Königsdorfer Forst

Ihr Lieben!

Heute war Wandern mit Rolf und Otto angesagt. Voraussetzung war, dass Rolf seine zweite Impfung von gestern schadlos überstanden hätte. Er hatte. Also, um 12:30 Uhr wurde ich abgeholt und wir fuhren in den Königsdorfer Forst. Nicht zu verwechseln mit dem Königsforst. Der Herr König hatte halt irgendwie viel Forst. Und wohl auch Dorf. Und so manches andere.

Mit Königsdorf an sich verbinden uns viele Erinnerungen und es verbindet uns noch immer viel. Viele Freunde haben dort gewirkt und gelebt und wirken und leben dort immer noch.

Der KöFo (um es nicht immer wieder ausschreiben zu müssen) ist jetzt nicht rasend spektakulär. Aber gut zu erwandern und mit ein oder zwei Schmankerln. Wir liefen zuerst durch ein Viertel von offenbar recht betuchten Menschen. Nun, die soll es ja auch geben. Aber wer soll das alles putzen, was die da so umbaut haben?

Wir liefen dann an einem ummauerten Grundstück vorbei, auf dem sich eine Altersresidenz für Nonnen im Ruhestand befindet und kamen dann im Forst an. Wenn so ein Wald unbelaubt ist, wirkt er ja erstmal ein bisschen trist. Aber die Sonne schien und die Vögel tröteten sich einen um die Wette. Manchmal mussten wir über umgestürzte Bäume klettern (von denen es Unmengen gab!) oder durch Schlammlöcher waten, aber alles in allem ein eher geruhsamer Spaziergang. Bis wir zu einem Hügel… ach, was sag ich!… einem Berg kamen. Ich war der Auffassung, dass wir den hochkraxeln müssen, bis Lissi (meine Wander-App) „Kehren Sie jetzt um“ krakeelte. Leider erst kurz vor dem Gipfel.

Wir liefen dann parallel zum eigentlich Pfad weiter und kamen an den Wanderhöhepunkt an: die Himmelsleiter! 218 Stufen, die wir hätten ersteigen müssen, wenn ich nicht schon fälschlicherweise zum Sturm auf den Berg geblasen hätte. Dort tummelten sich dann auch ein paar andere Wanderer, Jogger und Mountainbiker. Vorher waren wir einigermaßen einsam unterwegs.

Meine Wander-App röchelte uns dann noch einmal vor, dass wir nach links abbiegen müssten und dann verabschiedete sich mein Handy. Ich verstehe nicht, warum. Normalerweise hält mein Akku mehr als einen Tag. Wir sind dann mit Rolfs Navigationssystem wieder zum Ausgangspunkt zurück, haben also die eigentliche Route abbrechen müssen. Aber wir waren trotzdem gute 11 Kilometer unterwegs (statt der geplanten 13 bis 14) und haben noch eine hübsche Kapelle besucht (wo ich – was ich ja gerne mache- ein Kerzlein anzündete) und einen spektakulären Blick auf Brauweiler und über die Ebenen bis nach Köln gehabt.

Bei Rolf haben wir dann auf der etwas kühlen Terrasse noch den Nachmittag ausklingen lassen und ich fuhr in einer fast menschenleeren Bahn wieder nach Hause. Jasmina schrieb übrigens, nachdem Rolf Bilder der „Himmelstreppe“ postete, dass sie eine Woche vorher dort wandern war. Irgendwie sind wir ein Volk von Wanderern und Spaziergängern geworden. Ist das nicht herrlich deutsch? Nur das mit dem Kaffee und Kuchen muss ich noch üben, mir ist dann doch eher nach einem Wein 🙂

Hier kann man guten Gewissens von einer Tankstelle sprechen. Prost!

Decksteiner Weiher mit Stüssgenhof und Waldlabor

Ihr Lieben! Heute bin ich tatsächlich knapp zwei Unfällen entkommen und einem begegnet. Aber von vorne…

Heute war ich den einzigen Tag der Woche im Homeoffice und habe auf die Sekunde meinen Rechner heruntergefahren, weil hier die Sonne schien wie nix; daher begab ich mich auf Ausflugszielsuche in meiner Wander-App. Der Decksteiner Weiher sollte es werden. Wunderbar. Bisschen zu kurz, daher habe ich die Route etwas bearbeitet und einen kleinen Schlenker zum Stüssgenhof eingebaut. Nun ab ins Auto, über die Rodenkirchener Brücke und in Bayenthal abfahren Richtung Klettenberg.

Kurz hinter der Brücke machte dann vor mir ein Laster eine Vollbremsung, der ich mich mit gleicher Aktion anschloss. Millimeter vor dem Laster kam ich zum Stehen und der Fahrer hinter mir krachte nur nicht in mich rein, weil er sich auch aufs mittlere Pedal stellte und nach rechts ausscherte. Warum diese Vollbremsung?? Keine Ahnung! Nach einer Minute ging es weiter. Aber der Laster qualmte und es stank extremst nach verbranntem Gummi. Wahrscheinlich ist wegen der nahen Ausfahrt einer vor dem LKW eingeschert. Naja, jetzt weiß ich wirklich, was „mit dem Schrecken davongekommen“ heißt.

Das Navi sollte mich zu einem Parkplatz bringen, führte mich aber in eine Wohnstraße nahe dem Grüngürtel. Aber dort waren erstaunlich viele Parkplätze frei. Wanderschuhe an und los. In 300 Metern war ich am Geißbockheim, wo mein Spaziergang starten sollte. Da trainierten die Kicker vom 1. FC Köln fleißig vor sich hin und ich hab mir ein paar Minuten lang Fußballerwaden angeguckt. Nett. Dann ging es am nordöstlichen Ufer des Decksteiner Weihers entlang, den Kanal hoch bis zum Fort VI Deckstein und dem angrenzenden Felsengarten. Die Forts sind in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Befestigung errichtet, aber in den Kriegen bzw. danach geschleift worden. Die Überreste dienen jetzt unterschiedlichsten Einrichtungen als Heimat. Biergärten, Gedenkstätten, Künstlerateliers und dergleichen. Der Felsengarten ist eine kleine Schlucht mit pittoresken, bemoosten und nach Plan arrangierten Felsen. Nett. Dort kreischten zwei Kinder um die Wette, während die gelangweilten Mütter qualmend über eine weitere abwesende Freundin ablästerten. Die Kinder habt Ihr bestimmt gehört. Das muss so gegen 15 Uhr 30 gewesen sein.

Vom Felsengarten ging es zum „Haus am See“. Ich fürchte aber, es ist nicht das von Peter Fox besungene. Im Sommer und wenn es nicht coronabedingt geschlossen ist, boxt da bestimmt der Bär. Auf dem Minigolfplatz spielte ein Pärchen und vor dem Kiosk standen die Menschen Schlange für eine Eis oder Bier.

Weiter über KVB-Gleise auf eine große Wiese, die scheinbar dem RWE gehört, vorbei an Gut Stüssgenhof (der nicht besichtigt werden kann, da privat) zum Waldlabor. Hier wird mit Unterstützung diverser Einrichtungen und Firmen erforscht, wie der Wald der Zukunft aussehen könnte. Dazu werden offensichtlich versuchsweise fremde Arten angepflanzt. Eine nähere Besichtigung habe ich mir aber verkniffen.

Zurück am südwestlichen Ufer, wo sich die internationale Joggerszene tummelt und schrecklich viel rumatmet (ein Insiderjoke!), nochmal an den Fußballplätzen vorbei, wo übrigens eine FCK-Regenbogenfahne flattert (sehr vorbildlich!) und ab ins Auto. Jetzt führte mich das Navi auf stellenweise merkwürdige Weise durch Hürth. In einer Ministraße ging es dann erst einmal nicht weiter, bis dann doch wieder Bewegung in die Sache kam. Und das, weil alle Autos vor mir beschlossen hatten, an einem KVB-Bus, der sich mit einem Betonmischer geküsst hatte, über den Bürgersteig vorbei zu fahren. Na, das tat ich dann natürlich auch.

Letzte Station meines Ausflugs war dann der Handelshof, wo mir der schrecklichste aller Beinaheunfälle passierte. Ich hatte einen Kasten seeeehr teures Bier auf der unteren Ablage. Auf dem Parkplatz blockierte der Einkaufswagen plötzlich wegen eines Bodenrisses, der Kasten fiel von der Ablage, legte sich quer und die Hälfte der Flaschen kullerte über den Parkplatz. Gottseidank hielten die Flaschen. Ja, teures Bier = qualitativ hochwertige Bügelflaschen. 🙂

Also, das war ein schöner Spaziergang und ich kann den Decksteiner Weiher jedem nur wärmstens ans Herz legen. Wenn man länger als 2 Stunden laufen will, nimmt man noch den Beethovenpark oder andere Schlenker hinzu.

Allen ein schönes Wochenende!

Dhünntalsperre – östlicher Rundwanderweg

Heute, Ihr Lieben, muss ich mal ausdrücklich unsere Amy loben. Elke hat anhand von Tabellen errechnet, dass sie 80 Jahre alt wäre. Dafür ist unsere Lady noch ganz schön fit!

Elke holte mich um 11 Uhr bei mir ab und wir fuhren bis zum Wanderparkplatz Hutsherweg, von wo aus wir starteten. Wir liefen den südlichen Wanderweg, der durch Wald führt und die Talsperre ab und zu durch die Bäume schimmern lässt. Es gibt einen näheren Weg direkt am Wasser, aber der ist im Winter wohl immer und ab und zu auch sonst gesperrt. Gelegentlich stößt man auf eine Freifläche, was wir wegen des wolkenlosen Himmels und des tollen Sonnenscheins sehr begrüßten.

Anfangs waren gut Menschen unterwegs, aber das verteilte sich nachher prima. Manchmal waren wir für 1o Minuten komplett für uns alleine. Eine kleine Plage sind die Mountainbiker für uns (und wir wahrscheinlich für die). Elke hat mir aber eine große Freude bereitet, indem sie mich aufklärte, dass die meisten inzwischen auch mit Elektro unterwegs seien. Na sowas!

Ganz im Osten macht man einen scharfen Linksturn und läuft dann auf dem nördlichen Uferweg sehr nah am Staubecken entlang. Das ist für mich der schönere Teil gewesen, was man versteht, wenn man weiß, dass mein Sternzeichen Wasser ist. Wir haben uns dann auch mal auf eine Bank gesetzt, ausgeruht und auf das glitzernde Wasser geguckt. Wunderschön.

Nach einer Weile kommt man am Damm zwischen großer und kleiner Dhünn an. Der war wieder gut bevölkert, aber mit gesitteten Menschen, soweit ich das mitbekommen habe. Einige mit Picknickdecke. Ist aber auch ein grandioser Platz dafür! Eine letzte steilere Steigung hoch und schwups, waren wir wieder beim Auto. 13 Kilometer in 3 Stunden. Und ja, das lohnt sich wirklich!

Zuhause angekommen wurde ein Bierchen eingeschenkt und eine Pizza meines neuen Pizzabüdchens um die Ecke getestet. Die war überraschend lecker und somit hatten wir einen perfekten Tag. Außer Amy natürlich, der wir immer so einen Tort antun mit unserer nutzlosen Lauferei. 🙂 Amy, bist ne tapfere, alte Dame!

Mondorf, Sieg-Mündung und -Auen

Heute war schönes Wetter angesagt, Ihr Lieben, daher wollte ich mich mindestens mal für zwei Stunden bewegen; die Waage funkt nämlich ständig S.O.S., wenn ich sie besteige. Gott weiß, an wen… Da ich mit Elke morgen an die Dhünntalsperre fahre, wollte ich etwas in der Nähe und etwas unanstrengendes. Eine schöne Beschreibung fand ich für die Siegauen bei Mondorf. Das liegt nur 20 Minuten Fahrt von hier entfernt.

Obwohl ich erst um die Mittagszeit losfuhr, war es nicht besonders voll und ich fand umgehend einen Parkplatz direkt bei der Rheinfähre, die Mondorf mit Graurheindorf verbindet. Zuerst lief ich am Mondorfer Hafen entlang, umrundete einen See, der „Die Hütte“ heißt, kreuzte ein Gewässer namens Diescholl und fand mich in den Siegauen wieder.

Men kann da echt schön spazieren gehen. Es wechseln sich Auen, Wälder, Wiesen, Äcker, Gewässer und Ortsränder ab; man hat also ausreichend Abwechslung. Die Route ist sehr flach, daher auch für ungeübte Personen prima zu erlaufen.

Viele Tiere konnte man wieder sichten. Und vor allem hören: Spechte, Rabenvögel und lauter zwitscherndes Federvieh. Leider kann ich ja das Gezwitscher eines Rotkehlchens nicht von dem eines Pterodactylus‘ unterscheiden, daher weiß ich nicht, was mich so angepiepst hat.

In zwei Bäumen in den Auen hatte sich eine Kolonie langbeiniger Vögel in dutzenden von Nestern breit gemacht. Ich bin nicht sicher, ob das Kraniche oder Graureiher waren. Auf jeden Fall machten sie ordentlich Krach und begeisterten die staunenden Zuschauer mit ziemlich eleganten Flugvorführungen. In den Bäumen waren sie gut versteckt und ein jeder versuchte, mit seinem Handy einen der Vögel im Flug zu erwischen. Mir ist es einigermaßen verwackelt mit meiner Kamera gelungen.

Zurück geht es entlang der „Obersten Fahr“, an Müllekoven und Bergheim (das ein Fischereimuseum bietet) vorbei zurück nach Mondorf. Apropos Museum: es waren viele Angler da. Und eine Anglerin. Ich glaube, dass das die erste war, die ich in meinem Leben wahrgenommen habe. Ist glaube ich immer noch Männerdomäne.

Zurück in Mondorf war dann die Hölle los. Vor dem mittags verwaisten Eiskaffee standen (mehr oder weniger diszipliniert) Menschenmassen an und als ich zum Auto kam, wurde ich von drei Seiten flehentlich angesehen, ich möchte den Platz für nur sie räumen. Man muss jetzt wissen, dass ich zwei bis drei Minuten brauche, um meine Schuhe zu wechseln und das Navi einzustellen. Das gab zweien ausreichend Gelegenheit sich gegenseitig anzuhupen. Ich bin dann so rausgefahren, dass die nicht-hupenden Damen den Platz ergattern konnten. Hupen ist, glaube ich, auch noch Männerdomäne. Als ob es hilft.

Also, zusammenfassend: Ich habe mir mein Bier verdient (15.380 Schritte) und kann den Weg allen empfehlen. Morgen dann mehr aus dem Bergischen, wenn ihr mögt. 🙂

Schloss Benrath und Urdenbacher Auen

Ihr Lieben. Eigentlich wollte ich ja an diesem Wochenende mal eine Megawanderung machen. Dafür hatte ich mir die Wahnbachtalsperre ausgesucht. Gestern hatte ich leider zu lange geschlafen, um das zu realisieren und lief nur ein bisschen am Rhein vor meiner Haustür rum. War gut voll da. Und heute habe ich gottseidank zu lang geschlafen, um das zu realisieren und suchte mir etwas kürzeres aus. Ja, gottseidank, denn ich hatte eine neue Jeans an, die mir auf den heutigen 15 Kilometern die Oberschenkel so aufgescheuert hat, dass ich mich bei der längeren Wanderung wahrscheinlich knatschend mitten auf den Weg gesetzt hätte.

Die Alternative war eine Wanderung durch die Urdenbacher Kämpe, wo es unter anderem Auenwälder und den Altrhein zu bestaunen gibt. Gestartet bin ich – das war ziemlich dumm, wie ich zugeben muss – am Benrather Schloss. Sonntag. Schönes Wetter. Schloss. Dumm. Ich suchte ziemlich lange nach einem Parkplatz und der Grund dafür tummelte sich im Schlosspark. Aber man soll ja nicht über ein Problem jammern, dessen Teil man ist. Ich hatte gehofft, dass sich die Menschenmassen in der Aue dann etwas verteilen, aber auch dort war noch ganz schön viel los. Aber da ging es wenigstens ohne Maske, was übrigens auch alle außer mir und zwei oder drei anderen Personen am Schloss glaubten. 100 Menschen pro Quadratmeter mal Dummheit hoch 3.

Das Schloss ist ganz nett und der Park recht weitläufig. Es gibt Teiche und eine Orangerie, Flügelbauten; drumherum wohnen ganz arme Menschen in erbärmlichen Villen. Sehr pittoresk. Ich lief ein bisschen durch Benrath, wo es auch hübsche Fachwerkhäuser gibt, Richtung Fähre nach Zons und bog dort auf den Damm am Altrhein ein. Das ist schon echt schön da. Es sieht zwar alles ein bisschen abgestorben aus, aber dafür herrscht ganz schön viel Leben. Es zwitschert und quakt und gurrt – es wird ein Paradies für Ornithologen sein.

Ich bog auf den Weg zum Haus Bürgel ein, dort gibt es einen Pferdehof und ein römisches Museum. Jetzt dominiert Ackerlandschaft das Bild. Nach einer Weile stößt man auf den Rhein, wo zur Zeit immer noch Hochwasser ist und man Bäume mit von auch früheren Hochwassern ausgespültem Wurzelwerk bewundern kann; der Wanderführer nennt sie Märchenbäume.

Am Rheinufer entlang geht es dann wieder Richtung Norden zum Schloss zurück. Also, wenn man die passende Kleidung anhat, ist das eine schöne Wanderung ohne Steigungen. Besonders bei so schönem Wetter wie heute, wo ich mich peu a peu entzwiebeln musste. Am Ende hat ein T-Shirt gereicht.

Wanderung bei Lindlar

Ihr Lieben. Traumwetter hier seit Tagen, jetzt endlich Wochenende! Jetzt wandern. Mit Rolf und Otto gestern abgeklärt wohin und beschlossen war’s: Bergisches Land, Schloss Ehreshoven als Ausgangspunkt, dann über die Brücke von Kastor und weiter über Hohbusch und Hohkeppel.

Ich holte die Beiden bei sich zuhause ab und wir fuhren knapp 20 Minuten zum Ausgangpunkt der Wanderung. Witzigerweise teilte mir das Navi mitten auf einer vielbefahrenen Straße mit, ich habe nun mein Ziel erreicht. Hm. Irgendwie wollte ich das Auto dann aber doch nicht einfach dort stehen lassen. Wir fuhren ein paar Meter retour und fanden bei einem Restaurant einen Abstellplatz. Von dort aus führte uns Lissi, meine Wanderapp zuerst zu einem Wasserkraftwerk, einer kleinen Kapelle, dann über eine Hängebrücke sowie teils verschneite und vereiste, teils matschige Wege durch Wälder, über Wiesen und auch durch kleine Ortschaften vorbei zu schönen Aussichtspunkten. Und natürlich zum Wagen zurück.

Wir liefen etwa 12 Kilometer und hatten dabei Spaß, besonders auf den total vereisten Strecken, wo wir – ein bisschen mit den Armen rudernd – aber trotzdem vorwärts kamen. Wir kletterten einen Hochsitz hinauf, wo wir eine schöne Aussicht hatten. Wir besuchten ein kleines Kirchlein und liefen anschließend den sogenannten Liederweg entlang, wo wir trotz unserer herausragenden Performances keinen Plattenvertrag ergattern konnten. Ich intonierte „Am Brunnen vor dem Tore“, Rolf irgendwas mit Westerwald und Otto sang in einer Sprache, die ich nicht verstand. Vielleicht japanisch?

Mitten in der Pampa haben wir uns über eine Bushaltestelle lustig gemacht, an der der „Schulbus“ das erste Mal um 11 Uhr 30 Fährt. Erst zuhause stellte ich fest, dass diese Haltestelle für das fiktive Eifeldorf Hengasch ein Drehort war. Wie, „Hengasch“ sagt Euch nichts? Fataler Fehler! Googlen und angucken!

Ansonsten ist auffällig viel abgeholzt auf der Strecke. Borkenkäferprophylaxe wahrscheinlich. Das macht den Wald etwas trist, ermöglicht aber auch gute Ausblicke.

Es war auf jeden Fall eine himmelblau-klirrend-schöne Wanderung, die ich jedem ans Herz legen kann. Besonders, wenn man so nette und lustige Begleitung hat.

Ville-Seen-Platte

Als wäre ich gestern nicht schon genug gelaufen, Ihr Lieben, habe ich mich heute mit Elke und Amy zu einer Wanderung an der Ville-Seen-Platte verabredet. Es sollte ja heute überall so schön sonnig werden. Punkt 11 Uhr fuhren wir in Poll los, zum Startpunkt Wasserturm am Heider Bergsee. Von Sonne kaum eine Spur. Hm. Mal ehrlich, ist Meteorologie eigentlich eine Wissenschaft oder wildes Rumraten mit ab und zu mal Treffer landen? Grmphf!

Aber wir hatten trotzdem eine schöne Wanderung! Ein bisschen Schnee lag zu Beginn noch und die Luft war schön winterfrisch. Manchmal kamen wir nicht so wirklich an die Seen heran, dafür mussten wir an anderer Stelle fast drin baden. Vom Heider Bergsee ging es zum Bleibtreusee, wo wir am Strand der Wasserskianlage eine kleine Snackpause einlegten und zu unserer größten Verwunderung Schwimmern beim Baden zusehen konnten. Wohlgemerkt: Es lag Eis auf den Seen. Die Herrschaften kamen auch nach kurzem Aufenthalt krebsrot wieder heraus. Nunja, wem’s Spaß bereitet…

Wir liefen weiter zum Albertsee, am Franziskussee vorbei zum Untersee, ließen den Entenweiher rechts liegen und kamen dem Pingsdorfer See dann gefährlich nah. Die Wanderroute führte uns insbesondere dort durch Matschschlickschlammschmodder sondergleichen und wir rutschten und hangelten uns so mit Ach und Krach am Ufer lang. Manchmal mussten wir ein wenig Akrobatik bemühen, um über umgestürzte Bäume zu turnen. Amy hat das alles tapfer mitgemacht, obwohl sie nach zwei Dritteln der Wanderung wieder ihren „Seid-ihr-eigentlich-zu-retten-Blick“ aufsetzte. Wir hatten sie aber vorher vorgewarnt und sie wollte – das bekräftigte sie mit einem ohrenbetäubenden Jaulkonzert – unbedingt mit.

Elke war übrigens nach eigener Aussage schon am Vortag die Strecke abgegangen, um mir einen Maibaum (siehe Bild oben) hinzustellen, was ich ganz entzückend fand! Insgesamt ist die Strecke knapp 15 km lang und ist von viel Wald und Wasser geprägt. Und viel Matsch. Sehr viel Matsch! Durch zwei kleine Pausen und das abenteuerliche letzte Achtel der Strecke bedingt waren wir insgesamt 4 Stunden unterwegs. Wir fanden es schön, sind uns aber einig, dass im Frühjahr und bei klarem Himmel es uns noch besser gefallen hätte. 🙂

Selfie mit Hund, immer wieder eine Herausforderung!

Zuhause dann noch der fast schönste Teil einer Wanderung: Die Belohnung! Diesmal ein Hefeweizen. Yummie!

Wahner Heide – Geisterbusch

Heute, Ihr Lieben, ging es in die nähere Umgebung. Rolf, Otto und ich waren zum Wandern verabredet, da aber das Wetter instabil war, suchten wir uns eine kurze Wanderung in der Nähe aus. Es sollte ein Rundweg in der Wahner Heide werden, wo die Stadt Köln vor etlichen Jahren dachte: „Was für ein schönes Naturschutzgebiet mit so vielen schützenswerten Arten! Da können wir doch den Flughafen….“ Und so geschah es ja bekanntlicherweise auch.

Wir starteten in Rösrath, liefen unter der A3 durch und bestaunten erst einmal die … nunja …. interessante Bebauung am Rande der Wahner Heide. Bisschen Bauwagenplatz, bisschen Schrottplatz, bisschen heruntergekommenes Gewerbegebiet. Aber schon schnell waren wir in der Heide. Zu Beginn begrüßt von Pferden, Ziegen, Schafen und sogar einem Maultier (nehme ich an, denn für einen Esel schien es mir zu groß).

Die Heide selbst ist eine sehr schöne Landschaft, mit alten Eichen hier und dort und viel Ginster und Matsch und Gegend. Auf jeden Fall schön flach, man kam nicht aus der Puste.

Nach der Hälfte der Strecke langten wir an der Umzäunung des Flughafens „Konrad Adenauer“ an. Zurück ging es durch den Geisterbusch, wo eigentlich Schnucken und Schafe und Esel grasen sollten; die sind aber wahrscheinlich dann doch eher in ihren Winterunterkünften gewesen. Übrigens auch ein gefundenes Fressen (darf man das in dem Zusammenhang eigentlich so sagen?) für Ornithologen, wimmelt es doch hier von Vögeln aller Arten.

Eine Gedenkstätte lag auch auf dem Weg. Ausgerechnet „Hoffnungsthal“ hieß hier ein Gefangenenlager des zweiten Weltkriegs, wo unzählige Soldaten den Tod fanden – durch Folter, Hinrichtungen und Krankheiten.

Kurz vor Ende des Rundweges kamen wir noch an einer Greifvogelauffangstation vorbei, wo eine Mitarbeiterin gerade mit einem Sperber und ein Mitarbeiter mit einem Habicht Gassi gingen. Wir fragten, ob wir mal gucken dürften und hatten dann eine kleine Lehrstunde darüber, was dort alles so passiert: wie sich Vögel verletzen, wie sie aufgepäppelt werden… Zwei sehr nette Menschen und ein tolles Highlight! Man kümmert sich um etwa 70 bis 80 verletzte Tiere, die ausgewildert werden sollen, wenn sie wieder hergestellt sind, füttert aber auch wilde Vögel. Dazu trägt man dann ein paar „Futtermittel“ in den Taschen herum. Die Station gehört zum Komplex „Heideportal Turmhof“, wo noch andere interessante Projekte laufen. Übrigens: Hier kann man spenden.

Insgesamt sind wir knapp 10 Kilometer gelaufen und haben dafür eindreiviertel Stunden gebraucht. Bei Rolf gab es dann noch einen Glühwein und Käsewürfel. Das war ein sehr schöner Tag mit sogar drei Schneeflocken! 🙂

Die drei Schneeflocken…. 🙂

P.S.: Fressende Bäume hats hier. Bei „Herr der Ringe“ hießen die „Ents“

Otto-Maigler-See

Heute war Spazieren am Otto-Maigler-See angesagt. Der liegt im Kölner Westen und ist Teil einer Seenlandschaft, die im Sommer überaus gut besucht ist. Verabredet war ich mit Petra, die ich auf dem vollen Parkplatz am See zur verabredeten Zeit traf. Wir sind dann einmal um den See gebummelt und haben an zwei schönen Stellen eine kleine Glühwein- (latürnich alloholfrei!) und Blätterteiggebäckpause eingelegt.

Petra und ich haben uns coronabedingt mehr als ein Jahr nicht gesehen, deswegen war das ein sehr schöner Spaziergang. Zudem hatte sie mir vor geraumer Zeit schon ein Accessoire für meine Cora gehäkelt, das ich heute erhielt. Ein sehr schönes Geschenk!

Ein Foto von „Kevin“ auf der Hutablage reiche ich noch nach,
das von vorhin ist nichts geworden.

Obwohl der Parkplatz ziemlich voll war, haben sich die Spaziergänger sehr gut verteilt. Viele waren mit Kind und Kegel* und viele mit ihren treuen Vierbeinern unterwegs. Von Vorteil war, dass ich trotz der einfachen Strecke meine Wanderpumps angezogen hatte, denn die Wege waren sehr schlammig. Das Wetter war herrlich und wir hatten einige wirklich schöne Ausblicke auf Wasservögel, Angler und Surfer.

Danke an Petra für den schönen Nachmittag! Hoffentlich bis bald mal!

*) Wusstet Ihr, dass Kegel früher uneheliche Kinder und Bastarde (was ein unschönes Wort) bezeichnete?

Wanderung bei Lohmar

Liebe virtuellen Mitläufer! Heute früh bewegte ich mich zwar wie ein alter Mann (hm… je nach Perspektive bin ich das ja auch schon) wehleidig in meiner Wohnung, aber es war ja längst schon ausgemacht: Auch heute eine Wanderung, diesmal mit Elke und Amy. Diesmal im Rhein-Sieg-Kreis, Ausgangspunkt war der Bahnhof Honrath. Punkt 11 Uhr wurde ich eingesackt. Das Wetter war perfekt, wenn auch ein winzigkleinesbisschen mehr Sonne es noch schöner hätten scheinen lassen.

Wir liefen vom Bahnhof Honrath erst einmal in die falsche Richtung, was unsere Lissi (die WanderApp-Stimme) mit Genöle kommentierte. Also wieder um. Im Gegensatz zu gestern war die Wanderung insgesamt von viel offener Fläche, nur wenig Wald, dafür aber dann auch mal der ein oder anderen Straße und kleinen Ortschaft bestimmt. Wir liefen an einem Weihnachtsbaumwald, einer Geflügelauffangstation, vielen Bächen vorbei und seeeehr schlammige Wege entlang.

Erstes Highlight auf der sehr schönen Wanderung war das Gut Schiefelbusch. Man hätte dort logieren, Kuchen futtern oder ein Bierchen zischen und lokale Produkte erwerben können – in normalen Zeiten halt. Sehr schön war es dann an der Gammersbacher Mühle. Dort war auch verhältnismäßig viel los, aber alle konnten sich (und taten es auch) aus dem Weg gehen. Wir überlegten kurz, ob wir ein Getränk „to go“ dort erwerben, aber wir wollten unnötige Pinkelpausen vermeiden. Also weiter, aber erst nachdem wir ausgiebig die vielen Tiere bestaunt hatten. Amy hatte sich umgehend in eine Katze verliebt, die scheinbar aber ein bisschen zickig war. Mein Liebling war ein Wallaby-Känguru. Elke vermisste ein paar Esel. Also, liebe Betreiber….

Wir liefen dann durch Muchensiefen, einen Ort, der scheinbar nur aus pittoresken Fachwerkhäusern besteht und wahrscheinlich auf jeder Wanderkarte der Umgebung markiert war. Wir haben dann kurz überlegt, ob wir es toll fänden, wenn jeden Tag Dutzende von Wanderern an unserem Wohnzimmerfenster vorbei flanierten… aber je nun, an meinem Haus fahren täglich zehntausend Autos vorbei. Normalerweise sind Wanderer ja auch eher ruhig, es sei denn, sie haben ein Kind namens Marlene dabei. Fragen dazu? Elke oder mich ansprechen 🙂

Weiter ging es zum Aggerbogen, wo wir einen kurzen Blick auf das Flüsschen erhaschen konnten. An kilometerlanggezogenen Golfplätzen vorbei ging es dann zum Schloss Auel, was eigentlich eher ein Herrenhaus ist; aber natürlich klingt Schloss besser. Aufwärts ging es dann zur „Honrather Kö“, wie uns eine sehr mitteilsame Dame belehrte (die 86 Jahre alt war, aber echt auch für 60 durchgegangen wäre!), wo wir kurz vor Rückkehr zum Auto noch Burg (auch eher niedlich als wehrhaft) Honrath und ein kleines Wildgehege bestaunen durften.

Lieben Leute. Kann man laufen, ist wirklich schön! Elke und Amy besten Dank für die schöne Begleitung!