Mein Thanksgiving

Ihr Lieben,

Thanksgiving, in den USA immer am 4. Donnerstag im November gefeiert, heißt ja nichts anderes als Danksagung. Im Moment tue ich mich schwer damit, Dank zu versprühen, ist doch in letzter Zeit der Wurm drin.

Auf der Suche nach einer neuen Wohnung stieß ich auf eine Perle, die nur drei Minuten Fußweg von meiner Firma entfernt ist. Einzig wirklich offensichtliche Makel bei der Besichtigung am Dienstag war die briefmarkengroße Küche sowie der Wunsch des Vermieters, die Kaution in bar auszuhändigen. Da schleichen sich mir Scamming-Gedanken ein: Vorzugeben, man hätte eine Wohnung und dann von Dutzenden von Interessenten Bargeld abzugreifen. Ds kommt übrigens recht häufig vor. Am Ende entschied ich mich, zuzusagen, aber u.a. mit der Forderung, die Küche modifizieren zu dürfen und einen langjährigen Mietvertrag auszustellen, da es eine Tochter mit Interesse an der Wohnung gäbe, die man aber nicht ausziehen lassen wolle. Danach habe ich dann nichts mehr gehört. Naja, wer weiß, wofür es gut ist… Von einem Eigenbedarf in den nächsten macht ja auch keinen Spaß.

Am Mittwoch dann wusch ich abends Wäsche und schmiss danach den Trockner an. Als ich die Wäsche dann abholen wollte, war sie noch pitschnass. Die Trommel dreht sich, aber es wird nicht mehr getrocknet. So ein Mist, das fehlte mir echt noch! Ich habe mich mal nicht dazu hinreißen lassen, am Schnäppchenfreitag ein neues Gerät zu erstehen. Ich werde den Rest der Zeit in Poll den Trockenraum benutzen und meine Socken zwischen die Negligés von Frau Katz und den Schießer-Feinripp von Herrn Schneider hängen müssen. Finde ich nicht so wirklich prickelnd.

Herumschlagen musste ich mich auch mit der falschen Rechnung einer Versandapotheke. Auf meine erboste Mail hin rief man mich an, man verstehe meinen Unmut und würde mir 10 Euro von den 20 zu viel abgebuchten auf mein Kundenkonto gutschreiben. Sachma! Ich schrieb das in drei Bewertungsportale, schwupps, bekam ich mein Geld zurück. Ich höre immer öfter, dass man seinem Geld massiv hinterherrennen muss. Was soll das? Ist das so eine Art Ermüdungsstrategie? Wahrscheinlich, bei mir hat es auch schon einmal funktioniert damit, ich verzichtete nach Stunden Nachbohrerei auf Erstattung von 100 Euro durch Ethiopian Airlines. Der zeitliche Aufwand stand in keinem Verhältnis mehr.

Freitagabend gab es dann Ablenkung. Meine Lieblingslyrikerin Ruth Forschbach führte durch einen Abend zum 50. Todesjahr meiner Lieblingslyrikerin Mascha Kaleko in der Volkshochschule Frechen. Doch doch, selbstverständlich man kann zwei Lieblingslyrikerinnen haben!! Begleitet wurde sie vom Gitarristen Johannes Krause. Das war ein sehr schöner, nachdenklicher und auch informativer Abend.

Das Wochenende hatte ich mir freigehalten, um weiter nach einer neuen Bleibe Ausschau zu halten. Die Einkäufe ließ ich mir bringen, ich musste das Haus nicht verlassen. Das ist bei so einem Driss-Wetter schon sehr schön. Leider waren die Eier zerbrochen, also diesen Montag kein Kuchen für die Abteilung. Der Inhalt hat sich übrigens über die darunter befindlichen Einkäufe ergossen, aber das waren gottseidank alles abwaschbare Artikel.

Am Abend ich wollte mir etwas gutes tun und bereitete mir ein verspätetes Thanksgiving-Essen zu. Ein Truthahn für mich alleine wäre etwas übertrieben gewesen, daher downgradete ich diesen zu einer Maispoularde. War sehr lecker!

Morgen lasse ich Gott mal einen guten Mann sein (schon witzig, dass die Altvorderen das so formuliert haben, denn im Umkehrschluss bedeutet das ja, dass… ach, ist ja auch wurscht) und mache mal gar nichts.

Habt alle einen tollen Restsamstag und einen gemütlichen Sonntag!

Ich auch zuweilen, kleine Tomate, zuweilen auch ich!

P.S.: Ich habe in der Black-Friday-Woche uuuuunglaublich viel Geld gespart. Ich habe nämlich nichts gekauft.

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