In der Höhle der Atta

Ihr Lieben,

das Hotelzimmer ist zwar ein wenig altbacken eingerichtet, aber sehr sauber und gemütlich. Ich habe sehr gut geschlafen. Vom Frühstück war ich anfangs etwas enttäuscht, bis ich merkte, dass ich gar nicht gezwungen war, das Rührei in Bauschaumkonsistenz oder die hartgekochten Eier, bei denen das Eigelb schon grün, war zu essen. Man konnte prima gesondert Eierspeisen bestellen und Kaffeespezialitäten hätte es auch noch gegeben. Alles in allem ist alles für einen guten Start in den Tag vorhanden.

Nach dem Auschecken machte ich mich zu einer kleinen Wanderung auf. Dabei begegnete ich dem Burgesel, sowie einigen Pferden. Ich kann Eseln scheinbar gar nicht mehr entkommen. Die Wanderung führte an Ententeichen vorbei, durch einen schönen Wald, wo man zwischen den Bäumen ab und zu einen Blick auf die Burg erhaschen konnte, über die Bigge bis nach Attendorn, wo ich die Atta-Höhle besuchte, so benannt nach der Fürstin Atta, die auch Namensgeberin von Attendorn ist. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich war in der ersten Gruppe!

In der Atta-Höhle selbst sind Fotografieren und Filmen verboten. Aber es gibt genug Bildmaterial im Internet, so dass ihr euch dort einen Eindruck verschaffen könnt. Sie ist schon extrem sehenswert! Bei kühlen 9 Grad liefen wir die zehn Hauptkammern entlang und wurden durch einen ortskundigen Führer begleitet, der alles lehrreich und unterhaltsam erläutert hat. Beinahe hätte ich den Souvenirladen leergekauft, aber mir fiel rechtzeitig ein, dass ich keinen Hasen aus Onyx und auch keine Käsespezialitäten aus der Höhle benötigte.

Im Anschluss schaute ich mir das Zentrum von Attendorn an. Unspektakulär nett. Der Höhepunkt ist der Sauerländer Dom, der Mittelpunkt des recht geschäftigen Zentrums. Ohne jemanden auf den Schlips treten zu wollen: gäbe es nur dieses Zentrum, müsste man nicht nach Attendorn fahren. Aber: Neben Burg und Höhlen gibt es als dritte Attraktion die Biggetalsperre. Dort führte mein nächster Weg hin.

Ja, was soll ich sagen, ein Stausee. Finde ich immer sehr hübsch. Auf jeden Fall könnte man länger mal hier in der Gegend bleiben, auf dem Stausee Bötchen fahren, ein paar Wanderungen unternehmen, Museen gibt es auch noch.

Dann wurde es Zeit, Richtung Heimat zu fahren! Es folgt ein weiterer Traktat über die Deutsche Bahn. „Herrjeh!“, stöhnt da der sonst geneigte Leser, aber es muss sein. Liebe Bahn, GEHT DOCH! Ich durfte sogar einen Teil der Strecke mit einem IC fahren, bis die Zugleiterin durchsagte, die 9-€-Ticketler müssten in Letmathe jetzt den Zug verlassen. Es stieg eine bemerkenswerte Gruppe an Personen aus. Bemerkenswert nicht wegen der Zahl, sondern wegen des enorm hohen Partypegels. Ich sprach zwei – wie sich später herausstellte – Norweger an, die begeistert seit Wochen durch Deutschland pesen. 9 Euro für Transport und der Alkohol für ihre Verhältnisse extrem billig. Norwegische Zeitungen haben in vielen Artikeln anscheinend diese Art „Schnäppchenurlaub“ angepriesen. Ich googelte später mal, das hat man in vielen Ländern getan. Mich deucht, die Aktion bringt eine Menge ausländischer Touristen hierher, die sonst kein Interesse an unserem Land gehabt hätten. Finde ich gar nicht mal so schlecht.

Also, dieser kleine Ausflug war sehr schön. Und ich habe heute noch einen schönen Abend daheim vor mir, sowie einen völlig entspannten Sonntag. Natürlich macht eine Übernachtung es teurer, aber man muss ja nicht immer in einer Burg nächtigen und dort das ganze Menü einmal rauf und wieder runter fressen.

Bis zur nächsten Tour grüßt euch euer

Sogar einen Milchwanderweg gibt es
Das wäre eine Hotelalternative direkt an den Höhlen. Ach, ich hab alles richtig gemacht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.