Eselpark, die dritte…

Ihr Lieben,

mit Feiertagen verknüpft hat man ja eigentlich immer ganz geruhsame Wochenenden. Ich konnte allerdings den Brückentag nicht nutzen und hatte auch so ziemlich viel auf dem Plan. Was ja nicht so schlimm war, da – wie wahrscheinlich überall in NRW – es hier oft geplästert und gewittert hat. Da kann man zuhause mit Papier kruscheln, lange im Büro sein und mal das ein oder andere aufräumen. Höhepunkt war dabei übrigens die Alarmauslösung in der Firma in der Nacht zu Samstag.

Gestern war ich dann noch bei Elke, die von einem Geburtstag in Schleswig-Holstein zurückgekommen war, und wir schlemmten einen unserer berühmten 3000-Zutaten-Salate. Der geht so: Man fängt an Gemüse zu schnibbeln, Eier zu zerkleinern, Krabben zu dünsten, Huhn zu braten, Käse zu würfeln, Radieschen in Scheiben zu schneiden, ein Dressing zuzubereiten etc. pp, bis man feststellt, dass der für zwei zubereitete Salat in keine Schüssel mehr passt und man problemlos eine ganze Kompanie damit sättigen könnte. Aber der ist immer total lecker und wunderbar zum Picken geeignet, wobei insbesondere um das Eiweiß immer heftig gerungen wird!

Für Sonntag dann hatte ich mich für Arbeit im Eselpark gemeldet und Iris notierte sich diesen Termin auch. Elke hatte schon angedeutet, nach der kurzen, aber doch mit langer Autofahrt verbundenen Reise Amy nicht alleine lassen zu wollen und nicht zu kommen. Das Problem mit Amy ist, dass sie bei den Enten und Katzen möglicherweise nicht gut aufgehoben wäre, aber die Esel auf Neuzugang auch nicht immer berechenbar reagieren.

Mein Vater hatte sein Kommen ebenfalls angekündigt, er war durch meine Schilderungen und Bilder inzwischen sehr neugierig geworden. Ebenso wie Petra, die Ihr ja schon von dem Spaziergang am Otto-Maigler-See kennt. Eine liebe Freundin, Doppelkopfspielerin und herausragende Gastgeberin.

Darinka meinte noch vor einer Woche, dass wir evtl. mit Regengüssen rechnen müssten, aber überraschenderweise war der Wettergott gnädig mit uns. Ich hatte zwar extra eine Regenjacke gekauft, aber die kann man ja immer brauchen. Dementsprechend war auch gut etwas los im Park. Viele Patinnen und Paten waren gekommen, aber auch Erstbesucher, denen man sofort ansah, wie verzückt sie waren (ging mir ja nicht anders). Darinka und Peter hatten daher gut mit den Besuchern zu tun. Ich schnappte mir Rinka, Karlotta und Rosa und „pflegte“ sie. Ich hoffe, die drei haben das zumindest so empfunden. Während ich Karlotta striegelte, wurde Ihr Pendant, Carlos, von einer anderen Patin gestriegelt. Leute! Was da für Haare aus den beiden rauskommen, das reicht für eine ganze Sitzgruppe zur Polsterung!

Iris kam später dazu, es gab eine Sperrung der Autobahn, so dass sie Umwege hinnehmen musste, und arbeitete mit ihrem Alwin, während ich Rosa traktierte. Rosa ist eine Art Oberhaupt der Herde, weil sie schon so lange auf dem Hof ist. Es ist zu köstlich, dass fast die ganze Herde hinter ihr hertrabt, wenn Sie zur Kosmetik abgeholt wird. Ein tolles Bild! Und ich als Co-Leithammel vorneweg.

Dann tauchte auch Petra auf und ich führte sie mit Darinka, die meinen Wissenstand über die Hofpopulation abfragte :-), einmal herum. Und während wir mit den Shetlands auf der Wiese einer Nachbarin zum Grasen waren, kam auch mein Vater an. Auch mit diesem drehte ich dann eine Runde über den Hof.
Mit ihm besuchte ich auch den noch quasi namenlosen Neuzugang, einen 8 Monate alten Eselhengst, der großes Interesse daran hatte, die Jacke und die Schnürsenkel meines Vaters zu vertilgen. Er ist noch im „Wo-ist-mein-Platz-in-der-Herde-Findungs-Modus“ und die Herde betrachtet ihn vielleicht noch ein bisschen als Eindringling. Ein süßer und kecker Kerl.

Beim Kaffee wurde dann ein bisschen geplaudert und wir bekamen ganz wunderbare, selbstgemachte Nussecken von Iris. Ehrlich, ein himmelweiter Unterschied zur Bäckereikettenware! Auch die „Ponywiesennachbarin“ gesellte sich zu uns, und die Nussecken und das Geplauder taten auch ihr sichtlich gut. Ich sag nur „positive Schwingungen“!

Petra, Iris und ich äppelten dann noch zusammen das Gelände um die Hauptstallungen ab (das finde ich nach wie vor sehr meditativ) und hatten ganz gut Spaß dabei.

Es war wieder ein toller Tag. Die anderen Paten, mit denen ich zumeist leider nur wenig sprechen konnte, und die Besucher sind alles freundliche und nette Menschen. Christel ist natürlich der Star, und Elke und ich haben ja auch sofort an sie als Patenesel gedacht. Aber wirklich alle, alle Tiere auf dem Hof sind etwas ganz Besonderes und sehr liebenswert. Sogar der kleine schwarze Teufel, der letztlich noch Carla „angeknabbert“ hat. Und die Tiere scheinen die Besucher auch wiederzuerkennen. Ein schöner Moment war, als die verängstigte Mala sich mal auf Schnüffelnähe an mich herangetraut hat. Das ist dann schon herzerwärmend. Ich glaube, dass ich sagen kann, dass mein Papi den Besuch auch sehr genossen hat. Zumindest möchte er wiederkommen.

Und hier noch ein paar Impressionen:

P.S.: Elke, Christel hat nach Dir gefragt und war ein bisschen traurig, dass Du nicht gekommen bist. Sie richtet aber liebe Grüße aus.

Einmal abäppeln, bitte…

Ihr Lieben! Eigentlich war wieder Wanderwochenende mit Elke geplant. Allerdings kam es dann völlig anders…

Die Betreiber des Eselparks Zons deuteten bei unserem bisher einzigen Besuch an, dass eine Paten- bzw. Fördermitgliedschaft durchaus kein Hinderungsgrund sei, auch aktiv auf dem Hof mitzuhelfen. So boten wir uns für dieses Wochenende an und es ergab sich, dass man uns – da wir ja ungelernte Kräfte sind – am Pfingstsonntag zeigen konnte, was alles so auf einem Hof anfallen kann. Wir bildeten quasi die Azubi-Nachmittagsschicht. Also trafen wir uns um 13 Uhr in Zons, um dort auch die Duisburgerin Iris kennenzulernen, die ihr Patenkind Alwin besuchte. Unsere Pateneselin ist ja Christel. Das Prinzip ist aber, dass die Patengelder und Förderbeiträge selbstverständlich dort verwendet werden, wo sie nötig sind. Darinka und Peter waren natürlich auch da und nach einem kurzen Schwatz ging es auch schon los.

Es gibt viele Tiere auf dem Hof und es fällt mir schwer, mir all die Namen zu merken und sie dann auch noch richtig zuzuordnen*). Also erzähle ich, was ich so getrieben habe. Elke und die anderen haben zwar genau so viel gewullackt wie ich, nur weiß ich beim besten Willen nicht mehr, wer wen versorgt und sich um was gekümmert hat. 🙂

Nachdem mir gezeigt wurde, wie gehalftert wird, fing ich an, Rinka zu versorgen, ein hübsches Shetlandpony. Sie wurde mit einer Eisenbürste, die schwer an eine gezackte Einmachglasöffnungshilfe erinnert, von losem Fell am Rumpf befreit. Mit einer weicheren Bürste wurden dann die Beine, der Schweif und dergleichen durchgekämmt. Die gleiche Prozedur mussten durch mich Carlos (ein katalanischer Esel, er i-aht also nur spanisch) und Jack (ein Esel) erdulden. Nachdem mir gezeigt wurde, wie man die Hufe säubert, tat ich das dann auch bei meinen beiden letztgenannten Schätzchen. Ja, Schätzchen, denn es sind wirklich entzückende Tiere, die alle einen wunderbaren, manchmal speziellen Charakter haben. Jack z.B. war tatsächlich ein bisschen störrisch, aber nur wenn sein ausgewiesener Freund Hubertus nicht in der Nähe war. So musste sich dann Elke zeitgleich um diesen kümmern. Karlotta, auch eine Katalanin, hat ein ungeheuer großes Schmusebedürfnis und will immer und überall dabei sein.

Alle versorgten Tiere kamen dann in die Führanlage, einer Art Rundlaufeinrichtung, wo sie angehalten wurden, ein paar Runden zu drehen. Dann gab es erst einmal einen Kaffee und ein bisschen Gebäck. Nussecken von Iris und Muffins. Ein paar der Schützlinge schauten uns dabei über dem Zaun hinweg zu und wir hatten noch die Enten-Gang um uns herum. Die sind wirklich zu köstlich. Sehr aufrecht und laut schnatternd machten sie uns klar, dass wir auf quasi ihrer Wiese saßen. Die Katzen ließen sich dann auch blicken.

Dann wurde „geheut“. Von großen Ballen wurde Heu auf Schubkarren geladen, das im Stall, der übrigens einige Schwalben beherbergt, in die Futtertröge entladen wurden. Hei, da war dann aber was los. Familie Boldewyn hatte Appetit!

Jetzt ging es an die individuelle Futterbereitung. Mehr Heu wurde verteilt, Wassertröge aufgefüllt, Obst und Gemüse geschnibbelt. Dafür gibt es eine Stallküche, in der ich mich sofort wie zuhause fühlte. Christel und ihre Mutter Frieda bekamen z.B. von mir ihr Spezialmenü. Frieda ist übrigens auch eine ganz tolle Eselin! Auch die beiden Gastesel von der anderen Wiese versorgten wir. Gäste, weil sie nicht dauerhaft bleiben, sondern woanders hin vermittelt werden.

Dann haben Elke und ich uns um Carlas und Boris‘ Essen gekümmert, die beiden Schweine des Hofes. Carla ist leider blind und Boris ein Rotschopf mit Hautproblemen. Eine/r von beiden – ich vergaß wer – ist hier, weil jemand glaubte, dass ein Schwein ein prima Haustier für den Balkon wäre. Nun ja. Boris ist ein bisschen dominant und Elke und ich haben die Futterschüsseln immer hin- und hergetauscht, weil Boris auch an Carlas Essen wollte.

So, und wer es bis hierher geschafft hat, wird jetzt auch erfahren, was abäppeln ist. Nun. Hm. Kann man sich doch irgendwie zusammenreimen. 🙂 Hier mal ein Bild:

Die Enten bekamen Mehlwürmer. Die sonst sehr geeinte Gang verlor darüber ein winzig kleines bisschen den Zusammenhalt. Aber nachher war man wieder ein Herz und eine Seele. Die Hühner bekamen Kräuter, die kamen gut an.

Wir entapfelten zum Schluss noch die Pensionsgast-Weide (auf der ein Imker auch seine summenden und brummenden Bienenstöcke hat) und dann waren auch schon fast 5 Stunden rum. Ihr Lieben! Das war ein toller Tag. Wir lieben die Tiere, die zutraulich, verschreckt, neugierig, frech, schüchtern, störrisch, schmusebedürftig, lustig und ernst sind. Die Arbeit ging gut von der Hand, weil alles auf dem Hof so – man verzeihe mir das Neudeutsch – gute Vibes hat. Wie wurde mir mal vor ein paar Wochen gesagt? „Wir Eselleute duzen uns“. Eselleute. Ich glaube, ich bin jetzt auch ein Eselleut. Und am Ende des Beitrags sitze ich hier und bekomme das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Wenn das nicht schön ist!?

Elke und ich setzten uns dann noch in Stürzelberg an den Rhein und plauderten ein wenig. Wahrscheinlich wird das jetzt noch öfter vorkommen, dass wir uns da treffen. In ein paar Jahren haben wir dann mit unserem Bierglas auf der Mauer sitzend in die Lokalfolklore Eingang gefunden. Vielleicht reicht es ja für eine kleine Statue oder zumindest Gedenkplakette.

Danke übrigens auch an Darinka und Iris, die – wie Elke auch – schöne Fotos geschossen und bereitgestellt haben!

Mal sehen: Alwin, Boris, Carla, Carlos, Charly, Christel, Frieda, Henna, Hubertus, Jack, Karlotta, Lilly, (O)Livia, Mala, Manni, Rinka, Rosa, Sam, Sancho… Hm, da fehlt doch wer… Und da sind noch nicht einmal Enten und Hühner und Katzen und Schafe und Ziegen (u.a. Bibi und Tina) dabei. Aber das wird schon noch. Die Schafe und Ziegen sind übrigens zum Abweiden abgestellt.

Spaziergang Ahrweiler

Ihr Lieben,

ziemlich kurzfristig haben sich heute Ike, eine gute Freundin, und ich zu einem Treffen in Ahrweiler verabredet. Sie verlässt nämlich Köln zugunsten einer sehr schönen Wohnung mit tollem Blick auf Weinberge in einem schönen Wohnviertel außerhalb der touristischen Altstadt.

Leider wird ihre Küche erst weit nach dem Umzug geliefert, daher soll sie übergangsweise meine elektrische Kühlbox, die ich mir für Cora (mein Auto) zugelegt hatte, bekommen. Heute habe ich sie ihr also gebracht.

Zuerst war natürlich Wohnungsbesichtigung angesagt. Danach ließ ich mich auf einer frisch erstandenen Sonnenliege nieder, die vor lauter Ergriffenheit in die Knie ging. Peinlich! Die Haftpflicht freut sich.

Wir erkundeten dann ein bisschen die nähere Umgebung, am Kloster Kalvarienberg vorbei, am Ahrufer entlang, durch die Altstadt (die ganz ordentlich besucht, aber nicht vollkommen überlaufen war). Wir erstanden ein gekühltes Fläschchen Cuvée aus Müller-Thurgau, Johanniter und Weißburgunder und ließen uns von diesem ein Becherchen am Ahrufer bei lebhaftem Geplauder schmecken.

Ahrweiler ist schon ein richtig netter Flecken. Ich war mal mit einer meiner beiden Doppelkopfrunden zum Wandern da. Naja, wir sind damals ca. 1 Kilometer gelaufen. Zumeist haben wir die lokalen Erzeugnisse degustiert. Das war auch damals schon nett.

Hier ein paar Bilder unseres kleinen Spaziergangs:

Eseleien, Schweinereien und sonstige tierische Dinge

Ihr Lieben, Elke und ich waren ja vor kurzer Zeit in Zons wandern. Dort gibt es einen Eselpark, der aber auch ganz viele andere Tiere beherbergt. Es ist kein Zoo, nein. Es ist eine Tierauffangsstation. Ich hatte mit den Betreibern vor der Wanderung Kontakt, aber der Park war wegen Corona nicht besuchbar. Wir sind trotzdem daran vorbeigelaufen und erhaschten Blicke auf den Hof. Besonders hat es uns ein junger, dunkler Esel angetan. Ich nahm erneut Kontakt auf, erfuhr, dass wir das Fohlen Christel gesehen hatten und nach einiger Konversation durften wir Sonntag unter strengster Beachtung von Coronaregeln den Hof besuchen, weil wir Fördermitglieder und Paten werden wollten. Es ist ein offenes Geheimnis: Elke und ich waren schon immer große Fans von Eseln.

Was soll ich sagen? Jetzt sind wir die größten Fans. Wir sind noch nie so vielen Eseln auf einmal begegnet und hatten noch nie so nahen Kontakt. Was für gutmütige und neugierige Tiere dabei sind. Aber auch die Schweine, Schafe, Hühner, Enten, Ponys und Ziegen haben es uns sehr angetan.

Die Betreiber führen den Park ehrenamtlich (siehe Wanderbericht Zons) und gehen nebenher auch noch ihren Berufen nach. Wir erfuhren viel über die teilweise schrecklichen Umstände, wie die Tiere ihren Weg auf den Hof fanden, aber auch viel über die tolle Arbeit mit anderen Einrichtungen; Schattenkinder, Altenheime, Behindertenarbeit etc. Und dass Tierschutz auch mal Erlösung bedeuten muss. Ein schwieriges, aber wichtiges Thema.

Der Hof freut sich über Unterstützung, ist aber für einen Ansturm von Besuchermassen nicht geeignet. Man versteht sich hier auch nicht als Zoo zur Belustigung von Zuschauern, sondern als Einrichtung zum Tierschutz. Darinka und Peter sind wunderbare Menschen und ich bin sicher, dass die meisten „Bewohner“ kein besseres Heim hätten finden können – auch wenn das ein oder andere Tier wegen Misshandlung gar kein Zutrauen zu Menschen mehr hat, was mehr als traurig ist.

Hier ein paar Bilder von unserem Spaziergang vor dem Hofbesuch in den Rheinberger Wiesen und vom Hof selbst:

Ach ja, natürlich sind die Fördermitgliedschaft und die Patenschaft beantragt. 🙂

Und klar, wir werden wohl auch mal hinfahren, um mitzuhelfen. Und das nicht nur aus Pflichtgefühl…

Spaziergang Zonser Grind

Ihr Lieben,

heute war mal wieder Wandern mit Elke angesagt. Wir verabredeten, uns in der Nähe von Zons zu treffen, um dann am/an der/in dem Zonser Grind zu laufen. Diesmal ohne Amy. Was ein Grind ist… nun ja, als Landschaftsform ist mir das so noch nicht begegnet, daher weiß ich auch den Genus nicht. Ich tippe auf „der“, aber vielleicht, weil ich an den Grinch denken musste.

Da wir befürchteten, dass die Parkplätze am Rhein überfüllt sein könnten, wichen wir auf einen in der Wander-App ausgewiesenen Parkplatz an der Düsseldorfer Straße aus. Dieser stellte sich als zu „Kalli’s Truckstop“ zugehörig aus, einer geschlossenen Gaststätte, die aber einen Fensterverkauf hatte. Etwas unschlüssig kutschierten wir unsere Gefährte in die hinterste Ecke des Platzes, als auch schon ein bratpfannenschwingender Mann auf uns zulief. Ich ging ihm entgegen und bat um Erlaubnis, die Autos während unserer Wanderung dort stehen lassen zu dürfen. Er stellte sich als sehr redselig und hilfsbereit heraus (aber was wollte er eigentlich mit der Pfanne???) und führte uns dann auch noch über sein Grundstück an seinen brütenden und „deswegen unberechenbaren Gänsen“ vorbei zu einem Abkürzungsgatter.

Unser erster Stopp war der Eselpark, einem Gnadenhof für allerlei Tiere. Im Vorfeld hatte ich Kontakt mit den Betreibern, wie es um Besuche stünde. Sie waren sehr freundlich, aber man müsse mir coronabedingt eine Absage erteilen. Dafür habe ich natürlich vollstes Verständnis. Wir fahren dann wieder dort hin, wenn es passt. Der Park wird privat und ehrenamtlich betrieben, man nimmt Spenden und bietet Patenschaften an (siehe Webauftritt). Wir konnten aber durch Sträucher und über Zäune hinweg ein paar Blicke erhaschen.

Sodann führte es uns durch Zons, wo wir aber nur kurz verweilten, da wir beide es schon ganz gut kennen. Wir hatten sogar mal eine Stadtführung, die meine Mutter ihren Gästen zur Feier ihres 70. Geburtstages organisiert hatte. Elke erstand noch ein Eis und dann bummelten wir die Deichkrone mit Blick auf den Rhein entlang in den Grind hinein. Dort gab es viel sattes Grün, viele Blumenwiesen und ein paar Bäume (nicht alle wirklich gesund) und Sträucher.

Am Campingplatz vorbei liefen wir ein bisschen durch Stürzelberg. Das ist jetzt nicht besonders spektakulär. Ein paar Denkmäler, Friedhof, mehr oder weniger schöne Vorgärten. Sehr ruhig. Am Ortsende dann wieder Felder, Wiesen, Raps, Spargel; durch die Hannepützer Heide am Martinsee vorbei ging es dann wieder zu den Autos. Wir fuhren noch kurz bis zum Rhein bei Stürzelberg, setzten uns da auf eine Mauer und gönnten uns unser Wanderbier.

Also, alles in allem ein sehr schöner Tag, knapp 14 Kilometer, viele Tiere, schöne Natur und bestes Wetter! Wir mochten es. 🙂

Ich sollte an windigen Tagen ein Haarnetz tragen…

Der Fahrradträger

Ihr Lieben, Cora hat jetzt einen Fahrradträger. Ein Wunderwerk der Technik, hält es doch (hoffentlich!) mit nur einer – zugegebenermaßen größeren – Schraube auf der Anhängerkupplung. Also, ich würde da runterrutschen.

Das Ding habe ich im Angebot bei einer Bauhauskette bestellt und recht schnell geliefert bekommen. Der Paketbote schien ein bisschen außer Atem, als er das Paket unten in den Hausflur wuchtete. Kein Wunder, wog es doch gefühlte drei Tonnen. Rolf bot mir zum Zusammenbau seine Einfahrt und seine Hilfe an. Naja, auf der Poller Hauptstraße hätte ich es ungerne zusammenmontiert. Und die Hilfe war auch vonnöten, musste man doch ab und zu etwas zupackender beim Schrauben und Stecken vorgehen.

Der Träger bestand aus 2738 Teilen. Ja, ehrlich. UNgeLOgeN! Und die Aufbauanleitung war an manchen Stellen interpretationsbedürftig. Aber nach knapp einer Stunde konnten wir das Gestänge auf die Kupplung hieven und probeweise Rolfs Fahrrad drauf binden. Probleme hatten wir nur mit dem elektrischen Anschluss („Wo zum Teufel ist der Stecker?“ – gut versteckt unter einer Klappe) und dann dem Bremslicht. Wir tauschten ein paar Birnchen aus, dann ging auch das. Dann bin ich mit einem kleinen Mulm im Gefühl mit aufgestecktem Träger nach Hause gefahren, aber ich verlor ihn nicht.

Jetzt darf das Ding nur nicht im Keller versauern, das wäre dann doch ein etwas zu teures Stehrümchen. 🙂

Coras Car-Clinic-Aufenthalt

Ihr Lieben!
Seit ich Cora habe, hat sie Schwierigkeiten mit dem linken Auge. Auch ihr Zentralnervensystem, in dem u.A. das Toyota-eigene Navi steckt, führte ein Eigenleben. Ich beschloss vor ein paar Wochen: Sie muss in die Car-Clinic!

Meine erste Anlaufstelle war eine etwas unsortiert wirkende Werkstatt, deren Besitzer mir erläuterte: „Elektrik? DAS wird teuer! Kannst morgen vorbeikommen.“ Ich verlor – auch wegen der schmuddeligen Werkstatt – stante pede die Lust auf eine innige Geschäftsbeziehung und fuhr weiter mit nur einem Auge und einem unberechenbaren Mittelkonsolenpanel. Immer aber, wenn ich durch einen Tunnel fuhr oder später abends nach Hause kam, störte mich dann doch zumindest das Sehleiden.

Mein zweiter Anlauf… nun ja, ich war in Poll zum Frisieren (hatte beschlossen, mal das Veedel zu unterstützen), und meine neue Hairstylistin Ulli empfahl eine andere Werkstatt in der Nähe. „Sag schöne Grüße!“

Ich rief an. „Elektrik? Wow, das kann dauern, kann ja alles sein. Und wir sind ausgebucht. Können Sie in dreihundert Jahren vorbeikommen?“ – „Ja, das passt!“ Nach drei Wochen also brachte ich heute früh Cora in die Klinik. Man versicherte mir erneut, dass sowas ….. teuer ….. lange ….. puh!….. „Wir rufen Sie dann an!“ Und tatsächlich, man rief mich an. Am gleichen Tag. Nach nur ein paar Stunden.

Ergebnis: Cora kann wieder sehen und das Zentralpult wollte man nicht machen. Wenn ich darauf verzichten könne… es würde mich arm machen, weil wahrscheinlich Platine defekt. Und dann bin ich mit 80 Ocken von dannen. Ehrlich? Meine Brille war teurer! Und der Chef und seine Leute super nett und kundenorientiert. Fazit: ICH HABE EINE WERKSTATT! So müssen sich Eltern fühlen, wenn sie einen Kindergartenplatz finden! Wir haben auch schon einen Inspektionsplan für den Sommer. Ist wie Kindercamp, oder?

Morgen übrigens bin ich mal wieder bei Rolf; der hilft mir nämlich, meinen neuen Fahrradträger zusammenzubauen, der gestern geliefert wurde. Rolf hat im Gegensatz zu mir eine Einfahrt. Auf der Poller Hauptstraße wären wahrscheinlich irgendwann 13 Busse Amok gefahren, wenn ich es vor der Haustür versucht hätte. Wenn wir erfolgreich sind, kann Cora dann zwei Fahrräder tragen.

Hatte ich irgendwann schon mal in Selbstschau gefragt, ob es normal ist, so über ein Auto zu schreiben? Ja, sicher! Ist auch skurril. Weiß das.

Mehr zum Thema dann morgen 🙂

Monschau

Ihr Lieben. Alle schwärmen so von Monschau. Wieso? Weiß nicht, war ja noch nie da. Flugs eine Wanderung drumrum in der App gesucht und mit Rolf und Otto vereinbart, heute dort zu laufen. Die Anfahrt ist natürlich etwas länger, aber wir kamen gut durch. Wir brauchten nur etwas über eine Stunde. Interessant war, dass wir irgendwie mehrmals durch Belgien fuhren, was mir eine SMS meines Telefonanbieters bescherte, ich würde jetzt „belgisch“ telefonieren und auf der Rückfahrt eine SMS der Bundesregierung, dass ich die Corona-Regeln der Bundesrepublik befolgen müsse. Huch.

Das Wetter war leider nicht so gut, wie vor zwei Tagen angekündigt und es war sehr kalt und bedeckt, als wir in Monschau an einem anderen Parkplatz als beabsichtigt anhielten. Wir sind aber inzwischen einigermaßen bewandert in Wanderdingen (hah!, ein Wortspiel!), und so stülpten wir noch Pullover und Schals über. Und dann ging es auch schon los. Beabsichtigt war ein winzig kleines bisschen durch Monschau zu laufen und dann in das Venn (einem Teil des Naturparks Eifel) zu laufen. Hm. Daraus wurde dann nix. Monschau hat uns sooo sehr gefallen, dass wir erst einmal den Ort erkundeten. Und einen Glühwein zu uns nahmen. Und dann hier guckten und da guckten. Und dann von der einen Burg zur anderen Burg(ruine). Irgendwann war klar, dass wir unsere eigentlich geplante Wanderroute nicht mehr machen würden. Meine Wander-App Lissy quäkte auch ständig, wir mögen umkehren, so dass ich sie stumm schaltete.

Ja, wir liefen dann auf gut Glück los, wobei wir manchmal auf „Google Maps“ guckten, ob wir nicht in einer Sackgasse landen. So erkundeten wir einen Teil des Panoramawegs, liefen ein bisschen an der Rur entlang und erklommen ein paar Hügel (meine Sportuhr attestierte mir am Ende des Tages 39! Etagen) und liefen diese natürlich auch wieder herunter. Es gab viele schöne Ausblicke, nette Hütten, plätschernde Bäche, eine Votivtafelkapelle.

Irgendwann waren wir wieder in Monschau und wurden überrascht. Wir hatten eigentlich vermutet, dass es zu Beginn unserer Wanderung brechend voll sein würde. Das war nicht der Fall. Wir waren quasi ein „dreckiges Dutzend“, das seine Runden zog. Aber jetzt war es gut voll. Aber mit viel Ordnungsamt und Polizei und wirklich durchweg gesitteten Menschen. Eine südasiatische Großfamilie fragte uns noch nach unserer Wanderroute, das waren bestimmt 30 Menschen. Wir rieten wegen der Kinder von dem von ihnen geplanten Aufstieg ab (war supersteil!), aber sie trotteten dennoch hoch. Es waren überhaupt sehr viele Asiaten vor Ort unterwegs. Monschau scheint das Neuschwanstein der Eifel zu sein. Russisch und flämisch waren auch oft zu hören.

Leute. Das ist schon zu recht ein Ausflugsziel! Auch bei bedecktem Himmel und kühleren Temperaturen ist Monschau ein Traum. Von oben – wie Rolf in einem Gespräch mit einem Belgier anmerkte – wie eine Märklin-Eisenbahnlandschaft. Otto befand es märchenhaft, als er sich vorstellte, wie es im Schnee aussehen könnte. Wir haben noch in ein paar Kirchen hineingespinxt, die Altstadt erforscht, sehr vielen Anglern zugesehen.

Wieder in Merheim (Rolf war der Fahrer für diesen Tag), haben wir ins mit Heizstrahler auf die Terrasse gesetzt und ein winzig kleines Schlückchen Wein getrunken 🙂 und uns vom ortsansässigen Griechen Essen liefern lassen. Dabei haben wir uns lustige Reiseerlebnisse erzählt und dann noch mit einer App herumgealbert, die Fotos von Personen verändert, indem sie sie jünger macht oder einen Bart wachsen lässt. Das war ein wirklich wunderbarer Tag!

Heute….
Und vor ein paar Wochen 🙂

Dorf Düssel, Rittergut Schöller und der Steinbruch

Ihr Lieben. Es war mal wieder Wandertag mit Rolf und Otto. Diesmal hat Rolf eine Tour ausgesucht, zu der ich die Beiden zuhause um 11 Uhr abholte. Als wir in Köln losfuhren war strahlender Sonnenschein, an der Düssel war es dann etwas bewölkt. Aber immer wieder kam auch die Sonne durch und trotz niedriger Temperaturen hielten wir uns durch Bewegung warm. Wir fuhren zum Rittergut Schöller und parkten dort. Ja, genau, jenes Rittergut, wo das berühmte Eis erfunden wurde! Lissy, meine Wander-App war dann etwas verwirrt, wo wir langlaufen sollten (wie eigentlich oft: „UmKEhrEN!!!“), aber irgendwann waren wir auf unserer Route.

Sehr bald gelangten wir vom Gut an einen Steinbruch mit umgebenden dazugehörigen Fabrikanlagen. Dieses Bild sowie Eisenbahnen und Straßen prägten dann die nächste Stunde. Das war ein etwas trister Teil unserer Wanderung. Aber ehrlich: Ich hatte mir einen Steinbruch auch etwas idyllischer vorgestellt. Aber ab und zu blitzen Highlights durch, wie der Steinbruchsee oder mal eine Fernsicht. Auch ein Verkehrsschild und ein Sessel erheiterten uns.

Richtig schön wurde es dann im Dorf Düssel, einem Ortsteil von Wülfrath. Lange vor Düsseldorf (so etwa 200 v. Chr.) war ja das Dorf Düssel Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen! Ja, wirklich!!! Düssel glänzt mit zwei schönen Kirchen, einem netten Dorfplatz, Fachwerkhäusern und einem sehr netten Glühweinverkäufer mit sehr leckerem, hausgemachten Glühwein!

Ab da war dann viel Gegend angesagt. Weite Felder, schöne Fernblicke, hie und da auch mal ein Wäldchen. An Tieren mangelt es auch nicht. Schafe, Gänse, Pferde, Vögel, Hunde. Ziemlich am Ende der Wanderung mussten wir noch durch ein wunderschönes Gehöft, wo wir anfingen, herumzuspinnen, wie toll es wäre, ein solches zu haben.

Wieder zuhause angekommen (es war übrigens einiges an Verkehr los) nuckelten wir noch ein bisschen Wein und holten uns Take-Away aus unserem Lieblingswirtshaus in Poll. Das war ein wunderbarer Tag unter Freunden.

Cora hat ein Geschwisterchen!

Ja, Ihr Lieben, ich bin jetzt in dem Alter, in dem ich nicht mehr würdevoll auf mein Fahrrad steigen bzw. von diesem absteigen kann. Es gleicht mehr einem Ballett des Grauens. Wer zum Teufel dachte sich das „Herrenrad“ aus???? Ein neues Zweirad musste her!

Ich vereinbarte einen Termin zur Beratung in einem größeren Fahrradshop in Köln. 45 Minuten wurden mir eingeräumt. Heute war es soweit! Am Eingang wurde ich dann gefragt, welche Art Fahrrad ich denn zu kaufen beabsichtige. Ähm…. nun…. deswegen ja Beratung, murmelte ich verunsichert. Aha, okay, hinstellen, es kommt jemand.

Es kam ein Adonis mit Ladenlogo auf mich zu – yeah! – und bog eine Nasenlänge vor mir scharf links ab – doppelseufz. Ich verließ nach 5 Minuten Warterei gelangweilt meinen zugewiesenen Platz und strollte durch die Gänge. Leute, es gibt Fahrräder, die kosten so viel wie ein halbes Dutzend Thermomixe! Irgendwann wurde ich dann angesprochen, ob man mir helfen könne. Der orangefarbene Zettel, den ich mir ans Revers heften musste, wies mich nämlich als beratungsbedürftig aus. Ich erklärte, ich käme nicht mehr so einfach ohne groteske Verrenkungen auf meinen Sattel und wäre auch nicht mehr in dem Alter, in dem der Lenker wie ein Widderhorn über dem Vorderrad thronen müsste. Das täte meinem Rücken nicht gut. Ich wolle – wie es sich für einen Herrn mittleren Alters gezieme – meinen Lenker quasi vor dem Kinn haben.

Ahja, alles klar, wurde mir beteuert. Da müsse ein Trapezrohrgestell (oder so ähnlich) her. Angeguckt, draufgeschwungen. Mir war sofort klar, dass ich darüber in zwei Jahren auch nicht mehr würde steigen können. Ich fragte nach einem Herrenrad mit tiefem Einstieg. Also ein Damenrad?, wurde ich gefragt. Neinneinnein, ein Herrenrad mit tiefem Einstieg. Einen verdutzten Wimpernschlag später stand mein Berater mit einem sehr simpel anmutenden Dame… äh… Herrenrad mit tiefem Einstieg vor mir. Ich drehte eine Runde auf dem hauseigenen Parcour und der Bund war geschlossen.

Ich gebe zu: ich hatte jetzt auch nicht das Bedürfnis, 25 weitere Räder zu begutachten. Mein sehr freundlicher Berater versicherte mir, man könne – gerade weil es so ein einfaches Rad sei – nichts falsch machen. Und es ist eines der preiswerten Räder gewesen. Noch ein Schloss gekauft, dass schwerer als das Rad an sich ist (und fast so teuer!), eine Versicherung abgeschlossen (damit kann man Verkäufer unglaublich glücklich machen!) und den Abholtermin ausgemacht (morgen!).

Ich habe mir fest vorgenommen, bei schönem Wetter Radtouren zu unternehmen bzw. auch damit öfter zum Büro zu fahren. Jetzt fehlt nur noch ein Name. Cora ist mein Corona-Car, mit Conrad, dem Wackeldackel, und Kevin, Petras Wächter der Hutablage und in Personalunion Hüter einer unbezahlbaren Klopapierrolle. Denkt Ihr, es wird auch ein Name mit einem K-Laut?
Nee, ich denke, mein neues Veló sollte Jan heißen. Wisst Ihr wieso? Noch bin ich aber offen für andere Vorschläge.

Also, demnächst vielleicht neben den Wanderungen auch Radtouren hier im Blog.

Alles Liebe, Euer Gerry

P.S.: Braucht jemand ein gebrauchtes Fahrrad mit hohem, HERRschaftlichem Einstieg und Widderhornlenkern, die total sportlich aussehen??