Tag 16: Kiel

Ihr Lieben,

fangen wir mit den schönen Seiten Kiels an. Und kommen wir nun zu den nicht so schönen.

Ach, ich bin wieder so destruktiv. Und tue dieser wunderbaren Stadt Unrecht. Immerhin liegt sie am Wasser und hat einen Hafen, das sind doch schon einmal Pluspunkte! Aber wenn man erstmal die ganz gut versteckte Touristen-Information gefunden hat (das wollen sie scheinbar nicht), erfährt man, dass zu den 10 Hauptattraktionen der Bahnhof, ein sitzender Bürgermeister und eine Handballarena gehören. Dies hier…

… dies ist das Kieler Schloss. Ja, ernsthaft! Dieser grobe Klotz steht nämlich da, wo mal ein Schloss WAR! Also, wenn man es Kieler Klinkerklotzkasten genannt hätte, hätte man wenigstens eine ehrliche Alliteration geschaffen.

Ein interessantes Ensemble findet man mit altem Rathaus und Oper (siehe Beitragsbild oben). Der Rathausturm erinnert entfernt an den Markusturm in Venedig. Die irgendwie darum verstreute Altstadt ist trist und ohne Sinn und Verstand „wiederaufgebaut“. Charme sucht man vergeblich.

Versöhnt wurde ich etwas am Hafen. Wasser, Schiffe, Brücken. Die Hörnbrücke ist ein Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst. Eine Dreifeldzugklappbrücke. Ja, ein Meisterwerk deutscher Wortschöpfungskunst. Sie in Betrieb zu sehen, ist für Technikinteressierte schon spannend. Dahinter in Seitenarmen schöne kleine alte Segler.

Apropos Segler: von der „Kieler Woche“ habe ich noch nicht viel gesehen. Wobei ich aber auch nicht genau weiß, wie sie aussehen soll.

Nach nur zwei Stunden schlurfte ich zum Boot zurück, um dort zu erfahren, dass wir länger als geplant in Kiel liegen werden. Die Hafenadministration habe unsere Einfahrt in den Nord-Ostsee-Kanal nach hinten verschoben. Das Schiff habe sich aber umgehend auf eine Warteliste setzen lassen. So erwarte man die Einfahrt um 18.30 Uhr, drei Stunden später halt. Ein bisschen viel behördliche Schuldzuweisung in letzter Zeit. Honi soit qui mal y pense…

Bevor wir den Kanal entern, hier noch weitere Fotohighlights aus Kiel:

Ich sah übrigens vom Schiff aus die Kieler Kunsthalle, die eine Ausstellung von Alfred Aereboe (erinnert erschreckend stark an Ærø) plakativ bewarb. Prima dachte ich mir, da gehe ich jetzt hin. Aber man hatte nur versäumt, das Plakat abzuhängen, die Ausstellung war schon seit drei Tagen vorbei. Heute ist der Wurm drin. Aber ein exzellenter Maler, leider nur sehr unbekannt.

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Tja, nun ist es gleich halb sechs und das Boot bleibt noch länger liegen. Frühestens um 20 Uhr sei nun die Einfahrt möglich. So verschiebt sich auch die Ankunft in Bremerhaven deutlichst nach hinten und mein zuggebundenes Ticket fängt schon mal mit Winkübungen an. Ich denke, ich teste jetzt mal den Cocktail des Tages und verifiziere meine Testergebnisse mehrmals.

Morgen dann das Neueste vom Tage, hoffentlich nicht aus Kiel. 🤪

Liebe Grüße, Euer Gerry

2 Gedanken zu „Tag 16: Kiel“

  1. Lieber Gerry, schade, dass deine Reise zum Ende so reizlos geworden ist. Aber um so mehr freust du dich doch wieder nach Hause zu kommen, oder?
    Ich drücke dir die Daumen, dass du deinen Zug erwischt und die Heimreise ohne Komplikationen verläuft.
    Liebe Grüsse Pauline
    Übrigens egal wo deine nächste Reise hingeht, ich bin dabei!

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