Tag 1: Buenos días Matthias, mir sin widder do…

Liebe Leser,

wann mir wohl die Schlager- und Karnevalstitel ausgehen…

Mittags zu fliegen ist auf Kurzstrecke einfach ein Traum. Morgens keine Hektik und spätnachmittags schon Urlaubsfeeling. Die Anreise hat reibungslos geklappt, am Check-in sofort dran, Sicherheitskontrolle 2 Minuten Wartezeit. Perfekt.

Der Flieger war rappelsvoll, aber das war ja nicht anders zu erwarten, stehen doch die Osterferien vor der Tür. Erstaunlich viele schulpflichtige Kinder saßen in der Maschine; ob die wohl alle eine Letzter-Schultag-Erkältung hatten?
Wir landeten pünktlich in Palma, aber auf das Gepäck musste ich etwas warten, denn nach einem großen Schwung von Koffern und Taschen stoppte das Band und es kam nichts mehr. Gott sei Dank warteten noch einige andere aus der Maschine auf ihr Gepäck, so dass ich nicht vermuten musste, dass mein Gepäck verloren gegangen war. Nach einer Dreiviertelstunde war ich dann auch inklusive Gepäck aus dem Flughafengebäude raus. Ist gerade sehr oft das Wort Gepäck….?

Ich beschloss, nicht mit dem Taxi zum Hotel zu fahren, sondern ein bisschen Sightseeing zu machen. Ich nahm den Flughafenbus zur Plaça d’Espanya, das geht sehr sehr schnell. Von dort aus fuhr ich mit der Linie 4, die fährt quasi vors Hotel. Man muss nur noch ungefähr 500 Meter laufen. Ich war ca. anderthalb Stunden unterwegs, sah aber auch was von Palma. Es ist wie Las Palmas oder Santa Cruz de Palma oder Las Palmitas. Oder Köln. Meistens ist es hässlich, es gibt aber auch Oho-Ecken.

Was mögen sich die spanischen „Eroberer“ gedacht haben? Oh, nett hier, wir sollten hier eine Siedlung bauen. Wie nennen wir sie? Hm, hier stehen Palmen, wie wäre es mit… Wenn Eroberer mal nach Köln kommen, dann wird die Stadt wohl in Fassadenfliesen umbenannt.

Der Check-In wurde durch einen kleinen Willkommenscava begleitet und ich wurde persönlich zum Zimmer gebracht. Das war bestimmt auch gut so, denn das Hotelgelände ist labyrinthisch. Durch den Bau in den Hang haben die verschiedenen Gebäude verschiedene Stockwerkzahlen, sind aber über geheime Gänge irgendwie alle miteinander verbunden. Das Hotel ist in die Jahre gekommen, aber ich finde, es hat einen gewissen Charme. Es gibt viele schöne Ecken zu entdecken, Terrassen, schön möblierte Gemeinschaftsräume, Bars, Pools. Das Zimmer ist ausreichend groß und hat einen kleinen Balkon mit direktem Blick aufs Meer. Ob ich die direkt vor meiner Terrasse liegende Poolbar ertragen muss, wird sich noch zeigen, im Moment ist hier nicht viel los. Sorgen machten mir nur die schon am Nachmittag beim Tischtennis völlig außer Rand und Band geratenen Dänen.

Ich lief einmal durch Illetes. Schrieb ich gestern was von „mondän“? Ich muss mich verlesen haben. Der Ort wird quasi von zwei langen Einbahnstraßen umschlossen, eine oberhalb des Hangs und eine unterhalb des Hangs. Sehr, sehr ruhig hier, die wenigen Restaurants haben bis auf eins noch geschlossen, kaum Menschen auf den Straßen, drei eher trist wirkende (und teure!) Mini-Märkte… Aber trotz der vielen Hotels sehr untouristisch und irgendwie urig.

Zurück im Hotel dann der Schock! Es gibt keine hausgemachte Sangria, sondern nur welche aus Flaschen. Aber der Rosé schmeckt auch. Das kulinarische Angebot hier im Ort ist ja, wie beschrieben, schon etwas übersichtlich, daher nahm ich das Angebot des Hotels wahr, auch ohne Halbpension das Abendbuffet zu essen, 25 Euro kostete das, das Thema sollte spanische Nacht sein. Das Essen kam aber leider nicht an das heran, was wir in Cala Millor vor einem Monat hatten. Aber, wie bemerkte der Kellner? Barriga llena, corazón contento. Ihr könnt ja sagen, was Ihr wollt, aber Abendessen ist DAS Lästerereignis in Hotels. Mir gegenüber eine völlig distanzlose Britin, die allen schreckerstarrten Eltern ihre Kinder entriss und flötete, sie passe schon auf, sie liiiiebe Kinder!! Und dann tanzte sie mit denen durch den Saal, verschwand auch mal kurz komplett mit denen. Spooky. Zwei Tische weiter Vater, Mutter, Kind, die alle mit den Oberarmen auf dem Tisch liegend ihre Teller leerschaufelten. Kinn auf Tellerrandhöhe. Es war schwer, da nicht hinzusehen, ach was sag ich, entsetzt hinzustarren!

Meinen Absacker nahm ich dann auf der Barterrasse. Eine Cava-Sangria. Da wurden Erinnerungen an Ibiza wach. Andere Geschichte. In der Bar spielte ein sehr talentierter Gitarrist Kadenzen zu Popmelodien. Er wurde wahrscheinlich von der Hotelleitung dazu gezwungen. Ich wäre gerne hingegangen und hätte mir etwas klassisch spanisches gewünscht, aber die andere Kundschaft machte einen beseelten und zufriedenen Eindruck.

Alles in allem bin ich gut hier angekommen, mir gefällt es auf den ersten Blick und ich werde mich prima eine Woche hier arrangieren können. Ich schicke euch ein bisschen Sonne von hier rüber, wir haben hier Gott sei Dank mal ausreichend davon, und hoffe dass ich euch morgen wieder hier auf meinen Seiten sehe.

Also, ¡hasta Pronto! Euer Gerald

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