Tag 2: Blasen und Kultur

Hola! y buenas noches mis queridos!

Heute Nacht hat es so geschüttet, dass ich davon wach wurde. Ganz wunderbar, dachte ich natürlich. Habe dann, auch wegen des ungewohnten Bettes, nicht so wirklich gut zuende geschlafen.

Am Morgen habe ich mir erst mal einen italienischen Kaffee gemacht. Den hatte ich schon ewig nicht mehr. Aber in der Wohnung steht so eine Maschine, die man auf die Herdplatte stellt, herum. Wahrscheinlich hat die auch einen Namen. Also nicht Wilfried oder Dagmar, Ihr wisst schon… Lecker!

Dann musste ich doch noch mal in den Supermarkt, da ich meine Zahnbürste in Köln vergessen hatte. Das Ladegerät habe ich aber sinnigerweise eingesteckt. Aber in dem Supermarkt gab es auch Eiswürfel, daher hat sich der Weg doppelt gelohnt.

Gegen 10 Uhr bin ich dann in die Stadt gelaufen. Über die Plaza de España und die Gassen dahinter bis zur Plaza Mayor.

Plaza Mayor

Dann wurden ausgiebig die Gassen um diesen Platz erkundet. Viele schöne Delikatessenläden, Souvenirnepp und ein paar offene Modegeschäfte, ab und zu ein paar wirklich schöne, aber leider heute fast durchweg geschlossene Galerien.

Über die Plaza de la Reina ging es dann zur Kathedrale Sé. Das Wetter wurde auch immer besser und der Wind flaute ab, so dass es nicht mehr so kalt war. Und durch die Wolken brach die Sonne durch. Die Kathedrale ist ein so schönes Bauwerk… Ich bin froh, dass es Digitalfotografie gibt, sonst wären heute fünf 36er-Filme draufgegangen.

Plaza de la Reina
Die Sé bzw. Seu

Inzwischen hatte sich Stephan gemeldet; er war in sein ursprünglich gebuchtes Hotel umgezogen und ist dann mit einem proppevollen Bus fast 40 Minuten in die Stadt gefahren. Ich holte ihn am Aussteigepunkt ab und wir gingen erst einmal einen Kaffee trinken. Dann schlenderten wir wieder durch die Gassen der Altstadt. Es ist erstaunlich, entweder sind diese zugestopft mit Touristen (also Leute wie Du und ich) oder aber menschenleer. Es gibt schöne Ecken, die sehr ruhig und schön einsam sind. Ein paar Häuser haben mir sehr gut gefallen, besonders jene aus der Zeit des Modernisme, wie der Jugendstil in Spanien genannt wird, und der auch von der Optik ganz eigen ist.

Haus aus der Zeit des Modernisme

Wir tranken dann noch einen weiteren Kaffee auf dem der Kathedrale gegenüberliegenden Ufer und – nanu!? – hatten einen deutlich teureren und auch nicht ganz so guten Kaffee. Aber klar, der Blick will bezahlt sein.

Wir stapften dann zusammen zu meiner Wohnung, die ich Stephan zeigte und dann musste ich mich auf Kultur vorbereiten. Stephan nahm den Bus nach Can Pastilla (er freut sich sehr auf das Auto morgen) und ich machte mich im Rahmen meiner beschränkten Möglichkeiten hübsch 🙂

Das Teatro Principal ist speziell, aber sehr schön. Es gibt kein riesiges Foyer, enge Gänge, die Decken auf den Etagen zu niedrig für mich. Ich tippe 180 +-2 cm hoch. Ich hatte einen Platz ganz oben auf der 4. Etage, die Beine stießen ans Geländer und der Sitz war nicht wirklich gut für meinen Rücken.

Das Teatro Principal von Außen, schon wegen des Wegs dorthin am Nachmittag erkundet.
… und von innen.

Ich hatte mich auf eine eher bescheidene Aufführung eingestellt. Ich weiß gar nicht genau, warum. Weit gefehlt! Es war Bombe! Die Oper an sich sticht schon aus dem klassischen Repertoire heraus. Und dann: Cho-Cho-San alias Butterfly war Weltklasse (Sae Kyung Rim), der Dirigent auch (Antonio Méndez, er lebt einen Großteil seiner Zeit in Berlin und lehrt dort an der Universität) und das Orquestra Simfònica de les Illes Baleares gilt als eins der besten Spaniens. Der Rest des Ensembles stand den Stars in nichts nach. Übertitelt wurde die Oper in Katalanisch, Kastilisch und Englisch und gesungen natürlich in Italienisch. Ganz großes Ki…. äh… ganz große Oper! Es gab Gänsehaut bei mir und tosenden Applaus vom ausverkauften Haus. Und das zu Recht!

Trotz Blasen an den Füßen: Das war ein sehr schöner Tag, an dem sich jeder Schritt gelohnt hat.

Hasta pronto, Ihr Lieben und guads Nächtle!

Euer Gerald

Bitte recht neutral….

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