Ihr Lieben,
es ist wieder mal Zeit für Klatsch und Tratsch und zwei oder drei kleine Rezepte.
Am Montag war meine Vermieterfamilie hier, um mit mir schon einmal die Übergabe vorzubereiten. Denn ich wollte mir jetzt nicht noch im April mögliche weitere Arbeiten ans Bein binden. Erfreulicherweise gibt es keine Beanstandungen an dem Zustand der Wohnung (sie ist, wenn man die Mietzeit betrachtet, auch erstaunlich wenig abgewohnt) und wir kamen sogar überein, dass die Küche wegen Abkaufs verbleiben kann. Das ist eine Erleichterung für mich, ich sah mich schon drei Tage lang Arbeitsplatten zersägen. Die den Neffen versprochenen Küchengeräte bleiben allerdings auch drin, dafür erhalten sie dann Geld, womit sie sich wenigstens eine Spülmaschine kaufen können.
Ansonsten bilde ich mir ein, dass ich jeden Tag etwas packe, aber in Wirklichkeit schiebe ich Dinge einfach nur von einer Stelle an die andere. Ich werde die Ostertage wohl aufs Packen verwenden und alles, was ich danach noch wirklich benötige, kommt am Tag vor dem Umzug in die Kiste. Der Umzug ist übrigens am 16. April, ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnte.
Man muss sich ja auch um Strom, Internet, Ummeldung und dergleichen kümmern. Ich war bei meinem Internetanbieter im Laden, die wollten mir ohne Entgegenkommen einfach für ein Heidengeld alles neu verkaufen („Nein, Ihr teuer bei uns gekaufter Router kann dann nicht mehr eingesetzt werden.“), inkl. Anschlussgebühren!!!! Sachma!? Ich kündigte und bekam umgehend Post, man wolle mich doch soooo gerne behalten. Diese Flachpfeifen. Sorry. Wieso muss man erst das Klientel verärgern und dann angeschlichen kommen? Problem ist, dass andere Anbieter sich ja auch so verhalten.
Am Samstag hätten wir eigentlich Familientreffen in Grevenbroich gehabt, daher entschloss ich mich, erst ein paar Sachen zu Luis zu bringen, um dann nach einer Couch in einem Möbelhaus in Pulheim zu schauen. Ich saß im Beratungsgespräch, als mein jüngerer Bruder schrieb, ob ich meinen jüngsten Neffen in Mönchengladbach abholen könne, er selbst sei krank. Ich sagte dem freundlichen Möbelverkäufer Tschüss (was der jetzt wohl denkt) und flitzte mit Benjiro gen Norden. Auf dem Weg dorthin klingelte mein älterer Bruder durch, mein Vater sei gestürzt und mit RTW auf dem Weg ins Krankenhaus. Wir riefen zusammen meinen ältesten Neffen an, der hatte Kuchen gebacken. Ich hatte übrigens Mousse au chocolat im Kofferraum. Langer Rede… es gab kein Familientreffen, alles war sehr chaotisch. Gottseidank ist Papi wieder daheim, die Platzwunde wurde geklebt.

Aber auch sonst war Chaos^10: Am Sonntag wollte ich für einen Kollegen herzhafte Knabbereien backen, die Abteilung hatte sich überlegt, ihm ein kleines Buffet zu zaubern. Er ist der Haustechniker und uns war klar, das gibt mächtig viel Kolleg*innen-Besuch. Ich bestellte alles nötige für Freitagabend beim REWE Lieferdienst. Der Fahrer verspätete sich, drückte mir hastig die Tüten in die Hand und purzelte die Treppe hinunter. Leider fehlte mindestens eine Tüte, denn wirklich alles für den Geburtstag fehlte. Die fehlenden Waren besorgte ich dann quasi Samstagnacht noch im Supermarkt. Die Reklamationsbearbeitung bei REWE war dann unterirdisch, ich werde da nicht mehr bestellen. Da hat mich Stunden gekostet. Ich hatte übrigens auch einen Reklamationschat mit einem Versandhändler über verdorbenen Wein. Der war so absurd, aber so kompliziert, das muss ich Euch persönlich erzählen. Festhalten kann man aber, dass Chat-Bots ziemlich dumm sind.
So, was gab es denn zu essen? Die Mousse ist einfach: 300 Gramm Zartbitterschokolade werden im Wasserbad in 200 ml Sahne aufgelöst, diese Mischung wird, aber abgekühlt!, unter 400 ml geschlagene Sahne gehoben. Eigentlich ist es eher eine Ganache, kommt aber sehr nah an eine Mousse au Chocolat dran. Fotos habe ich leider keine gemacht.
Dann gab es noch ein Saté-Huhn, das hat mal wieder für drei Tage gereicht, war aber sehr lecker.

Die Blätterteigschnecken habe ich fast so wie hier gemacht, aber die Füllung setzte sich diesmal aus 150 Gramm Kräuterfrischkäse, zwei Eiweiß, zwei kleinen Packungen Schinkenwürfeln und 150 Gramm geriebenem Emmentaler zusammen. Das reichte für zwei Blätterteigrollen aus dem Kühlregal. 20 Minuten backen, Eigelb drüber nicht vergessen.

Die Lachsrolle gehört ja inzwischen auch zum Standardrepertoire in jedem Haushalt: 300 Gramm Spinat gehackt und einmal mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss erwärmen. Sehr gut ausdrücken, sonst wird der Teig zu wässrig! Mit 150 Gramm geriebenem Gouda, 5 Eiern und italienischen Salatkräutern (da ist dann Knobel drin) vermengen und bei 160°C im Ofen auf einem Backblech verteilt 12-13 Minuten stocken lassen. Wenn man auf das Backpapier Trennspray sprüht, hat man nachher auch keine Probleme beim ablösen. Abkühlen lassen, eine Packung Meerrettich-Frischkäse mit ein bisschen Crème fraîche verrühren (sonst ist der zu „hart“) und würzen, auf der Spinat-Ei-Käse-Platte verstreichen, Räucherlachs darauf verteilen und in Frischhaltefolie einrollen. Beides kam übrigens ganz gut an, aber die anderen Sachen auf dem Buffet waren auch mehr als genießbar! Das Geburtstagskind hat sich gefreut.




So, Ihr Lieben, es wird Zeit fürs Abendessen. Es könnte der Eindruck entstehen, dass mein Leben fast nur aus Essen besteht. Ähm. Ja. Also.
Liebe Grüße, bis bald, Euer

P.S.: Wie schlau ist es eigentlich, sich in meinem Alter noch eine teure Wohnlandschaft zu kaufen? Ich hadere gerade.
P.P.S.: Ich sollte übrigens über die Kölner Olympiabewerbung abstimmen… Auf der einen Seite hätte man sich ja eine Modernisierung der Kölner Sportstätten wünschen können, die sind nämlich unter aller Sau. Aber ob da Geld für aus dem Olympiatopf geflossen wäre? Man darf es bezweifeln. Und da Köln ja nun wirklich NICHTS auf die Reihe bekommt…


Gib mir mein Herz zurück, bevor’s jemand anbeißt…