr Lieben,

Krefeld? Häh? Jaja, Ihr Reichen und Schönen, das ist einen Ausflug wert. Früheres Textilzentrum NRWs (mit entsprechendem Museum) und geschichtlich ein bedeutendes Zentrum von der Römerzeit an. Und durch den Stadtteil Linn beschenkt mit einem historischen Altstädtchen samt einer wunderschönen Burganlage.

Ich wollte mich mal wieder mit der Familie meines Bruders Hagen treffen und wir verabredeten uns für diesen Sonntag. Das war ein paar Tage her und die Langzeit-Wettervorhersage war zum Fürchten. Dennoch entschieden wir uns, einen Ausflug zu machen. Kloster Kamp und Krefeld-Linn standen zur Auswahl. Und da meine Nichten noch nicht in Linn waren, fiel die Wahl darauf. 14 Uhr vor dem Burgmuseum war ausgemacht.

Was für eine Freude dann heute, als ich aus dem Fenster sah und nicht ein Wölkchen am Himmel stand. Ich beschloss, eher loszufahren, um eine kleine Fotosafari rund um Burg Linn abzuhalten, um später ungestört mit Hagen, Inga und den beiden Prinzessinnen Zeit verbringen zu können. Die hatten übrigens die gleiche Idee, so dass, als wir uns im Museumscafé trafen, wir alle schon erste Eindrücke gesammelt hatten. Wir nahmen noch ein paar Getränke dort zu uns und besuchten fast alle noch einmal die Örtlichkeiten. Das WC liegt so, dass man schon für „umme“ durch das halbe Museum laufen kann, das finde ich schon erstaunlich.

Wir beschlossen, zuerst den Burgturm zu besteigen (163 Stufen), weil es trüber zu werden schien; dabei wollten wir doch eine himmelblaue Aussicht. Gesagt, getan, Tickets gekauft und auf zur Burg. Wir waren total begeistert. Nicht nur vom Gemäuer, sondern auch vom Personal dort. Uns wurde alles erklärt, wir konnten außer grandiosen Fernblicken vom Turm auch das Innere der Burg erleben, Schwerter und Kettenhemden mal anheben, wurden über Verteidigungsanlagen und Eigenarten von Rüstungen aufgeklärt… Also, das waren schon weit über Durchschnitt engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Oder es lag daran, dass wir einfach eine bezaubernde Familie sind. 🙂

Einen Turm, zwei Wehrgänge, einen Rittersaal und diverse Kemenaten (und diverse WC-Gänge mit Kindern 😉) später fanden wir uns im Jagdhaus wieder. Das ist schon sehr schön eingerichtet und ist fast auch ein Instrumentenmuseum. Brahms soll dort gewesen sein. Übrigens der erste Ehrenbürger der Stadt Hamburg aus der Musikbranche. Guess, who was second? Das ist Udo Lindenberg; Hamburg ist schon seeehr wählerisch.
Das Musikautomatenzimmer, das ich dort wähnte, war geschlossen, aber wir konnten 20 Cent in ein Symphonium davor werfen und der Musik lauschen. Sehr schön gestimmt und ein nettes Lied. Dennoch konnte ich mir nicht verkeifen, die Aufsichtsdame zu fragen, wie oft sie das Lied so am Tag ertragen muss. Sie blickte gequält und meinte, ein paar Mal weniger wäre auch okay. Ich finde das sympathisch, solidarisiere mich mit ihr und fordere 2 Euro Einwurf statt der 20 Cent.

Nach einem Rundgang durch die ansprechende Altstadt, deren wichtigstes Besuchsziel das Eiscafé darstellte, landeten wir im archäologischen Museum. Ich bin mir vollkommen sicher, dass es eine ganz tolle Ausstellung ist! Aber ich bin ein RGM-geschädigtes Kind. RGM? Das steht für römisch-germanisches Museum. Und das RGM steht in Köln. Und das musste ich in meiner Kindheit mehrere tausend Male besuchen. Das prägt. Ich kann keine kaputten Tontöpfe mehr sehen und es hat sich auch ausgevast. Himmel, es sind Vasen! Aber die Kinder hatten Freude und sind dankenswerterweise in einem Affenzahn durch die Ausstellung gepest. Und, ehrlicherweise, das ein oder andere Ausstellungsobjekt hat auch mich interessiert. Ein eintausend Jahre altes Schiffswrack z.B. oder Modellansichten der Städte im Umkreis zu verschiedenen Zeiten, viele davon kenne ich ja. Und nein, Eure Witze, dass Ihr schon immer wusstet, dass ich schon Anno 1600…. Im dritten Stock wurden wir übrigens nach unseren Eintrittskarten gefragt. In breitem slawischen Akzent wurde uns erklärt, dass wir keine Ahnung hätten, wie viele Menschen auf das WC gingen und dann einfach so ohne Ticket das Museum anschauen. 🙂

Alles in allem ein schöner Tag mit Familie an einem besuchenswerten Ort. Und das bei Kaiserwetter. Danke, Hagen, Inga, Johanna und Theresa für den wunderbaren Tag!

Liebe Grüße, Euer

Diese immer so unterschiedliche Mimik… Erstaunlich!

Kürbis-„Lasagne“

Ihr Lieben,

Herbstzeit – Kürbiszeit. Ich habe schon vor Tagen einen Butternut- und einen Hokkaido-Kürbis erstanden und jetzt kommt der orange Hokkaido endlich mal zum Einsatz: Wir machen einen Schichtauflauf mit Kürbis, Hackfleisch und Mozzarella.

Zuerst bereiten wir die Hackfleischmasse vor. Ihr könnt da nehmen, wonach Euch ist; meine ist aus gemischtem Hack, das ich mit Zwiebelchen, Karottenwürfelchen, Paprikawürfelchen, Gemüsebrühpaste, frischem Ingwer, frischem Knoblauch, Chili und einer wilden Würzmischung aus Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Kreuzkümmel und Koriandersamen anbrate und ein Glas Aywar (oder vergleichbare Paprika- oder Tomatenpaste) unterrühre. Schluck Wein dabei. Und einen in den Koch. Das Fleisch kann dann etwas vor sich hinköcheln.

Sekante 🙂

Danach waschen wir den Kürbis gut ab und befreien ihn von eventuellen unschönen Stellen. Dann schneiden wir möglichst große Stücke durch ausgewählte Sekanten des kreisrunden Kürbisses ab (ach Du Herr, jetzt wird er neunmalklug!), die wir durch eine Mandoline (und jetzt auch noch Küchenlatein!) jagen, so dass wir flache Scheiben erhalten.

Mandoline. Passt auf Eure Flossen auf! Am besten einen Schneidschutz benutzen!
Die „Lasagne“; beim Hokkaido kann man die Schale gut mitessen

Die Auflaufform buttern bzw. fetten und mit Kürbisscheiben auslegen. Darauf abwechselnd Hackfleisch, Mozarella und Kürbisblätter schichten. Abschließen mit Kürbis, den wir noch mit Emmentalerraspeln und Butterflöckchen verzieren. Ja, doch, im Falle von Käse heißt „verzieren“ etwa eine ganze Tüte.

Quasi die Panierstraße – und ich verteile alles auf zwei Formen

Ab in den Ofen für etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde, je nachdem, wie weich Ihr den Kürbis und wie dunkel Ihr den Käse haben möchtet. Ca. 180°C auf der Mittelschiene. Weicher Kürbis und heller Käse? Dann nach einiger Zeit mit Folie abdecken und eher auf unterer Schiene backen.

Dazu habe ich mir einen schönen St. Laurent aus Alzey gegönnt, der passt prima dazu.

Erstens kommt es anders…

…und zweitens als man denkt, liebe Leser!

Elke und ich brachen heute zusammen mit Cora nach Oss in den Niederlanden auf, um unsere fertiggestellten Bilder des Künstlers Theo Broeren abzuholen, die wir im Sommer bestellt hatten. Damals haben wir nach unserem Gespräch noch Nijmegen angeschaut, diesmal wollten wir s’Hertogenbosch besuchen, nachdem wir die Bilder im Auto verstaut hatten.

Zuerst: Wir sind begeistert von unseren Kunstwerken. Theo gelingt es, seinen Bildern so viel Lebensfreude – gepaart mit ein bisschen Ironie – einzuhauchen, da bekommt man sofort gute Laune. Ich besitze ja seit Jahren ein in Lizenz gemaltes Bild von ihm, aber ein wirkliches Original nach meinen Vorstellungen ist natürlich noch mal einen Tacken besonderer.

Nach einem Tässchen Kaffee und ein bisschen Plauderei mit dem Künstler und seinem Sohn liefen wir dann zum Wagen, um die Bilder zu verstauen. Doch, oh Schreck… Rückblende: Ich habe morgen noch einmal den Kofferraum geöffnet und die Maße dort genommen. Passte für einen Meter breite Bilder. Dann maß ich die Länge im Kofferraum und die der Rückbänke. Wenn ich die Sitze umklappe, haut es prima hin, so meine Berechnungen. Wie erstaunt war ich vor Ort, als ich feststellte, dass wenn ich die Rücksitze umklappe, leider nicht die ganze Rückbank verschwindet, sondern nur ein kleineres Loch sichtbar wird. UFF!!!

An der breitesten Stelle dieses Loches passte genau EIN Bild zwar durch, wurde dann aber von der Rückbankkante gestoppt. Und ringelrangelreihe, es war’n der Bilder dreie. Herrjeh. Nun war andere Kunst gefragt. Aber Theo könnte auch das Erbe von Christo antreten, so stabil konnte er die Gemälde verstauen. Sie schauten zwar gefühlte 5 Meter nach hinten raus, saßen aber bombenfest. Als rote Fahne diente dann ein Gästehandtuch.

So konnten wir natürlich unmöglich nach „den Bosch“ reinfahren. Daher beschlossen wir die sofortige Rückreise und wegen der fragilen Fracht den Weg über Landstraße. „Die Route wird berechnet, sie kommen am Silvestertag des Jahres 2023 an.“ Wat willste machen, musste durch. Nach 20 Minuten, in denen wir etwa 300 Meter weit kamen, und in denen wegen der Drempeltje der Kofferraumdeckel die Tarantella tanzte, beschlossen wir doch das Wagnis, die Autobahn zu benutzen. Das war auch klug, denn da blieb die Heckklappe ruhig und wir kamen noch am gleichen Tag bei Elke an, wo es noch einen Kaffee gab, bevor ich meine Fahrt fortsetzte.

Jetzt hängt das Bild zusammen mit einem Werk von Michael Riepen aus Düsseldorf in meinem Wohnzimmer (die Kombi muss ich noch überdenken) und ich bin sehr glücklich mit meinem Pianospieler und seinen gutgelaunten Zuhörern. Danke an Theo Broeren und an seinen Sohn Robert, über den die Kommunikation lief, und beste Grüße ins Atelier in Oss!

Alles Liebe, Euer

P.S.: Und natürlich haben wir wieder Esel gesichtet 🙂

P.P.S.: Elkes Bilder: