Heute gibt es Cross-Fusion-Food oder wie auch immer das heißt. Wir braten Thunfisch auf japanische Weise und kredenzen dazu einen internationalen Kartoffelsalat.
Die Kartoffelsalatbasis kann man schon am Vortag zubereiten: Ein Kilo Drillinge werden geputzt und in reichlich gesalzenem Wasser gegart, sodann gepellt und in Stücke oder Scheiben geschnitten. Während der Garzeit rühren wir ein Dressing an. 3 EL Sesamöl, 3 EL Reisessig, 1 EL Mirin, 1 EL Sojasauce, 1 TL geriebenen Ingwer, 1 TL geriebenen Knoblauch, 1 TL helle Miso-Paste, 1 TL Zucker und 1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer werden verrührt und über die noch warmen Kartoffelscheiben gegeben. Kaltstellen.
Eine Stunde vor dem Servieren eine kleine Schale kurz blanchierter Edamame sowie eine Handvoll Frühlingszwiebelringe sowie bei Bedarf noch einmal die Hälfte des o.g. Dressings dazugeben.
Die Thunfischsteaks sollten nicht zu dünn sein. Pro Person ein 220-250-Gramm-Stück. Die Steaks werden in eine Mischung aus weißem und schwarzem Sesam gedrückt und bei sehr hoher Temperatur mit hocherhitzbarem Öl (Raps z.B.) für 1 Minute scharf angebraten. Wenden, eine weitere Minute braten. Auf eine vorgewärmte Platte geben. Dazu reichen wir eine kalte Sauce aus 4 EL Sojasauce, 2 EL Reisessig, 1 EL Mirin, 1 EL Sesamöl, 1 cm frischer geriebener Ingwer sowie 1 Prise Zucker. Ja, fast so, wie das Salatdressing.
In Restaurants schneidet man die Steaks ja oft fächerartig auf, beträufelt sie in der Küche und bringt sie dann zum Gast. Ich mag meine Gäste in der Regel und bringe ihnen das Steak unaufgeschnitten und warm. Jeder kann sich dann so viel Sauce über das Steak träufeln, wie er/sie mag.
Ich kaufte fertigen Wakame, den gab es auch dazu. Die Gäste waren begeistert, wie die Kommentare beweisen. WIE DIE KOMMENTARE BEWEISEN, SAGTE ICH!!!
noch nie habe ich mich an einen Kaiserschmarrn herangetraut. Auf Bluesky dann habe ich gesehen, wie jemand Powidl präsentierte, ein lange eingekochtes Pflaumenmus. Ich hatte welche, die wegmussten und suchte nach anderen Verwendungsmöglichkeiten und stieß auf Zwetschkenröster, als Beilage zu Kaiserschmarrn. Los geht’s:
Den Röster habe ich am Vortag vorbereitet. Eine Schale Pflaumen (vermutlich 1 kg) gewaschen, entsteint und geviertelt, 1 Zimtstange sowie 2 Gewürznelken (an einem Küchenzwirn befestigt, um sie besser rausfischen zu können), 75 Gramm Rohrzucker, 100 ml Wasser und 50 ml dunklen Rum in einen Topf geben, aufkochen lassen, 15 Minuten bei reduzierter Temperatur weiterschmurgeln lassen. Fertig. Gewürze raus, umfüllen und ab in den Kühlschrank.
So weit soll er ungefähr heruntergekocht werden, bisschen stückig muss bei mir sein.
Am Tag der Herstellung 4 Eier trennen, aus dem Eiweiß festen Eischnee schlagen. 150 Gramm Mehl, 50 Gramm Zucker, die 4 Eigelbe, einen Beutel Vanillinzucker, 1 Beutel Backpulver und eine Prise Salz mit 250 ml Milch verquirlen, bis ein klumpenfreier Teig entstanden ist. Den Eischnee unterheben. Für das Ausbacken bei recht hoher Temperatur 3EL Butter in einer Pfanne schmelzen lassen, den Teig hineingeben und die Unterseite fest und braun werden lassen (aufpassen, dass nix verbrennt), wenden und diese Seite ebenfalls fest und braun werden lassen, Kurz vor Ende damit beginnen, den Pfannkuchen auseinanderzurupfen.
Das mit dem Rupfen muss ich noch üben…
Ab auf die vorgewärmten Teller (50°C im Backofen), mit dem Pflaumenzwetschger servieren. In den Teig kommen wahlweise auch noch Rosinen, die würde ich aber selbst nur verwenden, wenn ich statt Pflaumen Apfel als Kompott oder Vanillesauce dazureichen würde.
es ist ein kleines bisschen Zeit vergangen seit meinem letzten Schnipsel. Das liegt aber nicht nur an meiner Faulheit, sondern an vielen Terminen, dem drückenden Wetter und ein bisschen auch an immer noch etwas gedrückter Stimmung. Damit ich überhaupt hinterherkomme, fasse ich mich zu jedem Ereignis mal recht kurz. Dazu zäume ich das Pferd auch noch von hinten auf und beginne beim letzten Sonntag.
Letzten Sonntag hatten wir Familien-Kaffeekränzchen, in abgespeckter Runde. Immerhin hatten wir aber 3 Kuchen für 6 Personen. Vitus hatte eine Guinness-Torte gezaubert, Jacobs Freundin Pelin einen Pfirsich-Kastenkuchen, ich einen Pfirsich-Streusel in der Auflaufform. Ja, wir sprechen uns immer so gut ab. Geschmeckt haben alle drei ganz wunderbar.
Am Samstag davor hatte ich Besuch von Monika, Ruth und Markus. Ich hatte ein kleines Menü vorbereitet, Sommerrollen vorweg, Thunfisch-Tataki mit Salaten sowie zum Dessert einen Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster. Das kam insgesamt gut an und wir hatten, da es endlich mal bewölkt war, auch einen nicht ganz so brütend-warmen, dafür aber schönen Abend. Denn ich habe unterm Dach bei der Hitze der letzten Wochen doch etwas gelitten. Übrigens habe ich ein mobiles Klimagerät geordert, das kommenden Samstag eintreffen soll. Da trifft es sich gut, dass die Hitze im Moment Pause macht…
Am 13. August war der Kulturkreis verabredet. Der war diesmal dünn besetzt, der Kreis war eher eine Gerade. Monika und ich schauten uns die Ausstellung im MAKK über die Architekturfotografie von Hans Georg Esch an. Die hat uns ausnehmend gut gefallen, obwohl sie mir ein bisschen zu merkwürdig strukturiert war. Das sollte aber dem „Dialogischen“ (oder so ähnlich) geschuldet sein. Auf jeden Fall hervorragende Bilder. Wir ließen den Nachmittag dann im Funkhaus auf der Außenterrasse ausklingen. Wie immer lecker und nett, aber mit einer immer edler wirkenden Preisgestaltung. Ich meine, 9 Euro 50 für 0,15l Wein ist schon, äh… posh.
Am Tag zuvor war ja DAS Großereignis des Jahres angekündigt: Eine partielle Sonnenfinsternis mit mehr als 80% Abdeckung. Die Kölner kauften alle Kamerafilter und Sonnenschutzbrillen auf (meine Mutter hatte vorgesorgt und konnte die Familie schon vorher eindecken) und versammelten sich zu Hunderten an den Hotspots. Gottseidank war ich zu müde, um ins Bergische zu fahren, und beschloss, das Spektakel vom Balkon aus zu beobachten. Gottseidank? Ja, denn ich habe mich ziemlich gelangweilt. Deimal durch die Brille geschaut. Drei Fotos ohne Filter (vorsichtshalber mit einer alten Kamera) gemacht. Naja.
Immerhin sieht man eine Spiegelung der Sonnensichel auf dem Dach.
Am 10. August war Rolf aus Barcelona für einen Tag hier, daher verabredeten wir uns nach Büroschluss auf ein Kaltgetränk. Ich glaube, es wurden zwei daraus. War ein sehr netter Abend. Ich freue mich auch sehr auf meinen Besuch bei Rolf Anfang September.
Das Wochenende davor war ich Freitag bei Elke und Sonntag wieder in Holzheim. Freitag gab es einen Auflauf, Sonntag Brownies, Waffeln und Eissplittertortenersatzgebäck. Ja, da war etwas schief gelaufen, aber lest selbst.
Wir hatten uns außerdem seit dem letzten Schnipsel um das Grab meines Vaters kümmern müssen. Hagen, Christian und ich suchten einen Steinmetzbetrieb auf, wo wir einen sehr schönen Findling aussuchten. Aufgrund personeller Engpässe werden sich die Aufstellung und die Grabeinfassung noch etwas hinziehen. Auch einen Friedhofsgärtner wollten wir beauftragen. Wir fanden gottseidank einen, der das Grab anlegen wird, aber die Pflege übernimmt keiner der angefragten Betriebe. Alle leiden unter Personalmangel. Aber es wird eine leicht zu pflegende Bepflanzung werden, so dass wir uns selbst kümmern können.
Natürlich habe ich in den beiden Wochen viel gekocht, aber nichts, was nicht schon in der Rezeptsammlung zu finden ist. Filets in Schimmelkäse-Sauce, Pflaumenpfannkuchen, Steak mit Ofenkartoffeln etc., alles ein bisschen abgewandelt.
Ja, Ihr Lieben, das waren die letzten beiden Wochen in Kürze. Über das asiatisch-österreichische Gipfeltreffen werde ich in Bälde einen Rezepteintrag schreiben, da bitte ich um Geduld.
Übrigens freue ich mich sehr, dass es seit zwei Tagen regnet! Ihr Euch auch? Liebe Grüße, Euer
P.S.: Dass ich einen Laden für Stressliebhaber betreibe, war mir völlig neu. Aber den gibt es wohl schon seit Jahrzehnten. Vielleicht sollte ich eine Kooperation anstreben. 🙂
am Sonntag war Kaffekränzchen angesagt und man wünschte sich Torte von mir. Oliver machte Waffeln, Jacob buk Brownies. Ich entschied mich für Eissplittertorte. Die ist (eigentlich) recht einfach und kommt bei so einem Wetter natürlich wie gerufen.
Eigentlich.
Eigentlich zerbröselt man 200 gr. Baisers, hebt 200 gr. Zartbitterschokolade und 100 gr. Krokant unter. Dann schlägt man 800 ml Sahne mit Sahnesteif und Vanillezucker auf und hebt die Bröselmischung unter. Ab in die Springform (mit oder ohne Keksboden) und in den Froster.
Tja, wenn denn dann die Sahne nicht nach wenigen Sekunden im Mixgerät verklumpt, halb geronnen, halb Butter geworden ist. Was nun?
Ich hatte noch drei Packungen 40%-Quark und einen Becher Schmand. Die rührte ich mit zwei Vanillezuckerpäckchen, etwas Gelatine-Fix und einem Schuss Licor 43 zusammen und hob die Bröselmischung hier unter.
Es ist natürlich keine Eissplittertorte, aber es erinnerte doch stark daran und hat allen geschmeckt. Und wenn alles klappt, ist das auch in 10 Minuten fertig. Ich habe es natürlich geschafft, die Küche komplett zu verwüsten. Aber keine Sorge, ich habe sie einfach zugemauert.
heute einmal eine besinnliche Geschichte über Missverständnisse und Tage, an denen alles schief läuft:
Juni 1532: Es war an einem heißen Frühsommerabend, als ich all meinen Mut zusammennahm und bei seiner Majestät vorsprach. Ich wollte endlich Karriere machen!
03.06.1532: Der König hat mich nach meiner Vorsprache offenbar zum Lord Ziegelbewahrer ernannt. Ich wünschte, er würde weniger nuscheln.27.06.1532: Ich bat seine Majestät darum, die Ernennung zum Lord Ziegelbewahrer in die angedachte Position zu verändern. Nun bin ich Lord Beaglebewahrer und ich wünschte, seine Lordschaft wäre nicht so schwerhörig.13.07.1532: Wieder Audienz bei seiner Majestät gehabt. Bin jetzt vom Lord Beaglebewahrer zum Lord Spiegelbewahrer befördert worden. Ich wünschte, Seine Gnaden wäre etwas konzentrierter bei der Sache.07.08.1532:Ich habe nun eine schriftliche Eingabe an seine Majestät verfasst. 09.08.1532: Leider ist mir Tinte auf das entscheidende Wort getropft und hat die Schrift verwischt. Ich bin jetzt Lord Igelbewahrer. So ein Mist!12.09.1532: Mein allerbester Freund, Lord Worcestershire, hat sich für mich bei ihrer Majestät eingesetzt. Leider spricht er sehr undeutlich. Ich bin nun Lord Tiegelbewahrer.01.01.1533: Ich nutzte den Neujahrsempfang, um seine Majestät anzuflehen, mich endlich meinen Fähigkeiten entsprechend einzusetzen. Wegen des Feuerwerklärms scheint Gnädigster Herr mich missverstanden zu haben. Er war auch etwas beschwipst, wie mir dünkte. So bin ich nun Lord Riegelbewahrer.02.01.1533: Mein allerärgster Feind, Lord Worcestershire, ließ mir eine Depesche zukommen, in der er Glückwünsche zu seiner Ernennung zum Lord Siegelbewahrer einforderte. Ich werde Sauce aus ihm machen!03.01.1533: Wegen heimtückischen Mordes wurde ein Haftbefehl gegen mich erlassen. Ich fliehe nun an den Hof des Kalifen Harun al Pussah, wo ich unter dem falschen Namen Isnogud den mir angebotenen Posten als Wesir antreten werde.
Und die Moral von der Geschicht‘? Fragt wen anders, weiß ich doch nicht!
letzten Mittwoch habe ich mich mal an Meal-Prep versucht, das ist neudeutsch für Vorräte anlegen. Mein Bruder Oliver kümmert sich ja um so viel, da wollte ich ihm mal ein bisschen Einkauf und Kocherei abnehmen. Und so packte ich alles für Herings– und Krabbensalat zusammen, besorgte Pastetchen und Reis und stand den Abend über am Herd: in einem Topf brodelte ein unscharfes Chili, in dem anderen ein Suppenhuhn, in einem dritten rührte ich die Mehlschwitze als Grundlage für ein Hühnerfrikassee. Am Donnerstag karrte ich das dann alles nach Neuss, wo ich dann Toast Hawai’i für alle machte. Das ist einfach und schmeckt eigentlich immer. Inzwischen wurde mir berichtet, dass man alles essen kann.
Vor einiger Zeit hatte ich ja mein Fahrrad in Poll abgeholt, wo es seit seinem Erwerb vor sich hingammelte. Ich habe es nun etwas aufgepimpt und versuche, es häufiger zu nutzen. Vorteil ist der Stellplatz in der Tiefgarage, da muss ich mit ihm nicht erst durch 10 Brandschutztüren und dann die Treppen hoch. Ich habe dem Fahrrad nach dem Erwerb übrigens den Namen Jan gegeben, weiß nicht, was mich da geritten hatte. Aber ich habe es jetzt umgetauft auf Fiete. Ein schöner norddeutscher Name, und ich kann mir ihn gut merken, da Fahrrad auf niederländisch ja fiets heißt. Mit den zwei neu erworbenen Fahrradkörben sieht Fiete jetzt wie ein richtiges Opa-Fahrrad aus, aber, naja, ich bin ja im Opa-Alter, da passt das schon. Und ja, es ist kein Damenrad, sondern ein Herrenrad mit tiefem Einstieg!
Mein erster Ausflug ging am Samstag dann nach Refrath, zu einem Hofverkauf. Ich schnaufte und stöhnte mich durch Wälder hindurch, an Gutshöfen und Denkmälern und alten Häusern vorbei und dachte schon, dass ich so gar keine Kondition mehr habe, aber zurück raste ich dann wie der Wind. Ich scheine auf dem Hinweg die ganze Zeit einen leichten Anstieg gehabt zu haben. Das war ein netter Kurztrip, bei dem ich eine Handvoll Obst für ein Heidengeld erstand. Aber es war jeden Cent wert, denn die Kirschen, Plattpfirsiche und Pflaumen sind extrem lecker.
Bei Haus Steinbreche in Refrath steht diese interessante Skulptur des Bildhauers Helmut Moos von Anfang der 90er Jahre. Sie zeigt die drei unverheirateten Goudhair-Töchter („die Steinbrechejuffern“), die erfolgreiche und wohltätige Unternehmerinnen waren. Sie liefen täglich zusammen zur Kirche, aneinandergedrückt unter einem großen, roten Regenschirm. Dies wohl, weil eine der Schwestern während der französischen Rheinland-Besetzung verschleppt und misshandelt wurde.
Am Sonntag fuhr ich erneut gen Norden, die Familie wollte in eine Insektenschau, die für einen Tag in der Mehrzweckhalle Holzheim gastierte. Man warb damit, dass es nur Präparate zu sehen gab, da man lebendige Tiere nicht leiden lassen wolle. Je nun, ob sich die aufgespießten Artgenossen mehr an ihrem Schicksal erfreuten? Naja, es waren auch weit über 100 Jahre alte Exemplare ausgestellt, da war man nicht zimperlich. Und natürlich war es interessant. Wo sonst bekommt man Insekten zu sehen, die keinen Zentimeter groß sind, aber einen Haarschweif von 20 cm hinter sich her ziehen. Oder Fluginsekten, die wie kleine Drachen aussehen. Zu Insekten, Spinnen und anderen Krabblern gesellten sich dann auch noch Reptilien-, Fisch- und Kleinsäugetierskelette.
Am Abend gesellten sich Elke und Nora zu uns, und Oliver und Jacob brutzelten für alle einen Haufen Quesedillas (sehr lecker, werde ich demnächst nachmachen) und tischten dann auch noch eine Baileys-Creme auf. Zum Reinknieen! Vollgestopft kugelte ich mit Benjiro nach Hause.
Am Rest des Wochenendes und meinem Urlaubstag-Montag1 versuchte ich dann, liegengebliebene Aufgaben in der Wohnung abzuarbeiten. Immerhin schaffte ich es, drei Bilder aufzuhängen, einen Kabelkanal zu verlegen, eine defekte Steckdose auszutauschen, den Esstisch zu ölen sowie schiefhängende Schranktüren zu justieren. Highlight war aber das Auspacken der letzten drei Umzugskartons. Dreieinhalb Monate nach Einzug. Finde, das ist völlig akzeptabel.
Liebe Grüße, Euer
Frühstück!Die Angst des Torwarts vor Insekten (deshalb stehen ihm auch die Haare zu Berge).
Den Montag hatte ich ja Urlaub genommen, weil ich eine Kurzreise nach Palma unternehmen wollte. Da habe ich mich aber dann doch gegen entschieden. Die Verluste halten sich aber in Grenzen, nur knapp 30 Euro waren nicht erstattungsfähig. ↩︎
hier wäre ein „Mist-am-Platz“-Bild gut gewesen, das habe ich aber versäumt, aufzunehmen. Darunter hätte gestanden: „Alles Feste würfeln, alles Unfeste verquirlen, dann zusammenrühren.“ Und fertig wäre der Matjessalat.
Aber auch so bleibt das Rezept kurz:
eine Packung Matjes,
einen säuerlichen Apfel,
eine weiße Zwiebel,
eine Hand voll Cornichons und
drei oder vier Stängel Dill
würfeln bzw. hacken und mit
einem Becher Schmand,
einem halben Esslöffel Senf,
einem Schuss Essig,
einem Schuss Sonnenblumenöl
sowie Salz, Pfeffer, Zucker, Chili (oder Cayennepfeffer) und einem Spritzer Zitrone verrühren. Falls zu dick, etwas Milch beigeben.
Fertig! Schmeckt prima auf gebuttertem und mit Salatblatt belegtem Toast.
gleich wird es einige von Euch schaudern, daher die Vorwarnung: Hühnerfrikassee wird in unserer Familie seit den punischen Kriegen mit Dosen- und Glasgemüse gekocht. Und ohne Kapern. Schlimm. Kann man aber dennoch sehr gut essen…
Wir fangen damit an, ein mit Wasser bedecktes Suppenhuhn zum Kochen zu bringen. Im Kochwasser dabei: eine Packung geputztes und zerteiltes Suppengrün, eine geviertelte Zwiebel, ein (oder zwei) Lorbeerblatt, ein paar Pfefferkörner und ein kräftiger Esslöffel grobes Salz. Wenn’s brodelt, so weit herunterstellen, dass es nur noch simmert. Nach etwa 100 Minuten das Huhn aus der Brühe (diese aufheben!) angeln, erkalten lassen und das enthäutete und von den Knochen gelöste Fleisch dann in mundgerechte Stücke zupfen.
Jetzt wird eine Mehlschwitze zubereitet: 45 Gramm Mehl und 45 Gramm Butter* zusammen schmelzen, dabei kräftig mit dem Schneebesen dazwischengehen, um Klümpchenbildung zu vermeiden. Peu à peu mit einem dreiviertel Liter der Brühe auffüllen, dabei kräftig weiterrühren, 10 Minuten köcheln lassen. Einen Becher Sahne dazugeben, mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Zucker und einem Spritzer Zitrone würzen. Jetzt das Huhn, ein kleines Glas abgetropfte Spargelköpfe, eine kleine Dose abgetropfte Möhrchen mit Karotten sowie die abgetropften Champignons aus dem Glas dazugeben. Kurz alles erhitzen, abschmecken, fertig. Wer’s glänzend haben will, kann noch ein Eigelb mit ein bisschen der Sauce verrühren und dann dazu geben. Aber Achtung, das Eigelb gerinnt leicht.
Gegessen wird es mit Reis oder in Blätterteigpastetchen serviert, keinesfalls die Petersilie sowie einen Spritzer Wosterche… Wershist… Worchoche… Maggi** darauf vergessen!
*) Dünne Sauce je 30 , mittlere je 40, dicke je 50 Gramm.
**) natürlich weiß ich, wie man Wostchersherster-Sauce schreibt!!
kann man in Zeiten der Trauer zur Normalität zurückkehren? Ja, man kann, denn die Normalität verändert sich durch Verluste, sie ist nicht statisch. Als meine Großmütter, die ich sehr liebte, als Tanten und Onkel, Freunde und Freundinnen starben, da veränderte sich jedes Mal meine Normalität. Sie waren nicht mehr Teil meines Lebens. Bei meinem Vater fällt mir die Akzeptanz zwar besonders schwer. Er bleibt aber immer Teil meiner veränderten Normalität. Ich werde ihn, wie alle oben genannten, nicht vergessen.
Ich weiß gar nicht mehr, was seit der Beerdigung alles passiert ist. Es war so viel! Mein Bruder Oliver hat im Elternhaus ein großes Grillen veranstaltet, mit fast allen Nichten und Neffen und einem sehr guten Freund der Familie. Normalität. Es war gut so. Ich habe mehrmals mit einem Freund meines Vaters telefoniert, der wegen einer Reise von seinem Tod nichts mitbekommen hat. Er wolle mit mir das Grab besuchen. Elke war bei mir zu Besuch, wir haben ebenfalls gegrillt. Diesmal ohne Nora, der wäre das zu heiß unter meinem Dach gewesen. Ich war mit Ruth in einer Ausstellung, die keine Ausstellung war. Ich habe mit Rolf einen Besuch in Barcelona verabredet. Ich habe mit Freunden eine Schiffsreise für August 2027 gebucht. Ich habe gekocht, ich habe gearbeitet, ich habe meine Alltagsroutinen durchgespielt. Normalität. An einem Abend mittendrin in all diesen Aktivitäten hatte ich eine Art Nervenzusammenbruch. Vielleicht war es auch keiner, ich kenne mich mit so etwas nicht aus. Ich möchte das auch nicht weiter ausführen. Ich habe dumme Dinge gedacht und gemacht. Nix schlimmes. Nur ein bisschen die Kontrolle verloren. Normal.
Anfang September bin ich eine knappe Woche bei Rolf (hatte ich erwähnt, dass ich eigentlich ab Freitag auf Malle gewesen wäre?, das habe ich storniert), meine Autoreise nach Italien mit Benjiro im Oktober steht noch, im August 2027 gondele ich den Douro runter. Oder rauf. Und wieder runter oder rauf. Ich freue mich darauf, es ist quasi die Ägypten-Truppe.
Die Ausstellung, in der ich mit Ruth war… ja, wie soll man das beschreiben, ohne sarkastischen Unterton? Ich formuliere es mal à la Gertrude Stein: Eine Ausstellung ist eine Ausstellung ist eine Ausstellung. Was war passiert? In meinem Bluesky-Eintrag dazu formulierte ich es so:
„Heute war ich im Kölnischen Stadtmuseum, um die Ausstellung über Olga Oppenheimer zu sehen. Ich wartete auf Ruth und las schon einmal die 5 Informationsposter. Sie kam, wir zahlten den Eintritt (5€) und fragten, wo denn die Ausstellung sei. Man verwies uns auf die 5 Poster.“
Naja, wir waren dann noch im „Sattgrün“, einem veganen Selbstbedienungs-Restaurant, das uns ausnehmend gut gefallen hat. Nur die Tische könnte man mal von Zeit zu Zeit abwischen. Ach, der Gerry. Immer was zu kritteln.
Was habe ich sonst so verbrochen? Ich habe mir einen Grill für den Balkon gekauft, den ich selbst zusammenbauen musste. Der Grill wiegt 3 Tonnen, davon sind 2,9t Schrauben, alles klar? Ich wollte in 30 Minuten fertig sein, ich brauchte eine Stunde.
Dann habe ich mir einen Kaffee-Vollautomaten bestellt. Ich war ja mal mit einem Melitta-Modell so unzufrieden (ich habe es mit drastischem Verlust weiterverscherbelt), dass ich mich nie wieder getraut hatte. Was soll ich sagen, ich habe mir einen Preis-/Leistungssieger der Stiftung Warentest bestellt, der fast 100 Euro herabgesetzt war und bin total zufrieden mit der Kiste. Sie ist ein bisschen herrisch (Neues Wasser! Kaffeesatz entsorgen! Bohnen nachfüllen! Auslauf spülen! Milchkanne säubern! – fehlt noch Entkalken!), aber da gewöhnt man sich dran. Ich habe ernsthaft die KI nach der besten Bohne für die Maschine befragt. Und lasse mir jeden Tag per Ponyexpress frische irische Weidemilch bringen. Nein, das ist natürlich Quatsch. Aber Bio-Heu-Milch oder vergleichbares nehme ich dann halt schon.
Gekocht habe ich viel, aber nix neues. Was ich lecker fand, waren meine gefüllten gelben Zucchini, die haben aber jetzt nicht extra den Weg ins Rezeptbuch, das voll mit gefüllten Gemüsen ist, gefunden. Hackfleisch mit Zwiebel, Knoblauch, roter Paprika, Salz, Pfeffer und italienischen Kräutern, mit Gouda überbacken. War einfach und sehr gut. Für Samstagabend habe ich ein Pseudo-Vitello-Tonnato gemacht, ich habe zwar die Thunfischsauce selbst gerührt, aber den Braten fertig gekauft. Und der war auch noch vom Schwein.
Ja, und dann der o.g. Besuch. Der besagte Freund Eckbert war mit meinem Vater seit weit mehr als 55 Jahren beruflich verbunden und Teil eines Freundeskreises, der sich regelmäßig getroffen hat. Bärbel und Ernst, meine Eltern und er bildeten die Kerntruppe einer sich oft in Badenweiler treffenden Truppe, wo auch ich alle (wieder) kennengelernt hatte. Hagen, mein kleiner Bruder, Christian, mein jüngster Neffe, und ich holten ihn am Bahnhof ab, fuhren zum Grab und dann zu Kaffee und Kuchen zu meiner Mutter. Ich halte es kurz, es war ein sehr ergreifendes, aber schönes Zusammentreffen. Ich übernachtete seit langer Zeit mal wieder in meinem Elternhaus, weil wir drei Brüder mit meiner Mutter und Christian noch eine Zeit lang zusammensaßen.
Als alle im Bett waren, schaute ich mir ein sehr umfangreiches Fotobuch an, das meine Mutter zu meines Vaters 80. Geburtstag erstellt hatte. Sie hat ein ganzes Regal voller Fotobücher und ist die Chronistin unserer Familie, was Bilder angeht. 89 Jahre Papi, davon 55 von mir erlebte, er ist nicht mehr. Normalität? Ja, aber die Akzeptanz braucht Zeit.
Ihr Lieben, es wird weiter Reisen geben, es gibt mehr oder weniger essbare Gerichte, es gibt Schnipsel. Es gibt auch weiter unseren familiären Kaffeeklatsch, ich hoffe, mit meiner Mutter. Und ich hoffe, dass mein Vater mitbekommt (wo immer er auch ist), dass sich einer seiner großen Wünsche, dass Mami und ich wieder zusammenkommen, erfüllt hat.
Euer
P.S.: Ich habe so viele Nachrichten, Anrufe und Briefe bekommen. Danke dafür! Anteilnahme ist eine große Stütze in schwierigen Zeiten.
Ich glaube, es gibt wenige Brüder, die unterschiedlicher sind als wir. Aber ich glaube auch, dass es wenige Brüder gibt, die so zusammen halten.
Am 26.06.2026 verstarb mein Vater im Alter von 89 Jahren. Er, der in seinem Leben bis vor Kurzem keinen Tag im Krankenhaus verbracht hatte, entschlief dort 3 Tage nach seiner Einlieferung wegen einer Lungenentzündung. Wir überredeten ihn noch, sich eine Drainage legen zu lassen, damit die viele Flüssigkeit aus einem der Lungenflügel abgesaugt werden konnte.
Er war ohnehin inzwischen altersbedingt kraftlos und geschwächt, der Eingriff und die Hitze setzten ihm zusätzlich zu. Aber er gab an, keine Schmerzen zu haben. Die Familie wechselte sich ab, bei ihm zu sein und ihm die Hand zu halten, mit ihm zu sprechen und ihn zu begleiten. Wir waren dankbar für die Chance, ihm auf Wiedersehen sagen zu können. Er ging recht friedlich.
Das Personal im Krankenhaus hat sich toll um Papi gekümmert, sowohl die Pflegerinnen und Pfleger auf Station, als auch seitens der behandelnden Ärzte. Dafür sind wir dankbar. Die Beerdigung wurde vom Bestattungsinstitut und der freien Rednerin schön gestaltet, es war ein würdiger Abschied. Viele Familienangehörige und viele Freunde, Nachbarn und Menschen aus dem beruflichen Umfeld begleiteten ihn auf seiner letzten Reise.
Ich könnte viel schreiben, über sein Leben, über unsere Beziehung, über sein Wesen. Aber es fällt mir zu schwer. Nur so viel: Ich, wir alle werden ihn sehr vermissen und werden immer voll Liebe und Dankbarkeit an ihn denken.