Heute hier, morgen dort…

…und nein, Ihr Lieben,

ich bin dann nicht – wie Hannes Wader – kaum da und muss schon wieder fort: Denn ich habe eine seeeehr schöne, neue Bleibe. Gottseidank! Aber der Reihe nach, wie immer:

Oliver zieht jetzt zu meinen Eltern, er ist wirklich eine Seele von einem Mensch! Zu wissen, dass sie eine so tolle Unterstützung haben, ist sehr beruhigend. Er fragte mich, ob ich denn an seiner Wohnung Interesse hätte, die er nun aufgäbe. Aber er hat immer so über den Vermieter geschimpft und über die benachbarte Kneipe… Och… nöööö. Ein Pflegedienst ist auf Anraten von Elke auch hinzugezogen und schon aktiv.

Am Dienstag gab es ein veganes Menü in Sürth. Jasmina hat wieder super gekocht! Monika feierte (übrigens zeitgleich mit Oliver, sie sind am selben Tag geboren) ihren §?“!* (immer dieses atmosphärische Rauschen!!) Geburtstag am Abend in kleinem Rahmen. Das war eine sehr schöne Zusammenkunft mit vielen Storys und entsprechend viel Gelächter und das Essen war ausgezeichnet. Pilz Wellington! Da muss man erst mal drauf kommen! Und die Blumenkohl-Apfel-Suppe. Vor lauter Gier habe ich dann vergessen, die Rote Grütze mit Skyr-Erbsprotein-Schaum zu fotografieren. Fragt mich mal bei Gelegenheit zur Roten Grütze von Oma Hamburg. Da gibt es eine Geschichte zu.

Ansonsten war meine knapp bemessene Freizeit natürlich einer Wohnungsbesichtigung nach der anderen gewidmet. Ich erwähnte es bereits, es ist nicht alles Gold, was glänzt. Wieder hätte ich zwei Wohnungen aus dem Stand haben können (alte Männer sind wenigstens auf dem Wohnungsmarkt begehrt!), aber es passte nicht. Donnerstag wurde es surreal, als ich eine Wohnung in Kalk (unweit meiner früheren Wohnung in der Remscheider Straße) besichtigen wollte; die Frau von der Vermietungsgesellschaft und ich waren vor Ort, aber der aktuelle Mieter nicht. Sie war – verständlicherweise – auf 180. „Ich gucke mir jeden Knubbel auf der Raufasertapete an! Der kann was erleben!!!“. Ich fürchte, die Wohnungsübergabe wird ein Debakel für ihn. Wusstet Ihr übrigens, dass die Rauhfaser (so die Schreibweise vor der Rechtschreibreform) um 1900 herum von einem Apotheker namens Erfurt erfunden wurde? Aber wo war ich? Ach ja, die Dame zeigte mir dann eine ganz andere Wohnung, die mich aber nicht ansprach. Blick auf eine nackte Beton-Mauer.

Jetzt aber, Tusch bitte!, TaDaaaa!, das Ereignis der Woche: Am Mittwoch schaute ich mir eine Wohnung an, für die ich mich schon knapp eine Woche vorher beworben hatte. Herr B. rief mich übrigens zur Terminvereinbarung an, als ich von der Besichtigung einer Wohnung in Dormagen zurückfuhr, die auf den Bildern super aussah, aber in live leider völlig verwohnt war. Die Bilder waren schlicht mehrere Jahre alt*. In Dormagen hatte ich ja einige Zeit im Krankenhaus Hackenbroich gearbeitet. Bezeichnenderweise ist das in der Dr.-Geldmacher-Straße. Ich wohnte aber in den Schwesternwohnheimen in der Elsa-Brändström-Straße, die nach der aufopferungswürdigen schwedischen Philanthropin benannt wurde. ICH SCHWEIFE JA SCHON WIEDER UNGLAUBLICH AB! Menno! Also, ich saß im Zug und war am Telefon verwirrt. Welche Wohnung in Holweide??? Aber ja, ich komme Mittwoch! Zuhause musste ich dann erst einmal ermitteln, um welches Objekt es ging. Oh! Diese! Ja! Die sieht super aus! Die will ich!!!

Und die Wohnung war sogar besser als auf den Bildern und wegen denen hatte ich mich ja schon verguckt. Und die Vermieter sehr sympathisch! Und die Vormieter entzückend! Das Haus gepflegt, die Anbindung zum Büro sehr gut (35 Minuten), die Umgebung mit allem, was man so benötigt. Ich war schockverliebt! Und rechnete mir kaum Chancen aus, da die Konkurrenz groß war. „Wir melden uns“.
Samstagmittag klingelte das Telefon. „B. hier“. Ich bekam fast einen Infarkt! Ruft der wegen einer Absage an? Wie mutig und gleichzeitig bewundernswert! „Na, noch Interesse?“ und „Gab zwar Hübschere, aber Sie brauchen ja zeitnah was.“. Muss man mehr über so einen Vermieter sagen? Genau mein Humor. Mittwoch unterzeichnen wir unter großem Presseaufgebot und mit dem Segen des örtlichen Kirchenvertreters und des Bezirksvertretungsvorsitzenden den Vertrag und die Vereinbarung zu Ablöse mit dem Vormieter, der für die Küche absolut faire Preise aufgerufen hat. Übrigens: die Vormieter haben Nachwuchs bekommen und beziehen deshalb ein Haus. Sie haben da wohl sehr gerne gewohnt.

Bedanken muss ich mich mal bei den vielen Menschen, die sich so eingesetzt haben. Ein paar meiner jetzigen Nachbarn haben mich mit Vorschlägen bombardiert (hmmm, wollten die mich loswerden?), Andrea M. hat fast mehr Inserate studiert als ich selbst, Kollegen haben mir Tipps gegeben. Es ist schön, solche Menschen zu kennen. Und jetzt freue ich mir ein Loch in den Bauch! Leider gibt es keine Bilder; das Exposé ist deaktiviert und ich habe versäumt, Screenshots zu machen und konnte natürlich auch keine Bilder während der Besichtigung aufnehmen, da die Wohnung ja noch bewohnt ist.

Und sonst? Habe ich auch wieder was gekocht? Ja, klar, ein Zucchini-Hack-Auflauf hat den Weg ins Rezeptmenü gefunden. Kohlehydratfrei und trotzdem sättigend und lecker. Und letztes Wochenende waren Elke und Nora bei mir. Da gab es Chili con Carne-Nudeln. Bisserl ähnlich alles, aber Winterzeit ist Auflaufzeit. Nora scheint im Freien etwas zickig zu sein, aber hier hat sie sich wieder vorzeigbar und vorzüglich benommen.

Auf der Arbeit nehmen die Pläne für die Umbauarbeiten am Standort Braunschweig Gestalt an. Da muss ich jetzt wohl öfter hin, auch wenn die Geschäftsführung da eher meinen Chef in der Pflicht sieht. Es wird aber auf jeden Fall halb so wild, wie hier in Köln.

Was für eine Achterbahnwoche! Mit einem fulminant schönen Ende!!! Ich freue mich so sehr auf die neue Bleibe, das könnt Ihr gar nicht ermessen. Und ich kann jetzt entspannt in den Kurzurlaub fahren!

Ihr Lieben! Wir lesen und spätestens zum Prolog meiner Fahrt nach Ljubljana wieder. Bis dahin allen eine gute Zeit! Euer

Der Autor ist in Feierlaune! Aber wieso hat er einen Truthahnhals? Und rasiert hat er sich auch nicht!

*) In Brühl haben Vermieter den „sagenhaften Weitblick auf der Dachterrasse“ mit KI verändert. Statt in grüne Auen zu schauen… blickte man auf das Oberdeck des Parkhauses eine geschäftigen Einkaufszentrums. SACHMA!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert