Benjiro bedeutet „Genieße den Frieden“

Ihr Lieben,

man soll ja nicht alles glauben, was im Internet steht. Aber der Reihe nach: Mein Vater und meine Mutter haben endgültig zugunsten ihrer Brut auf ihre Autos verzichtet und so kam es zu einem Ringtausch, da der Wagen meines Vaters schon auf Leihbasis bei meinem jüngeren Bruder war. Der bekam jetzt den Toyota meiner Mutter, der wegen Reparatur an dessen Wagen als Leihfahrzeug bei meinem älteren Bruder stand, ich den Toyota meines Vaters. Mein älterer Bruder erhielt schon früher einen Zuschuss zu seinem Gefährt. Blickt Ihr noch durch? Ja? Schön!

Der knallrote Yaris, der mir gestern von älterem Bruder und einem Neffen vorbeigebracht wurde, ist ein wirklich schöner Wagen. Ich suchte sofort nach einem passenden Namen und wollte diesmal einen japanischen Vornamen mit der Bedeutung „rot“ im Namen. Die KI schlug mir „Benji“ vor, das bedeute „tiefrot“ und wäre ein beliebter Jungenname. Ich forderte dieselbe KI auf, mir Belege dafür zu liefern, worauf diese einknickte. Sie fände keine. Ich blätterte daraufhin in den einschlägigen Vornamensseiten und stieß, da ich Benji schon schön fand, auf den Namen Benjiro. Der eben „Genieße den Frieden“ bedeuten soll. Ob’s stimmt? Ich weiß es nicht. Aber mir wird der Wagen viel Frieden bringen, da ich inzwischen von Nahverkehr und deutscher Bahn mehr als genervt bin. Ich erwähne es hier ja auch von Zeit zu Zeit.

Ich war Mitte der Woche wieder zwei Tage dienstlich in Braunschweig und wie zwei Wochen zuvor war es bahntechnisch wieder eine Katastrophe! Meine Kollegen und ich mussten Zughopping machen, um irgendwie halbwegs voranzukommen. Als wir uns endlich auf der letzten Teilstrecke wähnten, beschied uns der Zugführer, der Halt in Braunschweig entfiele und wir führen jetzt nach Wolfsburg. Das ist schon eine neue Qualität, die Passagiere zu quälen. Hier in Köln dieses Jahr schon drei Tage Streik der KVB, ebenfalls ein Ärgernis, wenn man dann – ohne Auto – Verabredungen absagen muss. Ich hoffe, mit Benjiro kann ich nun entspannter planen. Papi, ganz lieben Dank an Dich! Du bist der Beste!!

Wolfsburg auch beim Rückweg…

Ich habe natürlich gerade viel mit meinem Umzug zu tun. Die Vormieterin ließ mich noch einmal zum „Nochmalnachsehen“ und Ausmessen der Wohnung herein, so konnte ich entscheiden, welche Küchengeräte ich nutzen werde; meine recht neu erworbenen aus Poll oder die abgekauften aus Holweide. Spoiler: Es wird gemischt und die anderen Geräte bekommen meine Neffen. Mit Schrecken musste ich aber feststellen, dass ich meine Wohnlandschaft (schönes Wort) nicht mitnehmen kann, da sich der Ottomanen-Schenkel an der falschen Seite befindet und nicht getauscht werden kann. Naja, hat ja auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel, daher jetzt keine Tragödie.

Einen Maler habe ich inzwischen beauftragt, noch einmal komplett durchzupinseln, ein erstes Umzugsunternehmen kommt Montag zur Bestandsaufnahme und Abgabe eines Angebotes. Ich werde so einiges vorher noch ausmisten bzw. versuchen, zu verkaufen.

Klar habe ich auch wieder etwas in den Food-Blog eingestellt, aber ich komme gerade nicht viel zum Kochen. Ich merke auch die ganzen Pizzen und Fertiggerichte, man isst insgesamt doch ungesünder und wird schlapper. Da ist das Huhn in Gorgonzola-Sahnesauce jetzt zwar auch keine Vitaminbombe, aber wenigstens war es richtig lecker (dafür war der Salade Russe ein paar Tage zuvor mit viel Gemüse).

Vor ein paar Wochen war ich beim Betriebsarzt, meine Augen haben sich verschlechtert. Auf den Befund musste ich fast vier Wochen warten, dann kam die Karnevalsflucht dazwischen. Daher war ich erst die letzte Woche beim Optiker. Die Bildschirmarbeitsplatzbrille schlug mit nur ein paar Euro zu Buche, aber die Gleitsichtbrille macht mich arm. Seufz. Ich konnte aber auch vor Ort für 35 Euro eine Augeninnendruckmessung und eine Netzhautfotografie machen lassen. Das nahm ich mal wahr, denn beim Augenarzt wartet man ja monatelang auf einen Termin (zumal meine letzte Ärztin während der Untersuchung die ganze Zeit privat am Handy quasselte, das war nicht vertrauenerweckend). Jetzt bin ich stolzer Besitzer zweier wunderhübscher Fotografien meines Augenhintergrundes.

So, noch einmal zurück: Benjiro war inzwischen im Luxus-Spa. Komplette Handpflege innen und Wachsen außen mit allem Pipapo. Ich fand beim vorherigen Ausräumen insgesamt 4 Erste-Hilfe-Kästen mit verschiedenen Verfallsdaten, 3 Schirme, ein halbes Dutzend Eiskratzer und zwei Lackreparatursets, drei Rosinen und diverse Schutzelemente (Fatimas Hand, das blaue Auge, ein Kreuz). Nach der Kosmetik fuhren wir noch zum Handelshof und kauften eine Handyhalterung. Eine Abdeckung für den Außenspiegelblinker braucht Benjiro auch noch, die hat er irgendwie verloren, aber wenn ich die Schlüsselnummer zur Identifizierung des Yaris angebe, bekomme ich 20 Modelle angezeigt. PUH! Und außerdem: heißt „links“ von vorne oder vom Fahrersitz aus gesehen? Ich habe mir das so genau wie möglich angeguckt und hoffe, dass das richtige Ersatzteil kommt.

So, das war mal wieder ein kurzer Einblick in mein Treiben. Bis zum nächsten Schnipsel, macht es gut, Euer

Die hat es gut, die muss nicht ständig umziehen. Aber das Gewicht ist natürlich… puh!

Hühnerbrust mit Gorgonzola überbacken und Kräuterkartoffeln

Ihr Lieben!

Gestern gab es etwas sehr einfaches, aber auch raffiniertes: Ein One-Casserole-Dish mit Huhn und Kartoffeln in Gorgonzola-Sauce.

Ich schälte zwei Handvoll Drillinge und bepinselte diese mit etwas Sonnenblumenöl, in das ich einen gehäuften Esslöffel gefriergetrocknete Salatkräuter (die mit Knoblauch!) sowie Pfeffer und Salz gegeben hatte. Die drapierte ich in einer Auflaufform. Mit zwei Brustfilets wischte ich die Ölschüssel aus (so bekamen die auch etwas von der Marinade ab) und legte sie zwischen die Kartoffeln.

Auf das gesalzene und gepfefferte Huhn dann je eine dicke Scheibe Gorgonzola, ich nehme den pikanten, Weicheier nehmen dann den milden. Über alles etwa 100 ml Sahne gießen und ab in den kalten Ofen. 180°C Umluft, nach ca. 45 bis 50 Minuten sind die Kartoffeln durch und das Huhn noch schön saftig.

Snack-Check: Mango-Chili-Chips von LISAS

Ich habe ja seit dem Hambacher Fest keinen Snack-Check mehr veröffentlicht. Gestern aber gab es eine Offenbarung, wieder einmal bewerte ich Chips.

Mango&Chili-Kesselchips der Fa. LISAS, die im Allgäu ihre Wirk- und Werkstätten hat. Im Gegensatz zu den zuletzt bewerteten Chips sind diese Weltklasse!

Leichte Mangonote, leichte Chilischärfe (ohne unangenehm zu sein), krasse Knusprigkeit, kein Muff, nicht zu salzig… Ich kann überhaupt nichts Schlechtes über diese herrliche Kreation sagen, außer, dass die Packung schon an einem halben Abend leer ist.

Klare 5 von 5 Punkten, ich werde nach den anderen Sorten Ausschau halten (diese hatte ich bei REWE entdeckt).

Note: 1+ mit Sternchen!

Tag 7: Heimreise & Epilog

Ihr Lieben!

Fast rechnete ich damit, dass beim Checkout mein Gepäck durchsucht wird, um das verloren gegangene Fritzchen zu finden. Aber es gestaltete sich ganz unproblematisch. Beim Frühstück gab es heute Kaiserschmarrn, zumindest jedenfalls eine Art zerrupfter Pfannekuchen mit Rosinen. Davon ließ ich erstmal was von der Gabel in meinen Kaffee plumpsen. Ich nenne das so neu kreierte Gericht Gerryschmarrn. Ist lecker, probiert mal aus.

Irgendwie kann ich ja nicht aus meiner Haut raus, ich misstraue allen öffentlichen Verkehrsmitteln! Das führte dazu, dass ich überall zu früh war, denn auch die österreichischen Bahnen fahren, wie fast alles Verkehrsmittel auf meinen letzten Reisen, pünktlich und ohne Zwischenfälle. Ich bin einfach durch den katastrophalen deutschen Nah- und Fernverkehr verbrannt.

Am Flughafen gab es dann ein kleines Problem beim Einchecken, für Eurowings war nur self-check-in vorgesehen, aber die Automaten funktionierten nicht. Wir wurden gebeten, zu dem einzigen (!) Schalter für Gepäckaufgabe zu gehen, der eigentlich den Vielfliegern vorbehalten war. Dort tummelten sich natürlich schon 500 Menschen. Der Mann am WIZZ-Schalter zwei Plätze weiter schaute sich das eine Weile an und rief dann zu uns herüber, Eurowings-Passagiere könnten auch bei ihm einchecken. Niemand von den 500 Menschen vor mir ging hin. Also drängelte ich mich an allen vorbei und war nach 3 Minuten durch. Erste dann regte sich etwas in der vorher misstrauischen Schlange. An der Security gab es dann auch noch einen kleinen Zwischenfall, von dem ich aber nicht direkt betroffen war. Eine Gruppe von Passagieren musste alle Handgepäckstücke öffnen und ihn wurde Käse und Wurst, Scheren, Wasserflaschen, Alkoholika und dergleichen abgenommen, was zu hysterischen Ausbrüchen führte (Das erinnerte mich an eine Dienstreise, die sehr lange her ist, ich war in Paris mit einem Kollegen, der dort ganz viel Käse einkaufte und es gegen meinen Rat ins Handgepäck packte. Natürlich wurde ihm alles abgenommen, er sprach drei Tage nicht mehr mit mir.). Naja, beim nächsten Mal wissen sie Bescheid. Ich hatte ja auch Angst um meine Weine.

Ansonsten lief alles glatt. Bier am Flughafen schmeckte schon wieder, Flieger halbleer, pünktlich… Nur beim Landeanflug hatte ich wegen des Schnupfens einen Mega-Druck auf dem Schädel. Der Nase-zu-und-pusten-Trick ging natürlich unter den Umständen nicht. Freue mich auf zwei bis drei Tage Spaß mit den Nachwehen.

Im Duty-Free (der ja keiner mehr ist) erstand ich übrigens noch eine Flasche Mozartlikör, der war so runtergesetzt, das bekommt man in keinem Laden so billig. Nicht, dass ich nicht noch Dutzende Flaschen Baileys und Toffeelikör und Caramel-Cream hätte. Neeee!

Ich wiederhole mich jetzt nochmal, fahrt mal in die beiden schönen Städte, ist wirklich nett da. Vielleicht macht Ihr ja auch ein Schnäppchen in einem Luxushotel. Liebe Grüße, Euer

P.S.: Am Nachbartisch am Wiener Flughafen hatte eine Dame Wiener Schnitzel bestellt. Meine Güte, war das ein Lappen! Und nur 22 Euro teuer. Am Flughafen! Man stelle sich vor.

P.P.S.: Bin ein bisserl erschöpft, wie kommt das?

Tag 6: Genug der Naturgewalten!

Ihr Lieben,

heute Nacht ließ ich das Heizsystem (eine sehr zickige Klimaanlage mit Heizfunktion) auf 99 Grad laufen und fröstelte dennoch ein bisschen. Mir kam der Gedanke, dass es vielleicht keine gute Idee ist, in diesem Zustand stundenlang durch Regen oder Schnee zu laufen. Daher bat ich die künstliche Intelligenz, mir ein „Innenprogramm“ für moderne Kunst und Wein zu skizzieren. Nach drei oder vier Anpassungswünschen ergab das eine sehr schöne Route. Über den Frühstückssaal berichte ich heute mal nicht, wir könnten also sofort los. Wollen wir?

Ein paar Kilometer außerhalb Bratislavas liegt auf einer Insel das Danubiana Meulensteen Art Museum, ein relativ neues, privates Projekt des gleichnamigen niederländischen Sammlers Gerard Meulensteen, der leider in diesem Januar verstarb. Quasi ein Namensvetter, vornamenstechnisch. Da kommt man mit der Buslinie 90 hin. Und auch wieder weg. Und weil es so schön passt: Ich war hin und weg! Die Busfahrt war zwar etwas eintönig, wir fuhren viel durch die Pampa und es war grau und dunstig. Ach, und es dauert fast eine Stunde, bis man da ist. Das Haus ist von Außen nicht sensationell, aber innen ein Traum. Und die Ausstellungsstücke erst. Es gibt auch einen kleinen Skulpturenpark, den guckte ich mir aber gemäß meinem heutigen Motto nur durch die Fenster an. Im Annex des Hauptgebäudes gab es noch eine Ausstellung zum Werk von Tono Stano, einem besonders für seine nudistischen Bilder bekannten Fotografen. Das war jetzt nicht so meins. Aber allein die Sammlung lohnt den weiten Weg!

Wieder in der Stadt angekommen, verschlug es mich in die Slowakische Nationalgalerie. Selten hat mich ein Museeum so irritiert. Ich bin mir sicher, dass es ein Konzept gibt, es hat sich mir nur nicht erschlossen. Alles ist irgendwie wild durcheinandergewürfelt. Möglicherweise ist das ja das Konzept. Es gibt auch beeindruckende Schaustücke, aber die Konzentration wird doch sehr in Anspruch genommen, wenn ein aufgeschlitzter Beton-Christus neben einer Pieta aus dem 18. Jahrhundert steht, links davon im Raum Designgegenstände präsentiert werden, rechts dann wieder ein kunterbuntes Leihgabensammelsurium. Ich war nach zwei Stunden mehr als erschöpft. Hervorzuheben ist aber die Architektur des Museums, die ist mehr als gelungen! Vielleicht macht man sich vorher einen Plan und nimmt sich nur kleine Teile zur Besichtigung vor, dann wird man nicht so erschlagen.

Ein kleiner, aber feiner Anlaufpunkt zum Schluss sollte die Galéria Nedbalka sein, allein, das hätte ich zeitlich und auch psychisch nicht mehr geschafft. Stattdessen konnte ich mich für sage und schreibe 30 Minuten im Hotel hinlegen, bevor es zur Weinprobe ging. Dabei fiel mir auf, dass mein „Fritzchen“, das kleine Kopfkissen, verschwunden war. Hm.

Schon beschwipst durch die vielen Eindrücke wankte ich dann zur am Vorabend gebuchten Weinprobe in den Keller des Apponyiho-Palastes. Man konnte entweder 3 oder 5 Proben mit Sommelier (also dem Weinerklärbärchen) buchen, 30 bzw. 45 Minuten lang, oder aber alle 80 vorrätigen Weine durchverkosten, ohne Sommelier dann. Innerliches Schädeltrauma ohne Anleitung halt. Ich glaube, das buchen dann aber nur ganz hartgesottene Ballermänner. Wobei das wirklich preiswert ist. Hm. Ob ich noch schnell meinen Geburtstag umplane?

Es war auf jeden Fall – Wortspielalarm! – eine nüchterne Angelegenheit. Kurze Absprache was geht und was nicht und dann drei Weißweine, einen Rosé und einen Rotwein, immer mit ein paar Erläuterungen. „Die Himbeere drängt sich rotzfrech in den Vordergrund, aber die Vanille rächt sich im Abgang.“ Sowas eben. Alle Weine mittelpreisig und trinkbar. Darunter endemische Trauben, wie Devin oder Dunaj. Am Ende kaufte ich einen Veltliner und einen Dunaj (hoffe, die gehen im Softkoffer nicht kaputt, ich muss den ja dann einchecken) sowie eine Flasche Perlwein für mein Hotelzimmer zum Abschiednehmen.

Mit mir waren zwei Britinnen anwesend. Wir erkundigten uns natürlich, wer um Himmels Willen denn die 80-Weine-Probe bucht. Die Antwort: Briten. Und die machten dann kein Tasting, sondern ein 100-Minuten-Besäufnis. Der Sommelier steigerte sich immer mehr in die Thematik rein, irgendwie ignorierend, dass zwei britische Damen sich vor Scham windeten. Ich hingegen fand es, ich bin einfach ein schlechter Mensch, irgendwie lustig. Insgesamt war das dann ganz nett. Weinproben sind ja eine gesellschaftlich anerkannte Form, sich die Kante zu geben, ich mag das.

Da ich nun mal wieder im Zentrum war und die Sonne irgendwie so ein winziig kleines Bisschen durchkam, lief ich durch die Altstadt, ich hatte das Martinstor noch nicht gesehen. Es gibt in Bratislava auch wirklich schöne Läden. Eine historische Konditorei z.B., da hätte ich M. aus G., der auf sowas steht, nie wieder rausgekriegt. Ich gönnte mir noch ein Sandwich auf die Hand und schlenderte zum Hotel zurück.

An der Rezeption berichtete ich, dass ich mein kleines Kopfkissen sehr schmerzlich vermisse. Man wolle sich drum kümmern. Fünf Minuten später stand eine resolute Dame in meiner Zimmertür, die erklärte, das gebe es ja nicht. Sie stürmte rein, schaute ungefragt unters Bett, in den Schrank und in die Schubladen. What? Slowakische Flüche murmelnd übergab sie mir ein frisches Kopfkissen und entschwand.

So, Ihr Lieben, morgen geht es nach Wien. Da habe ich ja etwa 50-mal an Konferenzen teilgenommen. Dennoch kenne ich die Stadt nicht wirklich richtig. Das wird sich auch morgen nicht ändern, da ich ja nur von Bratislava aus zum Flughafen Schwechat muss. Noch bin ich unschlüssig, ob ich 5 Stunden eher aufbreche, aber die ÖBB scheinen ja nicht ganz so unzuverlässig, wie die DB. Um 17:30 Uhr sollte ich wieder in Köln sein.

Da die Reise ja quasi hier schon zuende ist, bedanke ich mich jetzt schon herzlich für Eure Begleitung, auch wenn es morgen noch einen kleinen Epilog geben wird. Ich hoffe, es hat Euch ein wenig gefallen, mir über die Schulter zu schauen. Ich kann auf jeden Fall beide Städte sehr empfehlen. Ich könnte mir halt vorstellen, dass man sich in Ferien- und Brückentagszeiten im Sommer gegenseitig tottrampelt, insofern war meine Reisezeit vom Wetter her nicht der Burner, aber dafür war es eben auch eher gemütlich.

Bis morgen, oder aber bis zum nächsten Rezept oder „Schnipsel“, macht’s gut, Euer

Land 74 wurde besucht… darauf einen…

Tag 5: Folget der Sandale!

Ihr Lieben!

Die Viren haben gesiegt, aber ich ging in den Guerilla-Kampf und ließ mich nicht von Sightseeing und Unternehmungen abhalten, jedenfalls nicht komplett. Immerhin war der C19-Test negativ. Pft. Wäre ja auch ein merkwürdiger Urlaub, in dem ich mal nicht krank bin.

Zu meiner Obsession, dem Frühstück: alles da! Pro Gast 3 Servicekräfte. Nein, quatsch, aber alles sehr etepetete. Zwei Mankos gibt es allerdings, es existiert nur ein Kaffeeautomat für 50 Menschen, der zudem auf provozierend meditative Art und Weise die gewählte Brühe ausspuckt, und als Hintergrundgeräusch Lionel Ritchie in Easy-Listening-Version; wie ich finde, geradezu eine verfolgungswürdige Straftat. Dafür gibt es aber Sekt, extra-famose Kirschtaschen und filetierte Orangen. Yeah!

Um Viertel nach 10 fand ich mich am Sammelplatz für die Stadtführung ein. Unser Guide Janos wartete mit einem unübersehbaren Megaschild auf seine Klienten. Im Gegensatz zur Chinesischen Mauer, die man eben nicht vom Mond aus sehen kann, würde ich es hier fast vermuten. Die Gruppe bestand vielleicht aus zehn Menschen, eine angenehme Größe für eine Stadtführung per pedes. Es ist ohnehin nicht viel los hier in Sachen Tourismus, was aber auch dem einsetzenden Schneetreiben geschuldet sein könnte.

Ich habe ihn nun schon einige dieser sogenannten „free walking tours“ mitgemacht, diese stach heraus, weil eigentlich mehr geredet als gesehen wurde. Dennoch war es ganz interessant, wir liefen von der Altstadt hoch bis zur Burg und ließen uns die Geschichte der Slowakei von den Römern bis zur Neuzeit näherbringen. Auf dem Weg bekam wir zudem einige Tipps für Essen und Trinken, kauften in einer Bäckerei Pressburger Kipferl ein (mit Walnuss, Mohn oder Mandel gefüllte Hörnchen), besuchten eine alte Apotheke (deren Möblierung angeblich mehrere Millionen Euro wert sein soll). Die Apothekerinnen wirkten etwas genervt, wahrscheinlich sind sie Ziel jeder Stadtführung. Wir schauten, wo die Synagoge stand, die die Nazi-Zeit überstand, aber den Kommunismus nicht, lernten zwei oder drei unanständige Wörter und versuchten, von einer Anhöhe aus Nachbarländer zu orten, was wegen der Wetterlage nicht gelang.

Nach dem Ende des Rundgangs am Parlament besuchte ich noch die gegenüberliegende Burg, die leider nicht so viel zu bieten hat, wie die in Ljubljana. Ich hätte eine Ausstellung über Maria Theresia besuchen können oder das slowakische Geschichtsmuseum, da war mir aber nicht nach, auch wegen der ziemlich überzogenen Eintrittspreise. Auch sollte eine Präsentation über das Werk des Josip Plečnik zu sehen sein, aber über den wusste ich ja bereits alles. 😉 Und ja, hier heißt er nicht Joze.

Ich stapfte durch die Winterlandschaft wieder gen Altstadt, um in der „Bar 17“ die vielgepriesene Knoblauchsuppe in Brot zu bestellen. Die war auch lecker und Bratislava umgehend für längere Zeit vampirfrei. Heute war allerdings der erste Tag in diesem Urlaub, an dem das Bier keinen richtigen Spaß machte. Es war ja auch eher Glühwein-Wetter. Übrigens dachte ich eine Zeit lang, mit meiner Frisur stimme etwas nicht, oder ich hätte etwas merkwürdiges im Gesicht, weil ich mich von so vielen Menschen beobachtet fühlte. Erst nach 10 Minuten realisierte ich, dass ich vor dem Sport-Fernseher saß. Es hat also nicht an meiner hypnotischen Anziehungskraft gelegen. Das war schon irritierend.

Einen kleinen Spaziergang legte ich dann noch zur blauen Kirche ein, die zwar geschlossen war, aber deren Highlight auch eher das Äußere ist. Es hatte inzwischen aufgehört zu schneien. Bis dahin konnte man sich einigermaßen durch die vielleicht 3 Zentimeter hohe Schneemasse fortbewegen. Nun begann es, zu tauen, und der glattgetretene Matsch entwickelte sich zur Eisbahn. Zudem merkte ich, wie mein selbsterklärter Guerilla-Krieg ein bisschen an mir zehrte. Ich beschloss, nach einem Abstecher in einen Souvenir-Shop, zum Hotel zurückzukehren, die Heizung voll aufzudrehen, eine extraheiße Dusche zu nehmen und ein paar Pillen einzuwerfen. Zudem leerte ich die Teestation. U.a. „Rote Früchte“. Kann ich auch wirklich nur trinken, wenn ich kränkele. Zum Abend aß ich dann Teile der Kipferl (seeeehr mächtig!) und verbrachte bis dahin viel Zeit im Bett. Das übrigens sehr bequem ist und ganz wunderbare Plumeaus und Kissen hat. 5 Sterne will gelernt sein.

Ich versuche, mich bis morgen zu bessern, denn ich habe mein 72-Stunden-ÖPNV-Ticket noch gar nicht weiter genutzt. Na, ist natürlich nicht der einzige Grund. Falls es wieder rumusselt (denn Schnee ist ja nix anderes, als verkleideter Regen!), gibt es Museen und Ausstellungen, falls es trocken bleibt, gibt es in den Straßen noch einiges zu entdecken.

Gute Nacht, Ihr Lieben, bis hoffentlich morgen mit erneuerter Kondition. Euer

P.S.: Was hat es mit der Sandale auf sich? Nun, Janos nahm sein Schild nicht mit auf die Tour und ein Tourist fragte, wie wir ihn denn dann identifizieren könnten (in der wohlgemerkt menschenleeren Stadt!). Mir rutschte raus „Follow the shoe!“, aber außer mir selbst und einem Briten lachte niemand. In der deutschen Synchronisation heißt die Filmstelle glaube ich „Folgt der Sandale!“.

Sag, dass Du frierst, ohne zu sagen, dass Du frierst!

Tag 4: Einmal quer durch Österreich

Ihr Lieben!

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, es ist eigentlich gar nicht so viel passiert, aber ich altes Plappermaul habe wieder einiges zu erzählen…

Fangen wir vorne an: Das Frühstück heute fiel, ich weiß, ich bin da ein wenig obsessiv, ein wenig mager aus, die Servicekraft war heute alleine; so mangelte es an Eiern, Croissants, dunklen Brötchen etc. Ich konnte einigermaßen damit leben, aber die reduzierte Auswahl erzürnte insbesondere ein schwäbisches Paar, das in breitestem Dialekt rummaulte. „WoischdäGagaao, herrgottsnocheens?“, oder wie immer man das rausknödelt. Dafür war heute kinderfrei. Ist doch auch was. Das check-out gestaltete sich dann auch ganz easy. Ich mmusste ja bei Ankunft in bar bezahlen, darauf hatte man mich in drei getrennten Mails sehr ausdrücklich hingewiesen. Für ganz renitente Mailignorierer steht dann auch prominent ein Geldautomat vor der Rezeption. Und schon ging es auf Richtung Bratislava.

„Eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt, die ist schön!“, wie uns weiland schon die Maultrommel, jenes berühmt-berüchtigte Liederheftchen unserer Jugend, weismachen wollte. Wie? Ach, ist doch egal, See, Zug, Bus… ist doch alles dasselbe! Wo war ich? Ach ja. Also, natürlich war die Fahrt nach Bratislava nicht so eine Tortur, wie die legendäre Fahrt von Santiago nach Havanna. Aber da der Bus keine zu öffnenden Fenster hatte, hing da natürlich der Mief von Myriaden von Reisenden in der Luft (wenn man die denn dann so bezeichnen mag). Auch deswegen lohnte sich der Platz in der ersten Reihe, da der Fahrer ab und zu mal sein Fenster etwas öffnete und ein Schwällchen frischer Luft reinkam. Ansonsten war alles prima. Pünktliche Ab- und Ankunft, Doppelsitz für 50 Euro, sogar ziemlich bequem, durch das Panorama-Frontfenster tolle Sicht auf die Landschaften. Die sind sowohl in Slowenien als auch in Österreich nett anzusehen, auch wenn es natürlich keine Sightseeing-Halts an Burgen, Naturdenkmälern oder verwunschenen Brunnen gab. Dafür aber unspektakuläre Eindrücke von Maribor, Graz Webling und Wien Erdberg, den Zwischenstopps des Busses. Übrigens hatte ich nochmal nachgeschaut, die Zugfahrt von Köln nach Stuttgart kostete doch über 60 Euro. ÖPNV in Ljubljana übrigens 1,50 € pro Fahrt, egal wohin. Tja. Ich fürchte, manch europäischen Touristen trifft ob der Nahverkehrspreise in Köln der Schlag (und dann mit dieser miserablen Qualität!!!)!

Die sechs Stunden gingen ziemlich gut rum, war es zwar eisekalt (teils auch im Bus), jedoch sonnig. Und wenn man fliegt, ist man ja irgendwie fast auch so lange unterwegs; Fahrt zum Ausgangsflughafen, 2 Stunden vorher da sein, Warten aufs Gepäck, vom Zielflughafen wieder in die Stadt und natürlich die Flugzeit selbst. Und man erfährt beim Fliegen ja auch nicht, welch wundersame Ortsnamen es gibt: Wundschuh (wahrscheinlich der Geburtsort von Aschenputtel [für die Jüngeren: die ist identisch mit Cinderella], Potzneusiedl (Potzblitz!), Krieglach (was daran komisch sein soll!?)… Und dann auch noch die Einfälle der Media-Abteilung der Autobahnen Österreichs: „Baustellen vergehen, Fortschritt bleibt.“, „Liebe kennt kein Limit, Tempo schon!“, „Jemand wartet auf Dich, komm sicher an!“. Ich fahre ja kein Auto in Deutschland, sind die da auch so kreativ? Ersteres erinnert mich dann doch an Kuba, zu Nummer 2 möchte ich dem Schreiby mitteilen, es soll erst einmal in mein Alter kommen und zu 3. WHAT? Im Hotel in Bratislava? Das ist spooky, das möchte ich nicht!!!

Ich habe übrigens Flixbus-Gutscheine bei Aldi gekauft, einen wollte ich für die Fahrt nutzen. „Nä, du, ehrlich, das geht doch hier nicht. Echt. Sorry.“. Erinnert mich an Lufthansa-Deutsch: „Dieser Flug ist nicht meilenberechtigt, weil er nicht meilenberechtigt ist.“ Oder die Bahn: „Ihre Punkte, die wir Ihnen großherzig geschenkt haben, verfallen in dieser Sekunde!“. Ja sachma! Geschenkt ist geschenkt! Ach, geschenkt!

Ich kränkele heute seit nachts ein bisschen, bin mit Hals aufgewacht (diesen Witz fand schon Nicolas Jacques Pelletier ganz mies) und hatte eine zuene Nase (dochdoch, das Wort gibt es!), ich schiebe das auf meine Schlammwasserfüße von vorgestern. Und ja, jetzt kommen wieder von allen Seiten die Einwände, dass das ein Ammenmärchen ist, dass man von nassen Füßen oder Haaren eine Erkältung bekommt. Ich hingegen behaupte, dass ich immer latent dauerinfiziert bin. Ja, und wenn ich dann in so eine Pfütze trete, gehen die Antikörper bei den Füßen nachsehen, was da los ist. Währenddessen schreien die Viren oben „Juchu, freie Bahn!“.

So, ich muss mich mal konzentrieren, ist ja ein Reise- und kein Plauderblog. Wir kamen bei Minusgraden in Bratislava Einsteinova an. Von dort aus nahm ich Bus und Bahn zur Safarikovo namestie und lief 3 Minuten bis zu meiner Unterkunft. Unterkunft? Ohjeh, wo bin ich hier gelandet? Schon im Foyer wurde mir mein Gepäck entrissen, ein Concierge führte mich zur Rezeption, wo ich inquisitorisch nach meinem Befinden und bisherigen Tagesverlauf befragt wurde. Ich war in einem Luxushotel gelandet. Kleines, aber edles Zimmer, Holzverkleidungen, Blümchentapeten, Originalgrafiken an den Wänden. „Die Getränke auf den Zimmern sind im Preis enthalten.“ flötete der Empfangschef. „Yeah, ein Bier!“ trompetete mein inneres Ich zurück. Leider gab es dann nur Wasser und verdächtig aussehende Limonaden. Übrigens, was hat es damit auf sich, dass an jeder Hotelrezeption bei Frage nach einer Umgebungskarte das Hotel eingekreist wird; was glauben die, wie man es bis dahin gefunden hat?

Ich brach zu einer ersten Erkundung auf. Ich brauchte Knabberzeug, Wein und wollte auch noch einen ersten Eindruck gewinnen. Oh, ein Lidl. Brechend voll und geplündert, ich bekam aber noch einen Chiaretto und einen Beutel Nüsse. Dann lief ich einmal um drei oder vier Blöcke. Super erster Eindruck. Aber ich war hinüber, ich nahm ein kaltes Bier in einer Spelunke und zog mich aufs Zimmer zurück, wo ich erst einmal eine Stadtführung für morgen buchte.

Um 10:30 Uhr geht es los, Ihr Lieben. Packt Fäustlinge und Häkelmützen ein, es ist wirklich, wirklich seeehr kalt hier! Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Rundgang, Euer

P.S.: Sprecht mich zuhause mal auf den Busfahrer an 🙂

P.P.S.: Nach 32-jähriger Planungs- und Umsetzungsphase durch ein Kölner Expertenbüro erstrahlt Stonehenge wieder in neuem Glanz:

Es ist natürlich das Denkmal zur ersten Ratspräsidentschaft Sloweniens im Jahr 2008

Tag 3: Plečnik und die Autonomen

Ihr Lieben,

das klingt doch wie ein schöner Romantitel, oder? Also, wenn man („Sag nicht man, wenn Du ich meinst!“) mal weniger überheblich wäre. Natürlich kann man an einem Tag nur einen Bruchteil einer Stadt erfassen. Ich deutete es an, dass z.B. auf jeden Einwohner hier fünf Museen kommen. In eins verschlug es mich dann sofort nach dem Frühstück, bei dem übrigens wieder gefühlt 200 Kleinkinder die anderen Gäste terrorisierten. Gesehen habe ich aber nur zwei. Äußerst merkwürdig. Oder irgendwie auch nicht. Ich bin – nebenbei bemerkt – eher ein Eltern-, als ein Kinderhasser.

Das Museum für zeitgenössische Kunst, eine Schwester des Museums für moderne Kunst, das ich gestern besuchte, befindet sich im Metelkova-Viertel. Ebenso ist dort die autonome Szene zuhause, die eine ehemalige Kaserne besetzte, und die viele Künstler anzieht. Das Avtonomni Kulturni Center Metelkova ist mit Christiania oder Užupis nicht zu vergleichen. Dennoch ist es sehr sehenswert. Viele Graffiti, viel Kunst, wenig los. Das Zentrum richtet auch Konzerte aus, hat alternative und LGBTQIA+-Bars und ist deswegen auch häufiger Ziel von Attacken durch Neonazis, diesem widerlichen Pack! Hier ein paar Eindrücke des AKC:

Das Muzej sodobne umetnosti Metelkova (MSUM) liegt an einem großen Platz, dort befinden sich auch weitere Museen, z.B. das ethnografische sowie ein Teil des Narodni Muzej. Die Damen am Servicepoint boten mir ein Kombiticket an und waren regelrecht empört, als sie hörten, dass ich bereits im Schwestermuseum war und man mich dort nicht über dieses Ticket informiert hatte. Ich bekam einen entsprechenden Rabatt. Heißa!

Das Museum war überschaubar, zudem eine der drei Etagen nicht zugänglich war, hat aber tolle Ausstellungsstücke. Dazu kam eine Sonderausstellung der Künstlergruppe OM. Alles einen Tacken moderner als gestern, u.a. deutlich mehr Videoinstallationen. Besonders angetan hat es mir das Doppelplakat „Bereitschaft“ der Künstler Ganslmeier und Zibelnik sowie der dazugehörigen Installationen. Das ausliegende Buch der beiden war leider im Museum ausverkauft, aber ich bestellte es mir sofort online.

Fußmüde? Neeeee, deswegen ging es sofort weiter zum Plečnik-Haus. Aber mit dem Bus, denn ich hatte nur noch 25 Minuten Zeit, um zu einer Führung zu gelangen; anders kann das Haus nicht besichtigt werden. Was dem Katalanen sein Gaudí, dem Brasilia-ner sein Niemeyer oder dem Karlsruher sein Weinbrenner, ist dem Ljubljaner sein Jože Plečnik. Ohne ihn sähe Ljubljana wohl wirklich nicht aus, wie es aussieht. Teile der Stadt sind unter dem sperrigen Namen „The works of Jože Plečnik in Ljubljana – Human Centred Urban Design“ in die UNESCO-Welterbe-Liste aufgenommen worden.

Das Hausensemble sowie der Garten stehen meiner Meinung nach in starker Diskrepanz zum sonstigen Wirken Plečniks. Es ist alles sehr intim, fast „gehäusehaft“, gemütlich und doch mönchisch. Die Führung war sehr informativ und im Anschluss konnte man Ausstellung und Garten auf eigene Faust besichtigen.

Es wurden einige nicht so bekannte Beispiele von Plečniks Architektur in der Umgebung zum Besuch empfohlen, die Kirchen Michael im Moor (die hätte mich schwer interessiert!) sowie Franz von Assisi in Šiška als auch der Lesesaal der Universitätsbibliothek. Die Moorkirche kann nur sonntags besichtigt werden, für den Lesesaal wäre nicht mehr ausreichend Zeit bis zur Schließung geblieben, also fuhr ich mit dem Bus nach Šiška. Einen kleinen Fußmarsch im Regen später stand ich vor der Kirche. Drei Türen, alle geschlossen. Kurz bevor ich einen Affen bekam („…den gaaanzen Tag geöffnet, HAH!! Kreisch!“), lugte ich noch um eine Ecke und siehe da, da war ein Eingang. In der Kirche war ich dann alleine. Wirklich schön gemacht! Fast jeder Leuchter individuell (ich mag besonders den Taucherhelm!), die ganze architektonische Komposition wunderbar harmonisch. Angeblich war der damalige Bischof nicht sehr angetan, aber Plečnik war schon zu bekannt, um das Projekt zu stoppen. Ich zündete ein paar Kerzen an und der Regen stoppte. Langsam wird mir diese Gabe unheimlich!

Inzwischen war wieder Bierzeit. Ich entschloss mich, mich dazu auf die oberste Etage des zur Zeit der Erbauung höchsten Hauses des Königreichs Jugoslawien zu begeben, dem Nebotičnik von 1931/33. Man hat da eine schöne Aussicht, wenn auch auf eine trübe und graue Stadt. Das Café war sehr voll, aber ich ergatterte einen Tisch in einer Ecke, an dem nur ein Stuhl stand. Ansonsten spielten die Gäste eine Art „Reise nach Jerusalem“. Immer wenn ein Tisch frei wurde, der einen besseren Ausblick bot, wie z.B. auf die Laibach-Burg, wurde eilig aller Krempel zusammengerafft und umgezogen. Mein Tisch war auch begehrt; als ich aufbrach, eilte windschnell ein Pärchen mit einem der Stühle ihres Tisches herbei. Lustig.

Meine Kerzchen hatten nicht lange vorgehalten. Es regnete stärker als je zuvor. Mein geplanter Schaufensterbummel die Hauptverkehrsstraße Ljubljanas entlang wurde nicht nur durch den Regen, sondern auch durch die Tatsache erschwert, dass viele Läden schon geschlossen hatten. Aber ich war dann auch ein bisschen hinüber, zu viele Schritte, zu viele Eindrücke. Ich kam an einem McDonalds vorbei, der damit warb, zu jedem Menü eine „Pixeltasse“ als Geschenk hinzuzugeben. Die sahen gar nicht mal so schlecht aus, so gönnte ich mir ein Menü. Man muss dazu wissen, dass das hier wahrscheinlich deutlich preiswerter als bei uns ist. Kartoffelnetze, Cola, Big Mac, Saucen UND eine Tasse für 8,50 Euro. Die Kartoffeldinger bekam ich allerdings kaum runter, die waren lätschig und fettig.

Ich schwamm durch den Regen zum Hotel, wo ich mir als Abschluss des ersten Teils der Reise jetzt noch eine Flasche Sekt gönne. Morgen geht es dann nach Bratislava, sechs Stunden in einem Flixbus. Aber da hatte ich ja auch schon ganz andere Busfahrten! Zudem habe ich die Sitzplätze 1 und 2 gebucht, da sitze ich dann ohne Nebenperson vorne direkt am Panoramafenster. Kekse habe ich auch schon besorgt, um standesgemäß alles vollzukrümeln. Preis etwa 50,-€. Die Fahrt, nicht die Kekse, mönsch, seid doch nicht so albern immer! Die Bushaltestelle ist übrigens 7 bis 8 Minuten vom Hotel entfernt, das hatte ich dann heute auch noch ausbaldowert.

Ankunft wird angeblich um 18 Uhr 10 sein, da habe ich vielleicht noch ein bisschen Zeit, einen ersten Eindruck von Bratislava (und wenn wir schon Laibach erwähnen, ich glaube Bratislava hieß früher Pressburg) zu gewinnen. Ich habe auf jeden Fall für nur 12 Euro mehr pro Nacht ein 5-Sterne-Haus. Na gut, muss auch nichts heißen, lassen wir uns überraschen.

Ihr Lieben, bis morgen, wenn Ihr mögt, ich würde mich freuen. Euer

P.S.: Heute morgen dachte ich, ich spinne. Liefen doch einigermaßen viele Menschen in Karnevalskostümen herum. So viel zur Karnevalsflucht. Aber natürlich ist das hier keinesfalls so ausufernd, wie bei uns. Zumindest wurde mir nicht, wie sonst, vor die Füße gegöbelt, und ich musste auch nicht über Schnapsleichen steigen. Auch volkstümliche Musik vernimmt man hier nicht.

P.P.S.: Keiner hat mir einen Valentinsgruß geschickt, alles muss man selbst machen, also wirklich!

P.P.P.S.: Ljubljana ist wirklich eine Reise wert! Auch, wenn hier viel zu viele Menschen rauchen. Sucht Euch nur ein Hotel mit Zimmern, die nicht auf eine große Eingangshalle hinausgehen.

Tag 2: Im Tivoli

Ihr Lieben!

Häh!? Tivoli? Wieso denn jetzt auf einmal Kopenhagen? Jahaa, des Rätsels Lösung folgt in Kürze.

Das Hotel ist wirklich hellhörig, was aber auch daran liegt, dass man sich hier gerne im Foyer, auf das alle der vielleicht 15 bis 20 Zimmer gehen, lautstark unterhält. Schade, dass man bei der eigentlich sehr gelungenen Sanierung am Lärmschutz gespart hat. Geschlafen habe ich dann dank Ohrstöpseln ganz gut. Das Frühstück war ziemlich üppig, für den ziemlich kleinen Frühstücksraum hat man ordentlich aufgefahren. Nur im Sitzbereich war es dann teilweise entsprechend eng. Unter anderem wurde ich von Kindersitzen eingekesselt, das war für die Nachschlagsorganisation etwas unpraktisch. Ich habe dann den Platz gewechselt.

Da war ich noch alleine, 15 Minuten später war hier Kirmes.

Heute sollte ja auch mal die Sonne durchscheinen. Am Morgen sah allerdings nichts danach aus. Ich machte mich dennoch auf zum Tivoli. Allerdings dem in Ljubljana. Des Rätsels Lösung: alle Tivolis, selbst der berühmte in Kopenhagen, sind nach der Stadt Tivoli in der Nähe Roms benannt, die schon zu Hadrians Zeiten für ihre Parks und Prachtbauten sowie viele spätrömisch-dekadente Lustbarkeiten bekannt war.

Hier ist es ein eher ruhiger Park mit einer zentralen Villa (jetzt Museum), Skulpturen, einem Gewächshaus und einem chaletartigen, ehemaligen Hotel, dass nun ebenfalls ein Museum beherbergt. Joseph Radetzky war erheblich an der Gestaltung dieses Tivoli beteiligt. Ja, der berühmte aus dem gleichnamigen Marsch von Strauss. Bei trübem Wetter erkundete ich einen kleinen Teil und wollte gerade zu einer kleinen Wanderung zum Rožnik-Hügel ansetzen, als ich, einem Parkaufsichtswagen ausweichend, auf die Wiese trat und sofort 5 cm tief im Schlamm versank. Mit meinem einzigen Paar Schuhe. Yeah! Also, auf ins Hotel, waschen und föhnen. Die Schuhe. Der Föhn schaltete sich aber alle 30 Sekunden aus, so war mir das etwas zu mühsam.

Danach besuchte ich daher in halbnassen Sneakern das Museum für zeitgenössische Kunst. Quitsch quatsch. Das liegt direkt neben der „alten Galerie“ und der orthodoxen Kirche St. Kyrill und Method, in die ich auch noch schnell hineinspinxte. Sehr hübsch, ich mag die Wandmalereien und Ikonostasen in diesen Kirchen sehr. Nur der heilige Ignatius müsste vielleicht mal zur Stilberatung, sein Gewand ist doch sehr irritierend.

Das Museum für neue Kunst hat in der ständigen Sammlung ein paar sehr schöne Exponate, aber das Highlight war definitiv die Sonderausstellung von Walid Raad, einem 1967 geborenen libanesischen Künstler, der auch Kriegserfahrungen in seiner Kunst verarbeitet. Sehr sehenswert! Schön auch, dass eine Museumsangestellte meine Hotelzugangskarte fand und jeden fragte, wer sie wohl verloren hat. Gottseidank auch mich. Ansonsten gibt es ein total schönes Museumscafé, das voller junger Menschen war, ich nehme an, es zählt zu den studentischen Hotspots der Stadt.

Hier einmal Eindrücke aus der Sammlung:

Und hier aus der Ausstellung von Walid Raad (die teils vermischt war mit Exponaten zum Museum selbst):

Dann geschah das Wunder. Als ich die Moderna Galerija verließ, schien die Sonne. Leute, Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie das eine Stadt positiv verändert. Könnt Ihr doch? Ach so, na gut. Also, Ljubljana in der Sonne ist einfach nur wunderschön. Gleichzeitig mit meinem Herz füllten sich die Straßen, Restaurantterrassen und die touristischen Attraktionen. So auch das Schloss, das als nächstes auf meinem Programm stand. Gestern noch wie ausgestorben, heute ziemlich gut besucht. Ich vermute mal, dass im Sommer hier und an den Ufern der Ljubljanica die Hölle los ist.

Gestern „erkraxelte“ ich mir das Schloss bekanntlichermaßen mit der Bimmelbahn. Heute nahm ich die Standseilbahn und begehrte am Ticketschalter ein All-inklusiv-Ticket für das gesamte Schloss. Stolze 19 Euro kostet das dann. Es ist Nebensaison, daher fährt die Bahn nicht dauernd, man muss ein paar Minuten warten, ist dafür aber ruck-zuck oben. Möglicher Nachteil: Man fährt mit einer hysterischen Reisegruppe zusammen hoch. Angekommen, begibt man sich erst einmal zur Aussichtsterrasse und hat einen echt tollen Blick über die Stadt. Man muss ggf. etwas Geduld mitbringen, um eine Lücke zwischen all den auf der niedrigen Mauer, auf der man nicht sitzen darf, sitzenden Personen zu finden. Die Sicht reicht dann über die Stadt bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Julischen Alpen. Der Wahnsinn!

Dann klappert man die Attraktionen ab: Das Puppenmuseum (hauptsächlich Marionetten, sehr schön kuratiert, man kann an ein paar Installationen aktiv sein [nur von Adolf und seinen Erben sollte man die Finger sein lassen]), die Kasematten mit insbesondere für Kinder ganz toll gemachten, animierten Projektionen, die Aussichtsplattform des Uhrenturms (noch mehr tolle Ausblicke!!), die 4D-Vorführung über die Geschichte der Burg, bei der es sogar leicht regnete und die Stühle bei z.B. Erdbeben wackelten, die Gefängniszellen, die St. Georg-Kapelle und und und. Es ist wirklich eine überragende (hah! Wortspiel!) Sehenswürdigkeit. Der Aufstieg auf den Turm erfolgt übrigens über eine gegenläufige, zweiteilige Wendeltreppe, so daß Auf- und Absteigende sich nicht in die Quere kommen.

Inzwischen war es schon 16 Uhr. Huch! So schnell war die Zeit vergangen. Ich fuhr wieder mit der Standseilbahn herunter und lief zum Fluss, um mir ein Bier zu gönnen. Ich traute meinen Augen kaum, es war noch voller geworden und ich hatte Probleme, einen freien Tisch auf den Terrassen zu finden. Ich lauerte auf zahlende Gäste und machte mich sprungbereit. So kam ich dann zu einem Platz an der Sonne. Leider zwischen etwa 3.000 Kettenrauchern. Ein Bier lang hielt ich das aus, aber als dann auch noch ein „Dampfer“ neben mir seine Patchouli-Apfel-Katzenkot-Shisha anschmiss, war es genug. Ich strollte noch ein bisschen durch die Stadt (es gibt natürlich einen Drachenladen, ich kam an der Oper, dem Platz der Revolution sowie dem Parlament vorbei) kletterte in den Bus, kaufte im Supermarkt beim Hotel ein und fing bei Dosenbier und Käsebrötchen mein Tagebuch an.

Fazit des Tages: Wirklich eine Reise wert. Aber, man hat in einem Tag fast schon alles gesehen. Gut, ich könnte noch eine Bootsfahrt machen, Kirchen besichtigen, Souvenirs kaufen und viele weitere Museen besuchen (unter anderem eins mit dem ältesten Musikinstrument der Welt und dem ältesten einachsigen Rad der Welt). Wahrscheinlich mache ich dann genau all das. 🙂

Also, bis morgen, Ihr Lieben! Euer

Diese Dame scheint zu rufen: „Komm zurück, Du dreckige Taube, das zahle ich Dir heim!!!“
Natürlich gibt es auch Drachenpralinen, Stück 2 Euro.

Tag 1: Nachtzug nach Ljubljana

Ihr Lieben!

Pascal Mercier schrieb sich ja mit seinem „Nachtzug nach Lissabon“ in den Bestsellerhimmel. Ich mochte das Buch sehr! Ob jetzt mein Nachtzugerlebnis auch so eine Reichweite erzielt? Ich bezweifle es.

Nach einem kurzen, letzten Tag im Büro machte ich mich auf nach Stuttgart. Um 20.30 Uhr wollte ich da den Nachtzug nach Ljubljana nehmen. Und da ich ein gebranntes Kind bzgl. DB bin, plante ich zweieinhalb Stunden Puffer ein. Und natürlich hatten wir auch Verspätung, wenn auch nicht so arg. Aber mit weniger Luft wäre ich in Panik ausgebrochen bei Durchsagen wie „Wir wissen zur Zeit nicht, wann es weitergeht.“

Der Zug von Köln nach Stuttgart hat mich als nicht stornierbarers Supersparpreisticket knapp 50 Euro gekostet, das Einzelschlafwagenabteil bei der ÖBB von Stuttgart nach Ljubljana dann etwa 95 Euro, inkl. Rücktrittsversicherung. Ganz schöne Differenzen, was Preis/Leistung angeht, findet ihr nicht?

Trotz der kleinen Verzögerung hatte ich jetzt mehr als 2 Stunden Aufenthalt in Stuttgart. Da habe ich übrigens zu Zeiten von Karl dem Großen mal mehrere Wochen gearbeitet und gehaust. Aber ich habe wenig Erinnerungen dran. Der Bahnhof Stuttgart ist auf jeden Fall furchtbar, so lief ich mit Sack und Pack in die Stadt. Ebenfalls furchtbar. Wobei es auch ziemlich nieselte, was ja immer Abzug in der B-Note gibt. Ich lief bis zum Schlossplatz, kaufte einen Kühlschrankmagneten und kehrte wieder um, um am Gleis eine Stunde in der Kälte auf den Zug zu warten, der gottseidank schon 20 Minuten vor Abfahrt einfuhr.

Es war ein schon sehr in die Jahre gekommener Zug. Die Abteilnummerierung war etwas kryptisch, so dass ich erschrak, als ein wildfremder (was sonst, alles andere wäre ja ein absurder Zufall!?) Mann mit mir in das gleiche Abteil stieg, in dem 3 Betten gemacht waren. Nönönö, junger Mann, empörte ich mich, das ist mein Abteil. Natürlich war es das nicht! Peinlich. Eins weiter war dann Nr. 54 und ich hatte es für mich alleine. 95 €, nur zur Erinnerung. Waschbecken im Abteil, WC auf dem Gang.
Für so ’ne alte, kroatische Bahn (Endstation ist Zagreb) fuhren wir ziemlich schnell durch die Pampa. Die bereitstehende Wasserflasche und meine Zahnbürste flogen in jeder Kurve durchs Compartiment. Wie man da wohl auf der 3. Etage schläft? Ich widerstand der Versuchung, hinaufzukraxeln. Der Schaffner kam, sammelte meine Fahrkarte ein und ich machte mir einen Wein auf, genoss die ganz neue Erfahrung und legte mich recht früh hin, denn wenn es draußen erst einmal dunkel ist, hat man in so einem Schlafwagen nicht mehr viel zu tun.

Also, das ist natürlich eine witzige Erfahrung gewesen, aber für öfter? Das Bett, ergo die umgeklappte Sitzbank, dermaßen hart, das war das Polster wahrscheinlich mit den Haaren widerborstiger weißer Widder so fest gestopft, da hätte keine Abrissbirne eine Delle reinbekommen. Dazu natürlich super schmal. Und so ein alter Zug macht Geräusche. Viele Geräusche. Laute Geräusche. Es knarzt, klappert und quietscht, rappelt, rumpelt und ächzt. Und andere Reisende machen auch Geräusche. So dämmerte ich mich durch die Nacht.

Superpünktlich kamen wir in Ljubljana an. Man spielt dort am Bahnhof übrigens Stuttgart21 nach, es ist eine riesige Baustelle! Zum Hotel waren es dann 10 Minuten Fußweg und verständlicherweise war mein Zimmer noch nicht fertig. Für das Frühstück empfahl man mir das „Café Wonderland“. Ein sehr buntes Bistro, laut Eigenwerbung „the most instagrammable place in town“. Viel Plüsch, viel Plastik und, ich erwähnte es bereits, seeeehr bunt. Ich nahm Eggs royal, pochierte Eier auf Lachs mit viel Gedöns. Ganz lecker.

Jetzt hieß es, einen ersten Eindruck der Stadt zu gewinnen. Es nieselte. Abzug in der B-Note halt. Ich wollte erst einmal ziellos herumlaufen, aber als ich über die „Drei Brücken“ kam, erspähte ich einen dieser E-Trecker-Züge, der sich gerade anschickte, abzufahren; den enterte ich stattdessen. Die Route war jetzt nicht rasend spannend und die Erklärbärcomicfigur namens Urban auf dem Erklärbärmonitor ein bisschen peinlich, aber es nieselte ohne Unterlass und so erhielt man doch zumindest einen trockenen ersten Eindruck von Ljubljana. Ein 10-Minutenstopp auf dem Schlossberg ermöglichte einen ersten Eindruck davon. Morgen soll es sonnige Abschnitte geben, dann will ich da nochmal hoch.

Ansonsten sahen wir, mehr oder weniger, man hat in diesen Lindwürmern nicht so gute Sicht, wie auf Hop-on/Hop-off-Bussen, römische Stadtmauern, Salatanbaugebiete, diverse Häuser mir unbekannter Personen und Flüsse und Kanäle.

Wieder am Abfahrtspunkt angekommen, lustwandelte ich noch durch die Altstadt, die wirklich schön ist. Viele Jugendstilfassaden, da stehe ich ja drauf. Nette Läden, ein paar Kirchen, der Zentralmarkt, schöne Buchhandlungen. Leider hatte es sich inzwischen so richtig, richtig eingeregnet. Nach einmal die Ufer der Ljubljanica hoch und wieder runter mit diversen Abstechern in die Seitenstraßen war ich trotz Schirm ziemlich durchfeuchtet. Daher nahm ich einen späten Mittagsimbiss auf einer beschirmten Uferterrasse. Überbackenen Toast und heimisches Bier. Ich blieb dort lange sitzen, in der Hoffnung, dass sich der Regen langsam mal wieder gäbe. Ha. Er wurde immer stärker. So fuhr ich dann ins Hotel, wo ich ein sehr schönes, aber extrem hellhöriges Zimmer bezog und mich erst einmal kurz hinlegte. Großer Fehler. Denn nix mit kurz!

In der Nähe des Hotels sind Geschäfte, da deckte ich mich dann fürs Abendessen ein. Unter anderem mit slowenischem Sekt, den kann man sehr gut trinken! Und setzte mich dann an den Schreibtisch, um alles vollzukrümeln.

Also, Ljubljana hat natürlich auch schauerliche Ecken, aber die Altstadt ist schon seeehr schön. Los ist hier nicht viel, das wird dem Regen geschuldet sein. Für Morgen plane ich mal nach Wetterlage. Der Tivoli-Park soll sehr schön sein, der Schlossberg scheint es auch. Aber für den Regenfall der Regenfälle gibt es auch Dutzende Museen. Was meint Ihr, wann sollen wir aufstehen?

Bis morgen, liebe Grüße von Eurem

Die einen sagen so, die anderen sagen so…