Tag 7: Hermanus, die erste

Ihr Lieben,

heute mussten wir von Kapstadt Abschied nehmen. Tzionas Lovemore sollte um 10 Uhr 30 die Wohnung übergeben bekommen und so saßen wir, wie immer bei einer Wohnungsabnahme viel zu früh, auf gepackten Koffern, wartend aufs Christkind. Er war aber dann recht pünktlich und entließ uns aus der Wohnung, ohne noch das Tafelsilber zu zählen. Sehr unkompliziert. Gerald, der Housekeeper von unserer Vermieterin Margot für die Villa in Hermanus, bat uns, gegen 14 Uhr zu kommen. Prima, dachten wir. Genug Zeit, um die Strandhäuser am Strand in St. James zu besuchen und den Pinguinen in Betty’s Bay Hallo zu sagen.

Nun, die bunten Strandhäuser, eines der beliebtesten Fotomotive in der Kapregion, erreichten wir erst nach anderthalb Stunden. Man kann die Entfernungen hier nicht in deutsche Relationen setzen. Für 60 Kilometer braucht man einfach eine Stunde. Die Strandhäuser…, was für ein Unterschied, verglichen mit dem Besuch von vor ein paar Jahren. Die Häuschen sind ein bisschen verfallen und verwahrlost, einige haben wohl teilweise gebrannt. Es ist aber immer noch einen kleinen Abstecher wert. Die weitere Fahrt war sehr interessant und schön. Wir kamen an Khayelishta vorbei, einem UNGLAUBLICH großen Township. Das nahm gar kein Ende. Ich habe später nachgelesen. Vor zehn Jahren lebten 350.000 Menschen dort. Auf der anderen Seite hatten wir traumhafte Küstenabschnitte und tolle Landschaften. Dazwischen aber natürlich auch Gewerbe- und zersiedeltere Wohngebiete. Mit diesem kleinen Strandhausfotostop benötigten wir nach Hermanus tatsächlich weit mehr als drei Stunden.

In Hermanus angekommen…. WOW. Das ist keine Villa, das ist ein Anwesen. Uns drei Junx fiel die Kinnlade runter, dabei haben wir schon hohe Erwartungen gehabt. Den Mädels ging es später nicht anders. Man kann es nicht beschreiben. Wir Kapstädter hatten im Spaß überlegt, wir müssten vor den Franschhoekerinnen im Haus sein, um uns die besten Schlafzimmer zu sichern. Äh. Es gibt kein schlechtes Schlafzimmer! Und jedes hat ein En-Suite-Bad. Es gibt drei Wohnzimmer. Es gibt einen Quasi-Park ums Haus herum. Pool. Doppelgarage. Boule-Bahn. Ach, man kann es nicht beschreiben, ich erwähnte es bereits. Ike als Vermieterin einer Unterkunft in Franschhoek bekommt sich gar nicht mehr ein, sie weiß ja, was das alles so kostet. Denn sowohl innen als auch außen ist auch noch alles vom Feinsten.

Empfangen wurden wir durch Gerald. Ja, Ihr lest richtig. Hatte ich an anderer Stelle erwähnt, dass unser Mietwagenagent in Kapstadt auch Gerald heißt? Ich muss hierherziehen, hier ist das ein normaler Name, nicht so exotisch wie in Deutschland. Gerald erklärte uns alles, Soundsystem, Kaffeemaschine, Feuerstellen, etc. pp. Und dann natürlich die Alarmanlage. Zum Thema Alarmanlage würde ich gerne auf den Bericht zu meiner Kapstadtreise 2018 verweisen. Hm. Eigentlich dann doch nicht, ich komme etwas doof dabei weg.

Wir hatten auch einen Sekt aufs Haus, den wir 5 Reisende dann zusammen schlürften. Drei Nächte leben wir jetzt wie Scarlet O’Hara vorm Bürgerkrieg und freuen uns ein Loch in den Bauch! Wir beschlossen, es uns erst einmal hier gut gehen zu lassen, riefen vom kleinen Poolbereich aus ein Grillrestaurant wegen einer Reservierung an und planten, vor dem Restaurantbesuch noch einen kurzen Spaziergang in den Ort sowie den Einkauf notwendiger Frühstücksutensilien.

Die ersten Eindrücke vom Pfad – dem Cliffpath – in die Stadt riefen mir in Erinnerung, warum ich hier Zeit verbringen wollte. Es ist ein so fantastischer Flecken Erde! Dieses tiefblauen Meer! Dieser Himmel, diese Natur! Ernüchtert wurden wir, als wir merkten, dass schon alle Läden seit dem frühen Abend geschlossen waren. Egal, dann eben morgen früh einkaufen.

Das Essen im Restaurant war dann recht gut. Das Char’d Grill hat sich, wer hätte es gedacht, auf Fleischspezialitäten spezialisiert. Wir hatten einen fantastischen Kellner, der uns alles erklärte, was er über die Küche wusste und wir wurden dann mit unseren Bestellungen auch nicht enttäuscht. Riesenburger. Dried Beef. Fillets. Die Beilagen. Alles sehr gut und oft extravagant.

Ike und Silke, die wegen des nun folgenden Vorfalls lieber pseudonymisch als Hanni und Nanni tituliert werden wollen, mochten nur mit einem Uber zurück zum Haus, obwohl wir Männer über übermenschliche Kräfte verfügen und sie auf dem Fußweg, für den wir uns entschieden, beschützt hätten. Wir kamen fast zeitgleich am Haus an. Plötzlich lälülalü. Da hatte doch jemand statt auf Deaktivierung der Alarmanlage auf den Panikknopf gedrückt. Otto, unschuldig daran, hat dem später auftauchenden Scurity-Mann alles erklären können. Ja, Leute. So tritt man auf! 🙂

Wir haben dann noch in einem der drei Wohnzimmer den Kamin angeschmissen und uns einen gepichelt. Ike hatte dankenswerterweise einen Karton Wein mitgebracht. Und dieser Eintrag wurde spät geschrieben. Und ich bin mü….

Morgen ist Wandern angesagt. Lauft Ihr mit?

Liebe Grüße, Euer Gerry

Gottseidank sind Diebe immer so einfach an ihrem Aussehen zu identifizieren.

2 Gedanken zu „Tag 7: Hermanus, die erste“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.