Eselpark, die dritte…

Ihr Lieben,

mit Feiertagen verknüpft hat man ja eigentlich immer ganz geruhsame Wochenenden. Ich konnte allerdings den Brückentag nicht nutzen und hatte auch so ziemlich viel auf dem Plan. Was ja nicht so schlimm war, da – wie wahrscheinlich überall in NRW – es hier oft geplästert und gewittert hat. Da kann man zuhause mit Papier kruscheln, lange im Büro sein und mal das ein oder andere aufräumen. Höhepunkt war dabei übrigens die Alarmauslösung in der Firma in der Nacht zu Samstag.

Gestern war ich dann noch bei Elke, die von einem Geburtstag in Schleswig-Holstein zurückgekommen war, und wir schlemmten einen unserer berühmten 3000-Zutaten-Salate. Der geht so: Man fängt an Gemüse zu schnibbeln, Eier zu zerkleinern, Krabben zu dünsten, Huhn zu braten, Käse zu würfeln, Radieschen in Scheiben zu schneiden, ein Dressing zuzubereiten etc. pp, bis man feststellt, dass der für zwei zubereitete Salat in keine Schüssel mehr passt und man problemlos eine ganze Kompanie damit sättigen könnte. Aber der ist immer total lecker und wunderbar zum Picken geeignet, wobei insbesondere um das Eiweiß immer heftig gerungen wird!

Für Sonntag dann hatte ich mich für Arbeit im Eselpark gemeldet und Iris notierte sich diesen Termin auch. Elke hatte schon angedeutet, nach der kurzen, aber doch mit langer Autofahrt verbundenen Reise Amy nicht alleine lassen zu wollen und nicht zu kommen. Das Problem mit Amy ist, dass sie bei den Enten und Katzen möglicherweise nicht gut aufgehoben wäre, aber die Esel auf Neuzugang auch nicht immer berechenbar reagieren.

Mein Vater hatte sein Kommen ebenfalls angekündigt, er war durch meine Schilderungen und Bilder inzwischen sehr neugierig geworden. Ebenso wie Petra, die Ihr ja schon von dem Spaziergang am Otto-Maigler-See kennt. Eine liebe Freundin, Doppelkopfspielerin und herausragende Gastgeberin.

Darinka meinte noch vor einer Woche, dass wir evtl. mit Regengüssen rechnen müssten, aber überraschenderweise war der Wettergott gnädig mit uns. Ich hatte zwar extra eine Regenjacke gekauft, aber die kann man ja immer brauchen. Dementsprechend war auch gut etwas los im Park. Viele Patinnen und Paten waren gekommen, aber auch Erstbesucher, denen man sofort ansah, wie verzückt sie waren (ging mir ja nicht anders). Darinka und Peter hatten daher gut mit den Besuchern zu tun. Ich schnappte mir Rinka, Karlotta und Rosa und „pflegte“ sie. Ich hoffe, die drei haben das zumindest so empfunden. Während ich Karlotta striegelte, wurde Ihr Pendant, Carlos, von einer anderen Patin gestriegelt. Leute! Was da für Haare aus den beiden rauskommen, das reicht für eine ganze Sitzgruppe zur Polsterung!

Iris kam später dazu, es gab eine Sperrung der Autobahn, so dass sie Umwege hinnehmen musste, und arbeitete mit ihrem Alwin, während ich Rosa traktierte. Rosa ist eine Art Oberhaupt der Herde, weil sie schon so lange auf dem Hof ist. Es ist zu köstlich, dass fast die ganze Herde hinter ihr hertrabt, wenn Sie zur Kosmetik abgeholt wird. Ein tolles Bild! Und ich als Co-Leithammel vorneweg.

Dann tauchte auch Petra auf und ich führte sie mit Darinka, die meinen Wissenstand über die Hofpopulation abfragte :-), einmal herum. Und während wir mit den Shetlands auf der Wiese einer Nachbarin zum Grasen waren, kam auch mein Vater an. Auch mit diesem drehte ich dann eine Runde über den Hof.
Mit ihm besuchte ich auch den noch quasi namenlosen Neuzugang, einen 8 Monate alten Eselhengst, der großes Interesse daran hatte, die Jacke und die Schnürsenkel meines Vaters zu vertilgen. Er ist noch im „Wo-ist-mein-Platz-in-der-Herde-Findungs-Modus“ und die Herde betrachtet ihn vielleicht noch ein bisschen als Eindringling. Ein süßer und kecker Kerl.

Beim Kaffee wurde dann ein bisschen geplaudert und wir bekamen ganz wunderbare, selbstgemachte Nussecken von Iris. Ehrlich, ein himmelweiter Unterschied zur Bäckereikettenware! Auch die „Ponywiesennachbarin“ gesellte sich zu uns, und die Nussecken und das Geplauder taten auch ihr sichtlich gut. Ich sag nur „positive Schwingungen“!

Petra, Iris und ich äppelten dann noch zusammen das Gelände um die Hauptstallungen ab (das finde ich nach wie vor sehr meditativ) und hatten ganz gut Spaß dabei.

Es war wieder ein toller Tag. Die anderen Paten, mit denen ich zumeist leider nur wenig sprechen konnte, und die Besucher sind alles freundliche und nette Menschen. Christel ist natürlich der Star, und Elke und ich haben ja auch sofort an sie als Patenesel gedacht. Aber wirklich alle, alle Tiere auf dem Hof sind etwas ganz Besonderes und sehr liebenswert. Sogar der kleine schwarze Teufel, der letztlich noch Carla „angeknabbert“ hat. Und die Tiere scheinen die Besucher auch wiederzuerkennen. Ein schöner Moment war, als die verängstigte Mala sich mal auf Schnüffelnähe an mich herangetraut hat. Das ist dann schon herzerwärmend. Ich glaube, dass ich sagen kann, dass mein Papi den Besuch auch sehr genossen hat. Zumindest möchte er wiederkommen.

Und hier noch ein paar Impressionen:

P.S.: Elke, Christel hat nach Dir gefragt und war ein bisschen traurig, dass Du nicht gekommen bist. Sie richtet aber liebe Grüße aus.

2 Gedanken zu „Eselpark, die dritte…“

  1. Großen Respekt. Du kannst den Tag soooo schön in Worte fassen. Bin wieder völlig begeistert und bin fast ein bißchen traurig das du nicht noch ein paar Seiten mehr geschrieben hast. Habe wieder mal das schmunzeln im Gesicht.
    Es war wirklich schön dich zu treffen und Petra kennenzulernen.
    Ich hoffe wir sehen uns bald wieder. Bis dahin bleib so erfrischend wie du bist. Liebe Grüße iris

    1. Liebe Iris,
      danke, das ist lieb von Dir. Der Sonntag hat mir wieder viel Freude bereitet, und es war schön, Dich wiederzusehen. Mit Deinen Nussecken kannst Du einen Laden aufmachen! 🙂
      Liebe Grüße, bis bald, Gerald

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