Ihr Lieben,
neinneinnein, dieser Schnipsel handelt nicht von einer unstandesgemäßen Liebe, wie der Fontane’sche Titel es vielleicht vermuten lässt. Vielmehr plaudere ich heute viel über Dinge, die bei einem Umzug einfach schief gehen bzw. unnötig verkompliziert werden können.
Zum Beispiel die Ummeldung. Bei der Wohnungsübergabe habe ich die Einzugsbestätigung der Vermieter beigehabt, aber in der Aufregung vergessen, sie unterschreiben zu lassen. Merkte ich aber erst, als ich mich online ummelden wollte. Egal, ausgefüllt, per Mail rausgeschickt, nur wenig später hielt ich sie in der Hand. Online-Ummeldung gestartet, mit E-Ausweis-App registriert und alles lief gut. Ich bekam die Meldebestätigung per Mail, man kümmere sich jetzt um die Aufkleber für den Personalausweis.
Einen Tag später wurde ich aufgefordert, die Ummeldung elektronisch abzuschließen. Wieder mit Ausweis-App. Und das Drama begann. „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte erneuern Sie die Ausweis-App auf dem Handy. Dann starten Sie bitte von vorn.“. OK, nächster Versuch: „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte erneuern Sie die Ausweis-App auf dem PC.“ OK. Versuch Nummer 3: „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte sprechen Sie beim Amt persönlich vor. Bitte erledigen Sie das binnen Monatsfrist. Nächster freier Termin im August 2037. Oder Sie gehen an einem Mittwoch hin, da ist keine Terminvereinbarung erforderlich.“. Ja, SACHMA!!!

Ich also am darauffolgenden Mittwoch um 7 Uhr vorm Einwohnermeldeamt. Eine halbe Stunde vor Öffnung schon 27 Personen vor mir. Ja, ich hatte ausreichend Zeit, die zu zählen. Die Hälfte davon rücksichtslose Raucher. Als die Pforten des Allerheiligsten geöffnet wurden, war die Schlange auf vielleicht 100 Personen angewachsen. Ich mittendrin. Herrjeh. Wie ein lahmer Lindwurm schlängelte sich die Menschenkette zum Informationsschalter, um Wartehallenmarken zu ergattern. Dann das Wunder. Als ich an der Reihe war, beschied mir der nette junge Mann, er können den Vorgang auch direkt ‚hier‘ abschließen, dann müsse ich nicht warten. Ich habe jetzt noch Tränen der Rührung in den Augen. Mein persönlicher Held des Tages. Dennoch habe ich innerlich gleichzeitig auf die Kölner Verwaltung geschimpft. Ist nie verkehrt, passt immer.
Zurück zur Wohnungsübergabe. Dort erhielt ich für alles je zwei Schlüssel. Für Tiefgarage, Briefkasten und dergleichen ist das ja auch völlig ausreichend. Aber für Haus und Wohnung wünschte ich mir einen dritten, weil ich einen bei Freunden hinterlege, einen für Luis (der ja oft in die Wohnung muss, wenn er mir hilft) brauche und, klar, einen für mich. Meine Vermieter so „Ja, kein Problem, schreiben Sie doch die Frau xy von der Immobilienbetreuung an…“. Und das Drama begann:
Der Schlüssel, eine Schmonzette in acht Akten
Es wirken mit: M – der Mieter, V – der Vermieter, H – die Hausverwaltung
Akt 1
M: „Ich bräuchte bitte einen dritten Schlüssel für die Schließanlage.“
V: „Ach, würden Sie das über die Hausverwaltung machen?“
M: „Klar.“
Akt 2
M: „Hallo Hausverwaltung, ich bin’s, M., der neue Mieter. Ich bräuchte einen dritten Schlüssel.“
H: „Sehe ich so aus, als spräche ich mit Mietern?“
Akt 3
M: „Hallo V., H. will nichts mit mir zu tun haben, wären Sie bitte so nett?“
Akt 4
V: „H., bitte einen Schlüssel für den neuen Mieter.“
H: „Wie ist denn die Schlüsselnummer?“
Akt 5
V: „Huhu M., wie ist denn die Schlüsselnummer?“
M: „Die ist 4711.“
Akt 6
V: „So, H., hier die Schlüsselnummer.“
H: „Kann ich bitte ein Foto des Schlüssels haben?“
Akt 7
V: „Foto?“
M: „Klar.“
Akt 8
V: „Foto!“
H: „Aha.“
Was wird die geheimnisvolle H. jetzt unternehmen? Und warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht? Den Schlüssel habe ich übrigens bis heute noch nicht.

Ja, dann ist der Maler aufgetaucht und wird jetzt drei Tage herumpinseln. Der ist gleichzeitig auf mehreren Baustellen, daher konnte er nicht zusagen, dass er da wäre, wenn der Fensterbauer klingelte. Nächstes Drama. Der sollte nämlich wegen eines defekten Rolladens und eines defekten Fensters am Malertag 1 kommen. Wie das jetzt ausgeht? Ich weiß es nicht. Ich schaue erst Donnerstag wieder rein, wenn der Maler mich zur Abnahme anruft. Während ich auf den Maler wartete, bastelte ich übrigens ein Dachschrägenschränkchen zusammen. Die Möbelfüße (16!! Schrauben) musste ich per Hand und ohne Vorbohrungen eindrehen, weil der Akkuschrauber nicht durch die Schraubenaussparungen passte. Meinen rechten Arm kann ich seitdem vergessen, da ist jetzt quasi Tennisarm auf dem Bizeps.
Mit Netcologne läuft auch nicht alles, wie gewünscht. Man erklärte mir ja, mein eigener Router funktioniere da nicht, weil das Haus über Kabelanschluss mit Internet versorgt werde. Man schickte mir also einen geeigneten, den ich ja kostenfrei gestellt bekomme. Dazu die Mitteilung, die Dose habe so und so beschaffen zu sein. Große Überraschung, sie war es natürlich nicht. Meine Vormieter waren bei der Telekom und deren Router funktionierte problemlos an der guten, alten Telefonsteckdose. Ich schrieb an Netcologne, der Anschluss sei nicht der gewünschte, worauf man mir die Eingangsbestätigung einer Störungsmeldung zurückschickte. Ja, und jetzt weiß ich auch nicht… muss ich da jetzt hinterherlaufen?
Das Umzugsunternehmen hat mir übrigens knapp 300 Euro abgeknöpft für die Halteverbotszonen, die an beiden Adressen am Umzugstag eingerichtet werden. Naja, das meiste davon geht ja an die Stadt Köln. Und ich weiß nicht, ob ich es schon schrieb, aber der genaue Umzugstag ist der 16.04. Daher war ich bass erstaunt, als vor meinem Haus am 15.04. eine Sperrung angekündigt war. Diesmal aber kein Drama, ich rief beim Umzugsunternehmen an und wurde informiert, sie hätten die Schilder ja noch gar nicht aufgestellt. Zieht noch jemand aus? Oder der Sohnemann hat was falsch verstanden und stellt seine Möbel schon zu meinen…

Es gab aber natürlich wie immer auch nette Erlebnisse. So halfen mir Ruth und Luis beim ersten Packen und Ausmisten, wobei mir Ruth ein Kunstankaufsverbot erteilte (verstehe ich nicht!), und wir schafften schon eine Menge. Auch der Kühlschrank aus der neuen Wohnung ist bei Luis und zwei Schränkchen, die desorientiert in der Wohnung herumstanden (jaja, das geht), haben mir Mario und Luis in den Keller spediert, wo sie sinnstiftender ihr Dasein fristen können. Apropos Keller: Waschmaschine und Trockner sind auch angekommen und hier ist das Drama, dass die Waschmaschine um einiges kleiner ist, als der Trockner. Jetzt warte ich auf das Regal, das ich deswegen beschaffen musste. Immerhin hat mir der Spediteur Schlauchschellen geschenkt, denn die bestellten sind auf dem Postweg verloren gegangen.
Ostermontag legte ich dann mal eine Wohnungswechselprobleme-Pause ein und lief mit Hubertus und Artur ins Café Uferglück, um ein bisschen die Sonne zu genießen. Leider hatten wir einen Schattenplatz, aber das war jetzt auch egal. Einen Absacker haben wir dann noch bei ihnen in der Bude genommen. Fotos habe ich leider keine gemacht, daher nur eine Skizze des Geschehens:

Gekocht habe ich kaum, denn die ganzen Töpfe etc. sind schon in Kartons gewandert. Blöderweise hatte ich vergessen, dass ich noch einen Braten im Kühlschrank hatte. Aber der geht auch gut im Airfryer und kommt sogar erstaunlich saftig da wieder raus.

Und so geht es lustig weiter, ein paar Fugen müssen vor Einzug noch erneuert werden, der Sichtschutz vom Balkon ausgetauscht, es werden wohl rechtzeitig noch ein paar neue Möbel geliefert, die ich aufbauen müsste und dann, ja, dann habe ich ja auch noch Geburtstag. Herrjeh! Wie alt werde ich eigentlich?
Vielleicht verrate ich das im nächsten Schnipsel.
Liebe Grüße, Euer

P.S.: Den ersten Spargel gab es auch schon!
