den Was-muss-weg-Tag kennt Ihr ja schon, gelle? Ich hatte aus irgendeinem Grund einen Riesenbeutel Spinat erstanden, der liegt schon drei Tage im Kühlschrank, zudem näherten sich die Verfallsdaten von Blätterteig und Ziegenkäse. Daher schnell heute nach der Arbeit noch ein paar Himbeeren und zwei Birnen gekauft.
Die Idee zu den Törtchen ist nicht neu, viele Varianten kursieren bei Youtube oder in anderen Sozialen Netzwerken. Man gibt auf ein Backpapier, das auf einem Backblech liegt, einen Klacks Honig, auf den ein paar Kräuter (ich habe Thymian genommen), darauf eine Ziegenkäsescheibe (von der Rolle), darauf eine dünne Scheibe Birne. Den passend ausgeschnittenen, runden Blätterteig stülpen wir mit einem bisschen Rand darüber. Hier mal Schritt für Schritt:
Ab damit in den vorgeheizten Ofen, bis der Blätterteig schön goldgelb gebacken ist.
Den gewaschenen Spinat verrühren wir mit einer Vinaigrette (1 EL Öl, 1/2 EL weißer Balsamico, 1/ Teelöffel Senf, Pfeffer, Salz, Prise Zucker und bisserl Wasser, alles gut durchgeschüttelt), legen ein paar gewaschene Beeren und Walnusskerne dazu und akrobatisieren die Blätterteigtörtchen mit einem Salto Mortale oben drauf.
Dazu ein Schluck Gewerkschaftsbrause. Hmmm, legga!
Thanksgiving, in den USA immer am 4. Donnerstag im November gefeiert, heißt ja nichts anderes als Danksagung. Im Moment tue ich mich schwer damit, Dank zu versprühen, ist doch in letzter Zeit der Wurm drin.
Auf der Suche nach einer neuen Wohnung stieß ich auf eine Perle, die nur drei Minuten Fußweg von meiner Firma entfernt ist. Einzig wirklich offensichtliche Makel bei der Besichtigung am Dienstag war die briefmarkengroße Küche sowie der Wunsch des Vermieters, die Kaution in bar auszuhändigen. Da schleichen sich mir Scamming-Gedanken ein: Vorzugeben, man hätte eine Wohnung und dann von Dutzenden von Interessenten Bargeld abzugreifen. Ds kommt übrigens recht häufig vor. Am Ende entschied ich mich, zuzusagen, aber u.a. mit der Forderung, die Küche modifizieren zu dürfen und einen langjährigen Mietvertrag auszustellen, da es eine Tochter mit Interesse an der Wohnung gäbe, die man aber nicht ausziehen lassen wolle. Danach habe ich dann nichts mehr gehört. Naja, wer weiß, wofür es gut ist… Von einem Eigenbedarf in den nächsten macht ja auch keinen Spaß.
Am Mittwoch dann wusch ich abends Wäsche und schmiss danach den Trockner an. Als ich die Wäsche dann abholen wollte, war sie noch pitschnass. Die Trommel dreht sich, aber es wird nicht mehr getrocknet. So ein Mist, das fehlte mir echt noch! Ich habe mich mal nicht dazu hinreißen lassen, am Schnäppchenfreitag ein neues Gerät zu erstehen. Ich werde den Rest der Zeit in Poll den Trockenraum benutzen und meine Socken zwischen die Negligés von Frau Katz und den Schießer-Feinripp von Herrn Schneider hängen müssen. Finde ich nicht so wirklich prickelnd.
Herumschlagen musste ich mich auch mit der falschen Rechnung einer Versandapotheke. Auf meine erboste Mail hin rief man mich an, man verstehe meinen Unmut und würde mir 10 Euro von den 20 zu viel abgebuchten auf mein Kundenkonto gutschreiben. Sachma! Ich schrieb das in drei Bewertungsportale, schwupps, bekam ich mein Geld zurück. Ich höre immer öfter, dass man seinem Geld massiv hinterherrennen muss. Was soll das? Ist das so eine Art Ermüdungsstrategie? Wahrscheinlich, bei mir hat es auch schon einmal funktioniert damit, ich verzichtete nach Stunden Nachbohrerei auf Erstattung von 100 Euro durch Ethiopian Airlines. Der zeitliche Aufwand stand in keinem Verhältnis mehr.
Freitagabend gab es dann Ablenkung. Meine Lieblingslyrikerin Ruth Forschbach führte durch einen Abend zum 50. Todesjahr meiner Lieblingslyrikerin Mascha Kaleko in der Volkshochschule Frechen. Doch doch, selbstverständlich man kann zwei Lieblingslyrikerinnen haben!! Begleitet wurde sie vom Gitarristen Johannes Krause. Das war ein sehr schöner, nachdenklicher und auch informativer Abend.
Das Wochenende hatte ich mir freigehalten, um weiter nach einer neuen Bleibe Ausschau zu halten. Die Einkäufe ließ ich mir bringen, ich musste das Haus nicht verlassen. Das ist bei so einem Driss-Wetter schon sehr schön. Leider waren die Eier zerbrochen, also diesen Montag kein Kuchen für die Abteilung. Der Inhalt hat sich übrigens über die darunter befindlichen Einkäufe ergossen, aber das waren gottseidank alles abwaschbare Artikel.
Am Abend ich wollte mir etwas gutes tun und bereitete mir ein verspätetes Thanksgiving-Essen zu. Ein Truthahn für mich alleine wäre etwas übertrieben gewesen, daher downgradete ich diesen zu einer Maispoularde. War sehr lecker!
Morgen lasse ich Gott mal einen guten Mann sein (schon witzig, dass die Altvorderen das so formuliert haben, denn im Umkehrschluss bedeutet das ja, dass… ach, ist ja auch wurscht) und mache mal gar nichts.
Habt alle einen tollen Restsamstag und einen gemütlichen Sonntag!
Ich auch zuweilen, kleine Tomate, zuweilen auch ich!
P.S.: Ich habe in der Black-Friday-Woche uuuuunglaublich viel Geld gespart. Ich habe nämlich nichts gekauft.
P.P.S.: Zum Beitragsbild… der alte weiße Mann hat etwas sehr unschönes zum Engel gesagt, da musste ich ihm den Kopf abbeißen. Der Engel hat darüber sehr dreckig gelacht, daher musste er später auch dran glauben.
ein ganzer Truthahn wäre für mich vielleicht doch ein wenig mächtig. Zwar esse ich gerne zwei oder drei Tage das gleiche Gericht, aber 14 Tage? Ich weiß nicht. Daher gibt es heute die abgespeckte Version eines Thanksgiving-Essens. Maispoularde mit Apfelfüllung, Semmelknödelchen und Rotkohl. Die Beilagen habe ich als Convenience-Produkte gekauft, ich leide gerade unter akuter Herbstfaulheit.
Die Butter war zu schüchtern für den Fototermin.
Die Poularde wird gewaschen und geputzt. Drei gewaschene und klein gewürfelte Äpfel sowie zwei Karotten mische ich mit Salz, Pfeffer, ganz wenig Zucker & Zimt und in Weißwein eingelegten, kleingehackten getrockneten Aprikosen. Weiße Zwiebelwürfel, eine milde Chili und ein paar Kräuter der Provence kommen auch noch in die Mischung. Die Poularde mit der Menge füllen. Nun ein wenig neutrales Öl mit Salz und Pfeffer, Gemüsebrühe sowie Rosenpaprika anrühren, das Geflügel damit bestreichen und ab in einen Bräter auf einem Bett der restlichen Füllung. Wer kenn ihn nicht, den Song „I wanna lay you down in a bed of filling“? Ein ganz kleines bisschen Weißwein angießen und nun bei 180°C ohne Deckel etwa eine Stunde brutzeln. Nach einer halben Stunde die Poularde wenden, noch einmal mit dem Öl bestreichen.
Jetzt sich den Knödelchen und dem Rotkohl widmen. Selbstgekauft natürlich! Das Huhn nach Kerntemperaturprobe aus dem Bräter nehmen und das Gemüse mit ein bisschen Weißwein, Butter und Sahne zur Soße aufbereiten. Ggf. nachwürzen. Das Huhn zerteilen und mit den Beilagen sowie einem guten Klacks Preiselbeeren servieren.
Das war schon sehr lecker, aber die Karottenwürfel würde ich nächstes Mal kurz vordünsten, sie sind noch sehr knackig gewesen, was zur restlichen Textur der Füllung nicht hundertprozentig gepasst hat.
Guten Appetit!
P.S.: Wenn ich Gäste habe, mache ich Rotkohl und Klöße natürlich selbst. Kleine Anekdote: Da muss man auch Rückschläge hinnehmen. Als ich das erste Mal Rotkohl wie meine Oma Olfen oder meine Mutter machen wollte, beides ausgezeichnete Köchinnen, rief ich meine Mutter an und fragte, wie das ginge. Gaaaanz einfach, fing sie an… Bei dem Punkt „die Zwiebeln dann mit Gewürznelken spicken“ hätte ich aber besser mal nachgefragt, ich habe das ganze Tütchen verbraucht, entsprechend war der Kohl ungenießbar. Meine ersten Klöße hätten bei so einigen mit Kanonen geführten Schlachten den Wendepunkt bringen können, so hart und dennoch gummihaft waren die. Eine Kloßkugel und ding, pling, plong, ganze Stadtmauer eingerissen.
eigentlich ist das hier vorgestellte Rezept gar kein Massaman-Curry. Erstens, weil Kaeng-Masaman (so der thailändische Name) übersetzt Muslim-Suppe bedeutet und ich Schwein verwendet habe (was man aber durch Huhn, Rind oder Tofu ersetzen kann) und ich zweitens auch sonst bei den Zutaten ein bisschen gepfudelt habe. Was es aber dann zum Massaman-Curry macht, ist die Massaman-Paste, die ich verwendet habe:
Die Mango oben im Bild konnte ich nicht verwenden, die war innendrin ganz braun, ich ersetzte sie einfach durch einen zweiten Apfel.
Karotte ganz klein würfeln und in Öl anbraten, dann das in dünne Scheiben geschnittene Fleisch dazu. Ingwer, Knoblauch, Chili drauf und weiterbraten. Dann die Paste unterrühren und eine Dose Kokosmilch dazu. Salzen, pfeffern, etwas Zucker und Limettensaft dazu, köcheln lassen. Apfelstücke und Frühlingszwiebelringe einrühren, kurz mitbrodeln lassen, abschmecken (Schuss Sake bei mir) und mit Reis und Sprossengarnitur servieren.
Am nächsten Tag hatte ich noch gut was übrig, da habe ich dann statt Reis als Beilage gekochte Kartoffelwürfel im Curry aufgewärmt und auch noch ein paar Champignons hinein gegeben. Sehr lecker!
heute Morgen wollte man mich überfahren. Der Pickup eines Gartencenters von der Größe eines Elefanten (das Auto, nicht das Gartencenter) raste (!) ungebremst auf den Zebrastreifen zu und nietete mich fast um. Ich konnte mich nur durch einen beherzten Rückwärtssalto in Sicherheit bringen. Der Fahrer hing am Handy. Ich zeterte, er fing an zu diskutieren. Ich hoffe, der fährt nicht mal Mutter und Kind über den Haufen, die nicht so reaktionsschnell sind. Leider habe ich – ich war zu geschockt – mir die Nummer nicht gemerkt. Was für Armlöcher im Straßenverkehr unterwegs sind!
Ansonsten war die letzte Zeit außerordentlich ereignisreich. Ich fange mal mit dem einschneidensten Ereignis an: Mir wird wegen Eigenbedarfs meine Wohnung gekündigt. Das passt nun einmal so gar nicht in meine Lebensplanung, da ich ja ohnehin mit 63 ausziehen wollte. Zudem hatte ich eine neue Duschkabine gekauft, die ich gottseidank noch nicht montiert habe, aber die ich auch nicht mehr zurückgeben kann. Vielleicht richtet es eBay. Auch einen neuen Kühlschrank hatte ich mir gegönnt, ich hoffe, ich kann den mitnehmen und muss den nicht auch für ’n Appel und ’n Ei verscherbeln. Die Ungewissheit, wann ich wo wohne und was das kostet, führte dann auch zwangsweise zur Absage meiner Geburtstagsfeier zum 60. Was soll ich im Bürgerzentrum Poll feiern, wenn ich vielleicht schon in Brühl wohne? Und wenn ich bis April noch nichts gefunden habe, habe ich auch ganz andere Probleme als mein Alter. Gottseidank haben alle mit Verständnis reagiert. Ein paar Freunde hatten schon unstornierbare Flüge und/oder Hotels gebucht, mit denen gehe ich dann einen picheln. Alles eine große, grüne Scheibe. Ich warte noch auf eine Antwort der „Ahl Schull e.V.“ bzgl. meiner Stornierung, die Location hatte ich nämlich schon bezahlt.
Überlegen muss ich, ob ich jetzt schon alles ausmiste und nur noch mit kleinem Gepäck existiere. Was mir, solange ich noch arbeiten muss, eigentlich nicht passt. Ich wollte bis zur Rente auch meine Kunst und meine Möbel um mich rum haben. Vor ziemlich genau 2 Jahren habe ich schon einmal alles gepackt, als die Wohnung durch den Tornado Schäden gelitten hatte und renoviert werden musste. Ich hätte einiges verpackt gelassen, wenn ich die Entwicklung geahnt hätte.
Für letzten Samstag war dann unser Familienkaffeeklatsch terminiert, in Mönchengladbach. Ich brach auch rechtzeitig auf, nachdem ich DB-Seiten, VRS- und Öffi-App konsultiert hatte. Ja, ich käme trotz der eigentlich unnötigen Sperrung des Hauptbahnhofs (übrigens wieder ein Schildbürgerstreich sondergleichen!) ans Ziel, aber leider wurde ich veräppelt. Ab Ehrenfeld ging nichts mehr. Die Züge wurden angezeigt, aber fuhren nicht. Eine viel zu späte Durchsage verriet, wir hätten den Schienenersatzbus zu nehmen. Allein, den fanden wir nicht. Keine Ausschilderung, kein Servicepersonal, kein Nichts. Die Regelbusfahrer wussten auch von nichts. Ich machte kehrt, fluchend wie ein Kesselflicker. Die Bahn ist so ein heruntergekommener Verein geworden!
Angenehme Ereignisse gab es gottseidank auch: ein sehr lustiger Doppelkopfabend, an dem ich haushoch verloren habe, und ein Treffen mit Elke und zweiter Zusammenkunft mit Nora. Elke hat ein fantastisches Rezept für einen Nudel-/Hackauflauf mit Cheddar. Hier mal Bilder:
Kennt Ihr eigentlich die App „Toogoodtogo“? Da konnte ich letztens eine Tortenplatte von Printen Schmitz ergattern. Die gab es dann Montagmorgen zur Abteilungsbesprechung. Die Konditoreiwaren sind dreimal so teuer, wie die Backwaren der umliegenden Butter- und Mehlverwurster, aber dafür auch zehnmal so lecker! Da steckt echt viel Liebe drin. Und dass die Konditoreien Riese und Printen Schmitz sich an dem Programm beteiligen, finde ich mal eine Erwähnung wert!
Am Montagabend dann hatte ich ein Zoom-Meeting mit meinem Reisebetreuer von den Kapverden, Elber. Da sind wir kurz den Ablauf durchgegangen und haben offene Fragen geklärt. Da ich die Reise nicht stornieren kann, werde ich sie auch antreten; wenn auch meine Stimmung zur Zeit noch etwas getrübt ist. Ich hoffe, ich kann vor Ort abschalten.
Kommendes Wochenende wollte ich eigentlich zu einem Freund nach München, aber dem habe ich abgesagt, weil ich ihm nicht mit meiner schlechten Laune daherkommen will. Auch er hat Verständnis. Ich nehme mir das Wochenende mal die Zeit, Pläne zu erdenken.
So, das war jetzt leider ein etwas gegreinter Schnipsel, aber man muss ja auch mal seinen Unmut loswerden.
Liebe Grüße, Euer
P.S.: Habe ganz vergessen, Euch mein neues Haustier vorzustellen. Kurti, er lebt in meiner Fächerpalme und ist ein Myriopode der Gattung Amplinus, die in Mexiko beheimatet ist. Daher sprechen wir spanisch miteinander.
P.P.S.: Mein neuer Kühlschrank, den ich sehr schön finde:
in der Abteilung gab es kürzlich eine Diskussion, ob man die Pilzpfanne mit Knoblauch-Créme daheim auch so gut hinbekommen könnte, wie auf den Weihnachtsmärkten. Ich war der festen Überzeugung, dass ich schon ein Rezept für diese berühmt-berüchtigten Weihnachtspilze hier eingestellt hatte und verwies darauf. Es stellte sich raus, ich habe mir das wohl nur eingebildet.
Vorwegschicken möchte ich, dass die Pilze auf dem Markt natürlich auch deswegen unschlagbar schmecken, weil man dann schon Glühwein oder Punsch intus hat, ein Kinderchor im Hintergrund „Süßer die Glocken nie klingen“ trällert und der Schnee leise auf die pudelmützbedeckten Häupter rieselt.
Wenn Ihr oben genannte Umstände zuhause nachstellt (s.u.), kann man auch gut diese Version essen:
Eine große Portion kleiner Pilze putzen und ggf. halbieren oder vierteln. Für ein paar Minuten mit nur etwas Butter unter stetigem Wenden in einer Pfanne anbraten, bis sie glasig und etwas geschrumpft sind, und beiseite stellen. Jetzt eine kleingewürfelte Zwiebel und ein bis 20 gehackte Knoblauchzehen (je nach Geschmack) in Butter anbraten, mit 1 EL Gemüsebrühe, die in 50 ml Weißwein aufgelöst wurde, ablöschen und einen Becher Schmand hineinrühren. Kurz köcheln lassen, mit etwas Salz, etwas Zucker, Rosenpaprika, viel Pfeffer und massenhaft Schnittlauch würzen und die Pilze wieder hinzugeben. Noch einmal gut erhitzen. Geröstetes Baguette ist immer ein guter Begleiter.
Dazu passt hervorragend ein Becher Glühwein der Marke Château Migraine. Tipp: Bei Schneesturm ans geöffnete Fenster stellen, Pudelmütze auf und Alexa oder Siri bitten, Weihnachtsmusik zu spielen.
Übrigens: Wenn man das ganze püriert, hat man eine prima Pilzsuppe.
heute gab es mal wieder ein supereinfaches, aber leckeres Nudelgericht, von dem ich dachte, ich hätte es schon längst hier eingestellt. Wahrscheinlich hatte ich es mal überlegt, mir dann aber gedacht, jeder kann Fisch in Sahne schnibbeln und dann über Nudeln gießen. Aber manchmal dient ein Rezept ja auch nur der Inspiration, daher…
Einen Becher Sahne mit ein paar klein geschnibbelten Scheiben Räucherlachs und einer kleinen Packung Krabben (ich nehme die in Knoblauch eingelegten dafür) bei mittlerer Hitze erwärmen, einen Klacks Meerettich dazugeben, pfeffern, Spritzer Zitrone oder Wermut dran und dann – je nach Geschmack – frische Kräuter, Dill passt natürlich prima, aber ich hatte Schnittlauch und Petersilie vorrätig. Für ein bisschen Farbe sorgen geachtelte Kirschtomaten.
Ich nahm aus Faulheit heute mal wieder Tagliatelle aus der Kühlung, die ich kurz kochte und nach dem Abgießen mit einem großzügigen Stich Butter versah. Eine Scheibe Räucherlachs auf den angewärmten Teller, Nudeln drauf drapieren, mit Soße übergießen, für die Optik noch ein paar Kräuter und ein paar halbierte Kirschtomaten an die Seite. Wer mag, kann Käse darüber raspeln, ich finde aber, dass der hierzu nicht so gut passt.
Anisliebhaber können statt des Wermuts auch Ouzo oder Pastis nehmen.
wenn das so weitergeht, dann komme ich bald nicht mehr durch den TÜV. Mein gerade mal 2 Wochen altes Implantat ist an der Basis zerbröselt und ausgefallen; und dabei habe ich noch nicht einmal gebrannte Mandeln gegessen (alter Insider). Dann hatte ich einen Tag später mein Punkteheft vom Supermarkt voll und konnte so ein Santoku-Messer für nur einen Euro erstehen. Als ich dieses abends spülte, glitt es mir aus der Hand. Ich gebe Euch mal einen Tipp: Nicht reflexartig danach schnappen!! Es war eine Schweinerei sondergleichen und ich habe bis heute Probleme mit der Wunde am Finger. Aber es wird besser.
Ja, und diese beiden Ereignisse haben mir die Lust auf die Lüttichreise genommen, die ich Freitag antreten wollte. Dabei hatte ich mich sehr gefreut, meine „Gartenparty“-People wiederzusehen. Aber essen mit Zahnproblemen (das war unsere Hauptintention für die Reise) und mit dem puckernden Finger? Das Hotel konnte ich noch stornieren, aber die Bahntickets waren perdu.
So saß ich heute bei strömendem Regen in meiner Butze fest und entschied mich, die gewonnene Zeit sinnvoll zu nutzen. Zuerst bereitete ich einen Jahresvorrat an Gemüse-Paste zu und buk im Anschluss Körnerbrote. Beides nicht 100%ig nach den verlinkten Rezepten, aber im Grunde ist es immer sehr ähnlich. Danach räumte ich meinen Kühlschrank auf. Denn ich muss den inzwischen fast monatlich abtauen und habe das satt. In einem Anfall von Wahn kaufte ich mir daher in einer Nacht-und Nebelaktion eine No-Frost-Kombi, die wird am Donnerstag geliefert. Naja, mein alter Schrank hat immerhin ca. 14 oder 15 Jahre durchgehalten.
Da wir schon in der Küche sind: Ich habe letzte Woche auch das erste Mal in meinem Leben Grünkohl gemacht. Natürlich VÖLLIG falsch, wie ich mir von einem halben Dutzend Experten anhören musste. Aber ich fand es megalecker und es wurde von Tag zu Tag besser. Tja, Single-Haushalte haben mehr vom Essen 🙂
Dann habe ich noch ein Coq-au-vin für gestresste Menschen gezaubert. Nicht so lecker, wie die langsam vor sich hinköchelnde Variante, aber dennoch ein adäquater Ersatz, wenn’s schnell gehen soll.
Was ist sonst so passiert? Die Bürgerinitiative (aka liebe Nachbarn) traf sich in Deutz im Brauhaus und beschloss, die Petition gegen Raser vom Netz zu nehmen, da wir erreicht haben, was erreichbar war. Hat auch viel Zeit und Nerven gekostet. Vielleicht haben einige von Euch ja unseren „Abschiedsbrief“ erhalten. Ggf. ist er noch auf der Petitionsseite abrufbar. Wir haben zudem beschlossen, den absolut erfreulichen Kontakt untereinander nicht abreißen zu lassen.
Letztlich fiel mir dann noch auf, dass meine IKEA-Papierschirm-Lampe im Schlafzimmer schon bessere Zeiten gesehen hatte („Schau Dich doch an!“, empörte sie sich) und bestellte eine sog. Puzzle-Lampe. Puh! Ich brauchte heute mehrere Anläufe, um die zusammenzubasteln, das ist iwie nix für mich. Was ich für Flüche kenne, unglaublich! Aber jetzt hängt sie und ist definitiv besser sauber zu halten.
Das Implantat wird übrigens kommenden Dienstag erneuert. Die ganze Zahnchose (inklusive Ersatz der schadhaften Kronen) hat alles in allem über 6.500 Mäuse gekostet, was aber nur 60% von dem ursprünglichen Heil- und Kostenplan ausmachte, da meine Zusatzkasse diesen Plan abgelehnt hatte. Mein Anteil waren dank der Versicherungen „nur“ ca. 1.500 Euro. Blöd nur, dass ich just einen Tag nach Überweisung an meinen Zahnarzt eine Nachforderung für Heizkosten in Höhe von 650 Euro hatte. Große Freude! Aber ich habe bekanntlicherweise seit einem Jahr die neuen Thermostate im Einsatz, das wird nicht noch einmal passieren. Ich hatte nebenbei bemerkt nur geringfügig mehr verbraucht, der Preissprung ist durch die Energiepreisentwicklung bedingt.
So, ich gehe jetzt Museen überfallen, mir geht das Geld sonst aus.
Habt alle einen schönen Restabend und einen tollen Sonntag! Euer
es war wieder einmal „Was-muss-weg-Tag“. Kartoffeln, Joghurt, Schmand und Krabben zitterten ihrem MHD entgegen. So entschied ich mich für Ofenkartoffeln mit o.g. Dip. Wie eine Ofenkartoffel geht, muss ich hoffentlich nicht dezidiert erklären. Große Kartoffeln schrubben, einpieksen, in Alufolie wickeln und eine Stunde bei 170°C garen.
Der Dip wird zusammengerührt aus einem kleinen Becher griechischem Joghurt, einem kleinen Becher Schmand, einem halben Teelöffel Chili, einer gepressten Knoblauchzehe, einem dreiviertel Teelöffel Meersalz und einem Dutzend Umdrehungen mit der Pfeffermühle. Eine Prise Zucker, einen Spritzer Zitrone und einen Esslöffel Kräutermischung aus der TK dazu. Eismeergarnelen unterheben und alles etwas ziehen lassen.
Die grüne Tomate gab’s im Rewe, die war leicht süßlich und sehr fest. Mochte ich. Da kam nur Salz, Pfeffer und Chili drauf.
Schnell? Nein. Aber einfach und mit wenig Aufwand. Und seeehr lecker!
Gegessen wird das dann bei „Grüne Tomaten“, einem meiner Lieblingsfilme!
zum ersten Mal in meinem Leben koche ich Grünkohl (Erikas legendäre Grünkohlschlachten finden ja leider schon lange nicht mehr statt!) und begehe direkt mehrere Sakrilege hintereinander.
Erst einmal gab es noch keinen Frost. Wie kann man nur? Dann auch noch die Zubereitung im Auguste. Nach Rezept vom LIDL!! Herrjeh! Und dann auch noch mit Salsiccia statt mit Grützwurst? Anzeige ist raus!
Ja, das mit der Wurst kann ich aber erklären. Ich habe beim Rewe alles, aber auch wirklich alles für ein Grünkohlessen schon in den Wagen geworfen, Kartoffel, Kohl, Senf, Speckstreifen, Zwiebeln etc. und ging als letztes zur Fleischtheke. Der italienische Metzger wusste weder mit Grützwurst, noch Haferwurst noch Pinkel etwas anzufangen und empfahl mir rheinische Mettenden. Die mag ich jetzt sooo sehr auch nicht und da er immer Fenchelsalsiccia vorrätig hat, nahm ich einfach die. Dä!
Dass Grünkohl Frost braucht, um die Bitterstoffe zu verlieren, hat sich auch eigentlich erübrigt, da die im Verkauf erhältlichen Sorten von Natur aus mehr Zucker haben, als die alten. Steht im Internet, muss also stimmen.
Es ist jetzt nicht besonders originell, das Rezept von LIDL hier abzutippen, man findet es hier: https://www.lidl-kochen.de/rezeptwelt/gruenkohl-mit-mettwurst-und-kartoffeln-335445. Ich habe nur noch Knoblauch (zwei Zehen) mitgegart und Muskatnuss zum Abschmecken benutzt, ansonsten alles wie beschrieben gemacht. Achso, Kassler war neben der Bratwurst auch noch im Dampf.
Zu dem Essen wird dann auch noch einmal ein kräftiger Klacks Senf serviert und ich, Sakrileg Nr. 4!, trinke einen furztrockenen weißen Wein dazu. Es war saulecker! Das mache ich auch demnächst mal für Besucher.