Balkan 2025 (Tag 1): Chișinău oder wie ich den rumänischen Präsidenten traf

Verfluchte Stadt Kischinjow, die Zunge wird nicht müde, Dich zu beschimpfen.
(A. Puschkin)

Ihr Lieben!

Man muss dem Herrn Puschkin seinen Unmut nachsehen, er wurde 1820 rum wegen einiger Spottgedichte über hochrangige Politiker gegen seinen Willen aus Moskau verbannt und lebte daher u.a. auch ein paar Jahre in Chisinau. Besser als Sibirien möchte man meinen, da hätte man ihn nämlich beinahe hinverfrachtet, wenn nicht hochrangige Gönner interveniert hätten. Tja, dann sehen wir uns die Stadt doch einmal gemeinsam an.

Wie immer aber gibt es zuerst Spottgedichte… äh… ein paar Bemerkungen über das Hotel. Den moldauischen Rosé musste ich warm trinken, denn der Kühlschrank brummt nur, macht aber sonst nichts anderes. Das Bett ist steinhart, die Dusche plöddert etwa 10 ml Wasser pro Minute heraus. Aber das Hotel ist sauber und das Frühstück ist auch okay. Auch wenn man für den Kaffeenachschub erst einmal auf die Suche nach dem Personal gehen muss.

Ich lief die Puschkin-Straße entlang bis zum Park, in dem mittendrin die Kathedrale thront. Schon auf dem Weg gibt es einiges zu gucken. Regierungsgebäude, kleine orthodoxe Kirchen, Plätze, Denkmäler. Hinter dem Regierungspalast, am Triumphbogen, war die große Straße gesperrt und alles war mit Schulbänken zugestellt. Tausende Menschen mit blauen Käppis saßen davor und lauschten den Rednern auf einer monumentalen Bühne. Selbst der rumänische Präsident Nicușor Dan sprach. Es stellte sich heraus, dass dies ein nationaler rumänischer Diktatwettbewerb war. Fast hätte ich mich registriert, aber dann fiel mir ein, dass ich kein Rumänisch spreche. Es hatte auf jeden Fall etwas sehr sozialistisches an sich.

Durch den Bogen lief ich dann zum Gotteshaus. Einen Blick in die Kathedrale konnte ich nicht erhaschen, es war Gottesdienst und die Gläubigen standen bis auf den Platz, so gut war der besucht. Ein Traum für einen jeden deutschen Priester. Um den Kathedralplatz herum standen ein paar Buden, die Handwerkskunst feilboten. Zumeist handgeklöppelte Strick-Häkeleien. Bin ich ja ein großer Fan von und so konnte ich mich nur schwer beherrschen, nicht zuzugreifen. So traurig. Weiter Richtung City wurde es immer netter. Fußgängerzonen, Cafés, Restaurants, Läden. Ich spazierte zum Komsomolskendenkmal, machte einen Umweg über das Nationaltheater Eugene Ionescu, um dann zur verfallenen Mühle „Moara roșie“ und weiter bis zum Puschkin-Haus zu laufen.

Die Mühle ist so dermaßen verfallen, dass sie nur noch durch Einklammerung zusammengehalten wird. Was sie zur Besucherattraktion machen soll, hat sich mir nicht recht erschlossen. Das Puschkinhaus ist heute ein Museum und soll hingegen sehr sehenswert sein. Herausfinden konnte ich das leider nicht, es war geschlossen. Möglicherweise aus Protest gegen den Tag der rumänischen Sprache, Puschkin hat ja bekanntermaßen auf russisch geschrieben. Möglicherweise ist das aber auch Unsinn. Mit mir vor dem Haus stand eine britische Touristin, die auch enttäuscht war. Wir plauderten ein bisschen über unsere Reisepläne; sie fragte, ob wir denn zusammen nach Transnistrien fahren sollten. Als ich erwiderte, ich hätte eine organisierte Fahrt, fand sie das „incredibly boring“. Sie nähme den Bus. Naja.

Wegen des bereits erwähnten Feiertages waren einige Straßen gesperrt, Bühnen aufgebaut und es gab viele Fressbuden mit Biertischgarnituren davor. Ich organisierte mir mit Händen und Füßen einen Grillspieß mit einem gemischten Salat und ließ mich nieder. Kaum saß ich, und ich muss vorweg schicken, ich war sehr erschöpft, setzte sich ein Amerikaner zu mir und begann, mich in wildem Staccato zuzutexten. Er sei ja Weltreisender, wo er überall schon gewesen sei, gerade käme er aus der Ukraine, dass da ja so gar nichts los sei… Ich gab vor, ihn nicht zu verstehen und vertiefte mich in mein Essen. Da machte er sich von dannen. Himmel.

Wieder an der Kathedrale vorbei (diesmal spinxte ich rein und platzte in eine kleine Hochzeit) lief ich zum großen Markt in der Nähe des Busbahnhofs. Was ein Gewusel! Wirklich riesig, wirklich beeindruckend! Und alles vorhanden. Obst und Gemüse zum reinlegen. Kann man gar nicht beschreiben, hier ein paar Impressionen:

Es herrschten inzwischen 35° C, meine Füße waren platt gelaufen und ich fix und foxy. Es wurde Zeit für eine Siesta im Hotel. Tatsächlich schlief ich tief und fest für fast zwei Stunden. Puh. Viel Resttag war da nicht mehr übrig. Ich beschloss, den Valea-Morilor-Park zu erkunden, der war nicht so weit weg. Der ist schon sehr schön. Man kommt zudem auf dem Weg dorthin an einigen interessanten Gebäuden vorbei, Museen, Gedenkstätten, der palastartigen OSZE, einem Schwulen-Café (naja, es hieß „Queer“, aber hatte geschlossen). Im Park klettert man mehrere hundert Stufen zu einem See hinunter. Dort wollte ich dann an einem Kiosk einen Eistee für 22 Lei kaufen. Mein Geldbeutel lag im Hotel. Aber ich hatte noch den zerknitterten 200-Lei-Schein von gestern in der Hosentasche. Den wollte man aber nicht. Man könne nicht wechseln. Grmpft. Ich lief dehydriert durch den Park bis zur wunderschönen Kaskade, wo ich wieder mehrere hundert Stufen zur Straße hinauflief. Ich konnte nicht mehr und nahm einen Bus. Als ich der Ticketverkäuferin den Schein hinhielt, verfinsterte sich ihr Gesicht. Ich bekam einen Eimer zerrupfter Geldscheine und hunderte Münzen zurück und wieder wurde meine ganze Sippe verflucht. Ehrlich, wenn Ihr keine umgerechnet 10 Euro wechseln wollt oder könnt, dann gebt keine solchen Scheine raus.

Ich nahm einen Umweg über das Hotel, steckte meinen Geldbeutel ein und begab mich zu einem authentischen, rumänischen Restaurant. Allein, das gab es nicht (mehr?), ein zerfallenes Haus stand an angegebener Adresse. Ein paar Schritte weiter dann ein Italiener mit schöner Terrasse. Ich fragte auf Englisch, ob man einen Platz für mich hätte. Ob ich bitte englisch sprechen könne? WHAT? Ich spräche englisch. Man verstünde mich nicht. Herrjeh. Ich radebrechte ein bisschen russisch. Ja, man hatte einen Platz. Der Rest lief nur mit Händen und Füßen.

Kurzer Exkurs: Moldawien/Moldau/Moldova ist noch einigermaßen untouristisch. Das hat natürlich Vorteile (Preise, Platz, Pioniertum), aber man ist schon auch noch eine Art Alien. Selbst junge Menschen sprechen oft kein Englisch, geschweige denn andere Sprachen. Die ganze Anmutung, ich deutete es an, ist noch sehr sowjetisch; man griesgramelt zuweilen immer noch so ein bisschen rum und übt sich im Grausein. Hatte ich zuletzt in Litauen, dieses Gefühl. Aber ich denke/hoffe, das ist alles rückläufig. Denn wie anders war das bisher auf dem Westbalkan!

Wo war ich? Ach ja, Abendessen. Der Markt hatte mir so Appetit gemacht, dass ich einen riesigen Salat mit Avocados und Krabben verputzte. Dazu zwei Rosé und eine große Flasche Wasser. 380 Lei, und das in einem gehobenen Etablissement. Kannste wirklich nicht meckern.

Jetzt hocke ich hier im Hotel wieder mit dem Kinn auf der Tischplatte und resümiere den Tag. War Puschkin im Recht? Nun, ich weiß ja nicht, wie es vor ziemlich genau 200 Jahren hier war, aber es ist eine nette Stadt mit vielen Gegensätzen. Mir hat mein Tag gut gefallen, aber eigentlich habe ich schon fast alles gesehen. Klar, man kann jetzt noch Aufführungen besuchen, Museen besichtigen, einfach mal im Park sitzen, auf einem Teich Tretboot fahren. Ich mag Chișinău aber. Es ist recht ruhig, aufgeräumt (wenn man von den katastrophalen Zuständen mancher Bürgersteige absieht – ich empfehle für Spaziergänge im Dunkeln eine Taschenlampe!), man kann gut und preiswert essen, die lokalen Weine sind lecker…

Morgen geht es aus der Stadt raus, packt Eure Pässe ein, die brauchen wir nämlich. Bin sehr gespannt. Bis morgen, Euer

Was ich so alles für meinen Leserschaft auf mich nehme…

P.S.: Die Technik spinnt hier ein bisschen, dauernd bricht das Hochladen von Bildern ab. Daher sind die jetzt, da der Autor etwas genervt ist, ein bisschen unsortiert, auch Korrekturlesen entfällt auf dieser Reise. 🙂

Balkan 2025 (Tag 0): Anreise und erster Eindruck)

Ihr Lieben!

Oft janke ich ja herum, wie doof die Deutsche Bahn ist und ich wegen der Unzuverlässigkeit gezwungen bin, schon am Vortag anzureisen, wenn der Flug nicht von Köln oder aber sehr früh geht, um in einem Flughafenhotel zu nächtigen. Ich muss aber fairerweise sagen, dass ich das auch ab und zu genieße. Wie heute z.B. Das Hotel war zwar nicht so hip, wie es sich gerierte, aber dafür habe ich bis 9 Uhr ziemlich bequem geschlafen, dann ausgiebig und sehr gut gefrühstückt und bin dann ganz gemütlich zum Gate gewackelt. An der Sicherheitkontrolle war’s dann ein bisschen ätzend, an einem anderen Abfluggate war sie ausgefallen und daher bei uns unglaublich voll. Ein paar verspätete Passagiere schoben deswegen auch massive Panik. Waren sie etwa mit der Bahn angereist? Hihi.

Frühstücksblick

Direkt hinter mir in der ellenlangen Schlange standen zwei aufgeregte, sehr hibbelige Menschen, die bei jedem Schritt, den ich nach vorne machte, derer zwei machten, folglich in mich reinbumsten, einen Schritt zurücktraten und um Entschuldigung baten. Nach dem vierten oder fünften Mal entschlüpfte mir ein „Wollen wir uns auch einmal umarmen?“, was sie dann etwas auf etwas Abstand hielt. Es ging ja erst einmal nach Wien, und die Hälfte der Strecke dorthin legte ich zu Fuß zurück. Wer den Airport Frankfurt kennt, weiß, was ich meine.

Der Flieger hatte etwas Verspätung, das Boarding begann 15 Minuten nach der Zeit. Irgendwann war es „completed“, aber es tat sich nichts. Wir standen regungs- und durchsagenlos am Gate, ein Walzer nach dem anderen verging. Austrian Airlines hat viel Strauß auf der Playlist. Meine Umsteigezeit in Wien war gerade mal mit einer Stunde bemessen. Wer mich kennt, weiß, dass ich umgehend virtuelle Pusteln vor Nervosität bekam. Irgendwann hoben wir mit 40 Minuten Verzögerung ab. Ich war sehr unentspannt! Die Lufthansa-App berechnete den Weg von Ankunfts- zu Umsteigegate mit 18 Minuten. Dazwischen noch eine Passkontrolle. Und einen Transferbus. Lange Geschichte, kurze Auflösung: ein gutes Dutzend Passagiere rannte in 17 Sprachen fluchend über den Flughafen Schwechat und kam verschwitzt und völlig fertig auf die letzte Minute an. Leute, das ist nix mehr für mich. Zukünftig muss ich mal auf längere Umsteigezeiten achten. Dass mein Gepäck dann in Chișinău auf Band 2 lag, war ein Wunder. Offensichtlich kann es auch so schnell rennen wie ich.

Am Flughafen dauerte es dann wieder ein Weilchen, bis ich durch die Passkontrolle war und mein Gepäck eingesammelt hatte. Vor dem Gebäude warteten vertrauenerweckende Gestalten, die wie weiland Graf Zahl eine Jacketthälfte öffneten und raunten, ob man ein Taxi kaufen wolle. Als Gerry die Fahrpreise hörte, wollte er nicht. Er fand es auch viel spannender, den Bus zu nehmen, der Narr. Den musste man erst einmal finden. Irgendwann stand ich in einer Menschenmenge, die an einem Bushalteschild wartete und fragte die Umstehenden, ob das der Bus in die Stadt sei. Man hoffe, dass… Man ginge davon aus… Es wäre doch zu schön… Ich rief „Weiß jemand was oder ahnen alle nur?“. Jemand wusste dann und alle atmeten erleichtert auf. Der Bus war dann pickepackevoll. Ich hatte am Geldautomaten nur 200er-Scheine bekommen, die Ticketverkäuferin (jaja, so altmodisch geht es zu) wollte 6 Lei und schimpfte wie ein Rohrspatz. Sie schimpfte auch über mein Gepäck. Wahrscheinlich schimpfte sie auch über meine Ahnen, ich weiß es nicht. Aber ich fuhr gratis.

Auf halber Strecke wurde aus dem Dieselbus ein E-Bus. Dazu musste der Oberleitungsgreifer ausgeworfen werden. Das schien nicht zu klappen und wir standen in der Sardinenbüchse, zu der der Bus mutiert war, ziemlich lange dumm rum. Abgesehen davon hielt er sowieso alle 50 Meter für neue Passagiere, die sich – unter akrobatischsten Verrenkungen – auch noch irgendwie reinquetschten. Als der Bus die Route auf Maps verließ, die ich für das Hotel eingezeichnet hatte, war ich noch zwei Kilometer entfernt. Die lief ich dann, was mir dann rein physisch den Rest gab. Ich checkte bei einer missmutigen Dame ein und bediente mich zuallererst an der Minibar. Ein (!) Bier fand ich darin und das war auch noch warm. Heißa. Egal, runter damit.

Ich kämmte mir mit den Fingern durch meine goldenen Locken und begab mich auf Umgebungserkundung. Ein Supermarkt! Sofort Wasser, Wein, kaltes (!) Bier und eine Placinte gekauft, das ist so etwas ähnliches, wie die Schneckenbörek in Bosnien. Dann durch ein angeblich „belebtes Viertel“ (lt. Google Maps) gelaufen. Ging so, ich habe schon Einsiedlerhöhlen gesehen, in denen es beschwingter zuging. Ein paar nicht besonders gute besuchte Restaurants, ein bisschen Bar-Leben. Ein Hauch früheres Moskau wehte mich an. Aber ich war ja ohnehin etwas erschöpft, und so sitzte ich nun hier mit Börek, Chisinau-Bier und meinem Tablet auf dem Hotelzimmer. Der Schreibtisch wurde um die Heizung herumgezimmert, der Stuhl davor ist etwas niedriger als Standard. So kommt es, dass die Tastatur quasi auf Kinnhöhe liegt. Zuvor musste ich mich übrigens noch eine halbe Stunde mit der eSIM beschäftigen, denn die funktionierte mal wieder nicht. Jetzt geht sie aber.

So, jetzt muss ich mir mal anlesen, was ich alles morgen so treiben sollte und auch möchte. Ich hoffe, Ihr seid dann wieder mit dabei. Liebe Grüße, Euer

P.S.: Eine traurige Mitteilung muss ich noch loswerden. Die liebe, süße Amy, die ihr aus meinen Schnipseln kennt, weilt nicht mehr unter uns. Aber in meinem Herzen (und vielen anderen!) wird sie immer bleiben!

Balkan 2025: der Prolog

Ihr Lieben!

Was ist der Balkan? Jedenfalls nicht so ein wirklich fest definiertes Gebiet. Der Balkan ist nach dem gleichnamigen, ziemlich übersichtlichen Gebirge benannt. Die Balkanhalbinsel umfasst aber ein ungleich größeres Gebiet. Wenn man die Triest-Odessa-Linie als Gebietsgrenze zugrunde legt, sind tatsächlich alle von mir in den kommenden Tagen bereisten Länder zumindest teilweise Teil des Balkans.

Und was treibt mich da hin? Naja, ich war ja von meinen anderen Balkanlandbesuchen der letzten Zeit recht angetan (Albanien, Rumänien, Montenegro), so dass ich auch andere Teile einmal zumindest ansatzweise bereisen wollte. Und so führt mich meine Hauptstadt-Hopping-Tour (leider wieder sehr unökologisch*) von Chisinau über Belgrad, Sofia und Skopje nach Pristina.

Es wird also eine Reise, kein Urlaub. Alle drei bis vier Tage bin ich mit einem Ortswechsel beschäftigt. Großteils mit Kurzstreckenflügen, nur am Ende fahre ich mit dem Bus von Skopje nach Pristina. Alle anderen Routen dauerten zu lang bzw. waren schlichtweg nicht gegeben. In allen Ländern wird mit einer anderen Währung bezahlt. Leu, Lew, Dinar, Denar und Euro. Letzterer im Kosovo. Telefonieren und Surfen kann ich mit meiner SIM nur in Bulgarien, für alle anderen Länder habe ich mir nationale Datenvolumina gekauft. Keine der Sprachen ist mir geläufig. Alles in allem also ein recht multinationales Abenteuer. Immerhin brauche ich keinen Steckdosen-Adapter, ich habe noch so ein vorsintflutliches Modell, das etwa 5 Kilogramm wiegt. Apropos: Wer hat meine Kofferwaage geklaut???

Am Samstag geht es in Frankfurt los, wohin ich aber schon heute gereist bin (ihr wisst ja, meine Bahnerlebnisse). Ich würde mich sehr über Eure virtuelle Begleitung freuen. Und wenn Ihr mal hier nichts von mir lesen solltet, hat das eher technische Gründe, als dass ich (wie einem berühmten Film von John Landis) bei einer Nachtwanderung eine unangenehme Begegnung mit einem Vărkolàk habe und demzufolge jaulend und unglaublich behaart durch Wälder streife, wo ich insbesondere in Vollmondnächten übelst missmutig sein werde.

Also, liebe Grüße aus dem Flughafenhotel, das gerne hip wäre, es aber nicht ganz schafft, und auf Wiedersehen morgen Abend in Moldawien! Euer

P.S.: Bzgl. des Beitragsbildes – so sieht die KI meine geplante Reise. Sieht ja nicht schlecht aus.

P.P.S.: Hier noch ein kleines Geografie-Quiz! Ordne den Ländern die Stadt zu.

1 Bulgariena) Belgrad
2 Kosovob) Chisinau
3 Moldawienc) Pristina
4 Nord-Mazedoniend) Skopje
5 Serbiene) Sofia
6 Transnistrienf) Tiraspol

P.P.P.S.: Ich möchte „Only Adult“-Abteile in den Zügen!

*) Ich empfehle zumindest Ausgleichszahlungen an atmosfair…

Barcelona 2025-II: Nudeln satt im Sündenpfuhl

Ihr Lieben,

gestern Abend waren wir zwar relativ brav, haben aber trotzdem den Hahnenschrei zum Aufstehen beide verpennt. Das war aber nicht weiter tragisch, denn wir wollten einen richtigen Urlaubstag haben. Rumgammeln, glotzen, essen, trinken, albern sein. Ich nehme es vorweg: Es hat geklappt!

Nach einem frugalen Frühstück brachen wir recht plötzlich nach Sitges, dem gar nicht so sündigen Sündenpfuhl, auf, denn die ÖPNV-App versprach einen bald eintreffenden Bus. Der kam auch pünktlich und Ihr werdet es nicht glauben, aber wieder saß Bruce Willis am Steuer! Entweder war das ein unglaublicher Zufall, oder aber das ist ein Familienbetrieb mit Mehrlingskindern. Er hat uns auch heute nicht enttäuscht und überholte mal rechts, mal links und wir waren in kurzer Zeit in Sitges angekommen.

Wir liefen zuerst zur Kirche hoch, wo es eine große Plattform mit Aussicht auf das kleine, schöne Zentrum gibt, wo man Longdrinks und Cocktails genießen kann. Dort wehte eine kleine Brise, das war wirklich nett (es waren nämlich wieder weit über 30°C!). Kurz war ich versucht, nachzusehen, ob meine Gruft im nahegelegenen Friedhof noch frei war, vielleicht erinnert Ihr Euch… Ich habe es dann aber gelassen.

Wir bekamen dann ein kleines Hüngerchen und da uns beiden nach Nudeln war, kehrten wir in einem Restaurant mit entsprechender Karte ein. Leute, was soll ich Euch sagen? Ich bestellte „Dreierlei Nudel-Variation nach Chef-Auswahl“ und dachte, ich bekäme jetzt einen Teller mit dreierlei Matschepampe. Weit gefehlt! Drei Teller nacheinander. Mit Tagliatelle Gamba, mit Maccaroni Putanesca und Ravioli Trüffel/Parmesan. Dazu einen vierten Teller mit Lachs/Kaviar als Gruß aus der Küche. Der Hammer! Der Wein war gut ein geschenkt, die Aussicht schön… Vorher noch einen knackigen Salat mit Avocado und Gambas! Wir saßen schlappe drei Stunden da und die Zeit verging wie im Flug. Und alles so herrlich entspannt!

Wir wechselten dann zur Plaza Industrial, wo sich die schwule Szene zum Schaulaufen versammelt. Das war sehr unterhaltsam, da es viel zu Gucken (neudeutsch für Lästern) gibt. Vorsichtshalber für die, die uns nicht so kennen: Wir lästern immer sehr freundlich und sparen uns nicht aus. Wir Tunten sind halt iwie so gestrickt.

Am frühen Abend machten dann Artisten den Platz unsicher. Die schlugen Räder, bauten Menschenpyramiden, brachen den Weltrekord im Seitwärtssaltospringen… Wirklich gute Unterhaltung und wir haben uns dann beim Hutrumgehen auch nicht lumpen lassen.

Inzwischen schien es uns zu spät, nach Barcelona reinzufahren, um dann dort zu essen, so suchte Rolf ein fantastisches Restaurant für das Abendessen aus, wo wir uns Würstchen in Salsa Rojo teilten und Rolf saftigen Lachs und ich ein sehr gutes Thunfisch-Tataki hatten.

Mir war gestern mein Fächer kaputt gegangen und ich wollte mir einen neuen kaufen, daher musste ich auf dem Weg zum Bahnhof noch schnell in einen „Ale-Hop“. Das ist eine völlig unnötige spanische Ladenkette, die nur völlig unnötiges Zeug verkauft, und ich liebe alles daran! Ich kaufte einen Fächer, auf dem steht, dass ich alle Probleme wegfächere. Jaja, ich weiß. Aber ich finde das lustig.

Wir kamen eine Viertelstunde zu früh am Bahnhof an und erwischten einen Schnellzug. Was ein Glück. Es gibt nämlich Züge, die an jeder Milchkanne halten, dieser aber hatte uns nach vier Stationen ins Zentrum gebracht. Dann noch kurz in die L3, schon waren wir daheim.

Keine Kultur, kein Sightseeing, keine Besonderheiten? Nönönö! Essen und Trinken sind Kultur, gesehen haben wir Menschen und Akrobaten, es war ein durch und durch schöner Tag. Und wir waren am Meer. Können nur Muschelschubser dieses Glück empfinden, am Meer zu sein? Das Meer macht etwas mit einem, oder? Die Menschen sind fröhlich, entspannt, freundlich… Gut, die haben natürlich auch fast alle Urlaub.

Morgen, ich schrieb es, geht der Flug leider sehr früh zurück. Ich habe aber die Zeit hier sehr genossen. Rolf ist ein toller Freund und Gastgeber, Katalonien ist eine wunderbare Ecke zum Bereisen. Es liegt nicht nur an den zwei, drei Gläsern Wein, wenn… HALT DIE FRESSE DAHINTEN… äh… also, wenn ich wehmütig bin, weil ich wieder nach Hause muss.

Danke wieder für’s Mitreisen und hoffentlich bis bald. Euer

P.S.: Es war natürlich nicht die Gurke…

Barcelona 2025-II: Gerry geht ins Krankenhaus

Ihr Lieben,

Die gestrige Nacht haben wir ja ausgiebig ausgenutzt, da musste ich heute erst einmal bis in die Puppen pennen. Aber nach ein paar Tassen Kaffee ging es dann nach draußen. Bei 33°C und erhöhter Luftfeuchtigkeit fuhren wir erst mit der Metro zur Sagrada Familia, wo der übliche Trubel herrschte, um dann 15 Minuten zum Hospital St. Pau zu laufen. Mit dem Bau des Hospitals wurde 1901 von dem bedeutenden Architekten Lluís Domènech i Montaner begonnen, sein Sohn Pere vollendete es 1930. Es ist ein riesiger Gebäudekomplex, der einen nur staunen lässt. Das Hospital wurde irgendwann aufgelassen, kam ein wenig herunter und wurde dann aufwändig wieder restauriert. Jetzt ist es als Meisterstück des spanischen Jugendstils Weltkulturerbe der UNESCO. Große Teile kann man heute besichtigen und es lohnt sich!

Gegenüber des St. Pau ließen wir uns für ein Menù del día nieder. Ich hatte Gazpacho (esse und mache ich viel zu selten, ich liebe sie) und ein etwas zähes Rind, Dulce de leche-Pudding als Nachspeise, dazu gab es Bier und Brot. 15 Euro. Kann man nicht meckern.

Rolf musste sich dann seinem Beruf widmen und ich brach auf zum Torre Gracies, früher Torre Agbar genannt, nach der Bauherrin, den Wasserwerken Barcelonas. Jetzt steht er im Gracies-Park, einem städtebaulichen Großprojekt Barcelonas. Der Park hat etwas wenig Grün für einen Park, aber ist ja auch noch in Entwicklung. Der Turm hat eine Aussichtsplattform, die man für stolze 21 Euro besuchen kann. Dafür bekommt man einen Rundumblick in etwa 140 Metern Höhe. Wenn man mag, kann man in der Kuppel noch durch eine Art Gerüst klettern. Ich mochte nicht. Das sah alles sehr eng und fragil aus.

Der Barcelonese nennt den Torre spaßhaft… äh, warte mal, wie war das noch… fängt mit Pe an, und ein n und ein i kommen auch drin vor… ach ja, „Pepino“, also Gurke.

Im Parque Gracies befindet sich auch der Mercat dels Encants, ein mit einer futuristischen, bronzeschimmernden Konstruktion überdachten Pröddelmarkt. Auf der oberen Etage gibt es Billigklamotten der bekannten Marken Clavin Hlein und Oumo, wahrscheinlich auch Taschen von ISL oder Doir. Auf der unteren Ebene befindet sich dann ein eher klasischer Flohmarkt. Es war ziemlich wuselig. Und nur der fehlende Platz in meinem Koffer hinderte mich daran, mir 5 Clavin Hlein-Shorts für 10 Euro zu kaufen.

Ich fuhr mit der Metro zurück ins Appartement, schrieb ein wenig, legte mich kurz hin und machte mich ausgehfein. Nach Rolfs Rückkehr liefen wir zu seinem Stammitaliener und zogen uns auf dem Weg dahin noch einen Aperitif rein. Ich nahm eine Sangria de Cava, die brauchte ewig. Als das Prachtstück dann aber ankam, wussten wir, warum. Das Obst frisch handgeschnitzt, mit Liqor 42 und Cointreau drin, feinperliger Sekt. Seeeehr lecker! Rolf unkte, das koste jetzt bestimmt 20 Euro, war dann aber auch nicht teurer als ein Aperol Spritz.

Der Italiener (der eigentlich gar keiner ist, den wir aber seit Menschengedenken so nennen, ohne zu wissen, warum) begrüßte uns mit Handschlag, einem Lachs-Mango-Avocado-Tartar, Pan Tomate, einem Hamburger Special und einer riesigen Paella. Dazu ein leckerer Rosé aus Navarra. Das zog sich dementsprechend ein bisschen, aber da wenige Gäste da waren, waren die Kellner auch in Plauderlaune. Ich musste feststellen, dass ich noch dringend an meinem Hör verstehen arbeiten muss. Aber insbesondere ein Kellner quasselte auch im Allegro-vivace-Tempo. War sehr nett und lecker.

In einer Bärenbar und auf der Terrasse einer anderen Gay-Bar nahmen wir dann noch zwei Absacker und dann zogen wir uns auch zurück. Jeden Abend Party ist halt bei mir nicht mehr.

Morgen wird wieder lange geschlafen, versprochen. Und als Tagesausflug geht es ans Meer. Morgen soll es noch einmal deutlich wärmer werden, da ist Seeluft bestimmt nicht verkehrt.

Bis morgen, Ihr Conejit@s, Euer

P.S.: Barcelona ist erstaunlich unvoll. So habe ich das noch nicht erlebt. Aber das Hospital war mäßig besucht und den Turm hatte ich quasi für mich alleine. Der „Italiener“ hat dann auch Sommerpause angekündigt, es sei zu wenig los.

Barcelona 2025-II: Madonna ohne Chor

Ihr Lieben,

für ein 4Sterne-Hotel war das Concordia ein wenig ungepflegt, aber das Frühstück war sehr gut. Natürlich hat der Onkel Gerry wieder getrödelt ohne Ende und so seinen ursprünglich geplanten Zug nach Montserrat verpasst. Also nahm er den eine Stunde später.

Man fährt von der Plaza España aus etwas über eine Stunde mit der Regionalbahn bis Monistrol Montserrat und steigt dort in die Cremallera, die Zahnradbahn, um, die sich in beachtlichen Schleifen in bemerkenswerte Höhen schnauft. Der Abgrund ist stellenweise eine Handbreit neben den Schienen. Man kann auch mit einem Funicular oder einer Seilbahn hochfahren, aber das ist etwas komplizierter.

Schon auf dem Weg nach oben, Montserrat liegt auf etwa 800 Metern, bieten sich spektakuläre Ausblicke. Das Kloster selbst, man verzeihe mir, hat auf den ersten Blick den Charme eines Plattenbaus, wenn auch aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Das Gelände ist recht groß, das Kloster ist auch das wichtigste in Katalonien, und man kann so einiges besichtigen. Ich war leider etwas unvorbereitet und erhielt zeitnah keine Karte mehr für den Zugang zur Madonnenkapelle, wo man nach stundenlangem Anstehen in einer Sekunde an ihr vorbeihuschen und ihr gleichzeitig huldigen soll. Der sehr berühmte Knabenchor, der sonst mehrmals am Tag trällert, war in Sommerferien. Ich fragte eine junge Frau vom Sicherheitspersonal, welche Karte ich denn nun aus dem reichhaltigen Angebot nehmen solle, wenn ich nur in die Basilika wolle. Ob ich alleine sei? Ja. Dann rein mit ihnen, ich lade Sie ein. Das fand ich super nett!

Die Basilika ist schon erlesen. Man sieht den Strom der Anbeter oben über dem Altarraum an der schwarzen Maria vorbeidefilieren und man kann die Statue von unten erahnen oder sie mit Teleobjektiv auch heranzoomen.

Ich streunte ein wenig herum und hatte nach kurzer Zeit schon alles gesehen. Und sogar mehrere bunte Kerzen angezündet, die ganz profan per Kartenzahlung erworben werden konnten. Aber für mehrere Stunden An- und Abreise wollte ich das nicht alles gewesen sein lassen.

Montserrat gilt als überaus schönes Wandergebiet. Es gibt Dutzende anderer Sakralbauten, Kreuzwege, heilige Höhlen. Aber wollte ich bei 35°C wirklich wandern? Ich suchte mir das nahegelegenste Ziel aus, das Kreuz des Heiligen Michael. Das waren hin und zurück 40 Minuten. Und schon nach dieser kurzen Strecke war ich nur noch welkes Gemüse, galt es doch, neben der Hitze auch noch gefühlte 4000 Höhenmeter zu überwinden.

Aber die Aussichten sind wunderbar. Vom Kreuz aus hat man eine Gesamtsicht auf das Kloster. Ich kann jedem einen Besuch nur empfehlen!

Mir war ziemlich nach Hopfenkaltschale, aber die Terrasse der Bar am Hauptplatz vor der Basilika war überfüllt. So entschloss ich mich, wieder in die Stadt zurückzukehren, um dort einen Schoppen zu trinken. Zuvor galt es aber, in der Arena an der Plaça Espanya Wein und Kekse zu kaufen, mein Köfferchen im Hotel abzuholen und mich dann langsam in Richtung von Rolfs Wohnung aufzumachen. Er kam ja selbst erst nachmittags aus Amsterdam wieder, daher hatten wir 18 Uhr für ein Treffen ausgemacht. Ich war zu früh und kehrte in der Casa Dorita ein, um die Zeit zu überbrücken. Ich schickte Rolf die Adresse und ein Foto mit Bier in der Hand. Er kam flugs herbei und holte mich dann, nach einem weiteren gemeinsamen Bier, ab.

In der Wohnung angekommen, machte ich mich nur oberflächlich frisch und dann gingen wir aus. Leute, was kann man hier schlemmen, ohne arm zu werden! Wir hatten etwa 8 Tapas und schafften nicht alles. Dazu Wein für 3 Euro pro Glas. Und der Kellner schenkte mehr als großzügig ein! Pappsatt brachen wir auf Richtung Regenbogenviertel.

Wir wuselten uns durch drei Kneipen, plauderten mehr oder weniger nett mit Kellnern und Gästen und zogen uns dann doch schnell zurück in Rolfs Appartement. Ich alter Mann werde inzwischen gerne früh müde. Alles in allem war das aber ein sehr, sehr schöner Tag.

Was wir morgen machen, entscheidet sich erst nach dem Frühstück. Seid Ihr dabei? Würde mich freuen. Euer

Man nennt das wirklich Bikini.

Barcelona 2025-II: Die Anreise

Ihr Lieben!

Es ist eigentlich überhaupt nichts passiert. Außer, dass ich Land und Leute gewechselt habe. Aber ich plaudere trotzdem gerne zwei Minuten mit Euch.

Ein Abflug am frühen Morgen, Ihr wisst das, ist ja so gar nichts für mich, spät abends ist dann aber auch irgendwie doof. Irgendwie hängt man dann den ganzen Tag in den Seilen. Nicht, dass ich es nicht trotzdem schaffe, kurz vor Abflug totale Hektik zu verbreiten. Bestimmte Tabletten hatte ich im Büro vergessen, Bargeld hatte ich auch keins mehr, zum Friseur musste ich auch mal wieder… Was, schon so spät?? Ach Herrjeh. Friseur ließ ich dann ausfallen. Und wie immer war ich dennoch mehr als zeitig am Gate. Das Boarding ging pünktlich los, wir hoben mit nur ein paar Minuten Verspätung ab. In Barcelona dann aber die Überraschung. Man hatte nicht mit unserem Kommen gerechnet. Niemand da, der die Passagierbrücke ans Flugzeug andocken wollte, keine Gepäckauslader. Das hatte schon etwas komisches an sich. Dauerte dann auch nur 10 Minuten, in der es die Mitpassagiere schafften, sich im Gang übereinanderzustapeln. Man kennt es.

Mit dem Flughafenbus und ein bisschen Fußweg war ich dann um kurz nach 21 Uhr am Hotel nahe der Plaza España, wo mich der Portier vor der Tür anblaffte, was ich wolle. Hm. Am Flughafen war ich schon (wieder einmal) Opfer der berühmten Antiterror-Wischprobe. Wie sehe ich denn heute um Himmels Willen aus?

Das Zimmer liegt neben dem Swimmingpool. Das wurde mir an der Rezeption als großes Plus verkauft. Naja. Die Poolbar war auf jeden Fall schon mal nicht besetzt. Denn da wollte ich mir was ausleihen.

Ich eilte zuvor in den gegenüberliegenden Supermarkt, um mir Rosé zu besorgen. Den brachte ich dann aufs Zimmer in den Kühlschrank, wobei mir auffiel, dass ich wieder eine verkorkte Flasche erstanden hatte. Grmpft. Zur Pool-Bar, keiner da. Rezeption unbesetzt, Restaurant leer. Wieder in den Supermarkt. „Korkenzieher?“. „Nö!“. Beim Chinapröddelladen, die es hier in Spanien an jeder Ecke gibt, würde ich dann fündig. Ihr kennt ja meine Verschwörungstheorie bzgl. der Korkenzieherindustrie in südlichen Ländern? Siehste!

Ich aß in einem Imbiss einen extragroßen Bocadillo, zischte mir ein Bier und zog mich dann ins Hotel zurück.

Ihr seht, alles in allem ein unaufgeregter Tag. Frühstück hier im Hotel ist übrigens bis 11, Checkout bis 12. Ich liebe dieses Land. Nur den Wein, den muss ich gerade aus einem Pappbecher trinken, da geht die spanische Kultur dann doch ein bisschen den Bach runter.

So, morgen wird dann aber nicht so rumgetrödelt, da geht es dann zur Sache! Obwohl… Frühstück bis 11? Ähm… räusper.

Nos vemos mañana, Ihr Lieben, oder? Euer

Am Hauptbahnhof mit einem solchen Schild zu werben, ist schon ganz schön mutig, liebe REWE-Zentrale…

Prolog: Barcelona otra vez

Ihr Lieben,

einen Gutschein für einen Blindflug hatte ich noch im Posteingang meiner E-Mail. Ihr kennt das ja schon, Reisedaten eingeben und warten, wo einen die Airline hinschickt. Es wurde erneut Barcelona. Hm. Nicht, dass ich die Stadt nicht mag, aber ich esse ja auch nicht jeden Tag Pfannekuchen! Egal, Rolf angeschrieben, ob er denn da zufällig da sei. Ja, ab Dienstag, ich könne dann bei ihm übernachten. Ich antwortete, ich wolle seine Gastfreundschaft aber doch nicht überstrapazieren. Keine Reaktion. Eine halbe Stunde, zwei Stunden, vier Stunden vergingen. Panik. Dann schrieb ich, dass ich das Angebot natürlich gerne annähme! Für die erste Nacht hatte ich zuerst ein etwas abgeranztes Hostal gebucht, bis ich mich dann doch umentschloss und zu einem hoffentlich netten Hotel wechselte. Bustickets vom Airport buchte ich dann auch sofort sowie einen XL-Seat Reihe 1 für den Flug.

Leider gehen Hinflug sehr spät und Rückflug am Freitag sehr früh, aber drei volle Tage habe ich ja wieder. Für Dienstag ist – je nach Wetterlage – ein Ausflug außerhalb von Barcelona geplant, Mittwoch dann wird der Tag in der Stadt verbracht und Donnerstag ans Meer gefahren, so der St(r)and* heute. Aber erstens kommt es ja oft anders und zweitens als man denkt.

Wie immer freue ich mich über Eure virtuelle Begleitung und wenn Ihr hier mal nichts von mir lest, liegt das eher an technischen Problemen, als daran, dass ich in einer Churros-Bar ins Schoggi-Fass gefallen bin, wo ich den Rest meines Lebens glücklich herumpaddele.

Also, bis morgen? Liebe Grüße, Euer

P.S.: Ich habe übrigens noch nie Churros gegessen, vielleicht sollte ich das diesmal einfach tun.

*) hihi

Kann ich plötzlich zeichnen und malen?

Ihr Lieben,

nein, kann ich natürlich nicht. Aber die KI beschäftigt mich in meiner Freizeit sehr und ich experimentiere viel damit herum. Die Frage, die sich aber stellt: Wem gehören die Ergebnisse, die mittels KI geschaffen werden? Und welchen Stellenwert sollten sie einnehmen? Ich glaube, dass es eine eigene Kunstform sein wird. Nach dem Motto: das kann ja dann jeder. Aber hat man das nicht auch über Mark Rothko gesagt? Oder über John Cage?

Ich habe nette Ergebnisse mit Leonardo AI erzielt, dieses Tool malt einem Barockschinken auf Befehl, Ihr konntet sie teilweise hier schon sehen. Ein paar wenige sind dazugekommen.

Inzwischen beschäftige ich mich damit, mit dem Stift auf Tablet und Handy zu zeichnen. Ich kann gar nicht richtig zeichnen! Aber die KI wandelt das Gekritzel in Bilder um, dann kann ich das Gekritzel anpassen und so Schritt für Schritt wundersame Bilder generieren. Reich würde ich damit aber wahrscheinlich nicht. Plane ich allerdings auch nicht. Hier ein paar Ergüsse:

Ich meine übrigens, man sieht deutlich, womit ich begonnen habe. Wobei der Charme des Simplen ja durchaus auch etwas hat. Daraus folgt: Ein bisschen Übung ist schon vonnöten. Vorhin habe ich mir eine Zeichnungs-App gekauft, die hat keine KI Funktionen, aber mit der plane ich, Entwürfe weiterzuentwickeln.

Ich halte an dieser Stelle fest, ich bin kein Künstler und mir tun die wirklich begabten Musiker, Schriftsteller und Maler leid. Mit voranschreitender Technik wird es ihnen gehen wie Gustav Hartmann. Sie werden zu Folklore. Ich glaube aber auch, dass Lyrik wie von Mascha Kaleko oder Ernst Jamdl (heute ist sein 100. Geburtstag), Malerei wie von Caravaggio oder Neo Rauch, Musik wie von Bach oder Penderecki niemals von KI imitiert werden können.

Und da ich schon dabei bin, zu schreiben, noch kurz die Geschehnisse der letzten Tage. Es gab Sonntag ein Familientreffen in Grevenbroich, mit lecker Konditorkuchen, aber leider kein Selfie davon. Außerdem habe ich mich Dienstag und Mittwoch mit Nachbarn zum Feierabendsnack getroffen, hier auch keine Fotos verfügbar. Auf der Arbeit ist es gespenstisch ruhig und ab heute habe ich auch noch Urlaub! Daher lesen wir uns ab Montag wieder, wenn ich aus Barcelona schreibe. Wieder einmal.

Liebe Grüße, ich wünsche alles Gute, Euer

Hier noch ein paar andere AI-Erzeugnisse meiner einer:

Gerry und die KI

Ihr Lieben,

KI ist ja derzeit ein großes Thema, letztlich musste ich sogar zusammenfassen, wie ich KI in meiner Abteilung nutze bzw. nutzen würde. Es ist nicht so, dass ich KI verteufele, aber sie hält in vielen Dingen nicht meinen Erwartungen stand. Texte erkennt man in der Regel sofort als KI-generiert. Wobei es bei weniger wortgewandten Menschen ja durchaus eine Unterstützung sein kann. Niemals aber sollte man sich komplett darauf verlassen, wie unlängst ein Anwalt am Arbeitsgericht Köln erfahren musste, der wegen seines KI-Schriftverkehrs mit dem Gericht ermahnt wurde. Die KI hatte falsche Entscheidungen erfunden und der Anwalt scheiterte kläglich. Oh, ein Wortspiel.

Bei der Bildgenerierung dagegen hatte ich die letzten Abende und Wochenenden viel Spaß. Hier eine Auswahl meiner Ergüsse:

Wie steht Ihr zu KI? Lasst es mich doch bitte mithilfe oder ohne Hilfe von KI wissen. 🙂