Köln-Nizza (5): Rotterdam

Ihr Lieben,

ich glaub’s ja nicht: jetzt haben selbst Kreuzfahrtschiffe schon Verspätung! Auf der Nieuwe Maas herrschte so viel Verkehr, dass wir 30 Minuten später als geplant anlandeten. Anzeige ist raus!!

Das Frühstück war heute als Brunch getarnt. Um 9 Uhr früh konnte man Burger und Steak bestellen! Und einige taten das auch. Was stimmt mit denen nicht? Ich beließ es bei Egg Benedikt. Für den Speck hätte ich allerdings mehr Implantate benötigt. Vielleicht die von Jaws (aka Beißer) aus den Bond-Filmen. Heute wurde auch nicht viel geredet, es waren ausgesprochen muffelige Mitreisende an meinem Tisch. Ob denen nachts das Klo übergelaufen war? Man weiß es nicht.

Um 11:30 Uhr konnte ich vom Schiff runter. Ich ließ Suchmaschinen bestimmen, was ich zu sehen hatte. So führte mich mein erster Weg über die Erasmusbrücke am Leuvehaven vorbei bis zur modernen Markthalle. Große Teile von Rotterdam sind übrigens als modern zu bezeichnen, da die Nazis die Innenstadt 1940 durch Flächenbombardement fast komplett zerstörten. Die Markthalle hat riesige Ausmaße und ist für ihre Deckenmalerei bekannt. Es gibt einige nette Geschäfte dort, unter anderem – laut Eigenwerbung – den ersten Erdnussbuttersupermarkt der Welt. Alles ist aber einen Tacken touristisch und nicht preiswert. In der unteren Etage ist das dann nicht mehr ganz so.

Direkt neben der Markthalle stehen die von Piet Blom geplanten Kubushäuser, die Anfang der 80er Jahre gebaut wurden. Man mag es zwar kaum glauben, aber da leben wirklich Menschen drin. Nur zwei Kuben (eigene Recherche, also nicht verlässlich) sind zugänglich. Ein kleines Kunstprojekt (4 Euro Eintritt) sowie das offizielle Kijk-Kubus-Museum (3,50 Euro). Letzeres gönnte ich mir trotz bzw. wegen kurzer Warteschlange. Innen ist alles etwas abgeranzt, man erahnt es vielleicht auf den Bildern. Und wie Speditionen da einen Flügel reinbekommen sollen, ist mir schleierhaft. Die Treppen sind „Haxenbrecher“!

Auf der anderen Seite der Markthalle befindet sich die Sint-Laurents-Kerk. Die hätte ich gerne als einzig erhaltenes mittelalterliches Zeugnis nach der Bombardierung besichtigt, sie war aber wegen einer Privatfeier für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Kirche war damals und ist halt auch heute immer noch käuflich. Und dabei hätte ich so gerne gebetet. Ehrlich! Vor der Kirche dann die Statue des berühmtesten Sohnes der Stadt: Erasmus da Vinci. Scherz. Er wird Fürst der Humanisten genannt, setzte sich kritisch mit Kirche, Adel und Lehre auseinander. Der Gute lag sich auch sehr mit Martin Luther in den Haaren.

Die Einkaufsstraße, die mich den nächsten Zielen näherbringen sollte, ist ein bisschen langweilig, eine Schildergasse gleicht ja der anderen. Nur hier gibt es dann auch mal eine offene „unterirdische“ Passage und man kommt am World Trade Center und an der Börse vorbei. Wenn man dann in den Mauritsweg abbiegt, dort stehen ein paar markante Skulpturen u.a. von Rodin, Laurens oder Wotruba an einem kleinen Wasserlauf, stößt man automatisch auf die Eendrachtsplein. Um diesen Platz zu verschönern, kaufte die Stadt Rotterdam 2001 für 180.000 Euro die sechs Meter hohe Statue „Santa Claus“ des amerikanischen Künstlers Paul McCarthy. Leider sieht der Weihnachtsmann nicht wie ein Weihnachtsmann aus und der Weihnachtsbaum auch nicht wie ein Weihnachtsbaum. Die Einheimischen regten sich ein bisschen auf und tauften das Werk Kabouter Buttplug, frei übersetzt „Zwerg Analstöpsel“. Paul McCarthy stört diese Interpretation angeblich nicht.

Ein paar Schritte weiter findet sich das Art Depot Museum Boijmans Van Beuningen, dahinter der Museumspark. Das Gebäude spiegelt die Umgebung in seiner reflektierenden Fassade. Ein beeindruckender Anblick, der auf meinen Bildern leider nicht so herauskommt, da im Gegenlicht und bei Bewölkung fotografiert. Auch in der Umgebung wieder viel Kunst im öffentlichen Raum.

Über den Nieuwe Binnenweg (eine nette Multikulti-Läden-Straße) lief ich weiter Richtung Delfshaven. Wie der Name schon sagt, war dieser Ort der Hafen von Delft, den die dortigen Stadtväter anlegten, um Steuerzahlungen an Rotterdam zu umgehen. Apropos Väter: Hier brachen auch die „Pilgerväter“ mit dem Schiff Speedwell nach England auf, um dort auf die Mayflower umzusteigen. Sie selbst nannten sich übrigens nicht selbst Pilgerväter, sondern ganz bescheiden „Saints“, Heilige. Die Kirche des Aufbruchs heißt Pilgervaterkirche und daneben residiert die Brauerei Pelgrim, die einzige ihrer Art in Rotterdam. Ich trank dort ein seeehr süffiges Lager namens Speedwell. Für einen sehr siffigen Preis. Naja, nichts gegen die Preise in Norwegen.

Das entscheidende an Delfshaven ist, dass das Bombardement an ihm vorbeigegangen ist. Daher erlebt man hier einen zauberhaften Stadtteil, mit Grachten, Zugbrücken, Giebel- und Stapelhäusern, mit einer Mühle, Glockenspielen und charmanten Gebäuden. An den Ufern sind Schiffe angetäut, es gibt schöne Außenterrassen. Zauberhaft!, ich erwähnte es bereits. Insgesamt hat mich Rotterdam überrascht. Die Moderne hat sich um Ansehnlichkeit bemüht, das Alte wurde großteils gewürdigt. Dann kommt dazu ja auch noch der Hafen, der größte Seehafen Europas. Und wer mich kennt, weiß, dass Häfen auf mich eine emotionale Wirkung haben. Also, die Stadt ist definitiv eine eigene Reise wert!

Was auf meiner To-Do-List stand war eine Wassertaxi-Fahrt. Die aber sind so begehrt, dass man ohne Vorbuchung in der Wassertaxi-App keine Chance auf einen Transfer hat. Wenn ich in Delfshaven drei Stunden gewartet hätte, hätte mich eins mitgenommen. Und da ich schon vier Stunden gelaufen war (na gut, 30 Minuten Bier-Tasting abziehen), nahm ich die Metro zurück zum Cruise-Terminal. War auch schön! Man geht übrigens mit der Kreditkarte durch die Schranken. Ein System, das ich seit Jahren lobpreise! Und alle zwei Minuten kommt ein Zug. Kann man auch nicht genug lobpreisen!

Das Schöne an Landgängen ist, dass man die Kalorienzufuhr der Seetage zumindest etwas kompensiert. Einmal durch Wegfall der Möglichkeit des Sich-permanent-Vollstopfens, als auch durch die Zahl der Schritte, die man getan. Erwähnte ich eigentlich, dass ich mir zwei neue Paar Sneakers für die Reise geleistet hatte? Und nur diese mithabe? Was wäre ich jetzt dankbar für meine ausgelatschten Treter! Kurz überlegte ich, ob es jemanden störte, wenn ich auf Socken herumliefe.

Als Show-Act gab es heute irgendetwas mit elektronischer Geige. Ich wette, das war ein toller Auftritt, leider finde ich Geige aber per se schwierig, insbesondere, wenn sie elektronisch (oder „rockig“) ist. Daher schenkte ich mir das. David Garrett und Vanessa-Mae verursachen mir z.B. körperliche Schmerzen. Selbst bei Anne-Sofie Mutters Aufführung des 2. Violinkonzerts von Bartok in den 90ern in der Kölner Philharmonie hat es mich schwer geschüttelt. Aber ich schweife schon wieder ab. Statt also auf Suche nach Unterhaltung zu gehen, begann ich mein Tagebuch in einer der Bars zu schreiben, nahm mir dann ein Glas Sekt mit auf die Kabine, setzte mich auf den rauchfreien (yeah!) Balkon und seufzte. Was für ein schöner Tag das heute gewesen ist! Das sagt man sich viel zu selten. Gut, bei mir war das einfach. Gebt dem Gerry das Meer, Gewässer, eine interessante Stadt, ein leckeres Bier und gutes Wetter. Dann ist er… warum redest Du eigentlich in der dritten Person von Dir? Und jetzt in der zweiten? Oooops, sorry, dann bin ich zufrieden!

Nach der Ausfahrt im Rückwärtsgang ging es ins Restaurant. Das Abendessen war wieder völlig in Ordnung (butterzarter Sepia, saftiges Bouef Bourgignon); Marc und Lira kümmern sich toll um uns drei (ja, die anderen 5 Personen bleiben verschollen), und wir bringen ihnen Deutsch bei und sie uns Tagalog. Nicht, dass ich das nicht schon vorher perfekt beherrscht hätte 🙂

Morgen dann wieder ein Seetag, bevor wir in Brest anlanden. Lässt sich ja auch überstehen. Ich werde mich mal ausführlich über das Guggenheim-Museum informieren. Einer der Söhne der australischen Lehrerin i.R., die gestern beim Mittagessen neben mir saß, ist Ressortchef Kultur einer auflagenstarken Zeitung und hat in mehreren berühmten Museen hospitieren dürfen; zwei Monate war er z.B. in Bilbao im Guggenheim. Es gibt schon tolle Jobs (ich musste allerdings an Mr. Bean und das Bildnis von Whistlers Mutter denken)!

Ihr Lieben, wir sehen uns morgen wieder bei einem entspannten Tag ohne Verpflichtungen, wenn Ihr mögt. Bis dahin Euch allen alles Liebe und Gute! Euer

Share Coffee, share Love!

Köln-Nizza (4): erster Seetag

Ihr Lieben,

gestern gönnte ich mir nach der Ausfahrt erst einmal einen Schampus. Der war nämlich in meinem Getränkepaket enthalten, das auch entsprechend teuer war. Aber bei der Buchung saßen rechts auf meiner Schulter ein angeheitertes und links ein beschwipstes Engelchen, da musste ich zugreifen. Streamende und chattende Engelchen tauchten hingegen nicht auf, für das Internetpaket (200 Euro!!!) war ich daher nicht aufgeschlossen genug.

Um 19 Uhr ging es wieder ins Theater, es war Showabend. Und irgendwie musste ich ja die Zeit bis zum Abendessen herumbekommen. Es gibt nämlich Tischzeiten. Die erste um 17.45 Uhr, die zweite angeblich drei Stunden später (zweieinhalb, wie sich später herausstellte). Man hatte mich bei der Buchung wohl im Altersheim verortet und mir ohne Nachfrage die frühe Tischzeit zugeteilt. Herrjeh. Das änderte ich sofort, dann lieber erst nachts speisen. Notfalls könnte man auch jederzeit ins Buffet-Restaurant gehen, wobei das für mich Pingel nur zweite Option wäre.

Aber ich war ja eigentlich bei der Show. Ein Jongleur und eine Handschattenspielerin bespaßten uns knapp 40 Minuten lang. Das war jetzt nicht Celine Dion, aber ganz unterhaltsam. Auch die Kreuzfahrtdirektorin stellte sich in dieser Show vor. Ein bisschen zäh wurden beide Veranstaltungen, da alle Ansagen in fünf Sprachen vorgetragen wurden.

Das Abendessen: Neben den festen Zeiten gibt es auch noch feste Plätze. Das kann Vorteile haben, birgt jedoch auch Gefahren. Aber von acht Gästen waren nur drei am Tisch und meine beiden Mitspeisenden erwiesen sich als sehr nettes, vielgereistes, junges Paar aus Hannover. Das Essen war so lala, dafür war die Weinkellnerin flott.

Zum Absacken versuchte ich, eine ruhige Bar zu finden, allein, man war irgendwie auf Krawall aus. Das ruhigste war ein Schlagerabend, aber wer mich kennt, weiß, was das mit meinen Zehennägeln anrichtet. Ich entschied mich für die Karaoke – Bar, da waren erstaunlich stimmstarke Auftritte dabei. Unter anderem ein junger Alice Cooper, bei dem ich mich fragte, wie der sich auf das Schiff verirrt hatte.

Einmal wechselte ich dann noch ins Foyer, um einem Pianospieler zu lauschen. Gegen Mitternacht fühlte ich mich bettreif, ging noch einmal ins Bad und betätigte die Toilettenspülung. Leider hörte das Wasser danach nicht mehr auf, zu fließen. Und das ist bei Schiffstoiletten ein Problem. Das Klo lief über und flutete mein Bad. Immerhin gibt es einen Abfluss am Boden, der schlimmeres verhinderte. Ich rief die Rezeption mehrmals an, man drückte mich weg. Ich lief hinunter. Eine Rezeptionistin und zwei erregte Klientinnen. Ich drängelte mich vor, es sei ein Notfall. Jaja, es käme jemand vorbei.

Ich wartete 20 Minuten. Es kam niemand. Ich sprach einen Maler an, der Ausbesserungsarbeiten im Flur vornahm. Der organisierte einen Klempner, einen würdigen alten Mann, den ich sofort als englischen Lord für einen Film casten würde, begleitet durch ein weiteres Crew-Mitglied. Der Lord fummelte dann noch einmal 20 Minuten herum, bis das Problem gelöst war. Man verabschiedete sich; dass das Bad noch überflutet war, interessierte keinen. Egal, ich streute Handtücher aus. Gerade, als ich wieder im Bett lag, rief die Rezeptionistin an. Ich möge doch zukünftig anrufen, wenn ich Probleme hätte, und nicht herunterkommen. Sachma!!

Gegen 4 Uhr nachts wurde ich wach, es pfiff durch alle Ritzen und das Schiff krängte, rollte und stampfte. Jaja, Kattegat und Skagerrak haben es faustdick hinter den Ohren! War aber nicht allzu dramatisch.

Das Frühstück nahm ich im Restaurant ein. Man hat reichlich Auswahl aus einer Karte und alles ist von guter Qualität. Am Tisch auch Kanadier, es sind angeblich über 50 Nationen an Bord. Spannend. Die Deutschen stellen aber – so die, Achtung!, „Guest Experience Ambassador für deutschsprachige Gäste“, Monika – 51%. Dä! Die Hunnen kommen!

Eine Bar geschmackvoller als die andere.

Ja, was treibt man denn nun an so Seetagen? So gut wie nix. Man gibt sich bordseits redlich Mühe, für jeden Passagier etwas zu finden, um ihn zu unterhalten, aber ich bin da ein schwieriger Kandidat. Cocktailkurse, Brotbackseminare und Weinverkostungen wurden ohnehin nicht angeboten, Puzzlechallenges, Yoga und Tanzkurse sind bekanntlich nicht meins. Also besuchte ich „Spanisch mit Jesús“, aber leider bin ich schon etwas weiter als „Hola, me llamo Gerald“. Eine Dreiviertelstunde später versuchte ich mich in Italienisch, das war dann zum Auffrischen des Basisvokabulars ganz nett. Die Vortragende war zudem sehr humorvoll.

Ansonsten frisst und säuft man, dreht Runden durch das Schiff, bestaunt keifende Ehepaare, ältere, aufgetakelte Damen, die aus einem anderen Jahrhundert zu stammen scheinen (Nerzstola) und japanische Teenies, die hysterisch kreischen, wenn sie beim Shuffleboard Punkte einfahren. Apropos Teenies. Das Durchschnittsalter an Bord liegt (von der Crew mal abgesehen) gefühlt bei etwa 70 Jahren. Ein bisschen sind Seetage wie Ruhestand bei Regenwetter, nur ohne Einkaufsstress. Um auf dem Oberdeck herumzulungern ist es übrigens heute viel zu kalt und windig.

Nach dem Mittagessen (mit drei australischen Pensionisten am Tisch) gab es einen schaukelnden Mittagsschlaf, dann Kaffee und Kuchen, dann Champagner, dann Abendessen. Heute das gefürchtete Galadinner mit Kapitänsgedöns und „eleganter Garderobe“. Ich fühlte mich in weißer Leinenhose, weißem Leinenhemd und weißen Sneakern elegant genug, auch wenn ich fast aussah, wie ein Guru. Fehlte nur noch die Holzperlenkette.

Bevor ich aber zum Abendessen aufbrach, musste ich noch zum Ausflugsbüro. Man hatte die Bordbesichtigung, die ich gebucht hatte, kurzerhand gesplittet und einen der beiden Teile auf Tage gelegt, an denen ich a) im Guggenheim-Museum bzw. b) in Guimaraes zu verweilen gedachte. „Na, dann nur den ersten Teil“, erklärte mir die Dame am Tresen mit gewinnendem Lächeln. Häh? „Sorry, das ist doof jetzt“, „Oh, wie schade, tut uns leid“? Fehlanzeige. Ich cancelte die ganze Tour. Ob ich bitte eine Bestätigung bekommen könne, wegen der Rückerstattung der Kosten? Das gewinnende Lächeln war längst weg: „Nein, das sehen Sie dann ja irgendwann auf Ihrem Bordkonto.“ Sachma!!

Ich hatte immer noch Schicht 2 beim Abendessen und schaute mir vorher eine kurze Show und ein Grußwort des Capitán im Theater an.

Das Abendessen war wieder sehr nett, wieder fehlten die 5 anderen Gäste, was uns aber nicht störte. Zudem war das Essen sehr gut, einer der Vorteile eines Galaabends, dann ist immer alles sehr erlesen.

Zum Abschluss möchte ich auch noch – ich motze ja oft ein bisschen herum – etwas ausgesprochen positives loswerden: Der Kabinensteward, die Servicekräfte in den Bars und Restaurants (die meisten von den Philippinen, wie auf fast allen Schiffen) und der Großteil der restlichen Belegschaft sind grandiose Menschen.

So, morgen Rotterdam. Da war ich noch nie, soll man es glauben? Das Schiff verkauft teure Karten für einen Shuttlebus ins Zentrum. Naja, das ist 5 Minuten vom Hafen entfernt, das kann man auch selbst bewältigen. Da laufe ich dann fast ziellos rum. Lauft Ihr mit? Würde mich sehr freuen. Liebe Grüße von hoher See, Euer

P.S.: Ich habe jetzt doch ein Internetpaket erstanden. Ich wollte heute viel zu viel ergoogeln und ein bisschen Erreichbarkeit ist ja auch wichtig. Was? Okay, bin ich halt süchtig.

Köln-Nizza (3): Die Einschiffung

Ihr Lieben,

wie immer, das Wichtigste vom Tage zuerst: das Frühstück war absolut hinnehmbar, toll war das Fisch-Büffet. Auch ein Gläschen Sekt gab es. Alles in allem ein gutes Hotel, auch wenn an einigen Ecken das Design die Funktion veräppelte. Und wenn man um 22 Uhr abends eine Nachricht erhält, man solle sich selbst schon elektronisch hinauskomplimentieren, finde ich das grenzwertig. Self-check-out heißt das wohl. Leutz!

Drei Stunden musste ich bis zur Einschiffung totschlagen. So lief ich erst einmal zum Cruise-Terminal, um den Pott zu bestaunen. Er ist riesig. Ich lief durch Seitenstraßen bis zum Hotel Neptun, einer Scheußlichkeit aus den 70er Jahren, die Warnemünde haushoch (hihi) überragt. Gut, das Schiff ist ja auch gewissermaßen eine Monstrosität. Im „Teepott“ trank ich dann widerrechtlich einen Kaffee und glotzte auf die Ostsee und die vorbeiflanierenden Menschen. Man merkt, dass MSC eine italienische Reederei ist, italienisch ist jetzt vorherrschend im babylonischen Sprachgewirr auf den Promenaden und Terrassen.

Ich holte meine Siebensachen aus dem Hotel und begab mich zum Auswanderungsbüro am Hafen. Das Einschiffen war easy, die Rettungsübung erfolgte per TV und Anruf einer Nummer, dass man alles verstanden habe.

Die Kabine ist okay, ich bin 3 Stockwerke über dem 8. Rettungsboot von rechts. Mein Gepäck kam später, daher machte ich, was man gemeinhin auf Schiffen so macht: Fressen und Saufen. Das Begrüßungsmenü gab es in einem Restaurant, wo ich mit Süddeutschen platziert wurde, deren Dialekt ich nur mit großer Anstrengung folgen konnte. War dennoch sehr unterhaltsam. Alles weitgereiste Greise. Naja, wie ich halt.

Ich besichtigte das Schiff, erwähnte ich, dass es riesig ist? Dabei ist es laut Eigenbeschreibung eines der kleineren der Música-Klasse. Puh! Es gibt ein paar Restaurants, viele Bars, viel Animation (meistens mit viel Geräusch verbunden), Spas, Pools, Spieleecken. Und zu essen gibt es 24/7.

Um 16 Uhr fand ich mich zu einer Begrüßung der deutschsprachigen Gäste ein. Das war dann aber später mehr eine Verkaufsveranstaltung. Aber so lernte ich auf dem Weg ins große (und sehr kitschige) Theater auch weitere mittelgroße (und stellenweise sehr kitschige) Bars kennen. Um 17 Uhr verließen wir recht unspektakulär den Hafen Rostocks, mit viel weniger Zuschauern als gestern die Aida.

Für heute ist dann auch erstmal Schluss, ich melde mich, wenn ich wieder sicheren Empfang habe. Bis denne, Euer

Köln-Nizza (2): Warnemünde

Ihr Lieben,

gestern sitze ich dumm an meinem Schreibtisch herum, da klingelt um 21 Uhr mein Handy. Nummer aus Innsbruck. Weggedrückt, was habe ich mit Innsbruck zu schaffen? 10 Minuten später: Nummer aus Innsbruck. Ich unwirsch: „WAS???“. „Hotel xyz hier. Wo bleiben Sie, Sie wollten um 17 Uhr einchecken?“. Meine Stornierung war im System nicht vermerkt worden. Es konnte aber aufgeklärt werden, ich hatte die Storno-Bestätigung aufgehoben.

Was inzwischen weltweit bekannt sein dürfte: ich liiiiebe reisen, aber hasse packen! Immerhin habe ich seit 100 Jahren eine Kofferpackliste, so dass ich nichts vergesse. Da stehen merkwürdige Sachen drin, Anzug und Krawatte z.B. Herrjeh. Bräuchte man beim Käpt’ns Dinner, aber da habe ich prinzipiell wenig Lust drauf, das ist mir zu viel Chi-chi. Bleiben also zuhause. Auch sonst gebe ich mir inzwischen wenig Mühe. Koffer unter das Schrankbrett, einmal mit dem Arm alles rauswischen, fertig.

Sonntags um 8:45 Uhr musste ich am Kölner Hauptbahnhof sein, und das am Tag des Köln-Marathons. Puh! Ich stand früh auf und machte mich eine halbe Stunde eher als eigentlich erforderlich auf. Das war gut so, denn es fiel schon die erste Straßenbahn aus. In Deutz stieg ich in die S-Bahn zum Hauptbahnhof um. Vor dem Bahnhof alles gesperrt und voll von Menschen in bunter Funktionskleidung. Tausende! Ich hoffe, alle hatten Spaß beim Rennen.

Ihr Lieben, Ihr wisst, wie gern ich auf der Bahn rumhacke, aber heute geschah ein Wunder. Meine fast 7-stündige Reise verlief ohne jedwedes Problem, ich kam auf die Minute pünktlich in Warnemünde an. Tränen der Rührung wegen der Erinnerung an bessere Zeiten kullerten mir die Wange herunter. Es schienen aber nicht alle so ein Glück gehabt zu haben, denn der Zug war brechend voll von Menschen, deren Züge ausgefallen oder massiv verspätet waren. Die stritten sich dann mit den Menschen, die für den ICE Rügen, so heißt die Verbindung Köln-Rostock, keine Sitzplatz-Reservierung hatten um die wenigen freien Plätze.

Das Hotel macht einen sehr guten ersten Eindruck, ich schaue zwar in den Hinterhof, aber ich wollte ja auch nicht glotzend auf der Bettkante sitzen. Ich schmiss meine Plünnen ins Zimmer und begab mich auf Entdeckungstour. Vor fünf Jahren war ich schon einmal in Warnemünde, daher schlenderte ich entspannt über die pittoreske Alexandrinenstraße zum Strand, zum Teepott, einer Art Kurhaus, die aber eher an die schwangere Auster Berlins als an einen Teepott erinnert, zum Leuchtturm und zu den Leuchtfeuern.

Zurück ging es dann den Alten Strom entlang , wo ich aufschnappte, dass ein Schiffskonvoi die Ausfahrt des Kreuzfahrtschiffes AIDAmar begleiten würde. Das klang doch prima. An Bahnhof und Riesenrad vorbei lief ich zum Ufer vor dem Cruise-Terminal, wo halb Warnemünde versammelt war. Leutz, ich weiß, es ist ökologisch Scheiße, aber ich bin Muschelschubser und liebe das Meer, Boote, Schiffe, ferne Welten. Und als alle um die Wette tuteten, sich das majestätische Schiff und die ganzen Ausflugskutter zu einer Parade formierten, da floss mein Herz über. Morgen, da wird man mir dann zuwinken. Leider ist mein Balkon auf der falschen Seite…

Eine Kollegin riet mir, in Warnemünde das DDR-Schnitzel zu essen. Panierte Jagdwurst mit Spirelli und Tomatensauce. Ich fand es auf keiner Karte der Restaurants am Strom (übrigens angesichts des Gewässers ein etwas hochtrabender Name), daher ließ ich mich auf Fischsuppe und Würzfleisch (ist ja auch eine DDR-Spezialität) nieder und guckte dem Treiben auf der Promenade zu. Als ich ankam, war Warnemünde proppevoll, und auch als die Aida schon lange weg war, gab es genug Publikum aus aller Welt zu bestaunen. Das Essen auf der Terrasse des „Twee“ war übrigens sehr lecker! Es gibt Worcestershiresauce Dresdner Art hier, kein Scherz.

Zwar lag auf meinem Zimmer eine Broschüre einer Discothek, aber ich wollte meinen inneren Travolta nicht wecken. Er schläft schon so lange. Daher zog ich mich ins Hotelzimmer zurück, schrieb Tagebuch und werde jetzt ein bisschen streamen.

Morgen um 13 Uhr ist Einschiffung. Zu sehen an Land gibt es dann erst wieder etwas in zwei Tagen in Rotterdam. Übrigens, ganz wichtige Info für Euch: Meine Kabinennummer ist 11160; solltet ihr gerne einen Obstkorb oder eine Flasche Wein für mich ordern wollen (insbesondere letzteres beflügelt ja mein Dichterherz!).

Also, ich hoffe, wir lesen uns morgen Abend wieder. Kann allerdings sein, dass ich auf See kein Netz habe und der Bericht verspätet kommt.

Liebe Grüße aus Warnemünde, Euer

„Aber ich bin der Koch!!!“ – „Vorschrift ist Vorschrift.“

Köln-Nizza (1): Der Prolog

Ihr Lieben,

ich hatte es schon in irgendeinem Schnipsel erwähnt: ich fühlte mich zu erschöpft für meine geplante (genauer: schon durchgebuchte) Autoreise durch Europas Süden. Die Vorstellung, 3.600 Kilometer in 18 Tagen zu fahren, dabei in 11 Hotels zu übernachten, immer Ein- und Auscheckzeiten zu beachten, die Reiseroute zu kontrollieren… das war mir auf einmal zu viel. So beschloss ich am Abend einer Rückkehr von einer Dienstreise nach Braunschweig, alles zu stornieren und gar nichts zu machen. Einfach nur zuhause sein. HAH! Bei einem Hotel hatte ich die Stornofrist überschritten, man war aber so kulant, mir den Betrag dennoch rückzuerstatten.

Einen Tag später erhielt ich eine Werbemail. MSC, eine italienische Kreuzfahrtreederei, haue Restposten zum Schleuderpreis raus. 12 Tage von Warnemünde nach Marseille für ’n Appel und ’n Ei. Ich erwähnte das einer kreuzfahrterfahrenen Kollegin gegenüber, die beim Namen der Reederei deutlich zusammenzuckte. Beim Schiffsnamen dann schüttelte es sie. Normalerweise hätte ich auf sie gehört, da ich sie sehr schätze, aber das Bild weißgewandeter Stewards, die mir farbenfrohe Cocktails servieren, vernebelte mir das Hirn und ich buchte eine Kabine. Es hieß, die hätte auf jeden Fall ein Fenster, es könne aber sein, dass ich massive Sichtbeschränkungen hätte. Hm. Es wurde eine Balkonkabine. Yeah. Und bei italienischen Reedereien herrscht dort Rauchverbot. YEAHYEAH! Das hat mich damals bei „Mein Schiff“ sehr gestört, ich konnte den Balkon wegen dauerquarzender Nachbarn quasi gar nicht nutzen.

Auf die Bahn kann und will ich mich ja nicht mehr verlassen, daher buchte ich außerdem ein Hotelzimmer in Warnemünde und ein Zugticket, um mit der DB 30 Stunden vor Einschiffung abzureisen. Hoffentlich reicht die Zeit!

Ausflüge habe ich kaum gebucht, ich will einfach nur viel in den angelaufenen Städten herumlaufen. Klar, für das Guggenheim-Museum in Bilbao habe ich mir einen Eintritt reserviert, da fahre ich dann mit einer Taxe hin. Und für Portugal habe ich einen Ausflug nach Guimarães gebucht, da ich Porto schon kenne und im August 2027 wieder dort sein werde. Apropos: die Stationen sind Rotterdam, Brest, Bilbao, Porto (Leixões), Malaga und Marseille. Nach Nizza fahre ich dann mit dem Zug.

Ein Getränkepaket habe ich mir geleistet, eine Wifi-Flatrate nicht. Beides kostet etwa gleich viel. Möglicherweise werde ich daher an den vielen Seetagen keinen Empfang haben und meine Reiseberichte werden mit Sicherheit zeitversetzt online gehen. Aber immerhin wisst Ihr jetzt, dass, wenn Ihr mal nichts von mir hört, es nicht an den turmhohen Wellen im Golf von Biskaya liegt, die mich von Bord rissen, weshalb ich gezwungen bin, den Rest meines Lebens auf dem Meeresgrund in Mr. Crabs Diner zu arbeiten (hat da überhaupt schon mal wer Trinkgeld gegeben?).

Ich freue mich sehr auf die Reise! Freut Ihr Euch auch schon? Wollen wir uns zusammen freuen? Ich freue mich ja bekanntermaßen auch über virtuelle Begleitung! So, nun aber genug vorgefreut, Sonntag geht es los. Viele liebe Grüße, Euer

P.S.: Das Vorschaubild ist von meiner Norwegen/Dänemark-Schiffsreise 2021 und zeigt die Leuchtfeuer in Warnemünde.

P.P.S.: Serviert man in Mr. Crabs Diner eigentlich auch Sea-Food?

Die größte Gummizelle der Welt

Ihr Lieben,

diese Woche habe drei Nächte in Holzheim übernachtet. Mein Bruder Oliver musste zu einem Meeting in Frankfurt, da habe ich quasi seine Schicht übernommen. Ich fuhr beladen wie ein Packesel am Dienstag nach der Arbeit hin, den Rest Schweinebraten und einen riesigen Topf voll „türkischem Hammelgericht“ im Gepäck. Beides kam sehr gut an. Damit aber hier kein falscher Eindruck entsteht: Wir hatten Mittwochmittag auch mal einen Salat 🙂

Am Mittwoch nach Homeoffice-Schluss fuhr ich zum Obi, ich wollte Grabschalen erstehen. Der Gärtner will ja erst nächstes Jahr das Grab meines Vaters bepflanzen, weil er die Erdabsackung abwarten will. Damit es aber nicht zu trist aussieht, wollte ich wenigstens ein bisschen Grün draufstellen. Ich wurde bei Obi nicht fündig und ließ mich deswegen vom Navi zum nächstgelegenen Gartencenter leiten. Leutz, ich stand auf einem Acker und hatte angeblich „das Ziel erreicht“! So eine Vera…lberung. Zum Gartencenter in Weckhoven schaffte ich es dann kurz vor Toresschluss und bestellte einfach dort zwei Schalen und gab der Floristin freie Hand; die haben ja doch mehr Ahnung von der Materie. Oliver holte die am Freitag ab und sie sind auch ganz hübsch geworden.

Donnerstag nach Arbeitsschluss dann fuhr ich in den Haribo-Werksverkauf, wo man Sondereditionen und Megapackungen mit B-Ware erwerben kann. Es gibt auch eine riesige Selbstbedienungswand. Ich habe dann mal für die ganze Familie einen Großeinkauf getätigt, so dass für jeden etwas dabei ist. Ob es jetzt viel preiswerter ist als „draußen“ sei dahingestellt. Interessant ist vielleicht für einige das vegane Regal oder Sondereditionen zu Oktoberfest, Halloween, Harry Potter etc.

Donnerstagabend gab es Croque Camembert. Das ist einfach und ganz lecker: Dunkle Brotscheiben (bei mir Dinkel) toasten, mit einer Knoblauchzehe einreiben, Camembert oder Brie drauf, mit Rosenpaprika und Pfeffer würzen sowie dünne Zwiebelringe drauf, zweite Brotscheibe drüber und im Ofen backen, bis der Käse zerlaufen ist. Freitagfrüh fuhr ich dann von Holzheim aus ins Büro.

Am Samstag kam meine Gattin samt Hund vorbei und wir begaben uns ins Bergische Land, um um Schloss Gimborn herum zu wandern. 10 Kilometer mit 250 Höhenmetern Auf- und Abstieg. Man bekommt einiges geboten: Teiche, Bäche, ein Schloss, zwei Ruinen, Höfe, Wälder, Felder, haufenweise Tiere. Wirklich eine tolle und abwechslungsreiche Wanderung. Ich hatte sie übrigens in irgendeiner Zeitung unter der Rubrik „die 10 schönsten Wanderungen“ entdeckt, dafür war dann aber mal so überhaupt nichts los! Das fanden wir aber ganz gut.

Abends haben wir uns dann erstmal Wanderbiere gezischt und uns etwas vom arabischen Restaurant kommen lassen. Es ist so schön, wenn man einen Grund hat, zu sündigen! Da fühlt man sich direkt viel weniger schuldig, wenn einem Pommesreste mit Mayo auf dem T-Shirt kleben :-). Am Sonntag hatte ich dann etwas Ziehen in den Beinen, ab der Zwergenhöhle (ja auch die gab es zu sehen!) war der Aufstieg nicht ganz ohne für so einen alten Sack wie mich. Dafür habe dann aber am Sonntag einfach nur herumgelümmelt.

Ihr Lieben, in einer Woche geht’s in den Urlaub. Von Warnemünde nach Marseille und dann weiter nach Nizza. Ich freue mich schon sehr, ich hoffe, einige begleiten mich wieder virtuell. Liebe Grüße, Euer

Laue Nächte auf dem Balkon

Was der Massenerhaltungssatz mit Pflaumenmus zu tun hat

Ihr Lieben,

neinneinnein, keine Angst, das wird keine naturwissenschaftliche Abhandlung. Ich bin da ja selbst nicht allzu bewandert, auch wenn ich gerne Bücher über überraschende Phänomene auf diesem Gebiet lese.

Die Zeit seit dem letzten Eintrag war erstaunlich ruhig, es ist unter der Woche wenig passiert. Ich bin ja jetzt in einem Diabetes-Programm (wo mich mein früherer Hausarzt schon vor Jahren hätte reinpacken müssen) und war bei der routinemäßigen Blutabnahme. Die Ergebnisse erfahre ich erst kurz vor meinem Urlaub, da der Doc auch mal ein paar Tage frei hat. Sie seien ihm gegönnt.

Am Samstag hatte ich keine Termine und so tobte ich mich in Haushalt und Küche aus. Ich nähte(!!!) ein Loch in der Hosentasche, das darf sich allerdings kein Profi angucken, sortierte Papiere, wusch Wäsche und Geschirr und schaute nach einem Hotel für die Zwischenfeiertage im Dezember (bisher ergebnislos). Und verwüstete die Küche.

Zum einen gab es Pflaumenmus. Zwar hatte ich kürzlich erst Powidl im Auguste zubereitet, aber da war nicht mehr viel von übrig. Diesmal machte ich Mus im Backofen; aus den anderthalb Kilogramm schon entkernten Pflaumen (plus 150 Gramm Zucker plus 3 EL Rum plus ein paar Gewürze) bekam ich gerade mal anderthalb Gläser Mus raus. Wo ist der Rest hin? Und schon sind wir bei der Überschrift. Der Massenerhaltungssatz besagt ja – verkürzt ausgedrückt -, dass Materie nicht verloren geht. Hm. Das bedeutet, dass sich jetzt ganz viele Pflaumensaftatome mit meiner Küchentapete verbunden haben. Naja. Aber lecker ist das Mus geworden.

Dann hatte ich plötzlich unbändigen Appetit auf Schweinebraten, Rotkohl und Knödel. Den Kohl (war sogar sehr gut) und die Knödel (naja) kaufte ich fertig, und den Braten machte ich dann mit einer Starkbiersauce. Den besten Bier-Schweinbraten meines Leben hatte ich ja mal in einem kleinen Kaff in Bayern, Garching, das ist Jahrzehnte her: eine Sauce zum Reinknien, der Kohl perfekt und der eine Semmelknödel fluffig und von der Größe eines Jupitermondes. Für 7 Mark 80. Mein Braten kam diesmal nahe dran.

Sonntag dann ging es in die Abteil Brauweiler zu den KunstTagen Rhein-Erft. Da bin ich seit Anbeginn der Zeiten fast jedes Jahr. Ich glaube, ich habe nur zwei oder drei Termine verpasst. Ich traf mich mit Ruth in strömendem Regen, so schlenderten wir erst einmal durch die Säle des Hauptgebäudes. Wie immer wurde ich sofort fündig bei der Ausstellung der Schüler*innen der LVR-Donatus-Schule. Die anderen Künstler waren auch sehr sehenswert. Was auffällt ist der Trend, hochpreisigerer Kunst den Zuschlag zu geben. Tolle Sachen! Aber 12.000€ für ein Triptychon habe ich jetzt nicht mal eben so, abgesehen vom Platz (es war es wert, keine Frage!). Ich habe mir zwei kleine Metallskulpturen von Karl-Heinz Pesch geleistet, einem sehr sympathischen Künstler.

Als wir mit Sälen, Nebengebäuden und Kreuzgang durch waren, schüttete es immer noch. Wir huschten daher nur schnell durch die Außenanlagen, wo es – zumindest aus dem Augenwinkel heraus – auch wieder schöne Skulpturen gab. Wer den Platz hat… Danach ging es ins Café zu Kirschstreusel (es gibt vielleicht doch einen Gott) und Milchkaffee.

Ihr Lieben, schon wieder eine Woche rum, schon wieder eine Woche näher an der Rente. Habt noch einen schönen Sonntagabend und morgen einen famosen Start in die Woche. Euer

P.S.: Ich habe Montag mal gedacht, warum nicht mal einen Auflauf mit Kartoffeln, Hackfleisch, Gemüse und Cheddar ohne Anbraten und Schichten etc. probieren? Alles mischen, würzen und ab dafür. Naja, aus dem Ergebnis kann man Häuser bauen. Findet mal keinen Eingang in meine Kochbücher.

P.P.S.: Unter unseren Büros eröffnete diesen Freitag der Ableger einer auf Instagram gehypten Hähnchenbraterei. Schon Stunden vor der Eröffnung versammelten sich dort vor allem Kinder (Schulpflicht?), später wuchs die Menge an und es kam zu Tumulten. Na, wem’s Spaß bereitet.

Ja, mach nur einen Plan…

Ihr Lieben,

diese Phrase (sowie die folgenden Zeilen) aus dem „Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens“ aus der Dreigroschenoper von Brecht gehört zu meinen Lieblingszitaten. Denn erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Aber dazu später.

Seit dem letzten Tag Barcelona habe ich hier nichts mehr geschrieben. Viel Aufregendes ist auch nicht passiert. Aus Barcelona bin ich gut weggekommen, nur mit einem kleinen bisschen Verspätung. 6 Uhr aufstehen ist halt nicht so wirklich meins. Aber wenigstens kann man sich in Spanien sicher sein, dass man ohne allzu viele Sperenzchen zum Flughafen kommt.

Das Steinmetzunternehmen hat uns einen Grabsteinentwurf zugesandt, wir waren alle damit einverstanden, und in etwa zwei Wochen kann ich endlich Pflanzschalen für das Grab kaufen. Und wenn wir schon bei Familie sind: der letzte Kaffeeklatsch hat, in sehr kleiner Besetzung, bei mir in Köln stattgefunden und war sehr nett. Ich hatte Kürbiskuchen gebacken, diesmal aber wieder mit Hokkaido sowie mit Kirschen und Schokoladenstückchen drin. Man muss halt immer ein bisschen variieren 😋.

An unserem Standort Braunschweig haben wir ja wegen Abmietung der Flächen umgebaut, das fast fertige Ergebnis haben wir dann mal angesehen, mit dem Verteter des Vermieters Verhandlungen geführt. Zudem hatte ich eine Ausschusssitzung und der Betriebsrat hat mich um Gespräche gebeten. So war ich Mittwoch und Donnerstag theoretisch zwei komplette Tage vor Ort. Allein die Deutsche Bahn hat es mal wieder geschafft, dass mir einige Stunden wertvolle Lebens- und Arbeitszeit verloren gingen. Dennoch alles geschafft. Ich erinnere mich an Zeiten, wo ich gerne Bahn fuhr und die Vorzüge in höchsten Tönen pries. VorZÜGE. HAH!

Bleiben wir kurz bei der Arbeit: Ich muss bei zwei Audits mitwirken und habe entsprechend auch an Vor- bzw. innerbetrieblichen Audits teilnehmen. Dazu Arbeitsschutzausschusssitzungen (8 im Jahr), dazu elektronische Unterweisung auf 5 Gebieten. Diese Woche war voll damit. Früher (wo ja bekanntlich alles besser war 😉) habe ich mich ja zu 20% um Regularien gekümmert und bin 80% der Zeit meiner Tätigkeit nachgegangen. Das hat sich fast umgekehrt. Puh.

Ja, und jetzt die Pläne… Ihr erinnert Euch vielleicht, ich habe großkotzig angekündigt, ich würde im Oktober mit Benjiro durch Italien und Frankreich düsen. Ich hatte 11 Hotels in 18 Tagen gebucht, eine Eintrittskarte für einen künstlerischen Garten von Niki de St. Phalle erworben und fast schon Vignetten für die Maut-Straßen gekauft. Aber als ich aus Braunschweig wiederkam und abends zuhause saß, dachte ich, ich müsse ja bekloppt sein. Urlaub soll doch Erholung sein! Nichts an meinen Plänen deutete auch nur den Hauch einer Erholung an. Ich stornierte alle Hotels (eines machte es kulanterweise) und buchte zwei Tage später eine Kreuzfahrt von Warnemünde nach Marseille. Die war im Supersonderangebot.

Klar, da renne ich auch durch die Häfen, aber ich muss nicht ein- und auschecken, nicht planen, nicht 3.600 km fahren. Zudem ist fast jeder zweite Tag ein Seetag. Die Vision ist, dass lauter nette Stewards um mich herumwuseln und mir farbenfrohe Cocktails servieren, während die Landschaft an mir vorbei gleitet und das Schiff mich an interessante Orte wie das Guggenheim-Museum in Bilbao oder die alte Königsstadt Guimarães bringt. Na, mal sehen.

So, das soll es für jetzt auch mal gewesen sein. Habt alle eine schöne Restwoche und bis bald, Euer

P.S.: Ach, Orangenmarmelade hatte ich auch mal wieder gekocht, aber sie ist ein bisschen dünnflüssig geworden. Ich nehme sie für Joghurt, Pfannkuchen und auf Brot schmeckt sie auch immer noch.

Barcelona 2026 (6): Ein gegantischer Abschluss

Ihr Lieben,

heute startete ich den Tag mit einem Bummel durch die Altstadtviertel zwischen Sé und Santa Maria del Mar. Neben weiteren Stadtmauerresten, schönen Gassen, kleinen Kirchen gibt es viele lustige und/oder interessante Geschäfte zu bestaunen. Aber keine Sorge, ich geriet in keinen Kaufrausch. Stattdessen besuchte ich das Innere von Santa Maria del Pi, die für 8 Euro Eintritt erstaunlich wenig bietet. Der Turm öffnet nur zu bestimmten Zeiten, ich hätte 1 Stunde verweilen müssen. Immerhin, es gibt einen handtuchgroßen Kirchgarten und drei Vitrinen mit Kirchenschätzen. Neben der Kirche fanden sich ein paar mehr oder weniger begabte Maler zusammen, um ihre Werke zu veräußern, vor der Kirche ein kleiner Markt mit handgefertigten Lebensmitteln. Aber Vorsicht: Wenn man sich etwas genauer angucken will, bekommt man sofort eine Kostprobe ins Gesicht gedeut, ob man will oder nicht. Bin ich nicht so der Fan von…

Ich wuselte mich durch die Gassen zur Santa María del Mar, Ihr erinnert Euch, die aus dem Roman. Vorgestern wollten sie ja 12 Euro Eintritt, heute 8. Merkwürdig. Hier lohnt sich das Ticket aber. Die Kirche ist im spanischen Bürgerkrieg völlig ausgebrannt und gilt als untypisch schlicht. Ich mag sie. Und hier konnte ich auf den Turm kraxeln. Über eine 50cm breite Wendeltreppe. Mit Gegenverkehr von Menschen, die zu doof waren, zu begreifen, dass der eine Turm für den Auf-, der andere für den Abstieg war. Um dann zu schimpfen. Egal. Der Ausblick ist sehr schön! Die berühmte Maria aus dem Roman überthront den Altar und ist nicht zu übersehen.

An der Passeig del Born nahm ich dann ein kleines Mittagessen in einem sehr urigen Restaurant ein. Ich bestellte das Geheimnis des Schweins, „El secreto de cerdo“. Was das Geheimnis war? Das blieb geheim. Direkt gegenüber der Casa Delfin, so hieß das Restaurant, steht ein sehr großer Pavillon, der Ausgrabungen überdacht; wohl ein Teil des historischen Museums von Barcelona. Ich wunderte mich ein bisschen, dass man da so einfach reinspazieren konnte, aber als ich in in eine kleine Ausstellung wollte, bedeutete man mir, ich müsse wegen der Einlasskontrolle ein Ticket kaufen, da aber die Kassen nicht funktionierten, wäre der Eintritt heute frei. So konnte ich auch noch Geschirr und Schmuck und Erläuterungen über die Stadtgeschichte ansehen.

Hinter diesem Pavillon liegen Zoo und Stadtpark, an dessem Ende das katalanische Parlament zu finden ist. Auf dem Weg hinaus kommt man dann noch am berühmten Kaskadenbrunnen vorbei und läuft auf den Passeig de Luis Companys, der zum Triumphbogen führt. Da es gefühlte 40°C waren (es herrschen gerade 69% Luftfeuchtigkeit!), war ich schon nach den vier Stunden hinüber, nahm einen Bus und legte eine Pause in der Casa Rolf ein.

Morgens hatte ich mich mal informiert, was denn heute in Barcelona so los ist. Die ellenlangen Sommerferien enden dieses Wochenende, die Stadt erwacht. Vieles ist in den Sommermonaten einfach zu, auch die Theater und Konzerthäuser schließen ihre Pforten. Immerhin findet zur Zeit das Stadtteilfest „Festa Major de la Bordeta“ statt, da wollte ich mal hin, u.a. weil es Gegants zu sehen geben sollte. Das sind riesige (ach was!) Pappmaché-Figuren, die bei Umzügen mitlaufen, und die von Nachbarschaftsvereinen gebastelt, getragen und musikalisch (naja) begleitet werden. Ihr Lieben, das hat richtig Spaß gemacht. Als ich am Sammelpunkt der Gegants aus Sant Medir, Sants, Poble-Sec, Marina etc. pp. eintraf, fand dort gerade eine riesige Bingo-Party statt, ein ganzer Straßenzug war durch Tische, Stühle und Bänke versperrt und Hunderte saßen bei selbst mitgebrachten Speisen mit ihren Bingo-Karten am Tisch. Es war eine Riesengaudi. Eine Frau rief „linea!“ und die hunderte Meter lange Tischreihe machte eine halbe La Ola-Welle. Die berühmte Paella-Pfanne aus Villabajo war leider – wenn auch ungespült – leer.

Nachdem sich etwa ein Dutzend Giganten versammelt hatten, bewegte sich der Zug der Riesen durch die Straßen, begleitet von Musikgruppen mit quäkenden Instrumenten und Trommeln; inzwischen waren auch etwa fünfhundert Elternkonstellationen mit Buggys und Nachwuchs eingetrudelt, die die Parade jubelnd begleiteten. Es war wirklich toll. Die Riesen springen, drehen sich im Kreis und verbeugen sich, eine Riesen(!)gaudi für die Kinder. Da ich den Zugweg kannte, konnte ich, einen Umweg laufend, den Korso zweimal beklatschen und fotografieren. Einmal brach ein Gigant zusammen, dann wurde der erschöpfte Träger schnell rausgeholt und durch einen anderen ersetzt. Ich fürchte, dass ist eine schweißtreibende Angelegenheit! Hut ab!

Ich fuhr wieder in unser Heim und schrieb schon einmal das bisher Geschehene auf, es kam ja schon einiges zusammen. Dann traf ich mich mit Rolf an der alten Stierkampfarena, die inzwischen ein Einkaufszentrum ist. Spannende Geschichte übrigens, das alte Gebäude wurde zur Sanierung in Gänze angehoben. Da oben gibt es auf jeden Fall ordentliche Restaurants mit moderaten Preisen und wir wären schon in der Nähe des letzten Programmpunkts des Tages: die synchronisierten Licht- und Wasserspiele am Brunnen unter dem Palau Nacional.

Das Essen war okay, Paella de Pollo, wir waren uns beide einig, dass wir das besser könnten, aber egal. Als um 21:30 Uhr die erste von zwei Shows losging, standen wir auf der Dachterrasse der Arena und hatten einen ersten Eindruck. Wir liefen dennoch rüber, denn ohne Musik war das ja kein vollständiges Erlebnis. Natürlich waren Tausende Menschen da, aber wir ergatterten trotzdem einen Platz, von wo aus wir alles gut sehen und hören konnten. Viel Oper, viel Klassik. Nett. Ein schöner Abschluss meines Aufenthaltes hier.

Das war eine wunderbare Woche Urlaub für mich und Rolf ist ein wirklich toller und geduldiger Gastgeber; danke, mein Lieber, an dieser Stelle!

Morgen geht es um halb sieben morgens Richtung Flughafen, dann gibt es einen Zwischenstopp in Holzheim, Oliver macht Mittagessen, und ich muss auch noch Benjiro abholen. Solltet Ihr auch so traurig sein, wie ich, dass der Urlaub schon rum ist: Am 1. Oktober geht es mit Benjiro Richtung Italien. Ich hoffe, wir sehen uns dann wieder, so lange Euch allen alles Liebe und Gute, Euer

Gelle, Ihr wusstet es schon immer!?

P.S.: Ich habe auch Videos der Gigantentänze und der Wasserspiele gemacht, die stelle ich in Kürze mal bei Youtube ein.

Barcelona 2026 (5): Die Bären sind los!

Ihr Lieben,

der heutige Tag ähnelte dann tatsächlich endlich mal entfernt an Urlaub. Aber ich bin ja selbst schuld, wenn ich immer wie wild durch die Gegend renne. Nach einer seeehr langen Nacht, Rolf hatte seinen Tag längst begonnen, machte ich ein Rührei für uns beide (die Paprika musste weg) und wir enterten um halb 12 den Bus der Linie 16 nach Sitges. Ich habe ja schon viel über diesen kleinen, sehr schwulen Ort geschrieben. Diesmal saß allerdings kein Bruce-Willis-Doppelgänger am Steuer.

Nach der Ankunft liefen wir zur Clubterrasse unterhalb des San Sebastian-Klosters und schauten auf die schöne Kulisse mit der alten Kirche, an der, wie Rolf zu Recht behauptete, nichts stimmig, die aber dennoch interessant genug für heiratswillige Deutsche ist. Ich trank einen Limoncello Spritz. Leutz, das ist schon lecker. Am Nachbartisch saß eine Gruppe Menschen, die sich auf deutsch unterhielten, aber nur einer davon akzentfrei. Deutsch als lingua franca habe ich so noch nie erlebt. Witzig.

Wir liefen zum Yacht-Club, wo ich ein gutes Essen in Erinnerung hatte. Man brachte uns dort „trotz fehlender Reservierung“ unter (wobei ich glaube, dass da oft auch viel Show bei ist, denn das Restaurant war in den zwei Stunden nie komplett voll), und das Essen war wieder sehr gut. Ich hatte sehr leckeres Rind, bei dem man aber auch was zu kauen hatte, und Rolf Schweinefleisch, das quasi vom Zugucken zerfiel. Eine noch bessere Melonensuppe als vor drei Tagen und ein üppiger Sankt-Jakobs-Kuchen komplettierten mein Festmahl.

Wir liefen die Promenade entlang. Bei 35°C und mit vollem Magen schon eine Herausforderung. Wir beschlossen, uns auf der Plaza de Industria niederzulassen und zu glotzen. Extreme Glotzig. Eines meiner liebsten Hobbies, wie treue Leser wissen. Und Sitges bereitet sich gerade auf ein Großereignis vor, das morgen starten wird: zum 25. Mal jährt sich das internationale Bärentreffen. Bären sind groß- und breitgewachsene, oft sehr behaarte Männer, die einen Teil der gay community ausmachen. Mehr als 8000 Besucher werden zu diesem Event erwartet. Und viele davon waren schon da. Und es war wirklich unglaublich international. Kanadier, Afrikaner, Amerikaner, Nordeuropäer… ein babylonisches Stimmgewirr.

Irgendwann war uns zu heiß und wir sehnten uns nach der klimatisierten Wohnung. Und jetzt der Wermutstropfen: Was ich gestern lobend über die spanische Bahn sagte, gilt nicht für den privatisierten Busverkehr. Wir warteten 40 Minuten in der prallen Sonne auf den viertelstündlich kommenden Bus. Dä!

Zuhause kurz frisch gemacht und dann wieder ins Marcelinos, wo ich das erste Mal in meinem Leben Schwertmuscheln vom Grill gegessen habe. War okay, geschmacklich erinnern sie stark an Miesmuscheln. Leider etwas sandig, die Dinger. Rolf hatte Ternero „Churrasco“, das war auch mit Arbeit verbunden. Wir saßen drinnen, weil es draußen viel zu schwül war, dafür konnten wie aber mit der Dame des Hauses und den beiden liebenswürdigen Kellern plaudern und unser Spanisch aufpolieren.

Wir waren beide „durch“ und gingen nicht mehr weiter aus. Rolf ist nun, da ich das schreibe, auch schon zu Bett. Morgen ist vereinbarter Spätaufstehertag, ich werde den Tag über dann aber allein auf mich gestellt sein, da Rolf arbeiten muss. Ich werde mich – glaube ich – einfach treiben lassen. Treibt Ihr mit? Würde mich freuen. Bis denne, liebe Grüße, Euer

P.S.: Es gibt auch in Sitges eine Turronneria „Vicens“, da habe ich leider auch noch etwas kaufen müssen. Herrjeh!

P.P.S.: Erratet Ihr, wer von beiden der Bär ist?