das Frühstücksbuffett kann sich sehen lassen, auch wenn das Spiegelei als Straßenbelag hätte verwendet werden können und der Sekt schal war. Aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Wir schlugen zu und brachen dann Richtung Beginenhof auf. Zu den Beginen habe ich ja schon in meinem Bericht über Antwerpen etwas geschrieben. In Leuven gibt es einen kleinen und einen großen Hof. Wir marschierten natürlich zum Groot Begijnhof, der auch die Liste der TOP-Sehenswürdigkeiten der Stadt anführt. Ich nehme es vorweg: zu recht!
Der Groot Begijnhof ist eine Stadt in der Stadt und ist UNESCO-Weltkulturerbe. Bei strahlendem Wetter waren auf dem sehr ansprechenden Gelände, das auf das 13. Jahrhundert zurückdatiert, nur wenige andere Touristen unterwegs. Es ist ein Ort der Stille und man merkt kaum, dass dort Menschen leben. Zwar keine Beginen mehr, aber die restaurierten Unterkünfte stehen Dozenten, Studenten und Gaststudenten zur Verfügung. Wir nehmen an, dass es zwar ein schönes Fleckchen Erde zum Wohnen ist, man aber a) strikte Regeln befolgen und b) die Touristenmassen ertragen muss. Wobei uns Löwen irgendwie wie eine unentdeckte Perle vorkommt. Gut besucht, aber weit entfernt davon, überlaufen zu sein. Das macht einen großen Teil des Charmes der Stadt aus.
Wir liefen durch die angrenzenden Viertel, entdeckten interessante Gebäude, viele Kirchen, kleine Flüsschen, Parks und Gassen. Es ist wirklich, wirklich nett hier! Wir ließen uns in einem Café nieder, auch hier alles nett, nett, nett. Ruth hatte den weltbesten Frappucino des Universums und auch die servierten Kleinigkeiten, wie üppig belegte Bagels, sahen mehr als appetitlich aus. Allerdings waren wir vom Frühstück noch ausreichend satt. Nach der kurzen Verschnaufpause ging es wieder durch viele Gassen und Anlagen weiter Richtung Universitätsbibliothek.
Hier trennten wir uns kurz, da ich meinem (neben Seilbahnfahren!) liebsten Hobby, nämlich der Turmbesteigung fröhnen wollte, den Damen aber mehr nach einem kleinen Snack war. Der Turm der Universitätsbibliothek ist 87 Meter hoch und eine sehr schmale Wendeltreppe führt zur Aussichtsplattform. Auch hier war wenig los, so dass ich nur ein Aneinandervorbeiquetschmanöver durchführen musste. Belohnt wird man oben mit verschwitzter Frisur sowie einem schönen Ausblick über die ganze Stadt. Just, als ich die Plattform erreichte, läutete auch die Freiheitsglocke. Also, wenn das nicht mal Timing war. Die Stufen habe ich nicht gezählt und im Internet keine Zahl dazu gefunden, aber ich denke, es waren so an die 2.650. Jaja, das wird so in etwa hinhauen.
Wieder unten angekommen, gesellte ich mich zu Monika und Ruth ins Bistro und nahm dankbar mein wohlverdientes Sportbier zu mir. Wir beschlossen dann, auch abends dort Muscheln essen zu gehen, weil es so sympathisch und nicht so trubelig war. Dafür musste ich eine gestern getätigte Reservierung in einem Edelrestaurant stornieren, aber ehrlich? Irgendwie war uns dann doch nach eher rustikal als gediegen.
Vom Ladeuzeplein (wo die Bibliothek steht) liefen wir dann noch die Einkaufsstraße bis zum Bahnhof hinunter, wo wir uns wieder eine Pause in einem netten Bistro gönnten. Es kommt Euch übrigens nur so vor, als hätten wir den ganzen Tag faul in der Sonne gesessen, das trifft in keinster Weise zu! Auch haben wir keinesfalls über Personen gelästert, die man so auf einem Bahnhofsvorplatz so zu sehen bekommt, denn das tut man ja auch nicht. Niemals!
Die Einkaufsstraße wieder hoch, die ist zwar von den Läden her nicht spannender als andere Straßen in anderen Städten, aber alles ist in teilweise sehr schönen Häusern im flämischen Stil untergebracht. Klar, auch hier kennt man Bausünden, aber insgesamt ist man weit entfernt von der Kölner Quote an Geschmacksverirrungen.
Wir gönnten uns dann eine Stunde Rekreationszeit im Hotel und liefen ausgeruht wieder zum Den Beiaard, unserer Muschelauffangstation. Draußen im lauen Abendlüftchen sitzen, erst einmal eine Portion Bitterballen, dann zwei große Portionen Muscheln, ein Hechtfilet, alles sehr lecker, Bier, Wein und Sangria, netter Service… so fühlt sich Urlaub an. Und es waren überwiegend Einheimische dort. Die eher mäßige Bewertung bei Google von 4.1 Sternen verstehe ich persönlich nicht, das Restaurant ist klasse.
Wir haben sehr lange diniert, daher schenkten wir uns weitere Aktivitäten für den Rest des Abends. Morgen wartet ein weiterer halber Tag Louvaine auf uns, auf den wir – und ich denke, dass ich für alle sprechen kann – uns auch schon sehr freuen. Ebenso, wie auf Eure virtuelle Begleitung.
natürlich haben es fast alle erraten… Es ging nach Leuven. Morgens hatte ich noch eine sehr chaotische Baubesprechung und einiges anderes zu erledigen. Um 13 Uhr 30 ließ ich dann den Griffel fallen und eilte zum Bahnhof, wo der Zug nach Lüttich schon bereitstand. Und bereitstand. Und bereitstand. Noch nicht mal pünktliches Abfahren hat die DB mehr drauf. Es ist ein Trauerspiel in ∞ Akten. Diesmal Signalstörung in Ehrenfeld. Wenigstens saß ich schön im Warmen in der 1. Klasse (ja, auch Klimaanlage lief suboptimal) und hatte ein Piccolöchen dabei. Mit 30 Minuten Verspätung ging es dann los und so war der Anschlusszug in Lüttich natürlich weg.
In Lüttich angekommen, stand schon der Zug nach Louvaine bereit. Sollte das ein schlechtes Omen sein? Auf jeden Fall war die einzige Bordtoilette abgeschlossen. Voller Freude kann ich berichten, dass auch dieser belgische Zug mit einiger Verspätung abfuhr. Grund: Warten auf einen anderen Zug. Und dann noch ein Halt mitten in der Pampa ohne Angabe eines Grundes. Ist das wie eine Art Seuche, die sich über den Kontinent ausbreitet? Und wieso hat MEIN verpasster Anschlusszug nicht gewartet? Ich glaube ja mal wieder an eine Verschwörung!
Manchmal erkennt man ja schon am Bahnhof, ob eine Stadt einen interessieren könnte. Löwen ist so eine Stadt. Man verlässt den Bahnhof und denkt „Wow“. Der Fußweg zum Hotel hat mir einige Ahs und Ohs entlockt. Das Hotel selbst liegt super zentral und macht einen sehr guten ersten Eindruck. Freundlicher Empfang, schöne Zimmer. Ruth und Monika kamen nur ein paar Minuten nach mir an, und so gönnten wir uns erst einmal ein Willkommensgetränk vor dem Hotel. Dann schlenderten wir über den Grote Markt mit seinem markanten Stadthaus zum Oude Markt.
Hier ist Trubel, denn wir sind mitten im Festival „Groot Verlof“ gelandet, mit vielen Absperrgittern, mehreren Bühnen, viel Volk und viel Rummel. Wir suchten uns mitten im Touristenfallengebiet ein Restaurant aus, wo wir zu sehr strammen Preisen speisten. Burger, Nudeln und Pulled Pork. In sehr unterschiedlicher Qualität. Immerhin gab es dazu die leckeren belgischen Fritten mit vier Fritjessauces (oder wie man das auch immer schreibt). Ich testete mich dabei auch ein bisschen durch die Bierkarte und stelle folgendes Ranking auf: 1. Leffe Blonde; 2. Stella Artois; 28194. Kriek. Das klingt nicht nur so, sondern es ist auch eine Kriegserklärung an jeden Gaumen. Süßliches Kirschbier, das den Namen Bier eigentlich nicht verdient.
Wir liefen anschließend ein bisschen herum und waren doch recht angetan von der Innenstadt. Schöne Häuser mit versteckten Besonderheiten, wie z.B. Giebelfiguren und Schmuckelementen, nette Lädchen, vieeeeel Gastronomie und erstaunlicherweise keine erkennbaren Souvenirshops. Über die sind wir ja letztlich in Antwerpen nur so gestolpert. Auch an der mächtigen, architektonisch sehr verwirrenden St.-Peter-Kirche liefen wir vorbei. Sie ist irgendwie unfertig und hat an Bunker erinnernde Aufbauten.
Als wir eine Runde gedreht hatten, trat auf der Bühne am Stadthaus gerade eine Gruppe auf, die uns ansehenswert schien. Wir erwarben daher an einem Stand Getränke, um eine Weile zuzusehen. Es war schade, dass nur versprengt vereinzelte Menschengrüppchen vor der Bühne standen, die das Geschehen dort auch nicht sonderlich zu interessieren schien. Der Wein, den Ruth und ich tranken, wurde in fingerhutgroßen Plastiktöpfchen serviert und war nicht wirklich trinkbar. Wir wollten uns daher auf einer Terrasse hinsetzen und der Band lauschen, aber es war wirklich jeder Tisch belegt. Einen Block entfernt fanden wir dann einen freien Tisch und gaben wieder üppig Geld für kleine Tröpfchen aus. Aber es machte uns nichts. Das Wetter toll, die Stimmung gut, das Städtchen total nett… Und dann wurde es auch voller und voller. Als wir zum Hotel zurückliefen, mussten wir uns regelrecht durch Menschenmassen vor der Bühne quetschen.
Im Hotel nahmen wir noch einen Absacker und dann war der erste Tag auch schon um. Mir gefällt Löwen sehr. Ich bin mir sicher, dass wir morgen noch weitere schöne Ecken entdecken werden. Ihr seid dann ja hoffentlich dabei 🙂
wahrscheinlich werden wir dann dennoch nicht in die Firmenzentrale vordringen. Aber das von Monika, Ruth und mir ausgewählte Wochenendziel ist tatsächlich die Stadt, in der der weltgrößte Brauereikonzern seinen Sitz hat. Wir haben aber hoffentlich anderes vor, als nur drei Tage unter dem Zapfhahn zu liegen.
Es gibt ein sehr spezielles und schmales Rathaus, das aber jeder erkennt, der schon in der Stadt war. Und es gibt einen Beginenhof. Man spricht flämisch oder französisch. Mehr weiß ich auch gerade noch nicht, ich bin etwas unvorbereitet. Wohin geht es also? Das verrate ich dann später. Erika darf übrigens nicht mitraten, sie weiß es schon.
Zur Vorgeschichte: Bei einem unserer „Kulturabende“ (es mag auch die Doppelkopfrunde gewesen sein), erzählte Monika, dass sie plane, an die Nordseeküste zu fahren. Ruth und ich überredeten sie, das Startwochenende der Reise mit uns zu verbringen und wir suchten uns eine kleine Stadt aus, die wir noch nicht kannten. Dort verbringen wir jetzt drei Tage zusammen, reisen aber unterschiedlich an, da ich aus dem Büro heraus per Bahn reise (jaja, die DB hat jetzt extra für mich eine Haltestelle eingerichtet!!!), und die Damen mit dem Auto anreisen.
Blöd war, dass ich vollkommen vergessen hatte, dass wir diesen Trip geplant hatten, denn ich vergaß schlichtweg, ihn in den Kalender einzutragen. Das Hotel hatte ich noch am gleichen Abend des Gesprächs gebucht. Aber danach… Wie weggeblasen. Leute, Kalender sind schon sinnvoll. Eine WhatsApp, wann wir denn wie anreisen, erinnerte mich. Ich musste andere Verabredungen verlegen (das war kein Problem), aber mich dann auch um das Zugticket kümmern. Zug ausgewählt, reservierungspflichtig, bitte Alter angeben wegen Grenzübertritt, blablabla. „Fahrkarte nicht verfügbar!“. Geändert. „Sitzplatz nicht verfügbar!“. Neuer Versuch. Blablabla. Es hat eine ganze Staffel Games of Thrones gedauert, bis ich eine Reise buchen konnte, wo im Buchungsprozess nicht gemosert wurde. Aber jetzt freue ich mich!
Wir lesen uns, wenn Ihr mögt, gerne morgen Abend wieder, dann löse ich das Rätsel auch auf. 🙂
Ich würde mich über virtuelle Begleitung sehr freuen und freue mich auch auf die reelle Begleitung durch Monika und Ruth!
Liebe Grüße, Euer
P.S.: Das lizenzfreie Vorschaubild stammt von flurk20050 von der Plattform pixabay. Danke für die Freigabe!
P.P.S.: Ich glaube, ich habe das Rätsel zu einfach gemacht!
heute war mir nach Frikadelle und Salat. Ich konnte mich aber nicht entscheiden, wie ich sie zubereiten sollte. Da entschied ich mich für drei Varianten in Mini, damit ich auch für morgen noch welche für die Kolleginnen und Kollegen übrig habe. Die glauben ja immer, ich wolle sie verwöhnen, dabei sind sie nur Versuchskaninchen! Nein, Spaß!!!! Ehrlich! Dies bedeutete: Alle frei von Schweinefleisch, mindestens eine Variante ohne Zwiebeln und Knoblauch und eine nicht so scharfe Sorte 🙂
Die Brösel werden noch auf grobe Paniermehl-Größe zusammengestaucht. Ebenso werden die frischen Kräuter, die Knoblauchzehen und die eingelegten Gemüse kleingemacht. Ich bin offensichtlich ein Küchensadist.
Ich male jetzt mal auf, wie die jeweilige Fleischmasse für die drei Sorten zustande gekommen ist :-):
Erläuterung: Ein Drittel ohne Zwiebeln und Gurken, zwei Drittel mit. Das erste Drittel mit Schafskäse etc. weiterverarbeiten, das zweidrittel Restmasse noch einmal teilen und jeweils „mediterran“ bzw. „maghrebinisch“ zubereiten. Das sieht dann so aus:
Aus jedem der drei Teige 10 Klopse à etwa 30 Gramm formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. dieses sodann bei 180 bis 190°C auf mittlerer Schiene im vorgeheizten Backofen etwa 18 bis 19 Minuten backen. Uffpasse! Ich hatte sie 20 Minuten drin, da waren sie mir ein μ zu dunkel. Aber mein Herd hat auch seinen eigenen Willen.
Warm auf den einfachen Salat geben – lecker! Nein, nicht alle!!! Kalt schmecken die ja auch noch.
P.S.: Ich sehe gerade, dass ich schon mehrmals Frikadellen hier gepostet habe. Na, im Fernsehen gibt es angeblich ja auch nur noch Wiederholungen. 🙂 Zudem sind sie jedes Mal ein bisschen anders.
vor geraumer Zeit hatte ich einmal Orangen- und Zitronenschnaps zubereitet. Der führte bis zu diesem Sommer ein unspektakuläres Dasein, man trank ab und zu davon, beide wurden auch durchweg gelobt. Vor kurzem brachte ich die Schnäpse dann mal auf zwei Grillevents mit und da sorgten sie für überdurchschnittliche Begeisterung. Lag es an der langen Ruhezeit? Oder das alle Beteiligten ohnehin schon leicht angetütert waren? Wir werden es nie erfahren.
Auf jeden Fall hatte ich mal wieder eine gemischte Kiste unbehandelter Orangen/Zitronen aus Mallorca bestellt, von denen ich einige einlegte und andere auspresste. 14 Früchten wurde aber dieses Schicksal zuteil:
Je 7 Früchte jeder Sorte mit einer kleinen Reibe von der Außenhaut befreien, dabei aber lieber vorsichtig vorgehen, um nicht zu viele Bitterstoffe aus der Unterhaut mitzunehmen. Man sieht auf dem folgenden Foto an der Menge, dass ich die Früchte auch nicht komplett abgerieben habe.
Dann werden alle Früchte ausgepresst, das ergibt etwa 500 ml Saft, der zum Abrieb in einen Topf gegeben wird. Dazu dann 250 bis 300 Gramm Zucker geben und alles aufkochen lassen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Alles in einen Glasballon geben und mit 2 Litern Wodka auffüllen. Zwei Zimtstanden dazu, verschließen und ein paar Tage ziehen lassen. Ab und zu probieren und wenn es Euren Geschmack getroffen hat, durch ein Abseihtuch in einen weiteren Glasballon geben, um den Schalenabrieb und die Zimtstangen aufzufangen. Fertig ist ein süppiger kleiner und farbenfroher „Kurzer“ mit einer dezenten Zimtnote. Ich trinke ihn gerne kalt! Und sollte der Ansatz doch zu bitter geworden sein, einfach noch etwas Wodka angießen. Prosit!
ich versuche erneut, ohne Auto zurechtzukommen. Das hat vor Cora auch jahrelang funktioniert. Seit einer Woche fahre ich daher wieder ÖPNV und habe mir seitdem jeden Tag mein geliebtes Gefährt… ja, meine Gefährtin, wie Rosinante es für den Herrn aus La Mancha war, zurückgewünscht.
Sollte die Mär stimmen, dass man den Knoblauchgeruch des Gegenübers nicht wahrnimmt, wenn man selbst ausreichend von dieser tollen Knolle genossen hat, dann dürfte ich mich in Zukunft nur einmal im Jahr duschen, um die Hygieneverweigerer in Bussen und Bahnen nicht mehr zu bemerken. Und neben der körperlichen gibt es ja auch noch die psychische Hygiene. Was bringt einen Menschen dazu, sich eine überfüllte Straßenbahn als Abladeplatz seiner Weltenschwermut auszusuchen? ÖPNV ist nicht einfach, auch wenn sie mal fährt. Denn das ist ja das dritte Ärgernis: Wieso bin ich mit dem Auto doppelt so schnell in der Stadt, selbst wenn die Bahn mal pünktlich ist und warum dauert es zehnmal so lang, wenn man auch mal 45 Minuten auf eine Bahn wartet?
Heute gab es dann die Herausforderung der besonderen Art. Ohne Cora fuhr ich nach Ahrweiler, um meine liebe Freundin Ike zu besuchen. Und es hat alles geklappt! Gut, ich musste in dem nur zu 10% gefüllten Zug Richtung Remagen einmal den Platz wechseln, weil eine junge Frau glaubte, sie müsse sich direkt mir gegenüber setzen und ihre von Schuhen befreiten Käsequanten direkt auf den Sitz neben mir parkieren. Was stimmt mit diesen Personen nicht????
In Remagen musste ich etwas auf den Anschlusszug warten und erquickte meine stressgeplagte Seele mit einem Piccolöchen. Auch dieser Zug war pünktlich und ich war seit langem mal wieder zufrieden mit der deutschen Bahn. Ein kurzer Fußweg trennte mich von meiner Unterkunft und die ist klein, aber fein. Mit meiner Vermieterin, die ich bis dato nur per WhatsApp kannte, hatte ich dann noch ein kurzes Telefonat und dann war ich in meinem Zweitagespalast. Ein winzige, aber erstaunlich effektiv eingerichtete kleine Wohlfühloase mitten in Ahrweiler! Der Weg zum Bett erfordert akrobatisches Geschick, aber das habe ich ja in den Genen. Niemand stolpert schöner als ich. Im Ernst: Per WhatsApp kamen Tipps, in der Wohnung lagen Prospekte und Hinweise, was man alles unternehmen kann… Ich bin jetzt schon begeistert von der Unterkunft.
Ich musste einkaufen: Wein, Milch, Wasser, Knabberzeug. Dazu lief ich im Nieselregen zum Ahrweiler Edeka. Die haben, sehr löblich!, Weine auch gekühlt im Angebot. Ich kaufte eine eiskalte Flasche Blanc de Noir der Ahrweiler Winzergenossenschaft. Im Nieselregen zurück zum Appartment, wo mich dann Ike telefonisch erreichte. Wir gaben uns 30 Minuten Zeit zum Frischmachen und dann fuhren wir gemeinsam nach Grafschaft zu Brogsitter, wo wir schnell fündig wurden und unsere Weinkäufe erledigten. Die brachten wir dann zu Ike, wo wir auf dem Balkon einen Auxerrois schlürften, den ich beigesteuert hatte.
Die Pizzeria La Perla wartete auf uns. Ike hatte einen Tisch reserviert und wir liefen hinunter ins Dorf. Leider hat es immer noch gefisselt und wir hatten daher einen Tisch drinnen. Ike Steak und Pommes, ich Schnecken und Pizza Mafiosa. Der Laden bumsvoll! Schnecken prima, Pizza gut, Steak zäh. Und Ike hatte es bestellt, weil ihr Patenkind es so toll fand. Wir haben uns nicht beschwert, sondern nur gesagt, dass das Essen gut war, das Steak aber leider nicht so dolle. Warum ich das so episch ausbreite? Man hat sich entschuldigt und einen Rechnungsabzug vorgenommen. Hut ab! Ich mag diesen Laden!
Wir nahmen den Absacker in der Marktschenke. Absacker? Ja, daraus wurde nichts. Denn wir lernten ein paar Ahrtaler kennen, mit denen wir ins Gespräch kamen. Nicht, dass Ike nicht sowieso dauernd hier und da grüßte, aber diese Frauen kannte sie auch noch nicht. Und alle hatten einen sehr pragmatischen Blick auf die Katastrophe, ohne die Verfehlungen der Bundes- und Landesregierungen herunterzuspielen. Aber in einer Zeit der Krakeelerei und Beleidigungen habe ich mal einen vernünftigen Blick auf die Situation vor Ort erfahren dürfen, von Menschen, die hier leben. Diese Menschen könnten vielleicht mit ihrem Wunsch nach mehr Hilfe mehr erreichen, als Parolenkreischer. Es wird aber wie immer sein: Die Lauten werden von der Politik ignoriert, die Leisen nicht gehört.
Das Ahrtal braucht viel mehr Aufschwung. Jetzt sollen aber erst einmal die Straßen wieder aufgerissen werden, um die Abflüsse zu sanieren, dann erneut, um Glasfaser zu verlegen, dann noch einmal, um…. das weiß ich schon gar nicht mehr…. Sandra aus der Gruppe meinte, sie glaube, es dauere 10 Jahre, um Ahrweiler wieder auf die Beine zu bekommen.
Ist das jetzt Erholung? Nieselregen, Problemdiskussionen, Käsefußalarm? Ja, ich bin gottseidank mal wieder weg aus der Fabrik, habe meine liebe Ike getroffen, kann mich auf weitere Freundinnen und Freunde freuen und auf viel Wein und gutes Essen! Bei mir gehören die Ahrweine unter die Top3 Deutschlands!
Nach einer langen Ausschlafnacht kippte ich mir ein paar Tassen Kaffee in den Kopf und lief durch den Ort. Ike hatte mich angerufen und darum gebeten, Brot zu kaufen. Das tat ich dann und war positiv überrascht, was für nette Bäckereien es hier gibt. In einem anderen Laden erwarb ich sehr günstig Schraubverschlussflaschen für zukünftige Schnapsproduktionen. Der Rundgang durch den Ort zeigte, dass der Wiederaufbau zwar stattfindet, aber viel zu langsam. Mit viel zu viel Leerstand.
Ich entschied mich, mit der Ahrtal-Bimmelbahn zu fahren. Hej, die war so schön leer und ich bekomme jetzt die absoluten Hightlights des Ahrtals zu sehen! Yeah! … Äh … Hmpft… Die Fahrt nach Bad Neuenahr war trist und langweilig. In Bad Neuenahr mussten wir dann 20 Minuten zusehen, wie sich dort andere Touristen in den Bimmelzug quetschten und dann einzeln abkassiert wurden. Und dann fuhren wir fast die gleiche Strecke zurück. Nur, dass in Bad Neuenahr so viele Menschen zustiegen, dass wir wie gequetschte Sardinen in der Dose zusammengepfercht waren.
Ein älteres Ehepaar, das ganz vorne saß, krakeelte, dass man ja ohne Knieschaden gar nicht mehr herauskäme. Durchweg, die ganze Fahrt lang! Hinten saßen Menschen, die in einer slawischen Sprache herumlamentierten. Laut, ohne Punkt und Komma. Neben mir saß eine Mutter mit ihrem liebreizenden Kind. Sie ließ ihre Brust herausploppen und säugte ihren Benji. Das fand ich jetzt schon nicht prickelnd. Benji musste aber ab da herumrülpsen und ich dachte den Rest der Fahrt nur daran, dass ich, wenn Benji mich ankotzen würde, dann leider auch kotzen müsse. Fazit: Tut es Euch nicht an! Langweilig, gefährlich, stickig bis muffig und – erwähnte ich es schon? – langweilig!
Ich trank einen Kaffee in meiner Ferienbutze und sortierte meine Gedanken für den Nachmittag. Denn nun hieß es, noch mehr liebe Freunde zu treffen. Ich lief zu Ikes Behausung und kam nur Minuten nach Erikas und Udos Eintreffen an. Eine halbe Stunde später vervollständigten Tita und Frank die Runde. Ike hatte kleine Snacks angekündigt, es wäre allerdings genug für ein komplettes Abendbrot gewesen. Es war sehr schön, mal wieder zusammen zu sein.
Um 19 Uhr war der Tisch beim Körtgen bestellt. Ich erwähnte bereits, dass ich da schon immer hinwollte. Ich mache es kurz. Man hatte mir gesagt, dass das Essen da auch nichts mehr tauge und das Körtgen maßlos überschätzt sei. Ich weiß es jetzt besser, denn ich war ja heute da. Das Essen ist mehr als gut! Ich hatte Nudeln mit Pfifferlingen und die Dessertvariation des Hauses. Perfekt! Die Weine von Körtgen sind etwas bodenständiger als die von Brogsitter, aber ich mag beide gerne trinken. 🙂 Überraschung des Abends war aber, dass Ike die gesamte Rechnung übernahm, im Nachgang zu ihrem Geburtstag. Da hätte ich ja auch Schampus…., nee, Spaß!
Tita und Frank fuhren noch nach Hause, während Ike, Erika, Udo und ich noch einen Absacker am Markt nahmen. Wir konnten bis Mitternacht draußen sitzen, bis wir gebeten wurden, zu gehen. Die Sperrstunde war erreicht. Ehrlich? Ich habe Mitleid mit den Anwohnern! Die meisten anderen Kneipengäste hatten vergessen, dass es ein gesellschaftlich akzeptiertes Level an Lautstärke im Freien gibt.
Das war ein wunderbarer Tag und ich kletterte dankbar die mehr als tödlichen Stufen zu meinem Bett hoch.
Sonntag dann räumte ich ein bisschen in der Butze auf (Hotels haben auch Vorteile!) und begab mich samt Gepäck wieder zu Ikes Wohnung. Zu viert spazierten wir in den Weinbergen um das Calvarienkloster herum, ich zündete in der Grabkammer der seligen Blandine ein Kerzchen an, und genossen das gute Wetter, die frische Luft und die schönen Ausblicke. Nach der Wanderung fuhren wir noch in den Altenwegshof, wo es deftige Küche zu sehr fairen Preisen gibt. Das unter Lindenbäumen mit Blick auf die Ahrtal Mountains! Sehr schön da, daher auch später bumsvoll. Diesmal auf die Kappe von Erika. Danach trennten wir uns alle, die Bad-Münstereifelaner traten wieder in die Pedale (Respekt!) und Ike brachte mich zum Bahnhof Remagen. Denn hin nach Ahrweiler kann man mit dem Zug, zurück nur mit einem unzuverlässigen Schienenersatzverkehr. Ich frage mal so lose in die Runde: WIESO??? Die Züge müssen doch sowieso die Strecke zurück fahren, wieso nimmt man dann nicht Passagiere mit? Oder werden die Züge in Walporzheim alle entsorgt? Die Logik dahinter wird mir für immer verschlossen bleiben.
Auf jeden Fall war das ein wunderbares Wochenende, wir hatten uns in kompletter Formation ewig nicht gesehen. Und mit dem Wetter hatten wir ja auch Glück. Und die Rückfahrt verlief auch unproblematisch, außer das der Zug brechend voll war. Also, es geht irgendwie auch ohne Auto. Nämlich, wenn jemand anderes fährt. Hihi.
Liebe Grüße, noch einen schönen Sonntagabend, Euer
nein, das „Art“ steht keineswegs für die kunstvolle Zubereitung dieses Essens. Aber ich hatte mal wieder Lust auf Gyros (insbesondere nach dem Ausscheiden der Türkei aus der EM – was ich für den größten Teil der Mannschaft schade, für den Großteil der (bescheuerten) Fans aber gut finde), das ich etwas lieber mag als Döner, da das Fleisch doch knuspriger und „bissiger“ ist.
Mein einziger Gyros-Dealer in der Nähe, Christos, musste seinen Imbiss räumen und von Poll nach Porz ziehen, daher – mangels Bestellgelegenheit – improvisierte ich das jetzt einfach mal:
Gestern schon bereitete ich Tsatsiki zu, damit es gut durchziehen kann. Joghurt mit entkernten und in Würfel geschnittener Gurke, Salz, Pfeffer, durchgepresstem Knofi, Dill, etwas Zitronensaft und etwas Olivenöl vermengen, schon ist das fertig.
Aus Schweineschnitzeln schnitt ich kleine Streifen, die ich schon seit dem Vormittag in Olivenöl (3EL) marinierte, zusammen mit Oregano (1EL), Majoran (1TL), Kreuzkümmel (1TL, gemörsert), Rosenpaprika und Paprika edelsüß (je einen dreiviertel TL), Zitronensaft (ein Spritzer), gehackten Zwiebeln (1 kleine) und gepresstem Knoblauch (3 Zehen).
Anderthalb Stunden vor Verzehr schnitt ich aus Kartoffeln pommesähnliche Gebilde und wässerte sie für etwa eine halbe Stunde, das soll Stärke entziehen und die Pommes knuspriger machen. Dann Ofen vorheizen auf 200°C und die abgegossenen und abgetrockneten (!) Pommes für etwa 20 Minuten darin auf mit Backpapier belegtem Backblech knusprig backen. Dann weitere 5 Minuten bei mit einem Holzlöffel offen gehaltener Herdklappe garen, das soll Dampf besser entweichen lassen und die Pommes knuspriger machen. Beide „knuspriger“-Tipps habe ich übrigens von der REWE-Homepage.
Während die Pommes sich von Knollen in Glücksstäbchen verwandeln, wird das Fleisch mitsamt Marinade in einer großen Pfanne bis zum gewünschten Knusprigkeitsgrad gebraten.
Die Pommes noch salzen und ggf. mit etwas Paprikapulver bestäuben, alles zusammen mit halben Zwiebelringen anrichten und verschlingen.
Ich wünsche Καλή όρεξη! Euer
P.S.: Pommes aus der Fritteuse schmecken einen Tacken besser, aber diese „gesündere Variante“ ist auch schon ziemlich gut.
vorgestern habe ich mehr Körnerbrötchen gekauft als benötigt, da es drei zum Preis von zweien gab. Das dritte Brötchen hatte dann zwei Tage Zeit, in der Tüte rumzufaulenzen und war heute früh entsprechend unfrisch. Dennoch kann man solche Brötchen sehr gut in einen leckeren Frühstücksbestandteil verwandeln:
Man schnibbelt sich eine Omelettfüllung zurecht, das waren bei mir Frühlingszwiebel, Putenbrust und Edamerwürfel, verquirlt pro Brötchenhälfte ein Ei mit Gewürzen (ich nahm Chilisalz, Salz, Pfeffer und einen guten Schwung gefriergetrockneter Kräuter der Provence), gibt die Füllung dazu, verrührt alles gut, höhlt die Brötchenhälften aus (die Krume kann man im Ofen mitbacken und zur Panade reiben oder als Frikadellenbindung aufheben) und gibt die Ei-Masse in die Aushöhlung.
Ab in den vorgeheizten Ofen, bis die Masse stockt. Das Brötchen ist dann stellenweise wieder schön knusprig und die Eimasse schön heiß. Guten Appetit.