Kapverden 2025 (14): Von Spinnen und Kühen (und Kegelschnecken)

Ihr Lieben.

Heute habe ich eine fast Zwei-Euro-Stück-große Spinne gesehen. Aber von vorne. Gestern Nacht hatte ich Probleme, Bilder hochzuladen. Der Providerserver antworte nicht, antwortete mir der Providerserver. Ich schrieb der Hotline, deren Antwort las ich dann heute früh. Ob ich denn den Tripleswitch auf den Composer gedubbt hätte, denn möglicherweise rebreache der Nexter wegen der Putterbridge nicht. Dann gäbe es selbstverständlich Schwallerdriss. Klar, da hatte ich als erstes dran gedacht! Naja, heute früh ging es dann auch ohne Tripleswitchcomposerdubbing. Sind ITler eigentlich immer gescheiterte Comedy-Existenzen?

Zum Frühstück gab es Pannenkoekjes. Waffeln gab’s ja schon beim Belgier, wir erinnern uns. Waren aber American style. Sogar Erdbeeren standen auf dem Buffet. Es ist schon eine tolle Unterkunft. Heute früh hatten wir zwar einen Stromausfall, aber der währte nur drei Minuten.

Mein Plan war es, zum Leuchtturm zu laufen. Auf Komoot fand ich sogar eine akzeptable Tour und lief los. Ich habe Komoot eine zeitlang nicht genutzt, aber seit wann hat die App diese unerträgliche Lolita-Stimme, die einem im Minutentakt zuhaucht, dass das GPS-Signal verloren gegangen wäre, die Tour aber weiter aufgezeichnet würde, die Position auf der Karte allerdings nicht bestimmt werden könne? Minütlich! PUH!

Ich kraxelte die Hügel hoch und war nach kurzer Zeit ziemlich hinüber. Auf Antão hatten wir 23 Grad, hier sind es gefühlte 30. Schlimmer aber war, dass über dem Weg plötzlich eine milchflaschendeckelgroße Spinne hing. Ob die sich wohl auf Wanderer stürzte? Augen zu und durch. Es wurde immer steiler. Aber ich hatte einen schönen Ausblick auf die Bucht und Tarrafal. Auf einmal lag ein halbes Dutzend Kühe auf dem Weg, inklusive zweier Kälber. Nicht neben dem Weg, sondern mitten drauf. Links eine Schlucht, rechts eine Felshalde. Wir starrten uns eine Weile schweigend an. Die Kühe und ich. „Könntet Ihr vielleicht irgendwie…?“. Die Herde starrte. Ich kniff und zog mich zurück. Reisen kann so einfach sein, wenn man ein paar Grundregeln beachtet. Don’t mess with cows, when you’re a coward.

Jetzt musste ich wieder an der untertassengroßen Spinne vorbei, um die rettende Strandbar zu erreichen, wo ich mich bei einer parfümierten Zitronenlimonade von den psychischen und physischen Strapazen erholte. Dort traf ich Schweizer Vater und Sohn aus Santo Antão wieder. Das Kind litt an Ohrenschmerzen und der Guide für die Bootsfahrt hatte sie sitzen gelassen. Zudem entspricht ihr Hotel (direkt am Strand, es sieht ein wenig heruntergekommen aus) wohl so gar nicht ihren Erwartungen. Sie überlegten, zum Leuchtturm zu wandern. Ich berichtete von der diskusscheibengroßen Spinne und den Rindern. Sie würden darüber noch einmal nachdenken.

Vor den Toren von Chão Bom, 3 Kilometer von Tarrafal entfernt, liegt ein vom Salazar-Regime errichtetes Konzentrationslager, das heute eine Gedenkstätte ist und ein kleines Widerstandsmuseum beherbergt; ich beschloss, die paar Kilometer zu laufen. Ab Ende der 30er-Jahre bis Mitte der 50er-Jahre wurden hier politische Gefangene, vorrangig portugiesische Oppositionelle, interniert. Nach mehrjährigem Leerstand entschied man sich, Chão Bom als Arbeitslager für Widerstandskämpfer aus Angola, Guinea-Bissau und den Kapverden selbst zu nutzen. Im Gegensatz zu deutschen Lagern wurde hier nicht aktiv ermordet; viele Insassen starben aber einen Tod durch Unterlassung. Medizinische Hilfe wurde verweigert, das Brackwasser nicht abgekocht oder gefiltert. Berüchtigt die Worte des Lagerarztes der „1. Phase“, Esmeraldo País Prata: „Ich bin nicht hier um zu heilen. Ich bin hier um Totenscheine auszustellen.“. Ein bedrückender Besuch.

Inzwischen war es schon wieder weit nach 15 Uhr und ich hatte Hunger wie nix. Ich lief an drei Restaurants mit Kegelschnecken vorbei, die keine Kegelschnecken hatten, als der dritte fragte, ob ich Ziege möge? Also aß ich eine Art Ziegeneintopf mit Gemüse und dem allgegenwärtigen Reis. War sehr lecker, wenn auch, wie die Muräne, mit vielen „Gräten“.

Ich eierte ein wenig durch den Ort, inspizierte sowohl alten als auch neuen Markt, und traf auf einmal auf eine große Bühne am Praça de Tarrafal. Ich war in das Festival der Batucadeiras von Santiago geraten. Dutzende Gruppen von uniformierten Damen wetteiferten miteinander, wer am besten Batucada, eine spezielle Form brasilianischer Samba, tanzt und trommelt. Eigentlich sind es rein weibliche Gruppen, aber in die eine und in eine andere hatte sich je ein Jüngling verirrt, das fand ich ganz entzückend! Und im Hinternkreisen standen die den Damen in keinster Weise etwas nach. Das ganze hallte übrigens noch stundenlang durch die Stadt. Man mag über Kapverde behaupten, was man will, aber leise geht hier nix.

War das wieder ein schöner Tag. Apropos schöner Tag, hier ein im wahrsten Sinne des Wortes heißer Tipp: Einmal Sonnencreme reicht nicht! LSF 25 reicht nicht!

Das Abendessen ließ ich wieder ausfallen, heute knabbere ich während der Schreiberei zuckerfreie Zitronenplätzchen. Gar nicht mal so lecker. Hoffentlich lässt mich der Bötchenfahrer morgen nicht auch im Stich (die Schweizer haben ja die gleiche Agentur), denn da freue ich mich schon ein bisschen drauf. Ihr Euch auch? Na dann, bis denn, Euer

P.S.: so sah übrigens die radkappengroße Spinne aus:

P.P.S.: Kitty hat sich doch sehr verändert

P.P.P.S.: Kann mal jemand für mich rausfinden, wo ich diese dussligen Kegelschnecken bekomme? Ulli, gab es die auf Sal auch nicht?

Kapverden 2025 (13): Gestrandet

Ihr Lieben,

ich war in meinem Leben in einer wohl vierstelligen Anzahl Hotels. Aber so eine miserable Bleibe hatte ich selten! Ich schrieb ja schon bei Ankunft über einige Probleme (mit Grausen erinnern wir uns an den vollgespuckten Zahnputzbecher!). Gestern Abend dann funktionierte das W-LAN nicht, aber ich wollte meinen Bericht schreiben. Also, ab zur Rezeption, was man denn machen könne. „Funktioniert alles, Sie sind einfach nur zu doof!“ fasst die Reaktion am Besten zusammen. Ich war sprachlos! Mr. Clever kam dann mit aufs Zimmer und sah, dass es nicht gut war. Langer Rede, kurzer Sinn: er bekam es nach Reboot für 3 Minuten hin. Dann war die Verbindung wieder tot.

„Oh, wie unangenehm, wir bedauern das, mal sehen, ob wir das hinbekommen…“ wäre meine Reaktion gewesen. Und wenn nicht, dann „tut uns leid…“. Aber „Sie haben das falsche Passwort, Sie sind zu dumm, wieso nehmen Sie denn diese (mir zuvor gesagte) Adresse….“, nur um festzustellen, dass es eben kein Singnal gab? Ich fasse zusammen: laut, kundenfeindlich, muffig, unsauber, frech. Kein Safe, kein Kühlschrank, keine Möglichkeit, zu lüften. No Stress? Muito Stress! Als Krönung obendrauf gab es vor 8 Uhr auch kein Frühstück.

Ich hatte noch eine halbe Stunde Zeit bis zur Abholung, die nutzte ich, um schnell noch durch die zweite, obere Markthalle zu hasten; die war wegen der Feiertage zwei Tage geschlossen gewesen. Da hätte ich zumindest Cachupa bekommen, aber das war mir zu heikel, vor so einer langen Autofahrt. Als ich die Markthalle verließ, rannte ich in eine Reisegruppe hinein, Bus Nummer 1 des Kreuzfahrtschiffes hatte es auf das Plateau geschafft!

Patrick kam pünktlich und fuhr mich durch das Inselinnere über Pässe und durch Täler nach Tarrafal. Er war nicht besonders gesprächig, aber ich, koffeinlos wie ich war, legte auch keinen gesteigerten Wert auf Plauderei. Ein paarmal hielt er an, damit ich ein Foto der wirklich spektakulären Landschaft machen konnte. Teile davon sind ein Nationalpark, Serra da Malagueta. Wunderschön. Und alle Klimazonen vertreten, inn den Höhenlagen regnete es ein bisschen. In einem Ort kurz vor Fundura wehte eine große deutsche Flagge von einem Haus. Hm. Hierhin auswandern? Was ein Stess!!! Man kann sich übrigens einigermaßen günstig Mietwagen hier mieten, damit kann man die Insel auch prima erkunden. Aber, es gbt immer ein „aber“, andere Verkehrsteilnehmer gehören der No-Stress-Religion an und bleiben einfach mal unvermittelt stehen, um mit wem zu plaudern, Fußgänger laufen ohne links-rechts-Schauen über die Straßen, aus den Gebüschen und Straßengräben schießt auch mal eine Ziege oder ein Hund.

In Tarrafal empfing mich Irene, eine Niederländerin. „Du bist aber früh!“. Als sie erfuhr, dass ich noch ohne Kaffee war, bekam ich erst einmal Frühstück. Total nettes Servicepersonal auf der schönen Dachterrasse, leckeres Essen (Spiegeleier!, Obst!, Kaffee!, Joghurt!). Ich habe ein sehr schönes, wenn auch kleines Zimmer (leider wieder sehr hellhörig) mit ganz vielen Pflegeprodukten einer bekannten Drogeriekette. Für das Heimatgefühl, wie Irene anmerkte. Der tolle Empfang hat mich wirklich gerührt!

Ich brach zu einer selbstgeführten Gettoknowyourcitybetter-Tour auf und lief die Küste bis zum zentralen Strand entlang. Es ist wunderschön hier. Blauer Himmel, blaues Wasser, leichte Brise, Boote am Strand und in der Bucht. Ich hockte mich in die Strandbar und bestellte einen Limãopirinha. Der hatte das Potenzial, dass nicht nur Himmel und Wasser blau… äh, ja. Im Laufe des Vormittags wurde der Strand immer voller, die Musik wurde aufgedreht und die Strandhändler holten ihren Tinneff hervor. Die Jetskis durchpflügten die brandenden Wellen, der Gerry bestellte sich einen Papaypirinha. Ohgott, ich habe Strandurlaub! Wie konnte das passieren? Ist das heilbar? Es hätte auch noch Caipis mit Kokos, mit Mango, mit Maracuja etc. pp. gegeben, wenn, ja wenn die Früchte dafür denn vorrätig gewesen wären. Ich verstehe es nicht, ich war ja morgens auf dem Markt, da gab es all das!

Zu einem sehr späten Mittagessen suchte ich mir eins der Restaurants an der großen Zufahrtsstraße zum Hafen aus, Mangui Bixu. Bzw. es suchte mich aus, denn die Kreidetafel versprach Kegelschnecken. Ihr ahnt es. Keine Kegelschnecken. Ich nahm Oktopus vom Grill, war auch okay. Ein Mann am Nachbartisch vertilgte eine Languste oder einen Hummer oder was auch immer. Was das denn koste, frgte ich die Kellnerin. Umgerechnet sind das 30 Euro. Leute. Heute gab es selbstgemachtes Piri-Piri auf dem Tisch. Ich gab einen Miniklacks zum Oktopus und verspreche, ich habe den Rest meines Lebens die Atemwege frei! Hui!

Ich schlenderte durch den Ort, fand den zentralen Marktplatz, die Kirche Santo Amaro, den Mercado Municipal. Da konnte ich nicht rein, da war, wie ich durch das Tor sah, für etwa 20.000 Menschen festlichst eingedeckt! Die Hochzeitsgesellschaft, auf die die Halle wartete, fuhr schon den halben Tag laut hupend durch den kleinen Ort. Auf Pickups, in Bussen, in Taxen, in Privatfahrzeugen bewegten sich die Feiernden wie ein Lindwurm durch alle!! Straßen, durch einige mehrmals. Als ich Irene später darauf ansprach, seufzte sie schwer. Es gäbe Tage, an denen mehrere Hochzeiten stattfänden, dann wäre es kaum auszuhalten. Das glaube ich gerne. Ich kaufte in einem der zahlreichen Minimercados ein paar Grundlebensmittel ein und begab mich zurück zur Casa Alegría. Dabei kam ich an einer Blechhütte vorbei, in der eine Art Gottesdienst mit viel Buhei stattfand, mit fast ausschließlich sehr jungen Menschen. Ich guckte eine Weile dem Halleluhjah und Amen zu. Als ich ein Foto machen wollte, wurde ich umgehend darauf hingewisen, das sei verboten. Es war definitiv kein regulärer Gottesdienst.

Im B&B machte ich – yeah! – ein Nickerchen. Durch das extrem späte Mittagessen ließ ich Abendbrot ausfallen, baute mir einen provisorischen Schreibtisch und – tadaaa!, schreibe das hier nun. Ich knabbere Waffeln, trinke einen Rosé (es gibt einen Kühlschrank!) und faulenze dann ein wenig, bevor ich mich wieder hinlege.

Morgen gibt es kein Programm, ich denke, ich werde ein bisschen „wandern“ und auf jeden Fall die Strandbar wieder besuchen.

Het paradijs. Euer

Kapverden 2025 (12): Die Relativität der Zeit

Ihr Lieben,

das Frühstück gab es heute in einem Café gegenüber. Und damit ich ja nicht auf falsche Spur komme (wohlgemerkt, man sollte sich etwas von der Karte aussuchen), hier ein Gesprächsauszug:

„Was darf es sein?“ – „Joghurt mit Papaya, bitte.“ – „Papaya ist aus.“ – „Dann Maracuja.“ – „Maracuja ist aus.“ – „Banane?“ – „Keine Banane.“ – „Was gibt es denn dann?“ – „Gibt kein Obst. Die Märkte waren gestern zu.“

Immerhin gab es Affenbrotbaumfruchtsaft (calabaceira), als DIE afrikanische Superfrucht verkauft; wenn ich nach dem Genuss nicht von allen Krankheiten genesen bin, weiß ich auch nicht. Und das Ei-Sandwich war extrem lecker!

Um kurz nach 10 wurde ich zu meinem zweieinhalbstündigen Stadtrundgang abgeholt. Ich nehme es mal vorweg, um kurz nach 11 waren die zweieinhalb Stunden vorbei. Elber lief mit mir mein Gesternabend-Programm ab, nur dass die Straßen diesmal geschäftig waren. Die Kirche hatte ihre Pforten auch geöffnet, so wagte ich einen Blick hinein. Ansonsten Präsidentenpalast, Stadthaus, Kaserne, Hafen. Es ging anschließend zum größten Straßenmarkt der Kapverden, dem Sukupira, in der Unterstadt. Dort hasteten wir einmal durch. Fertig. Hm.

Ich drückte Elber einen kleinen Tipp in die Hand und kehrte in den Markt zurück. Der ist zwar nicht so überlaufen, aber man kann sich gut verirren. Alles ein bisschen durcheinander, alles in den Händen von westafrikanischen Händlern aus Ghana, dem Senegal, Guinea-Bissau. Ein ziemlicher Kontrast zu der Ansammlung chinesischer Tinneff-Stores in der Oberstadt.

Gegenüber befindet sich ein relativ neues Gebäude, das ein Möbelhaus, die Universität von Santiago und ein Shopping-Center beherbergt. Eine ziemlich trostlose Angelegenheit. Zumal sich z.B. die Toiletten schon nach 3 Jahren (abgeleitet vom Baujahr der Aufzüge) in einem desolaten Zustand befinden. Der völlig überkandidelte Foodcourt mit neonblinkenden Spielautomaten und Kinderparadies völlig verwaist.

Ich erkletterte mir den Weg auf das Plateau zurück und nahm mehrere Tassen Kaffee in der Pastelaria Vilu, weil der da so unglaublich lecker war. Ich würde ja mein Frühstück morgen dahin verlegen, wenn ich nicht schon um 8 Uhr gestiefelt und gespornt vorm Hotel auf Abholung warten müsste. Im Hintergrund lief sehr fröhliche, deutlich afrikanisch beeinflusste Musik, die sich sehr von der melancholischen Mucke auf den nördlichen Inseln unterscheidet (die ja auch sehr schön ist). Elber erklärte, wie auch andere Guides zuvor, dass Mentalität, Sprache, Auswandererziele etc. von Insel zu Insel ziemlich abweichen. Man könne aber festhalten, dass die Nordinseln eher liberal und europäisch und die Südinseln konservativ und afrikanisch orientiert seien. 96% der Kapverdianer seien übrigens erzkatholisch. Muslime seien mit 2% vertreten.

In der Oberstadt besuchte ich aus Neugierde eine Loja chinesa. Schrecklich, fast alles aus Plastik. Aber offenbar begehrt, denn der Laden war proppevoll. Ein paar Häuser weiter ein Laden der Kooperative der Kunsthandwerker auf Santiago. Was für ein Unterschied. Klar, auch preislich. Ich erstand wunderschöne Notizbücher, eigentlich zu schade zum Benutzen.

Hatte ich mir jetzt schon einen Drink verdient? Hm, nicht wirklich. Also machte ich mich auf, rollte mich bergab zum Camboa-Strand und lief bis zur Ilhéu Santa María, der früheren Quarantäne-Station von Santiago. Hier mussten erst mal alle ihre exotischen Krankheiten auskurieren, um Ansteckungen der Inselbewohner zu verhindern. Der Zugang zum Inselchen ist versperrt, Hinweise auf dem Tor weisen ein geplantes Investorenprojekt aus. Vor Covid wollte ein chinesischer Moneyman ein Casino samt Hotelkomplex dort errichten. Ist irgendwie gescheitert, aber dennoch nicht mehr zugänglich. Schade, man könnte das Gelände auch sinnvoller nutzen. Charles Darwin war mit der „Beagle“ dort.

Ich ächzte mich den Berg hinauf. Mein inzwischen zur Tradition mutiertes Nickerchen musste ausfallen, das Hotel ist einfach zu laut. Durch den Innenhof hallt es. Und knallt es. Die Bedeutung von Klinken, Knäufen und Schlüsseln ist den anderen Bewohnern und dem Personal nicht geläufig. Daher besuchte erneut mein Aussichtspunktlokal. Kaum Gäste dort. Vielleicht wird das morgen anders, denn ein TUI-Schiff soll anlegen, dann stürmen über 2.500 Passagiere die Stadt. Elber war deshalb schon ganz aufgeregt. Klar, ich meine, wenn das Schiff hier für 8 Stunden liegt, dann schafft er ja knapp sieben Zweieinhalbstundenführungen.

Ich nahm ein „Wanderbier“ als Durstlöscher und dann einen Maracujacocktail. Da war dann tatsächlich Maracuja drin und der schmeckte sagenhaft gut! Ich lief anschließend zum Restaurant 5al da música, es ist ein hochgelobtes Etablissement, und wollte reservieren. Zu spät, alles belegt. Naja, gestern konnte ich nicht reservieren, da war ja geschlossen. Aber ehrlich? Das sah so nobel aus, so nach long Christmas dinner… da hätte ich mich underdressed gefühlt, egal, was ich aus dem Koffer gekramt hätte. Stattdessen nahm ich ein frühes Dinner an der Fußgängerzone. Fisch vom Tag aus dem Ofen. War absolut essbar. Der Prato del día ist hier, wie in Spanien das Menú del día, sehr preiswert, und in der Regel im Übermaß vorrätig. Nur, dass es maximal noch ein Dessert oben drauf gibt und das auch nicht immer. Hier übrigens noch ein exklusiv für Euch getesteter Profitipp: Wenn der Ausgießer der Piri-Piri-Sauce verstopft ist, kann man den lösen. Man sollte dann nur die Flasche nicht über der Tellermitte umdrehen.

So, der Tag ist rum. Was sag ich: die halbe Reise ist rum! Wo ist die Zeit geblieben? Immerhin wird es jetzt ruhiger, da zwei Strandorte vor mir liegen. Jeweils 4 Tage. Ihr wisst ja, ist genau meins. Aber tatsächlich bin ich auch ein kleines bisschen erschöpft. Sechs Unterkünfte in 11 Tagen, 2 Schiffahrten, 2 internationale und 1 Inlandsflug. Puh!

Ihr Lieben, morgen um 8 Uhr werden wir abgeholt. Praianer haben mich gefragt, wo ich war, wo es hingejt. Alle waren sich einig, dass Tarrafal „o melhor“ ist. Das Beste! Seid Ihr auch so gespannt? Na denn. Liebe Grüße, bis morgen, Euer

„Würden Sie denn bitte noch einmal für uns debil in die Kamera grinsen?“

Aber gerne doch!

P.S.: Tatsächlich mal ein vielleicht hilfreicher Tipp: Wenn Ihr Geld abhebt und die Maschine Euch fragt, ob Ihr die Abrechnung in Landeswährung wünscht, meinen sie EURE Landeswährung. Hatte ich nicht gerafft und für 20.000 Escudos vor 3 Tagen fast 6 Euro mehr bezahlt, als heute, als ich in Escudos habe abrechnen lassen. Das bezieht sich natürlich jetzt auf eine Auslandskreditkarte, mit der man gebührenfrei (seitens des ausstellenden Institutes, NICHT seitens der kapverdianischen Banken, die nehmen Gebühr!) abheben kann.

P.P.S.: Der Mann, dem das Wandbild im Kapitelfoto gewidmet ist, zeigt Amilcar Cabral, den kapverdianischen Unabhängigkeitskämpfer. Er ist quasi der Che Guevara des Archipels!

Kapverden 2025 (11): Pappa ante Praia

Ihr Lieben!

In Mindelo gibt es eine sehr überschaubare Raserszene. Das merkt man auch nachts. Drei oder vier Idioten mit ganz kleinen Genitalien knattern dann, aber auch tagsüber die Hauptstraßen lang. Da fühlt man sich wie zuhause. Obwohl, das Problem ist dort ja eingedämmt.

An Weihnachten isst man hier Bolo de Rei, Königskuchen. An dem kaut man etwas länger, da doch eine eher trockene Angelegenheit. Klar, muss ja für drei Könige reichen. Erinnert an Panettone.

Nach dem Frühstück packte ich alles einmal aus und wieder ein. Wenn man so aus dem Koffer lebt, verliert man ja den Überblick, was man wo versteckt hat. Ich fand z. B. die leichte Strickjacke wieder, die ich im Hotel in Punta do Sol wähnte. Leider tauchte die verlorene Brille nicht unversehens wieder auf.

Ich lief noch einmal in die City. Heute war das erste Mal so richtig gutes Wetter mit nur wenigen Miniwölkchen. Es wird dann auch sehr schnell warm unterm Toupet. Ich nahm im Schatten noch einen Café com leite und kehrte zur Unterkunft zurück. Dort kam der Fahrer eine halbe Stunde zu früh. Wer weiß, wofür es gut war, denn am Flughafen wurde eine viel frühere Abflugszeit als in meinen Unterlagen angezeigt. Beim Flighttracker dann eine dritte. Fliegen im Hütchenspieler-Modus. Na, welche Uhrzeit nehmen Sie?

Ich fasse zusammen:

  • Flugbestätigung 14:50h
  • Flighttracker 14:00h
  • am Schalter 13:50h
  • tatsächlicher Abflug 13:35h

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Der Flug war kurz und unaufregend. Einzig vor dem Start gab es einen kleinen Loriot-Moment, als die Flugbegleiter fast alle Passagiere mal die Plätze tauschen ließen, da sie die Propellermaschine im Ungleichgewicht sahen. Am Flughafen Praia war binnen 3 Minuten der Koffer da und am Ausgang wurden Herr Müller, Mister Baker, Monsieur Pattisier und Senhor Cozinheiro schon erwartet. Nur auf Herrn Diepolder wartete keiner. Gut, scheinbar war ich ja auch zu früh. Allerdings konnten andere Agenturen sich irgendwie darauf einstellen. Aber, noooo stress…

Irgendwann schlenderte jemand mit einem Soul-Tours-Schild vorbei. Gottseidank, denn inzwischen versuchten Dutzende Taxifahrer, mich mit Gewalt in ihre Fahrzeuge zu zerren. Santo, so sein Name, wollte zuerst nicht glauben, dass ich sein Gast sei, „You are Gerald???“, fuhr mich aber doch schnittig zum Hotel und trug dort klaglos mein Gepäck auf die zweite Etage. Das Hotel soll eine Pousada sein. Ich dachte immer, das wären ausgewählte, eher luxeriöse Unterkünfte mit historischem Bezug. Tja, was soll ich sagen, irgendwie ist das Ding originell, mit einem Innenhof, auf das die Zimmer hinausgehen. Antike Möbel und schöne, moderne Kunst. Aber! Die genervteste Rezeptionistin aller Zeiten wies mir ein fensterloses Loch zu. Das auch noch nicht fertig war. Ich bekam ein anderes fensterloses Loch zugewiesen. Bzw. es gibt Fenster, zum Gang hin. Das Badezimmer, auch fensterlos, müffelt ziemlich. Alles erinnert an eine Karawanserei aus sehr einfachen Zeiten. Vielleicht will Kismet mir damit gerade an Weihnachten etwas mitteilen? Zwei Tage werde ich es wohl aushalten. Müssen. Abends musste ich mir noch ein Glas organisieren, denn in dem einen (!) Plastikzahnputzbecher schwammen noch die Überreste der Vorgänger. Ziemlich ekelhaft! Im Bett lag irgendwelcher Plastikmüll.

Immerhin liegt der „Palazzo Pity“ in der Fußgängerzone. So konnte ich vortäuschen, ich hätte einen großen Erkundungsrundgang hinter mich gebracht, bevor ich mich auf ein Bier niederließ. Immerhin hatte ich schon den Präsidentenpalast, die Diego-Gomes-Statue und die Jaime-Mota-Kaserne gesehen.

Praias Altstadt liegt auf einem Hochplateau, an dessem Rand sich ein Vergnügungspärklein für Kinder und eine Restaurant-Terrasse befinden. Das Bier vom pfiffigen und aufmerksamen Kellner war kalt und lecker, die Aussicht schön, aber die überlaute Musik in der kapverdischen Version von Rolf Zuckowski zehrte sehr schnell an den Nerven. Ich machte mich auf und suchte einen geöffneten Minimarkt. Am Weihnachtstag ein aussichtsloses Unterfangen. Die wenigen Mercados geschlossen, quasi alle Restaurants geschlossen. Nur zwei chinesische Ramschläden waren für Kundschaft bereit. Ich setzte mich in die einzig geöffnete Bar, die ich fand, einem Hotel zugehörig, mit dem Hintergedanken, mich dort zumindest mit Wein und Wasser fürs Zimmer zu versorgen. Allein, die einzige Kellnerin lehnte an einem Baum, rief ununterbrochen einen nach dem anderen mit ihrem Handy an und hatte diesterwegen selbstverständlich keine Zeit, sich um Gäste zu kümmern. No Stress? Sorry, nach 30 Minuten Ignoriererei habe ich Stress, der in Richtung Mordlust geht.

Ich lief ein bisserl rum und fand einen freien Tisch in einer, sagen wir mal Speisewirtschaft am völlig überfüllten Weihnachtsmarkt. Auf der Insel Santiago leben etwa 250.000 Menschen. Ich glaube, die waren alle hier. Ein Gewusel und Gewimmel sondergleichen. Die Speisekarte hätte in großen Teilen auch chinesisch sein können. Was sind Buzios? Was ist Bitoque? Hm. Bitoque. Klingt interessant. Nehme ich. Trommelwirbel! Paukenschlag. Es ist eine Art dünnes Steak mit Spiegelei drauf, dazu Pommes, Reis und Salat. Elke, Du wärst begeistert hier vom Reis. Immer total klebrig! Das bekommt bei uns kein China-Imbiss hin! Ja, also, mit viel Ketchup konnte man das essen. Bei den Getränken hatte ich wieder einmal Kuba-Vibes. Ich fragte ein halbes Dutzend Cocktails ab, für jeden einzelnen lief die Kellnerin zur Bar, kam wieder und richtete mir aus, dass der gerade nicht machbar wäre. Was es denn gäbe? Maracuja-Caipi. Okay, nähme ich. Ich bekam Gurke-Apfel-Irgendwas. No Stress. Zum essen dann bitte diesen Weißwein. Sie brachte eine Art Kellergeisterverschnitt. Neinnein, den anderen. Gibt nur den einen. Okay. Dann einen roten? Gäbe aber nur einen. Willkommen in Hava… äh… Praia!

Ich erwarb dann noch eine Flasche Wasser und den einen Roten (auf der Flasche steht, dass man ihn nicht länger als 4 Jahre aufbewahren soll, aber leider nicht, wann er abgefüllt wurde). Wenn Ihr also morgen nichts mehr von mir hört… (hatten wir das nicht schon bei der Muräne?).

Den Rest des Abends verbrachte ich dann auf dem Zimmer. Praia gefällt mir ziemlich gut, es ist wieder ganz anders, als auf den anderen Inseln. Das koloniale Erbe kommt viel stärker durch, die Stadt ist deutlich urbaner. Es ist halt nur keine gute Idee, lebensmittellos an einem Feiertag hierherzukommen. Und man sollte sich definitiv (!!!) ein anderes Hotel suchen. Vielleicht das mit der Kellnerin mit der Verkaufsallergie? Ach, ich weiß es doch auch nicht.

Morgen früh werde ich für einen Stadt- und Marktrundgang abgeholt. Den Markt hatte ich schon zu Beginn meines Rundganges passiert, der war natürlich heute geschlossen. Geht Ihr mit? Dann könnt Ihr Euch Eure Souvenirs selbst aussuchen und müsst Euch nicht auf meinen Geschmack verlassen. Bis morgen, Euer

Der Weihnachtsbaum vor der Kaserne ist aus Flecktarnnetzen gemacht.
Nur, wenn man viele Katzenbilder postet, bekoommt man Reichweite!

Kapverden 2025 (10): Süßes Nichtstun – No stress!

Ihr Lieben,

ja, Ihr habt richtig gelesen: ich faulenzte. Den ganzen lieben Tag lang. Nach dem ordentlichen Frühstück auf der Dachterrasse latschte ich zum Laginha-Strand, wo ich tatsächlich im Wasser war. Ihr glaubt mir nicht? Na, dann schaut mal her:

Dann hockte ich mich ins Strandcafé, bekam endlich mal wieder einen heißen und starken Kaffee (hier ist leider oft lauwarme Thermoskannenbrühe angesagt) und glotzte aufs Meer und Santo Antão. Der Strand ist klein, aber nett, das Wasser sieht sauber aus und es ist nicht überlaufen.

Ich lief zur nächsten Strandbude, aber da ignorierte eine große Gruppe Franzosen das Rauchverbot, so dass man sich unter dem Zelt vorkam wie in einer Räucherei. Also ab in die Stadt und neben der Markthalle einen sehr leckeren, aber teuren Caipilimão bestellt und dem regen Treiben zugeschaut. Ein Hochzeitskorso kam vorbei. Eine ziemlich tonintensive Angelegenheit hier. Auch für Beerdigungen gibt es Korsos, allerdings gemächlicher und mit Fußtruppen, deswegen aber nicht weniger laut.

Ich überlegte ein bisschen hin und her, ob ich mir für abends einen Tisch sichern sollte; aber irgendwie ist es die letzten Jahre ja auch ein bisschen eingerissen, dass ich mir in der Unterkunft Schnittchen mache. An solchen Feiertagen alleine auswärts zu essen, lässt einen doch immer sehr wunderlich erscheinen. Sicherheitshalber schaute ich noch beim deutschen Honorarkonsul nach, ob der vielleicht einen Empfang für alle Deutschen auf der Insel gibt, aber ich fand keine Hinweise. Also, ab in den Supermarkt. Und schon sind wir wieder bei der No-Stress-Thematik. Denn auch der Kapverdianer neigt dazu, Weihnachten alles auf den letzten Drücker zu erledigen. Vor den Geldautomaten standen meterlange Schlangen. Die Stadt war rappelsvoll, jeder Pröddelladen war rappelsvoll, die Supermärkte waren rappelsvoll. Dafür aber dann auch geplündert wie nix. Ich fand ein Netz Käsebällchen, einen kleinen Orangenkuchen und eine Tüte Mandelkrokant. Die Schokolade für 7 Euro die Tafel ließ ich liegen. In der Zentralbäckerei erhaschte ich eins der letzten Brötchen. Und so habe ich jetzt gerade ein äußerst bescheidenes Heiligabendessen. Aber das war, wie ja bei vielen Familien, bei uns nie besonders ausgefallen, sondern immer sehr schlicht.

Die Pröddelläden hier sind ürigens alle fest in chinesischer Hand und davon gibt es so einige. Loja Li, Loja Yuan und Loja Xi und Loja Wang heißen die. Sitz des Verbandes chinesischer Geschäftsleute auf den Kapverden ist dann auch Mindelo.

Morgen geht es nach Praia, denkt an die Gewichtsbegrenzung beim Gepäck! Aber wir können ausschlafen, der Fahrer kommt erst gegen 12 Uhr 45!

Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest, feiert schön, lasst Euch reich beschenken, gönnt Euch Quality Time, macht was Schönes draus! Ich denke auf der Insel an Euch und sende alles, alles Liebe und Gute! Euer

P.S.: Bitte überprüfen Sie vor der Übernahme des Leihwagens diesen auf eventuelle Schäden und dokumentieren sie diese, so gut es geht:

Kapverden 2025 (9): Santo Antão Total!*

Ihr Lieben,

wie verwöhnt man eigentlich ist, merkt man oft erst, wenn es zum Frühstück zum Beispiel ein perfektes Omelett gibt und man sich mehr darüber freut, als über den Meistertitel im Bergwandern (den ich aus meiner Sicht ja klar verdient und mir deswegen vorgestern selbst verliehen habe). Die Freude wird nur dadurch etwas getrübt, dass das Frühstück auf der sehr windigen Dachterrasse serviert wurde und ich kurz überlegte, ob ich meine Winterjacke aus den Tiefen des Koffers hervorfischen sollte.

Gab auch noch Omelette, Waffeln (selbstgemacht vom belgischen Besitzer) und Yoghurt

Heute ging es über sehr sehenswerte Umwege zurück nach Porto Novo zur Fähre nach Mindelo. Calú holte mich um halb 11 Uhr ab und wir fuhren zuerst nach Fontainhas. Nivaldo meinte ja vorgestern lakonisch, das wäre easy, das könnte ich ohne Guide problemlos in zwei Stunden reißen. Ich bezweifle das, denn die Straße ist natürlich gangbar, aber mit einem Auf und Ab und gefühlten 1000 zu bewältigenden Höhenmetern. Für fitte Wanderer lohnt es sich auf jeden Fall! Wir fuhren die übelsten Steigungen mit dem Auto, die einfachere Reststrecke lief ich dann. Fonteinhas hat definitiv Chancen auf den Titel „A aldeia mais bonita de Cabo Verde“.

Von Fonteinhas aus fuhren wir weiter durch Coculi, einem kleinen Ort bei Ribeira Grande, bis zu einem kleinen Viadukt, wo wir wendeten. In „Klikly“ (Kreol) gibt es eine schöne Kirche im Kolonialstil zu besichtigen. Sehr nett. In Ribeira Grande selbst war so viel Trubel, dass wir nur einen Tankstopp machten und ansonsten durchfuhren.

Der untere Teil des Nationalparks Ribeira da Torre bei Xôxô war nächster Anfahrpunkt. Ein Tal ist hier schöner als das andere! Ich war auf seeehr vielen Inseln, Ihr wisst es. Aber Santo Antão hat es aus dem Sprung in die Top 5 geschafft!

Weiter ging es zur alten Passstraße. Leute, die gehört ins Pflichtprogramm für Santo Antão! 1916 wurde der Bau begonnen. Sie ist über 30 Kilometer lang, geht bis auf 1300 Meter hoch, besteht ausschließlich aus Kopfsteinpaster, dazu Begrenzungsmauern und erforderliche Befestigungen. Der Bau dauerte 15 Jahre und stellt in meinen Augen eine unfassbare Ingenieursleistung dar. Soll ich wieder über die Kölner Oper witzeln. Ach nee, es ist einfach zu traurig. Da würde nach 15 Jahren noch die Fachgruppe „Auswahlverfahren Kopfstein“ zu keinem Ergebnis gekommen sein.

Wir nahmen eine halbe Schulklasse aus Ribeira auf der Ladefläche von Calús Auto bis nach Corda mit, die wahrscheinlich nichts dagegen hatten, dass ich ab und zu mal für ein Foto stoppen wollte. Sie haben auch sehr gekichert, als ich sie auf Kreol begrüßt habe. Das kann nur an meiner charmanten Art gelegen haben, denn meine Aussprache erscheint mir perfekt! 😜

Es ist eine spektakuläre Fahrt! Wir fuhren bis in die Wolken, die uns dann natürlich leider den Blick auf den Krater von Cova versperrten. Und weil es so bewölkt war, sparten wir uns auch den Schlenker zum Pico da Cruz, wo wir lt. Calú wenig zu sehen bekämen.

Der Rest der Strecke war dann eher unspektakulär. Man sah aber sehr schön, wenn auch dunstig, die ganze Zeit auf Porto Novo und São Vicente, Santa Lucía und São Nicolão. Da kamen wir zwei Stunden vor Abfahrt der Fähre an und es wäre beim Ausflugspreis noch ein Mittagessen im Hafenrestaurant inkludiert gewesen (wenn ich das richtig verstanden habe), aber ich wollte mal einen Moment für mich sein und verabschiedete mich, trank ein Bier, aß einen Snack und boardete. Die Überfahrt war ruhiger als Samstag. Am Hafen wartete ein Fahrer, der mich die drei Meter in die Rua Angola zur neuen Bleibe brachte, dem Orietta Residencial. Da bekam ich ein zwar schönes, aber direkt hinter der Rezeption und zur Straße hinaus gelegenes Zimmer. Bisserl laut. Aber inzwischen bin ich es gewohnt. Und habe Ohrstöpsel der Marke „hierkönnteihrewerbungstehen“.

Beim Verlassen des Schiffs blieb übrigens der ein oder andere Pickup hängen und musste befreit werden, siehe Foto. „Ich habe wirklich nur das nötigste gepackt!“. Ich war mal mit einer Freundin für eine Woche in der Türkei, die hatte zwei große Koffer dabei, davon einen nur für Schuhe. Da musste ich irgendwie dran denken.

Ich wollte jetzt vor dem Abendessen nur einen kleinen Cocktail trinken, setzte mich in die hauptsächlich von Einheimischen besuchte Bar „Algarve“ auf die Terrasse und traf auf Scott und Madita, er Brite, sie Lettin. Beide leben hier, sind weitgereist, hatten viel zu erzählen und es blieb nicht bei einem Caipirinha, der übrigens gar keiner war, aber dafür ziemlich preiswert und lecker – mehr ein „Groguecuja“. Als es – irgendwie passiert das ja immer – politisch wurde, musste ich dann aber leider gehen.

Ich schaffte es mit Ach und Krach vor Ladenschluss in den Supermarkt und ergatterte anschließend noch einen Tisch im Nautilus für eine Espetada mit Massa do Milho, einem Schweinespieß mit der traditionellen Maisspeise, die an Polenta erinnert. Dazu Piri-Piri, die scharfe Sauce, die hier auf den Inseln besonders gut schmeckt. Die Livemusik war auch wieder super. Als die Sängerin das berühmte Lied Sodade, Sehnsucht, anstimmte, überkam mich ein unglaubliches Glücksgefühl. Ein Leben ohne Reisen ist für mich schwer vorstellbar. Selbst der arrogante Italiener am Nachbartisch, der seine Begleitung und das ganze Lokal lautstark über die Vorzüge seiner Yacht informierte, konnte den Moment nicht kaputt machen.

Jetzt sitze ich in meiner Casa Residencial und höre, während ich dies schreibe, Morna-Musik über Youtube. Im Moment kann ich nur ein Teilurteil fällen, aber die Reise ist bisher wirklich toll. Klar, „no stress“ ist eine Erfindung, um Touristen zu demütigen**, und es gibt andere Einschränkungen, wie grauslige Hotelbesitzerinnen. Aber ich bin mehr als positiv überrascht.

Morgen? No Stress! I don’t know. Weihnachten ist vielleicht ein Problem, niemand weiß genau, ob die Läden geöffnet sind oder auch nicht. Selbst die Inhaber nicht.

Feiert Ihr morgen mit mir Heiligabend? Gerne einfach auch einen oder zwei Tage später. Liebe Grüße, Euer

*) jaja, mir gehen die Ideen aus… 😁

**) Im Hotel heute früh bei einem jungen französischen Pärchen war im Badezimmer etwas kaputt. Man sagte ihnen, man kümmere sich darum, no stress. Daraufhin sie: Si j’entends encore une fois „no stress“, je tire.

P.P.P.S.: was für ein toller Tag! 🤩

Kapverden 2025 (8): Am Punta do Sol – ohne Sol

Ihr Lieben!

Die Hotelmanagerin geht mir inzwischen ziemlich auf die Nerven. Ich wollte meine Getränke zahlen, aber die Rechnung war viel zu hoch. Die Dame an der Rezeption meinte, da sei ja auch noch das Essen bei. Im Reiseprogramm stand Halbpension, die Rezeptionistin korrigierte die Rechnung und ich ließ ein Trinkgeld für die Köchinnen in Höhe der Essenskosten da. Kaum auf dem Zimmer, um den Rest meiner Plünnen zu packen, klopfte man wie wild an die Tür, die Managerin wünsche, dass ich das Essen bezahle. Much Stress! Ich gab ihr die Nummer von Elber, der klärte das dann wohl. Als es hinunterging, schickten sie wieder das kleine Mädchen für das Gepäck. Also, so schön der Ausblick und so nett das Konzept des Gemeinschaftsessens ist… da möchte ich nicht noch einmal wohnen. Nicht wegen der Schlichtheit der Unterkunft oder dem problematischen Zuweg, nicht wegen des spärlichen Heißwassers, es ist einfach nur das besch…. Management.

40 Minuten zu früh kam das Mädchen angewieselt und schnappte sich meinen Koffer. Inzwischen war mir auch das egal. Ob ich nun oben auf der Terrasse oder unten auf der Mauer dumm rumhocke… Ziemlich pünktlich kam dann Calú und brachte mich über die schöne Küstenstraße durch Pombas, Sinagoga und Ribeira Grande nach Punta do Sol. Auf dem Weg hielten wir öfter an, weil er viel zu telefonieren hatte. Aber er erklärte auch viel. Kurz vor Punta do Sol hielt er für einen Fotostopp und bot mir einen erweiterten Ausflug für morgen an. Ich würde ja sonst ewig am Hafen hocken. 100 Euro für ein halbes Dutzend sehenswerter Stopps. Ein wahrer Businessman. Aber ich schlug ein. Der Gedanke, ohne Herzkasper noch einiges von der Insel mitzunehmen, klang verlockend.

Sinagoga hat seinen Namen von der inzwischen verfallenen Synagoge einer größeren jüdischen Gemeinde, die sich Anfang des 19. Jahrhunderts hier ansiedelte. Geblieben sind noch Familiennamen und ein jüdischer Friedhof. Alle Städtchen hier sind sehr klein und übersichtlich, auch die Distrikthauptstadt Ribeira Grande. Auf Santo Antão leben gerade mal knapp 50.000 Menschen, Zahl abnehmend, da die jungen Kapverdianer ihr Glück woanders suchen.

Die Unterkunft in Punta do Sol ist sehr schön, wenn auch extrem hellhörig, wie sich später herausstellte. Über meinem Zimmer befindet sich nämlich die Dachterrasse mit Restaurant. Holzstühlerücken auf Fliesen, toller Sound. Man hatte zwei Zimmer für mich reserviert, da hat man wohl das Storno für meinen ursprünglichen Begleiter vergessen (auch diese Geschichte nervt, aber das muss ich persönlich erzählen, das würde hier den Rahmen sprengen). Ich nahm natürlich nur eins, richtete mich ein und brach zur Erkundung des Ortes auf. Tja, das war recht schnell erledigt. Es ist ein ziemlich verschlafenes und übersichtliches Nest. Nett. Kirche, alter Flughafen (die Hauptattraktion!, weil angeblich wegen zu vieler Ziegen und Hunde auf der Landebahn nicht mehr anzufliegen), der winzige Hafen, das Zentrum mit Rathaus, Bank und Minimarkt. Fertig. Aber nett.

Ich setzte mich auf eine Barterrasse am großen Platz und genehmigte mir ein Bierchen und aß das erste Mal in meinem Leben Muräne. Ich dachte immer, die seien giftig, aber hier wird einem die frittierte Version davon überall angeboten. Also, wenn Ihr morgen nix von mir hört… Ist sogar ganz lecker, aber mit sehr, sehr vielen Gräten.

Einen kleinen Aufreger gab es: Im Hotel angekommen, war mein Ersatztelefon mit den ganzen Tour-Kontakten weg. Ich ging schwer davon aus, dass es mir im Auto aus der Tasche gerutscht war, und ich es daher morgen wiederbekäme, schrieb aber dennoch eine Mail an die Agentur, dass ich solange nicht mehr über WhatsApp erreichbar sei. Man begab sich wohl auf die Suche und tatsächlich hatte sich Calú gemeldet, dass das Handy noch im Wagen lag. Ich komme scheinbar in das Alter von Brillenkettchen und Handygürteltaschen *seufz*. Calú kam dann an der Bar vorbei, wo ich saß, und überreichte es mir. Woher er wusste, wo ich hocke? Ich sag ja: die Insel ist klein… Ich lud ihn dann noch auf ein Essen ein. Und scheinbar kennt er jeden und ihn jeder.

Eigentlich wäre ich noch nach Fontainhas gewandert, weil das so schön sein soll. Aber es ist auch Part der für morgen zugebuchten Tour. Zudem war es stark bewölkt und hatte auch schon einmal leicht genieselt. Daher suchte ich den örtlichen Minimarkt auf, der, man höre und staune, auch kapverdischen Wein im Regal stehen hatte. Eine Flasche Rosé-Wein aus Fogo landete im Rucksack. Es folgten das obligatorische Nickerchen und der Erstaufschlag Tagebuch. Der Wein ist ziemlich stark, drei Tage offen stehen lassen, dann hat man wahrscheinlich eine Art Port.

Im Hotel hätte ich an einem Weihnachtsessen teilnehmen können. Also, Weihnachten ist ja für mich gerade so weit weg wie der Saturnmond Thetys. Zwar hängt überall weihnachtliche Dekoration, aber ein Gefühl stellt sich hier nicht ein. Ich begab mich zum Hafen, dort wurde mir das Restaurant Caleta empfohlen. Was soll ich sagen? Alles reserviert. Nachbarrestaurant? Alles ausgebucht. Ich hätte ein schönes Weihnachtsdinner auf einmal ganz nett gefunden. Im dritten Restaurant, Império, allerdings meerblicklos, war ich der zweite Gast. Wenn der unentwegt und superlaut in sein Telefon quasselnde Mann denn ein Gast war… Im Laufe des Abends wurde es aber auch hier sehr voll. Es gab Spaghetti mit Mariscos. Und Katze auf Schoß. Was die immer mit mir haben. Die spüren meine Allergie und machen sich lustig! Und es gab Chá und Mangoeiscreme. Alles in allem also ein fast betulicher Tag, wenn man von den paar Aufregungen absieht.

Und während ich dies hier schreibe, habe ich die Live-Musik von der Dachterrasse als Untermalung. Gerade wurde etwas vom Buena Vista Social Club gespielt. Einmal mehr Kuba-Vibes.

Morgen also mittlere Inselrund- und dann Abfahrt zurück nach São Vicente. Wenn Ihr nicht hierbleiben wollt, müsst Ihr eben wieder mitreisen. Bis morgen denne, liebe Grüße, Euer

Diese Person starrt mich von der Betondecke meines Zimmers an. Ich komme nicht drauf, wer sie ist.

Kapverden 2025 (7): Wanderung durch das Vale do Paúl

No stress, Ihr Lieben!

Gott, was bin ich gestresst! Vielmehr total hinüber. Hier zu wandern, das ist nix für Feiglinge und Waschlappen.

Gestern schickte ich ja erneut eine Info an die Agentur, man möge Rücksicht darauf nehmen, dass ich alt und klapprig bin, wenn es um die Auswahl der Wanderroute ginge. Ich sollte das dann dem Tourguide sagen, er würde alles an meine Bedürfnisse anpassen.

Nach einem sehr frugalen Frühstück („gestern gab’s noch Eier und Cornflakes“ wurde sich beschwert, Eier hätte ich auch schön gefunden!) machte ich mich wanderbereit. Unklar war mir, ob mein Begleiter zur Unterkunft kommen würde, oder ob ich zu einem der Zufahrtswege laufen müsste. Nachdem ich 15 Minuten hier oben untätig rumsaß, versuchte ich, sowohl Agentur als auch Tourguide zu erreichen. Erfolglos. Also lief ich hinunter, wo Nivaldo, der Wanderführer, und Nelson, der Fahrer schon seit 8:30 Uhr auf mich warteten. Sie hätten das Hotel zweimal angerufen, dort hätte man behauptet, man hätte mich nicht gefunden. Dabei saß ich bis 9 Uhr im Zimmer und stand dann 15 Minuten direkt davor. Ich führe dieses Verhalten auf meine Kritik an der Kinderarbeit gestern zurück. Wir können also guten Gewissens festhalten, dass ich mir keine Freunde damit gemacht habe. Eigentlich ist das Hotel rein von diesen Gesichtspunkten aus ein no-go.

Nelson fuhr uns eine total malerische Straße entlang bis Chá de Padre (wenn ich das jetzt richtig nachvollziehe), von da aus waren wir auf uns allein gestellt. Ihr denkt, daß klingt dramatisch? Ja, das sollt Ihr auch! Ich schicke vorweg, dass Nivaldo sich maximal auf meine Bedürfnisse eingestellt hat, allein, er kann ja nicht verhindern, dass es mal auf- und mal abwärts geht. Das liegt irgendwie in der Natur von Bergen und Tälern begründet.

Aufwärts zu kraxeln ist bei mir inzwischen zu einer Anstrengung sondergleichen geworden, abwärts geht es und in der Waagerechten habe ich keine Probleme, aber ich durfte pausieren, so oft ich wollte (und ich wollte oft) und währenddessen erläuterte Nivaldo mir, was wir alles sahen.

Das Tal ist der Hammer, es ist die grüne Lunge der Kapverden und auch deren Speisekammer. Es gibt hier ausreichend Wasser, ich erwähnte das Levadasystem gestern, und es regnet auch mehr als im Landesdurchschnitt. Was die Fotos nicht wiederzugeben Vermögen, ist die Leistung, dieses Tal urbar zu machen, indem man Terrassen und die ganzen Wege anlegt. Was muss das für ein Knochenjob gewesen sein!

Übrigens, um mal aufs Wetter zu sprechen zu kommen: Für sportliche Aktivitäten ist die ständige Bewölkung einem strahlenden Sonnenschein natürlich deutlich vorzuziehen. Was hier alles wächst, blüht und gedeiht! Papaya, Bananen, Kohl, Maniok, Guave, Yams, Mango, Kaffee, Mandeln, Orangen und Zuckerrohr, sehr viel Zuckerrohr. Der wird hier zu Schnaps und Melasse verarbeitet. Und sogar Zimtbäume gibt es hier.

Hier auf der Insel kennt jeder jeden, daher gab es immer ein „Hallo“, an Touristen außer mir habe ich nur zwei Pärchen und zwei Einzelwanderer gesichtet. Wir machten Stopp an einem sehr schönen Aussichtspunkt, wo wir frisch gepressten Fruchtsaft bekamen, uns erholten und plauderten. Nivaldo ist in der Bergrettung und in der freiwilligen Feuerwehr engagiert, ist im Umweltschutz aktiv und hat seine eigene Agentur. Ein sehr ausgeglichener, sportlicher (Mountain-Running!) und sympathischer Mann mit genauer Ortskenntnis und einem großen Wissen über Land und Leute.

Die Wanderungen im grünen Tag sind aus meiner Sicht nur etwas für geübte Hiker. Na gut, ich habe es ja letztendlich auch geschafft. Fast jedenfalls. Aber es gibt sehr steile Passagen und hohe Stufen, geschätzt bis zu 40 Zentimeter, das ist natürlich eine Belastung für den Bewegungsapparat. So, und wieso fast? Wir hatten das Tal durchquert und hätten noch anderthalb Stunden Straße vor uns gehabt. Das war mir dann zu viel und wir ließen uns gegen einen kleinen Obolus von einem Dorfbewohner mit einem Minibus zur oberen Hotelzufahrt kutschieren. Dabei nahmen wir auch die Hälfte des Dorfes gleich noch mit; ich glaube, die haben sich gefreut (obwohl die Berge für die hier lebenden Menschen ein Klacks zu sein scheinen, so wie die uns öfter überholt haben – mit schweren Bündeln im Nacken!). Der LKW in den Bergen, auf den Trails heißt übrigens Esel. Davon sind uns auch einige begegnet.

Apropos kleine Dörfer: Ich schrieb gestern, dass ich mangels Unterhaltungsmöglichkeiten früh zu Bett ging, aber tatsächlich gibt es hier deutlich mehr Discotheken als in Poll. Gut, da gibt es gar keine, aber Ihr versteht bestimmt, was ich meine…

Irgendwann waren wir am Hotel angelangt. Auf dem letzten Teilstück kam uns ein Mann entgegen, der verzweifelt seine Frau und Kinder suchte. Sie seien vor ihm gewesen und jetzt weg. Und wir hatten – aus entgegengesetzter Richtung kommend – niemanden gesehen. Aber am Hotel trafen wir neue Gäste an, die wir fragten, ob sie einen Ehemann vermissten. So war das dann, er hat den Abzweig zum Hotel verpasst und die Frau war, im Gegensatz zu dem aufgelösten Mann, darob völlig unaufgeregt. Die Familie kommt auch aus der Schweiz und hat über die gleiche Agentur wie ich gebucht.

Beim Abendessen, natürlich gab es vorher ein ausgedehntes Nickerchen!, tauschten wir dann unsere Tageserlebnisse aus. Es ist ein ganz spezieller Touristenschlag, der hier Urlaub macht. Alle sehr offen, weitgereist, unterhaltsam. Das gemeinsame Abendessen macht schon viel Spaß! Heute übrigens Cachupa mit Hühnerbein, gefolgt von hausgemachter Maracuja-Eiscreme, sehr lecker.

Morgen gönne ich mir den Luxus, spät zum Frühstück zu gehen, ein Fahrer bringt mich erst um 11 Uhr zu meiner nächsten Unterkunft. Bin gespannt, wer (ob überhaupt jemand) sich um mein Gepäck kümmert.

Falls Ihr googeln möchtet, wo wir morgen zusammen den Tag verbringen: der Ort heißt Punta do Sol. Es wird dort auf jeden Fall touristischer. Ich hoffe, wir sehen uns. Alles Liebe, Euer

P.S.: Ich bin positiv hinüber! Selbst den König der Löwen haben wir heute gesehen!

P.P.S.: Die Flagge der Kapverden besteht aus den 10 großen Inseln (das sind die Sterne), dem Himmel und dem Ozean, den weißen Streifen für den Frieden, die das rote Blut, das bis zur Unabhängigkeit geflossen ist, umrahmen.

P.P.P.S.: Nein ich bin nicht durchgeschwitzt, es hat geregnet 🙂

Kapverden 2025 (6): Bemvindo a Santo Antão oder Der alte Mann und der Berg

Ihr Lieben,

der Mensch soll etwas über 200 Knochen besitzen. Und etwa 650 Muskeln. Ich kann Euch versichern, es sind deutlich mehr, und jeder einzelne kann schmerzen.

Leider schlief ich wieder nicht so dolle, was natürlich auch am übertrieben langen Mittagsschlaf lag. Um 5 Uhr raffte ich mich auf, packte meine Siebensachen, holte mir Frühstückspaket und einen Kaffee ab und beglich meine Restschulden. Punkt 6 Uhr stand der Fahrer vor der Tür und brachte mich zum Hafen. Ein bisschen Zweifel hatte ich ja, ob ein elektronisches Ticket ausreichte, trugen doch wirklich alle anderen Passagiere einen Ausdruck mit sich herum. Aber man ließ mich an Bord, nachdem man mir mein Gepäck entrissen hatte. Würde ich es je wiedersehen?

Die Überfahrt? Ich sag mal so, man verteilte vor der Abfahrt Kotztüten. Ich stand meistens draußen an der Reling, das ist für mich bei Seegang der optimale Platz. Etwa eine Stunde dauert die Überfahrt. Schon bei der Einfahrt in den Hafen Porto Novo war ich ganz angetan von meiner neuen Insel, sie hat eine ganz andere Anmutung.

Profitipp: Wenn man mit dem Boarding in Mindelo wartet, bekommt man sein Gepäck in Porto Novo zuerst wieder. Ich bekam meins halt zum Schluss. Ein Fahrer, Jason, wartete schon auf mich und brachte mich zu meinem Hotel im Vale do Paúl. Die einstündige Fahrt über die Insel hat mir sehr gut gefallen. So pittoresk, so grün, einfach nur schön. Küstenstraßen wechselten sich mit Canyons ab, Orte voll bunter Häuser mit Plantagen. Ein paradiesisches Stück Erde.

Am Zielort angekommen, gab es eine Überraschung, von der ich noch nicht weiß, wie ich damit umgehen soll. Jason hielt an einem engen Aufgang, lud mein Gepäck aus und deutete auf einen kleinen, gelben Punkt 3 Kilometer über uns: „Your hotel!“. Ich solle warten, man sende jemanden für das Gepäck. Ich wartete, trank einen Schluck Wasser, machte ein paar Fotos, wartete, trank einen Schluck Wasser, schaute auf die Uhr. Nach 30 Minuten machte ich mich beherzt auf den Weg, um nach etwa 200 Metern einen ersten Schwächeanfall zu erleiden. Nach weiteren 200 Metern kam mir eine Niederländerin entgegen, die auch im Hotel wohnt. Sie rief für mich die Rezeption an, ja, man habe jemanden geschickt, aber von „der anderen Seite“. „Soll ich wieder zur Straße zurück?“. Ich sollte. Auf der Mauer am Abzweig saßen zwei kleine Mädchen. Ich setzte mich dazu und wartete, trank einen… Ihr wisst schon. Irgendwann kam eine andere Dame aus dem Nichts und schwallerte mich auf Kreol voll. Ich schwallerte auf Portanhol zurück. Dann schwallerte sie mit den Mädchen. Es stellte sich heraus, dass eine von denen mein Gepäcktransport war. Leute, ich war vielleicht was von angepisst. Das arme Ding. Mein Koffer wiegt 22 Kilogramm! Ich hatte aber auch noch meine zwei Handgepäckstücke und war nicht in der Lage, ihr zu helfen. Oben bekam sie das fetteste Trinkgeld ever und die Hotelmanagerin eine böse Schimpftirade ab. Ob wir jetzt noch Freunde werden?

Suchbild: finde das Hotel.

Ich hatte während der Planung der Reise diverse Male erwähnt, dass ich keine Sportskanone bin. Dennoch buchte man mir ein Hotel hinter den Gipfeln von Barad-dûr, hoch in den Aschenbergen? Ich meine, der Ausblick ist bezaubernd, aber hier soll ich morgen wandern? Wo alles aussieht wie Eiger-Nordwand? Na, ich weiß ja nicht.

Ich legte mich erst einmal wieder hin. Hinlegen ist immer ein guter Plan. Nach einem kurzen Nickerchen fiel mir mein Frühstücksbeutel wieder ein. Noch nie war ein durchgeweichtes Käsesandwich sooo willkommen! Der Joghurt war zwar Kokos-Geschmack, aber erstaunlich lecker. Ich schaute mich anschließend auf dem Areal um. Das Hotel ist eines der Sorte, das man in den Alpen verklagen würde, hier aber urig findet. Ein deutliches Downgrade zu Mindelo. Aber ich habe es noch gut getroffen, es gibt Zimmer, da muss man über den Hof in sein Bad oder aufs Klo. Immerhin hat es einen „Pool“. Gut, bringt mich persönlich auch nicht weiter.

Es gibt hier viele Tiere, die machen einen Heidenlärm. Was erzählen sich Hähne, Hunde und Kühe eigentlich so den ganzen Tag? Ich kam mir vor wie auf einer Friedens-Konferenz. Laut, aber sinnlos.

Nun, ich könnte jetzt hier drei Tage angepisst rumgreinen, aber ich beschloss, noch weiter in die Berge vorzudringen. Begleitet von dem sehr zutraulichen Fernando (der blonde Hund). Ich sach mal so. Wenn für morgen 5 Stunden für die Wanderung veranschlagt sind, kommen wir 500 Meter weit. Aber es ist schon paradiesisch hier. Mangobäume, Kokospalmen, Zuckerrohr, Bananenstauden ohne Ende. Santo Antão verfügt über Quellen und – wie Madeira – über ein Levadasystem zur Wasserverteilung. Ich versuche mal, mich anzufreunden…

Ich versorgte mich nach meinem Mini-Ausflug mit Getränken aus dem Hotelkühlschrank, setzte mich unter das W-LAN-Signal und begann mein Tagebuch. Es wird ein wohl etwas beschaulicherer Reisepart, mit viel hier rumsitzen und mit Hunden und Katzen plaudern. Herrjeh, so geht es doch los, oder?

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Pause: Hier könnte IHRE Werbung stehen!

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Bei der Ankunft wurde ich gefragt, ob ich hier essen wolle? Ja, ich wollte. Denn man erreicht andere Speisewirtschaften hier ja nur mit alpiner Ausrüstung. Inzwischen waren andere Gäste angekommen, die mit poliglotter Zunge versuchten, zu erklären, ihr Gepäck stehe noch an der Straße unten. Sollte ich nachschauen, ob ich etwas nützliches finde? Denn die Chance, dass es umgehend geholt wird, ist gering. No Stress.

Ach, jetzt habe ich ja Muße, das kurz zu erläutern. Hier läuft alles ohne Stress. Sie möchten heute noch bestellen? Ach so, no Stress. Zuwenig Wechselgeld im Supermarkt? No Stress, man habe es nicht passend. Gepäck steht unbeaufsichtigt an der Straße? No Stress, kommt schon noch. Axt im Schädel? No Stress, wird schon wieder. Man lässt sich Zeit und macht sich die Welt, widewidewie sie ei’m gefällt. So ein bisschen mehr Entspanntheit täte uns Mitteleuropäern bestimmt gut, aber als profunde Lebenseinstellung ist das schon zuweilen anstrengend.

Freunde und Bekannte, die schon hier waren, berichteten davon, dass man hier unhöflich zu Touristen sei und dass die Kommunikation sehr steif verlaufe. Ich denke, wenn man sich ein bisschen auf die Mentalität einlässt und drei Worte Landessprache und ab und zu ein Lächeln bemüht, kommt man besser zurecht. No Stress.

Das Abendessen läuft hier so: es wird gegessen, was auf den Tisch kommt! Aber das war okay. Thunfisch, toter als totgebraten, dennoch essbar, dazu leckeres Gemüse: Maniok, Möhre, Kürbis.

Die Tischgesellschaft war bunt gemischt. Eine französische Familie aus den Alpen, ein Schweizer Pärchen aus Luzern, ein Niederländer aus Arnheim und zwei Belgier aus Brüssel. Man plauderte ziemlich ungezwungen miteinander.

Wieder auf dem Zimmer schrieb ich noch kurz eine WhatsApp an den Tour-Operator, dass ich es hier für eine Wanderung eindeutig zu steil fände. Beim Abendessen waren alle deutlich jünger als ich und alle waren sich einig, dass die Wanderungen hier sehr anspruchsvoll sind. Man antwortete mir, man berücksichtige das. Hömma, nachher werde ich hier noch zum Triathleten.

So, Ihr Lieben, mangels Dorfdisco lese ich jetzt mal ein bisschen in meinem Reiseführer. Ich freute mich sehr, wenn Ihr mich auch morgen wieder auf meiner Reise begleitet. Vielleicht kann der ein oder andere mich ja bei der Wanderung tragen. Liebe Grüße, Euer

P.S.: Stromschwankungen und Netzausfälle, ein Korrekturlesen entfällt. 😘

Kapverden 2025 (5): São Vicente – Parcour per Pedelec

Ihr Lieben,

manchmal bin ich ja ein bisserl verpeilt. Stand doch für heute auf dem Programm, dass ich eine geführte E-Bike-Tour unternehme. Ich weiß nicht, was ich da für eine Vorstellung von hatte. Dass ich eine Rohkostplatte bestelle und dafür ein Nudel-Gratin bekomme? Sorry, ein sehr blöder Insider-Joke (solltest Du mitlesen, R.: ich liebe Dich, meine Häsin!!). Auf deutsch: Ich glaubte, ich würde eine halbe Stunde durch Mindelo radeln, jedoch, als ich gestern noch einmal in die Reisebeschreibung schaute, war da von 5 Stunden Inselrundfahrt (5!!!) die Rede. Ach Du liebe Güte! Prompt stieg wieder mein Stresshormonlevel! Ich schwöre: mein nächster Urlaub wird 3 Wochen all-inclusive auf Djerba und ich werde die Clubanlage nicht verlassen!

Ich mache es kurz: Nach der Rückkehr ins Hotel konnte man mich eigentlich als Restmüll entsorgen. Aber Ihr wollt ja bestimmt auch virtuell mitradeln, daher ein bisschen ausführlicher.

Um 10 Uhr holte mich Marcio am Hotel ab und wir liefen ein paar Schritte zum Fahrradverleih. Marcio war wie aus einem Fitnessstudio-Prospekt entsprungen. Mir schwante übles. Ich wies ihn darauf hin, dass ich jetzt nicht die größte Sportskanone unter der Sonne sei. Als müsste ich das extra erwähnen… Naja, er versicherte mir, alles ginge nach meinem Tempo. „No Stress“, wie man dauernd hier zu hören bekommt. Das ist der tatsächlich gelebte Nationalhymnus für alle Lebenslagen. Wir kommen da noch drauf zurück.

Die Fahrräder waren jetzt nicht gerade letzter Stand von Wissenschaft und Technik, bei Marcio fiel nach einem Meter die Kette ab (das sollte noch öfter passieren) und auch die Elektrik hakelte. Bei meinem Rad schien soweit erst einmal alles okay. Los ging’s. Wir fuhren durch die Innenstadt Richtung Nordosten, unser erstes Ziel sollte das Fischerdorf Salamansa sein. Es wehte ein ausgewachsener Sturm, und das in unser Gesicht. Aber kein Problem, wir hatten ja E-Bikes. Übrigens, eine Premiere für mich, bin ich noch nie mit gefahren. Dann kam eine nicht enden wollende 10%-ige Steigung zum Sturm dazu, da half dann auch die Tritt-Unterstützung, oder wie auch immer das heißt, nicht mehr. Ich fiel deutlich zurück, hatte erste Nahtoderfahrungen, denn die Pumpe drohte zu platzen. Und das nach etwa 2 von 7246 Kilometern. Marcio kehrte um und brachte mir bei, dass es da noch einen Speed-Gashebel gibt. Achso, aha. Mit dem war es zwar auch kein Zuckerschlecken, aber ich konnte mich dann wenigstens im Schneckentempo unter viel Gestöhne fortbewegen. Wie die Band Blood, Sweat and Tears aber schon 1968 wusste: „What goes up, must come down“ und heia! rasten wir bergab. Das sollte auch der schlimmste Part der Strecke gewesen sein.

Man darf sich Fischerdörfer hier jetzt nicht so idyllisch wie auf griechischen Inseln vorstellen. Ein Mix aus bunten Häusern, Rohbauten, viel Gewusel, kein Tinnef. Die Fischer können hier nicht an der Küste Ihre Beute einholen, das Meer ist mit Plastik verseucht. Sie fahren für mehrere Tage weiter hinaus, Richtung der unbewohnten Insel Sta. Lucia, um dann hoffentlich mit reichem Fang zurückzukehren. Damit dieser nicht vergammelt, brauchen sie Tonnen von Eis, das im Ort in Kooperation mit einer japanischen Firma produziert wird. São Vicente hat kaum eigenes Wasser, daher gibt es auch nur wenig Landwirtschaft. Meerwasserentsalzungsanlagen und ein bisschen Grundwasser stellen die Versorgung sicher. Als wir ankamen, war gerade Wasserverteilungsorgie, das halbe Dorf füllte Kanister mit Trinkwasser aus dem einen Reservoir und Brauchwasser aus dem anderen.

Wir fuhren weiter nach Baia das Gatas, Zentrum der Welsfischerei, auf portugiesisch „peixe-gatas“, catfish. Hier gibt es überdurchschnittlich warme, natürliche Schwimmbecken, daher ist der Ort auch als Badeparadies bekannt. Ein langer Steg führt ins Meer hinaus, den fuhren wir bis zum Ende, wo wir einen jungen Schweizer trafen, der auch eine geführte Inselrundfahrt, aber mit einem Auto gebucht hatte. Gott, war ich neidisch! Wir begegneten ihm dann noch ein paar Mal wieder, da sturzbachartige Regenfälle im Sommer des Jahres viel Zerstörung angerichtet hatten, unter anderem wurden Teile der Straßen weggeschwemmt. Daher kamen wir mit den Rädern fast genau so schnell voran.

Die sich anschließende Strecke nach Calhau ist ein Traum! Auf und ab, in leichten Kurven immer am Meer entlang. Wilde und unberührte Natur. Einen Zwischenstopp mchten wir in Norte 1, wo ein Künstlerkollektiv aus mehreren Ländern einige der Häuser bemalt hat. Marcio engagiert sich hier in einem Hilfsprojekt, da der Ort durch das Unwetter abgeschnitten war und einige Bewohner vieles, wenn nicht sogar alles verloren hatten. Es gibt immer noch Vermisste. In Calhau besuchten wir die Außenanlage der Schildkrötenrettungsstation. Es gab zwei sehr große Stammgäste, die zum Wiederauswildern zu verletzt waren. Daneben ein kleineres Becken mit zwei Babyschildkröten, die dort abgeliefert wurden. Die beiden großen Tartarugas lagen ganz unten im Becken, aber als ich eine Spende in den bereitgestellten Kasten warf, tauchte die armlose auf und nickte mir zu. Ich schwöre! Selbst Marcio war ganz perplex: „She seems to say Thank you!“. Schildkrötenweibchen legen zwischen 80 ud 120 Eier. Vom Nachwuchs überlebt durchschnittlich wohl nur ein Prozent, es gibt zu viele Fressfeinde. Und natürlich den Menschen.

Ab Calhau geht es dann für etwa 15 Kilometer über Kopfsteinstraßen. Leute, mich hat es dermaßen durchgeschüttelt! Inzwischen taten mir auch Schulter und Nacken weh, ich bin die für mich unnatürliche Haltung auf dem Fahrrad nicht gewohnt. Und ich schwächelte. Ich hielt an und probierte, ob der E-Schub noch funktionierte. Er tat es nur sehr mau. Marcio tauschte das Rad mit mir, er sei ja trainierter. Und boooom, ging die Post ab, sein Antrieb war viel stärker als meiner. So stellten wir fest, dass auch mein Pedelec von Anfang an nicht ganz in Ordnung war.

Nach einer ermüdenden Kopfsteinpflasterfahrt, auf der ich von Autos träumte, erreichten wir wieder die Außenbezirke Mindelos. Hier ist der riesengroße Friedhof der Stadt. Ich bat um einen Stopp, um das Grab Cesária Évoras zu besuchen. Marcio hatte etwas Probleme, es zu finden, aber ein Passant zeigte es uns dann, sie wurde wohl zwischenzeitlich umgebettet. Für eine so berühmte Künstlerin ist es ein sehr schlichtes, bescheidenes Grab. Ihre Mutter und ihre Tochter sind dort ebenfalls bestattet.

Ja, und dann waren wir endlich wieder in Mindelo. Ich weiß, für andere wäre das ein Spaziergang gewesen, aber mich konnte man dann wegschmeißen. Ich war total bematscht. Dennoch war es eine fantastische Tour. Marcio und ich tranken noch ein Bier zusammen und plauderten. Eigentlich arbeitet er an der Universität in Umweltforschungsprojekten. Ein wirklich toller Typ! Ich wobbelte dann wie so ein Slimy ins Hotel, ließ mich aufs Bett fallen und döste für zwei Stunden.

In der Stadt sollte heute ein Morna-Umzug stattfinden, Menschen versammeln sich und laufen Orte ab, an denen Musikgeschichte geschrieben wurde. Zum Start auf dem zentralen Platz kam ich wohl zu spät, aber durch Zufall stieß ich später darauf. Die Menge war ziemlich überschaubar, aber dennoch war es ein kleines Gänsehauterlebnis.

Nach Essen war mir heute überhaupt nicht (das muss man sich mal vorstellen!), daher kehrte ich erneut ins Hotel zurück, wo ich für Notfälle ja immer ein paar Kekse habe, und trank Wasser (das muss man sich mal vorstellen!).

Jetzt ist es gerade einmal mittlerer Abend und ich werde ins Bett kriechen, was aber passt, da ich um 6 Uhr für die Fährfahrt nach Santo Antão abgeholt werde. Und das mit dem No Stress? Das erzähle ich ein anderes Mal.

Bis morgen, wenn Ihr mögt, auf der zweiten Insel! Liebe Grüße, Euer