Ihr Lieben,
heute ist St. Patrick’s Day und somit Gelegenheit, mal ein typisch irisches Abendessen zuzubereiten. Und das geht so: Man öffne eine Flasche Guinness.
Nee, quatsch. Gelegenheit, ein Irish Stew zu kochen. Zumal ich auch, wie berichtet, im Juni nach Dublin fahren werde. Da muss ich mich ja kulinarisch drauf einstellen. Wikipedia erläutert, dass in ein originales Irish Stew nur alter Hammel, Kartoffeln, Zwiebeln und Petersilie gehören. Alter Hammel, da es ein typisches Schäferessen war, bei dem betagte, unrentable Tiere als Fleisch verwendet wurden. Auch sei es als Nationalgericht von dem Eintopf „Coddle“ überholt worden, weil Irish Stew im Ruf stehe, ein Arme-Leute-Essen zu sein. Naja, räusper, habt Ihr schon einmal ein Kilogramm Lamm in Köln gekauft?
Ich halte mich mal nur bedingt an die wikipedianisch-puristischen Vorgaben (schlage aber bei der Sauce ein paar Kapriolen) und bereitete es folgendermaßen zu:

In heißem Butterschmalz (alternativ hoch erhitzbares Öl) brate ich 1 kg Lammgulasch scharf an, ich habe es nicht so mit Hammel. Das Fleisch nehme ich dann heraus und stelle es im Ofen warm. Dann gebe ich etwas Sonnenblumenöl in den Topf und brate darin unter Zugabe von zwei gehäuften Esslöffeln Tomatenmark drei kleingeschnittene Zwiebeln, etwas gehackten Knoblauch, eine große Packung Suppengrün (siehe Foto) und eine Handvoll gewürfelter Karotten sowie zwei Handvoll gewürfelter Kartoffeln an. Dann gebe ich das Fleisch wieder dazu und lösche alles mit einem Glas Rinderfond und einer kleinen Flasche Guinness ab, salze und pfeffere das ganze, gebe ein paar Chiliflocken (ersatzweise Cayennepfeffer) dazu, versenke zwei Lorbeerblätter und ein paar Zweige Thymian und schmore das Ganze etwa eine Stunde lang im Schnellkochtopf; im klassischen Topf oder Bräter dauert es dann eher zweieinhalb Stunden. Thymian und Lorbeer rausfischen, abschmecken, ggf. mit etwas Mehlbutter binden (ich mag es lieber flüssig), viel gerupfte Petersilie drauf und ab auf den Tisch. Baguette und der Klacks Crème fraîche sind jetzt auch nicht typisch irisch, aber wir sind ja in Europa 🙂
Happy St. Patrick’s Day!
