Ihr Lieben,
ein ganzer Truthahn wäre für mich vielleicht doch ein wenig mächtig. Zwar esse ich gerne zwei oder drei Tage das gleiche Gericht, aber 14 Tage? Ich weiß nicht. Daher gibt es heute die abgespeckte Version eines Thanksgiving-Essens. Maispoularde mit Apfelfüllung, Semmelknödelchen und Rotkohl. Die Beilagen habe ich als Convenience-Produkte gekauft, ich leide gerade unter akuter Herbstfaulheit.

Die Poularde wird gewaschen und geputzt. Drei gewaschene und klein gewürfelte Äpfel sowie zwei Karotten mische ich mit Salz, Pfeffer, ganz wenig Zucker & Zimt und in Weißwein eingelegten, kleingehackten getrockneten Aprikosen. Weiße Zwiebelwürfel, eine milde Chili und ein paar Kräuter der Provence kommen auch noch in die Mischung. Die Poularde mit der Menge füllen. Nun ein wenig neutrales Öl mit Salz und Pfeffer, Gemüsebrühe sowie Rosenpaprika anrühren, das Geflügel damit bestreichen und ab in einen Bräter auf einem Bett der restlichen Füllung. Wer kenn ihn nicht, den Song „I wanna lay you down in a bed of filling“? Ein ganz kleines bisschen Weißwein angießen und nun bei 180°C ohne Deckel etwa eine Stunde brutzeln. Nach einer halben Stunde die Poularde wenden, noch einmal mit dem Öl bestreichen.



Jetzt sich den Knödelchen und dem Rotkohl widmen. Selbstgekauft natürlich! Das Huhn nach Kerntemperaturprobe aus dem Bräter nehmen und das Gemüse mit ein bisschen Weißwein, Butter und Sahne zur Soße aufbereiten. Ggf. nachwürzen. Das Huhn zerteilen und mit den Beilagen sowie einem guten Klacks Preiselbeeren servieren.
Das war schon sehr lecker, aber die Karottenwürfel würde ich nächstes Mal kurz vordünsten, sie sind noch sehr knackig gewesen, was zur restlichen Textur der Füllung nicht hundertprozentig gepasst hat.
Guten Appetit!
P.S.: Wenn ich Gäste habe, mache ich Rotkohl und Klöße natürlich selbst. Kleine Anekdote: Da muss man auch Rückschläge hinnehmen. Als ich das erste Mal Rotkohl wie meine Oma Olfen oder meine Mutter machen wollte, beides ausgezeichnete Köchinnen, rief ich meine Mutter an und fragte, wie das ginge. Gaaaanz einfach, fing sie an… Bei dem Punkt „die Zwiebeln dann mit Gewürznelken spicken“ hätte ich aber besser mal nachgefragt, ich habe das ganze Tütchen verbraucht, entsprechend war der Kohl ungenießbar. Meine ersten Klöße hätten bei so einigen mit Kanonen geführten Schlachten den Wendepunkt bringen können, so hart und dennoch gummihaft waren die. Eine Kloßkugel und ding, pling, plong, ganze Stadtmauer eingerissen.
Ergänzung: Die Sauce war hammerlecker, mir dann aber doch zu dickflüssig. Beim Aufwärmen wird noch einmal mit ein bisschen Brühe durchpüriert. (oder Wein :-))