Siegburg

Blick von der Abtei

Liebe Lesende. Manchmal bin ich ein kleines Dummerchen, manchmal sogar mehrfach am Tage. Ich stellte im Navi als Ziel einen Parkplatz in Siegburg ein und wunderte mich arg über die Streckenführung. Da ich das öfter tue, maß ich dem aber keine übermäßige Bedeutung bei. Als ich dann aber mit dem Auto in Porz in die Fußgängerzone sollte, schaute ich genauer hin: Restkilometer noch 20, geschätzte Ankunftszeit in 4,5 Stunden. Ach du dicker Brei. Ich hatte das Navi auf Fußgänger stehen. Korrigiert und 25 Minuten später war ich auf dem ausgesuchten Parkplatz.

Zweiter Fehler war, dass ich beim Vorbeifahren mit dem ICE immer dachte, dass das auf dem Berg thronende Gebäude die „Siegburg“ sei. Weit gefehlt, es ist die Abtei St. Michael. Aber ist ja auch nett. Da bin ich dann erst einmal hochgekraxelt, habe die Fernsichten – auch bei trübem Wetter – genossen, habe die Kirche und die Krypta besucht und ein paar Kerzen angezündet.

Abtei auf dem Michel

Von da aus runter in die Fußgängerzone und auf den Marktplatz. Herumgeschlendert. Was soll ich sagen, ich hatte mir das alles aus Erzählungen heraus noch schöner vorgestellt. Wenn man genauer hinguckt, sieht man alte Häuser, spezielle Geschäfte, die es so auf der Schildergasse und der Hohen Straße in Köln nicht gibt. Aber es überwiegt doch die Beliebigkeit (alle großen Ketten sind natürlich vertreten) und ein städtebaulich nachgeradezu ungeheuerliches Nichtkonzept, was insbesondere aus der Kaiserstraße deutlich wird. Ziemlich hässlich mit enormem Potenzial zu sehr hübsch. Vielleicht wird das ja irgendwann mal was. N.B.: Auch die Abtei hat man mit einem misslungenen modernen Gebäude angereichert. Wer das genehmigt und/oder geplant/gebaut hat, gehört an den alten Pranger auf dem Siegburger Marktplatz.

Ich kaufte mir in einem netten Laden einen Endloskerzenhalter, in einer Buchhandlung Reiseführer über Deutschland und auf dem Markt ein Weihnachtsgesteck „für an die Türe“. Merkt Ihr was? Wackeldackel, Klopapierhut, Weihnachtsgesteck? Es ist soweit, ich bin ein alter Spießer geworden.

Auf dem Rückweg noch kurz in den Supermarkt und zuhause die verbrauchten Kalorien erst einmal wieder mit einem gehopften Getränk aufgefüllt. Alles in allem ein ganz netter Tag.

Euer Gerry

Was dann passiert, lesen Sie in der morgigen Ausgabe von „Mann im Spiegel“

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