Warum ich alte Pandas so mag

Ihr Lieben,

die letzten Tage waren recht anstrengend, kaum hatte ich meinen Geburtstagsrausch hinter mir ge…. Wie? Nein, wie in „rauschende Ballnacht“, nicht wie in „besoffen“. Also, hinter mir gelassen, hatte ich auch nur noch mit Umzug zu tun. Packen, putzen, Möbel montieren, aussortieren. Und telefonieren. Unter anderem mit:

a) Netcologne. Wo ich 57 Minuten in der Warteschleife bei grausligster Musik verbrachte, um dann nach vielen HmHms, Achsos, Ahas und dergleichen beschieden zu werden, man reiche die Problematik an die Fachabteilung weiter. „Ich dachte, da wäre sie nach drei Telefonaten und 12 Mails in zwei Wochen bereits“, schluchzte ich in den Hörer. Immerhin rief mich zwei Stunden später ein sehr geduldiger Mann zurück, der mir alles zum neuen Router, den Anschlusspunkten und der Schaltung erklärte. Und zwar so, dass ich es glaubte und verstand. Der Mann hat zweifelsohne eine Gabe! Übrigens, es funktionierte dann am Umzugstag tadellos.

b) dem Einwohnermeldeamt. Ich weiß, das heißt ganz anders. Bürgerdialogforum oder so, ist aber auch egal. Nachdem ich neulich berichtete, dass man mir im „Kundenzentrum“ so toll geholfen hatte, bekam ich eine Mail, warum ich meinen Meldevorgang nicht abschlösse? Häh? Ich telefonierte (ohne Warteschleife, wie konnte das passieren?) mit einer Dame, die mir riet, die Mail zu ignorieren. Hm. Sehr vertrauenerweckend dies alles. Ich folge ihrer Empfehlung.

c) dem Umzugsunternehmen. Man dankte mir für die Vorkasse (bei so viel Geld auch angebracht) und informiere mich dann einen Tag vor dem Termin, wann man käme. Doppel-Häh?! Wollte man mich mit meinen 23.847 Kartons in der Mittagspause dazwischenschieben? Ich nehme es vorweg, man teilte mir am Vortag mit, man sei um Viertel nach sieben vor der Tür.

In der Nacht vor dem großen Tag machte ich kaum kein Auge zu. Ich schlief zwar sofort ein, war aber nach drei Stunden glockenwach. Müde wie nix, aber der Schlaf hatte die Koffer gepackt und war abgereist. Ich schrieb eine Mail an meine Umzugshelfer, ich nähme den ersten Flug nach Guadeloupe und wünsche ihnen viel Spaß beim Umzug. Gab aber keinen freien Platz im Flieger mehr, also musste ich auch ran.

Elke kam pünktlich an, kurz darauf vier Packer. Es waren mir sechs avisiert worden, aber… ganz ehrlich… die vier Serben arbeiteten für sechs. Ich habe so etwas noch nicht gesehen. Hatte ich mir am Vorabend noch ins Hemd gemacht, jeder Karton sei wahrscheinlich zu schwer, packten die Herren sich drei bis vier und liefen die dreieinhalb Etagen im Quickstep-Tempo die Treppe rauf und runter. Fast alle Möbel wurden mit Folie verpackt, man brachte sogar den Sperrmüll aus Keller und Wohnung für mich runter. Der kommt zwar erst Dienstag, aber seht Ihr mich mit einer Dreimetercouch auf dem Rücken? Siehste! Ich auch nicht.

Hubertus kam auch zur moralischen Unterstützung und brachte Milch und Zucker für den Umzugskaffee mit, ich hatte das alles natürlich schon verpackt. Elke war für Brötchen, Belag, Obst und Süßigkeiten verantwortlich. Einen Käsekuchen hatte ich auch noch gebacken. Die Herren haben sich sichtlich gefreut, als ihnen das alles in Holweide kredenzt wurde. Man deutete an, das käme nicht mehr oft vor. Tja, ich bin in einer anderen Welt groß geworden.

Schon um 14 Uhr war der Spuk vorbei. Mein Trinkgeld war übrigens wohl auch recht üppig, aber da ist ja – man kann es in den Kommentarspalten lesen, wenn es um dieses Thema geht – auch eine Kehrtwende in der Republik zu bemerken. Als ich noch kellnerte, zeichnete sich das schon ab. Schwaben: „Hier haben sie… äh… Hilde, hast Du mal 20 Cent?“. Schweizer: „Können Sie auf hundert Franken rausgeben? Nicht? Na egal, behalten Sie!“.

Am Nachmittag kamen noch meine Brüder, Hagen und Oliver, und schraubten noch ein paar gelieferte Möbel mit mir zusammen. Ich habe mir – es muss die End-Life-Crisis sein – einen knaatschbunten Ohrensessel mit Hocker gekauft. Leider ist er nicht ganz so bequem, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber er sieht süß aus und mit ein paar Kissen im Rücken geht es. Wir tranken dann noch ein Tässchen Kaffee, übrigens den von der Insel Fogo, den ich im Dezember mitgebracht hatte, und dann fuhr ich noch einmal in die alte Wohnung, um noch ein paar Sachen abzuschrauben und zu gucken, wie viele Kartons ich in Holweide auspacken müsste, um den Rest am Freitag abholen zu können. Denn natürlich hatte ich nicht ausreichend Kartons und lose Sachen hat das Unternehmen verständlicherweise nicht mitgenommen. Die Hälfte des Sperrmülls war da übrigens schon verschwunden. Waschmaschine, Trockner, die Yucca-Palme (die einen üblen Trauermücken-Befall hatte, herzlichen Glückwunsch dem neuen Besitzer) und die Lattenrostlatten waren verschwunden.

Die erste Nacht habe ich fast 10 Stunden ohne Unterbrechung in der neuen Butze durchgeratzt. So Rollläden sind schon was Feines: Es ist stockfinster und die böse Morgensonne (Schlafzimmer ist auch noch Richtung Osten) weckt einen nicht. Herrlich! Ich frühstückte, trank Kaffee, erledigte ein bisschen Papierkram, schreib noch ein paar Danknachrichten bzgl. meines Geburtstages und fuhr dann mit den Gläsertabletts, die ich mir in der Firma ausgeliehen hatte in die Stadt ins Parkhaus, wo plötzlich der Motor ausging, bevor ich in der Parklücke war. Benjiro sprang auch nicht mehr an und hinter mir wurde schon wild gehupt. Ich stieg aus und erklärte dem Hintermann, dass mein Auto streike. Er schob dann sofort mit mir den Wagen auf den Parkplatz. Sehr nett. Ich schaute mir das Armaturenbrett an, rotes Lenkrad mit Ausrufungszeichen. Hm. Google. Servolenkung defekt. Weiterfahrt unmöglich. Sachma, kann mal ein Tag kommen, wo es nicht hakt?

Ich nach oben, die Sachen angegeben und einen Kollegen auf dem Gang gefragt, ob er damit was anfangen könne. Konnte er nicht, aber ein anderer Kollege aus der IT, der das Gespräch hörte, bot mir an, mit seinem Diagnosestick den Fehler auszulesen und ggf. zurückzusetzen. Ja, genau so habe ich auch geguckt. Irgendwie kam zwar kein Bericht zurück, aber der Wagen ließ sich wieder starten. So ein Ding hole ich mir auch! Denn auf dem Weg zur Wohnung in Poll blieb der Wagen wieder mitten auf der Kreuzung stehen, wieder die rote Lampe. Ich wartete 5 Minuten (nein, NIEMAND hat gehupt, ALLE haben mir freundlich zugewinkt und z.B. MonCherie geschenkt!) und gottseidank ließ sich Benjiro wieder starten. Aber ich fürchte, ich habe jetzt auch noch eine Reparatur an der Backe. Google: „…bis zu 2.000 Euro.“. HUST!

Die alte Wohnung ist jetzt fast leer, morgen haben wir vorgezogene Schlüsselübergabe, da meine Vermieterin nicht auf Putzerei besteht. Es wird ja doch alles renoviert (bis auf die Böden, die nach dem Tornado ja schon ersetzt wurden). Das passt mir ganz gut in den Kram, wieder einen oder zwei Termine weniger. Soeben habe ich ein paar Kartons ausgepackt, aber mir tut alles irgendwie weh, daher habe ich mir ein Limit von nur 10 pro Tag auferlegt. Drunter nie, drüber immer. Das reduziert möglicherweise meinen selbstgebackenen Stress.

Montag geht es wieder in die Fabrik, meine Vertreterin hat mich schon vorgewarnt, dass es sehr trubelig werden wird, weil so viele Termine anstehen. Yeah. Freue mich riesig. Braucht nicht wer einen Mitarbeiter, der sektschlürfend unter dem Tisch Skat spielen kann? Nein? Niemand?

Na, ich halte Euch auf dem Laufenden; wenn Ihr mögt, schaut’s halt wieder rein. Liebe Grüße, Euer

P.S.: Ich hatte als allererstes niedrigmotorisierte Fiat Pandas als Fahrzeuge. Da war mal so gar nichts elektronisch. Ich mochte sie sehr. Nicht missverstehen, ich mag auch Benjiro, aber selbst reparieren kann ich da nix mehr.

Alt, aber knackig (in den Gelenken)

Ihr Lieben!

Bei meiner Katastrophenaufzählung im letzten Schnipsel hatte ich völlig den Stromanbieterwechsel vergessen. Naja, eben auch nur ein Drama von vielen.

Ich schrieb meinen Versorger an, dass ich meinen Anschluss gerne am 16.04. in der alten Wohnung abschalten und ab 01.04. in der neuen Wohnung einen neuen Vertrag fortführen wolle. Einen Tag später bekam ich die Nachricht, dass man meine Kündigung bedauere, aber der Strom in Poll am 2. April „abgeschaltet“ würde und ich in die Grundversorgung käme. Eine Mitnahme des Tarifs sein leider nicht möglich. Telefonate brachten hier absolut nichts, man habe das missverstanden, könne das jetzt aber nicht mehr ‚aufräumen‘. Ob ich aber nicht einen attraktiven Neuvertrag für die neue Wohnung wünsche? Boah ey! Leckomio. Nein, wünschte ich dann nicht. Dann eben mal übergangsweise teure Grundversorgung in beiden Wohnungen. Ab dem Umzugstag habe ich dann Ökostrom für einen mehr als fairen Preis abgeschlossen. Ich habe erneut den Eindruck, dass da eine weltweite Verschwörung…. oder so etwas wie die Truman Show…

Das Hauptereignis der Woche war aber Papis 89. Geburtstag. Einen besseren Vater kann man sich nicht wünschen. Alles Liebe und Gute für Dich Papi! Er hat auch gebührend viel Besuch bekommen.

Und ich hatte dann einen Tag später meinen *durchstraßenbaulärmübertönt*igsten Geburtstag. He? Wo kommt denn das Bild her? Macht das weg!!!

Durch den Rauswurf aus der Wohnung musste ich ja meine geplante Megaparty absagen. Denn weder wusste ich, wann ich umziehe, noch, wie viel mich das kosten würde. Und siehe da, ich ziehe jetzt um und zudem hat das ganze Theater meinen Kontostand auch erheblich schrumpfen lassen. Nun gab es aber Menschen, die nicht stornierbare Flüge oder Hotels gebucht hatten. Wer rechnet denn auch damit, dass so ein Event unvermutet ausfällt. Ich bin dann am Freitag mit einer kleinen Gruppe von Freunden ins Brauhaus gegangen und anschließend haben wir noch einen Absacker bei mir genommen.

Am Geburtstag habe ich mir selbst im gleichen Hotel eine Suite geschenkt, damit ich einen Tag später mit anderen Freunden (meinen „Namibiern“) da absacken konnte. Vorher haben wir erst in der Hotelbar angestoßen, um anschließend den Cologne Triangle zu erklimmen. Auf dem Weg dahin fing es leider schon an zu nieseln und dann war die Aussichtsplattform „wegen Personalmangels“ geschlossen. Wir spazierten stattdessen ein bisschen am Rhein entlang und gingen verfrüht zur Reservierung ins griechische Restaurant. Auf dem Rückweg zum Hotel schüttete es leider wie aus Eimern, wir kamen pladdernass dort an. Beim Ausklingwein haben wir uns Fotobücher unserer Namibiareise angesehen. Da kamen lustige Erinnerungen hoch.

Das waren zwei sehr schöne Events, zumal auch noch ein Überraschungsgast am Samstag dazukam. Ich habe viele tolle Geschenke bekommen (YEAH!), u.a. hat mich Vonny (die leider nicht dabei sein konnte) portraitiert. Irre. Aber auch alle anderen haben sich was einfallen lassen.

Das Frühstück im Hotel, welches eigentlich ganz schön ist, war leider etwas hektisch. Der Saal war viel zu unterdimensioniert für die vielen Gäste. Ich habe deswegen ein bisschen an der Rezeption rumgeschimpft, dann wurde auch das Abendrestaurant für die Frühstückler geöffnet. Dennoch, für Kaffee 10 Minuten anzustehen… Puh!

Den Rest des Sonntags habe ich nur gefaulenzt, wenn auch mit einem leicht schlechten Gewissen. Ab morgen wird wieder rangeklotzt. Ich habe auch kurzfristig die ganze Woche Urlaub genommen, damit ich nicht in Panik verfalle, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll. Netcologne z.B. hat immer noch nicht die erforderliche Anschlussdose montiert, das Meldeamt schreibt mir (sonntags!) eine Mail, ich habe meine Anmeldung nicht korrekt beendet, der Liefertermin des Bettes hat sich nach hinten verschoben. Also, genug zum drum Kümmern.

Wir sehen uns am kommenden Wochenende in der neuen Bleibe. Irgendwelche speziellen Getränkewünsche? Liebe Grüße, Euer

P.S.: Mein ÖPNV-Ticket für Dublin ist portofrei eingetrudelt. Ich bin ganz baff!

P.P.S.: Und so sieht der Blick vom Turm aus, ich war ja schon einmal oben:

P.P.P.S.: Unglaublich auch die viele Post, mit Gedichten, Zeichnungen, lieben Worten. Ich bin völlig überrumpelt von so viel positiven Wünschen und Gedanken.

Irrungen, Wirrungen

Ihr Lieben,

neinneinnein, dieser Schnipsel handelt nicht von einer unstandesgemäßen Liebe, wie der Fontane’sche Titel es vielleicht vermuten lässt. Vielmehr plaudere ich heute viel über Dinge, die bei einem Umzug einfach schief gehen bzw. unnötig verkompliziert werden können.

Zum Beispiel die Ummeldung. Bei der Wohnungsübergabe habe ich die Einzugsbestätigung der Vermieter beigehabt, aber in der Aufregung vergessen, sie unterschreiben zu lassen. Merkte ich aber erst, als ich mich online ummelden wollte. Egal, ausgefüllt, per Mail rausgeschickt, nur wenig später hielt ich sie in der Hand. Online-Ummeldung gestartet, mit E-Ausweis-App registriert und alles lief gut. Ich bekam die Meldebestätigung per Mail, man kümmere sich jetzt um die Aufkleber für den Personalausweis.

Einen Tag später wurde ich aufgefordert, die Ummeldung elektronisch abzuschließen. Wieder mit Ausweis-App. Und das Drama begann. „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte erneuern Sie die Ausweis-App auf dem Handy. Dann starten Sie bitte von vorn.“. OK, nächster Versuch: „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte erneuern Sie die Ausweis-App auf dem PC.“ OK. Versuch Nummer 3: „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte sprechen Sie beim Amt persönlich vor. Bitte erledigen Sie das binnen Monatsfrist. Nächster freier Termin im August 2037. Oder Sie gehen an einem Mittwoch hin, da ist keine Terminvereinbarung erforderlich.“. Ja, SACHMA!!!

Ich also am darauffolgenden Mittwoch um 7 Uhr vorm Einwohnermeldeamt. Eine halbe Stunde vor Öffnung schon 27 Personen vor mir. Ja, ich hatte ausreichend Zeit, die zu zählen. Die Hälfte davon rücksichtslose Raucher. Als die Pforten des Allerheiligsten geöffnet wurden, war die Schlange auf vielleicht 100 Personen angewachsen. Ich mittendrin. Herrjeh. Wie ein lahmer Lindwurm schlängelte sich die Menschenkette zum Informationsschalter, um Wartehallenmarken zu ergattern. Dann das Wunder. Als ich an der Reihe war, beschied mir der nette junge Mann, er können den Vorgang auch direkt ‚hier‘ abschließen, dann müsse ich nicht warten. Ich habe jetzt noch Tränen der Rührung in den Augen. Mein persönlicher Held des Tages. Dennoch habe ich innerlich gleichzeitig auf die Kölner Verwaltung geschimpft. Ist nie verkehrt, passt immer.

Zurück zur Wohnungsübergabe. Dort erhielt ich für alles je zwei Schlüssel. Für Tiefgarage, Briefkasten und dergleichen ist das ja auch völlig ausreichend. Aber für Haus und Wohnung wünschte ich mir einen dritten, weil ich einen bei Freunden hinterlege, einen für Luis (der ja oft in die Wohnung muss, wenn er mir hilft) brauche und, klar, einen für mich. Meine Vermieter so „Ja, kein Problem, schreiben Sie doch die Frau xy von der Immobilienbetreuung an…“. Und das Drama begann:

Der Schlüssel, eine Schmonzette in acht Akten

Es wirken mit: M – der Mieter, V – der Vermieter, H – die Hausverwaltung

Akt 1
M: „Ich bräuchte bitte einen dritten Schlüssel für die Schließanlage.“
V: „Ach, würden Sie das über die Hausverwaltung machen?“
M: „Klar.“
Akt 2
M: „Hallo Hausverwaltung, ich bin’s, M., der neue Mieter. Ich bräuchte einen dritten Schlüssel.“
H: „Sehe ich so aus, als spräche ich mit Mietern?“
Akt 3
M: „Hallo V., H. will nichts mit mir zu tun haben, wären Sie bitte so nett?“
Akt 4
V: „H., bitte einen Schlüssel für den neuen Mieter.“
H: „Wie ist denn die Schlüsselnummer?“
Akt 5
V: „Huhu M., wie ist denn die Schlüsselnummer?“
M: „Die ist 4711.“
Akt 6
V: „So, H., hier die Schlüsselnummer.“
H: „Kann ich bitte ein Foto des Schlüssels haben?“
Akt 7
V: „Foto?“
M: „Klar.“
Akt 8
V: „Foto!“
H: „Aha.“

Was wird die geheimnisvolle H. jetzt unternehmen? Und warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht? Den Schlüssel habe ich übrigens bis heute noch nicht.

Ja, dann ist der Maler aufgetaucht und wird jetzt drei Tage herumpinseln. Der ist gleichzeitig auf mehreren Baustellen, daher konnte er nicht zusagen, dass er da wäre, wenn der Fensterbauer klingelte. Nächstes Drama. Der sollte nämlich wegen eines defekten Rolladens und eines defekten Fensters am Malertag 1 kommen. Wie das jetzt ausgeht? Ich weiß es nicht. Ich schaue erst Donnerstag wieder rein, wenn der Maler mich zur Abnahme anruft. Während ich auf den Maler wartete, bastelte ich übrigens ein Dachschrägenschränkchen zusammen. Die Möbelfüße (16!! Schrauben) musste ich per Hand und ohne Vorbohrungen eindrehen, weil der Akkuschrauber nicht durch die Schraubenaussparungen passte. Meinen rechten Arm kann ich seitdem vergessen, da ist jetzt quasi Tennisarm auf dem Bizeps.

Mit Netcologne läuft auch nicht alles, wie gewünscht. Man erklärte mir ja, mein eigener Router funktioniere da nicht, weil das Haus über Kabelanschluss mit Internet versorgt werde. Man schickte mir also einen geeigneten, den ich ja kostenfrei gestellt bekomme. Dazu die Mitteilung, die Dose habe so und so beschaffen zu sein. Große Überraschung, sie war es natürlich nicht. Meine Vormieter waren bei der Telekom und deren Router funktionierte problemlos an der guten, alten Telefonsteckdose. Ich schrieb an Netcologne, der Anschluss sei nicht der gewünschte, worauf man mir die Eingangsbestätigung einer Störungsmeldung zurückschickte. Ja, und jetzt weiß ich auch nicht… muss ich da jetzt hinterherlaufen?

Das Umzugsunternehmen hat mir übrigens knapp 300 Euro abgeknöpft für die Halteverbotszonen, die an beiden Adressen am Umzugstag eingerichtet werden. Naja, das meiste davon geht ja an die Stadt Köln. Und ich weiß nicht, ob ich es schon schrieb, aber der genaue Umzugstag ist der 16.04. Daher war ich bass erstaunt, als vor meinem Haus am 15.04. eine Sperrung angekündigt war. Diesmal aber kein Drama, ich rief beim Umzugsunternehmen an und wurde informiert, sie hätten die Schilder ja noch gar nicht aufgestellt. Zieht noch jemand aus? Oder der Sohnemann hat was falsch verstanden und stellt seine Möbel schon zu meinen…

Es gab aber natürlich wie immer auch nette Erlebnisse. So halfen mir Ruth und Luis beim ersten Packen und Ausmisten, wobei mir Ruth ein Kunstankaufsverbot erteilte (verstehe ich nicht!), und wir schafften schon eine Menge. Auch der Kühlschrank aus der neuen Wohnung ist bei Luis und zwei Schränkchen, die desorientiert in der Wohnung herumstanden (jaja, das geht), haben mir Mario und Luis in den Keller spediert, wo sie sinnstiftender ihr Dasein fristen können. Apropos Keller: Waschmaschine und Trockner sind auch angekommen und hier ist das Drama, dass die Waschmaschine um einiges kleiner ist, als der Trockner. Jetzt warte ich auf das Regal, das ich deswegen beschaffen musste. Immerhin hat mir der Spediteur Schlauchschellen geschenkt, denn die bestellten sind auf dem Postweg verloren gegangen.

Ostermontag legte ich dann mal eine Wohnungswechselprobleme-Pause ein und lief mit Hubertus und Artur ins Café Uferglück, um ein bisschen die Sonne zu genießen. Leider hatten wir einen Schattenplatz, aber das war jetzt auch egal. Einen Absacker haben wir dann noch bei ihnen in der Bude genommen. Fotos habe ich leider keine gemacht, daher nur eine Skizze des Geschehens:

Gekocht habe ich kaum, denn die ganzen Töpfe etc. sind schon in Kartons gewandert. Blöderweise hatte ich vergessen, dass ich noch einen Braten im Kühlschrank hatte. Aber der geht auch gut im Airfryer und kommt sogar erstaunlich saftig da wieder raus.

Und so geht es lustig weiter, ein paar Fugen müssen vor Einzug noch erneuert werden, der Sichtschutz vom Balkon ausgetauscht, es werden wohl rechtzeitig noch ein paar neue Möbel geliefert, die ich aufbauen müsste und dann, ja, dann habe ich ja auch noch Geburtstag. Herrjeh! Wie alt werde ich eigentlich?

Vielleicht verrate ich das im nächsten Schnipsel.

Liebe Grüße, Euer

P.S.: Den ersten Spargel gab es auch schon!

Zieh mich hoch

Ihr Lieben,

das war mal eine nette Woche. Am Dienstag habe ich liebe Nachbarn im „Bräues“ in Deutz getroffen. Petra S. hat einen „niemals geht man so ganz“-Moment initiiert, wo sich Mitglieder der Petitionsgruppe mit mir trafen. Ehrlich? Die sind so nett, die verliere ich nicht aus den Augen. Ich hatte Schnitzel mit Omas Kartoffelsalat. Das Ding war so groß wie ein Fußballplatz und die Mayonnaise keineswegs kalorienreduziert.

Ich bin ja ein großer Fan von Lebensmittelrettung. Da gibt es in Köln so einige Läden, die da mitmachen. Unter anderem Lokalmatadoren (Wortspielchen), wie das Café Riese. Seit zwei Jahren versuche ich, da mal einen Tortentüte zu erwischen, am Mittwoch hat es endlich mal geklappt. Es ist unglaublich, wie viele Menschen da bei Ladenschluss Schlange stehen, um Lebensmittel einzusammeln, die sonst in den Müll wandern würden. Klar, das kostet immer noch was, ist aber i.d.R. ein Drittel des Normalpreises. Einziges Manko bei der Aktion (bei der sich auch Supermärkte und Bäckereien beteiligen): Man muss es über eine App ordern, bei der eine Kreditkarte hinterlegt ist. Für manche Menschen vielleicht ein Ausschlusskriterium.

Am Donnerstag war ich in der sehr verspäteten Mittagspause (so um 17 Uhr) beim REWE in den Opernpassagen. Als ich wieder nach oben in die Firma fahren wollte, schallte es von hinten: „Kennen wir uns nicht, junger Mann?“. Und da standen meine neuen Vermieter. Wir haben nett ein bisschen geplaudert. Am Dienstag kommender Woche sehe ich sie bei der Wohnungsübergabe. Wie es denn liefe? Ich erwähnte meine Schwierigkeiten mit Terminvereinbarungen und Providerumzug. Ja, es gibt Neuigkeiten von der Internetfront.

Ich rief nämlich die Nummer aus der „Bitte-bleiben-Sie-doch“-Mail an. „Aha. Na sowas. Neinnein“. Alles falsch, was man mir im Laden anbot. Langes Rubbeln, kurzer Dschinn: Ich zahle jetzt erst einmal 10 Euro weniger pro Monat als jetzt. Dann kommt es nach zwei Jahren allerdings dicke. Hm. Schau’n wir mal. Ich wiederhole mich an dieser Stelle gerne: Wieso erst vergrätzen und dann hinterherlaufen? Was ist das für ein Geschäftsmodell?

Luis hat zwar erst nächste Woche Geburtstag, aber er feierte gestern schon ein bisschen vor. Was in anderen Ländern gang und gäbe ist, wäre bei uns undenkbar. VORHER GRATULIEREN?? DAS BRINGT UNGLÜCK!!!! Er bekommt die umzugsbedingt aussortieren Alkoholika von mir, außerdem habe ich ihm dieses wirklich leckere Erdbeer-Tiramisu und einen Salat gemacht:

Mein Trockner macht jetzt gar nichts mehr, das ist schön zu wissen, wenn man gerade ZWEI Ladungen Wäsche hat. Ich bestellte mir Samstagabend daher eine neue Maschine an die neue Adresse. Angeblich werde ich von der Spedition kontaktiert, wann die kommen. Geplant ist Dienstag. Da ich da Erfahrungen habe, räusper, bin ich gespannt. Eine Waschmaschine ist dann auch dabei, denn die zickt auch schon rum. Nach 15 Jahren guter Dienste okay. Eine Reparatur wäre identisch mit dem Neukaufspreis. Zwei Tage hing dann die nasse Wäsche in meiner Wohnung rum. Bisschen nervig.

Heute hatten wir dann Doppelkopfrunde. Ich war hin- und hergerissen, ob ich die Zeit nicht besser nutze, um mit meinem Umzug weiter zu kommen, aber ich sehe die Runde ohnehin schon nicht oft, außerdem waren es nur ein paar Stunden am Nachmittag. Ich habe mich sogar einigermaßen gut geschlagen. Zuerst bin ich allerdings zur falschen Adresse gegurkt. Das passiert, wenn man Chatgruppen auf stumm schaltet :-). Man hatte sich nämlich vertagungsortet. Jaja, das Wort existiert! Der Fahrer hatte auf dem Rückweg nach Hause nigerianische Musik laufen und sang auch ein bisschen mit, so hatte ich noch ein kleines Konzert. Schöner Sonntag! Zumal es auch Waffeln mit Kirschen und Sahne gab!!

So langsam geht es jetzt in die heißen Wochen. Dienstag ist Wohnungsübergabe, ab da wird gerödelt. Mitte April wird es noch einen Flohmarkt in der alten Wohnung geben. Bin gespannt, was ich für einen Preis erziele.

Bis bald, Ihr Lieben, Euer

Das Riesenschnitzel.

Schichtdessert mit Erdbeeren nach Art eines Tiramisu

Ihr Lieben,

alles zum Thema Tiramisu ist schon gepostet worden, nur noch nicht von mir. Heute gibt es Erdbeer-Tiramisu, das man aber Puristen zufolge nicht so nennen darf. Denn das „Zieh-mich-hoch“, so die Übersetzung, ist ein heiliges Gericht. Man könne ja auch nicht Lasagne einfach „Nudeltiramisu mit Hackes“ nennen. Obwohl eine gute Lasagne mich auch immer außerordentlich hochzieht 🙂

Also: 3 Schalen Erdbeeren putzen und zwei davon in kleine Stücke schnibbeln. Die Erdbeeren, nicht die Schalen. Etwas zuckern und ziehen lassen. In der Zwischenzeit 1 kg Mascarpone mit 500 Gramm Speisequark, etwas Zitronensaft, zwei Beuteln Vanillezucker und Puderzucker nach Belieben (etwa drei oder vier gehäufte Esslöffel bei mir) mit dem Handrührgerät zu einer cremigen Masse verrühren. Sodann (hier ein spezieller Gruß an Petra S.) die Erdbeeren unterheben.

In einen Suppenteller gieße ich einen guten Schuss 43, das ist ein sehr leckerer spanischer Likör. Die gezuckerten Biskuitstangen rolle ich in dem Likör einmal kurz herum und lege damit den Boden einer sehr großen Auflaufform aus. Den Biskuit nicht ersäufen!!! Auf diesen Boden kommt die Hälfte der Erdbeermasse. Wieder eine Schicht befeuchtete Biskuits, Rest der Creme. Mit Erdbeerscheiben und etwas Grünzeug (Minze oder Zitronenmelisse oder Basilikum oder Rosmarin, egal) dekorieren. Ich hatte leider keins zur Hand. Bis zum kommenden Tag kühl stellen und verputzen.

Und nein, ich habe keine zweieinhalb Kilogramm Erdbeer-Tiramisu gegessen, ich habe das für meinen lieben Luis zum Geburtstag gemacht 🙂

Ach, und aus der halben Schale Erdbeeren, die übrig blieb, hat sich der Gerry eine kleine Erdbeerbowle gezaubert. Das kam natürlich völlig überraschend und war so keineswegs geplant…. 🙂

Der Tag, an dem ich kein Sofa kaufte

Ihr Lieben,

es ist wieder mal Zeit für Klatsch und Tratsch und zwei oder drei kleine Rezepte.

Am Montag war meine Vermieterfamilie hier, um mit mir schon einmal die Übergabe vorzubereiten. Denn ich wollte mir jetzt nicht noch im April mögliche weitere Arbeiten ans Bein binden. Erfreulicherweise gibt es keine Beanstandungen an dem Zustand der Wohnung (sie ist, wenn man die Mietzeit betrachtet, auch erstaunlich wenig abgewohnt) und wir kamen sogar überein, dass die Küche wegen Abkaufs verbleiben kann. Das ist eine Erleichterung für mich, ich sah mich schon drei Tage lang Arbeitsplatten zersägen. Die den Neffen versprochenen Küchengeräte bleiben allerdings auch drin, dafür erhalten sie dann Geld, womit sie sich wenigstens eine Spülmaschine kaufen können.

Ansonsten bilde ich mir ein, dass ich jeden Tag etwas packe, aber in Wirklichkeit schiebe ich Dinge einfach nur von einer Stelle an die andere. Ich werde die Ostertage wohl aufs Packen verwenden und alles, was ich danach noch wirklich benötige, kommt am Tag vor dem Umzug in die Kiste. Der Umzug ist übrigens am 16. April, ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnte.

Man muss sich ja auch um Strom, Internet, Ummeldung und dergleichen kümmern. Ich war bei meinem Internetanbieter im Laden, die wollten mir ohne Entgegenkommen einfach für ein Heidengeld alles neu verkaufen („Nein, Ihr teuer bei uns gekaufter Router kann dann nicht mehr eingesetzt werden.“), inkl. Anschlussgebühren!!!! Sachma!? Ich kündigte und bekam umgehend Post, man wolle mich doch soooo gerne behalten. Diese Flachpfeifen. Sorry. Wieso muss man erst das Klientel verärgern und dann angeschlichen kommen? Problem ist, dass andere Anbieter sich ja auch so verhalten.

Am Samstag hätten wir eigentlich Familientreffen in Grevenbroich gehabt, daher entschloss ich mich, erst ein paar Sachen zu Luis zu bringen, um dann nach einer Couch in einem Möbelhaus in Pulheim zu schauen. Ich saß im Beratungsgespräch, als mein jüngerer Bruder schrieb, ob ich meinen jüngsten Neffen in Mönchengladbach abholen könne, er selbst sei krank. Ich sagte dem freundlichen Möbelverkäufer Tschüss (was der jetzt wohl denkt) und flitzte mit Benjiro gen Norden. Auf dem Weg dorthin klingelte mein älterer Bruder durch, mein Vater sei gestürzt und mit RTW auf dem Weg ins Krankenhaus. Wir riefen zusammen meinen ältesten Neffen an, der hatte Kuchen gebacken. Ich hatte übrigens Mousse au chocolat im Kofferraum. Langer Rede… es gab kein Familientreffen, alles war sehr chaotisch. Gottseidank ist Papi wieder daheim, die Platzwunde wurde geklebt.

Wie findet Ihr die? Natürlich nicht so hell.

Aber auch sonst war Chaos^10: Am Sonntag wollte ich für einen Kollegen herzhafte Knabbereien backen, die Abteilung hatte sich überlegt, ihm ein kleines Buffet zu zaubern. Er ist der Haustechniker und uns war klar, das gibt mächtig viel Kolleg*innen-Besuch. Ich bestellte alles nötige für Freitagabend beim REWE Lieferdienst. Der Fahrer verspätete sich, drückte mir hastig die Tüten in die Hand und purzelte die Treppe hinunter. Leider fehlte mindestens eine Tüte, denn wirklich alles für den Geburtstag fehlte. Die fehlenden Waren besorgte ich dann quasi Samstagnacht noch im Supermarkt. Die Reklamationsbearbeitung bei REWE war dann unterirdisch, ich werde da nicht mehr bestellen. Da hat mich Stunden gekostet. Ich hatte übrigens auch einen Reklamationschat mit einem Versandhändler über verdorbenen Wein. Der war so absurd, aber so kompliziert, das muss ich Euch persönlich erzählen. Festhalten kann man aber, dass Chat-Bots ziemlich dumm sind.

So, was gab es denn zu essen? Die Mousse ist einfach: 300 Gramm Zartbitterschokolade werden im Wasserbad in 200 ml Sahne aufgelöst, diese Mischung wird, aber abgekühlt!, unter 400 ml geschlagene Sahne gehoben. Eigentlich ist es eher eine Ganache, kommt aber sehr nah an eine Mousse au Chocolat dran. Fotos habe ich leider keine gemacht.

Dann gab es noch ein Saté-Huhn, das hat mal wieder für drei Tage gereicht, war aber sehr lecker.

Die Blätterteigschnecken habe ich fast so wie hier gemacht, aber die Füllung setzte sich diesmal aus 150 Gramm Kräuterfrischkäse, zwei Eiweiß, zwei kleinen Packungen Schinkenwürfeln und 150 Gramm geriebenem Emmentaler zusammen. Das reichte für zwei Blätterteigrollen aus dem Kühlregal. 20 Minuten backen, Eigelb drüber nicht vergessen.

Die Lachsrolle gehört ja inzwischen auch zum Standardrepertoire in jedem Haushalt: 300 Gramm Spinat gehackt und einmal mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss erwärmen. Sehr gut ausdrücken, sonst wird der Teig zu wässrig! Mit 150 Gramm geriebenem Gouda, 5 Eiern und italienischen Salatkräutern (da ist dann Knobel drin) vermengen und bei 160°C im Ofen auf einem Backblech verteilt 12-13 Minuten stocken lassen. Wenn man auf das Backpapier Trennspray sprüht, hat man nachher auch keine Probleme beim ablösen. Abkühlen lassen, eine Packung Meerrettich-Frischkäse mit ein bisschen Crème fraîche verrühren (sonst ist der zu „hart“) und würzen, auf der Spinat-Ei-Käse-Platte verstreichen, Räucherlachs darauf verteilen und in Frischhaltefolie einrollen. Beides kam übrigens ganz gut an, aber die anderen Sachen auf dem Buffet waren auch mehr als genießbar! Das Geburtstagskind hat sich gefreut.

So, Ihr Lieben, es wird Zeit fürs Abendessen. Es könnte der Eindruck entstehen, dass mein Leben fast nur aus Essen besteht. Ähm. Ja. Also.

Liebe Grüße, bis bald, Euer

P.S.: Wie schlau ist es eigentlich, sich in meinem Alter noch eine teure Wohnlandschaft zu kaufen? Ich hadere gerade.

P.P.S.: Ich sollte übrigens über die Kölner Olympiabewerbung abstimmen… Auf der einen Seite hätte man sich ja eine Modernisierung der Kölner Sportstätten wünschen können, die sind nämlich unter aller Sau. Aber ob da Geld für aus dem Olympiatopf geflossen wäre? Man darf es bezweifeln. Und da Köln ja nun wirklich NICHTS auf die Reihe bekommt…

Gib mir mein Herz zurück, bevor’s jemand anbeißt…

Huhn mit Saté-Sauce

Ihr Lieben,

ich hatte zwar schon oft etwas ähnliches gezaubert (Mafé z.B.), aber meine Erdnusssaucenkreationen nie Saté- oder Satay-Sauce genannt. Damit man das jetzt auch mal findet…

Die Sauce heute hatte ich folgendermaßen zubereitet: Eine gewürfelte Zwiebel wird mit drei kleingehackten Knoblauchzehen, einem großen Löffel Ingwer (das Püree aus dem Asia-Shop) und einer kleingehackten gelben Habanero-Chili (nach dem Schneiden nicht die Augen reiben!!!) in Öl angeschwitzt. Dazu geben wir eine grüne Paprika, kleingewürfelt. Dann kommt ein halbes Glas Erdnussmus dazu, viel Pfeffer, ein guter Schuss Soja-Sauce sowie eine Dose Kokosmilch. Auf kleiner Hitze glattrühren.

Unangebratene Hühnerbrüste in eine Auflaufform legen, salzen, pfeffern. Dann die Sate-Sauce aus der Pfanne darübergießen. Ab in den kalten Ofen, auf 180°C stellen und 45 Minuten schmoren lassen. Währenddessen Klebreis zubereiten. Den Reis bitte vorher waschen und das Wasser leicht salzen! Verhältnis 1 Tasse Reis, zwei Tassen Wasser. Dauert etwa 20 Minuten.

Anrichten, Petersilie drauf. Seeeehr lecker!

Irish Stew

Ihr Lieben,

heute ist St. Patrick’s Day und somit Gelegenheit, mal ein typisch irisches Abendessen zuzubereiten. Und das geht so: Man öffne eine Flasche Guinness.

Nee, quatsch. Gelegenheit, ein Irish Stew zu kochen. Zumal ich auch, wie berichtet, im Juni nach Dublin fahren werde. Da muss ich mich ja kulinarisch drauf einstellen. Wikipedia erläutert, dass in ein originales Irish Stew nur alter Hammel, Kartoffeln, Zwiebeln und Petersilie gehören. Alter Hammel, da es ein typisches Schäferessen war, bei dem betagte, unrentable Tiere als Fleisch verwendet wurden. Auch sei es als Nationalgericht von dem Eintopf „Coddle“ überholt worden, weil Irish Stew im Ruf stehe, ein Arme-Leute-Essen zu sein. Naja, räusper, habt Ihr schon einmal ein Kilogramm Lamm in Köln gekauft?

Ich halte mich mal nur bedingt an die wikipedianisch-puristischen Vorgaben (schlage aber bei der Sauce ein paar Kapriolen) und bereitete es folgendermaßen zu:

Der Mist-am-Platz. Ich liebe das vorgeschnittene Suppengrün, das genau so viel kostet, wie das ungeputzte! 🙂

In heißem Butterschmalz (alternativ hoch erhitzbares Öl) brate ich 1 kg Lammgulasch scharf an, ich habe es nicht so mit Hammel. Das Fleisch nehme ich dann heraus und stelle es im Ofen warm. Dann gebe ich etwas Sonnenblumenöl in den Topf und brate darin unter Zugabe von zwei gehäuften Esslöffeln Tomatenmark drei kleingeschnittene Zwiebeln, etwas gehackten Knoblauch, eine große Packung Suppengrün (siehe Foto) und eine Handvoll gewürfelter Karotten sowie zwei Handvoll gewürfelter Kartoffeln an. Dann gebe ich das Fleisch wieder dazu und lösche alles mit einem Glas Rinderfond und einer kleinen Flasche Guinness ab, salze und pfeffere das ganze, gebe ein paar Chiliflocken (ersatzweise Cayennepfeffer) dazu, versenke zwei Lorbeerblätter und ein paar Zweige Thymian und schmore das Ganze etwa eine Stunde lang im Schnellkochtopf; im klassischen Topf oder Bräter dauert es dann eher zweieinhalb Stunden. Thymian und Lorbeer rausfischen, abschmecken, ggf. mit etwas Mehlbutter binden (ich mag es lieber flüssig), viel gerupfte Petersilie drauf und ab auf den Tisch. Baguette und der Klacks Crème fraîche sind jetzt auch nicht typisch irisch, aber wir sind ja in Europa 🙂

Happy St. Patrick’s Day!

Irish Dance in June

Ihr Lieben,

heute mal nur ein kurzer Schnipsel, ich möchte ausnahmsweise mal nicht mit der Umzieherei und den damit verbundenen Mühsalen langweilen. Und dä! Schon passiert. Naja.

Das wichtigste Ereignis zuerst: Meine Gattin hatte Geburtstag und sieht aber keinen Tag älter aus als letztes Jahr. Sie hat ein kleines, aber sehr feines portugiesisches Buffet auffahren lassen und einen kleinen Kreis dazu eingeladen. Ein Drittel der Geladenen waren Hunde, die es sich nicht nehmen ließen auch hier und da mal auf mir rumzukraxeln. Wenn ich nicht so viel reisen würde, würde ich vielleicht auch gerne einen vierbeinigen Begleiter haben.

Mit Benjiro bin ich das erste Mal durch Regen gefahren, daher musste ich mal den Scheibenwischer bemühen. Herrjeh, ich sah überhaupt nichts mehr durch die Windschutzscheibe. Ich bin dann auch umgehend zu einer berühmt-berüchtigten Autozubehör- und Reparatur-Kette gefahren, um den tauschen zu lassen. 30 Euro. Naja, meine Brille war deutlich teurer. Ansonsten freue ich mich fast jeden Tag über meinen, naja wenigstens das, vierrädrigen Begleiter (Donnerstag fuhr ich ausnahmsweise wieder ÖPNV und hatte wegen der Linie 7 morgens fast einen Kreischanfall!).

Das Wochenende wollte ich eigentlich etwas Schönes unternehmen, die ganze Woche war blauer Himmel bei angenehmen Graden. Pünktlich dann zum Büroschluss Nieselregen und Temperatursturz. Die Reise nach Belgien war damit hinfällig.

Aber ich habe mir ein paar Tage Dublin im Juni gebucht. Da die Hotels dort Fantasiepreise aufrufen, habe ich mir ein spartanisches Zimmer in einem Studentenwohnheim gemietet. Ich bin gespannt, die Rezensionen sind sehr kontrovers.

So, nu aber Schluss, sollte ja kurz werden. Bis die Tage, Euer

P.S.: Das Vorschaubild war mal wieder eine KI-Spielerei von mir. Der Titel lautet „Sehr geehrte Präsidenten a.D., wie beurteilen Sie die Arbeit des aktuellen Amtsinhabers im weißen Haus?“

P.P.S.: Elke hat nur Sachen für Nora geschenkt bekommen, außer den Blumen, auf die ich jetzt selbst neidisch bin. Ich hoffe, es gibt sie morgen noch im Blumenladen.

Dies ist die Nationalblume Südafrikas, die Protea. Ich habe sie oftmals live gesehen, es gibt sie in vielfältiger Form und fast ebenso vielen Farben.

Kunst, Kuchen und Keller

Ihr Lieben,

der noch nicht erfolgte Wohnungswechsel hält mich immer noch auf Trab. Am Montag letzter Woche war abends ein Umzugsfirmenvertreter bei mir, der sich angeschaut hat, was ich alles mitnehmen möchte. Und obwohl Küche (bis auf die Elektrogeräte, die an die Neffen gehen), Bett und Wohnlandschaft auf den Sperrmüll wandern, zahle ich zweieinhalb mal so viel, wie bei meinem letzten Umzug, und der war mit doppelt so vielen Plünnen. Ob ich gedenke, ein Gegenangebot einzuholen? Echt, ich habe keine Nerven mehr und beiße in den knapp 2.500 € teuren Apfel. Dann Sperrguttermine ausgemacht, dann versucht, einen Ummeldetermin bei der Stadt Köln zu bekommen… tja, Ende Mai wäre da was frei. Sachma. Geht’s noch? Dieses kleine, piefige Provinzkaff, dass sich so selbstbesoffen in Selbstüberschätzung feiert, bekommt nix, aber auch wirklich NIX auf die Kette.
Gestern war dann Luis da, der hilft mir mit seinem Freund, Dinge zu verscherbeln und hat auch beim Ausmisten des Kellers und diverser Schränke schon gut mit angepackt. Aber es werden definitiv mehr als die von mir geschätzten 50 Kartons.

Letzte Woche brauchte ich eine Verschreibung für ein Medikament, das auszugehen drohte. Da ich auch noch auf eine Rechnung wartete und Untersuchungsergebnisse abholen sollte, fuhr ich in die Praxis. „Der Herr Doktor ist in Urlaub, eigentlich müssten Sie zum Vertretungsarzt, aber ich will mal nicht so sein. Außerdem sind Sie ab 1. April nicht mehr unser Patient, der Herr Doktor nimmt ab da nur noch Privatpatiententermine wahr!“ WHAT??? Ich habe mir sofort einmal alles an Pillen aufschreiben lassen, was mir einfiel. Was ich denn nun tun solle? Wisse man auch nicht. Nach mindestens 25 Jahren kann ich jetzt von vorne starten. Ich sollte wegen meiner multiplen Erkrankungen in eine Kur, das war alles in Vorbereitung. Ich bin wie vor den Kopf gestoßen. Streicht das „wie“. So einen Mist kann ich gerade nicht wirklich gebrauchen.

Die KVB haben mal wieder gestreikt (man merkt den Unterschied zum Regelbetrieb aber kaum), da war ich froh, dass ich Benjiro hatte. Es kümmert mich nicht mehr. Ich würde gerne ein Fahnenträger der Verkehrswende sein, aber da ist ja keine in Sicht. Und unsere Regierungen auf allen Bundes-, Landes- und Kommunal-Ebenen sind so zugelobbyt, dass ich die in 300 Jahren nicht sehe. Aber auch mit Auto sieht man, was für ein Wrack unser Land geworden ist. Schlaglöcher ohne Ende, unbesetzte Baustellen, defekte Verkehrssteuerungen… Erwähnte ich, dass Benjiros rechter Außenspiegelblinker seine Abdeckung verloren hatte? Ich habe das Ersatzteil im Internet bestellt, eine YouTube-Video zur Montage angeguckt und tatsächlich alleine geschafft, es einzubauen. Das Ersatzteil, nicht das Video. Mannmannmann! (Ja, ich schaue gerade mal wieder „Mord mit Aussicht“). Dann bemerkte ich, dass der Blinker an sich aber auch defekt war. Grmpft. Aber ist ja wohl keinesfalls TÜV-relevant, so ein Außenspiegelblinker, oder?

Mit Ruth war ich schon vor zwei oder drei Wochen fürs Museum verabredet. Da kam auch ein KVB-Streik dazwischen und ich hatte Benjiro noch nicht. Wir holten den Termin dann letzten Donnerstag nach. Sebastiao Salgados AMAZONIA im Rautenstrauch-Joest-Museum. Als Kölner kommt man ja am ersten Donnerstag im Monat immer für umme in die Kölner Museen. Dementsprechend voll war es. Ruth als Auswärtige, die einen ganz schönen Happen Geld für den Eintritt blechen musste, durfte dann auch kommentieren, dass der eher träge Kölner immer ganz schön flink ist, wenn es etwas umsonst gibt.

Die Ausstellung war sehr schön aufgemacht. Salgado ist ein unglaublich guter Fotograf! Wir beide waren uns aber einig, dass Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Regenwaldes nur bedingt etwas für uns transportieren, während die Portraits und Gruppenfotos in s/w eine unfassbare Begreifbarkeit ausstrahlten. Dazu Videodokumentationen, Reliefs für Sehbehinderte, Musik und eine Dokumentationsecke über die Regenwaldstiftung der Salgados. Wirklich, wirklich sehenswert. Leider nur noch bis 15. März, Ihr müsstet Euch sputen.

Ich habe bestimmt schon einmal über „Toogoodtogo“ berichtet, die App, in der vor allem Lebensmittelhändler ablaufende oder nicht mehr verkaufbare Ware zu einem i.d.R. Drittel des Preises anbieten. Ich hole mir öfter solche Tüten. Und da am Tag des Museumbesuches eine Konditortüte fällig war, aßen wir dort auch zusammen zu Abend. Strammer Max für 18 Euro. Ich meine, wie reden von einem belegten Brot mit Kartoffelsalat. Aber sehr lecker! Habe übrigens vorhin bei einem anderen Konditor wieder eine Tüte Kuchen abgeholt. Habe jetzt drei Stücke Schokotorte; da Mittwoch aber Luis wieder kommt, teile ich das natürlich mit ihm. So jedenfalls die Planung, *räusper*.

Freitag war ich dann bei meiner Gattin, der lieben Elke. Es gab einen leckeren Nudelauflauf und natürlich wieder Selfies mit Nora. Da wir immer ein Gläschen Sekt trinken und ich eine Null-Alkohol-am-Steuer-Politik bevorzuge, fuhr ich mit der DB. Den Rückweg musste ich mir mit Umwegen zusammenbasteln, es war wieder chaotisch ohne Ende. Erinnert Ihr Euch noch an die Odyssee mit Longerich letztes Jahr? Wäre heute wieder so weit gewesen. Hat dann aber mit Umwegen ganz gut geklappt. Elke sehe ich schon am Donnerstag wieder, aber ich verrate nicht, wie alt sie wird.

Auf der Arbeit kann ich mich über Langeweile nicht beklagen. Naja, wird ja jeder behaupten, der seinen Job behalten möchte. Aber ich muss mal über das Phänomen Sitzung berichten: das ist ein Konstrukt, das mir zusehends auf die Nerven geht. Alles ist eigentlich nach 10 Minuten gesagt worden, aber noch nicht von jedem und in aller Ausführlichkeit, was die Sitzung immer zu einem stundenlangen Ereignis aufplustert. Ich plane daher eine Eingabe, Sitzungen zu verbieten. Mal sehen, mit den Rasern war ich ja nicht ganz erfolglos. Am Montag habe ich auch auf dem Dach eine Handwerkertruppe begleitet. Da war das Wetter so schön, da musste ich mich mal mit dem Dom…

Ihr Lieben, lange habe ich überlegt, ob ich diese schreckliche Nachricht in einen „Schnipsel“ packe, denn es ist ganz und gar nicht nur ein Schnipsel. Aber da Ike in meinem Blog ab und zu vorkam, sollte ich auch hier berichten, dass sie im Alter von 61 Jahren zu unserer aller Bestürzung den Kampf gegen den Krebs verloren hat und letzten Mittwoch verstarb. Wir kannten uns etwa 30 Jahre, waren in unzähligen Urlauben zusammen (Portugal, Türkei, Südafrika, Schottland usw.) und haben so einigen Blödsinn, aber auch ernste Sachen erlebt. Sie war eine lebenslustige, witzige, warmherzige Freundin, und am Ende eine tapfere Person, die eine schmerzliche Lücke hinterlässt. Ich weiß, sie ist jetzt an einem besseren Ort.

Alles Gute Euch, Euer