Tag 12: Lysekil, Schweden 🇸🇪

Ihr Lieben,

gestern Nacht fuhren wir im Oslofjord noch an einem Feuerwerk vorbei. Das war schon klasse, wobei ich nicht weiß, ob es wirklich für uns gedacht war oder ob Hägar der Schreckliche einfach nur Geburtstag hatte.

Heute dann Lysekil. Lysekil, das „k“ wird wie ein „ch“ in „ich“ ausgesprochen, darauf legte die Reiseleitung vor Ort viel Wert („Wir killen nicht“), ist als Anlegeziel eher Bed&Breakfast als Grand Hotel. Aber immerhin gibt es in der Nähe Felsritzereien aus der Bronzezeit. Diese befinden sich 20 Kilometer vom Hafen entfernt in Tanum. Um 8 Uhr 15 ging es mit dem Bus los. Wie Ihr wisst, ist das haargenau meine Zeit! Unsere Begleiterin hieĂź Jutta, ist Schweizerin und lebt seit Jahren hier mit ihrem schwedischen Mann in der Gegend. Sie hat ein bisschen ĂĽber die Gegend hier und die bewegte Geschichte Westschwedens gesprochen. Bei den Felsritzereien hat sie dann ausfĂĽhrlich ĂĽber den Stand der Untersuchungen zur Herkunft dieser so um die 3000 Jahre alten Hinterlassenschaften unterrichtet. Das ist schon spannend. Zu wissen, dass da irgendwer lange vor Christi Geburt eine Nachricht – zu welchem Zwecke auch immer – aufgezeichnet hat. Die bekannteste Felsplatte nennt man hier „Schuhmacher“, da es FĂĽĂźe und eine Art Schuhe zu sehen gibt. Neben vielen Tieren, Schiffen, menschlichen Darstellungen und dergleichen. Bei der Weiterfahrt konnte man aus dem Busfenster weitere Schnitzereien erspähen.

Wir fuhren zurück nach Lysekil, dort zum Nordhafen. Auf dem Weg dorthin gibt es moderne Felschnitzereien. Sie wurden 1914 von zwei schwedischen Auswanderern vor ihrer Abfahrt in die USA in die Granitwände eingemeißelt. Ein nettes Kontrastprogramm. Wir fuhren dann noch durch Lysekil und bekamen ein paar Fakten zum Ort erzählt. Es sind nicht die Höhlen von Lascaux und es ist auch nicht Stockholm, aber es war insgesamt ein entspannter und interessanter Ausflug.

Beim Schiff angekommen wechselte ich kurz meine Klamotten (heute früh brauchten wir Anorak, mittags reichte dann aber Sommerjacke) und erlief mir noch einmal den Ort. Hafen, Kirche (in der gut was los war) und die Holzhäuser auf den Hügeln. 7000 Einwohner nur. Entsprechend beschaulich. Nett.

Morgen sind wir wieder in Dänemark, daher musste ich am Nachmittag wieder in die bordeigene Praxis zum Antigentest. Und da das das ganze Schiff betrifft, dachte ich, dass da ein Andrang wie einst zum Sommerschlussverkauf bei C&A herrscht. Aber es ging vergleichsweise ruhig zu, da der geneigte Kreuzfahrer ĂĽberall gerne der erste sein möchte und der größte Sturm auf das Bordhospital schon morgens stattfand. Am Abend – nach einer Durchsage, dass die dänischen Behörden keine ungetesteten Touristen an Land lassen wĂĽrden – knubbelte es sich dann noch einmal bis ins Treppenhaus.

Ja, Ihr Lieben. Darf ich denn zukünftig behaupten, ich wäre in Schweden gewesen? Meinem Land Nummer 51 bis 54 (je nach Zählweise)? Reicht dafür ein Tag Lysekil? Nun, ich werde die Weltkarte entsprechend ändern, plane ich doch sowieso eine Städtereise nach Stockholm. Wann die stattfinden kann, muss ich mal sehen.

Ja, das war es dann auch schon für heute, ein eher erholsamer als trubeliger Tag. So sind wir morgen ausgeruht genug für die dänische Hauptstadt.

Liebe GrĂĽĂźe, Euer Gerald

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