Alt, aber knackig (in den Gelenken)

Ihr Lieben!

Bei meiner Katastrophenaufzählung im letzten Schnipsel hatte ich völlig den Stromanbieterwechsel vergessen. Naja, eben auch nur ein Drama von vielen.

Ich schrieb meinen Versorger an, dass ich meinen Anschluss gerne am 16.04. in der alten Wohnung abschalten und ab 01.04. in der neuen Wohnung einen neuen Vertrag fortführen wolle. Einen Tag später bekam ich die Nachricht, dass man meine Kündigung bedauere, aber der Strom in Poll am 2. April „abgeschaltet“ würde und ich in die Grundversorgung käme. Eine Mitnahme des Tarifs sein leider nicht möglich. Telefonate brachten hier absolut nichts, man habe das missverstanden, könne das jetzt aber nicht mehr ‚aufräumen‘. Ob ich aber nicht einen attraktiven Neuvertrag für die neue Wohnung wünsche? Boah ey! Leckomio. Nein, wünschte ich dann nicht. Dann eben mal übergangsweise teure Grundversorgung in beiden Wohnungen. Ab dem Umzugstag habe ich dann Ökostrom für einen mehr als fairen Preis abgeschlossen. Ich habe erneut den Eindruck, dass da eine weltweite Verschwörung…. oder so etwas wie die Truman Show…

Das Hauptereignis der Woche war aber Papis 89. Geburtstag. Einen besseren Vater kann man sich nicht wünschen. Alles Liebe und Gute für Dich Papi! Er hat auch gebührend viel Besuch bekommen.

Und ich hatte dann einen Tag später meinen *durchstraßenbaulärmübertönt*igsten Geburtstag. He? Wo kommt denn das Bild her? Macht das weg!!!

Durch den Rauswurf aus der Wohnung musste ich ja meine geplante Megaparty absagen. Denn weder wusste ich, wann ich umziehe, noch, wie viel mich das kosten würde. Und siehe da, ich ziehe jetzt um und zudem hat das ganze Theater meinen Kontostand auch erheblich schrumpfen lassen. Nun gab es aber Menschen, die nicht stornierbare Flüge oder Hotels gebucht hatten. Wer rechnet denn auch damit, dass so ein Event unvermutet ausfällt. Ich bin dann am Freitag mit einer kleinen Gruppe von Freunden ins Brauhaus gegangen und anschließend haben wir noch einen Absacker bei mir genommen.

Am Geburtstag habe ich mir selbst im gleichen Hotel eine Suite geschenkt, damit ich einen Tag später mit anderen Freunden (meinen „Namibiern“) da absacken konnte. Vorher haben wir erst in der Hotelbar angestoßen, um anschließend den Cologne Triangle zu erklimmen. Auf dem Weg dahin fing es leider schon an zu nieseln und dann war die Aussichtsplattform „wegen Personalmangels“ geschlossen. Wir spazierten stattdessen ein bisschen am Rhein entlang und gingen verfrüht zur Reservierung ins griechische Restaurant. Auf dem Rückweg zum Hotel schüttete es leider wie aus Eimern, wir kamen pladdernass dort an. Beim Ausklingwein haben wir uns Fotobücher unserer Namibiareise angesehen. Da kamen lustige Erinnerungen hoch.

Das waren zwei sehr schöne Events, zumal auch noch ein Überraschungsgast am Samstag dazukam. Ich habe viele tolle Geschenke bekommen (YEAH!), u.a. hat mich Vonny (die leider nicht dabei sein konnte) portraitiert. Irre. Aber auch alle anderen haben sich was einfallen lassen.

Das Frühstück im Hotel, welches eigentlich ganz schön ist, war leider etwas hektisch. Der Saal war viel zu unterdimensioniert für die vielen Gäste. Ich habe deswegen ein bisschen an der Rezeption rumgeschimpft, dann wurde auch das Abendrestaurant für die Frühstückler geöffnet. Dennoch, für Kaffee 10 Minuten anzustehen… Puh!

Den Rest des Sonntags habe ich nur gefaulenzt, wenn auch mit einem leicht schlechten Gewissen. Ab morgen wird wieder rangeklotzt. Ich habe auch kurzfristig die ganze Woche Urlaub genommen, damit ich nicht in Panik verfalle, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll. Netcologne z.B. hat immer noch nicht die erforderliche Anschlussdose montiert, das Meldeamt schreibt mir (sonntags!) eine Mail, ich habe meine Anmeldung nicht korrekt beendet, der Liefertermin des Bettes hat sich nach hinten verschoben. Also, genug zum drum Kümmern.

Wir sehen uns am kommenden Wochenende in der neuen Bleibe. Irgendwelche speziellen Getränkewünsche? Liebe Grüße, Euer

P.S.: Mein ÖPNV-Ticket für Dublin ist portofrei eingetrudelt. Ich bin ganz baff!

P.P.S.: Und so sieht der Blick vom Turm aus, ich war ja schon einmal oben:

P.P.P.S.: Unglaublich auch die viele Post, mit Gedichten, Zeichnungen, lieben Worten. Ich bin völlig überrumpelt von so viel positiven Wünschen und Gedanken.

Irrungen, Wirrungen

Ihr Lieben,

neinneinnein, dieser Schnipsel handelt nicht von einer unstandesgemäßen Liebe, wie der Fontane’sche Titel es vielleicht vermuten lässt. Vielmehr plaudere ich heute viel über Dinge, die bei einem Umzug einfach schief gehen bzw. unnötig verkompliziert werden können.

Zum Beispiel die Ummeldung. Bei der Wohnungsübergabe habe ich die Einzugsbestätigung der Vermieter beigehabt, aber in der Aufregung vergessen, sie unterschreiben zu lassen. Merkte ich aber erst, als ich mich online ummelden wollte. Egal, ausgefüllt, per Mail rausgeschickt, nur wenig später hielt ich sie in der Hand. Online-Ummeldung gestartet, mit E-Ausweis-App registriert und alles lief gut. Ich bekam die Meldebestätigung per Mail, man kümmere sich jetzt um die Aufkleber für den Personalausweis.

Einen Tag später wurde ich aufgefordert, die Ummeldung elektronisch abzuschließen. Wieder mit Ausweis-App. Und das Drama begann. „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte erneuern Sie die Ausweis-App auf dem Handy. Dann starten Sie bitte von vorn.“. OK, nächster Versuch: „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte erneuern Sie die Ausweis-App auf dem PC.“ OK. Versuch Nummer 3: „Bitte geben Sie auf den folgenden 23 Seiten Ihre Daten ein. Oh. Fehler. Bitte sprechen Sie beim Amt persönlich vor. Bitte erledigen Sie das binnen Monatsfrist. Nächster freier Termin im August 2037. Oder Sie gehen an einem Mittwoch hin, da ist keine Terminvereinbarung erforderlich.“. Ja, SACHMA!!!

Ich also am darauffolgenden Mittwoch um 7 Uhr vorm Einwohnermeldeamt. Eine halbe Stunde vor Öffnung schon 27 Personen vor mir. Ja, ich hatte ausreichend Zeit, die zu zählen. Die Hälfte davon rücksichtslose Raucher. Als die Pforten des Allerheiligsten geöffnet wurden, war die Schlange auf vielleicht 100 Personen angewachsen. Ich mittendrin. Herrjeh. Wie ein lahmer Lindwurm schlängelte sich die Menschenkette zum Informationsschalter, um Wartehallenmarken zu ergattern. Dann das Wunder. Als ich an der Reihe war, beschied mir der nette junge Mann, er können den Vorgang auch direkt ‚hier‘ abschließen, dann müsse ich nicht warten. Ich habe jetzt noch Tränen der Rührung in den Augen. Mein persönlicher Held des Tages. Dennoch habe ich innerlich gleichzeitig auf die Kölner Verwaltung geschimpft. Ist nie verkehrt, passt immer.

Zurück zur Wohnungsübergabe. Dort erhielt ich für alles je zwei Schlüssel. Für Tiefgarage, Briefkasten und dergleichen ist das ja auch völlig ausreichend. Aber für Haus und Wohnung wünschte ich mir einen dritten, weil ich einen bei Freunden hinterlege, einen für Luis (der ja oft in die Wohnung muss, wenn er mir hilft) brauche und, klar, einen für mich. Meine Vermieter so „Ja, kein Problem, schreiben Sie doch die Frau xy von der Immobilienbetreuung an…“. Und das Drama begann:

Der Schlüssel, eine Schmonzette in acht Akten

Es wirken mit: M – der Mieter, V – der Vermieter, H – die Hausverwaltung

Akt 1
M: „Ich bräuchte bitte einen dritten Schlüssel für die Schließanlage.“
V: „Ach, würden Sie das über die Hausverwaltung machen?“
M: „Klar.“
Akt 2
M: „Hallo Hausverwaltung, ich bin’s, M., der neue Mieter. Ich bräuchte einen dritten Schlüssel.“
H: „Sehe ich so aus, als spräche ich mit Mietern?“
Akt 3
M: „Hallo V., H. will nichts mit mir zu tun haben, wären Sie bitte so nett?“
Akt 4
V: „H., bitte einen Schlüssel für den neuen Mieter.“
H: „Wie ist denn die Schlüsselnummer?“
Akt 5
V: „Huhu M., wie ist denn die Schlüsselnummer?“
M: „Die ist 4711.“
Akt 6
V: „So, H., hier die Schlüsselnummer.“
H: „Kann ich bitte ein Foto des Schlüssels haben?“
Akt 7
V: „Foto?“
M: „Klar.“
Akt 8
V: „Foto!“
H: „Aha.“

Was wird die geheimnisvolle H. jetzt unternehmen? Und warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht? Den Schlüssel habe ich übrigens bis heute noch nicht.

Ja, dann ist der Maler aufgetaucht und wird jetzt drei Tage herumpinseln. Der ist gleichzeitig auf mehreren Baustellen, daher konnte er nicht zusagen, dass er da wäre, wenn der Fensterbauer klingelte. Nächstes Drama. Der sollte nämlich wegen eines defekten Rolladens und eines defekten Fensters am Malertag 1 kommen. Wie das jetzt ausgeht? Ich weiß es nicht. Ich schaue erst Donnerstag wieder rein, wenn der Maler mich zur Abnahme anruft. Während ich auf den Maler wartete, bastelte ich übrigens ein Dachschrägenschränkchen zusammen. Die Möbelfüße (16!! Schrauben) musste ich per Hand und ohne Vorbohrungen eindrehen, weil der Akkuschrauber nicht durch die Schraubenaussparungen passte. Meinen rechten Arm kann ich seitdem vergessen, da ist jetzt quasi Tennisarm auf dem Bizeps.

Mit Netcologne läuft auch nicht alles, wie gewünscht. Man erklärte mir ja, mein eigener Router funktioniere da nicht, weil das Haus über Kabelanschluss mit Internet versorgt werde. Man schickte mir also einen geeigneten, den ich ja kostenfrei gestellt bekomme. Dazu die Mitteilung, die Dose habe so und so beschaffen zu sein. Große Überraschung, sie war es natürlich nicht. Meine Vormieter waren bei der Telekom und deren Router funktionierte problemlos an der guten, alten Telefonsteckdose. Ich schrieb an Netcologne, der Anschluss sei nicht der gewünschte, worauf man mir die Eingangsbestätigung einer Störungsmeldung zurückschickte. Ja, und jetzt weiß ich auch nicht… muss ich da jetzt hinterherlaufen?

Das Umzugsunternehmen hat mir übrigens knapp 300 Euro abgeknöpft für die Halteverbotszonen, die an beiden Adressen am Umzugstag eingerichtet werden. Naja, das meiste davon geht ja an die Stadt Köln. Und ich weiß nicht, ob ich es schon schrieb, aber der genaue Umzugstag ist der 16.04. Daher war ich bass erstaunt, als vor meinem Haus am 15.04. eine Sperrung angekündigt war. Diesmal aber kein Drama, ich rief beim Umzugsunternehmen an und wurde informiert, sie hätten die Schilder ja noch gar nicht aufgestellt. Zieht noch jemand aus? Oder der Sohnemann hat was falsch verstanden und stellt seine Möbel schon zu meinen…

Es gab aber natürlich wie immer auch nette Erlebnisse. So halfen mir Ruth und Luis beim ersten Packen und Ausmisten, wobei mir Ruth ein Kunstankaufsverbot erteilte (verstehe ich nicht!), und wir schafften schon eine Menge. Auch der Kühlschrank aus der neuen Wohnung ist bei Luis und zwei Schränkchen, die desorientiert in der Wohnung herumstanden (jaja, das geht), haben mir Mario und Luis in den Keller spediert, wo sie sinnstiftender ihr Dasein fristen können. Apropos Keller: Waschmaschine und Trockner sind auch angekommen und hier ist das Drama, dass die Waschmaschine um einiges kleiner ist, als der Trockner. Jetzt warte ich auf das Regal, das ich deswegen beschaffen musste. Immerhin hat mir der Spediteur Schlauchschellen geschenkt, denn die bestellten sind auf dem Postweg verloren gegangen.

Ostermontag legte ich dann mal eine Wohnungswechselprobleme-Pause ein und lief mit Hubertus und Artur ins Café Uferglück, um ein bisschen die Sonne zu genießen. Leider hatten wir einen Schattenplatz, aber das war jetzt auch egal. Einen Absacker haben wir dann noch bei ihnen in der Bude genommen. Fotos habe ich leider keine gemacht, daher nur eine Skizze des Geschehens:

Gekocht habe ich kaum, denn die ganzen Töpfe etc. sind schon in Kartons gewandert. Blöderweise hatte ich vergessen, dass ich noch einen Braten im Kühlschrank hatte. Aber der geht auch gut im Airfryer und kommt sogar erstaunlich saftig da wieder raus.

Und so geht es lustig weiter, ein paar Fugen müssen vor Einzug noch erneuert werden, der Sichtschutz vom Balkon ausgetauscht, es werden wohl rechtzeitig noch ein paar neue Möbel geliefert, die ich aufbauen müsste und dann, ja, dann habe ich ja auch noch Geburtstag. Herrjeh! Wie alt werde ich eigentlich?

Vielleicht verrate ich das im nächsten Schnipsel.

Liebe Grüße, Euer

P.S.: Den ersten Spargel gab es auch schon!

Zieh mich hoch

Ihr Lieben,

das war mal eine nette Woche. Am Dienstag habe ich liebe Nachbarn im „Bräues“ in Deutz getroffen. Petra S. hat einen „niemals geht man so ganz“-Moment initiiert, wo sich Mitglieder der Petitionsgruppe mit mir trafen. Ehrlich? Die sind so nett, die verliere ich nicht aus den Augen. Ich hatte Schnitzel mit Omas Kartoffelsalat. Das Ding war so groß wie ein Fußballplatz und die Mayonnaise keineswegs kalorienreduziert.

Ich bin ja ein großer Fan von Lebensmittelrettung. Da gibt es in Köln so einige Läden, die da mitmachen. Unter anderem Lokalmatadoren (Wortspielchen), wie das Café Riese. Seit zwei Jahren versuche ich, da mal einen Tortentüte zu erwischen, am Mittwoch hat es endlich mal geklappt. Es ist unglaublich, wie viele Menschen da bei Ladenschluss Schlange stehen, um Lebensmittel einzusammeln, die sonst in den Müll wandern würden. Klar, das kostet immer noch was, ist aber i.d.R. ein Drittel des Normalpreises. Einziges Manko bei der Aktion (bei der sich auch Supermärkte und Bäckereien beteiligen): Man muss es über eine App ordern, bei der eine Kreditkarte hinterlegt ist. Für manche Menschen vielleicht ein Ausschlusskriterium.

Am Donnerstag war ich in der sehr verspäteten Mittagspause (so um 17 Uhr) beim REWE in den Opernpassagen. Als ich wieder nach oben in die Firma fahren wollte, schallte es von hinten: „Kennen wir uns nicht, junger Mann?“. Und da standen meine neuen Vermieter. Wir haben nett ein bisschen geplaudert. Am Dienstag kommender Woche sehe ich sie bei der Wohnungsübergabe. Wie es denn liefe? Ich erwähnte meine Schwierigkeiten mit Terminvereinbarungen und Providerumzug. Ja, es gibt Neuigkeiten von der Internetfront.

Ich rief nämlich die Nummer aus der „Bitte-bleiben-Sie-doch“-Mail an. „Aha. Na sowas. Neinnein“. Alles falsch, was man mir im Laden anbot. Langes Rubbeln, kurzer Dschinn: Ich zahle jetzt erst einmal 10 Euro weniger pro Monat als jetzt. Dann kommt es nach zwei Jahren allerdings dicke. Hm. Schau’n wir mal. Ich wiederhole mich an dieser Stelle gerne: Wieso erst vergrätzen und dann hinterherlaufen? Was ist das für ein Geschäftsmodell?

Luis hat zwar erst nächste Woche Geburtstag, aber er feierte gestern schon ein bisschen vor. Was in anderen Ländern gang und gäbe ist, wäre bei uns undenkbar. VORHER GRATULIEREN?? DAS BRINGT UNGLÜCK!!!! Er bekommt die umzugsbedingt aussortieren Alkoholika von mir, außerdem habe ich ihm dieses wirklich leckere Erdbeer-Tiramisu und einen Salat gemacht:

Mein Trockner macht jetzt gar nichts mehr, das ist schön zu wissen, wenn man gerade ZWEI Ladungen Wäsche hat. Ich bestellte mir Samstagabend daher eine neue Maschine an die neue Adresse. Angeblich werde ich von der Spedition kontaktiert, wann die kommen. Geplant ist Dienstag. Da ich da Erfahrungen habe, räusper, bin ich gespannt. Eine Waschmaschine ist dann auch dabei, denn die zickt auch schon rum. Nach 15 Jahren guter Dienste okay. Eine Reparatur wäre identisch mit dem Neukaufspreis. Zwei Tage hing dann die nasse Wäsche in meiner Wohnung rum. Bisschen nervig.

Heute hatten wir dann Doppelkopfrunde. Ich war hin- und hergerissen, ob ich die Zeit nicht besser nutze, um mit meinem Umzug weiter zu kommen, aber ich sehe die Runde ohnehin schon nicht oft, außerdem waren es nur ein paar Stunden am Nachmittag. Ich habe mich sogar einigermaßen gut geschlagen. Zuerst bin ich allerdings zur falschen Adresse gegurkt. Das passiert, wenn man Chatgruppen auf stumm schaltet :-). Man hatte sich nämlich vertagungsortet. Jaja, das Wort existiert! Der Fahrer hatte auf dem Rückweg nach Hause nigerianische Musik laufen und sang auch ein bisschen mit, so hatte ich noch ein kleines Konzert. Schöner Sonntag! Zumal es auch Waffeln mit Kirschen und Sahne gab!!

So langsam geht es jetzt in die heißen Wochen. Dienstag ist Wohnungsübergabe, ab da wird gerödelt. Mitte April wird es noch einen Flohmarkt in der alten Wohnung geben. Bin gespannt, was ich für einen Preis erziele.

Bis bald, Ihr Lieben, Euer

Das Riesenschnitzel.

Der Tag, an dem ich kein Sofa kaufte

Ihr Lieben,

es ist wieder mal Zeit für Klatsch und Tratsch und zwei oder drei kleine Rezepte.

Am Montag war meine Vermieterfamilie hier, um mit mir schon einmal die Übergabe vorzubereiten. Denn ich wollte mir jetzt nicht noch im April mögliche weitere Arbeiten ans Bein binden. Erfreulicherweise gibt es keine Beanstandungen an dem Zustand der Wohnung (sie ist, wenn man die Mietzeit betrachtet, auch erstaunlich wenig abgewohnt) und wir kamen sogar überein, dass die Küche wegen Abkaufs verbleiben kann. Das ist eine Erleichterung für mich, ich sah mich schon drei Tage lang Arbeitsplatten zersägen. Die den Neffen versprochenen Küchengeräte bleiben allerdings auch drin, dafür erhalten sie dann Geld, womit sie sich wenigstens eine Spülmaschine kaufen können.

Ansonsten bilde ich mir ein, dass ich jeden Tag etwas packe, aber in Wirklichkeit schiebe ich Dinge einfach nur von einer Stelle an die andere. Ich werde die Ostertage wohl aufs Packen verwenden und alles, was ich danach noch wirklich benötige, kommt am Tag vor dem Umzug in die Kiste. Der Umzug ist übrigens am 16. April, ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnte.

Man muss sich ja auch um Strom, Internet, Ummeldung und dergleichen kümmern. Ich war bei meinem Internetanbieter im Laden, die wollten mir ohne Entgegenkommen einfach für ein Heidengeld alles neu verkaufen („Nein, Ihr teuer bei uns gekaufter Router kann dann nicht mehr eingesetzt werden.“), inkl. Anschlussgebühren!!!! Sachma!? Ich kündigte und bekam umgehend Post, man wolle mich doch soooo gerne behalten. Diese Flachpfeifen. Sorry. Wieso muss man erst das Klientel verärgern und dann angeschlichen kommen? Problem ist, dass andere Anbieter sich ja auch so verhalten.

Am Samstag hätten wir eigentlich Familientreffen in Grevenbroich gehabt, daher entschloss ich mich, erst ein paar Sachen zu Luis zu bringen, um dann nach einer Couch in einem Möbelhaus in Pulheim zu schauen. Ich saß im Beratungsgespräch, als mein jüngerer Bruder schrieb, ob ich meinen jüngsten Neffen in Mönchengladbach abholen könne, er selbst sei krank. Ich sagte dem freundlichen Möbelverkäufer Tschüss (was der jetzt wohl denkt) und flitzte mit Benjiro gen Norden. Auf dem Weg dorthin klingelte mein älterer Bruder durch, mein Vater sei gestürzt und mit RTW auf dem Weg ins Krankenhaus. Wir riefen zusammen meinen ältesten Neffen an, der hatte Kuchen gebacken. Ich hatte übrigens Mousse au chocolat im Kofferraum. Langer Rede… es gab kein Familientreffen, alles war sehr chaotisch. Gottseidank ist Papi wieder daheim, die Platzwunde wurde geklebt.

Wie findet Ihr die? Natürlich nicht so hell.

Aber auch sonst war Chaos^10: Am Sonntag wollte ich für einen Kollegen herzhafte Knabbereien backen, die Abteilung hatte sich überlegt, ihm ein kleines Buffet zu zaubern. Er ist der Haustechniker und uns war klar, das gibt mächtig viel Kolleg*innen-Besuch. Ich bestellte alles nötige für Freitagabend beim REWE Lieferdienst. Der Fahrer verspätete sich, drückte mir hastig die Tüten in die Hand und purzelte die Treppe hinunter. Leider fehlte mindestens eine Tüte, denn wirklich alles für den Geburtstag fehlte. Die fehlenden Waren besorgte ich dann quasi Samstagnacht noch im Supermarkt. Die Reklamationsbearbeitung bei REWE war dann unterirdisch, ich werde da nicht mehr bestellen. Da hat mich Stunden gekostet. Ich hatte übrigens auch einen Reklamationschat mit einem Versandhändler über verdorbenen Wein. Der war so absurd, aber so kompliziert, das muss ich Euch persönlich erzählen. Festhalten kann man aber, dass Chat-Bots ziemlich dumm sind.

So, was gab es denn zu essen? Die Mousse ist einfach: 300 Gramm Zartbitterschokolade werden im Wasserbad in 200 ml Sahne aufgelöst, diese Mischung wird, aber abgekühlt!, unter 400 ml geschlagene Sahne gehoben. Eigentlich ist es eher eine Ganache, kommt aber sehr nah an eine Mousse au Chocolat dran. Fotos habe ich leider keine gemacht.

Dann gab es noch ein Saté-Huhn, das hat mal wieder für drei Tage gereicht, war aber sehr lecker.

Die Blätterteigschnecken habe ich fast so wie hier gemacht, aber die Füllung setzte sich diesmal aus 150 Gramm Kräuterfrischkäse, zwei Eiweiß, zwei kleinen Packungen Schinkenwürfeln und 150 Gramm geriebenem Emmentaler zusammen. Das reichte für zwei Blätterteigrollen aus dem Kühlregal. 20 Minuten backen, Eigelb drüber nicht vergessen.

Die Lachsrolle gehört ja inzwischen auch zum Standardrepertoire in jedem Haushalt: 300 Gramm Spinat gehackt und einmal mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss erwärmen. Sehr gut ausdrücken, sonst wird der Teig zu wässrig! Mit 150 Gramm geriebenem Gouda, 5 Eiern und italienischen Salatkräutern (da ist dann Knobel drin) vermengen und bei 160°C im Ofen auf einem Backblech verteilt 12-13 Minuten stocken lassen. Wenn man auf das Backpapier Trennspray sprüht, hat man nachher auch keine Probleme beim ablösen. Abkühlen lassen, eine Packung Meerrettich-Frischkäse mit ein bisschen Crème fraîche verrühren (sonst ist der zu „hart“) und würzen, auf der Spinat-Ei-Käse-Platte verstreichen, Räucherlachs darauf verteilen und in Frischhaltefolie einrollen. Beides kam übrigens ganz gut an, aber die anderen Sachen auf dem Buffet waren auch mehr als genießbar! Das Geburtstagskind hat sich gefreut.

So, Ihr Lieben, es wird Zeit fürs Abendessen. Es könnte der Eindruck entstehen, dass mein Leben fast nur aus Essen besteht. Ähm. Ja. Also.

Liebe Grüße, bis bald, Euer

P.S.: Wie schlau ist es eigentlich, sich in meinem Alter noch eine teure Wohnlandschaft zu kaufen? Ich hadere gerade.

P.P.S.: Ich sollte übrigens über die Kölner Olympiabewerbung abstimmen… Auf der einen Seite hätte man sich ja eine Modernisierung der Kölner Sportstätten wünschen können, die sind nämlich unter aller Sau. Aber ob da Geld für aus dem Olympiatopf geflossen wäre? Man darf es bezweifeln. Und da Köln ja nun wirklich NICHTS auf die Reihe bekommt…

Gib mir mein Herz zurück, bevor’s jemand anbeißt…

Irish Dance in June

Ihr Lieben,

heute mal nur ein kurzer Schnipsel, ich möchte ausnahmsweise mal nicht mit der Umzieherei und den damit verbundenen Mühsalen langweilen. Und dä! Schon passiert. Naja.

Das wichtigste Ereignis zuerst: Meine Gattin hatte Geburtstag und sieht aber keinen Tag älter aus als letztes Jahr. Sie hat ein kleines, aber sehr feines portugiesisches Buffet auffahren lassen und einen kleinen Kreis dazu eingeladen. Ein Drittel der Geladenen waren Hunde, die es sich nicht nehmen ließen auch hier und da mal auf mir rumzukraxeln. Wenn ich nicht so viel reisen würde, würde ich vielleicht auch gerne einen vierbeinigen Begleiter haben.

Mit Benjiro bin ich das erste Mal durch Regen gefahren, daher musste ich mal den Scheibenwischer bemühen. Herrjeh, ich sah überhaupt nichts mehr durch die Windschutzscheibe. Ich bin dann auch umgehend zu einer berühmt-berüchtigten Autozubehör- und Reparatur-Kette gefahren, um den tauschen zu lassen. 30 Euro. Naja, meine Brille war deutlich teurer. Ansonsten freue ich mich fast jeden Tag über meinen, naja wenigstens das, vierrädrigen Begleiter (Donnerstag fuhr ich ausnahmsweise wieder ÖPNV und hatte wegen der Linie 7 morgens fast einen Kreischanfall!).

Das Wochenende wollte ich eigentlich etwas Schönes unternehmen, die ganze Woche war blauer Himmel bei angenehmen Graden. Pünktlich dann zum Büroschluss Nieselregen und Temperatursturz. Die Reise nach Belgien war damit hinfällig.

Aber ich habe mir ein paar Tage Dublin im Juni gebucht. Da die Hotels dort Fantasiepreise aufrufen, habe ich mir ein spartanisches Zimmer in einem Studentenwohnheim gemietet. Ich bin gespannt, die Rezensionen sind sehr kontrovers.

So, nu aber Schluss, sollte ja kurz werden. Bis die Tage, Euer

P.S.: Das Vorschaubild war mal wieder eine KI-Spielerei von mir. Der Titel lautet „Sehr geehrte Präsidenten a.D., wie beurteilen Sie die Arbeit des aktuellen Amtsinhabers im weißen Haus?“

P.P.S.: Elke hat nur Sachen für Nora geschenkt bekommen, außer den Blumen, auf die ich jetzt selbst neidisch bin. Ich hoffe, es gibt sie morgen noch im Blumenladen.

Dies ist die Nationalblume Südafrikas, die Protea. Ich habe sie oftmals live gesehen, es gibt sie in vielfältiger Form und fast ebenso vielen Farben.

Kunst, Kuchen und Keller

Ihr Lieben,

der noch nicht erfolgte Wohnungswechsel hält mich immer noch auf Trab. Am Montag letzter Woche war abends ein Umzugsfirmenvertreter bei mir, der sich angeschaut hat, was ich alles mitnehmen möchte. Und obwohl Küche (bis auf die Elektrogeräte, die an die Neffen gehen), Bett und Wohnlandschaft auf den Sperrmüll wandern, zahle ich zweieinhalb mal so viel, wie bei meinem letzten Umzug, und der war mit doppelt so vielen Plünnen. Ob ich gedenke, ein Gegenangebot einzuholen? Echt, ich habe keine Nerven mehr und beiße in den knapp 2.500 € teuren Apfel. Dann Sperrguttermine ausgemacht, dann versucht, einen Ummeldetermin bei der Stadt Köln zu bekommen… tja, Ende Mai wäre da was frei. Sachma. Geht’s noch? Dieses kleine, piefige Provinzkaff, dass sich so selbstbesoffen in Selbstüberschätzung feiert, bekommt nix, aber auch wirklich NIX auf die Kette.
Gestern war dann Luis da, der hilft mir mit seinem Freund, Dinge zu verscherbeln und hat auch beim Ausmisten des Kellers und diverser Schränke schon gut mit angepackt. Aber es werden definitiv mehr als die von mir geschätzten 50 Kartons.

Letzte Woche brauchte ich eine Verschreibung für ein Medikament, das auszugehen drohte. Da ich auch noch auf eine Rechnung wartete und Untersuchungsergebnisse abholen sollte, fuhr ich in die Praxis. „Der Herr Doktor ist in Urlaub, eigentlich müssten Sie zum Vertretungsarzt, aber ich will mal nicht so sein. Außerdem sind Sie ab 1. April nicht mehr unser Patient, der Herr Doktor nimmt ab da nur noch Privatpatiententermine wahr!“ WHAT??? Ich habe mir sofort einmal alles an Pillen aufschreiben lassen, was mir einfiel. Was ich denn nun tun solle? Wisse man auch nicht. Nach mindestens 25 Jahren kann ich jetzt von vorne starten. Ich sollte wegen meiner multiplen Erkrankungen in eine Kur, das war alles in Vorbereitung. Ich bin wie vor den Kopf gestoßen. Streicht das „wie“. So einen Mist kann ich gerade nicht wirklich gebrauchen.

Die KVB haben mal wieder gestreikt (man merkt den Unterschied zum Regelbetrieb aber kaum), da war ich froh, dass ich Benjiro hatte. Es kümmert mich nicht mehr. Ich würde gerne ein Fahnenträger der Verkehrswende sein, aber da ist ja keine in Sicht. Und unsere Regierungen auf allen Bundes-, Landes- und Kommunal-Ebenen sind so zugelobbyt, dass ich die in 300 Jahren nicht sehe. Aber auch mit Auto sieht man, was für ein Wrack unser Land geworden ist. Schlaglöcher ohne Ende, unbesetzte Baustellen, defekte Verkehrssteuerungen… Erwähnte ich, dass Benjiros rechter Außenspiegelblinker seine Abdeckung verloren hatte? Ich habe das Ersatzteil im Internet bestellt, eine YouTube-Video zur Montage angeguckt und tatsächlich alleine geschafft, es einzubauen. Das Ersatzteil, nicht das Video. Mannmannmann! (Ja, ich schaue gerade mal wieder „Mord mit Aussicht“). Dann bemerkte ich, dass der Blinker an sich aber auch defekt war. Grmpft. Aber ist ja wohl keinesfalls TÜV-relevant, so ein Außenspiegelblinker, oder?

Mit Ruth war ich schon vor zwei oder drei Wochen fürs Museum verabredet. Da kam auch ein KVB-Streik dazwischen und ich hatte Benjiro noch nicht. Wir holten den Termin dann letzten Donnerstag nach. Sebastiao Salgados AMAZONIA im Rautenstrauch-Joest-Museum. Als Kölner kommt man ja am ersten Donnerstag im Monat immer für umme in die Kölner Museen. Dementsprechend voll war es. Ruth als Auswärtige, die einen ganz schönen Happen Geld für den Eintritt blechen musste, durfte dann auch kommentieren, dass der eher träge Kölner immer ganz schön flink ist, wenn es etwas umsonst gibt.

Die Ausstellung war sehr schön aufgemacht. Salgado ist ein unglaublich guter Fotograf! Wir beide waren uns aber einig, dass Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Regenwaldes nur bedingt etwas für uns transportieren, während die Portraits und Gruppenfotos in s/w eine unfassbare Begreifbarkeit ausstrahlten. Dazu Videodokumentationen, Reliefs für Sehbehinderte, Musik und eine Dokumentationsecke über die Regenwaldstiftung der Salgados. Wirklich, wirklich sehenswert. Leider nur noch bis 15. März, Ihr müsstet Euch sputen.

Ich habe bestimmt schon einmal über „Toogoodtogo“ berichtet, die App, in der vor allem Lebensmittelhändler ablaufende oder nicht mehr verkaufbare Ware zu einem i.d.R. Drittel des Preises anbieten. Ich hole mir öfter solche Tüten. Und da am Tag des Museumbesuches eine Konditortüte fällig war, aßen wir dort auch zusammen zu Abend. Strammer Max für 18 Euro. Ich meine, wie reden von einem belegten Brot mit Kartoffelsalat. Aber sehr lecker! Habe übrigens vorhin bei einem anderen Konditor wieder eine Tüte Kuchen abgeholt. Habe jetzt drei Stücke Schokotorte; da Mittwoch aber Luis wieder kommt, teile ich das natürlich mit ihm. So jedenfalls die Planung, *räusper*.

Freitag war ich dann bei meiner Gattin, der lieben Elke. Es gab einen leckeren Nudelauflauf und natürlich wieder Selfies mit Nora. Da wir immer ein Gläschen Sekt trinken und ich eine Null-Alkohol-am-Steuer-Politik bevorzuge, fuhr ich mit der DB. Den Rückweg musste ich mir mit Umwegen zusammenbasteln, es war wieder chaotisch ohne Ende. Erinnert Ihr Euch noch an die Odyssee mit Longerich letztes Jahr? Wäre heute wieder so weit gewesen. Hat dann aber mit Umwegen ganz gut geklappt. Elke sehe ich schon am Donnerstag wieder, aber ich verrate nicht, wie alt sie wird.

Auf der Arbeit kann ich mich über Langeweile nicht beklagen. Naja, wird ja jeder behaupten, der seinen Job behalten möchte. Aber ich muss mal über das Phänomen Sitzung berichten: das ist ein Konstrukt, das mir zusehends auf die Nerven geht. Alles ist eigentlich nach 10 Minuten gesagt worden, aber noch nicht von jedem und in aller Ausführlichkeit, was die Sitzung immer zu einem stundenlangen Ereignis aufplustert. Ich plane daher eine Eingabe, Sitzungen zu verbieten. Mal sehen, mit den Rasern war ich ja nicht ganz erfolglos. Am Montag habe ich auch auf dem Dach eine Handwerkertruppe begleitet. Da war das Wetter so schön, da musste ich mich mal mit dem Dom…

Ihr Lieben, lange habe ich überlegt, ob ich diese schreckliche Nachricht in einen „Schnipsel“ packe, denn es ist ganz und gar nicht nur ein Schnipsel. Aber da Ike in meinem Blog ab und zu vorkam, sollte ich auch hier berichten, dass sie im Alter von 61 Jahren zu unserer aller Bestürzung den Kampf gegen den Krebs verloren hat und letzten Mittwoch verstarb. Wir kannten uns etwa 30 Jahre, waren in unzähligen Urlauben zusammen (Portugal, Türkei, Südafrika, Schottland usw.) und haben so einigen Blödsinn, aber auch ernste Sachen erlebt. Sie war eine lebenslustige, witzige, warmherzige Freundin, und am Ende eine tapfere Person, die eine schmerzliche Lücke hinterlässt. Ich weiß, sie ist jetzt an einem besseren Ort.

Alles Gute Euch, Euer

Benjiro bedeutet „Genieße den Frieden“

Ihr Lieben,

man soll ja nicht alles glauben, was im Internet steht. Aber der Reihe nach: Mein Vater und meine Mutter haben endgültig zugunsten ihrer Brut auf ihre Autos verzichtet und so kam es zu einem Ringtausch, da der Wagen meines Vaters schon auf Leihbasis bei meinem jüngeren Bruder war. Der bekam jetzt den Toyota meiner Mutter, der wegen Reparatur an dessen Wagen als Leihfahrzeug bei meinem älteren Bruder stand, ich den Toyota meines Vaters. Mein älterer Bruder erhielt schon früher einen Zuschuss zu seinem Gefährt. Blickt Ihr noch durch? Ja? Schön!

Der knallrote Yaris, der mir gestern von älterem Bruder und einem Neffen vorbeigebracht wurde, ist ein wirklich schöner Wagen. Ich suchte sofort nach einem passenden Namen und wollte diesmal einen japanischen Vornamen mit der Bedeutung „rot“ im Namen. Die KI schlug mir „Benji“ vor, das bedeute „tiefrot“ und wäre ein beliebter Jungenname. Ich forderte dieselbe KI auf, mir Belege dafür zu liefern, worauf diese einknickte. Sie fände keine. Ich blätterte daraufhin in den einschlägigen Vornamensseiten und stieß, da ich Benji schon schön fand, auf den Namen Benjiro. Der eben „Genieße den Frieden“ bedeuten soll. Ob’s stimmt? Ich weiß es nicht. Aber mir wird der Wagen viel Frieden bringen, da ich inzwischen von Nahverkehr und deutscher Bahn mehr als genervt bin. Ich erwähne es hier ja auch von Zeit zu Zeit.

Ich war Mitte der Woche wieder zwei Tage dienstlich in Braunschweig und wie zwei Wochen zuvor war es bahntechnisch wieder eine Katastrophe! Meine Kollegen und ich mussten Zughopping machen, um irgendwie halbwegs voranzukommen. Als wir uns endlich auf der letzten Teilstrecke wähnten, beschied uns der Zugführer, der Halt in Braunschweig entfiele und wir führen jetzt nach Wolfsburg. Das ist schon eine neue Qualität, die Passagiere zu quälen. Hier in Köln dieses Jahr schon drei Tage Streik der KVB, ebenfalls ein Ärgernis, wenn man dann – ohne Auto – Verabredungen absagen muss. Ich hoffe, mit Benjiro kann ich nun entspannter planen. Papi, ganz lieben Dank an Dich! Du bist der Beste!!

Wolfsburg auch beim Rückweg…

Ich habe natürlich gerade viel mit meinem Umzug zu tun. Die Vormieterin ließ mich noch einmal zum „Nochmalnachsehen“ und Ausmessen der Wohnung herein, so konnte ich entscheiden, welche Küchengeräte ich nutzen werde; meine recht neu erworbenen aus Poll oder die abgekauften aus Holweide. Spoiler: Es wird gemischt und die anderen Geräte bekommen meine Neffen. Mit Schrecken musste ich aber feststellen, dass ich meine Wohnlandschaft (schönes Wort) nicht mitnehmen kann, da sich der Ottomanen-Schenkel an der falschen Seite befindet und nicht getauscht werden kann. Naja, hat ja auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel, daher jetzt keine Tragödie.

Einen Maler habe ich inzwischen beauftragt, noch einmal komplett durchzupinseln, ein erstes Umzugsunternehmen kommt Montag zur Bestandsaufnahme und Abgabe eines Angebotes. Ich werde so einiges vorher noch ausmisten bzw. versuchen, zu verkaufen.

Klar habe ich auch wieder etwas in den Food-Blog eingestellt, aber ich komme gerade nicht viel zum Kochen. Ich merke auch die ganzen Pizzen und Fertiggerichte, man isst insgesamt doch ungesünder und wird schlapper. Da ist das Huhn in Gorgonzola-Sahnesauce jetzt zwar auch keine Vitaminbombe, aber wenigstens war es richtig lecker (dafür war der Salade Russe ein paar Tage zuvor mit viel Gemüse).

Vor ein paar Wochen war ich beim Betriebsarzt, meine Augen haben sich verschlechtert. Auf den Befund musste ich fast vier Wochen warten, dann kam die Karnevalsflucht dazwischen. Daher war ich erst die letzte Woche beim Optiker. Die Bildschirmarbeitsplatzbrille schlug mit nur ein paar Euro zu Buche, aber die Gleitsichtbrille macht mich arm. Seufz. Ich konnte aber auch vor Ort für 35 Euro eine Augeninnendruckmessung und eine Netzhautfotografie machen lassen. Das nahm ich mal wahr, denn beim Augenarzt wartet man ja monatelang auf einen Termin (zumal meine letzte Ärztin während der Untersuchung die ganze Zeit privat am Handy quasselte, das war nicht vertrauenerweckend). Jetzt bin ich stolzer Besitzer zweier wunderhübscher Fotografien meines Augenhintergrundes.

So, noch einmal zurück: Benjiro war inzwischen im Luxus-Spa. Komplette Handpflege innen und Wachsen außen mit allem Pipapo. Ich fand beim vorherigen Ausräumen insgesamt 4 Erste-Hilfe-Kästen mit verschiedenen Verfallsdaten, 3 Schirme, ein halbes Dutzend Eiskratzer und zwei Lackreparatursets, drei Rosinen und diverse Schutzelemente (Fatimas Hand, das blaue Auge, ein Kreuz). Nach der Kosmetik fuhren wir noch zum Handelshof und kauften eine Handyhalterung. Eine Abdeckung für den Außenspiegelblinker braucht Benjiro auch noch, die hat er irgendwie verloren, aber wenn ich die Schlüsselnummer zur Identifizierung des Yaris angebe, bekomme ich 20 Modelle angezeigt. PUH! Und außerdem: heißt „links“ von vorne oder vom Fahrersitz aus gesehen? Ich habe mir das so genau wie möglich angeguckt und hoffe, dass das richtige Ersatzteil kommt.

So, das war mal wieder ein kurzer Einblick in mein Treiben. Bis zum nächsten Schnipsel, macht es gut, Euer

Die hat es gut, die muss nicht ständig umziehen. Aber das Gewicht ist natürlich… puh!

Heute hier, morgen dort…

…und nein, Ihr Lieben,

ich bin dann nicht – wie Hannes Wader – kaum da und muss schon wieder fort: Denn ich habe eine seeeehr schöne, neue Bleibe. Gottseidank! Aber der Reihe nach, wie immer:

Oliver zieht jetzt zu meinen Eltern, er ist wirklich eine Seele von einem Mensch! Zu wissen, dass sie eine so tolle Unterstützung haben, ist sehr beruhigend. Er fragte mich, ob ich denn an seiner Wohnung Interesse hätte, die er nun aufgäbe. Aber er hat immer so über den Vermieter geschimpft und über die benachbarte Kneipe… Och… nöööö. Ein Pflegedienst ist auf Anraten von Elke auch hinzugezogen und schon aktiv.

Am Dienstag gab es ein veganes Menü in Sürth. Jasmina hat wieder super gekocht! Monika feierte (übrigens zeitgleich mit Oliver, sie sind am selben Tag geboren) ihren §?“!* (immer dieses atmosphärische Rauschen!!) Geburtstag am Abend in kleinem Rahmen. Das war eine sehr schöne Zusammenkunft mit vielen Storys und entsprechend viel Gelächter und das Essen war ausgezeichnet. Pilz Wellington! Da muss man erst mal drauf kommen! Und die Blumenkohl-Apfel-Suppe. Vor lauter Gier habe ich dann vergessen, die Rote Grütze mit Skyr-Erbsprotein-Schaum zu fotografieren. Fragt mich mal bei Gelegenheit zur Roten Grütze von Oma Hamburg. Da gibt es eine Geschichte zu.

Ansonsten war meine knapp bemessene Freizeit natürlich einer Wohnungsbesichtigung nach der anderen gewidmet. Ich erwähnte es bereits, es ist nicht alles Gold, was glänzt. Wieder hätte ich zwei Wohnungen aus dem Stand haben können (alte Männer sind wenigstens auf dem Wohnungsmarkt begehrt!), aber es passte nicht. Donnerstag wurde es surreal, als ich eine Wohnung in Kalk (unweit meiner früheren Wohnung in der Remscheider Straße) besichtigen wollte; die Frau von der Vermietungsgesellschaft und ich waren vor Ort, aber der aktuelle Mieter nicht. Sie war – verständlicherweise – auf 180. „Ich gucke mir jeden Knubbel auf der Raufasertapete an! Der kann was erleben!!!“. Ich fürchte, die Wohnungsübergabe wird ein Debakel für ihn. Wusstet Ihr übrigens, dass die Rauhfaser (so die Schreibweise vor der Rechtschreibreform) um 1900 herum von einem Apotheker namens Erfurt erfunden wurde? Aber wo war ich? Ach ja, die Dame zeigte mir dann eine ganz andere Wohnung, die mich aber nicht ansprach. Blick auf eine nackte Beton-Mauer.

Jetzt aber, Tusch bitte!, TaDaaaa!, das Ereignis der Woche: Am Mittwoch schaute ich mir eine Wohnung an, für die ich mich schon knapp eine Woche vorher beworben hatte. Herr B. rief mich übrigens zur Terminvereinbarung an, als ich von der Besichtigung einer Wohnung in Dormagen zurückfuhr, die auf den Bildern super aussah, aber in live leider völlig verwohnt war. Die Bilder waren schlicht mehrere Jahre alt*. In Dormagen hatte ich ja einige Zeit im Krankenhaus Hackenbroich gearbeitet. Bezeichnenderweise ist das in der Dr.-Geldmacher-Straße. Ich wohnte aber in den Schwesternwohnheimen in der Elsa-Brändström-Straße, die nach der aufopferungswürdigen schwedischen Philanthropin benannt wurde. ICH SCHWEIFE JA SCHON WIEDER UNGLAUBLICH AB! Menno! Also, ich saß im Zug und war am Telefon verwirrt. Welche Wohnung in Holweide??? Aber ja, ich komme Mittwoch! Zuhause musste ich dann erst einmal ermitteln, um welches Objekt es ging. Oh! Diese! Ja! Die sieht super aus! Die will ich!!!

Und die Wohnung war sogar besser als auf den Bildern und wegen denen hatte ich mich ja schon verguckt. Und die Vermieter sehr sympathisch! Und die Vormieter entzückend! Das Haus gepflegt, die Anbindung zum Büro sehr gut (35 Minuten), die Umgebung mit allem, was man so benötigt. Ich war schockverliebt! Und rechnete mir kaum Chancen aus, da die Konkurrenz groß war. „Wir melden uns“.
Samstagmittag klingelte das Telefon. „B. hier“. Ich bekam fast einen Infarkt! Ruft der wegen einer Absage an? Wie mutig und gleichzeitig bewundernswert! „Na, noch Interesse?“ und „Gab zwar Hübschere, aber Sie brauchen ja zeitnah was.“. Muss man mehr über so einen Vermieter sagen? Genau mein Humor. Mittwoch unterzeichnen wir unter großem Presseaufgebot und mit dem Segen des örtlichen Kirchenvertreters und des Bezirksvertretungsvorsitzenden den Vertrag und die Vereinbarung zu Ablöse mit dem Vormieter, der für die Küche absolut faire Preise aufgerufen hat. Übrigens: die Vormieter haben Nachwuchs bekommen und beziehen deshalb ein Haus. Sie haben da wohl sehr gerne gewohnt.

Bedanken muss ich mich mal bei den vielen Menschen, die sich so eingesetzt haben. Ein paar meiner jetzigen Nachbarn haben mich mit Vorschlägen bombardiert (hmmm, wollten die mich loswerden?), Andrea M. hat fast mehr Inserate studiert als ich selbst, Kollegen haben mir Tipps gegeben. Es ist schön, solche Menschen zu kennen. Und jetzt freue ich mir ein Loch in den Bauch! Leider gibt es keine Bilder; das Exposé ist deaktiviert und ich habe versäumt, Screenshots zu machen und konnte natürlich auch keine Bilder während der Besichtigung aufnehmen, da die Wohnung ja noch bewohnt ist.

Und sonst? Habe ich auch wieder was gekocht? Ja, klar, ein Zucchini-Hack-Auflauf hat den Weg ins Rezeptmenü gefunden. Kohlehydratfrei und trotzdem sättigend und lecker. Und letztes Wochenende waren Elke und Nora bei mir. Da gab es Chili con Carne-Nudeln. Bisserl ähnlich alles, aber Winterzeit ist Auflaufzeit. Nora scheint im Freien etwas zickig zu sein, aber hier hat sie sich wieder vorzeigbar und vorzüglich benommen.

Auf der Arbeit nehmen die Pläne für die Umbauarbeiten am Standort Braunschweig Gestalt an. Da muss ich jetzt wohl öfter hin, auch wenn die Geschäftsführung da eher meinen Chef in der Pflicht sieht. Es wird aber auf jeden Fall halb so wild, wie hier in Köln.

Was für eine Achterbahnwoche! Mit einem fulminant schönen Ende!!! Ich freue mich so sehr auf die neue Bleibe, das könnt Ihr gar nicht ermessen. Und ich kann jetzt entspannt in den Kurzurlaub fahren!

Ihr Lieben! Wir lesen und spätestens zum Prolog meiner Fahrt nach Ljubljana wieder. Bis dahin allen eine gute Zeit! Euer

Der Autor ist in Feierlaune! Aber wieso hat er einen Truthahnhals? Und rasiert hat er sich auch nicht!

*) In Brühl haben Vermieter den „sagenhaften Weitblick auf der Dachterrasse“ mit KI verändert. Statt in grüne Auen zu schauen… blickte man auf das Oberdeck des Parkhauses eine geschäftigen Einkaufszentrums. SACHMA!

Kunst, Kochen und Karnevalsflucht

Ihr Lieben,

zwei Wochen bin ich schon wieder im Land; das reicht, um alle Erholung abbröckeln zu lassen. Es geht ja schon los mit diesem Wetter. Während andere über Schnee jubeln, bekomme ich das kalte Grausen. Ich hasse Winter. Kalt, nass, grau, dreckig.

Nachdem ich jetzt wieder ausreichend davon habe, investiere ich die meiste Zeit natürlich in die Wohnungssuche. Man liest ja viel vom heißumkämpften Wohnungsmarkt, aber ich habe in meinem Größenwahn gedacht, ich sei nicht betroffen. Ich bin ja schließlich gesittet, habe einen Job, bei dem Vermieteraugen glänzen, eine astreine Schufa-Auskunft… ich bin quasi ein Schwiegermuttertraum der Haus- und Wohnungsbesitzer. Ach, Unsinn, weit gefehlt. Auch ich stehe dann in einem Pulk von 200 Menschen, die alle eine kleine Wohnung besichtigen wollen. Da habe ich keinen Nerv zu, tottrampeln lassen kann ich mich auch auf dem Oktoberfest oder beim Kölner Karnevalsauftakt; und da geht es wahrscheinlich lustiger zu.

Dazu kommt die ausschweifende Phantasie in manchen Inseraten. Ein herrlicher Ausblick? Ja, auf eine Müllkippe! Die zum Träumen einladende Dachterrasse? Ja, wenn man denn einen Austritt in der Größe eines Gästehandtuchs „Terrasse“ nennen mag. Und nein, liebe Vermieter: Nadelfilz ist keine „behagliche Auslegeware“!

Naja, zwei, drei ganz passable Wohnungen hatte ich auch dabei, eine allerdings direkt an der zweitmeistbefahrenen Straße Kölns (da hilft auch kein Schallschutzfenster), zwei andere mit winzigen Küchen, was für einen Hobbykoch schon ein No Go ist. Aber die Suche geht weiter, ich habe ja noch Zeit. In meinem Kündigungsschreiben wurde übrigens auch eine Umzugsbeihilfe in Aussicht gestellt, auf Rückfrage hieß es dann, jahaaa, wenn ich auf der Intensiv läge und nicht umzugsfähig wäre. Auch will man sich mit Mietzinsreduzierung in der Überbrückungsphase (z.B. Renovierung der anderen Wohnung) nicht anfreunden. Ehrlich? Der Rauswurf krempelt mein ganzes Leben um und dann null Entgegenkommen?! Ich bin versucht, aus lauter Frackigkeit doch mal meine Rechtschutzversicherung zu bemühen, immerhin hat der Sohn ja eine Bleibe und daher keine Not. Aber ich bin ja „leider“ nicht so gestrickt.

Die Arbeit hat mich natürlich auch wieder. Was soll ich sagen: Ich brauche sie nicht, um glücklich zu sein. Ich brauche nur das Gehalt. 🙂 Aber ich will fair sein, im Moment ist es ziemlich ruhig. Nur der Arbeitsweg ist die Pest! Die beiden linksradikalen Gören Schneeflöckchen und Weißröckchen besetzen die Schienen der Straßenbahn und schon geht nichts mehr. Ich bin zu einer Wohnungsbesichtigung, ich hatte Kulanz von 20 Minuten eingeplant, 20 Minuten zu spät gekommen. Die KVB sind die 11. biblische Plage!

Ich habe natürlich auch wieder ein paar Sachen gekocht, aber nichts so dramatisch schwieriges oder besonderes, dass es einen eigenen Eintrag in der Kochecke würdig gewesen wäre. Ich habe das Boeuf Bourgignon noch mal gemacht, ich habe Lachs auf Chicorée-Gemüse gebrutzelt und Huhn mit Knoblauch und Kartoffeln gebraten.

Was ich aber mal anders gemacht habe: Meine Orangenmarmelade. Diesmal wollte ich eine bittere und habe ein Rezept von Ines Bitsch auf Youtube befolgt. Ich sage Euch, das ist eine zwar zeitlich aufwändige, aber auch tolle Methode: 2 mal 2 Stunden kochen die Orangen und das Ergebnis schmeckt toll! Hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=GWu7dxijonM

Verabredet war ich auch mehrmals, aber die meisten Treffen sind geplatzt. Schneeflöckchen und Weißröckchen lösen ja inzwischen immer sofort Katastrophenalarm aus, der sich dann nicht bewahrheitet. So blieben einige Besucher dann zuhause, obwohl es eigentlich unnötig war. Ich vermute, dass diese Panik ausgelöst wird, weil sich die entsprechenden Stellen denken, lieber zu laut geschrien, als zu leise gewarnt. Ist ja auch verständlich, wird aber über kurz oder lang so ausgehen, wie mit dem Kind und dem Wolf, der aus dem Wald kommt…

Heute dann habe ich mal wieder für Kultur gesorgt. Ich chatte seit einem Monat mit einem netten Mann in Düsseldorf und heute haben wir uns dann auch mal getroffen. In der Kunstsammlung Düsseldorf zur Ausstellung „Queere Moderne“. Das war schön und sehr interessant kuratiert. Auch haben wir dann noch die ständige Sammlung angeschaut. Da sind dann Dinge dabei, die ich nicht verstehe, aber auch wertvolle und bekannte Stücke von Kirchner, Grosz, Chagall, Picasso, Baselitz und und und. Ein Raub würde sich hier definitiv lohnen! Ich habe mir einen kleinen Léger mitgenommen, ich hoffe, das fällt nicht auf. Nein, Quatsch!!! Ja, und das Treffen war auch nett, wir haben dann noch ein Weinlokal besucht und sehen uns wohl auch wieder.

Ja, zu guter Letzt habe ich noch eine Reise gebucht, über Karneval. Ich habe so gar keine Lust, schon wieder mit dem in Köln gelassenen Dom oder dem gehenden Trömmelsche dauerberieselt zu werden. Das macht mich fast aggressiv. Daher fahre ich auf abenteuerlichen Wegen nach Slowenien und dann in die Slowakei. Meine Länder 73 und 74 nach konservativer Zählweise. Da werdet Ihr dann spätestens in dreieinhalb Wochen drüber lesen können. Vorher kommt aber bestimmt noch der ein oder andere Schnipsel ins Haus geflattert.

Liebe Grüße, Euer

P.S.: Meine kapverdischen Schmetterlingsbilder sind gerahmt und ich finde, sie sehen gut aus:

Adventsaktivitäten

Ihr Lieben,

es war wieder einmal eine ziemlich vollgestopfte Woche, es wird dringend Zeit, dass ich Urlaub habe (denn der ist ja bekanntlichermaßen bei mir nie vollgestopft).

Montags ging es schon gut los mit einem drei Tage dauernden Kombi-Audit in der Firma. Bis auf eine kleine Rüge haben wir das aber einigermaßen unbeschadet überstanden. Dennoch ist sowas mental ja auch kraftraubend.

Am Donnerstag gab es die Abschiedsparty eines langjährigen Mitarbeiters. Da habe ich spaßeshalber mal wieder eine Rede von ChatGPT schreiben lassen, aber die war so grottig, dass ich den Kollegen bat, mir nur ein paar Stichpunkte aufzuschreiben, die ihm wichtig waren, und habe doch frei vorgetragen. Das war eine sehr ruhige, aber schöne Party.

Freitag zog es mich dann direkt nach der Arbeit zu Stefan und Lars nach Hattingen, die beiden kenne ich – treue Leser wissen das – von einer Asienreise. Sie veranstalteten einen Currywurst-/Sekt-Empfang zu Advent. Da ich noch nie in Hattingen war, fuhr ich früh los, um mir den Ort ansehen und den Weihnachtsmarkt besuchen zu können. Herrjeh! War das überlaufen. Aber der Ort scheint wirklich nett zu sein. Am Glockenturm wartete ich vergeblich auf das für 18:05 Uhr angekündigte Glockenspiel, allein, der Glöckner schien mit seiner Esmeralda auf Karibikreise zu sein. Immerhin hatte ich dadurch Gelegenheit, am französischen Weihnachtsmarkt 8 Galettes für 8 Euro 10 zu erstehen. Waren aber auch lecker, muss man zugeben. Frau oder Herr Bürgermeister/in: Bitte erstatten Sie mir die Keksausgaben, die ich ja nur wegen des ausgebliebenen Musikgenusses erstand.

Auf der Partyeinladung war – das hatte ich wieder vergessen – der Dresscode feierlich bzw. weihnachtlich vorgegeben. Ich ergatterte in einem Hattinger Fachgeschäft für elegante Herren-Garderobe (Inh. Erwin Lindemann) eine rosafarbene Weihnachtsmütze und war dann wenigstens nicht der dresscodeloseste Besucher. Das Fest war eine (be)rauschende Ballnacht. Ich taumelte gegen zwei Uhr zu meinem Hotel, erstes Haus am Platze für 54 Euro, ohne Frühstück, ohne alles, und wachte mit leicht erweiterter Hutgröße wieder auf. Zwar wollte ich noch einmal bei Tageslicht durch Hattingen laufen, aber da ich mein Gepäck dabei hatte, der Kater schnurrte und es auch noch nieselte, begab ich mich nach Hause. Ihr Hasen, war schön, gerne wieder!

Am Wochenende habe ich dann sehr viel telefoniert. Meinen Eltern geht es nicht so gut, mein Vater war beim Telefonat sehr niedergeschlagen, das beschäftigt mich natürlich sehr. Er schimpft sehr aufs Altsein mit den einhergehenden Schmerzen und Beeinträchtigungen. Dann denke ich immer, wie viele Wehwehchen ich schon habe und welche Mühen sich jetzt schon abzeichnen.
Mit Matthias habe ich auch gequasselt, das war mal wieder schön, voneinander zu hören.

Sonntag traf ich mich dann mit ein paar Nachbarn beim Griechen mit „dem schönsten Rheinblick“. Leider ruht man sich im Oasis da ein bisschen drauf aus, denn obwohl es recht leer war, war man zwar freundlich, aber total unaufmerksam. Das Essen ist gut, die Weine sind so lala, dafür aber extrem teuer. Für Menschen, die vor allem den Blick haben wollen, ist es aber völlig okay. Wir haben uns dennoch amüsiert. Alle gucken jetzt auch mal verstärkt nach einer Bleibe in Deutz oder Poll, damit wir nicht ganz so weit auseinanderdriften.

Kommende Woche wird es noch einmal etwas dichter, insbesondere beruflich. Sitzungen, Weihnachtsfeier, Übergabe. Freitag werden Elke und Nora mich besuchen, ab da gilt nur noch: Urlaubsrestvorbereitungen. Ich weiß, dass ich diesmal wesentlich länger brauchen werde, störenden mentalen Ballast abzuwerfen, um mich ganz auf Land und Leute einlassen zu können, auf der anderen Seite freue ich mir aber schon ein Loch innen Bauch!

Ich denke und hoffe mal, wir sehen uns dann kommenden Montagabend in Lissabon. Am Sonntag wird es zudem wieder einen Prolog zur Reise geben. Ich freue mich schon sehr auf Eure Begleitung.

Liebe Grüße, habt eine tolle dritte Adventswoche, Euer

P.S.: Die Geschlechtsteile der drei Ritter (?) vor der Stadtmauer in Hattingen sind mit dem geeigneten Werkzeug wohl abzumontieren und ein beliebtes Souvenir. Es soll ein Depot mit Ersatz… äh… also…