Tag 3: Hop-on Hop-off, die erste

Liebe Gemeinde,

habe gestern ganz vergessen zu erzählen, dass, als wir aus der Stadt zurückkamen, das Haus unscharf geschaltet war (man erkennt das an einer Leuchte im Fenster). Gut, dass uns das aufgefallen ist, denn sonst hätten wir mit der Fernbedienung scharf geschaltet und hätten wieder den Wachdienst hier gehabt. Erklären können wir uns das nicht. C’est la what?

Heute war Hopping angesagt. Wir erstanden zwei Zweitagespremiumtickets, die zu den Fahrten auf allen Linien (insgesamt 3), einer Hafenrundfahrt und einer Führung berechtigen. Heute haben wir erst einmal die City-Linie genommen und sind zunächst die ganze Runde gefahren. Das war schon sehr informativ. Wieder am Einsteigepunkt, der V&A Waterfront, haben wir dann die Hafenrundfahrt gemacht und waren fast die einzigen Passagiere an Bord.

Der Vorteil, wenn man im Winter fährt, ist, dass Kapstadt noch nicht so überlaufen ist. Die Kopfhöreransagen stimmten aber leider nicht so wirklich mit der Route überein, so dass wir vergeblich nach dem Turm links und den Lichtern rechts Ausschau hielten. Aber wir haben Seehunde gesehen, auch nett.

Zu Mittag stärkten wir uns im Victoria & Alfred Hotel mit einer Aufschnittplatte und Bier für mich und einem Kaffee für Stephan. Ich hatte nicht gefrühstückt, daher… Als die Platte kam, dachte ich, der Kellner hätte sich verhört, denn davon wären zwei Personen satt geworden. Aber hatte er nicht. Man isst hier wirklich preiswert und gut.

Es gibt hier unten ja verschiedene Dialekte des Englischen. Unseren Lance verstehen wir ausgezeichnet, seine Großeltern kamen aus England hierher. Einen Mann, den wir nach dem Weg fragten, war wohl australischer Herkunft, das ging auch. Unser Kellner heute….. Wir haben mehrmals nachfragen müssen, so unverständlich war das für uns.

Im Anschluss schlenderten wir durch die Shopping Mall am Hafen, aber die ist eher besetzt durch hochpreisige Designerläden und nicht so rasend interessant für uns gewesen.

Auf zur zweiten Runde City-Line. Diesmal wollten wir auch offhoppen, und zwar am Bo Kaap mit den bunten Häusern, am Tafelberg wegen der Aussicht und an Camps Bay, dem hauseigenen Strand der Kapstädter. Wir liefen zwar durch das Kapmalayen-Viertel, fanden aber nicht die berühmte Szenerie aus den Reiseführern. Aber es war trotzdem ein netter Spaziergang. Zudem waren wir beide schon mehrmals da.

Am Tafelberg stiegen wir dann nicht aus, aber der Bus hielt so lange, dass wir von der Aussicht viele Fotos machen konnten.

An der Camps Bay haben wir uns für anderthalb Stunden in eines der Strandrestaurants gesetzt und haben die Leute beobachtet und kommentiert („lästern“ darf man ja nicht mehr sagen 🙂 ). Dazu gab’s einen leckeren Wein. Als wir zurück zur Bushaltestelle gingen, wurden wir von vielen Künstlern angesprochen, die ihre Werke verkaufen wollten. Stephan erstand nach wirklich guten Verhandlungen ein kleines Bild, dass eine Townshipansicht zeigt. Sehr schön ist das.

Am Hafen wieder angekommen, haben wir uns für ein paar Minuten Ruhe in die Villa begeben.

Eine lustige Info von der Busfahrt war, dass es in Clifton wohl mal einen Schwulenbadestrand gab, der ummauert war und uneinsehbar. Man hat die Mauer inzwischen wegen unzüchtiger Umtriebe abgerissen. Zuvor erreichte eine Kapstädter Zeitung ein Leserbrief einer empörten Anwohnerin, dass sie nackte Männer beobachten könne, wenn sie auf den Küchentisch steige. Das wäre ja wohl untragbar. 😀

Abends ging es – auch wegen hochgradiger Erschöpfung unsererseits (Urlaub macht schlapp) – nur um die Ecke ins „Hudsons, The Burger Joint“, wo eine nette deutschsprachige Kellnerin uns sehr leckere Burger kredenzte. Die Auswahl ist prima dort. Stephan hatte Avocado/Feta und ich Ananas/Spiegelei.

Jetzt hängen wir am Esstisch noch ein bisschen ab, und morgen früh geht es auf die zwei anderen Bustouren.

Cheerio, Euer Gerald

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