Tag 3: Gerunzelte Kartoffeln

¡Buenas noches de la Costa Ayala à todos!

Heute Nacht hat es furchtbar gestürmt, und zwar so stark, dass ich durch das Pfeifen des Windes wach wurde. Als dann um 7 Uhr der Wecker klingelte, war ich noch nicht wirklich ausgeschlafen. Heute früh dann wieder Schule, erneut sehr anstrengend. Zu meiner großen Freude gab es viel Gruppenarbeit, und ich war erleichtert, dass ich nicht neben einem der fortgeschritteneren Mitschüler saß. Eine Person im Kurs hört sich furchtbar gerne selber reden, spricht aber so schnell, dass es zumindest für mich keinen praktischen Nutzen hat, ihr zuzuhören. Aber insgesamt macht der Kurs immer noch viel Spaß, und ich denke mit der Zeit werde ich ein Hörgefühl entwickeln. Wir haben heute Aufnahmen von Muttersprachlern diverser spanischsprachiger Länder gehört, es ist manchmal sehr schwer zu verstehen, was gemeint ist, da es tatsächlich auch dialektische Einfärbungen gibt. Wahrscheinlich aber nicht so schlimm wie beim Bayrischen.

Nach der Schule brach ich zum Diözesanmuseum auf, durch das man auch Zutritt zur Kathedrale hat. Auf dem Weg dorthin kam ich auf der Calle Triana an einer ellenlangen Schlange vorbei: hier gibt es etwas umsonst, dachte ich. Am Kopf der Schlange angekommen stellte sich heraus, dass sie an einer Modelagentur anstand. Kurz überlegte ich, mich dazu zu gesellen, aber irgendwie lag mein Haar nicht richtig.

Santa Ana

Die Kathedrale ist relativ schlicht, der Innenraum wirkt aufgrund der verhältnismäßig wenigen tragenden Säulen recht groß. Das Museum selber ist mehr als übersichtlich, vielleicht zwei Dutzend Bilder der Bischöfe von Gran Canaria und zwei weitere Dutzend Bilder mit religiösen Motiven, ein paar Kruzifixe, 2 bis 3 Monstranzen. Aber der Innenhof ist sehr schön. Das Gebäude ist ein kanarisches Anwesen im Stil des 16. Jahrhunderts.

Der Innenhof des Museums.

Gegenüber von Santa Ana gibt es diverse Hundeskulpturen. Es gibt ja einige Theorien über die Herkunft des Namens Kanaren. Unter anderem die, dass hier viele Hunde (lat. canus) gelebt haben sollen.

Nach dieser Besichtigung setzte ich mich in eine Straßenrestaurant, nahm papas arrugadas zu mir und trank ein Bier. Die, wie es in der Speisekarte hieß, „gerunzelten Kartoffeln“ waren wunderbar. Ich liebe sie sehr. Nicht schlecht staunte ich, als die Rechnung kam, auf der stand, ich hätte eine halbe Portion gegessen,denn ich habe sie nicht ganz geschafft. Von der Portion wäre die halbe Schulklasse satt geworden.

Hmmm… ¡qué rico!

Mit dem Bus fuhr ich dann noch einmal zum Corte Inglés. Heute war es ziemlich leer dort. Ich lief einmal durch alle sechs Etagen, habe aber nur in der Lebensmittelabteilung ein paar Kleinigkeiten gekauft.

Mit dem Bus bin ich dann nach Hause gefahren, habe mir den Fernseher angemacht, spanische Nachmittagsberieselung mit Untertiteln, und bin darüber eingeschlafen.

Jetzt gleich gibt es den gestern erstandenen Octopus, dazu ein schönes Glas Wein, und dann werde ich mir wieder spanisches Fernsehen antun. Vielleicht hilft mir das ja, ein besseres Verständnis für die gesprochene Sprache zu bekommen.

Bis morgen, macht es gut!

Alles Liebe, euer Gerald

Eigentlich wollte ich ja jedem einen solchen Schinken mitbringen. Aber die Gepäckwaage sagt nein…
Man kann dem Ganzen nicht entkommen.

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