Tag 11: Schlucht ohne Ausgang

Heute in der Schule sind wir bei einem Schreckensthema angekommen, dem sogenannten subjuntivo. Aber wir haben erst unsere Zehen in das tiefe kalte Wasser dieses Themas gesteckt und haben mit dem negativen Imperativ angefangen. Tief reinspringen werden wir dann im Laufe der restlichen Woche. Es gibt einfach zu viele Zeiten und zu viele Ausnahmen in der spanischen Sprache.

Nach der Schule fuhr ich mit dem Bus zum botanischen Garten. Es ist eher ein Park als ein Garten, aber ganz sehenswert. Es gibt viele Themenbereiche zu den verschiedenen Arten der Fauna auf der Insel, Lorbeerwald, Kiefernwald, Küstenfauna etc. Nur rasend viel blühendes gab es nicht zu sehen. Der Eintritt ist frei, also für einen erholsamen Kleinspaziergang ein wunderbarer Ort.

Die paar verstreuten Sehenswürdigkeiten des Parks sind schwer zu finden, die Beschilderung ist nicht wirklich optimal. Der Brunnen der Weisen war übrigens versiegt, naja, wen wunderts.

Während meines kleinen Spaziergangs kam ich auch an einem österreichischen Ehepaar vorbei, sie keifte ununterbrochen auf den auf einem Mäuerchen sitzenden Mann ein, der nur resigniert den Kopf hängen ließ. Er hat ihr wohl das ganze Leben verdorben, leider hörte ich nicht heraus, wie.

Im botanischen Garten lief ich von oben nach unten, das heißt von den Bergen ins Tal. Am Talausgang gab es leider keinen Bus. Ich beschloss daher spontan, eine Wanderung durch den Barranco de Guiniguada zu machen. Ein kleiner unvorbereiteter Schnellschuss, denn der Barranco war extrem lang und nahm quasi kein Ende. Zudem waren meine neuen Turnschuhe eine Qual.

Aber am Ende habe ich doch herausgefunden und war wieder in der Stadt und bin so immerhin heute – behauptet zumindest meine Zeitachse – fast 25 km gelaufen. Ich finde, das ist für so einen alten Knacker wie mich schon was.

Am Abend fuhr ich noch mal in die Stadt rein, und habe mich in einer Bar am Las Canteras-Strand mit einem jungen Mann unterhalten, das war ganz nett. So richtig flüssig will das noch nicht so aus mir raus, ich fürchte fast, es ist eine kleine Qual, mir beim Ringen nach Worten zuzuhören. Das hat den guten Mann aber nicht abgeschreckt und so plapperten wir zwei Stunden lang. Dann lief ich die Promenade einmal hoch und wieder runter. Abends zumindest schon einmal sehr nett da. Meine Kilometerbilanz heute ist más que extraordinario.

Jetzt bin ich wieder zu Hause, sehr, sehr müde, schreibe noch schnell diesen kleinen Text zu Ende und freue mich dann auf mein Bett!

Bis morgen, wenn es wieder heißt, Nachrichten aus Las Palmas – Noticias de las Palmas.

Euer Gerald

Und hinterher behauptete der Friseur noch, ich hätte mehrmals deutlich „Marge Simpson“ gesagt…
Das ist dann übrigens Costa Ayala

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