Tag 4: Hop on Hop off, die zweite

Moin moin!

Wir sind uns beide einig, dass man hier sehr gut schläft. Die Betten sind wirklich bequem und gemütlich. Aber man muss dann ja trotzdem irgendwann raus, um nicht zu viel Zeit zu verplempern.

Also, kurz gefrühstückt und dann stadtfein gemacht. Dann die Handtücher auf die hintere Terrasse zum Trocknen aufgehängt. Lalülalü! Ach ja, die hintere Tür ist ja auch gesichert. Ja, wir wären rechtens hier etc. pp.

Wir fuhren mit der blauen Linie von der V&A Waterfront bis zum botanischen Garten in Kirstenbosch. Auf der Strecke gab es auch einiges zu sehen und zu erfahren. Der Garten ist sehr groß und mehr ein Park als eine Belehrungsanlage (wie das ja leider oftmals der Fall ist). Wir konnten nur einen Bruchteil des Parks sehen. Man müsste quasi einen ganzen Tag einplanen, um nur das Wichtigste gesehen zu haben. Am Ausgang kauften wir ein paar Samen. Mal sehen, was daraus erwächst.

Die nächste Station war – nach einem Buswechsel – Groot Constantia. Dort sollten, so haben wir es zumindest verstanden, Gruppenverkostungen stattfinden, jeweils zur vollen Stunde. Demnach wären wir 10 Minuten zu spät angekommen. So entschlossen wir uns, zum Eagles‘ Nest-Weingut zu fahren. Schöner kleiner Garten, aber leider auch keine Verkostungen, sondern nur wine by the glass. Wir tranken einen preisgekrönten Viognier und fanden den auch OK; dazu hatten wir eine Käseplatte.

Wir sind dann zurück zur Bushaltestelle, um dort festzustellen, dass die Zeiten im Prospekt von denen an der Haltestelle stark abweichen und wir daher eigentlich 20 Minuten blöd dort rumstehen hätten müssen. Während wir noch überlegten, ob wir nicht zu Fuß zum Umsteigepunkt laufen sollten, kam dann der Bus. Es scheint, dass Fahrpläne hier eher eine Empfehlung sind… Schon am Morgen kam der Bus 15 Minuten abweichend. Aber im Urlaub ist das ja nicht so wichtig.

Unser nächster Stop war Hout Bay. Vorher fuhren wir aber durch eine wunderschöne Landschaft. Dabei kamen wir an Imizamo Yethu vorbei, einer illegalen Siedlung, die aber inzwischen einen Bleibestatus hat. Die Geschichte dieses Townships hier wiederzugeben sprengt den Rahmen, aber Stephan und ich waren beeindruckt. Auf der Tour wurde ohnehin – wenn auch nur anrissweise – über die Überwindung von Apartheid, den Kampf der Klassen und die junge Vergangenheit Südafrikas berichtet, so dass man das Bedürfnis bekam, sich doch intensiv mal mit diesen Kapiteln auseinanderzusetzen.

Hout Bay war ja letztes Jahr mein Abfahrtshafen zur Seehundinsel. Und das in strömendem Regen. Wir blieben eine halbe Stunde dort, damit ich es auch mal im Sonnenschein sehen konnte. Aber das Wetter spielt dort offensichtlich keine Rolle: Es ist ein trister Ort. Armut spielt hier eine große Rolle. Man lebt von den Touristen, dem Fischfang und dem Souvenirverkauf. Touristen sind wenige, der Fischfang wurde reguliert (Quoten in den letzten Jahren rigoros gemindert, so dass jetzt illegaler Fischfang und Schmuggel betrieben werden) und die Souvenirs bekommen die Touristen in Kapstadt preiswerter. Die Immobilienpreise hier sind trotz der Nähe zu Kapstadt wohl noch im Rahmen.

Wir fuhren dann in die Vesperdene Road, um Sachen für ein Picknick vorzubereiten. Denn wir wollten mit einem Uber-Car auf den Signal Hill, um den Sonnenuntergang zu sehen und einen Blick auf das illuminierte Kapstadt zu werfen. Das wäre beinahe in die Hose gegangen, da ich – trotzdem ich mich schon längst bei Uber angemeldet hatte – noch einmal ca. 200 Informationen eingeben sollte, damit der Wagen käme. Naja, es hat geklappt. Wir saßen mit vielen anderen Menschen auf dem Hügel und waren begeistert. Wir haben einen Pinotage getrunken, eine rote Traube, die es so nur hier gibt. Lecker! Dazu haben wir uns Baguette und Käse und Salami und Obst mitgenommen. Das hat interessante und interessierte Vögel angelockt. Eigentlich wundert es mich, dass es dort noch keine Paviankolonie gibt.

Mit einem weiteren Uber-Taxi sind wir dann wieder zurück in die Villa und ich schreibe und Stephan geht noch einmal um den Block, um sich umzugucken.

Morgen werden wir Luise, unseren Renault, mal bewegen und ein bisschen raus aus Kapstadt fahren. Übrigens haben wir beide trotz Creme eine veritable Gesichtsröte. Diese offenen Busse sind gefährlich!

Es war ein sehr schöner Tag!

Sänk ju vor rieding! Alles Gute! Bis denne! Gerald

3 Gedanken zu „Tag 4: Hop on Hop off, die zweite“

    1. Es ist toll zu wissen, dass man für jemanden schreibt, der sich über die Beiträge freut, liebe Nadine!
      Hoffentlich sehen wir und bald mal wieder. Dreierweihnachtsbäckerei? 😀
      Liebe Grüße, Gerald

      1. Das hoffe ich auch. Das mit der Weihnachtsbäckerei kann ich ohne Abstimmung mit Elke nicht versprechen. Elke und ich sind ja etwas eigen was den Tag angeht ;-). Ansonsten aber gerne auch mal auf einen Wein, vielleicht auch einen warmen auf einem der vielen Weihnachtsmärkte…? So als Afterwork-Glühwein?

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