Tag 1: Wenn einer eine Reise tut…

Moin moin, Ihr Lieben!

Das Wetter an unserem Bestimmungsort wurde ja als eher mau vorausgesagt. Daher herrschte heute früh Packstress pur! Die ganz dicke Daunenjacke oder nur die dünne, dafür aber mit Strickjacke drunter? Soll die kurze Hose mit? Oder gar die Badehose? HAH! Schenkelklopfer! Am Ende der Packorgie wog meine Reisetasche gefühlte 30 kg. Wie hatte ich es bloß geschafft, mit 10 kg nach Mallorca zu fliegen?

Dann mal kurz checken, ob die Bahn irgendwelche Vorkommnisse meldet. Nee, alles okay. Wobei… Wie? Wagen 5 fährt heute nicht mit? Das war doch der wo ich einen Sitzplatz hatte. „Bitte reservieren Sie einen Sitzplatz. Wir rechnen mit einem hohen Fahrgastaufkommen!“ HAH! Wieder 4,50 € für einen anderen Platz bezahlen? Schnell die FAQs gecheckt (oder prosaisch: Fragen und Antworten gelesen). Aha: Man kann einmal pro Fahrt kostenfrei den Sitzplatz wechseln. Wagen 7, Platz 115 gebucht. Am Bahnhof angekommen stellte sich raus, das wäre nicht nötig gewesen, da alle Reservierungen auf Wagen 9 umgebucht waren. Zusätzlich stellte sich aber auch raus, dass der Zug einen technischen Defekt hatte, der eine Verspätung von 10… Moment… 20…. ach nee…. jetzt 30 und am Schluß 35 Minuten bedingte. Dafür war der Zug aber fast leer und ich hatte Platz ohne Ende.

Eigentlich könnte die Bahn ja auch ehrlicherweise durchsagen: „Wir wissen eigentlich nicht wirklich, ob und wann ein Zug kommt, nehmen Sie einen Bonbon und üben Sie sich in Demut.“

Aber okay, nach einer eher gemächlichen Schleichfahrt kam ich fast zeitgleich mit Elke in Norddeich am Haus an, wo sie schon alle Formalitäten erledigt hatte. Die Wohnung entspricht vollkommen unseren Erwartungen und ist sehr schön, sauber und gut eingerichtet. Es ist ein bisschen was weit weg vom Deich, aber wir sind ja schließlich auch hier, um uns ein bisschen zu bewegen.

Nach einer kurzen Einrichtungszeit sind wir – wie es bei alten Ehepaaren so ist – erst einmal getrennte Wege gegangen. Ich kaufte das Nötigste ein und Elke ging mit Amy zum Hundestrand. Im Netto vor Ort hatte ich dann eine befremdliche Begegnung: Ein älterer Herr bat mich, ihn nach seinem Namen und seiner Adresse zu fragen. Dies tat ich und er bedankte sich für die „wunderbare Erfahrung“. ????? Er ging von dannen und pfiff ein unmelodisches Lied. Im Laufe des Einkaufs stellte sich heraus, dass der gute Mann das auch mit anderen Kunden machte und an der Kasse wurde wild über ihn getuschelt. Als er mir dann auf seinem Fahrrad die Norddeicher Hauptstraße pfeifend im Schrittempo folgte, erläuterte ich ihm, dass es für eine tiefergehende Freundschaft noch nicht die Zeit sei. Man ist ja hin- und hergerissen, ob man Mitleid haben sollte oder nicht. Aber der Kerl war scheints bester Laune. So what?

Elke und ich trafen uns dann auf der Terrasse des „Haus des Gastes“. Es war klirrend kalt und ungemütlich, aber es gab Decken und Heizstrahler. Dazu zwei lecker Bier und dann brach auch noch die Sonne durch. Wir werteten das als gute Omen. Die Kellner freuten sich riesig über die paar verstreuten Gäste auf der Terrasse, trugen sie doch Poloshirts mit kurzen Ärmeln. Also die Kellner, nicht die Gäste, die eher wie Yetis anmuteten in ihren dicken Verkleidungen.

Auf dem Weg zum Haus kauften wir noch Matjes und Krabben und hatten eine nordische Brotzeit mit viel Fisch in unseren selbstkreierten Burgern. Pläne machten wir noch keine, denn das Wetter wird da oft ein Wörtchen mitreden. Aber wir werden schon noch das ein oder andere mit uns anzufangen wissen.

Jetzt erstmal ankommen und sacken lassen und morgen sehen wir weiter.

Dann gibt es auch wieder Klönsnack vonner Waterkant.

Euer Gerald

Damit man mal sieht, wer Amy ist 🙂

2 Gedanken zu „Tag 1: Wenn einer eine Reise tut…“

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