Dampfkartoffeln mit Räucherlachsquark

Ihr Lieben,

was, bitte schön, ist denn so schwer an so einem Rezept?, werdet Ihr Euch fragen. Ich antworte: Nix!

Ein bekannter Kölnischer Verlag forderte seine Leser mal auf, urkölsche Rezepte einzusenden. Daraus wurde ein Buch gemacht. Rezept Nr. 1: Leberwurstbrot. Und ja, das Rezept basierte auf gekauftem Brot und gekaufter Wurst.

Wir (wie, Ihr wart nicht alle dabei?) verrühren ein Päckchen Magerquark (250 g.) mit einem Päckchen Sahnejoghurt (150 g.), fügen einen Esslöffel Olivenöl, einen halben Teelöffel Salz, ein paar Umdrehungen mit der Pfeffermühle, einen halben Teelöffel Zucker, drei gepresste Knoblauchzehen sowie einen Esslöffel gehackten Dill hinzu. Gut verrühren und durchziehen lassen.

3 Eier hart kochen, zwei hacken und ab in den Quark. 100 Gramm Räucherlachs kleinschneiden und ab in den Quark.

Am Abend dann Pellkartoffeln dämpfen. Entsprechende Aufsätze gibt es für ’n Appel und ’n Ei. Sie schmecken so viel besser als gekochte. Durchschneiden, auf Teller anrichten, Quark drauf und mit Schnitzen aus dem übriggeblieben Ei und ggf. etwas Grünzeug dekorieren.

Ich mag das im Sommer gerne, heiße Kartoffeln mit kaltem Quark.

Haut rein!

P.S.: Und wenn man von allem etwas mehr macht, hat man für den nächsten Tag alles für einen leckeren Kartoffelsalat, indem man dann nur noch Radieschen, Paprika, Tomaten, Gurken etc. zum Quark hinzugibt, diesen etwas mit Milch verdünnt und Kartoffelwürfel hineinschneidet.

Und täglich grüßt der Covid-Test

Ihr Lieben,

es ist nicht zu fassen, das 9-Euro-Ticket-Tagebuch wird weiterhin von bösen Mächten torpediert. Der Test schlägt immer noch positiv aus. Und so langsam ist es nervtötend. Aber es ist, wie es ist: Auch dieses Wochenende keine Reise und das lange geplante Essen mit der Gartenparty-Runde (ja, die hat tatsächlich einen so schönen Namen) in der Südstadt morgen Mittag entfällt auch. Aber nicht nur wegen mir, auch andere liegen flach.

Tja, mal sehen, was die nächste Woche so bringt. Geplant ist eine Autofahrt, zusammen mit Elke, in das Atelier eines niederländischen Malers. Hat natürlich nix mit dem Ticket zu tun, aber ich würde mich freuen, wenn wenigstens das dann endlich mal klappt.

Bleibt’s gsund, Ihr Hoasn!

Euer Gerry

Und noch ein Hackfleischstrudel

Ihr Lieben,

ich habe hier schon einige Hackfleisch-mit-Teig-Rezepte eingestellt. Heute kommt eine weitere Variante dazu. Das besondere ist, dass das Hackfleisch diesmal nicht angebraten wird. Denn heute sollte es unkompliziert und schnell gehen.

Ich würfele je eine kleine rote Paprika, eine Zwiebel und vier Knoblauchzehen. Ab in eine Schüssel. Darauf einen großen Löffel Gemüsepaste, einen kleinen Löffel Chilipaste, einen Esslöffel Oregano, einen Teelöffel Salz, zwei Eier, 500 gr. gemischtes Hackfleisch und alles mächtig durchkneten.

Die Masse auf eine Blätterteigplatte aus der Kühlung streichen und locker zusammenrollen. Enden verschließen. Den Strudel mit verquirltem Eigelb bestreichen, oben einschneiden und 45 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 180 °C backen.

Schon fertig 🙂

Eignet sich auch prima als kaltes Buffet-Mitglied.

Tagliatelle alla quarantena

Ihr Lieben,

heute mal improvisiert, ich musste ja nehmen, was im Hause war. Und da es erstaunlich lecker für so eine einfach Sache war, hier das Rezept in Kurzfassung.

Tagliatelle al dente kochen. In der Zwischenzeit einen Block Gorgonzola „piccante“ mit 100 ml süßer Sahne und 100 ml Milch bei niedriger Hitze schmelzen. Paprikawürfel und Schinkenwürfel rein, grob pfeffern („Da, nimm das, Du Nudelsoße!“ ist grob genug). Die Nudeln mit einer Kelle Kochwasser reinrühren, einmal unter Aufkochen umrühren und voilà…. Schnittlauch drüber und verputzen.

Nicht der Welthit, aber für den minimalen Aufwand ein guter Seelentröster.

Bananenscherbett

Ihr Lieben,

zur Zeit liege ich ja flach und darf wegen der Quarantäne auch nicht aus dem Haus. Und wegen des Fiebers, das bei der sommerlichen Hitze in meiner Wohnung besonders angenehm ist, war mir soooo nach einem Eis. Schnell zum Kiosk? Nee, nicht drin! Aber, warum nicht selbst eins kreieren, wenn auch erst für den Tag danach? Mal sehen, was ich im Kühlschrank habe.

Ich habe mein geeistes Bananenpüree mit Auguste gemacht, es geht aber auch mit jedem anderen kraftvollen Mixer. Für eine große Einzelportion (sic!) habe ich 2 Bananen in kleine Stücke geschnitten und in den Froster gelegt. Am kommenden Tag gab ich dann 3 Esslöffel Puderzucker*, ein Päckchen Vanillezucker und die gefrorenen Bananenstücke in den Mixer, dazu einen Schuss süße Sahne. Mix it, mix it, mix it, mix it, Baby!! Sukzessive so viel Sahne dazugeben, bis die gewünschte Cremigkeit erreicht ist. Bei mir war es mit ca. 75 ml ein bisschen zu flüssig für den Direktverzehr, da habe ich die Masse nochmal für drei Stunden in den Gefrierschrank gegeben. Wer mag, kann noch Minze mit reinmischen, eine Prise Zimt, Rumrosinen, Tonkabohnenabrieb (das tat ich) oder Mandelstifte. Der Phantasie sind wie immer keine Grenzen gesetzt (Rosenkohl?).

Resümee? Sehr süß und dennoch viel zu wenig! Und warum Scherbett? Weil ich das Wort lustiger finde als „Halbgefrorenes“.

Euer Gerry

*) Auguste und seine Verwandten können auch Kristallzucker verwenden, der zuerst ohne Beigabe zu Puderzucker pulverisiert wird.

Das Universum versus Gerry 2,5:0,5

Ihr Lieben,

diese wunderbaren Geschichten über meine Erlebnisse mit dem 9-Euro-Ticket, die so aus mir heraussprudeln, sind sie nicht eine wahre Wonne? Was soll ich sagen? Auch dieses Wochenende wird da nix draus. Es gibt scheinbar eine weltumspannende Verschwörung gegen mein Vorhaben, denn nach nur einem Tag im Büro schlugen alle Covid-19-Tests positiv an. Ich habe gerade einen Lauf. Einen vorsichtigen natürlich, laboriere ich ja immer noch auch an meinem Faserriss.

Donnerstag beim Gesundheitsamt angerufen. Tja, als ich gesund aus Südafrika zurückkam, richteten sich mehrere Gesundheitsbehörden quasi häuslich bei mir ein, um mich auf Schritt und Tritt zu überwachen. Gestern nur: Ja, dann bleiben sie mal zuhause und lassen sich mal vernünftig testen. „Ja, wo denn an einem Feiertag?“ – „Weiß nich‘.“

Freitag Hausarzt angerufen, der in Urlaub. Vertretung angerufen. Das war wirklich effektiv: „Seien Sie um soundsoviel Uhr hier, stellen Sie sich im Treppenhaus daunddahin, wir kommen dann.“ Hat geklappt. Testergebnis kam dann abends, CT-Wert 14,8. What the Schnaps ist ein CT-Wert? Na, ich habe herausgefunden, dass es dazu reicht, andere prima anstecken zu können.

Statt also in überfüllten Regionalbahnen mein Dasein zu fristen (bzw. unbestellten Bussen nachzuweinen), sitze ich bis kommenden Freitag hier in Quarantäne. Leider ist der Verlauf auch nicht super simpel, es geht einher mit Fieber und rasenden Kopfschmerzen. Und der Schnupfen nervt. Aber ich schmecke noch, kann atmen und denke, dass die Impfung möglicherweise eine gute Idee war. Ob die neusten politischen Maßnahmen bzgl. Covid seitens der Regierung Halleluja-Gesänge und Corona-Laser-Shows verdient haben…. Ich weiß es nicht.

Zumindest tut sich etwas in meiner Wohnung. Den Fronleichnams- und den dazugehörigen Brückentag habe ich genutzt, um den Keller auszumisten, einen neuen Teppich liefern zu lassen und meine Onlinepräsenz in Ordnung zu bringen; ich habe Dutzende Accounts gelöscht!

So, die Lamentiererei hört hier jetzt mal auf, hilft ja nix. Wenigstens haben zwei Bekannte auch Corona und wir schreiben uns derbe Witze darüber, die in der woken Welt heute nicht mehr blogfähig wären.

Ernsthaft: Der Friedhof „Melaten“ in Köln hat eine spannende Geschichte!

Ich hoffe inständig, dass ich bald über das eigentliche Thema schreiben kann. Aber wer weiß, was das Universum für kommendes Wochenende im Schilde führt.

Liebe Grüße, Euer

Vanillepudding

Ihr Lieben,

vor einiger Zeit machte ich Käsekuchenmuffins mit Tütenpudding. Die haben mich geschmacklich ja nicht so überzeugt, die Tütenware schmeckte doch arg heraus. Und gestern musste ich etwas mit Blätterteig machen, denn der stand kurz vor dem Verfallsdatum. Also buk ich aus dem Teig kleine Schälchen und füllte sie mit am Abend vorher gezuckerten und daher gut durchgezogenen Erdbeeren. Hm. Ganz nett, dachte ich, aber mit Pudding wären sie noch besser geworden.

Tja, Puddingpulver aus der Fabrik ist eigentlich nichts anderes als eine Mischung aus Zucker, Stärke, mehr oder weniger künstlichen Aromen und allen möglichen E-Zusatzstoffen. Pudding wurde früher mit fast genau diesen Zutaten gemacht, nur musste man abwiegen (dafür war dann nix mit „E“ drin). Ein Dr. aus Bielefeld hat das Abwiegen übernommen und alles in Tütchen gepackt. Damit ist der Mann stinkreich geworden.

Eine Packung Stärke gibt es für etwa 60 ct. Zucker hat man daheim und Vanilleextrakt oder -stangen sowie Eier finden sich auch immer im Vorratsschrank. Also: Let’s make Pudding!

Eine Grammwaage ist ein gute Investition 🙂

Ich setze 400 ml Milch auf dem Herd auf. Während die erhitzt wird, rühre ich weitere 100 ml Milch mit 35 Gramm Speisestärke und 25 Gramm Zucker glatt. Ich gebe dann noch ein Eigelb hinein sowie anderthalb Teelöffel Vanilleextrakt. Noch einmal glattschlagen. Die Milch nach Erreichen der Kochtemperatur vom Herd ziehen und die Mischung mit dem Schneebesen darunter schlagen. Wieder auf den Herd und einmal ganz kurz aufkochen lassen. Herunter nehmen, in Schälchen oder eine Schüssel abfüllen und abkühlen lassen.

Dieser Pudding ist dann sturzfest. Wer ihn lieber etwas cremiger mag, nimmt nur 20 bis 25 Gramm Speisestärke und rührt am Schluss noch etwas Sahne unter die Puddingmischung. Statt Vanilleextrakt gehen auch ein gestrichener Esslöffel Kakaopulver oder eine Handvoll gemahlene Mandeln (dann aber auch wieder etwas weniger Stärke nehmen).

Willst Du immer weiter schweifen?

Sieh, das Gute liegt so nah. (J.W.G. 1827)

Liebe Leser,

vollmundig hatte ich letzte Woche einen tollen Kurztrip versprochen. Warum also zeigt das Vorschaubild Köln Poll? Nun, ich war in Köln Poll. Und ich benötigte noch nicht einmal das 9-Euro-Ticket. Und das Bild ist noch nicht einmal von diesem Wochenende.

Langen Blablas kurzer Sinn: Ich bin krank geschrieben und quasi an die Wohnung gefesselt, habe ich mir doch einen Muskelknacks im rechten Oberschenkel zugezogen, als ich Dienstag von der Arbeit nach Hause fuhr und im Sturzregen von der Straßenbahnhaltestelle in Poll Richtung Bushaltestelle sprintete. Der Sprint hörte dann leider nach einem Meter auf und ich saß im Wolkenbruch auf dem Bahnsteig. Danach begann zumindest den Durchgangsarzt betreffend eine Odyssee, insofern passt das ganze in einen Reiseblog. 🙂

Aber immerhin geht es aufwärts, es ist nicht so schlimm, wie ursprünglich angenommen. Dementsprechend hoffe ich auf einen etwas interessanteren Bericht am kommenden Wochenende.

Liebe Grüße, habt alle einen wundervollen Sonntag!
Euer Gerry

Tropf ja, aber keine steinhöhle…

Ihr Lieben!

Heute also war es soweit, meine erste 9-€-Fahrt. In der Presse konnte man ja schon lesen, dass das 9-Euro-Ticket wie eine Bombe einschlug. Punker enterten Sylt, Großfamilien brachen Richtung Küste auf, halb Deutschland interessierte sich plötzlich für das andere halbe Deutschland. Na ja, zumindest ein Punker war nicht auf Sylt, denn er saß mit mir in der Regionalbahn nach Meinerzhagen. Seine krebsrotverbrannte Haut vermählte sich mit seinen knatschgrünen Haaren übrigens zu einem stimmigen Gesamtbild .

Aber von vorne, ich machte mich natürlich schon letztes Wochenende schlau, wo ich hinfahren wollte. Meine Entscheidung fiel auf die Tropfsteinhöhlen von Attendorn. Mir war klar, dass es eine lange kombinierte Zug-/Busfahrt werden würde. Ich hatte noch im Kopf, dass es gegen 11:30 Uhr losgehen sollte. Daher trank ich erst einmal gemütlich Kaffee, schmierte mir einen Toast, schaltete den Rechner ein, las Nachrichten, checkte nochmal die Abfahrtszeiten… um dann erschrocken zu sehen, dass ich schon um 11 Uhr los musste. Da hast du aber mal jemanden flitzen sehen. Duschen, Zähneputzen, Rasieren, Anziehen und Packen in nur drei Minuten. Dann schnell mit dem Bus zur Trimbornstraße, dort startete meine Regionalbahnreise.

Ziemlich leer war er, der Zug. Wahrscheinlich ist Attendorn nicht so attraktiv wie die Küstenregion. Man passiert so spektakuläre Bahnhöfe wie Rösrath-Stümpen, aber auch Orte mit so verheißungsvollen Namen wie Hoffnungsthal und Engelskirchen. Ich fuhr zwar bei strahlendem Sonnenschein los, aber hinter Gummersbach zog es sich zu und es fing an, zu regnen.

Es fährt kein Bus nach Nirgendwo….

In Meinerzhagen stieg ich dann aus, im Nieselregen. An der Bushaltestelle wunderte ich mich ein wenig, dass mein Bus R61 nach Attendorn nicht auf der elektronischen Abfahrtstafel angezeigt wurde. Leider waren auch die Informationstafeln an der Haltestelle nicht bestückt. Ich wartete ein wenig im Nieselregen und wartete und wartete. Ich bemühte das Internet, genauer die Seiten der märkischen Verkehrsgesellschaft. Der Bus R61, so erfuhr ich dort, verkehrt nur nach vorheriger Buchungsanfrage. Ey sachma, echt jetzt? Wer denkt sich denn so einen Quatsch aus?

Den nächsten Bus hätte ich für frühestens zwei Stunden später buchen können, dazu noch eine Stunde Fahrt nach Attendorn, dann die Höhlen finden, letzter Einlass 16:30 Uhr. Puh! Mir war die Lust vergangen! Der nächste Zug nach Köln zurück von Meinerzhagen sollte aber auch erst in über einer Stunde fahren. Daher beschloss ich, zumindest Meinerzhagen ein bisschen zu erlaufen. Im Nieselregen. Einem ätzenden Nieselregen.

Meinerzhagen, es tut mir wirklich leid das sagen zu müssen, hat nicht besonders viel zu bieten. Eine sehr, sehr traurige Fußgängerzone, eine geschlossene Touristeninformation, einen hässlichen Bahnhof und Nieselregen. Erwähnte ich den Nieselregen schon? Immerhin gibt es einen Volkspark, mit einer Villa mittendrin. Sehr grün! Kein Wunder, es nieselt hier wahrscheinlich ständig.

Die flehentlichen Blicke der Bedienungen aus Eiscafé und Bäckerei ignorierend – kein Gast hatte sich hineinverirrt – , schlich ich zum Bahnhof zurück. Nach weiteren zwei Stunden Fahrt – übrigens ab Gummersbach bei strahlendem Sonnenschein – war ich wieder zu Hause. Was für ein bescheidener Ausflug. Was lernen wir daraus? Also erstens, man nimmt immer einen Regenschirm mit! Zweitens, und das ist vielleicht sogar wichtiger, eine Reise kann nie detailliert genug geplant sein. Für mein nächstes 9-€-Wochenende werde ich mich auf allen verfügbaren Seiten nach Streiks, nicht fahrenden Bussen, eingestürzten Brücken, Demonstrationen, Alieninvasionen und dergleichen mehr erkundigen.

Aber es war trotzdem irgendwie nett, immerhin kam der Bub mal wieder raus. Zudem kann ich berichten, dass die Zugfahrt einige sehr schöne Ausblicke zu bieten hat.
Nächstes Wochenende geht es dann nach… Ach, ich möchte Euch die Vorfreude ja nicht verderben.

Liebe Grüße, bis bald, Euer

Die traditionelle Pfingstkirmes zieht jedes Jahr Tausende von Besuchern an.

Eselpark, die X-te

Ihr Lieben!

Mein letzter Eintrag über den Eselpark ist eine Weile her. Aber natürlich habe ich ihm nicht den Rücken gekehrt. Dazu gäbe es nämlich keinen Grund! Es ist ein Refugium nicht nur für die Tiere, sondern auch – zumindest tageweise – für mich. Ich versuche, jeden Monat mindestens einmal da zu sein, das gelingt auch fast und ist immer ein Highlight!

Ich habe inzwischen ein zweites Patenkind, nämlich Boris, und habe schon mehrere Eselwanderungen mitgemacht. Die sind ja wegen Corona eine Zeit lang ausgesetzt gewesen. Auch meine „Gattin“ Elke ist regelmäßig dort und wir lieben den Eselpark sehr, sowohl die Tiere, als auch die Menschen, die sich dort kümmern. Zudem habe ich auch schon zwei kleine Beiträge für den Eselpark-Newsletter verfasst, die könnt Ihr auf der Homepage nachlesen.

Boris hasst Paparazzi….

Heute war ich dann mal mit meinem Spanischkurs (ja, auch im hohen Alter kann man noch Unsinn treiben 🙂 !) dort, damit die Katalanen, Carlos und Karlotta sind das, mal ein paar heimatliche Töne hören können. Beide haben uns dann übrigens auch ständig korrigiert. Besonders mäkelten sie an meinen Fehlern bei den unregelmäßigen Verben herum. Abgesehen davon, dass ich auf der Hinfahrt geblitzt wurde (:-( ) war das ein toller Tag. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass wir wieder kurz wandern gehen, aber irgendwie war dann doch die Zeit so schnell rum, dass wir das heute auslassen mussten. Aber, und ich denke, ich spreche auch für meine „Spanier“: Es war wieder wunderbar.

Karlotta war heute extrem schmusebedürftig und suchte sich für ihre Liebesbekundungen ausgerechnet jemanden aus, der noch nicht recht damit umzugehen wusste. Es ist aber auch schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig, wenn dann eine Eselin in Pferdegröße sich dauernd an einen schmiegen möchte. Alwin dagegen zickte heute ein bisschen und hat meiner Spanischlehrerin aber dann doch nicht widerstehen können! Ein weiteres Mitglied des Kurses hat einen Namensvetter auf dem Hof und ja…. eine gewisse Ähnlichkeit zeichnet sie aus. Beide charmant und attraktiv 🙂

Wir haben ausgemistet, abgeäppelt, Tiere auf neue Grasweiden gebracht, gestriegelt, Hufe gereinigt und Ohren mit Kokosöl ausgewischt. Letzteres wegen der Fliegen und Kriebelmücken, die sich besonders gerne an Langohren gütlich tun. Es gab gruseligen Enten*** (liebe Kinder: nicht nachmachen, man drückt nie nie nie niemanden unter Wasser!) zu sehen, die Prachthühner stolzierten herum und die Rauchschwalben flogen fast wie in Formation um den Stall herum. Die Bienen wuselten, die Katzen beobachteten, die Schweine grunzten zufrieden. Von den Bienenstöcken im Park, die ein Imker dort aufgestellt hat, gab es übrigens heute erntefrischen Honig!

Was für ein toller Ort! Was für tolle Tiere! Was für tolle Menschen!

Geheimtipp: Auch mit dem 9-Euro-Ticket kann man da hin, aber bitte nur nach Voranmeldung (und vielleicht mit gefülltem Spendenportemonnaie?).

I-AH-ige Grüße, Euer Gerry

Von Schweinen und Menschen

Letztlich haben sich Flocke und mein Patenschwein Boris vor dem Sandkasten ein bisschen gezofft und Flocke hat Boris arg in den Rücken gezwickt. Um ihn ein wenig zu trösten, habe ich mich mit ihm ein paar Minuten in den Schatten gesetzt.

„Ich habe Deine Kolumne im Newsletter gelesen.“, grunzte Boris mich unvermittelt an. „Was soll denn mit meinen Tischmanieren nicht stimmen?“
„Nun ja“, erwiderte ich, „Du frisst wie ein Schwein.“
„ICH BIN EINS!“, echauffierte sich Boris und schnaufte: „Was weißt Du eigentlich über uns Schweine?“
„Ähhhh……“

Ob ich denn wisse, dass Schweine intelligent seien? Naja, erwiderte ich, immerhin sprächen wir ja miteinander, das sei mir Beweis genug. Ob mir denn bewusst sei, dass unsere genetische Verwandtschaft viel enger sei, als manche glaubten? Ja klar, witzelte ich, ich fräße auch manchmal wie ein Schwein. Boris strafte mich mit verächtlichen Blicken.

„Wenn Ihr missliebige Menschen ‚Schweine‘ nennt, wisst Ihr eigentlich, wie weh das tut?“, seufzte er. Ich musste schlucken und versicherte, dass es kein Tier auf der Erde gäbe, dessen Name für eine Beleidigung herhalten sollte. „Doch!“, gluckste er, „der Nacktmull!“ und grunzte sich die Seele aus dem Leib. Jetzt war es an mir, indigniert zu schauen. Es sei doch nur ein Scherz gewesen, beruhigte er mich.

„Vieles wisst Ihr über uns gar nicht. Zum Beispiel könnt Ihr Menschen gar nicht ‚schwitzen wie ein Schwein‘. Wir können nämlich nicht schwitzen, daher suhlen wir uns ja so gerne in Schlamm, damit unsere empfindliche Haut gekühlt und geschützt wird.“ Interessant, das wünscht man sich ja manchmal auch von dem ein oder anderen Zeitgenossen. Also, äh…, dass er seine Haut mehr kühlt. „Und im chinesischen Tierkreis sind wir eins der positivsten Zeichen, denn das Schwein steht für Glück und Freude.“, fuhr er fort. „Aha, deswegen sagt man ‚Schwein gehabt.‘“, sinnierte ich.

„Ja genau, aber jetzt muss ich baden,“, oinkte Boris, „ich fühle mich nun genug besucht. Aber schau gerne beizeiten mal wieder vorbei. Und vergiss dann nicht, etwas Leckeres zum Essen mitzubringen!“ Im Weggehen vermeinte ich, ihn leise „Manchmal wünsche ich mir einen Esel als Paten…“ schnauben zu hören, aber ich kann mich auch geirrt haben.

Auf dem Weg zurück zu den Ställen dachte ich über unser Gespräch nach. In unserem Sprachgebrauch sind einige Vergleiche mit der Tierwelt wirklich aus der Luft gegriffen. „Dummer Esel“ zum Beispiel ist quasi ein Widerspruch, denn es sind bekanntlicherweise sehr schlaue Tiere. „Blöde Ziege! Sturer Bock! Lahme Ente!“ – ehrlich, Ihr habt die Plitsch-Platsch-Bande noch nicht rennen sehen. Vielleicht sollten wir uns angewöhnen, hinter beleidigenden Attributen einfach immer „Mensch“ zu setzen.

Winston Churchill sagte mal über das Schwein: „I am fond of pigs. Dogs look up to us. Cats look down on us. Pigs treat us as equals. – Ich mag Schweine. Hunde sehen zu uns auf. Katzen blicken auf uns herab. Schweine behandeln uns wie ihresgleichen.“ Ein kluger Mann. Aber Hunde und Katzen mögen da auf Nachfrage vielleicht eine andere Meinung zu haben.