Die Lutherreise: Prolog

Ihr Lieben,

bald geht es los und ich luthere mich durch die Reformationsgeschichte. Nun ja, einen kleinen Teil davon. Klar, die betrifft nicht nur Luther, aber dennoch ist er in diesem Zusammenhang die prominenteste Person dieser Bewegung, ohne die die Kirche, Deutschland, die Christenheit und noch einiges mehr heute ganz anders aussähen.

Warum aber diese Reise? Ich muss zugeben, dass ich den Osten Deutschlands kaum kenne, und Luther bringt mich nun nach Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Zwischen den Wirkstätten Luthers liegen interessante Orte mit berühmten Kindern der jeweiligen Stadt. Es wird also möglicherweise auch eine Händel-, Bach-, Cranach-, Dix-, Melanchthon- und Was-weiß-ich-wer-noch-Reise.

Zur Vorbereitung besorgte ich mir die Luther-/Bora-Biographie von Nürnberger/Gerster (lesenswert!), einen Reiseführer „Auf Luthers Spuren“ von Gretzschel und bemühte verschiedenste Internetseiten, um mich zu orientieren. Aus diesen Informationen erwuchs mein Reiseweg. Der ist in keinster Weise chronologisch, sonst würde ich wie ein Irrer kreuz und quer durch die Republik reisen müssen und das 62 Jahre lang, denn so alt wurde unser Martin. Und ich werde wichtige Orte außen vor lassen müssen. Mal eben so einen Abstecher nach Worms zum Reichstag? Das wäre unrealistisch. Nach Mansfeld, wo die Eltern lebten? Deren Gut „Herr Käthe“ später wieder aufkaufte? Vielleicht.

Herr Käthe? Nanu, was hat denn Rudi Völler mit Luther zu tun? Leute, Leute, der hieß „Tante Käthe“. Herr Käthe war Luthers Frau Katharina von Bora, aka „die entflohene Nonne“. Luther hat sie Herr Käthe genannt, was wohl von seinem Respekt ihr gegenüber zeugte. Luther werden übrigens viele Dinge nachgesagt, die er wahrscheinlich gar nicht oder nicht genau so gemeint, gesagt, getan und gelebt hat. Was Wirklichkeit und was Fiktion ist? Niemand wird das alles je klären können. Der berühmte Wandklecks vom Wurf des Tintenfasses in Richtung Teufel ist auf jeden Fall in späterer Zeit mindestens mehrmals erneuert, wenn nicht sogar erfunden worden.

Ich werde Geburts- und Sterbehäuser sehen. Wirkungsstätten theologischer und aufrührerischer Aktivitäten. Den Blitzeinschlagsort, an dem Luther sein Mönchsversprechen abgab. Aber natürlich werde ich auch Städte kennenlernen, Menschen treffen und wer weiß was noch… Es würde mich freuen, wenn Ihr mich auf dieser kurzen Reise wieder begleitet und Interesse oder Spaß an meinen Schilderungen hättet.

Sollte ich mich mal nicht melden, liegt das eher an technischen Problemen, als daran, dass auch mich in Stotternheim fast der Blitz getroffen hätte und ich wegen der Errettung aus höchster Not durch die heilige Anna in einen Schweigeorden eingetreten bin, wo ich mich fürderhin der Kräutergartenpflege widme.

Also, bis morgen?! Euer

(bearbeitetes Vorschaubild: Bild von Andreas Breitling auf Pixabay)

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