Tag 17: Massenweise Schleuderpreise

Ihr Lieben,

heute früh war es gut bewölkt und ich beschloss, mich mal in Cruce de Arinaga umzusehen. Ich fragte das Internet und es antwortete, es gäbe da ein Outlet vom Corte Inglés, wo man sich für ’n Appel un’n Ei komplett neu einkleiden könne. Außerdem gäbe es einen riesigen Asia-Superstore. Also, das klang doch gut. Nix wie hin.

Auf dem Weg kam ich an einer Tankstelle vorbei. 99 Cent für Super. Was? Zwischenstopp, aber sofort. Es war eine Automatentanke, die nicht selbsterklärend war, aber irgendwas konnte ich drücken, um 20% auf irgendwas zu bekommen. Stellt Euch mein überraschtes Gesicht vor, als ich beim Bezahlen merkte, dass es um das Benzin selbst ging. So tankte ich für unglaubliche 79,9 Cent pro Liter.

Der Corte-Laden war eher überschaubar und trotz angeblicher 70% Nachlass nicht gerade preiswert. Aber es schienen auch hochpreisigere Marken zu sein. Dazu kommt, dass spanische XXL-Größen selbst an Magermodels wie Presswurstpelle aussehen. Ich kam nur mit Mühe und Not ohne Schweißbrenner aus dem ausgesuchten Pullover. Auch Schuhe fand ich keine. Schade.

Auf zum Asiashop. Der war nicht, wie ich annahm, ein Lebensmittelladen, sondern eine Halle mit wirklich allen erdenklichen China-Produkten, die man sich vorstellen kann. Und das von der Größe Islands. Baumarkt, Weihnachtsdeko, Elektromüll, Klamotten, Küchenware. Alles spottbillig. Und minderwertig. Eine großartige Fundgrube fürs Schrottwichteln. Allein für Badkleinstzubehör gab es 3 Meter hohe und 25 Meter lange Regale. Wir reden über Zahnputzbecher und Seifenschalen!

Komplett unbeladen fuhr ich zurück. Es war etwas aufgeklart und aus dem Süden erfuhr ich, die Sonne scheine. Das Thermometer zeigte nur noch 23 Grad, was ja einem Temperatursturz gleichkam. Eine Dünenwanderung passt perfekt, fand ich. Mit dem Bus ging es zum Leuchtturm von Maspalomas, von wo aus ich durch die Dünen stapfte. Mit vielen anderen Menschen, davon einige gänzlich unbekleidet. In den meisten Fällen war das kein schöner Anblick. Jaja, ich weiß, bodyshaming und so weiter… Aber ist mir wurscht. Stehe ich zu, es sollte sich wirklich nicht jeder entblättern, ich halte mich ja auch zurück. Zudem war es auf dem Dünenwanderweg und nicht abseits des Hauptweges, es ging also auch um Exhibitionismus.

So ein ganz kleines bisschen versöhne ich mich peu-a-peu mit dieser Ecke der Insel. Ich lief nämlich noch an der ein oder anderen netten Stelle vorbei. Aber heiraten werden wir nicht.

Mit dem Bus ging’s dann wieder nach Arinaga, dort nahm ich im Salón de la Sal ein Belohnungsbierchen zu mir. Dünenwandern ist anstrengend. Aber ich muss ja für die Dünen in Sossusvlei im April vorbereitet sein. 😁

Auf der Terrasse des Salón wird wild gestikulierend und laut das Leben diskutiert, auf der Mole stehen die Angler vor der Windparksilhouette, hinter der die Sonne untergeht, über den Bergen im Westen türmen sich dunkle Wolken, während östlich über dem Meer alles noch klar ist, und das Meer brandet an die Promenade.

Erwähnte ich schon, dass ich gern hier bin und es mit gut geht?

Liebe Grüße, Euer Gerry

P.S.: Die Sandbildhauer sind auch hier aktiv…

P.P.S.:

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