Von Zähnen und Mäusen

Ihr Lieben,

wenn das so weitergeht, dann komme ich bald nicht mehr durch den TÜV. Mein gerade mal 2 Wochen altes Implantat ist an der Basis zerbröselt und ausgefallen; und dabei habe ich noch nicht einmal gebrannte Mandeln gegessen (alter Insider). Dann hatte ich einen Tag später mein Punkteheft vom Supermarkt voll und konnte so ein Santoku-Messer für nur einen Euro erstehen. Als ich dieses abends spülte, glitt es mir aus der Hand. Ich gebe Euch mal einen Tipp: Nicht reflexartig danach schnappen!! Es war eine Schweinerei sondergleichen und ich habe bis heute Probleme mit der Wunde am Finger. Aber es wird besser.

Ja, und diese beiden Ereignisse haben mir die Lust auf die Lüttichreise genommen, die ich Freitag antreten wollte. Dabei hatte ich mich sehr gefreut, meine „Gartenparty“-People wiederzusehen. Aber essen mit Zahnproblemen (das war unsere Hauptintention für die Reise) und mit dem puckernden Finger? Das Hotel konnte ich noch stornieren, aber die Bahntickets waren perdu.

So saß ich heute bei strömendem Regen in meiner Butze fest und entschied mich, die gewonnene Zeit sinnvoll zu nutzen. Zuerst bereitete ich einen Jahresvorrat an Gemüse-Paste zu und buk im Anschluss Körnerbrote. Beides nicht 100%ig nach den verlinkten Rezepten, aber im Grunde ist es immer sehr ähnlich. Danach räumte ich meinen Kühlschrank auf. Denn ich muss den inzwischen fast monatlich abtauen und habe das satt. In einem Anfall von Wahn kaufte ich mir daher in einer Nacht-und Nebelaktion eine No-Frost-Kombi, die wird am Donnerstag geliefert. Naja, mein alter Schrank hat immerhin ca. 14 oder 15 Jahre durchgehalten.

Da wir schon in der Küche sind: Ich habe letzte Woche auch das erste Mal in meinem Leben Grünkohl gemacht. Natürlich VÖLLIG falsch, wie ich mir von einem halben Dutzend Experten anhören musste. Aber ich fand es megalecker und es wurde von Tag zu Tag besser. Tja, Single-Haushalte haben mehr vom Essen 🙂

Dann habe ich noch ein Coq-au-vin für gestresste Menschen gezaubert. Nicht so lecker, wie die langsam vor sich hinköchelnde Variante, aber dennoch ein adäquater Ersatz, wenn’s schnell gehen soll.

Was ist sonst so passiert? Die Bürgerinitiative (aka liebe Nachbarn) traf sich in Deutz im Brauhaus und beschloss, die Petition gegen Raser vom Netz zu nehmen, da wir erreicht haben, was erreichbar war. Hat auch viel Zeit und Nerven gekostet. Vielleicht haben einige von Euch ja unseren „Abschiedsbrief“ erhalten. Ggf. ist er noch auf der Petitionsseite abrufbar. Wir haben zudem beschlossen, den absolut erfreulichen Kontakt untereinander nicht abreißen zu lassen.

Letztlich fiel mir dann noch auf, dass meine IKEA-Papierschirm-Lampe im Schlafzimmer schon bessere Zeiten gesehen hatte („Schau Dich doch an!“, empörte sie sich) und bestellte eine sog. Puzzle-Lampe. Puh! Ich brauchte heute mehrere Anläufe, um die zusammenzubasteln, das ist iwie nix für mich. Was ich für Flüche kenne, unglaublich! Aber jetzt hängt sie und ist definitiv besser sauber zu halten.

Das Implantat wird übrigens kommenden Dienstag erneuert. Die ganze Zahnchose (inklusive Ersatz der schadhaften Kronen) hat alles in allem über 6.500 Mäuse gekostet, was aber nur 60% von dem ursprünglichen Heil- und Kostenplan ausmachte, da meine Zusatzkasse diesen Plan abgelehnt hatte. Mein Anteil waren dank der Versicherungen „nur“ ca. 1.500 Euro. Blöd nur, dass ich just einen Tag nach Überweisung an meinen Zahnarzt eine Nachforderung für Heizkosten in Höhe von 650 Euro hatte. Große Freude! Aber ich habe bekanntlicherweise seit einem Jahr die neuen Thermostate im Einsatz, das wird nicht noch einmal passieren. Ich hatte nebenbei bemerkt nur geringfügig mehr verbraucht, der Preissprung ist durch die Energiepreisentwicklung bedingt.

So, ich gehe jetzt Museen überfallen, mir geht das Geld sonst aus.

Habt alle einen schönen Restabend und einen tollen Sonntag! Euer

Nee, ich weiß nix über den Louvre-Raub…

Ofenkartoffel mit Shrimps-Joghurt-Dip und grünen Tomaten

Ihr Lieben,

es war wieder einmal „Was-muss-weg-Tag“. Kartoffeln, Joghurt, Schmand und Krabben zitterten ihrem MHD entgegen. So entschied ich mich für Ofenkartoffeln mit o.g. Dip. Wie eine Ofenkartoffel geht, muss ich hoffentlich nicht dezidiert erklären. Große Kartoffeln schrubben, einpieksen, in Alufolie wickeln und eine Stunde bei 170°C garen.

Der Dip wird zusammengerührt aus einem kleinen Becher griechischem Joghurt, einem kleinen Becher Schmand, einem halben Teelöffel Chili, einer gepressten Knoblauchzehe, einem dreiviertel Teelöffel Meersalz und einem Dutzend Umdrehungen mit der Pfeffermühle. Eine Prise Zucker, einen Spritzer Zitrone und einen Esslöffel Kräutermischung aus der TK dazu. Eismeergarnelen unterheben und alles etwas ziehen lassen.

Die grüne Tomate gab’s im Rewe, die war leicht süßlich und sehr fest. Mochte ich. Da kam nur Salz, Pfeffer und Chili drauf.

Schnell? Nein. Aber einfach und mit wenig Aufwand. Und seeehr lecker!

Gegessen wird das dann bei „Grüne Tomaten“, einem meiner Lieblingsfilme!

Grünkohl mit Salsiccia und Kassler

Ihr Lieben,

zum ersten Mal in meinem Leben koche ich Grünkohl (Erikas legendäre Grünkohlschlachten finden ja leider schon lange nicht mehr statt!) und begehe direkt mehrere Sakrilege hintereinander.

Erst einmal gab es noch keinen Frost. Wie kann man nur?
Dann auch noch die Zubereitung im Auguste. Nach Rezept vom LIDL!! Herrjeh!
Und dann auch noch mit Salsiccia statt mit Grützwurst? Anzeige ist raus!

Ja, das mit der Wurst kann ich aber erklären. Ich habe beim Rewe alles, aber auch wirklich alles für ein Grünkohlessen schon in den Wagen geworfen, Kartoffel, Kohl, Senf, Speckstreifen, Zwiebeln etc. und ging als letztes zur Fleischtheke. Der italienische Metzger wusste weder mit Grützwurst, noch Haferwurst noch Pinkel etwas anzufangen und empfahl mir rheinische Mettenden. Die mag ich jetzt sooo sehr auch nicht und da er immer Fenchelsalsiccia vorrätig hat, nahm ich einfach die. Dä!

Dass Grünkohl Frost braucht, um die Bitterstoffe zu verlieren, hat sich auch eigentlich erübrigt, da die im Verkauf erhältlichen Sorten von Natur aus mehr Zucker haben, als die alten. Steht im Internet, muss also stimmen.

Es ist jetzt nicht besonders originell, das Rezept von LIDL hier abzutippen, man findet es hier: https://www.lidl-kochen.de/rezeptwelt/gruenkohl-mit-mettwurst-und-kartoffeln-335445. Ich habe nur noch Knoblauch (zwei Zehen) mitgegart und Muskatnuss zum Abschmecken benutzt, ansonsten alles wie beschrieben gemacht. Achso, Kassler war neben der Bratwurst auch noch im Dampf.

Zu dem Essen wird dann auch noch einmal ein kräftiger Klacks Senf serviert und ich, Sakrileg Nr. 4!, trinke einen furztrockenen weißen Wein dazu. Es war saulecker! Das mache ich auch demnächst mal für Besucher.

(Man kann das natürlich auch ohne Auguste machen)

Schnelles Coq au Vin

Ihr Lieben,

ein wirklich gutes Coq-au-Vin braucht etwas Zeit und gute Zutaten. Wenn man aber einmal Lust darauf hat und es schnell gehen soll, dann kann man es auch in 45 Minuten in der Pfanne (mit Deckel!!) zubereiten, wenn man kleine Fleischteile nimmt:

In einer Pfanne bei mittlerer Hitze einen halbzentimeterbreiten Streifen Butter schmelzen, da zwei kleingewürfelte Schalotten sowie drei gehackte Knoblauchzehen anschwitzen. Je einen gehäuften Esslöffel Senf und Tomatenmark dazu. Wieder bisserl anschwitzen. Dann vom Knochen gelöste Hühneroberschenkel zum Anbräunen hineingeben. Salzen, pfeffern, etwas gemahlene Chili, einen Esslöffel getrocknete Kräuter dazu (einen halben Thymian und einen halben Herbes de Provence bei mir, aber da kann man nehmen, was man mag), bisschen schmurgeln lassen und dann einen Barren Bouillonkonzentrat hinzugeben und mit einer halben Flasche Rotwein ablöschen. Deckel drauf und 30 Minuten blubbern lassen, ab und zu mal das Fleisch drehen.

In der Zeit setzen wir den gewaschenen (!) Reis auf. Ich mache das mit der Tassenmethode, da wird der schön kletschig und nimmt gut Sauce auf. Der braucht 17 bis 20 Minuten. Das Huhn herausnehmen, einen guten Stich Butter in die Sauce und einen halben Becher Crème fraîche. Abschmecken, Fleisch wieder rein. Wenn man mag, kann man die Sauce vor Zugabe der Creme noch pürieren, den wegen der Kochzeit lösen sich die Schalotten nicht völlig auf.

Die Reissorte heißt übrigens Bomba und zeichnet sich durch kleine Körner aus. Der Reis wird, wenn er fertig ist, auch mit einem Stich Butter und einer Prise Salz abgeschmeckt.

Anrichten (mit ein paar Kräutern oben drauf) und den Rest guten (!) Weins dazu kredenzen. Bei der langen Methode fällt das Fleisch von Knochen, alles schmeckt intensiver, aber ich habe auch bei dieser Variante die Sauce vom Teller geschleckt. Hat ja keiner gesehen 🙂

Baileys-Früchtekuchen

Ihr Lieben,

heute mal ein Rezept, dass nicht auf meinem Mist gewachsen ist: ein Früchtekuchen mit Baileys. Leider kann ich die Quelle nicht mehr benennen, es war ein kurzer Eintrag bei Bluesky (ich logiere da übrigens unter @gerrys-welt.de), den ich glaubte, markiert zu haben, aber jetzt nicht wiederfinde.

Er lautete wie folgt (Einträge in Klammern von mir):

  • 500 gr. Trockenfrüchte (dried fruit im Original, da fallen in vielen Ländern auch Nüsse drunter) mit
  • 250 ml Baileys mischen und einen Tag einweichen lassen, am Backtag dann mit
  • 125 gr. mit ein wenig Backpulver und Salz vermischtem Mehl (sog. self-rising flour) vermengen und backen.

Das „Rezept“ verriet leider weder Dauer noch Temperatur.

Ich kaufte zwei 200gr-Packungen Studentenfutter und gab noch 100 Gramm zerkleinerte getrocknete Aprikosen dazu und ließ das alles mit dem Baileys vermischt zwei Tage im Kühlschrank ruhen.

Am Backtag gab ich alles in die Küchenmaschine, zerkleinerte das Gemisch, fügte 125 Gramm Mehl, einen gestrichenen Teelöffel Backpulver sowie ein Prise Teig hinzu und knetete anschließend alles. Die Masse war fast steinhart, ich entschloss mich, noch 100 ml Baileys hinzuzugeben. Immer noch klebrig und fest, der Teig. Dennoch ab in eine gefettete Antihaft-Kastenform (meine war ziemlich groß, daher wurde der „Kuchen“ eher flach) und bei anfangs 180°C in den vorgeheizten Ofen. Nach schon 20 Minuten brannten die ersten Ecken des Kuchens an, so reduzierte ich auf 160°C, legte Alufolie über den Kuchen und buk ihn 30 weitere Minuten. Die Stäbchenprobe war dann okay, ich stürzte die Kreatur…. äh… die Kreation auf ein Gitter und ließ sie auskühlen. Sie roch fantastisch!

Wenn man die wenigen verbrannten Stellen ignorierte, schmeckte der Kuchen mit Schlagsahne sogar sehr gut. Aber ich denke, man kann auch anders an die Sache herangehen. Auf einem Mürbeteigboden in einer Springform und vielleicht noch etwas mehr Baileys im Teig (+100 ml), etwas Butter (100 Gramm) und einem Ei vielleicht. Ich experimentiere mal und berichte ggf. in Bälde.

Schnipsel: Neue Bekanntschaften

Ihr Lieben,

es ist dringend geboten, mal wieder zu schnipseln. Seit meiner Balkanreise ist doch so einiges passiert. Einiges konntet Ihr schon nachlesen, wie die Fahrt nach Brügge und ein paar neue Rezepte, die ich eingestellt habe.

Am Montag nach meiner Rückkehr aus Brügge hat mich mein wirklich sehr guter Freund Matthias besucht und blieb für zwei Nächte hier. Wir sehen uns vielleicht zweimal im Jahr, schreiben zudem drei- bis viermal (ja, richtig mit Schneckenpost, was ich total klasse finde!) und dennoch gibt es kein Fremdeln. Wir haben uns wunderbar ausgetauscht. Matthias hat mir auch noch selbstgemachte Kirschmarmelade sowie eine typische Wurst aus dem Werra-Meißner-Kreis mitgebracht. Beides sehr lecker.

Apropos lecker. Mein kleiner Bruder hat mich gestern besucht (ja, es wird ein wenig unchronologisch berichtet), um seine neue Freundin vorzustellen, und beide haben am Vormittag noch gebrannte Mandeln gemacht, von denen ich ein großes Glas abbekam. Und wir hatten einen wirklich schönen Nachmittag bei einem von mir improvisiert gebackenen Kürbis-Apfel-Kuchen, von dem ich nicht weiß, ob ich ihn selbst gut fand. Er war zwar saftig, aber doch in der Textur etwas grob. Wichtig aber: Ich mag seine neue Bekanntschaft sehr gut leiden! Hagens, nicht die des Kürbiskuchens. Leider habe ich versäumt, ein Foto zu machen. Vom Kürbiskuchen, nicht von Hagen.

Apropos neue Bekanntschaft: Ich verriet beim Rezept zum KI-erzeugten Ragout, dass ich Nora, die neue Hündin von Elke, kennengelernt habe. Ich war etwas besorgt, ob wir uns gut verstünden. Aber die Sorge war unbegründet. Nora hat sich tadellos benommen und wir haben uns super verstanden. Immer, wenn Elke Rauchzeichen auf dem Balkon zu ihrem Volk schickte, haben Nora und ich versucht… äh… also ich habe versucht, Selfies mit Nora aufzunehmen. Das misslang, denn Nora war viel mehr daran interessiert, mir durchs Gesicht zu schlecken, als einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ihr Lieben, ich werde Amy nie vergessen, aber Nora wird auch nicht ihre Nachfolgerin für mich sein, sondern eine neue Bekanntschaft. Und die lässt sich sehr gut an.

Schon länger her ist ein Besuch meinereiner in der Kirche Alt St. Ulrich, wo meine Freundin Ruth mit der singenden Cellistin Daniela Bosenius und der Pianistin Julia Diedrich einen wunderbaren Abend zu den runden Geburtstagen von Kurt Weill (125 Jahre) und Hildegard Knef (100 Jahre) moderierte. Das war wirklich ein toller Abend, zumal der Bogen zwischen beiden Geburtstagskindern mit genial ausgesuchten Texten verknüpft wurde. Markus, falls Du mitliest: Danke für den Sekt in der Pause, das war sehr lieb!

Achja, nach Braunschweig musste ich auch mal wieder. Da war eine wichtige Arbeitsschutzausschusssitzung angesetzt, die wir nicht virtuell abhalten wollten. Ich nutze mal die Gelegenheit, für Braunschweig zu werben, die Stadt hat sehr schöne Ecken! Aber die Bahnreisen waren wieder mal… naja, vielleicht räumt die neue Chefin Evelyn Palla mal auf, sollte sie noch genug Geld nach der Zahlung der Abfindung für Lutz haben. Seufz.

Mit meinen lieben Nachbarn Daniel und Martin war ich auch wieder mal aus. Das war auch ein sehr schöner Abend im Poller Wirtshaus. Die beiden reisen ja auch viel und kamen gerade aus Asien zurück, ich vom Balkan… na, ich habe es schon oft erwähnt, Reisenden geht der Gesprächsstoff ja nie aus.

Eigentlich waren auch Doppelkopfrunden, weiter Nachbarschaftstreffen, Stammtischabende geplant, aber einiges ist krankheitsbedingt ausgefallen. Was aber angesichts meines Terminkalenders jetzt auch kein Beinbruch ist. Ich selbst war letzte Woche zwei Tage außer Gefecht, ich vermutete eine Lebensmittelvergiftung, da ich am Vortag ein abgelaufenes Steak gebraten hatte. Wahrscheinlicher ist aber, dass ich mir einen Infekt abgeholt hatte, der zu der Zeit auch in der Firma rumging.

So, jetzt habt Ihr Euch wieder haufenweise uninteressantes Zeug anlesen müssen, aber da müsst Ihr halt durch. Es sind jetzt noch eine Minireise nach Lüttich geplant, das wäre in zwei Wochen, und der Besuch eines Bekannten in München in vier Wochen. Ich hoffe, wir leshörsehen vorher voneinander. Liebe Grüße, Euer

Ach ja, Feigenchutney habe ich auch noch gemacht.

Die KI kocht: Bolognese mediterran-orientalisch

Ihr Lieben,

heute Abend kam Elke mit Nora, ihrer neuen Hündin, zu deren Antrittsbesuch vorbei. Ich hoffte inständig, dass wir uns leiden können! Auflösung später.

Da ich den Termin völlig verpennt hatte, lief ich gestern noch schnell zum Türken und kaufte gemischtes Hack und ein bisschen Gemüse. Vor die Wahl gestellt, ob sie lieber etwas mit Kartoff… lasst mich doch mal ausreden!… ja, es wurden Nudeln. Daher also eine Bolognese. Mit Nudeln. Ich wollte mal ausprobieren, wie die KI das kochen würde und konsultierte ChatGPT: „Ich möchte eine Lamm-Bolognese machen, die nicht zu fade, aber auch nicht überwürzt sein soll. Ein mediterran-orientalischer Touch wäre aber gut.“.

Chat-GPT spuckte dieses Rezept aus, das ich aber noch ergänzte (handschriftliche Eintragungen):

Ich habe die Flüssigkeitsmenge hochgesetzt, da ich Bolognese immer sehr lange kochen lasse. Nämlich drei Stunden statt 45-60 Minuten.

Eigentlich vom Grundsatz her gar nicht so anders, wie ich es gemacht hätte. Und so sah dann das Mist-am-Platz aus:

Die Petersilie fehlt hier, die kam aus der TK.

Die Nudeln (Orecchiette) habe ich nach Packungsanweisung zubereitet (für selbstgemachte fehlte mir der Elan, da ich auch noch parallel für morgen einen Kuchen buk) und es gab natürlich Tonnen von Reibkäse dazu. Wir fanden es ganz lecker. Als Appetithappen hatte ich übrigens arabisches Fladenbrot aufgebacken und einen Knoblauch-Dill-Quark mit Radieschenraspeln dazu gemacht.

Und Nora und ich? Ein Herz und eine Seele. Habe sie aber auch mit Kaustangen bestochen. 🙂

Nora kann noch nicht wirklich Selfies 🙂

Hühnchen-Spinat-Roulade „Balkan-Art“

Ihr Lieben,

was für ein sperriger Name für ein einfaches Gericht. Ich hatte ja geschrieben, dass ich mich während meiner Balkanreise schwer in die dort erhältlichen Lebensmittel Kajmak und Ajvar verliebte. Ajvar kannte ich zwar schon, hatte es aber noch nie so gut gegessen.

Ich kaufte hier statt Ajvar aus dem Glas Harrissa, von dem ich wusste, dass es mir schmeckt (es ist nicht das gleiche!) und Kajmak fand ich auch im türkischen Supermarkt. Übrigens zu einem stolzen Preis, man könnte für das Gericht heute auch einfachen Frischkäse nehmen. Auf Brot aber ist der Unterschied zwischen beiden deutlich spürbar.

Ich nahm Hühnerbrüste und schnitt sie zu einer sehr groben Roulade auf. Kann man auch filigraner machen, aber Ihr wisst ja, ich bin kein geduldiger Mensch. Auf dieses Megaschnitzel strich ich erst Kajmak, dann das Harrissa, ich würzte mit Salz und Pfeffer, legte geputzten Babyspinat auf und band die Rouladen nach dem halbwegs gelungenen Rollen mit Küchengarn zusammen. Sieht erst einmal instabil aus, aber beim Backen verfestigt sich das ganze. Ab für 15 Minuten in den vorgeheizten Ofen/nicht vorgeheizten Airfryer bei 190°C.

Währenddessen setzte ich Kartoffelviertel in Salzwasser auf und bereitete eine Soße aus einem Becher Schlagsahne, Salz, Pfeffer, scharfem Paprikapulver, Knoblauchpulver, geriebener Muskatnuss und geriebener Chili zu und schnitt eine Handvoll Weintrauben in Hälften. Nach den ersten 15 Minuten werden die Rouladen umgedreht und die Sahnesauce kommt mitsamt den Weintrauben darüber. Weitere 15 Minuten, diesmal aber nur bei runtergedrehten 170°C. Fünf Minuten vor Klingelingeling noch den Restspinat zu den Kartoffeln geben und mitkochen lassen. Wenn das Huhn fertig ist, das Garn entfernen und einmal schräg aufschneiden (für die Optik bei Gästen), die Spinatkartoffeln abgießen und nachsalzen und -pfeffern sowie mit einer guten Prise Muskatnuss verfeinern. Mit der Sauce anrichten und servieren.

Ich fand das sehr lecker, aber man zwingt mich ja, das zu sagen. Dr. Diepolder ist da sehr streng mit Mr. Gerry. Macht mal nach, ist simpel und kommt bestimmt gut an. Vielleicht noch einen frischen Salat dazu, da hatte ich jetzt nicht das richtige da. Guten Appetit!

Brügge 2025, Tag 4: Die Madonna und das Blut Christi

Ihr Lieben!

neinneinnein, ich bin keiner Sekte beigetreten. Heute habe ich nur einen sehr kirchlich-touristischen Tag gehabt. Am Ende übrigens mit einem kleinen Wunder. Aber dazu später.

Wir nahmen unser Frühstück ein, packten und räumten die Zimmer. Unsere Koffer durften wir bei Christoph lassen. Bei grauem Wetter prozessionierten wir zur schwarzen Kapelle, wo das Blut Christus in einer Art Ampulle aufgehoben wird. Ich meine, man hätte es aus einem Kleidungsstückrest des Erlösers herausgewrungen. An der Echtheit des Blutes besteht kein Zweifel, denn der Vatikan hat es als solches anerkannt, verbietet aber genauere Untersuchungen. Mein Reiseführer von Freitag ergänzte dazu, dass es echt sein müsse, denn das stehe ja so schließlich im Internet.

Wie groß unsere Enttäuschung, als uns der Zutritt verwehrt wurde, denn es fanden Rosenkranzgebete und anschließen eine Eucharistie-Feier statt. Wir hätten anderthalb Stunden warten müssen. Wir besichtigten wenigstens den unteren Teil der Basilika, ein etwas schmuckloses Gewölbe mit einen paar Figuren und Bildern. Ruth, Monika und Markus verabschiedeten sich danach, sie fürchteten den Rückreiseverkehr.

Ich lief dann zum wiederholten Male zur Kirche von unserer lieben Frau, um endlich einen Blick auf die Madonna des Michelangelo zu erhaschen. Wieder nix. Ob ich zur Messe wolle? Ich hätte lügen sollen. Nein, ich wolle die Madonna anbeten. Das ginge erst nachmittags. Grmpflzrmpf! Ich fluchte innerlich gottlose Flüche. Ich begab mich zum Fischmarkt, dort hatte ich gestern so etwas wie einen Kunstmarkt zu sehen geglaubt zu haben. Naja. War dürftig und uninteressant. Den Carillon des Belfried hört man innenstadtweit, es ertönten ganz andere Klänge. Da fiel mir ein, dass es ja zu bestimmten Zeiten manuell gespielt wird und es war soweit. Ich wieder runter zum Belfried geeilt. „Somewhere over the rainbow“, Time to say goodbye“, „When the moon hits your eye“ und viele andere Gassenhauer wurden vorgetragen, das war richtig schön und ich hatte wieder gottgefälligere Gedanken.

Ich streifte etwas ziellos durch die Stadt und entdeckte ein paar schöne Passagen, die Bierstraße, eine Brauerei, leider Gottes schöne Pralinenläden, konnte einer Candyherstellungsvorführung beiwohnen und spinxte in das ein oder andere öffentliche Gebäude, wo immer riesige Öl-Gemälde von ernst dreinblickenden Männern hängen. Dann endlich war es soweit, der Gottesdienst in der Basilika zum heiligen Blut näherte sich dem Ende und ich reihte mich ein eine kurze Schlange davor ein. Uns wurde bedeutet, es dauere noch ein wenig. Die Schlange wurde rapide länger, während vor dem Stadthuis eine sehr übersichtliche Pro-Pälestina-Demonstration stattfand.

Die Kirchgänger schwappten heraus und die erste Gruppe durfte hereinströmen. Ich war im ersten Pulk. Man stoppte den Zustrom recht schnell, so dass alle Besucher ausreichend Platz hatten, das fand ich sehr fürsorglich. Die Basilika ist sehr sehenswert und einige wenige Menschen reihten sich zur Verehrung des Gefäßes mit dem Heiligen Blut in einer Warteschlange ein, das von einem streng schauenden Geistlichen bewacht wurde. Nach drei oder vier Minuten stieß ein zweiter Geistlicher dazu, es wurde wild mit Glöckchen geläutet und das Blut wurde davon getragen. Tja, es lohnt sich scheinbar, früh zu kommen. Der Lindwurm hinter dem ersten Schwung Besucher ging leer aus.

Jetzt galt es, die Wartezeit bis zur Madonnabesichtigung zu überbrücken, daher besuchte ich den Provinzialpalast, der für Touristen frei zugänglich ist. Ganz nett. Schönes Café, interessante Säle, schöne Marmorauskleidung. Hier hingen zwischen den portraitierten, ernsten Gouverneuren und sonstigen Würdenträgern Fotografien einfacher Menschen, die die Spannweite der Bürger der Provinz darstellen sollen. Fand ich ziemlich gut und ansprechend. Am Freitag war ich im Historium auf der Toilette, wo ich die Nutzungsgebühr von einem Euro per Kreditkarte zahlte. Das hat nicht so ganz geklappt, man buchte mir zwei ab. Im Povinzialpalast heute das Gleiche. Das ist doch eine Verschwörung, oder? NEHMT MÜNZEN MIT!!!

Ich startete einen neuen Anlauf für die Madonna. Und diesmal gab es keinen Zerberus und keine Zerbera. Allerdings ist ein Teil der Kirche Museum und für dieses muss man 8 Euro Eintritt zahlen. Dafür sieht man interessante, von innen bemalte Backsteingräber (Wo sind eigentlich die Leichname hin? Da zahlt man ein Heidenvermögen für eine Kirchengrab und eine tolle Bemalung und ein paar hundert Jahre später wird man entsorgt, damit Touristen da reinglotzen dürfen!), prächtige Gemälde, Chorgestühl, die unglaublichen Grablegen von Maria von Burgund und Karl dem Kühnen und… die Madonna, gerade mal etwas über einen Meter zwanzig groß und in eine reich verzierte Wand eingelassen. Sehr schön. Ich setzte mich auf eine Bank, schaute sie eine Weile an und ging, nachdem es immer voller wurde.

Es wurde Zeit, das Gepäck abzuholen. Ich bedankte mich noch einmal (ich kann das Gasthaus nur empfehlen!), nahm den Bus zum Bahnhof und ergatterte sogar einen 15 Minuten früher fahrenden Zug nach Brüssel. Da die ursprüngliche Umsteigezeit knapp bemessen war, fand ich das ganz okay. In Brüssel stieg ich in den hoffnungslos überfüllten ICE nach Frankfurt. Wieder Dutzende Menschen ohne Reservierung. Ich verstehe es nicht wirklich. Auf einmal zogen meine Nachbarinnen Isabella und Isabella an mir vorbei. Großes Hallo. Und dann saßen sie auch noch direkt auf der anderen Seite des Ganges, das war eine superschöne Überraschung. Sie kamen gerade aus London zurück. Wir reisten dann bis zur Bushaltestelle Salmstraße zusammen und haben sehr nett geplaudert.

Ja, Ihr Lieben, das war es wieder einmal. Ein sehr, sehr schöner Kurztrip. Ich kann Brügge nur jedem ans Herz legen, es ist kein Klein-, es ist ein Großod. Meinen realen Mitreisenden herzlichen Dank für die schöne Zeit und allen virtuell Mitreisenden ganz lieben Dank für die Begleitung und die Kommentare, die mich auch auf Signal, Bluesky und per SMS erreichten. Wir sehen uns hoffentlich in Lüttich wieder, wo es in einem Monat für ein Wochenende hingeht. Zwischendurch wird es wohl auch noch den ein oder anderen Schnipsel oder ein Rezept geben.

Macht’s gut, liebe Grüße und die besten Wünsche von Eurem

Gerry im Schokoladenrausch!