Kartoffelbrötchen

Ihr Lieben!

Vom Teig für die Spargelquiche am Sonntag blieb ja so viel übrig, dass ich ankündigte, am Montag daraus eine Pizza zu machen. Leider kam ich dann abends nicht dazu, daher entschloss ich mich heute, zwei Tage später, Kartoffelbrötchen daraus zu machen.

Der Teig (Rezept siehe Link oben) stand die ganze Zeit im Kühlschrank und ich musste wegen der Klebrigkeit noch ca. 1 Kaffeetasse Mehl einarbeiten. Ich formte auf der Arbeitsfläche eine Rolle und schnitt daraus 9 Teiglinge, die ich in eine gefettete (Backtrennspray) Muffinform setzte. Sie wurden bei 200°C für ca. 30 Minuten gebacken. Die Kruste ist dann knusprig, die Krume ist sehr kompakt, hat aber viele kleine Lufteinschlüsse. Und es schmeckt. Ein prima Brötchen!

Spargelquiche (vegetarisch)

präsentiert

… eine Spargelquiche, Ihr Lieben!

Heute trafen Ruth und ich uns mal außerplanmäßig, da sich in unseren Kalendern Turbulenzen ergeben hatten, die uns umdisponieren lassen mussten. Ruth schlug eine Spargelquiche vor, was ausgezeichnet passte, da wir dafür fast alles schon beisammen hatten.

Auf der Suche nach einer Alternative für den 08/15-Mürbeteig stießen wir auf mehrere Rezepte für einen Hefe-Kartoffelteig. Der sollte die Basis für unsere Quiche bilden:

300 Gramm Kartoffeln wurden weich gekocht und durch eine Presse gedrückt. Dazu gaben wir 400 Gramm 550er-Mehl, einen Teelöffel Salz sowie etwas Muskatnuss und Paprikapulver. Wir lösten einen Würfel Hefe in 200 Milliliter lauwarmem Wasser auf und kneteten aus allem einen Teig. Der war ein kleines bisschen klebrig, wir steuerten aber kein zusätzliches Mehl mehr bei. Der Teig ging für 45 Minuten. Er reicht übrigens für 2 Quiches, ich habe die Hälfte kalt gestellt für eine Pizza morgen. Beim Ausrollen in der Form kam dann nur noch ein bisschen Mehl zur Hilfe.

In der Zwischenzeit putzen wir einen Bund grünen Spargel, wobei wir die Enden sehr großzügig abschnitten. Dazu kamen eine Handvoll Lauchringe, zwei entkernte und geachtelte Tomaten sowie eine halbe gelbe Paprika in kleinen Würfeln.

Der Teig wurde ohne Belag in einer Tarteform für 10 Minuten bei 200°C vorgebacken. Die Spargelstücke und Köpfe brieten wir in Butter mit ein bisschen Salz, Pfeffer und einem halben Teelöffel Zucker an. Die obere Hälfte mit den Köpfchen ließen wir dann an einem Stück, die untere Hälfte würfelten wir.

Sodann belegten wir den Teig mit den Spargelwürfeln und den Lauchringen. Darüber gossen wir eine gut verrührte Mischung aus einem Becher saurer Sahne, einem Becher Creme fraîche und zwei Eiern, verhalten gesalzen und gepfeffert. Ein Schuss Milch brachte die richtige Konsistenz.

Darauf arrangierten wir die Paprikawürfel, die Spargelköpfe, die Tomatenachtel sowie ein paar Scheiben einer Ziegenkäserolle. Wieder in den auf 180°C runtergestellten Ofen für 30 bis 40 Minuten (die Masse sollte gestockt, aber nicht völlig fest sein) und ab auf den Tisch. Uns und unserem Testesser Markus (und wir haben ihn nicht mit Küchengeräten bedroht!) hat es ausgezeichnet geschmeckt.

Nachmachen lohnt sich!

P.S.: Meine liebe Ruth hat übrigens ein ganz wunderbares Büchlein heraus gebracht, es heißt „Zwischen Punkt und Komma – Lyrisches Mittendrin“ (externer Link). Ruth, Du liest das jetzt bestimmt mit gemischten Gefühlen, aber Talente müssen leider ohne Ansehen der Person dringend gewürdigt werden!

Zwiebelgulasch

Liebe Leser,

irgendwie will es dieser Tage noch kein Frühling werden. Heizung an, Heizung aus, Sonne und Regen lösen sich im Stundentakt ab. Und ich habe Kurzurlaub. Yeah… Ein guter Stimmungsaufheller muss her. Und Nudeln gehören definitiv dazu, und das rezeptfrei! Und zu Nudeln passt prima ein Zwiebelgulasch. Und das ist auch noch simpel in der Zubereitung:

Im Schnellkochtopf brate ich in zwei Esslöffeln Butterschmalz 750 Gramm Gulasch an, nehme es heraus und gebe in den Bratensatz noch einmal Schmalz und drei Esslöffel dreifach konzentriertes Tomatenmark. Unter Hitze schnell verrühren. Darauf 1 Kilogramm grob gewürfelte Zwiebeln und vier durchgedrückte Knoblauchzehen. Anschwitzen lassen. Immer gut rühren. Fleisch darauf geben. Rühren. Jetzt gut würzen: 1 Esslöffel Paprikapulver, je ein halber Esslöffel Pfeffer und Salz. Ein Teelöffel Zucker. Nach Geschmack Chilis oder Cayennepfeffer. Ich nehme 2 Teelöffel meiner Chilis. Wer mag, gibt noch Kümmel dazu (ich ließ es diesmal sein). Fenchelsamen oder Sumach würden auch gut passen.

Dann eine halbe Flasche Merlot und anschließend so viel Gemüsebrühe angießen, bis alles knapp bedeckt ist *). Deckel drauf und eine Stunde unter Dampf setzen. Wenn kein Schnellkochtopf verfügbar ist, wird im normalen Topf solange geschmort, bis das Fleisch durch und zart ist. Abdampfen, abschmecken, mit Nudeln zusammen anrichten, Klacks Crème fraîche drauf. Hmmmmm……. Es stimmt: Nudeln machen glücklich! 🙂

(Die Zwiebeln hätten noch mehr verkochen können, das liegt aber daran, dass der Gerry zu faul war, sie kleiner zu hacken. Es zergeht aber alles auf der Zunge.)

*) Wenn Kinder mitessen, dann natürlich nur die Gemüsebrühe… Oder man kocht in zwei Töpfen….

Stangenbrot / Wurzelbrot

Ihr Lieben,

mein kürzlich erstandenes Toastbrot war trotz angeblicher Haltbarkeit bis zum 20. Mai angeschimmelt; also wechdamit! Und nun? Nun musste eine Art Baguette her. Da das Ergebnis aber optisch abweicht, nenne ich es hier mal Stangenbrot. Eigentlich sieht es wie ein Wurzelbrot aus. Hm.

220 Gramm Mehl (Type 550!) habe ich mit einem halben Teelöffel Salz und einem viertel Teelöffel Zucker vermengt. In 150 Milliliter Wasser löste ich 15 Gramm Hefe auf und vermengte das dann mit den trockenen Zutaten. 2 Stunden ließ ich den Teig abgedeckt ruhen. Dann formte ich auf der bemehlten Arbeitsplatte ein, nun ja, baguetteförmiges Gebilde, legte es auf mein Baguette-Lochblech (ja, so etwas gibt es!), heizte den Ofen auf 225°C O-U-Hitze vor (solange war das Brot noch abgedeckt), stellte ein ofenfestes Gefäß mit Wasser unten in den Ofen und buk das Brot dann für ca. 30 Minuten.

Oh la la, lecker!

Spaghetti frutti di mare

Ihr Lieben,

heute etwas sehr simples, aber trotzdem sehr leckeres. Und mit der richtigen Zutat auch ein Hingucker für Gäste: schwarze, mit Sepiatinte gefärbte Spaghetti.

In einem Topf zerlässt man einen guten Esslöffel Butter und schwitzt darin die Würfelchen einer kleinen Zwiebel an. Dazu kommt eine Packung Meeresfrüchte „natur“ (250 Gramm), die erhält man in größeren Supermärkten oder beim Fischhändler. Ein gestrichener Esslöffel Gemüsebrühe sowie den Saft einer halben Zitrone rein, ein Schnapsglas Wermut hinterher und pfeffern. Ein Häuchchen Knoblauch. Dann zwei Esslöffel TK-Dill sowie eine Packung (200 ml) Sahne. Aufkochen und dann auf niedrigster Stufe köcheln lassen.

Nudelwasser aufsetzen, gut salzen. Die Sepiaspaghetti nach Packungsanweisung al dente kochen. Auf einem Teller anrichten, die Soße noch einmal abschmecken (erst jetzt ggf. Meersalz dazugeben!), auf die Nudeln geben und servieren.

Buon Appetito.

Spaziergang Ahrweiler

Ihr Lieben,

ziemlich kurzfristig haben sich heute Ike, eine gute Freundin, und ich zu einem Treffen in Ahrweiler verabredet. Sie verlässt nämlich Köln zugunsten einer sehr schönen Wohnung mit tollem Blick auf Weinberge in einem schönen Wohnviertel außerhalb der touristischen Altstadt.

Leider wird ihre Küche erst weit nach dem Umzug geliefert, daher soll sie übergangsweise meine elektrische Kühlbox, die ich mir für Cora (mein Auto) zugelegt hatte, bekommen. Heute habe ich sie ihr also gebracht.

Zuerst war natürlich Wohnungsbesichtigung angesagt. Danach ließ ich mich auf einer frisch erstandenen Sonnenliege nieder, die vor lauter Ergriffenheit in die Knie ging. Peinlich! Die Haftpflicht freut sich.

Wir erkundeten dann ein bisschen die nähere Umgebung, am Kloster Kalvarienberg vorbei, am Ahrufer entlang, durch die Altstadt (die ganz ordentlich besucht, aber nicht vollkommen überlaufen war). Wir erstanden ein gekühltes Fläschchen Cuvée aus Müller-Thurgau, Johanniter und Weißburgunder und ließen uns von diesem ein Becherchen am Ahrufer bei lebhaftem Geplauder schmecken.

Ahrweiler ist schon ein richtig netter Flecken. Ich war mal mit einer meiner beiden Doppelkopfrunden zum Wandern da. Naja, wir sind damals ca. 1 Kilometer gelaufen. Zumeist haben wir die lokalen Erzeugnisse degustiert. Das war auch damals schon nett.

Hier ein paar Bilder unseres kleinen Spaziergangs:

Wraps „Hühnchen Schawarma“

Ihr Lieben. Für heute hat sich Elke angesagt. Befragt, was sie sich zu Essen wünsche, beschied sie mir, dass ein Wrap sie glücklich machen würde.

Wraps haben wir schon öfter gehabt. Auch für meine und von meinen ehemaligen Mitbewohner/n kamen sie oft auf den Tisch. Denn sie sind unglaublich gut zu variieren, sehr einfach zu machen und ein herrliches Essen, wenn man mal nicht so auf die Etikette achten möchte. Wraps zu falten, ohne dass etwas herausfällt ist eine Wissenschaft für sich. Auch dem geübtesten Knigge-Experten hängt zumindest Soße im Bart.

Da ich – glaube ich – noch kein Wrap-Rezept auf Gerrys Welt habe (naja, ist ja auch nicht wirklich schwer), wird es jetzt mal Zeit. Ich versuche mich an Wraps nahöstlicher Art mit Huhn. Shawarma (manchmal auch mit SCH) heißt das dann und ist beliebt dort wie Döner hier. Das dazu erforderliche Brot selbst zu machen, gelingt eigentlich nur Hochofenbesitzern, ein normaler Herd eignet sich nicht wirklich. Bei mir wurde schon der Teig nichts. Daher kaufte ich Fertigwraps. Mit den dünnen Fladen eines libanesischen Bäckers schmeckt es natürlich besser.

Für das Fleisch schneidet man Huhn in kleine Stücke und mariniert es mit einem Haufen Gewürze. Grob gesagt, von jedem einen halben Teelöffel; aber ehrlich, man kann auch nach Augenmaß alles zusammenpudern. Als da wären: Zimt, Paprikapulver, Kurkuma, Korianderpulver, Salz, weißer und schwarzer Pfeffer, Kreuzkümmelpulver, Schwarzkümmel, Oregano, Knoblauchpulver, Harissa, Muskatnuss. All das wird mit ein paar Esslöffeln Joghurt und dem Saft einer Zitrone über Nacht mariniert.

Zu den Wraps reicht man Knoblauchsauce und/oder Sesamsauce (Tahinisauce). Die Knoblauchsauce mache ich mit festem Joghurt. Für einen 500-Gramm-Becher Joghurt einen durchgedrückten Soloknoblauch, einen Teelöffel Olivenöl und eine Prise Salz dazu. In diesen Dip gebe ich noch ein Dutzend gehackte Minzblätter. Ein Spritzer Zitrone rundet das ab. Die Sesamsauce rühre ich mit 150 Gramm Tahinipaste, Zitronensaft, Salz und Pfeffer sowie Knoblauch an. So lange Wasser hinzugeben, bis die Sauce die gewünschte Konsistenz hat (bei mir ca. 50 Milliliter. Über die Tahinisauce streue ich noch eine ganze Menge gehackter Petersilie.

Jetzt brauchen wir noch Gemüse. Dazu kann man alles nehmen! Ich schneide je eine Karotte, Zwiebel, große feste Tomate und Römersalat sowie eine halbe Paprika in feine Streifen und serviere das alles zusammen mit Zitronenscheiben auf einer Platte.

Das Fleisch wird nun im Ofen – ausgebreitet auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech – bei 180°C O/U für 20 Minuten gebraten (ginge aber auch in der Pfanne).

In der Zwischenzeit Fritten zubereiten. Ich nehme heuer mal gekaufte und mache sie in der Fritteuse.

Am Tisch dann die warm gemachten Wraps mit allem was man möchte belegen und besaucen. Manchmal kommen die Pommes sogar mit in den Wrap. Zusammenrollen oder -falten und rumsauen! Lecker!

„Brot ohne Gehzeit: Dinkel/Körner-Brot“ oder auch „Ein Loblied auf das Backtrennspray“

Ihr Lieben, heute war mal wieder Brot ohne Gehzeit dran (siehe „No go bread“). Es gibt dieses Brot übrigens auch unter dem Namen 3(oder 5)-Minuten-Brot im Netz.

Ich habe dieses genau so zubereitet wie das No-Go-Bread, nur diesmal mit Dinkelmehl und einer Körnermischung von Sonnenblumenkernen, Leinsamen und Haferflocken. Zudem gab ich einen Teelöffel Zucker zu, um die Hefe richtig auf Touren zu bringen.
Funktioniert auch bei mir, stellt mir einfach Süßigkeiten hin. Oder ein Leberwurstbrot mit Gurken. Oder überhaupt irgendein Essen….

Jetzt kommen mal ein paar Tipps, man hat ja als Blogger auch einen Erziehungsauftrag :-):
Letztes Mal hatte ich Probleme, das Hermann-Brot aus der sehr teuren Backform zu bekommen, die ich mit Öl eingepinselt hatte. In den Rezensionen überwogen aber die Jubelrufe zu dieser Backform, so dass ich Ursachenforschung betrieb. Und siehe da: Ein Bäckermeister erläuterte in einem Forum, dass Öl und Teig sich gerne verbinden und deswegen das Brot wie Pech an der Backform kleben bleibt. Er empfahl Backtrennspray auf rein pflanzlicher Basis. Ich bestellte es, benutzte es und voilà, das Brot hüpfte praktisch aus der Form. Tolles Zeug!

Dann Tipp Nr. 2: Es ist wieder ein sehr teures Brot geworden, weil ich in der allerletzten Zutat, die ich in den Teig spedierte, nämlich dem statt der Haferflocken ursprünglich vorgesehenen Sesam, Tierchen hatte, dies aber erst beim Schütten bemerkte. Ich musste den ganzen Teig wegwerfen! Also, immer vorher (!!!) in die Tüte gucken.

Das zweite tierfreie Brot ist dann aber sehr lecker geworden!

Ramen – japanische Nudelsuppe

Ihr Lieben, heute mal wieder ein Rezept, wo man bei bestimmten Menschen Schnappatmung auslösen könnte; „Das geht ganz anders!“ oder „Das soll japanisch sein?“. Es geht um ein Kulturgut, das Mitte des 19. Jahrhunderts aus China nach Japan kam. Die Ramen-Suppe. Ich habe noch nicht oft Ramen gegessen, geschweige denn, selbst welche gemacht. Fand es aber immer sehr lecker. Also habe ich mich im Netz mal schlau gemacht*. Es gibt gefühlt eine Millionen Varianten. Ich habe mir aus allem das für mich ansprechendste rausgepickt und dann hieß es: Ab in den neuen, riesigen Asia-Supermarkt.

Ramen heißen übrigens sowohl die Nudeln, als auch die Suppe selbst. Die Besonderheit bei diesen Nudeln ist, dass sie neben Weizenmehl, Salz und Wasser „kansui“ enthalten, alkalisches Wasser. Neben Ramen gibt es z.B. auch Udon- und Sobanudeln. Trivium: Die Anhänger der Pastafari-Religion (fliegendes Spaghettimonster) benutzen die „Gebetsformel“ RAmen.

Am Vortag beginnt man damit, Ajitsuke Tamago vorzubereiten. Das sind weichgekochte, gepellte Eier, die für mindestens einen Tag in Sojasauce und Mirin (einem süßlichen Reiswein) sowie Wasser eingelegt werden, Verhältnis 2:2:6. Und am besten in einem gut verschlossenen Gefrierbeutel, dann kann man sie ab und zu schön wenden.

Man kann zu Ramen Fisch oder Gemüse oder sonst was als Beilage reichen. Da ich letztlich bei Frank einen ganz tollen Schweinebauch aufgetischt bekam, entschied ich mich dafür. Ebenfalls am Vorabend ritzte ich also die Schwarte eines Stücks Schweinbauch mit einem Messer ein, rieb ihn dann mit Salz, Zucker und Pfeffer ein und ließ ihn bis zum kommenden Morgen marinieren.

Am Verzehrtag selbst wäscht man morgens den Schweinebauch wieder ab, platziert ihn in einer ofenfesten Form und stellt ihn – versehen mit Knoblauch, Ingwer, Chili, Salz und Pfeffer – mit Frischhalte- und Alufolie (oder ofenfestem Deckel) bedeckt bis abends in den 80°C warmen Ofen zum Niedriggaren. Das waren bei mir fast 9 Stunden.

Mittags dann setzte ich Brühe an. Ich hatte ein Rezept gefunden, da wurde eine Hühnerbrühe für Tage geköchelt. Nun, ich entschied mich für meine Gemüsebrühe, es handelt sich schließlich um „Poller Ramen“ :-). Die Brühe (ca. 1 Liter) wird mit Sake oder chinesischem Reiswein sowie Sojasauce (je 2 EL) aufgepeppt, zudem kocht man eine Handvoll getrocknete Algen mit und gibt etwas Miso-Paste (pro Liter 3 bis 4 Esslöffel) hinein. Algen und Miso sorgen für „umami“, denn sie enthalten natürliches Glutamat (nicht zu verwechseln mit Natriumglutamat). Umami ist ein fünftes Geschmacksempfinden neben süß, sauer, salzig, bitter und soll die anderen vier Geschmacksrichtungen positiv hervorheben. Umami heißt deswegen wohl auch übersetzt „schmackhaft“. Nach ein bisschen Köchelei ausschalten und ziehen lassen.

Neben der Brühe kann man mittags auch schon die Gewürzsauce „Tare“ zubereiten. Dazu vermenge ich 4 EL Sojasauce, 4 EL Sake, einen gepressten Soloknoblauch und einen Esslöffel geriebenen Ingwer und erhitze alles kurz zusammen. Ebenfalls ziehen lassen.

Am Abend dann werden Brühe und Tare wieder erhitzt, der Schweinbauch wird (ohne Folie oder Deckel!) für 10 bis 15 Minuten bei 200°C unter den Grill gelegt, um die Schwarte etwas zu festigen, die Ramennudeln werden nach Packungsanleitung zubereitet (sie ziehen in der Suppe nach, also lieber al dente lassen) und dann wird fast schon angerichtet. Vorher die Brühe noch durch ein Filtertuch abgießen, denn die Algen und die Schwebstoffe sollen raus. 1/2 Esslöffel Tare in die Schale, Ramennudeln drauf, mit Brühe auffüllen und die Toppings darauf geben. Das sind bei mir der in Streifen geschnittene Schweinebauch, in der Pfanne geschwenkte Spargelspitzen, Mungobohnensprossen sowie Frühlingszwiebelringe. Dazu die Eier, halbiert. Ganz zum Schluss etwas von der japanischen Gewürzmischung Shichimi Togarashi.
Ein Fest fürs Auge und – ich denke, es geht wahrscheinlich noch besser, aber dennoch – für den Gaumen! Ich würde es auf jeden Fall ohne Scham Gästen vorsetzen.

Einige der Zutaten.

どうぞお召し上がりください

(Ich hoffe sehr, dass das „Guten Appetit“ bedeutet)

* Da ich für diese Kreation auf Hilfe aus dem Netz angewiesen war, hier noch die Credits: Dank an Wikipedia, malteskitchen.de, 1mal1japan.de, chefkoch.de (dynamind), schlaraffenwelt.de sowie bento-daisuki.de

Eseleien, Schweinereien und sonstige tierische Dinge

Ihr Lieben, Elke und ich waren ja vor kurzer Zeit in Zons wandern. Dort gibt es einen Eselpark, der aber auch ganz viele andere Tiere beherbergt. Es ist kein Zoo, nein. Es ist eine Tierauffangsstation. Ich hatte mit den Betreibern vor der Wanderung Kontakt, aber der Park war wegen Corona nicht besuchbar. Wir sind trotzdem daran vorbeigelaufen und erhaschten Blicke auf den Hof. Besonders hat es uns ein junger, dunkler Esel angetan. Ich nahm erneut Kontakt auf, erfuhr, dass wir das Fohlen Christel gesehen hatten und nach einiger Konversation durften wir Sonntag unter strengster Beachtung von Coronaregeln den Hof besuchen, weil wir Fördermitglieder und Paten werden wollten. Es ist ein offenes Geheimnis: Elke und ich waren schon immer große Fans von Eseln.

Was soll ich sagen? Jetzt sind wir die größten Fans. Wir sind noch nie so vielen Eseln auf einmal begegnet und hatten noch nie so nahen Kontakt. Was für gutmütige und neugierige Tiere dabei sind. Aber auch die Schweine, Schafe, Hühner, Enten, Ponys und Ziegen haben es uns sehr angetan.

Die Betreiber führen den Park ehrenamtlich (siehe Wanderbericht Zons) und gehen nebenher auch noch ihren Berufen nach. Wir erfuhren viel über die teilweise schrecklichen Umstände, wie die Tiere ihren Weg auf den Hof fanden, aber auch viel über die tolle Arbeit mit anderen Einrichtungen; Schattenkinder, Altenheime, Behindertenarbeit etc. Und dass Tierschutz auch mal Erlösung bedeuten muss. Ein schwieriges, aber wichtiges Thema.

Der Hof freut sich über Unterstützung, ist aber für einen Ansturm von Besuchermassen nicht geeignet. Man versteht sich hier auch nicht als Zoo zur Belustigung von Zuschauern, sondern als Einrichtung zum Tierschutz. Darinka und Peter sind wunderbare Menschen und ich bin sicher, dass die meisten „Bewohner“ kein besseres Heim hätten finden können – auch wenn das ein oder andere Tier wegen Misshandlung gar kein Zutrauen zu Menschen mehr hat, was mehr als traurig ist.

Hier ein paar Bilder von unserem Spaziergang vor dem Hofbesuch in den Rheinberger Wiesen und vom Hof selbst:

Ach ja, natürlich sind die Fördermitgliedschaft und die Patenschaft beantragt. 🙂

Und klar, wir werden wohl auch mal hinfahren, um mitzuhelfen. Und das nicht nur aus Pflichtgefühl…