Causa rellena (pollana)

Ihr Lieben,

heute war Wichteln im Spanischkurs angesagt. Wir trafen uns bei H. und ich fragte im Vorfeld, ob ich eine peruanische Vorspeise mitbringen dürfe. Ich durfte. Ich habe noch gar nichts hier über unsere Spanischlerntruppe geschrieben? Oh. Wir sind mit unserem profesor zu fünft und treffen uns einmal in der Woche für zwei Stunden. Es ist eine unglaublich nette, herzliche und lustige Gruppe!

„Ich weiß nicht, ob Sie`s schon wussten…“, wie Rüdiger Hoffmann zu deklamieren pflegt, aber ich hatte ja 2018 für einige Zeit einen peruanischen Mitbewohner, der hat für den damaligen Spanischkurs (er war anders zusammengesetzt, und irgendwann blieben nur L. als Lehrer und ich zurück) ein Essen gezaubert und mir auch erklärt, wie alles geht. Seine Eltern hatten einen gastronomischen Betrieb in Peru und er konnte sehr gut kochen. Neben der Causa rellena, die ich für heute nachzumachen versuchte, gab es Ceviche (roher Fischsalat) und frittierte Maniok mit Huancaína-Sauce. Wir tranken Pisco Sour dazu, der sehr lecker schmeckt und den man erst richtig nach dem Nachhauseweg bemerkt.

Giancarlo machte die Causa rellena („gefüllte Sache“) mit Huhn, ich versuchte mich an einer mit Thunfisch. Und das machte ich so:

Anderthalb Kilogramm Kartoffeln schälen und weich kochen. In der Zwischenzeit zwei peruanische Chili (aji aus dem peruanischen Laden, da legte Giancarlo viel Wert drauf!) in Öl anbraten und nach Abkühlung mit etwas mehr Öl zu einer Paste pürieren. Eine Zitrone auspressen. Achtung, diese Chili sind hotteralshot! Sparsam verwenden, wenn die Runde nicht nur aus Peruanern oder Pakistanis (auch so eine Mitbewohnergeschichte) besteht.

Wenn die Kartoffeln abgekühlt sind, mit dem Zitronensaft und der Chilipaste sowie Salz, Pfeffer und Muskatnuss zu einem Püree stampfen. Ggf. noch etwas Olivenöl zugeben, es soll eine feste, aber dennoch geschmeidige Konsistenz erhalten. Fertig ist Teil 1 der Torte. Ja, es wird so etwas ähnliches wie eine Torte.

Thunfisch aus der Dose, davon zwei, 8 bis 10 kleingeschnittene schwarze Oliven (die mit Knofi von meinem Lieblingsolivenverkäufer!) und 200 Gramm Mayonnaise sowie etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer mit der Gabel zermantschen. Eine kleingewürfelte Zwiebel unterrühren. Fertig ist Teil 2 der Torte. Ich hatte Light-Mayonnaise, wahrscheinlich wurde dadurch die Masse zu flüssig. Ich habe sie erst in einem Sieb abtropfen lassen und dann noch in einem Leinentuch ausgewrungen, sonst wäre diese Schicht aus der Torte geflossen.

Sodann eine Avocado vierteln, schälen und in Streifen schneiden. Jetzt wird geschichtet: Ein Drittel Püree in die Form, andrücken. Die Avocadostreifen mit ein paar Zwiebelwürfelchen darüber, salzen, pfeffern, andrücken. Ein zweites Drittel Püree darüber, andrü…. ach so, Ihr hab es schon verstanden…. Darüber die Thunfischmasse, darüber wieder Püree. Schön glattstreichen nach dem Andrück…. jaja, ist ja gut. Kaltstellen über Nacht.

Verziert wird die Torte mit Kirschtomatenhälften, hartgekochten Eiern, ein paar Olivenhälften und Avocadofächern. Das aber erst, nachdem sie aus der Form gelöst wurde und zum Servieren bereit ist. Sonst suppen die Tomätchen und die Avocado wird braun.

Viel Spaß beim Nachbasteln. Es lohnt sich!

P.S.: „pollana“, weil es wahrscheinlich normalerweise gaaaaanz anders gemacht wird. So mache ich die Causa in meiner Küche in Köln-Poll 🙂

P.P.S.: Mit Huhn würde ich es fast genau so machen, nur dass eben gewürztes Hühnerfleisch mit der Mayonnaise und den Oliven verrührt würde. Auch eine meeresfruchtige oder vegetarische Variante ist möglich.

2 Gedanken zu „Causa rellena (pollana)“

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