Tag 8: Märkte

Liebe Leserschaft!

Zuallererst einmal einen schönen zweiten Advent allen. Heute bin ich zum Sonntagsmarkt nach Teror gefahren, der laut Reiseführer nachgeradezu spektakulär sein sollte. Nun ja, das war nicht so ganz der Fall. Viel billiger Tinnef, Touristenkitsch, schäbige Anziehsachen und nur ganz wenige Stände mit einheimischen Produkten; von denen hätte ich mir mehr gewünscht.

Aber in Sachen Obst wurde ich fündig; ich erstand ein paar Kaktusfeigen, Orangen, Äpfel, Trauben und Tomaten und zahlte dafür ’n Appel und ’n Ei, die Tüte war voll und ich schuldete nur knapp 3€ – ganz wunderbar!

In der Kirche wurde Messe gefeiert, das habe ich mir ein kleines Weilchen angesehen. Danach setzte ich mich auf den Kirchplatz, trank einen Milchkaffee und aß ein Boccadillo mit Schinken, das warm serviert wurde und ganz hervorragend schmeckte. Das Lästerpotenzial bzgl. der vorbeiströmenden Menschenmassen war übrigens enorm. Aber das tut man ja bekanntlicherweise nicht :-).

Geparkt hatte ich auf einem kostenlosen Parkplatz kurz vor der Altstadt, dort stand ein Mann, der Lose für den örtlichen Sportverein verkaufte. Viele parkende Touristen zahlten die auf einem an der Zufahrt auf einem Schild ausgewiesenen 2 €, aber ich bin mir nicht sicher, ob jeder wusste, dass er nur ein Los gekauft hat. Als ich zum Parkplatz zurück kam, war dieser schon wegen Überfüllung gesperrt, wie auch der gegenüberliegende. Es war doch so einiges los.

Teror

Ich beschloss, als nächstes nach Santa Brigida zu fahren, einem Ort, der in meinem Reiseführer erwähnt wurde, von dem ich aber vergessen hatte, was die Attraktionen sein sollten. Und der Reiseführer lag zu Hause auf dem Tisch, er hatte seinen freien Tag… Ich glaube Luftlinie lag der Ort 10 km weit weg, gebraucht habe ich aber über eine Stunde. Ich bin eine Strecke gefahren, die noch engere Straßen als neulich aufwies. An manchen Stellen hatte ich Zweifel, ob ich überhaupt mit meinem Wagen alleine durchkomme, so schmal waren einige Gassen. Und diesmal waren die Ausweichmanöver keine Ausweichmanöver mehr, denn ich bzw. der Gegenverkehr war mehrmals gezwungen, so lange zurückzusetzen, bis man eine breitere Stelle antraf. Das war schon ein wenig nervenzehrend, da hinter einem ja auch oft Autos waren. Aber irgendwie hat das alles geklappt. Und es boten sich spektakuläre Ausblicke.

Was mich irritiert hatte, war, dass der Wagen in Teror bergab drei- oder viermal von sich selbst aus bremste. Dieses Phänomen ist mir bisher noch nie untergekommen und eine kurze Internetrecherche zuhause half hierbei auch nicht weiter. Aber da es nach ein paar Minuten Fahrt nicht mehr auftrat, ignoriere ich das jetzt erst einmal.

Markt Sta. Brigida

In Santa Brigida stellte ich den Wagen unterhalb der Casa de Vino ab und besuchte dort auch erst einmal den kleinen Markt. Hier gab es viel schönere Produkte als in Teror. Ich kann jedem nur raten, für seinen Lebensmitteleinkauf lieber hierher zu fahren (wobei Teror an sich ja einen Besuch wert ist!). Anschließend schlenderte ich noch ein bisschen durch den Ort, der ist ganz nett, hat schöne Gässchen und eine Kirche, von der man einen schönen Ausblick über das Tal hat. Wieder über schmale Serpentinenstraßen ging es zurück nach Hause.

Dort baute ich mir mit den gekauften Tomaten einen riesigen Bocadillo, und schnibbelte Obst für eine Sangria, die wird es nachher geben. Auch aß ich meine erste Kaktusfeige. Achtung: Das knallrote Fruchtmark ist ähnlich penetrant wie das der roten Bete.

Morgen ist wieder Schule und wir hatten eigentlich eine Hausaufgabe. Leider habe ich nur vergessen, was wir machen sollten. Ich hoffe trotzdem, ich komme um den blauen Brief drumrum.

Die besten Wünsche von der Insel sendet Euch Euer Gerald

Hier wohnt die Frau aus dem berühmten Lied…
¡Salud!

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