Tag 4: Tafelberg und Robben

Ihr Lieben,

heute, so unser Plan, wollten wir uns in PS-starken Cabrios mit einem Chauffeur durch Kapstadt fahren lassen. Und ein BMW oder Porsche schien uns nicht edel genug. Wir nahmen den ganz großen Boliden: Den Hop-on-hop-off-Bus.

In der Long Street ist die Kapstädter Zentrale der überall auf der Welt herumkurvenden roten Doppeldeckerbusse. Dort erstanden wir sowohl Zweitagestickets der Premiumklasse, als auch direkt die Tickets für die Tafelberg-Seilbahn. Der Kauf der entsprechenden Tickets war eigentlich unproblematisch, außer, dass zuerst vor uns in der Schlange zwei recht begriffsstutzige Jungs standen, denen die hyperaktive Ticketverkäuferin alles zehnmal erklären musste. Und dann führte uns eine eher stoisch wirkende Mitarbeiterin zu einem geänderten Bushaltepunkt, mantraartig wiederholend, der Bus sei gleich da, was dann aber doch 20 Minuten dauerte. Das war insbesondere deswegen etwas unangenehm, da wir neben einem Müllabladeplatz warteten, der in der prallen Sonne seit wahrscheinlich Tagen vor sich hinfaulte.

Ich fahre zum wiederholten Male mit diesen Bussen, und es war bisher immer sehr schön. Leider hat sich die Tour wohl etwas geändert und die über Kopfhörer erhältlichen Informationen waren eher mau als interessant. Wir nahmen auf dem Oberdeck ganz hinten Platz. Das war zwar fürs Gucken perfekt, aber fürs Gefühl nicht so. Es wehte ein so starker Wind, dass ich binnen Minuten durchgefroren war. Und dann wurde mir auch noch mein Käppi aus dem Eselpark Zons weggeweht! Nun ja, irgendwer wird es vielleicht finden und mit Stolz tragen. Immerhin habe ich so Werbung dafür nach Südafrika gebracht.

Am Tafelberg angekommen wunderte ich mich darüber, dass relativ wenig los war. Kein Schlangestehen, kein nichts. Wahrscheinlich coronabedingte Nachwehen. Und dann: Seilbahn. Yippieh! Eine, die mit Affenzahn ohne Zwischenpylone an einem Bindfaden gen Berg hochgleitet. Und dann dreht sich auch noch der Boden. Yeah! „Wir werden alle sterben!“, ging mir durch den Kopf.

Natürlich kamen wir heil oben an und wir liefen ein bisschen in den Naturpark Tafelberg hinein. Wir trafen auf Agamen, die hatten wir schon am Cape Hope gesehen und sie scheinen gerne rhythmische Sportgymnastik zu betreiben. Sie bewegen sich so, als würden sie Liegestütze machen. Sehr ulkig sieht das aus. Wir trafen auf die schwarzen Vögel, deren orangefarbenen Flügelunterseiten nur sichtbar sind, wenn sie fliegen. Aber wir sahen leider keine Dassies. Wir machten eine kleine Miniwanderung, bestaunten auch mal die Flora, die spektakulären Aussichten und die spaktakulären anderen Touristen. Rolf hatte sich in der Gondel schon in ein sich völlig danebenbenehmendes russisches Pärchen verlie…. äh…. verhasst und oben auf dem Berg gab es weitere skurrile Zeitgenossen. Ich meine, wer mag es nicht, wenn ein Tourist seine Nationalhymne in Überlautstärke spielt und dabei Videos dreht? Auch ein Mann, der komplett in seine Landesfarben gekleidet ist und dem nur ein Gewehr in der Hand fehlte, um ihn als das zu identifizieren, was jedem schon klar war. Ein paar Instagrammer turnten verwegen auf Felsbrocken herum, was Rolf zu der Überlegung verleitete, ob es eine Todessturzstatistik darüber gäbe.

Aber es war grandios. Bei Sonnenschein unglaubliche Fernsichten. Die zwölf Apostel wolkenverhangen und wir darüber. Links der Devil’s Peak, rechts Lion’s Head und Signal Hill. Ozean von allen Seiten. Der Tafelberg wurde nicht umsonst in die Liste der neuen sieben Naturwunder aufgenommen. Wir aßen dann im Tafelberg-Restaurant einigermaßen annehmbares Essen und ließen uns mit der Gondel wieder nach unten spedieren. Und dann mit dem Bus in die V&A Waterfront, wo wir die im Ticketpreis enthaltene Hafenrundfahrt machen wollten.

Herrjeh. Wie einst die Israeliten in der Wüste irrten wir durch die Waterfront auf der Suche nach der Ablegestelle. Der Prophet Securityman schickte uns dorthin, die Prophetin Clocktowerbewacherin dahin, unsere delphische Pythia Google Maps wieder ganz woanders und …. nach 40 Jahren waren wir dann endlich da. Der Ableger liegt vor dem Aquarium, und es gibt dort einen künstlichen Seehundponton, wo wir ein paar Exemplare dieser Spezies beobachten konnte, während wir auf das Boarding warteten. Die Hafenrundfahrt ist jetzt nicht sooo spannend, aber man sieht doch einige Seals und ich fahre ja nun auch gerne Boot. Somit war ich zufrieden.

Wieder an Land, beschlossen wir, direkt unter Ausnutzung unserer Hoppihopp-Tickets wieder nach Camps Bay zu fahren, um dort unseren Sundowner zu nehmen. Beim Check-in wurde dem ersten noch Temperatur gemessen, dann wurde sich erinnert, „oh, it’s you!“ und wir wurden an unseren „Stammplatz“ geleitet. Man hat sich sichtlich gefreut, dass wir wieder da waren.

Es gibt eine gastronomische Besonderheit. Hier in Kapstadt lässt man sich gerne Zeit mit der Erledigung der Bestellung, oft wird auch etwas durcheinandergeworfen. Aber von der Freundlichkeit wirklich JEDEN Servicemitarbeiters kann sich das Personal in good old Europe mal eine Scheibe abschneiden. Insbesondere in meinem eigenen Land. Im Gegenzug sollten wir uns als Kunden mal etwas mehr Gelassenheit und Geduld aneignen.

Nach ausreichend Sundownerei fuhren wir mit einem Uber wieder zurück in unsere Gemächer, wo wir eine Maschine Wäsche anwarfen und uns sodann stadtfein machten. Wir wollten mal erproben, ob das Manhattan auch an einem Wochentag unbesuchbar wäre. Nicht wirklich erstaunt waren wir dann, als recht wenig los war. Es gab ein bisschen Verwirrung, welches Essen denn nun noch verfügbar sei, aber auch auf solche Vorkommnisse muss man sich hier einstellen. Wir hatten bisher wirklich jeden Tag mindestens einmal „sorry, we ran out of….“ Kartoffelpüree, Bier, Kalbsschnitzel Florida, Wein von Pallhuber & Söhne …

Aber man kümmerte sich nett und ich mochte die Kneipe. Auch wenn wir uns alle einig waren, dass auf unseren Tellern nur teilweise das bestellte Essen lag. Die Vorspeise, die wir umbestellen mussten, beinhaltete übrigens Jalapeños. Meine Mitreisenden überließen mir nach kurzer Kostprobe aus unerfindlichen Gründen den ganzen Teller.

Daheim wurde die vor dem Abendessen in die Waschmaschine gestopfte Wäsche aufgehängt und ein Absacker genommen. Es war ein wirklich schöner Tag. Gerne den dann als „Täglich grüßt das Murmeltier“. 🤗

Morgen wird übrigens noch mehr Bus gefahren. Fahrt Ihr mit?

Liebe Grüße, Euer Gerry

Tag 3: Kunst und Meer

Ihr Lieben,

die letzte Nacht war dann wieder ruhiger. Möglicherweise gewöhnt man sich ja an die Geräuschkulisse. Muezzin, Hunde, krakeelende Menschen. Oder es war gestern halt eben ein ungewöhnlich lauter Abend.

Nach reichhaltigem Frühstück machten wir uns… nee, Moment, ich muss die Hose wechseln…. machten wir uns auf, um…. Mist, ich muss nochmal zurück, mein Ladegerät ist…. also, wir sind voller Vorfreude…. Wo ist mein Portemonnaie? Jetzt aber los! Wo sind denn die Eintrittskarten?

Mit ein wenig Verspätung also brachen wir zu unserem Besuch im MOCAA auf. Am Abend vorher hatte ich noch online drei Karten für dieses Museum gebucht. Museum of Contemporary Art Africa heißt es -auch Zeitz genannt, nach dem Puma-Chef, der sich um die Realisierung mit bemühte – und befindet sich in den alten, aber bis zu Unkenntlichkeit umgebauten Hafensilos. Ein architektonischer Traum! Ich war schon einmal dort, wollte es aber unbedingt noch einmal besuchen. Nach drei Jahren gab es natürlich inzwischen eine ganz andere Ausstellung, wieder aber waren alle Exponate wirklich spannend.

Näher auf die einzelnen Ausstellungsgruppen einzugehen würde den Rahmen sprengen, aber ich finde die zeitgenössische afrikanische Kunst verständlicher als manche europäischen Spintisierereien, die als Kunst durchgehen sollen. Es gab viele gesellschaftspolitisch relevante Exponate, die sich mit Rassismus, Konsumwirtschaft und ähnlichen Themen beschäftigten. Fast nicht erträglich zum Beispiel eine Videoinstallation über Opfer aus dem Rwanda-Bürgerkrieg. Architektur und Kunst und Aussage bilden hier eine bemerkenswerte Symbiose.

Wir erklommen anschließend die Roof-Top-Bar des Radisson-Hotels gegenüber. Hier wollten wir einen kleinen Drink zu uns nehmen, bevor wir unseren Strandtag mit einem Essen in Camps Bay einläuten wollten. Mehrmals wurde dann nachgefragt, was wir wollten, um uns dann zu bescheinigen, dass das nicht ginge und ob wir die Alternativen annähmen, was wir bejahten, um dann wieder in Vergessenheit zu geraten. Als wir nach geraumer Zeit aufstanden, um zu gehen, war zwar ein Drittel unserer Bestellung fertig, aber wir wollten dann auch nicht mehr.

Wir änderten unsere Pläne und beschlossen, an der Waterfront zu essen, vor der Victoria und Alfred-Wharf. Das war – wie sich herausstellen sollte – ein guter Entschluss. Otto und Rolf hatten einen Burger und ich den Fang des Tages. Wirklich leckerer Fisch, von dem ich bis jetzt leider nicht genau weiß, wie er heißt, da die Kommunikation in fremder Sprache durch Maske hindurch durchaus auch mal problematisch sein kann. Irgendwas mit Cap…. am Anfang. Ein Saxophonspieler intonierte klassische R&B-Songs, wir hatten eine nette Unterhaltung mit einer Kapstädterin am Nebentisch, winkten Kindern im Choo-choo-Touristenzug zu und hatten einen wunderschönen Ausblick auf eins der Hafenbecken.

Wir liefen zu unserem Appartment zurück, um uns strandfein zu machen. Wir fühlten uns nach Sonntag, waren uns einig, dass dazu ein Cocktail oder ähnliches gehört und bemühten, weil wir alle trinken wollten, die Uber-App. Uber? Das sind, würde ich sagen, private Taxi-Konkurrenz-Kleinunternehmer. Hier viel präsenter als bei uns. Ich gab alle erforderlichen Daten ein und schwuppdiwupp stand unser Fahrer schon vor der Tür. 2 Minuten Wartezeit!

Wir ließen uns am Anfang des Camps-Bay-Strandes rauswerfen und liefen erst einmal ein bisschen durch den warmen Sand bis zur Wellenbrecherlinie. Dort gönnten wir unseren Altmännerfüßen eine eiskalte atlantische Dusche. Herrlich! Wir liefen den ganzen Strand entlang, erfreuten uns am Spaß der Badenden (es wurde viel gekreischt, was mich angesichts der Wassertemperatur nicht verwunderte) und besuchten anschließend den Thekentisch im La Belle, wo ich schon mit Ike, Stephan und auch alleine saß. Ein wunderbarer Platz! Man kann alle Besucher beobachten, die über eine bestimmte Treppe in die Restaurants, Malls, Bars etc. wollen und das Lästerpotential ist enorm hoch!

In meinem Reiseführer steht sinngemäß, dass Camps Bay für die, die sich schick fühlen, der „Hier-bin-ich“-Treffpunkt sei. Und wirklich, manche Besucher liefen offensichtlich nur Runden, um gesehen zu werden. Gruppen von Freundinnen enterten erst das eine Restaurant, um dann nach 3 Minuten zu wechseln, um dann kurze Zeit später wieder in ein anderes Restaurant einzufallen.

Unten auf der Straße tauchten öfter Classic Cars auf, manchmal vollkommen kitschig mit aufgetakelten Damen auf der Kofferraumhaube sitzend, der Gockel vorne laut hupend auf seine Chicks aufmerksam machend, die dann auch wie wild winkten. Schon skurril. Die Treppenprominenz, also die Menschen, die ständig die Treppe hoch und runter liefen, ließen viel zu viel Haut durchblicken (was an sich nicht dramatisch wäre), rückten aber voller Scham dauernd ihre Klammotage zurecht. Man kann das eigentlich gar nicht verständlich schildern, wie hier die Selbstdarstellung zur Farce gerät. Eine mit allem Equipment ausgestattete Vloggerin (erkennbar an einem Handy, an dem nebst Telestativ mit Kontroll-Panel ein Windschutzmikrofon klebt) informierte ihre „follower“ darüber, dass sie jetzt zu speisen gedenke. Naja, manchmal denke ich natürlich auch darüber nach, wie mein Blog wahrgenommen wird.

Unsere Bedienung war eine total Nette, die hatte sichtlich viel Spaß mit uns. Sie hat etwas empfohlen, wo wir die Tage noch hinmüssen, aber die entsprechenden Locations müssen wir erst einmal finden. Für Sundowner ist der Ort prima geeignet, so dass wir wiederkehren werden.

Den Abend verbrachten wir wieder an der VA, wie Kenner sagen. Wieder mit einem Uber, man kann sich hier dran gewöhnen! Ziel war das Karibu, das ich schon bei anderer Gelegenheit kennenlernen durfte. Wir wurden aufmerksam bedient, aßen „Braii“ und Wild und Lachs, es war echt lecker. Wir hatten auf dem Rückweg zum Appartement noch einen Absacker in einer anderen Bar und uberten dann zurück.

Morgen ist Bus angesagt. Ich hoffe, Ihr werdet mit uns dabei sein.

Liebe Grüße, Euer Gerald

Tag 2: Die Kaphalbinsel

Ihr Lieben,

nachts ist es im Viertel etwas lauter. Die Dam- und Herrschaften, die sich auf der Straße verlustieren, sind wahrscheinlich alkoholisiert und lärmen ein bisschen. Angestachelt durch den Lärm kläffen einige Hunde hysterisch. Irgendwann kann man das ausblenden und einschlummern. Bis zu dem Zeitpunkt, wo der Muezzin der benachbarten Moschee zum Gebet ruft. Dies tut er sehr früh und mit absoluter Hingabe. Ich stand umgehend senkrecht im Bett. Irgendwann haben sich die Gläubigen eingefunden und man konnte wieder einschlummern.

Am Morgen dann erst einmal ausgiebiges Frühstück, sodann Auffüllen der Weinvorräte und Ergänzung des Kühlschrankinhaltes um unverzichtbare Lebensmittel. Um 10 Uhr brachen wir dann zur Kaphalbinselentdeckungsfahrt auf. Wir beschlosssen, am Kap der guten Hoffnung anzufangen, um sozusagen gute Geister heraufzubeschwören. Der Eintritt ist happig und für „Internationale“ deutlich teurer als für Residents. Wir fanden das natürlich diskriminierend, hatten aber politisch korrekt absolutes Verständnis dafür. Auf dem Weg zum Kap passierten wir eine Straußenfamilie mit sehr vielen kleinen Küken. Unvorstellbar, dass diese winzigen Dinger mal so groß werden.

Wir knipsten uns und andere vor dem berühmten „Ich-war-hier“-Schild. Die anderen natürlich nicht für unser Fotoalbum, sondern für deren. Aber so konnten wir Revanche einfordern und auch ein Dreierbild von uns erhalten, ohne uns zu sehr vor dem Selfieobjektiv verrenken zu müssen. Wir liefen die Klippen hinauf, beschlossen aber oben, nicht dem Pfad zum Leuchtturm zu folgen, da wir zu viel Zeit verloren hätten. Also retour und mit dem Wagen zur anderen Kapseite, wo wir die Standseilbahn nach oben nahmen.

Auf einer Plakette am Leuchtturm werden einige Regeln erläutert, die den Naturpark betreffen. Ich las „Please respect Vegetarians“ und war verwundert, warum ich das tun solle. Es ging natürlich um die Vegetation. Speisen wollten wir dann im Nationalparkrestaurant „Two Oceans“, aber das war für eine geschlossene Gesellschaft reserviert. Man empfahl uns die Imbissbude nebenan. Pft! Da hatte ich ja nun gar keine Lust zu und überredete die anderen Hungrigen, unser Essen zivilisiert an einem Tisch an einem anderen Ort einzunehmen.

Wir wollten den ersten Ort nach der Ausfahrt aus dem Cape National Reserve ansteuern, das wäre Miller’s Point gewesen. Aber dort gab es leider irgendwie gar nichts. Ich setzte zurück und fuhr gewohnheitsmäßig auf die rechte Seite. Ein gleichzeitig einsetzender Aufschrei der Mitfahrer „Wir werden alle sterben!!!“ brachte mir in Erinnerung, dass wir in einem Linksverkehrland waren. Wir haben alle überlebt. Übrigens ist Otto vormittags gefahren und wir haben mittags gewechselt. Wir beide leiden unter den gleichen Herausforderungen, wie zum Beispiel den Abstand nach links einzuschätzen sowie den Blinker richtig zu verorten. Rolf sitzt im Fond und leidet still.

In Simon’s Town dann fuhren wir auf den Touristen-Parkplatz, um endlich ein Restaurant zu entern; wir waren inzwischen alle von der „Ein-Keks-hilft-uns-jetzt-kurz-weiter“-Methode weit entfernt. Wir ließen uns im Bertha’s nieder, wo ich schon 2018 einmal gespeist hatte. Rolf und ich hatten den Alles-drin-und-drauf-Burger, der wirklich einer der besten war, den ich je gegessen habe. Schon auf dem Parkplatz intonierte ein Männergesangsverein tradionelles Liedgut, vorm Restaurant trommelte und sang sich eine Frau die Seele aus dem Leib. Otto lief zu ihr und spendierte ihr etwas Geld, worauf sie ihm ein Liebeslied vorsang, was ihn eigentlich verpflichtet hätte, die Dame zu ehelichen, so berührend war das.

Nach dem Essen ging es dann zu den Pinguinen von Boulder’s Bay. Diese Kreaturen sind lustig und würdevoll zugleich! In ihren Fräcken stehen sie stoisch herum und beäugen die sie beäugenden Touristen. Ich mag sie sehr. Leider riechen sie etwas streng, aber nur ein bisschen. Vielleicht duften wir Menschen für sie ja auch nicht nach Rosen. Irgendwie würde ich hier gerne viel mehr Liebe für sie ausdrücken, aber ich denke, es ist besser, die Bilder für sich selbst sprechen zu lassen.

Einer der Höhepunkte einer Kaphalbinselfahrt ist ja der Chapman’s Peak. Eine wunderbare Küstenstraße mit grandiosen Ausblicken. Die nahmen wir denn dann, um über Hout Bay, Camps Bay und Clifton wieder nach Hause zu fahren. Ab Camps Bay ist das eine beliebte Staustrecke und so hatten wir ausreichend Zeit, die Schönen und Reichen beim Partymachen zu bestaunen. Kleines Intermezzo: Otto und Rolf reisen ja auch sehr viel, und ständig erinnert sie hier etwas an einen anderen Ort. Ich kenne dieses Phänomen natürlich auch. Kapstadt hat von allem ein bisschen. Singapur, Sidney, Mallorca und Gran Canaria fielen. Und Camps Bay dann natürlich eher Malle.

Daheim haben wir ein bisschen genickert und uns mental auf eine Gay Night in Cape Town vorbereitet. Wir wollten ins „Manhattan“, ein schwules Caférestaurant. Wir folgten einer Offline-Wegbeschreibung von Google und irrten ewig herum, bis uns klar wurde, dass dies nicht zielführend war. Mein Südafrika-Handy wurde aktiviert und wir mussten feststellen, dass das gesuchte Objekt quasi neben unserer Haustür zu finden war. Gefühlt waren wir bis dahin aber schon einmal nach Johannesburg und zurück gelaufen. Dort angekommen – im Manhattan, nicht in Joburg – stellten wir fest, dass der Laden vollkommen überlaufen war. Ehrlich? Ich bin aus dem Alter heraus, in dem ich mich wie ein kreischender Teenie irgendwo anstelle. Wir liefen auf gut Glück durch das Viertel und erspähten einen Balkon mit offensichtlich glücklichen Gästen. Dieses Lokal erkoren wir dann aus, um uns zu sättigen. Hotel Grey in der Jarvis Street. Tapas. Aber was für welche. Bisschen asiatisch angehaucht, sehr lecker. Und es gab Live-Musik. Eine sehr enthusiastische Dame gab R&B- sowie Soulklassiker zum besten. Da war definitiv Talent im Spiel, aber sie musste über den Restaurantlärm hinwegschreien, was einen kleinen Abzug in der Emotionalität mit sich brachte. (oh Gott, ich bin „The Voice“ geschädigt)

Ein denkwürdiges Highlight haben wir uns für den Abend aufgehoben. Beefcakes, der Burgerladen. So ein doppeldeutiges Wort für eine eindeutige Bar. Halbnackte Männer bedienen aufgeregt kreischende Frauen und Tunten wie uns drei (naja, wir haben nicht gekreischt) bei ohrenbetäubender Musik, bei der eine Unterhaltung nur unter drohendem Stimmbandriss möglich gewesen wäre. Und halbnackt ist hier die Untertreibung des Jahres. Obwohl als schwul deklariert, dominierte das irgendwie nach diversen Drinks so gar nicht zarte Geschlecht das Geschehen. Denn es fand eine Junggesellinnenparty statt, bei der Gäste und Bedienung alles gaben. Inklusive Körperabschleckdrinks. Naja, wer’s mag. Aber die Männer in der Bar waren hyperfreundlich und erstaunlicherweise hat die Flasche Wein uns trotz des Spektakels nur umgerechnet 12 Euro gekostet. Ein Erlebnis.

Zuhause haben wir dann noch einen Absacker genommen und über den tollen, abwechslungsreichen Tag sinniert. Bisher sind wir uns einig darüber, wie gut wir es hier angetroffen haben.

Morgen soll auch mal etwas über Kultur hier stehen, daher planen wir einen Besuch des MOCAA und einen Besuch am Strand. Äh. Ja. Naja, Strand kann ja auch als kulturell… äh.

Ihr haltet MOCAA für ein Getränk? Lasst Euch morgen eines Besseren belehren. Wir würden uns über Eure virtuelle Begleitung freuen!

Liebe Grüße,
Rolf, Otto und Gerry

Tag 1: Willkommen in Kapstadt

Ihr Lieben,

womit soll ich anfangen? Es ist seit dem letzten Eintrag so viel passiert. Wir sind übervorsichtig früh von unseren jeweiligen Heimstätten zum Zug aufgebrochen. Immerhin war ja Sessionsbeginn im Karneval und wir mussten zwischen 11 und 12 Uhr fahren. Karnevalisten verstehen jetzt unsere Sorgen. Es ging aber irgendwie alles sehr glatt vonstatten, so dass wir weit mehr als zwei Stunden vor Abflug am Check-in in Düsseldorf standen. Ich bin seit mehr als tausend Jahren mal wieder Skytrain gefahren, das hat ja was von Phantasialand! Und am Flughafen war nichts los. 10 gelangweilte Abfertiger*innen mussten sich um 3 Passagiere kümmern. Dieses unerwartete Nichtschlangestehen hat Otto sehr gestresst, weil er, wie er betonte, sich gerne mental in endlos langen Warteschlangen auf die Abfertigung vorbereitet.

Nach der Zoll- und Passkontrolle nahmen wir dann erst einmal ein Getränk zu uns. Wir besuchten dafür ein etwas merkwürdiges Etablissement, in dem es zwar vorne nur Selbstbedienung, aber mit Bierservice gab, aber keinen Weinservice. Man hätte Wein aus einer Plastikflasche aus dem Kühlregal trinken müssen. Der Kellner brachte dann aber auf Nachfrage nach der Logik einen vernünftigen Wein an den Tisch und wir schlossen ihn dafür umgehend in unser Herz.

Der Flieger von Düsseldorf nach München war unglaublich leer. Die 25 Euro pro Sitzplatz mit Beinfreiheit hätten wir uns schenken können. In München dann auch fast alles wie ausgestorben. Wir verloren etwas Zeit durch einen Ausstieg auf einer Außenparkposition und dadurch, dass unser Gate am anderen Ende des Universums lag. Trotzdem nahmen wir uns die Zeit, noch einen kleinen Schluck zu uns zu nehmen. Ich bekam einen grausigen Pinot Gris (hier trifft der Name doppelt zu) zum Preis eines Mittelklasseautos und Rolf musste – nachdem ihm mitgeteilt wurde man hätte nur noch Dunkelhelles – dreimal nachfragen, was das denn bedeute. Die Antwort war immer „Naja, Dunkelhelles halt“. Mich würde interessieren, ob es das wirklich gibt. Schon allein der Wahrheitslüge wegen. Er bekam ein braunes Bier.

Dann der Schock beim Eintreffen an unserem Abfluggate. Pickepackevoll. Heilloses Chaos beim Check der Mitflugwürdigkeit der Passagiere. Nämlich PCR-Test und Gesundheitseinreiseerklärung. Und dann 11 Stunden Flug in einem gefühlt 20 cm breiten Sitz mit einer Sitznachbarin, die sich wahlweise im Schlaf an meine Schulter kuschelte oder mir voll mit dem Ellenbogen einen Schlag in die Wirbelsäule reindeute. Wir hatten alle wieder viel Geld für einen sogenannten XL-Seat ausgegeben, aber unter XL verstehe ich immer noch etwas anderes als die Lufthansa. Immerhin konnten wir uns aber nach vorne beliebig lang ausstrecken. An Schlaf war trotzdem nicht zu denken. Zudem bin ich mit einem halben Dutzend Kissen bewaffnet gereist, um es mir in allen möglichen Liegeslagen bequem zu machen, und so habe ich immerhin gemütlich gelitten. Eine von den Schlaftabletten zu nehmen, die mir unter Vorbehalt geschenkt wurden, habe ich mich dann doch nicht getraut.

Naja, irgendwann landeten wir dann auch in Kapstadt. Und die erforderlichen Einreiseformalitäten hätten auch zu einer rasend schnellen Immigration geführt, wenn nicht, ja, wenn nicht plötzlich ein beleibter Mann aufgekreuzt wäre, der glaubte, er hätte einen ausgefuchsten, nachgeradezu genialen Plan. Bis zu dessen Auftauchen bewegten sich die exakt zwei Reihen, die sich vor exakt zwei Gesundheitsinspektorinnen aufgebaut hatten, etwa alle 10 Sekunden einen Platz weiter. Dann erscholl die Stimme: „Please all people beyond sixty to this side, to optimize the process!“. Es gab Unruhe in dem bis dahin stabilen Gerüst des Immigrationsmodells, das ohne äußere Hilfestellung von den Einreisewilligen geschaffen wurde. Und plötzlich gab es vier Reihen. „Please queue up only in two rows to optimize the process!“ ertönte der sonore Bass. Jetzt gab es keine erkennbare Reihe mehr, sondern nur einen einzigen Knubbel, der nicht vorankam. Die Gesundheitsinspektorinnen bellten „Next, who’s next?“ und der Bass grollte: „Let me help you to optimize the process“. Wir schafften es irgendwie in die Reihen an der Passkontrolle. Großes Aufatmen. Gemächlich bewegte sich die Schlange in einem akzeptablen Tempo, bis… „All families with babies please pass the queue to this point, to optimize the process!“. Ich mache es kurz: Wir hatten keine Verluste, aber gerüchteweise fehlt ein halbes Dutzend der Passagiere aus München, das den optimierten Prozess nicht überstanden haben soll.

Die Mietwagenabholung war eigentlich ganz unkompliziert, außer dass von den ca. 20 Schäden am Wagen kein einziger protokolliert war. Ein Gehilfe trug das dann auf dem Parkplatz nach; zwar nur in unserer Kopie (das Original lag ja im Büro), aber da ich Vollstkasko ohne Selbstbeteiligung gebucht hatte, war mir das gelinde gesagt schnuppe. Was ich erst etwas gewöhnungsbedürftig fand: Es ist ein Automatikwagen, aber man kommt schnell rein. Problematischer mal wieder der Linksverkehr. Wie damals schon habe ich anderen Verkehrsteilnehmern mit dem Scheibenwischer signalisiert, wie ich abbiegen möchte. Diese Einfaltspinsel haben das aber nicht begriffen. So was aber auch! Da wir aber lange im Stau standen, hatte ich Gelegenheit, mich an Fiona (so heißt das Gefährt nämlich) zu gewöhnen.

Dann endlich Kapstadt: Tziona erwartete uns nach einem Anruf in Park Deck 7 des Apartmenthauses. Heißt: Immer 10 Minuten mehr einplanen, wenn man Autofahren will. Dann zeigte sie uns das Appartment, erklärte, wie, was, warum und weshalb und es sprudelte nur so aus ihr heraus. Eine sehr nette Person, sehr mitteilungsbedürftig. Wir fanden schon Milch, Kaffee, Wein und dergleichen vor, das fanden wir sehr schön. Das Gebäude beherbergt auch einen kleinen Supermarkt, den wir nach einer Runde Frischmachen zwecks Aufstockung der Grundversorgung aufsuchten, und dann machten wir uns noch mit dem Wachdienst bekannt, denn wir wohnen in einer kleinen Festung mit strengen Verhaltens- und noch strengeren Einlassregeln.

Das Appartement? Alles Designerkram, hochwertige Geräte, alles geschmackvoll. Und – tadaa! – ein genialer Ausblick über das Malayenviertel bis hin zum Tafelgebirge mit Tafelberg, Lions Head, Signal Hill. Wir sind hin und weg.

Und dann ging der Urlaub richtig los. TOP 1: Besuch der Waterfront. Der Fußweg vom Rand des Bo-Kaap-Viertels, wo wir wohnen, führt über Schnellstraßen und Menschenleben zählen nichts. Zebrastreifen sind nur Deko, Fußgängerampeln ein ignorierbares, verachtenswertes Übel. Wenn das überstanden ist: Canal District, MOCAA, Clock Tower, Wharfs… Ausblicke ganz besonderer Art. Ich liebe Kapstadt! Wir versorgten uns mit kleinen Snacks, denn das Frühstück bei Lufthansa war nicht besonders (ich konnte davon nichts essen außer einem 3-Gramm-Becher Joghurt), liefen an Seehunden vorbei, bestaunten die Änderungen, witzelten mit Verkäuferinnen und Verkäufern herum (die Menschen hier sind alle so nett!), guckten erste Souvenirs an (Spoileralarm: gibt nix, Leute!), und stoppten erst wieder am legendären Quai Four (der Möwen-Hühner-Skandal 2018) für einen weiteren Imbiss. Wir guckten uns den alten Teil der Waterkant an und liefen dann erst einmal wieder zur Wohnung zurück. Die Jungs machten sich erstmal lang, während ich in die Stadt lief, um mir eine südafrikanische SIM-Card zu besorgen. Ich muss ja doch einige Gespräche mit unseren Vermietern führen und habe auch gerne unabhängig von obskuren W-LANs Zugriff auf Inernetinformationen. Falls Ihr mich südafrikanisch anwhatsappen wollt: +27 824 275 917 🙂

Wieder zurück in der Bude hatten die beiden Jungs mehr oder weniger lange und erfolgreich ihr Nickerchen absolviert. Wir beschlossen, ob der rigiden Alkoholverkaufsregeln in Südafrika, uns einen Grundstock zuzulegen. Unser Supermarkt hatte wohl keine Lizenz, daher wollten wir in die Stadt eintauchen, um einen Liquor-Store zu finden. Keine 50 Meter nach Verlassen unseres Hauses überraschte uns Otto mit einem Fingerzeig: Guckt mal, ein Liquor-Store. Wir haben unseren Dealer gefunden! Schnell wieder in die Bude und alles lagern und dann in die Straßen rund um den Green Market. Neben den bunten Häusern in Bo-Kaap, der markanten Szenerie der Waterfront und dem Tafelberg finden sich in Hout, Long, Bree, Castle, Loop und und und-Street die berühmten Balkonhäuser und andere architektonische Perlen aus viktorianischer, georgianischer und sonst was für Zeiten. Dazwischen mal mehr oder weniger gelungene Neubaueinsprengsel. Immerhin stimmt aber das Gesamtbild.

Und dann natürlich der Green Market selbst: Nicht mehr so groß wie vor Covid, aber immer noch bunt und sehenswert. Es ist keine zusammenhängende Sehenswürdigkeit, sondern eine mit Lücken. Und man sollte genauer hinsehen. Man kann viel entdecken. Nach einem ausgiebigen Fußmarsch machten wir uns – ich traue mich fast nicht, es zu sagen… nach einem Drink auf dem Dach des Big Daddy Hotels, wo man in einem Trailer übernachten kann – im Appartement stadtfein und liefen (puh, wir sind gefühlt schon bei Kilometer 1000) wieder zur Waterfront, wo wir in sehr trubeligen Abendleben so gerade noch einen Tisch im „Den Anker“ ergatterten. Es war brechend voll, und so kam die Bedienung nicht wirklich nach, aber es war ein gelungener und leckerer erster Abend hier. Wieder 30 Minuten Wanderung zurück und dann zwei Weine probiert. Ja, wir haben es nicht nur da gut getroffen. Wir sind alle todmüde, aber – ich glaube auch für die anderen sprechen zu können – ziemlich glücklich.

Und jetzt, jetzt muss auch mal der Autor in die Heia. Ich wollte es gar nicht so lang machen, aber ich platzte gerade vor Erlebnissen. 🙂

Morgen geht es gemächlicher und strandiger zu, so jedenfalls der Plan. Seid Ihr dabei?

Liebe Grüße, Euer Gerald

Tag 0: Der Tag vor Tag 1

Isch bin ja soooo uffajereeeescht, Ihr Lieben!

Nach 3.963,5 Planungsschritten und To-Dos bin ich fast schon in Kapstadt. Ich erwähnte ja bereits, dass Reisen in Zeiten von Covid einiges an Vorbereitung erfordert. Und ich hatte ja auch zügig alle erdenklich erforderlichen Unterlagen beisammen. Es fehlte noch der PCR-Test, für den ich für Mittwoch vormittags – also heute – einen Termin ausgemacht hatte.

Seit meinem Prolog war ich sehr viel im Büro, ich traf mich Samstag mit Elke und Amy, hatte Spanischstunden, war shoppen. Dann am Sonntagmorgen der Schock. Temperatur, Schnupfen, Husten. Ich kriegte die Krise!!! Ich machte zwei unterschiedliche Schnelltests, beide negativ. Ich sagte eine Lesung meiner Freundin Ruth am Sonntag, den Spanischkurs am Montag und einen Kneipenbesuch mit einem Freund am Dienstag ab. Ich ging nur noch ins Büro, wenn es sich nicht vermeiden ließ und arbeitete ansonsten in einer vollkommen überheizten Wohnung im Homeoffice und vermied jedweden Kontakt. Dann der Tag der Wahrheit. PCR-Test. In einer Zeltbaracke auf der Bonner Straße. Um 8 Uhr früh war ich dort und wartete dann bis 19 Uhr auf das Ergebnis. Natürlich nicht in der Baracke. Wie der Spanier sagt: ¡Estaba extremadamente nervioso! Als ich drohte, vor Spannung zu platzen, kam die Mail: negativ. Ich darf reisen. Aber mir stand die Pumpe bis kurz unterm Doppelkinn. Wahrscheinliche Ursache der Symptome: Am Donnerstag zuvor hatte ich mir die Grippeschutzimpfung verabreichen lassen, aber das hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm. Meine geplante Booster-Impfung für Mittwochmittag sagte ich übrigens vorsichtshalber ab und verschob den Termin in den Dezember. Man stelle sich vor, dass ich mit der eventuellen Nebenwirkung Fieber in Kapstadt um Einlass flehen müsste. „Ich bin nicht krank, MENNO!!!!“ Muss ja nicht sein.

Was auch zu meiner heutigen Unentspanntheit beitrug: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch bin ich früh zu Bett gegangen, da ich wegen des Berufsverkehrs ein bisschen eher aus dem Haus wollte, um pünktlich beim Testcenter zu sein. Gegen ein Uhr klingelte es dann in regelmäßigen Abständen, wovon ich natürlich wach wurde. Ich glaubte nicht mehr an einen Klingelstreich, schmiss eine Strickjacke über meinen Pyjama und lief – mit Schuhlöffel bewaffnet (der ist sehr lang und schwer!, ist ein Produkt für alte Männer, die sich nicht mehr bücken können) – zur Haustür. Die neuen Nachbarn von unten (waren sie es wirklich? Ich hatte sie noch nicht kennengelernt) hatten sich ausgesperrt, als sie mit dem Hund Gassi gingen. Zuerst war ich ziemlich zickig. Aber dann hat mich erst der total süße Hund erweicht, der mir nicht mehr von der Seite wich, als dann auch die verzweifelte Niedergeschlagenheit der Ausgeschlossenen. Ich rief mit meinem Handy (der Hund lief mir bis in die Wohnung nach, als ich es holte) den erstbesten Schlüsseldienst der Liste an, unter dessen Rezensionen nicht „Betrüger“ stand an.

  • „häh? gähn. was?“
  • „Sind Sie der Schlüsselkarl? Wir haben einen Notfall in Poll.“
  • „Was? Ja, Schüsselklllll….“
  • „Hallo????“
  • „schnarch“

Ich weiß, Ihr glaubt mir nicht, hat sich aber so zugetragen. Nummer zwei der Liste wurde kontaktiert.

  • „Hallo! Notfall in Poll.“
  • (INTERMEZZO): circa 20 Mal die Telefonnummer wiederholt, ganz wach war der auch nicht…..
  • „170! Inklusive Anfahrt! Komme in 30 Minuten“

So geschah es dann auch. Die Nachbarn waren sichtlich entsetzt ob des Preises, aber ehrlich, da hat man ja schon andere Dinge gehört.

Insgesamt war ich dann erst nach zwei Uhr wieder im Bett und entsprechend den ganzen Tag gerädert. Nach dem Test fuhr ich ins Büro, machte Übergabe und mittags saß ich wieder im Homeoffice.

Um 17 Uhr klappte ich den Dienstrechner zu und fing an zu packen. Wer hier öfter mal reinschaut weiß: Ich LIEBE Reisen. Aber ich HASSE Packen! Da ich letztlich mit großer Freude Downton Abbey am Stück sah…. nee, wat wäre das schön, wenn das jemand für einen erledigte. Naja, im Alter wird man ja weniger eitel und ich trage ja ohnehin fast nur noch schwarz. Ist pflegeleichter.

Gerade dann noch alle Buchungsbestätigungen, Mietwagenvouchers und dergleichen ausgedruckt und dann online eingecheckt. Puh, das war auch nicht ohne. Erstmal seitenweise Regeln und Richtlinien zu Covid lesen und das Verständnis bestätigen. Was mich übrigens zu unserer ersten Vermieterin bringt. Mit der schrieb ich drei Tage am Stück, stellte Kaution, erklärte die Hausregeln für verbindlich für unsere Gruppe, übersendete Passkopien, musste Betten aussuchen!, usw. usf. Otto whatsappte „schreib nicht so viel, nachher ist sie von uns genervt“. Witzig!

Ja, und jetzt sitze ich auf den Koffern und freue mich. Und bin nervös. Und aufgeregt. Und habe bestimmt was vergessen. Und zuviel eingepackt. Und was vergessen. Und bin hibbelig. Habe ich etwa vergessen zu erwähnen, dass ich womöglich etwas verg…. ähm.

Um 12 Uhr fahren wir in Deutz los, um 15 Uhr fliegen wir in Düsseldorf und gegen 18 Uhr dann in München ab. Um 6 Uhr sind wir in Kapstadt.

Sehen wir uns Freitagabend? Ich hoffe es sehr.

Liebe Grüße von Eurem Gerry

P.S.: Während des Eincheckvorgangs bei Lufthansa wurde ich gefragt, ob ich nicht für nur 109,- Euro mehr in der Businessclass fliegen wolle. Ich hätte mir vor Freude fast selbst ein Ohr abgebissen, bis ich bemerkte, dass dies nur für die Strecke Düsseldorf München gegolten hätte. Alaaf! Helau!!

Nudelrouladenauflauf

Ihr Lieben,

Elke kam Samstag zu Besuch und wollte sich essenstechnisch überraschen lassen. Wir beide lieben ja Hack und Nudeln. Aber wieder Lasagne oder dergleichen? Hmmm. Wie wäre es mal mit selbstgemachtem Nudelteig und einer Nudelroulade aus dem Ofen?

Mein Nudelteig ist denkbar einfach. Auf 100 Gramm Mehl kommen ein Ei und eine Messerspitze Salz. Ich nehme für den Auflauf 400 Gramm Mehl, 4 Eier und einen Teelöffel Salz. Je nachdem, wie groß die Eier sind, wird der Teig zu klebrig, dann gibt man peu a peu Mehl dazu, oder zu ungeschmeidig, dann hilft ein winzig kleines bisschen Öl. Nach ausreichender Kneterei in Folie einpacken und quasi etwas durchziehen lassen.

Ein halbes Kilogramm TK-Blattspinat (ich hatte mich vergriffen und hatte gehackten Spinat, aber egal) mit ein bisschen Butter in einem Topf auf kleiner Flamme auftauen lassen, salzen, pfeffern.

In einem großen Topf brate ich dann in Olivenöl zwei oder drei kleingewürfelte Zwiebeln, drei bis fünf durchgepresste Zehen Knoblauch, je eine kleingewürfelte gelbe und rote Paprika, etwas kleingewürfeltes (jaja, wir haben es verstanden!!!!) Wurzelgemüse, eine kleingehackte Chilischote, drei Esslöffel 3fach konzentriertes Tomatenmark sowie ein dreiviertel Kilogramm Putenhack an. Kräftig mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und mediterranen Kräutern würzen, eine kleine Dose gehackte Tomaten dazu und einköcheln lassen. Nochmals abschmecken und dann abkühlen lassen.

Sodann eine Bechamelsauce zubereiten: 40 Gramm Butter in einem Topf zerlassen, 40 Gramm Mehl dazugeben und mit dem Schneebesen kräftig rühren. Mit einem dreiviertel Liter Milch ablöschen und unter Rühren, Rühren, Rühren eine dickliche Sauce zaubern. Ich würze alles mit Salz, Pfeffer, etwas Zucker und gut Muskatnuss, frisch gerieben.

Die Hackfleischsauce sowie den Spinat befreie ich ggf. von überschüssiger Flüssigkeit.

Den Nudelteig in vier Portionen teilen und jede zu einer dünnen Platte ausrollen (meine Platten waren doch etwas zu dick). Eine der Seitenlängen sollte dabei etwa der Länge oder Breite der Auflaufform entsprechen. Jede der vier Platten mit Hackfleisch bestreichen, darauf Spinat geben, darauf wiederum ein bisschen Ricotta verteilen (optional) und alles einrollen.

Nebeneinander in die gebutterte Auflaufform geben und ggf. etwas plattdrücken. Die Bechamelsauce darübergeben und alles mit Käseraspeln bestreuen. Butterflöckchen darauf und bei 200°C im vorgeheizten Backofen für 30 bis 40 Minuten erhitzen, bis der Käse bräunt.

Guten Hunger.

Prolog: Südafrika, die vierte!

Ihr Lieben,

ich bin total aus dem Häuschen! In weniger als einer Woche ist es so weit! Aber von vorne…

Eigentlich wollte ich im November einen Inselurlaub oder eine Mittelmeerkreuzfahrt machen. Mal wieder war ich hin- und hergerissen (ist ja inzwischen fast ein Dauerzustand). Unter anderem hatte ich mit Rolf überlegt, ob ich nicht mit ihm und Otto nach Gran Canaria fliegen sollte. Und dann kam es so:

Rolf und ich saßen neulich bei Ihro kaiserlichen Hoheiten (einige Kölner wissen, was das ist, es ist einer meiner Lieblingsplätze) und haben ein Bier resp. Wein getrunken. Oder auch zwei, spielt ja kaum eine Rolle. Und da haben wir über Mexiko, Namibia, Kuba und dergleichen phantasiert. Irgendwann rutschte mir raus, dass wir doch das Haus von meiner Freundin Ike in Franschhoek in Südafrika mieten könnten und riefen sie in weinseliger Stimmung deswegen an. Es stellte sich heraus, dass sie selbst zu der geplanten Zeit das Haus bewohnen wollte. Oh.

Dennoch besprach am darauffolgenden Wochenende Rolf mit Otto, was er von Südafrika als Reiseziel hält. Ja, wäre schön. An dem Samstag hatten wir dann eine Videokonferenz. Wie fliegt man am Besten nach Kapstadt? TA, LH, KLM, AF? Und von AMS oder DUS oder FRA oder CGN? Wer nicht weiß, was diese kryptischen Abkürzungen bedeuten: Ich weiß es auch nicht. Googelt gefälligst!

Es war eine mehrmals durch multilaterale Recherchen unterbrochene Videokonferenz. Am Ende einigten wir uns auf einen Lufthansa-Flug von Düsseldorf aus via München. Und fanden unter gemeinsamen Anstrengungen mehr oder weniger zusammenhängende Plätze im Flieger.

Da gab es dann für mich kein Halten mehr. Ich schaute mir den ganzen Tag 728.375 Unterkünfte an, buchte 11 1/2 Mietwagen und organisierte innerhalb weniger Minuten 38.362 Ausflüge.

Nun, das ist natürlich Quatsch! Aber der Reiseplan steht nun fest, wir haben die ganze Zeit über einen Mietwagen und drei sehr schöne Unterkünfte in Kapstadt (Appartment für 1 Woche), in Hermanus (Villa für 3 Tage) und in Franschhoek (Pension für 1 Woche). Ab Hermanus stoßen dann Ike und Ihre Freundin Silke, die während der Zeit im Weinland bei Ike residieren wird, zu uns.

Natürlich gab es einiges anderes vorzubereiten. Mein internationaler Führerschein war abgelaufen und dann bekomme mal im Kölner Amt dafür einen Termin!!! Es war eine Odyssee, weit über das normale homerische Ausmaß hinaus. Dann besorgte ich mir eine extra Covid-Versicherung, einen Termin zum PCR-Test, lud die Warn-App für Südafrika runter und organisierte mir das Covid-Einreiseformular. Wir leben in aufwändigen Zeiten, Ihr Lieben.

Natürlich kenne ich schon sehr viel in den geplanten Städten, aber das ist zur Abwechslung ja auch mal schön. Ich freue mich auf jeden Fall sehr, wieder dort sein zu können (so uns denn nicht in letzter Sekunde Corona einen Strich durch die Rechnung macht). Außerdem würde ich mich wieder sehr über virtuelle Begleitung freuen. Habt Ihr Lust? Am kommenden Freitag landen wir um 6 Uhr früh am International Airport.

Wenn Ihr nix von mir hört bzw. lest, dann hat das wahrscheinlich eher mit technischen Problemen zu tun und weniger damit, dass ich den Tafelberg runtergekullert bin und nun in einer Klippschliefer-Familie lebe, mit denen ich Beeren und Nüsse teile. Was ich gerne täte, sie sind so drollig.

Alles Liebe und Gute, bis bald in Südafrika! Euer

Stifado vom Lamm

Ihr Lieben,

zur Zeit sind bzw. kürzlich waren doch sehr viele Freunde und Bekannte in Griechenland und ich werde mit Urlaubsbildern bombardiert, die mich animiert haben, mal wieder etwas Griechisches zu kochen. Meine Wahl fiel auf Stifado, ein Schmorfleisch, dass mit allerlei Gewürzen aufgepeppt wird.

Ich koche anderthalb Dutzend kleine Kartöffelchen in Brühe bis knapp unterm Garpunkt vor. Denn anderes als beim Hammelgericht sollen die Kartoffeln im Stifado nicht so weich werden.

Dann brate ich in reichlich Olivenöl ein Kilogramm Lammgulasch an, gebe grob gehackte Zwiebeln (etwa 3 bis 4 große) und acht ganze Knoblauchzehen dazu. Alles salzen und pfeffern. Nach ein paar Minuten mit Rotwein ablöschen. Klassischerweise nimmt man dafür einen Mavrodaphne, aber den hatte ich nicht vorrätig. Aber es sollte schon ein eher lieblicher oder zumindest fruchtiger Rotwein sein. Dann kommen vier grob gewürfelte, große Tomaten dazu sowie die gesammelten Gewürze: Zimtstange, Pimentkörner, Wacholderbeeren, Pfefferkörner, Kardamomkapseln (alles leicht angedrückt), Lorbeerblätter, Kreuzkümmel, Rosmarin sowie ein paar Nelken. Mengen so wie oben auf dem Bild. Rosmarin ordentlich und Kreuzkümmel ein Teelöffel voll. Ein Teelöffel Zucker schadet auch nicht.

Deckel drauf und schmoren lassen, bis das Fleisch so zart ist, dass es quasi zerfällt; das dauert je nachdem 30 Minuten (im Schnellkochtopf) bis anderthalb Stunden. Die ganze Bude riecht nach einiger Zeit schon sehr verheißungsvoll. Wie Weihnachten und Strandurlaub zusammen!

Dann die Kartoffeln dazugeben, im Stifado warm werden lassen, noch einmal abschmecken (ich gab noch etwas Zimtpulver und Cayennepfeffer bei), gehackte Petersilie darunter und ab auf den Teller.

Καλή όρεξη – Kalí órexi: Guten Appetit!

Linsen-Dal (vegan)

(aka Masur Dal)

Ihr Lieben,

ich liebe rote Linsen, bereite sie nur viel zu selten zu. Eine leckere Art, rote Linsen auf den Tisch zu bringen ist folgende:

Pro Person wäscht man gründlich eine Kaffeetasse rote Linsen ab. Ich mache – obwohl heute alleine – vier Portionen, da man es gut aufheben / einfrieren kann. Außerdem passt es dann besser mit den Tomaten- und den Gewürzmengen.

In einem Topf mit einem Esslöffel Sesamöl brät man Knoblauch-, Ingwer- und Chilipaste an – jeweils etwa einen Teelöffel (das hängt natürlich auch vom gewünschten Schärfegrad ab). Nach zwei bis drei Minuten eine Mischung aus je einem Teelöffel Kreuzkümmel, Korianderpulver, Kurkuma, Garam Masala und Madras-Curry sowie einem Hauch Zimt und Chilipulver dazu und unter die Pasten rühren. Mit den Gewürzen kann man natürlich spielen und Arten und Mengen abändern.

Einen Esslöffel Gemüsebrühpaste drauf, die Linsen sowie eine Packung gestückelte Tomaten dazu, umrühren und mit einem Glas heißem Wasser ablöschen. Und nun so lange köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht wurde. Ggf. weiteres Wasser angießen.

Kurz vor Ende des Garprozesses mit Salz und Pfeffer sowie etwas Zitronensaft abschmecken. Man könnte nun gehackten Koriander untermengen, aber den mag ich ja bekanntlicherweise so gaaaar nicht! Ich nehme stattdessen Minze, das gibt dem Dal eine frische Note. Wer es cremig mag, kann Kokosmilch unterziehen.

Dazu gibt es Papadam, ein knuspriges indisches Fladenbrot, das ich zum Aufbacken beim Inder besorgt hatte. Es ah nicht so aus, wie auf der Packung, war aber essbar.

Epilog: Tag 3 und Abreise

Ihr Lieben,

Ihr ahnt es: Wo es einen Prolog gibt, gibt es auch zumeist einen Epilog. Und warum der Titel Tag 3 UND Abreise heißt, erschließt sich selbst dem Autor nicht. Denn der Tag war durch Abreise geprägt.

Nach einem gemeinsamen Frühstück mit Teilnehmern der Katerstufen 1f bis 3k auf der bisher unbekannten, aber wahrscheinlich nach oben offenen Derangementskala sammelten sich die Automobilisten zur gemeinsamen Abfahrt nach Bechtolsheim, um den Wein umzuverteilen. Mir blieben noch anderthalb Stunden bis zur Abfahrt des Zuges, so dass ich mich ausgiebig tagfein machen (im Rahmen der Möglichkeiten natürlich), mit der Hotelmanagerin plaudern (Thema: wie haben wir Corona überstanden?) und dann ganz gemütlich zum Zug dackeln konnte.

Es hat alles wieder ganz gut geklappt, die Regionalbahn nach Mainz war fast leer, der ICE von Mainz nach Köln umso voller. Wieder einmal gab es empörte Passagiere, die zwar zu geizig waren, 4 Euro für eine Platzreservierung auszugeben, sich aber nicht entblödeten, dennoch herumzutrompeten, wie sch… die böse DB ist.

Auf der Fahrt war es zu laut, um ein Nickerchen zu machen, also blieb Zeit, den Tag gestern noch einmal Revue passieren zu lassen. Die Weinprobe war eine der gewaltigsten, die ich mitgemacht habe. Wir hätten uns wirklich durch das gesamte Sortiment trinken können, wenn wir gewollt hätten. Natürlich weiß man aber ja, dass bestimmte Erzeugnisse gar nicht in Betracht kommen. Bei mir z.B. Barrique-Weine oder liebliche Spätlesen. Der Degustationsbereich war riesig und alle Tische waren besetzt. Wir hatten Glück, in einer gepolsterten Nische zu sitzen, was zwar immer eine logistische Herausforderung für die Bank(be)sitzer war, aber dafür blieben wir von Gewusel verschont. Ich habe 10 Kisten gekauft und vier Flaschen geschenkt bekommen, dazu Gläser (die ich aber abgetreten hatte, da ich genügend besitze), auch bekamen wir zwei große Kisten Trauben und auf die Rechnung einen Rabatt. Ich bin sicher, dass – obwohl wir natürlich alles nur schlückchenweise probierten – wir für die Menge an Getränken in einer Wirtschaft ein erkleckliches Sümmchen hätten hinlegen müssen.

Unsere Gruppe hatte schon einige Weinproben mitgemacht, diese war für mich die beste. An der Ahr wurden wir einmal durch den Schankraum im Stile Gundulas der Geschmacklosen in eine Arbeitsküche aus den 60er Jahren geleitet, um dort an einem karierten Wachstischtuch aus blinden Gläsern eine eigentlich untrinkbare Plörre zu trinken. Wir taten es trotzdem, weil alles so unglaublich traurig war.

Auch erinnern wir uns gerne an eine andere Weinprobe an der Mosel, bei der die ausführende Winzerin gegen Ende sturztrunken in ihre Glasvitrine fiel und diese umriss. Gottseidank wurde niemand ernsthaft verletzt. Ich nehme an, sie wollte sich immer dreifach überzeugen, welchen Tropfen sie uns denn als nächstes kredenzt. Denn wir als Gruppe waren verhältnismäßig nüchtern.

Gegen 14 Uhr 30 war ich dann zuhause und räumte ein bisschen hin und her, um dann, bewaffnet mit dem Rest Auflauf von Donnerstag (jede Gelegenheit zu Eigenwerbung muss genutzt werden!) zu Rolf zu fahren, um mit ihm zusammen zu essen und dann meinen Wein zu mir zu spedieren. Was man bei einem solchen Großeinkauf kurz bedenkt, dann aber als unwichtig abtut, ist der Platz, den man braucht, das alles zu verstauen. Naja, es wird alles irgendwie über die ganze Wohnung verteilt werden. So hatten es Monika und Jasmina mit ihrer letzten Lieferung wohl gemacht und waren später im Jahr freudig überrascht, als sie bei den Mänteln letztlich noch eine Kiste Frühburgunder fanden.

So, jetzt ist aber fini. Besucht, wenn Ihr mich vermisst, meine kleine Rezeptsammlung, die ja stetig wächst. Ab Mitte November freue ich mich auf Eure Begleitung nach Südafrika, wenn Ihr mögt.

Bis dahin alles Liebe und Gute! Euer Gerry

Offensichtlich versuche ich mich zu erinnern, wie ein Sirtaki geht. Otto hat den Moment der Verwirrung schamlos für diese kompromittierende Aufnahme ausgenutzt