Tag 6: Arguineguín und Playa del Inglés

Ihr Lieben,

ich habe gestern zuhause noch ein bisschen von den in Tejeda erstandenen Himmelsbröckchen genascht. Wow. Zuerst hat man das Gefühl, eine Zuckerstaubwolke im Mund zu haben, dann löst sich das ganze in Zucker, Mandeln und Zitronen auf und schmeckt …. ja, himmlisch passt. Und wie vorausgesagt, war der ganze Gerry voller Puderzucker. Die Dinger haben irgendwie einen sehr geringen Schmelzpunkt und bröseln schon beim Angucken auseinander. Herrlich. Ich habe sofort nach einem Rezept gesucht, aber keines gefunden. Ich muss wieder in den Laden und einen Containertransport nach Köln organisieren.

Aber zum Tag heute: Die Bauarbeitertruppe blieb heute aus. Nanu? Ah, es ist nicht nur Nikolaustag in Deutschland und wo auch immer der sonst gefeiert wird, sondern in Spanien auch Día de la Constitución, Tag der Verfassung und Nationalfeiertag. Spürbare Auswirkungen hatte das aber keine. Ich fuhr mit dem Bus nach Süden, in den Ort mit dem wunderbaren Namen Arguineguín. Da sollte heute einer der größten Märkte der Insel stattfinden. Ich liiiiebe Märkte. Leckereien, Souvenirs, diese Vielfalt. Und es hat heute auch viel besser mit den Bussen geklappt.

Aber dann: Puh. Arguineguín ist leider nicht annähernd so wunderbar, wie sein Name. Und der Markt ist eine einzige Ramschveranstaltung. Fangen wir mit dem Markt an: 300 Stände, davon 99% mit billigen Klamotten oder Plastiktinneff. Aber wohl ein lohnenswertes Geschäft, denn viele Besucher liefen mit vollbepackten Tüten herum. Ich kaufte mir eine Billigsonnenbrille, um für Sonnenfahrten im Auto gerüstet zu sein. Der Besitzer vom Nachbarstand sah das, schnupperte Morgenluft und folgte mir – mit einer Billigkopie meines Leinenhemdes wedelnd. „40 Euro, gute Qualität! Genau wie Deins! Nein? 30 Euro, nur für Dich! Nein? Heee, 20 Euro, okay? Super Qualität! Also 15, mein Freund!“. Ich habe für meine Sonnenbrille wahrscheinlich viel zu viel bezahlt. Ich zählte einen (!) Obst- und Gemüsestand sowie zwei Essensstände. Ich schaute kurz bei Tripadvisor nach. Was sind die Highlights von Arguineguín? Nr. 1: der Strand. Rechts Plastikstuhlbuden und links eine Art Ölraffinerie (?). Huch. Nr. 2: der Hafen. Naja. Nr. 3: der soeben besuchte Markt. Wie deprimierend. Ich verließ diesen gruseligen Ort, um nach Playa del Inglés zu fahren.

Ich wusste schon von meinem Besuch in 2019, dass dieser auch nicht zu meinen Lieblingsorten gehört, aber immerhin gibt es hier die Dünen, die wirklich eine Attraktion sind. Also dort ein bisschen durchgelaufen und dann einen Krug Bier am Paseo Maritimo zu mir genommen. Sollte man einfach mal gemacht haben. War auch lecker und wurde zu meiner großen Freude in einem tiefgekühlten Krug serviert. Ich blieb dabei aber angezogen, so viel Dezenz besaßen dann einige andere leider nicht. Dann war aber auch schnell gut. Also, zurück nach Arinaga. Da gibt es eine Direktverbindung. Hui!

Also, ich finde meinen Job ja schon nervenzerreibend. Aber Busfahrer im Touristenhotspot zu sein, erfordert wohl auch Nerven wie Drahtseile. „Sis Bas go Einkaufszentrum?…. Wot Bas go seer?“. An jeder Haltestelle Dutzende Touristen, die ein- und wieder aussteigen, weil sie im falschen Bus sind. Erstaunlicherweise hängen aber an jeder Haltestelle Listen mit den Zielen und entsprechenden Liniennummern. Ich würde mir ja einen Spaß draus machen und im Wechsel immer „sísí“ und „nono“ antworten. Aber die Kanaren sind wohl nicht so fies…

In Arinaga war dann am Nachmittag besseres Wetter als im Süden (da zog es sich schon mittags zu und es war auch recht schwül) und so nahm ich meinen High Tea ohne Baulärm in der Sonne auf der Veranda ein. Also alles in allem ein eher ruhigerer Tag. Darf auch mal sein. Den Rest des Abends wird zuhase gefaulenzt.

Morgen soll es – je nach konsultierter Wetter-App zwischen Weltuntergang und Paradies werden. Gibt es eigentlich Belege dafür, dass Meteorologie eine Wissenschaft ist? Meine Erfahrungen lassen einen solchen Schluss nicht wirklich zu. 🙂

Meine neuen Wanderschuhe singen seit drei Tagen „We boots are made for walking…“; mal sehen, vielleicht lasse ich mich ja morgen dazu hinreißen.

Liebe Grüße, allen einen schönen Nikolaus- bzw. Nationalfeiertag!
Euer Gerry

P.S.: Seid Ihr eigentlich mehr so der Schwan-, Flamingo- oder Einhorntyp?

P.P.S.: Wenn man merkt, dass das Hotel nicht den Vorstellungen entspricht:

Tag 5: Der Höhepunkt der Reise (1.949 N.N.)

Ihr Lieben,

Seeluft macht müde. Ich bin dermaßen früh zu Bett gegangen, ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal um 10 Uhr abends in der Poofe war. Dementsprechend war ich früh wach und konnte zum Sonnenaufgang am Meer entlang schlendern. Ach, das ist so schön! Die Seeluft, eine leichte Brise, diese Farben!

Als ich zurückkam, waren die Bauarbeiten vorm Haus schon voll im Gange, der Kaffee war durchgelaufen und ich konnte mich erst einmal mental auf den Tag vorbereiten. Das heißt auf deutsch dann ein bisschen Rumtrödeln. Meine Ausflugsentscheidung fiel auf die Berge, genauer gesagt, die Gegend um Tejeda. Tejeda gilt als einer der schönsten Orte der Insel. Zu recht, wie ich 2019 feststellen konnte.

Auf dem Weg dorthin, der sich über endlos gewundene Straßen hinzog und MBB so einiges abverlangte, machte ich einen Abstecher zum – naja, fast – höchsten Punkt der Insel, dem Pico de las Nieves. Den Titel hat der Schneegipfel seit einigen Jahren an den Morro de la Agujereada (laut Google „Schnauze des Durchlöcherten“, aber mit Übersetzungsprogrammen bin ich ab jetzt vorsichtig) mit 1. 956 Metern abgeben müssen. Aber den kennt doch keiner. Also Pech gehabt. Ende der Diskussion. Es lag zwar kein Schnee, aber es war eisekalt und es pfiff ein Wind zum Höllegefrieren. Zu sehen gab es… na seht selbst:

Ein paar kurze Worte mit dem Imbisswagenbetreiber (der ein eher nichtssagendes Sortiment hatte) und einem österreichischen Tourist gewechselt, dem es hier ausnehmend gut gefiel („He, bin aus Österreich“), und dann musste ich schnell weiter, ich mit meiner dünnen Strickjacke und dem Eiszapfen an der Nase. Wir fuhren zur nächsten Gipfelberühmtheit, dem Roque Nublo, aka Wolkenfels. Hier wieder eitel Sonnenschein und spektakuläre Ausblicke! Der Roque hat eine unverwechselbare Gestalt und gilt als das Wahrzeichen der Insel. Jaja, es ist nicht etwa das Jumbo-Center, wie viele glauben…

Ab da ist Autoruta assoluta! Wer von diesen Ausblicken unberührt bleibt, kann kein guter Mensch sein. Ein einziger Grand Canyon. Schluchten und karstige Berge, weiße und bunte Dörfer, Calderas und Wiesen und Bäume und Palmen und Sträucher, es ist eine einzigartige Landschaft. Unser Ziel, Tejeda, ausgezeichnet von höchsten spanischen Autoritäten als eines der wenigen Pueblos Más Bonitos de España, liegt wie eine Prinzessin inmitten dieses gebirgigen Weltwunders. MBB war super dankbar, als wir endlich ankamen. Wir haben am Berg so ziemlich dieselbe Kondition, nämlich gar keine. Er bekam erst einmal eine Blutdruckpille von mir in den Tank geworfen.

Ich schlenderte durch Tejeda, warf einen Blick in die Kirche, zündete dort zwei Kerzen an und erstand in einer der zahlreichen Dulcerías Mandelgebäck, für das diese Gegend sehr bekannt ist. Ein sehr süßes, puderzuckriges Gebäck heißt übrigens sinngemäß Himmelsbröckchen, Trocitos de Cielo. Es wird dringend empfohlen, sie nicht zu essen, wenn man farbige Kleidung trägt.

Hin ging unsere Fahrt über Pasadilla und Cazadores, zurück dann über San Mateo, Santa Brigida und Tarifa. So sind wir ein schönes unregelmäßiges Dreieck gefahren. Im Einkaufszentrum Gigantopolis machte ich noch einen Zwischenstopp, ich wollte eine Sonnenbrille erstehen (ich hatte auf der Fahrt doch manchmal Probleme ohne), fand aber keine, die mir gefiel oder die zu bezahlen ich bereit war. Prada steht mir sowieso auch nicht. Eine neue Handyhülle war dann aber drin, die andere hatte einen Riss. Dann deckte ich mich noch mit Wein, Bier und Aufschnitt ein. Ich habe endlich einen Wein gefunden, den ich nicht mit Augenverdreherei trinken muss. Hat 6 verschiedene Flaschen, resp. 4 Abende gedauert. Zwei musste ich nämlich direkt nach dem ersten Schluck entsorgen. Wer möchte schon Wein, der nach ranzigem Met bzw. Pfirsicheistee (!) schmeckt?

Es folgte die kleine, inzwischen unvermeidliche Siesta. Ich werde dieses Konzept wohl mit ins Büro bringen, weiß aber noch nicht, welche Auftragsnummer dafür eingegeben werden muss. Werde mich mit dem Betriebsrat beraten müssen. Siesta ging übrigens nur mit Stöpseln, auf der Baustelle läuft der gemäß Guinness-Buch lauteste Kompressor der Welt. Ist schon etwas lästig.

Am Abend gönnte ich mir im Ort eine Meeresfrüchtesuppe sowie die berühmten „papas arrugadas con rojo mojo“, die Runzelkartoffeln, die ich so sehr liebe. Vielleicht, weil wir einiges gemeinsam haben. Beide runzelig, aber scharf. 🙂

Gleich muss ich mich mal wieder an ein paar Spanischübungen machen, dann lese ich noch ein bisschen. Morgen fahre ich wahrscheinlich mal wieder Bus. Löst Ihr auch ein Ticket?

Liebe Grüße
Euer Gerry

Tag 4: Geysire, Höhlen, Weihnachtsmärkte (und: wie macht man sich bei der Jugend beliebt?)

Ihr Lieben,

heute früh war Sonne pur. Als hätte es hier noch nieee geregnet. Wunderbar! Gestern habe ich meinen alten Reiseführer studiert und ein paar Dinge in der Umgebung gefunden, die ich vor drei Jahren noch nicht gesehen hatte. Unter anderem ruft wohl eine kleine Naturerscheinung namens El Bufadero große Begeisterung hervor. Also, auf die Liste gesetzt. Dann gibt es unweit davon kanarische Kultstätten. Check! Und ich soll für meine Spanischlehrerin kanarisches Gofio mitbringen, welches ich laut Google in einem Laden in Agüimes bekomme. Und da ich diesen Ort liebe, kommt der als Nr. 3 auf die Liste.

El Bufadero bei La Garita ist ein schwer zu erklärendes Phänomen. Ich versuche es mal. Bei abklingender Flut und gleichzeitigem Anlanden von Brandung zieht sich Wasser durch einen Trichter, der durch Höhlen mit dem Meer verbunden ist, nach unten, so dass ein Ringwasserfall entsteht. Bei Anbrandung läuft dieser Trichter wieder voll und durch kleine Auslässe drumherum spritzen Fontänen hoch. Ein paar Rezensenten bei Google fanden das langweilig bzw. haben nichts gesehen. Daher habe ich mir davon nicht viel versprochen. Aber was soll ich sagen! Es ist ein wunderbares Spektakelchen. Ich konnte mich gar nicht losreißen und habe mehrere hundert Stunden Filmmaterial gedreht. Ein paar kleine Fische und Krebse in den Gezeitenpfützen drumherum und ein paar Geckos in den Felsspalten komplettieren das Ganze. Prädikat: Sehr sehenswert!

Durch Telde und Ingenio fuhr ich zu den Höhlen „Cuatro Puertas“, einer Kultstätte der Kanarios, die aus mehreren Höhlen und einer Ritualstätte besteht. Es war erstaunlich viel los und so musste ich etwas entfernt an einem supersteilen Hang parken. Das Erklimmen des Berges war dann mein heutiges Cardio-Training. Vor den „vier Türen“, der bekanntesten Höhle, lichteten sich drei Influenzerinnen (?) in lasziven Posen ab. Ich schaute mir das zehn Minuten lang an und posierte dann mit. Auf die Frage, was das denn solle, meinte ich, auch andere Personen würden gerne Erinnerungsfotos machen. Ich bekam Szenenapplaus von anderen Touristen und so bekamen wir einen Time-Slot (ja so reden die!) von drei Minuten für unsere Fotos. Den Rest des Geländes hatte ich dann fast für mich alleine, obwohl auch die anderen Höhlen sowie die schönen Fernblicke mehr als sehenswert sind. Zurück am Auto musste ich feststellen, dass sich ein unbeschwerter Zeitgenosse direkt vor MBBs Schnauze gestellt hatte. Anfahren am Berg bei 45° Steigung und das rückwärts mit einer Kupplung, die erst reagiert, wenn das Knie am Kinn angekommen ist. Herrlich!

Weiter ging es nach Agüimes, einer der für mich schönsten Orte auf Gran Canaria. Dort erstand ich das oben erwähnte Gofio in einer örtlichen Kooperative, die sich auf regionale Produkte, und da insbesondere auf Käse, spezialisiert hat. Vor der Kirche San Sebastian fand eine Fiesta statt, mit Weihnachtsmarktbuden, Kinderschminkerei und Bimmelbahnfahrten. Ohne Glühwein allerdings. Komisch, muss denen ausgegangen sein. Ich bummelte noch eine Weile durch den Ort und lichtete mich unter anderem mit – das gehört einfach dazu – dem bronzenen Esel und seinem Kumpan, dem Dromedar ab. Bei der Dromedarszene liefen drei kachektische Mädels vorbei und kommentierten meinen Selfie-Versuch mit „¡Que mono!“ – „Was für ein Affe!“. Ich antwortete auf spanisch, dass sich ihre schlechte Laune vielleicht verbessern würde, wenn sie mehr äßen. Die Gesichter daraufhin waren unbezahlbar. Mein Spanischkurs rentiert sich. Nachtrag: Oder auch nicht…. bekomme gerade gesagt, dass es in der Regel „wie niedlich“ heißt. Was mich zum Grübeln bringt. Warum sollten mich pubertierende Glitzer-Mädchen für niedlich halten??? Dann wäre meine Antwort natürlich sehr rüde gewesen. 🙄

Ich gönnte mir ein appetitliches Fruchttörtchen, das ich eigentlich fotografieren wollte, aber da war es schon weg, das scheue Ding. Jaja, man muss in Wald und Flur beim Fotografieren schon ein bisschen aufmerksam sein.

Ich fuhr zurück nach Arinaga und machte eine winzig kleine Siesta, bevor ich mich auf einen kleinen Spaziergang an der alten Kalkerei vorbei Richtung altem Pier machte. Es zog sich schnell zu, es fing an zu nieseln und dann kam ein orkanartiger Wind auf, der die winzigkleinen Regentropfen in schmerzhafte kleine Waffen verwandelte. Meinen Plan, auf der Promenade draußen zu speisen, gab ich daraufhin auf und deckte mich im kleinen Spar-Markt mit etwas Obst, Käse und Brot ein. Der Kassierer war hin und weg von meiner spanischen Zungenakrobatik und strahlte mich an. Der Spanischkurs rent…. ach, das erwähnte ich ja bereits. Und die Bananen hier sind der Hit! Klein, fleckig und saulecker. In Köln würde die nicht jeder kaufen, da sie nicht makellos aussehen.

Ein bisschen noch zu Arinaga. Ich bereue es nicht, hier zu sein, da es wirklich recht untouristisch zugeht. Ich werde schon nach den paar Tagen hier und da freundlich gegrüßt. Leider haben nicht mehr alle Restaurants von früher auf. Meine Schneckenköchin ist weg, der Kaffee/Bar/Imbiss am Kalkmuseum ist weg, das große Restaurant am Playa Arinaga scheint verwaist. Die Küste erscheint mir hier wilder als woanders, das mag ich sehr. Mit der Bude habe ich mich inzwischen auch arrangiert, aber wegen der Terrassenmöblierung und der Küchenausstattung werde ich Nadia mal Verbesserungsvorschläge machen müssen. Auch mindestens einen Schrank hätte ich nett gefunden.

Inzwischen haben wir richtiggehend Unwetter, aber morgen wird es ab 10 Uhr gerüchteweise wieder sonnig, da suche ich mir spontan ein schönes Ziel aus. Ich hoffe, Ihr begleitet mich dahin.

Liebe Grüße,
Euer Gerry

P.S.: Hier der versprochene Rundgang durch meine Butze. Ich habe mich extra beeilt.

P.P.S.: Fann-Fäckt. Hier gibt es keine Mülltonnen pro Haus, man muss seine Abfälle zu zentralen Sammelpunkten bringen und dort trennen.

P.P.P.S.: Der Autor macht sich zum Affen (hier allerdings beim Esel):

P.P.P.P.S.: Sometimes try not to translate word by word…. 🙂

Tag 3: Das Gedicht des Meeres

Ihr Lieben,

heute morgen war es ziemlich bewölkt und die Aussagen für den Tag verhießen nichts Gutes. Ich beschloss daher, nach Las Palmas zu fahren, um dort das Aquarium „Poema del Mar“ zu besuchen. Das Auto wollte ich stehen lassen und mit den Guaguas fahren, so heißen hier und in Teilen Südamerikas die Überlandbusse. Na, ich sag Euch, da kamen sofort Heimatgefühle auf, denn der erste Bus fuhr zwar pünktlich, der Anschlussbus ließ aber auf sich warten. Und als er endlich ankam, war er so voll wie die Linie 7 der KVB, wenn Sie nur einen Waggon einsetzt, und zwar im Feierabendverkehr! Ich musste eine ganze Weile lang stehen und mich an wildfremde Menschen klammern. Gott sei Dank schälte sich dann zwei Stationen später direkt neben mir eine Dame aus ihrem Sitz und ich konnte die restliche Teilstrecke ohne Körperverschmelzung und ohne wilde Hin- und Herschleuderei bewältigen.

An der Estación Santa Catalina, wo ich ausstieg, regnete es in Strömen! Ich hastete zum Aquarium, wo erstaunlicherweise wenige Menschen anstanden. Denn das Aquarium ist sehr sehenswert. Viele interessante Themenbereiche (z.B. Dschungel oder Tiefsee), Tunnel für die Kleinen (also, ich habe es versucht, aber es ging beim besten Willen nicht!) und die Großen (da klappte es), Riesenbecken, alles sehr nett präsentiert. Hier einmal ein paar Bilder:

Aber es wurde mit der Zeit voller und voller; naja, was soll man auch bei so einem Schietwetter anderes tun? Zu alledem lag ein riesiger Pott der AIDA Cruises am Pier, ich nehme an, dass die Passagiere dort alles andere als begeistert waren über das Wetter und sich das Aquarium als Besuchsziel aussuchten. Nach zwei Stunden war es dann aber auch mal gut mit Meeresbewohnern und ich lief zuerst zu den Hafenmarkthallen, die klein, aber fein sind und dann noch zum Playa de las Canteras, um mir die traditionelle Sandkrippe anzusehen, die dort jährlich im Dezember aufgebaut wird. Ich hatte den Eindruck, sie fiel wesentlich kleiner aus als vor drei Jahren. Der Eintritt ist immer kostenlos, aber man spendet am Ausgang für die Armenküchen. Finde ich klasse!

Nach ein paar weiteren Metern am Strand beschloss ich, wieder nach Hause zurückzukehren. Ich musste zwar am Einstiegsbahnhof wieder eine halbe Stunde warten, aber dann ging es zügig. Draußen schüttete es zur Abwechslung mal wieder. In Arinaga war es dann etwas heller, aber auch usselig, so dass ich mir Pastetchen in der Bäckerei kaufte und den Rest des Tages auf dem Sofa bzw. am Küchentisch verbrachte. Ich hatte mir ja auch vorgenommen, mindestens eine Stunde am Tag Spanisch zu lernen. Ähm…. Habe dann heute für drei Tage nachgeholt. Kann jetzt absolut fehlerhaft ir und ver rauf- und runterkonjugieren. 🙂

Die nächsten Tage soll es zumindest tagsüber sonnig sein, da bewege ich mich dann mal wieder hauptsächlich draußen. Bewegt Ihr Euch wieder mit?

Liebe Grüße,
Euer Gerry

P.S.: Hier die eine Playlist kurzer Videos aus dem Poema del Mar
https://www.youtube.com/playlist?list=PL8tJa2t5p8A-pB6GW67QQxa-qg9Lc0Fb1

P.P.S.: Unser „Krokodil“ heißt auf spanisch „cocodrilo“ – kein Tippfehler 🙂

P.P.P.S.: Der Autor bei der Arbeit:

Tag 2: Vecindario und Arinaga

Ihr Lieben,

es war gestern sehr warm in der Butze oben und da habe ich über Nacht mal alle Fenster und Türen zur Veranda aufgelassen. Naja, was soll ich sagen? Es hat ein bisschen reingeregnet. Das hatte ich doch aber gar nicht bestellt!!!

Morgens nieselte es immer noch ein bisschen, so habe ich dann erst einmal ausgiebig gefrühstückt. Es gab Filterkaffe. Wusste schon fast nicht mehr, wie so etwas zubereitet wird. Eine winzig kleine Cafetera für die Herdplatte ist aber auch vorhanden.

Bei Facebook bin ich in ein paar Kanarengruppen, da wurde gepostet, wie es in Las Palmas Bindfäden regnete, daher beschloss ich, in der Gegend zu bleiben und nach Vecindario in ein Shopping-Center zu fahren. Unterwegs klarte es auf und so lief ich, in Vecindario angekommen, erst einmal die gefühlt 20 Kilometer lange Fußgängerzone rauf und runter. Sie unterscheidet sich schon sehr von den unsrigen. Es ist viel durchmischter. Plätze, Kirchen, Wohnhäuser, Läden. An einer Ecke saß ein recht betagter und zerlumpter Harfenist, der „Despacito“ zum Besten gab und das wirklich extrem gut. Die Kinder hier tragen alle Schuluniform in Form von burgunderroten Trainingsanzügen. In einer kleinen Kirche wurde gerade ein Kinderkonzert beendet, bei dem die Protagonisten alle als Weihnachtsmänner (und -männinnen?) verkleidet waren. Leider habe ich nur den Schlussakkord und den tosenden Applaus der zutiefst ergriffenen Verwandtschaft mitbekommen.

Was mir auch auffiel: man kennt sich. Alle winken, hupen und rufen sich zu. Allerdings bleibt man nicht zum Plauschen stehen, sondern wechselt im Weiterlaufen drei oder vier Worte. Das finde ich sehr angenehm. „Hola vecina, ¿qué tal? – Todo bien. – ¿Que tiempo, verdad? – ¡Sísísí!“ und Schluss.

Auf meinem Weg an den Lädchen vorbei entdeckte ich an einem Telefonladen das Schild der kanarischen Überlandbusgesellschaft. Ich hatte vor drei Jahren ja eine TarjetaGC erstanden, die man aufladen kann und mit der man ums Bezahlen beim Busfahrer drumherumkommt. Diese Tarjeta ist personalisiert mit einem entzückenden Jugendfoto von mir. Ich war gespannt, ob die noch funktionierte. Was soll ich sagen? Sie konnte aufgeladen werden und hatte sogar noch ein Restguthaben von früher.

Es fing an zu nieseln. Ich beschloss daher, meine Wenigkeit in das überdachte Centro Commercial Atlantico zu spedieren, auch weil ich mir mal…. äh…. die Nase pudern wollte. Versucht mal, Toiletten in einem Einkaufszentrum von der Größe Madrids zu finden! Im Carrefour erstand ich dann noch ein paar überlebensnotwendige Dinge wie Küchenkrepp, Glasreiniger und Turrón. Wie? Jaja. Klar ist Turrón überlebensnotwendig! Was für eine überflüssige Frage!

Ich beschloss, zuhause eine Siesta einzulegen. Die zog sich dann unvermutet lange hin. Was nebenbei der Grund ist, warum ich bei mir daheim versuche, es zu vermeiden. Im Nickerchen machen gehöre ich zur Weltelite. Jetzt war ich total bematscht, was nebenbei der Grund… ach, das hatten wir ja schon. Im Bematschtsein bin ich übrigens auch nicht schlecht. Also, raus an die frische Luft und einen Spaziergang zum Leuchtturm gemacht. Von da aus hatte ich einen schönen Blick auf das besonnenuntergangte Arinaga.

Ich belohnte mich für meine Anstrengung mit einem kleinen und einem weiteren kleinen Bier. Die verbrauchten Kalorien müssen ja irgendwie wieder ran! Ich weiß, das ist kein tragfähiges Konzept, um abzunehmen… Auf der Terrasse des Restaurants am Leuchtturm saßen viele Spanier, die wild gestikulierend aufeinander einredeten. Alle irgendwie gleichzeitig. Na, Hauptsache, man versteht sich. Ein Pärchen trank Gin Tonic im Minutentakt, der Mann wurde immer dramatischer in seinen Erzählungen. Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber ich glaube, am Ende hat er in einem wilden Zweikampf Lord Voldemort getötet… 😉

Nach einem kurzen Zwischenstopp daheim – es wurde frisch und ich musste meinen Webpelz holen – versuchte ich, ein Restaurant mit typisch kanarischem Essen zu finden. Ich kehrte im Ohasis ein und war sehr angetan. Die Kellnerin hat mein Gestammel verstanden und einen perfekten Wein gebracht. Ich rasselte dann ein paar Gerichte von der Außenkarte herunter und erntete erstaunte Blicke. Das sei alles viel zu viel. Ich vergesse immer, dass Tapas hier eben doch meistens Raciones sind. Ich beschränkte mich daher auf Croquetas caseras, Pulpo gallego und Polvito uruguayo als Nachtisch.

Jetzt sitze ich völlig vollgefressen, aber glücklich an meinem PC und teile meinen Tag mit Euch. Morgen? Morgen es mañana. Mal sehen. Freue mich aber wieder auf Eure Begleitung.

Liebe Grüße,
Euer Gerry

P.S.: Übrigens wird daheim gerade der „Ehrwin des Jahres“ gewählt. Auch Peter Norff vom Eselpark Zons (Ehrwin des Monats Juni) ist nominiert. Er sowie das ganze Team vom Eselpark würden sich sehr freuen, wenn er/wir diese schöne Trophäe für ehrenamtlichen Einsatz ergattern könnten. Man kann übrigens auch mehrfach abstimmen. 😎
https://www1.wdr.de/fernsehen/hier-und-heute/ehrwin-des-jahres-116.html

P.P.S.: Unnützes Wissen, Teil 39284. Hier gibt es noch Endstücke im Toastpaket. Und Teil 39285. Früchte- oder Kräutertee heißt hier Infusión. Und Kamille heißt Manzanilla, also irgendwie „kleines Äpfelchen“.

P.P.P.S.: Dem Autor ist nicht so kalt, wie es den Anschein erweckt.

Tag 0&1: Die Anreise

Ihr Lieben,

um 16 Uhr verließ ich die heiligen Wirkstätten meiner Arbeit, um nach Düsseldorf zu fahren, wo ich einen Late-Night-Check-in vornahm, weil ich den Verkehrsbetrieben nur noch zu -273° C traue. Ich wollte nämlich nicht zu spät am Flughafen sein und hatte Befürchtungen, dass ich heute morgen von Köln aus möglicherweise arg in Stress geraten wäre. Und möglicherweise habe ich recht daran getan, denn schon bei dieser Abendfahrt fielen einige Verbindungen aus und Personen im Gleis führten zu Verspätungen.

Am Late Night Check In war zuerst nur ein Schalter geöffnet, davor aber ein fast komplettes AIDA-Schiff mit Abfahrtsort Barbados. Ach herrje! Irgendwann wurde noch ein zweiter Schalter geöffnet und dann ging es einigermaßen zügig weiter, unter anderem weil ein sehr zorniger Mann mit Business-Class-Ticket einen Welle gemacht hat, so dass wir bevorzugt behandelt wurden. Nein, nein! Nicht ich war die Welle, ich habe nur davon profitiert! 🙂

Es ging weiter zu meinem Hotel am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Es heißt zwar verheißungsvoll Ambassador, aber es ist doch eher ein Botschafter, der ziemlich in die Jahre gekommen ist. Was so Dieter Bohlen für die zeitgenössische Musik ist. Aber zentral gelegen und sauber – das Hotel, nicht Dieter. Dennoch waren das Einzige, was ich von Düsseldorf sah, ein Dönerladen und ein Rewe-Markt. Im Hotel schaute ich dann seit gefühlten fünf Jahren einmal wieder Fernsehen. Ich weiß nun wieder, warum ich das nicht mehr tue! Auf allen Kanälen nur Blödsinn! Ich blieb hängen an einem „Verstehen Sie Spaß“-Abklatsch, der dermaßen grottig war, dass ich nach einer halben Stunde völlig genervt (auch weil der Wein aus dem REWE untrinkbar war) ausschaltete und zu Bett ging, um 21:30 Uhr! Natürlich war ich dann um 5:30 Uhr glockenwach. Ich löste mir zwei Tässchen absolut köstlichen Nescafé auf (schudder), trödelte rum und checkte dann gegen 8 Uhr aus, um zum Flughafen zu fahren.

Auch hier schon wieder Chaos, falsche Anzeigen, Verspätungen, Ausfälle; das wird in diesem Leben nichts mehr mit der Deutschen Bahn. Im Wartebereich am Flughafen dann ein einziges Geröchel, Gekeuche und Gehuste. Virenlastüberschreitungsalarm im Flieger. Neben mir im Flieger saß dann ein unglaublich voluminöser Mensch. Gott sei Dank war ein Platz dazwischen frei. Er brauchte eine Sicherheitsgurtverlängerung und quoll nur so über die Sitzlehnen. Warum ich das erzähle? Weil er schon vor dem Start einschlief und geschnarcht hat, wie noch kein Mensch zuvor. Ich habe ihn dann einfach immer wieder angestupst. Das fand er zwar nicht so toll, aber ich habe ihm nach dem vierten Mal erklärt, dass ich nicht vier Stunden Kreissägen hören wolle, das hat er dann eingesehen. Wir kamen pünktlich am Flughafen Las Palmas an. Dort wartete schon ein Fahrer, der mich und einen anderen Fluggast zu dem weit vor den Toren des Flughafen liegenden Autoverleiher fuhr (so viel zu „im Terminal“). Dort lief aber alles relativ problemlos (nur ein Pärchen vor mir hatte zwar eine Kreditkarte, aber keinen PIN, das war vielleicht ein kleines Drama! Aber während sie mit daheim telefonierten, um die PIN herauszubekommen, war ich dran) und so fahre ich jetzt einen kleinen schwarzen Toyota Aygo, den ich Manuel Benicio Bolsoblanco taufte, nach den Buchstaben auf seinem Nummernschild. Im Laufe des Urlaubs nennen wir ihn vielleicht einfachhalber nur MBB. Außer, wenn er etwas sehr, sehr Böses gemacht hat.

In nullkommanichts war ich bei meiner Ferienwohnung, die leider nicht so toll ist, wie es mir vorgestellt habe, aber ich werde es vier Wochen dort aushalten können. Blöderweise ist direkt vor dem Haus eine Großbaustelle, denn dort wird die ganze Straße aufgerissen. Zudem ist das obere Geschoss unglaublich warm. Klar, die Sonne scheint den ganzen Tag auf das Flachdach, da heizt es sich schön auf. Die Schlafzimmer eine Etage tiefer sind dafür aber einigermaßen kühl. Die Einrichtung ist mir viel zu spartanisch, es gibt keinen Herd, obwohl die Küche riesig ist. Der Kühlschrank ist dermaßen winzig, das ist für einen Weißweintrinker schon ein Problem. Aber wie gesagt, ich werde mich arrangieren.

Ich fuhr aufs Geratewohl los, um auf einen Supermarkt zu stoßen. Es war dann ein LIDL, wo ich mich mit dem Nötigsten eingedeckt habe; ich musste dreimal die Treppen hoch und runter laufen, so viel zum „Nötigsten“, den Kaffee habe ich aber natürlich völlig vergessen. Ich fing an auszupacken und mich einzurichten. Dann die große Katastrophe: das WLAN funktionierte nicht. Ich schrieb sofort an die Vermieterin, die mir durch eine sehr dünne Blume erklärte, ich sei wohl zu blöd, aber sie käme abends vorbei. Es stellte sich dann im Schriftverkehr heraus, dass sie das richtige Passwort zwar auf ein Informationsblatt aufgeschrieben hatte, das irgendwo in ihrer Wohnung aufzufinden sein sollte, bei AirBNB hingegen hatte sie eine falsche Zahlenfolge hinterlassen. Na ja, nun geht es ja. Die Nummer ihrer Putzfrau hat sie mir auch noch geschickt, dann muss ich mich darum auch nicht kümmern. Putzen im Urlaub, dazu kommt’s noch!

Ich lief einmal die wunderschöne Promenade hoch und runter und habe dann im Salón de la Sal ein erfrischend kühles Bier… na gut, und dann noch eins. Eigentlich wollte ich am Ankunftstag schon nett Essen gehen, aber der Tag hat mich doch etwas mitgenommen, so dass ich mir zu Hause einfach nur ein Bocadillo gemacht habe, das ist spanisch für ein aufwändig belegtes Brot. Gleich werde ich mir mal überlegen, was ich alles so anstellen will, morgen werde ich wahrscheinlich nach Las Palmas reinfahren. Ich mache das aber vom Wetter abhängig. Es würde mich freuen, wenn Ihr morgen auch wieder dabei wärt.

Liebe Grüße,
Euer Gerry

Der Autor testet wieder völlig selbstlos lokale Produkte – alles nur für Euch!

Prolog: Überwintern als Energiespartrick

Ihr Lieben,

schon im Frühjahr beschloss ich, den Dezember wieder auf den Kanaren zu verbringen. So hatte ich es ja schon 2019 gemacht (um einen Spanischkurs zu besuchen) und ich fand es ganz wunderbar! Damals hatte ich sehr nah an der Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria eine Wohnung gemietet, was prima war, da ich in Nullkommanix in der Sprachschule war, Theater und Oper besuchen konnte und einiges anderes an Kultur geboten bekam.

Zweimal war ich damals mit dem Auto in Arinaga, einmal zur Besichtigung und einmal am Abflugtag, um noch einmal kanarisch zu essen. Es ist eine eher untouristische Stadt, an die ich aber gute Erinnerungen habe. Zum einen ist sie eben untouristisch, hat aber eine sehr schöne, lange Strandpromenade und zum anderen eine respektable Restaurantdichte und die beiden von mir besuchten Gaststätten hatten wunderbares Essen kredenzt. Daher nehme ich dieses Mal dort Logis. Und: Die Lage nahe der Wetterscheide (Gran Canaria wird gerne als Mikrokontinent bezeichnet – im Norden bewölkt, im Süden sonnig) erlaubt mir, je nach Laune in kühle oder wärmere Regionen auszuflügeln (TM). Nur der Westen, den ich auch sehr schätzen gelernt habe, ist dann natürlich schlechter zu erreichen. Aber ehrlich: Das ist vom Norden und Süden aus auch kein Spaziergang.

Gemietet habe ich eine Wohnung in zweiter Reihe, kann aber angeblich durch eine Lücke in der ersten Reihe das Meer sehen. Ein Auto habe ich mir auch gegönnt (diesmal leider nicht für nur 18 Euro den Monat) und der Flug ist mit Condor – und jetzt haltet Euch fest – in der Business Class. Damals zum Preis von einem Economyclass-Ticket bei den Konkurrenzfliegern. Ich muss dafür zwar nach Düsseldorf, aber das ist ja auch zu bewältigen. Ich werde dort auch übernachten, denn bei den chaotischen Verhältnissen im Nahverkehr…. So kann ich notfalls mit einem Taxi zum Terminal.

Tja, was habe ich denn so vor? Ich habe eine Konzertkarte für das Auditorio Alfredo Kraus gebucht und ansonsten keine Pläne. Ich will versuchen, mich mit Menschen zu unterhalten, um mein Spanisch aufzupolieren, und noch einige Ecken anzusehen, die ich 2019 nicht ansehen konnte. Zwei befreundete Nachbarn werden parallel zu mir ein paar Tage im Süden verbringen, wir werden uns wohl das ein oder andere Mal sehen.

Es wird nicht die spannendste Reise meines Lebens werden, aber ich möchte dennoch ab und zu etwas über die Insel schreiben und würde mich freuen, wenn Ihr mich wieder virtuell auf der Reise begleitet. Quasi Mittwoch geht es also los, Donnerstag bin ich dann nachmittags vor Ort.

Sollte ich einmal nichts posten, dann liegt das wahrscheinlich eher an technischen Problemen oder unspektakulären Tagen, an denen ich nichts zu berichten weiß, als daran, dass ich mich einer Sekte zur Verehrung des Idolo von Tara angeschlossen, der Welt entsagt habe und mich künftig nur noch von Papas Arrugadas und Gofio ernähre.

Also, ich freue mich und hoffe, Ihr schaut von Zeit zu Zeit mal rein. Alles Liebe, Euer

PS: Ich stelle die Heizung runter und schalte die Sicherungen aus; bei den jetzigen Preisen habe ich damit den Flug ja quasi wieder raus. 🙂