Tag 5: Bangkok bei Tage

Krung Thep Maha Nakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yutthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udom Ratchaniwet Maha Sathan Amon Phiman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit

Dies, liebe baff Erstaunten, ist der zeremonielle Name Bangkoks. Im Original sieht das dann so aus:

กรุงเทพมหานคร อมรรัตนโกสินทร์ มหินทรายุธยามหาดิลก ภพนพรัตน์ราชธานีบุรีรมย์ อุดมราชนิเวศน์ มหาสถานอมรพิมาน อวตารสถิต สักกะทัตติยะ วิษณุกรรมประสิทธิ์

Nachdem mein erster Eindruck dieser Stadt kein besonders guter war, sollte nun heute unter fachkundiger Führung ein Blick auf die Stadt geworfen werden. Sanchai holte uns um 8 Uhr am Hotel ab und unser Bus brachte uns in ca. 40 Minuten zum Wat Pho. Dort hat der berühmte 46 Meter lange liegende Buddha eine Bleibe, Viharn genannt. Die Anlage ist prachtvoll und riesig, im Vergleich zu den laotischen Wats, die wir gesehen haben. Der Besucherandrang war enorm! Sanchai erläuterte ein paar Dinge (vor allem religiöser und royaler Natur) und ließ uns dann auf eigene Faust die Anlage erkunden. Vieles hier hat noch einen Bezug zum Hinduismus. Auch der chinesische Einfluss ist groß. Viele der Verzierungen sind aus chinesischem Porzellan und neben Buddhas und Figuren der hinduistischen Mythologie zieren chinesische Statuen die Anlage.

Vom Wat Pho fuhren wir in Kolonne Tuk-tuk zum Wat Phra Kaeo, der direkt neben dem Königspalast angesiedelt ist. Dieser Wat ist die Heimstatt des dritten heiligen Buddhas, dem Smaragd-Buddha, der eine im wahrsten Sinne des Wortes bewegte Geschichte hat. Er ist recht oft umgezogen, soll das heißen. Man darf ihn nicht fotografieren. Wahrscheinlich, damit die Welt nicht erfährt, dass der Buddha aus Jade ist. Wobei… das steht ja in jedem Reiseführer. Und man muss darauf achten, wie man sich hinsetzt, sonst tut das einer der Wächter. Apropos: Am Eingang der Anlage sind tatsächlich einige zu leicht gekleidete Besucher in die Umkleide verwiesen worden, wo sie sich angemessene Klamotten leihen konnten.

Ein weiteres Highlight dieses Tempels sind die aufwändigen Wandmalereien, die Szenen aus dem Ramakian (der thailändischen Variante des Ramayana-Epos) darstellen. Auch ein Modell des Tempels Angkor Wat ist zu besichtigen. Auch hier ist wieder alles sehr üppig und prachtvoll. Auch hier rappelsvoll, aber mit ausreichend Platz zum Ausweichen.

Der Königspalast schließt direkt an den Wat an, aber hier konnten wir nicht viel sehen. Seit zwei Jahren wird dort renoviert und restauriert, wahrscheinlich für die Krönungsfeierlichkeiten des neuen Königs, Rama X., deren Termin aber noch nicht bekannt gegeben worden ist. Rama heißen die Könige dieser Dynastie übrigens, weil sie als als Inkarnation Vishnus, dem Weltenretter gelten. Wer etwas über diese ganze Mythologie erfahren möchte, frage mich einfach. Bin jetzt Experte. Aber fragt schnell, denn ich bin nicht nur frisch ausgewiesener Experte sondern bekanntermaßen auch sehr vergesslich :-).

Nach einem netten Set-Menu-Essen im Riva Surya-Hotel bestiegen wir ein Langboot und fuhren zuerst in den Klong Bangkok Noi hinein, drehten nach ein paar Kilometern um und fuhren dann noch ein Stück den Menam Chao Phraya hinunter, wobei wir dort wieder Teile der Palastanlage, der besichtigten Wats und anderer Sehenswürdigkeiten von flusseits aus sehen konnten. Unter anderem auch den bekannten Wat Arun.

Auf dem Klong haben wir vor einem Tempel Fische gefüttert. Tiere vor und auf Tempelgebiet dürfen nicht gejagt oder gefischt werden. Stattdessen werden sie gefüttert. Daher halten sich dort immer sehr große Schwärme auf. Übrigens haben wir ein Krokodil gesehen, das sich am Ufer fläzte. Wir wissen nicht, ob dieses sich auch an das Verbot hält.

Nach dieser langen Tour wurden wir wieder eingesammelt und es ging im Feierabendverkehr zurück ins Hotel. Ich lief, statt aufs Zimmer zu gehen, zum Victory Monument, um ein Bier zu kaufen (Laden 50 Baht für 660ml, Minibar 150 Baht für 330ml!). Dort wurde ich belehrt, dass erst wieder ab 17 Uhr Bier verkauft werden dürfe. Nun ja, das brachte mir dann 30 Minuten später noch einmal einen Extraspaziergang ein. Ich halte diese Alkoholverkaufssperren (gibt es ja auch in Südafrika) für Nonsens. Wenn ich das weiß, kaufe ich einfach auf Vorrat. Daher erkenne ich den Nutzen nicht wirklich.

Insgesamt war es ein schöner Tag, mit tollen Besichtigungen prachtvoller Anlagen und einer sehr schönen Bootstour. Nur die gefühlten 41 Grad hat man der Gruppe angesehen (tatsächlich waren es nur 36). Also, ich bin ein kleines bisschen versöhnt mit der Stadt. Aber sie ist immer noch laut, dreckig und außerhalb der touristischen Ziele heruntergekommen und hektisch. Vielleicht sind 1 Tag und ein paar Stunden einfach zu wenig, sich ein Bild zu machen. Ich mochte Berlin ja auch nie, wenn ich kurz beruflich dort hinmusste und habe es erst schätzen gelernt, als ich mal eine Woche am Stück dort war.

Morgen geht es in den Flieger nach Siem Reap. Dort werden wir um 14:45 Uhr ankommen. Freut Euch jetzt schon auf das Intermezzo 2, das den vielsagen Titel „Beobachtungen über das Individuum während einer Gruppenreise und die Auswirkungen gruppendynamischer Prozesse auf dessen Psyche“ tragen wird. Ich werde das während der Wartezeit am Flughafen schreiben. 🙂

Bis morgen!
Euer Gerald

P.S.: Wenn ich hier nach „Krokodile in Bangkok google“, werden mir z.B. News aus den Badischen Nachrichten angezeigt. Aber mit Datum vom 08.01.2560. Die Erklärung ist zu einfach, daher ist das kein Rätsel des Tages. Übrigens, dass im Hotel das 13. Stockwerk fehlt… das kennen wir ja. Nummer 4 fehlt, weil dies im Buddhismus eine Unglückszahl ist. Und das Erdgeschoss ist in Thailand Etage 1. Folglich wohne ich auf Etage 11 (nach deutscher Lesart).

P.P.S.: Und der Name Bangkoks bedeutet „Stadt der Devas, große Stadt [und] Residenz des heiligen Juwels Indras [Smaragd-Buddha], uneinnehmbare Stadt des Gottes, große Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen königlichen Palästen, die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishvakarman gebaut wurde.“ (Quelle: wikipedia.de)

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