Gefüllte Tomaten

Ihr Lieben,

heute gibt es mit Hack und Schafskäse gefüllte Tomaten. Zuerst werden die Fleischtomaten entdeckelt und ausgehöhlt. Leider konnte ich vom Fruchtfleisch fast nichts verwenden, da völlig durchgestrunkt, ansonsten hätte ich es zu der Tomatensauce (kommt später) hinzugegeben.

Jetzt röste ich in einer Pfanne einen Esslöffel 7-Gewürze-Mischung (Baharat) an, gebe etwas Rapsöl hinzu, einen Esslöffel Tomatenmark sowie eine rote Chili, drei Knoblauchzehen sowie eine Zwiebel – alles kleingewürfelt. Anrösten lassen und dreiviertel davon zusammen mit dem Hackfleisch (250 gr.) in eine Schüssel geben. Eine Handvoll gehackter Petersilie dazu, einen halben gewürfelten Block Feta, etwas Salz und Pfeffer und alles gut vermengen. Die ausgehöhlten Tomaten in eine Auflaufform stellen, mit der Hackmasse füllen.

In das restliche Viertel des Pfannen“gröstls“ eine Dose gestückelte Tomaten geben, noch einmal einen Esslöffel Tomatenmark, Salz, Pfeffer und einen Schwung Baharat dran und unter Rühren einmal aufkochen lassen. Über die Tomaten geben, dann die Deckel drauf.

Im vorgeheizten Backofen bei 180°C für 35 bis 40 Minuten backen.

Dazu passt wegen der Sauce eigentlich alles. Im Rahmen meiner vom Arzt verordneten Kohlehydratreduzierung schmeckt es aber auch ohne Kartoffeln oder Reis 🙂

Guten Appetit, Euer Gerry

P.S.: Ganz gewiefte Beobachter suchen jetzt verzweifelt im Rezept nach dem Ei auf dem Zutatenbild. Ich wollte es ursprünglich zur Bindung der Hackmasse nehmen, habe mich dann aber spontan dagegen entschieden.

Burg Metternich, Moselschleife und Geierlay-Hängebrücke

Annemie, isch kann nit mieh!

Ich stand extra früh auf, da ich mir ein strammes Programm vorgenommen hatte. Nach dem Frühstück – wo man wieder einige merkwürdige Szenen beobachten konnte, wie das Paar, das in einer halben Stunde kein einziges Wort wechselte oder den Mann, der in Boxershorts und besockten Sandalen erschien (brrrr!) – startete ich gen Beilstein. Ich wollte mir das Dornröschen mal aus der Nähe ansehen. Ich traf es, so wie es sein muss, schlafend an. Ich hatte den Ort quasi für mich. Und ja, er ist ganz nett. Wie immer, wenn es zuuuu viele Vorschusslorbeeren gibt, gibt es Punktabzug in der B-Note. Ich kraxelte zum Kloster hinauf, die Treppe ist aus deutschen Filmen mit Rühmann oder Millowitsch berühmt, und zündete ein Kerzlein an. Ich streifte durch den blumengeschmückten Ort mit vielen Fachwerkbauten. Und als es sich langsam füllte, erklomm ich die Ruine der Metternich-Burg. Jaja, DER Metternich, bekannt vom Wiener Kongress und vom gleichlautenden Sekt.

Der Aufstieg bis zum ersten Burgtor war schon recht beschwerlich, es wurde schon wieder arg warm unter der Sonne. Und dann war ich auch noch 30 Minuten vor Öffnung dort. Ich beschloss, den Berg weiter zu bezwingen und zum Haupttor zu laufen. Da musste ich dann nur noch eine Viertelstunde warten und konnte so lange den Blick ins Moseltal genießen. Der Eintritt in die Ruine kostete mich 3 Euro. Dafür gab es dann eine Menge Stein zu sehen, aber alles nett arrangiert und bepflanzt und mit einer aussichtsreichen Gastronomie ausgestattet. Bevor ich mich da niederließ, begab ich mich, offensichtlich in einer Art masochistischem Wahn, noch die 115 Stufen zum Bergfried hinauf. Von da aus hat man eine tolle Sicht.

Nach einer riesigen, zuckerfreien Afri-Cola (so eine hatte ich seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen, geschweige denn getrunken) setzte ich meinen Weg fort, die Moselschleife bei Bremm suchend. Jau. das wurde einem nicht leicht gemacht. Das Navi führte mich zu einem Parkplatz hinter dem Ortseingang. Nada, keine Treppe, keine Ausschilderung. Ich beschloss etwas höher zu fahren, gemäß Google Maps sollte sich weiter oben ein Parkplatz zum Calmont-Wandersteig befinden. Als das Navi „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ krähte, fand ich mich in einer Haarnadelkurve wieder, von der aus ein forstwirtschaftlicher Weg abging. Dort stand schon ein Wagen. Also, was sich heutzutage alles Parkplatz nennen darf. Mit ungutem Gefühl quetschte ich mich so nah wie möglich an den Straßenrand, um meinen Weg zu Fuß fortzusetzen.

Leute, ich lief und lief und lief. Immer bergauf. Nach geraumer Zeit beschloss ich querfeldein zu laufen, weil ich die Mosel dort vermutete. Eine Senke und eine Kuppe später stand ich vor einem dichten Wald. Ich musste umkehren und lief einem älteren Paar in die Arme, die ich kurz zuvor überholt hatte. „Wie, gibbet da nix? Wir sind Ihnen extra hinterher, sah so aus, als wüssten Sie, watt Sie da tun. Wir suchen die Moselschleife.“ Also, die Beiden drehten wieder ab (denen gehörte das andere Auto, sie wurden auch vom Navi fehlgeleitet), ich wechselte nochmal die Himmelsrichtung, um 20 Minuten später an einem Aussichtspunkt anzukommen. Nur leider vieeel zu hoch, so dass man links die Mosel, rechts die Mosel, aber vorne den Bogen nicht sehen konnte. Mir wurden nun per Ausschilderungen diverse andere Attraktionen angeboten. Das römische Höhenheiligtum, der Vierseenblick, ein Topf voll Gold…. Aber ich hatte die Faxen dicke und machte mir auch Sorgen um Cora, so ganz alleine in der Kurve. Also stapfte ich zurück.

Wieder am Ausgangspunkt angekommen, knubbelten sich zwei weitere Autos auf dem Seitenstreifen. Spätestens jetzt wäre kein Rettungswagen mehr durchgekommen. Die jeweiligen Insassen suchten die Moselschleife. „Hach, Google Maps benutzt?“. Heftiges, synchrones Kopfnicken. Zeitgleich kollektives Seufzen. Ich erzählte von meiner kleinen Wanderung und gab meiner Befürchtung Ausdruck, dass man viel weiter unten suchen müsse. Die anderen wollten noch überlegen und sich beraten. Ich mache es kurz. Falls Ihr da mal hinwollt, klickt keinesfalls die vielen angeblichen Aussichtspunktmarkierungen an, die führen absolut in die Irre. Den klassischen Schleifenblick fand ich dann hinter der Bremmer Kirche, am Friedhofseingang. DAS müsst Ihr anklicken. Belohnt wird man durch eine tolle Aussicht. Diese ganze Aktion hatte mich jetzt unglaublich viel Zeit gekostet, und mein Schrittzähler glühte schon wieder.

Ich brach zur Geierlay-Hängebrücke auf. Die Sonne brannte wie blöde und als ich am Parkplatz ankam, musste ich erfahren, dass man bis zur Brücke noch 2,5 Kilometer zu wandern hätte. Ihr Lieben, man wird belogen, wenn man dabei steht. Das waren deutlich mehr Kilometer. Ich dachte schon, die Brücke sei ein Spuk, weil ich lief und lief und nix kam. Nach über 50 Minuten (die ich im Leben nicht für zweieinhalb Kilometer brauche!) kam ich endlich an. Es war proppenvoll. Als befände sich hinter der Brücke Neuschwanstein. So waren dementsprechend auch einige Dutzend Menschen auf dem Gebilde. Es kostete mich dermaßen Überwindung, draufzusteigen, das könnt Ihr kaum erahnen. Je weiter ich in die Brücke hineinlief, desto mehr schwankte sie. Ich musste mich links und rechts festhalten und ließ immer nur für Nanosekunden los, wenn jemand vorbei wollte. Ich war ja schon hitzegestresst, jetzt kam Angstschweiß dazu. Ich musste nach einem Drittel umkehren, mir war unglaublich übel. Vielleicht schaffe ich es ja mal wannanders, wenn nicht noch hunderte andere übergewichtige Menschen auf dem fragilen Seidengespinst herumturnen. Wie, wann soll ich behauptet haben, es wären nur Dutzende? Kann gar nicht sein. Eher Tausende!

Als Rückweg wählte ich nicht den ebenen Weg in der prallen Sonne, sondern den Wanderweg durch den Wald. Ihr ahnt es schon, das war nicht besonders klug. Es ging nämlich eine ganze Zeitlang bergab. Und im Umkehrschluss zu dem bekannten Song „What goes up, must come down“ musste ich dementsprechend alles auch wieder aufsteigen. Ich war fix und fertig, als ich wieder bei Cora ankam. Meine Uhr zeigte 71 bewältigte Etagen an. Und sie ist da eher pingelig. „Und, wollen wir noch wie geplant zur Burg Eltz, liebe Cora?“ – „Spinnst Du?“. Und so kamen wir überein, diesen Programmpunkt zu überspringen und nach Hause zu fahren.

Nun bin ich wieder daheim und freue mich, dass ich so viel Neues sehen durfte und auch so sportlich war. Für meine Verhältnisse war das nämlich extrem 🙂

Ich hoffe, Ihr hattet Spaß an meinen kleinen Reisenotizen und konntet vielleicht auch den ein oder anderen Tipp mitnehmen, für den Fall, dass Ihr mal in die Region wollt. Und vielleicht seid Ihr ja auf der nächsten Reise wieder mit dabei, ich würde mich sehr freuen.

Euer Gerry

Wer, um Himmels Willen, hat sich denn das ausgedacht?

Von Cochem nach Klotten und Beilstein

Ihr Lieben,

das war ein wunder-, wunder-, wunderschöner Tag heute. Um 8 Uhr kämpfte ich mich aus der Pompfe, lief zum Hotel und frühstückte erst einmal ausgiebig. Das Hotel ist eigentlich ganz nett, das Frühstück gut und die Lage ist perfekt. Allein mein Zimmer ist für eine zierliche Fee konzipiert, mit einem Feen-Örtchen den Flur rüber. Leider bin ich kein grober Kerl, der im Körper einer Fee gefangen ist, auch andersherum wird kein Schuh draus. Naja.

Ich lief nach dem Frühstück noch einmal mit der Kamera durch den Ort, ich nehme hier einmal vorweg, der Schrittzähler glühte abends wieder. Um Punkt 10 Uhr stand ich dann an der Sesselbahn, vor mir schon ein Dutzend Leute. Todesmutig erstand ich ein Ticket und fuhr nach oben. Ich lief direkt zum Pinnerkreuz, einem beliebten Aussichtspunkt. Dort standen schon ein paar Menschen. Während meines kurzen Aufenthaltes wurden es dann sehr viele mehr und es knubbelte sich richtiggehend. Also, hier mein Tipp: So früh wie möglich hoch.

Dann wanderte ich zum Wildpark Klotten. Das war sehr anstrengend, es ging teils recht steil bergauf. Und alle 5 Minuten wurde einem per Schild mitgeteilt, dass es nur noch 15 Minuten dauere. Wahrscheinlich war das der Aktion „Drei identische Schilder zum Preis von einem“ geschuldet. Irgendwann kam ich plitsch-platschenass (es war wieder sehr heiß!) und völlig außer Atem am Eingang an. Wann denn die Greifvogelschau beginne, bat ich zu erfahren. Oh, das schaffe ich nicht mehr rechtzeitig, das sei am anderen Ende des Parks, es sei denn, ich liefe. Herrjeh! Ich lief. Und kam 10 Minuten zu früh an.

Die Schau war toll! Ich habe viel über die dort trainierten Vögel gelernt. Und wir waren ihnen sehr nah! Sie flogen nur Zentimeter über unseren Köpfen hin und her. Dann gab es Grizzlys, die man füttern durfte. Beeindruckende Tiere! Und Steinböcke und Wildschweine und Straußenvögel und und und. Und Vergnügungsattraktionen. Einige davon etwas aus der Zeit.

Hüpfburgen, Wasserrutschen, Bimmelbahnpferde. Ich fuhr immerhin einmal Achterbahn. Als ich ankam, ruhte das Geschäft. Man erläuterte mir, es müssten mindestens zwei Passagiere drin sitzen. Aber einer der Parkmitarbeiter meinte dann, er würde halt mit mir fahren, dann müsse ich nicht warten. Das fand ich sehr nett. Seien wir mal ehrlich, der Eintrittspreis von knapp 30 Euro ist hoch. Aber für schlankere Menschen, die auch Wasserrutsche, Wildwasserbahn und Karussell fahren dürfen, ist das in Ordnung.

Ich gondelte zurück in die Stadt und lief zu den Schiffsanlegestellen. Wann denn die nächste Tour sei? Oh, in vier Minuten, ich müsse rennen. Ach herrjeh, soll das Urlaub sein???? Ich rannte und wusste gar nicht, was ich eigentlich für 18 Euro gekauft hatte. Es war eine zweieinhalbstündige Fahrt nach Beilstein, dem „Dornröschen der Mosel“, ein wunderhübsches Örtchen mit einer über ihm thronenden, imposanten Burgruine. Die Fahrt ging an ein paar Attraktionen vorbei (Kloster, Doppelkirche, Schleuse [in die der Kapitän mit einem Affenzahn einfuhr, mit je zwei Zentimetern Platz an jeder Seite], Madonna im Berg etc.) und war ebenfalls sehr schön. Und ich musste mal ein paar Stunden nicht irgendwo hin rennen. Ich hatte sehr nette Tischgesellschaft, ein gesprächiges Rockerpärchen aus Koblenz und später ein lustiges Rentnerpärchen.

Nach der Rückkehr begab ich mich erst einmal in meine Minibutze, um mich frisch zu machen. Für den Abend hatte ich nämlich etwas feineres reserviert, einen Einzeltisch auf der Terrasse des Weingutes Hieronimi. Hatte ich im vorbeischippern gesehen und es sah nett aus. „Ein Einzeltisch auf der Terrasse? Heute? Um 19 Uhr? So kurzfristig? Ach herrjeh! Aber wir kriegen das hin.“ Ich mag die gastliche Art, die hier so vorherrscht. Alles sind so nett und freundlich und hilfsbereit.

Natürlich hat auch ein wunderwunderwunderschöner Tag seine kleinen Schattenseiten. Ganz Cochem wurde nämlich abends vom Partyschiff beschallt, das eine Rundfahrt mit Tanz versprach. Allein, sie fuhren und fuhren nicht ab. So war mein Abendessen überschattet vom Geschrei von Helene-Fischer- und Costa-Cordalis-Imitatoren.

Am Nebentisch saß die Familie Flodder, schwer angeheitert und philosophierte lautstark über Übersäuerung, Dünndarmflora und eitrige Wunden. Ich rief nach einer geduldigen halben Stunde rüber, dass ich den Teil mit dem Eiter nicht wirklich verstanden hätte. Von einem anderen Tisch rief ein Herr „Das mit dem Dünndarm war auch hochinteressant!“. Es wurde etwas besser und die Kellnerin bedankte sich flüsternd. Und irgendwann fuhr auch das Schiff ab. Hurra!

Aber insgesamt halt… Einfach ein super Tag.

Morgen möchte ich auf der Fahrt nach Hause noch zwei oder drei Sehenswürdigkeiten abklappern. Klappert ihr mit?

Liebe Grüße, Euer Gerry

Mein Verhältnis zu Sesselliften? Tiefenentspannt! Total!

P.S.: Die historische Senfmühle ist in einem Gebäude aus dem frühen 15. Jahrhundert untergebracht.

Cochem an der Mosel

Ihr Lieben,

ständig habe ich Fernweh. Das ist wahrscheinlich kein so rasend großes Geheimnis. Und um meine Schmerzen zu lindern, bediene ich mein Nahweh, dann ist das Fernweh nicht mehr so stark. Und mein Nahweh hat mich an die Mosel geführt, nach Cochem, deren Reichsburg das Moselbild prägt wie kaum ein anderes Wahrzeichen.

Ich arbeitete den wahrscheinlich kürzesten Arbeitstag meines Lebens, um nach vier Stunden im Büro gen Rheinland-Pfalz zu fahren. Cora war auch schon sehr aufgeregt. So brach ich viertel vor eins auf, um von einem Stau in den nächsten zu kommen. Mit zwei größeren Staus hatte ich schon gerechnet, da auf der Strecke unter anderem auch die Ahrbrücke instandgesetzt wird. Was ich nicht vorhersehen konnte war der schwere LKW-Unfall auf der Strecke, der meine Fahrt um 45 Minuten im Schritttempo verlängert hat.

Im Ort angekommen fand ich direkt vor dem Hotel einen Parkplatz. Ein Wunder. Man durfte da aber nur drei Stunden stehen. Es stellte sich zudem heraus, dass ich im Gästehaus einen halben Kilometer weiter moselabwärts untergekommen bin. Im dritten Stock! Ohne Aufzug. Ein schwacher Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Ich machte mich katzenwäschenfrisch (die Fahrt war wegen der nicht wirklich funktionierenden Klimaanlage von Cora so heiß (insbesondere im Stau), dass mein Handy sich wegen Überhitzung ausschaltet und ich ohne Navigation fuhr) und enterte die Stadt.

Mein erstes Ziel war die Burg. Puh, ganz schön weit oben. Und das auf kurze Distanz. Ich schleppte mich die Stufen hoch, um – völlig außer Atem – an der Pestkapelle feststellen zu müssen, dass es wieder bergab ging. WARUM???? UMHIMMELSWILLEN!!!!!! Nach einer Kurve ging es dann wieder munter bergauf und ich erreichte das Burggelände. Wie ich denn da reinkäme, wollte ich von der Souvenirshopverkäuferin wissen. Nur mit Führung, beschied sie mich, es ginge in zwei Minuten los. Man muss wissen, dass ich – sorry, weit über 30 Grad warm – pladdernassgeschwitzt vor ihr stand. Aber ich ergab mich in mein Schicksal und buchte die Führung, in der Furcht, 376 Stufen zum Bergfried hochlaufen zu müssen.

Die Furcht war unbegründet. Wir waren eine kleine Gruppe und wurden durch einen niederländischen Guide durch 7 der 55 (oder so) Zimmer geführt. Das war sehr interessant. Die Burg, so wie sie heute ist, ist eigentlich das teure Geschenk eines superreichen Berliner Unternehmers hugenottischer Abstammung an seine Frau, die ihn aber während des Wiederaufbaus im ausgehenden 19. Jahrhundert wegen eines anderen superreichen Kerls verließ. Das Sommerhaus (SOMMERHAUS!!!!) blieb ungeschenkt. Die ganze Geschichte kann man aber besser im Netz nachlesen als bei mir. Immerhin hat Cochem deswegen jetzt statt einer armseligen Ruine wieder ein stolzes Wahrzeichen.

Ich entdeckte, dass es einen Shuttle-Bus von und zur Burg gab. Ich beschloss, den Abstieg damit zu machen. Äh, die Abfahrt. Ihr wisst schon. Mit einem Affenzahn fuhr der nicht allzukleine Bus durch die Serpentinen und Gassen von Cochem. Respekt. Wir endeten am Endertplatz, von wo aus ich meinen Wagen aus der Kurzparkzone vorm Hotel zum Bahnhofsparkplatz bringen wollte, wo man 3 Euro pro Tag bezahlt. Parken in Cochem ist eigentlich katastrophal. Man darf in den meisten Fällen maximal drei Stunden und nachts ist alles für Anwohner. Letzteres ist ja auch okay. Fährt man eben zum Bahnhof. Aber wenn da der Kartenleserautomat defekt ist und man nicht mal eben 6 Euro in Münzen hat, ist schon wieder Käse. Ich fuhr wieder zu meinem Kurzparkplatz, der war wundersamerweise noch frei. Ich kaufte eine Postkarte für 60 Cent, so dass ich vier Euro Wechselgeld bekam und fuhr wieder zum Bahnhof, wo ich Cora jetzt schutzlos für zwei Tage sich selber überlassen habe. Gerüchteweise wird auf dem riesigen Gelände gerast, daher habe ich Cora zwischen einem Zaun und einem Laternenmast geparkt.

Ich lief zurück in die Stadt. Der Schrittzähler in meiner SmartWatch glühte. 34 Etagen und 13000 Schritte. Ich brauchte ein Bier. Oder zwei. Die fand ich auf der Terrasse Hotel Cochemer Jung, deren liebe Bedienung ich jetzt mal explizit hervorheben muss. Eine so nette Dame. Das Bier dagegen war ein wenig hochpreisig. Naja, Tourihotspot. Für den Abend hatte ich schon daheim einen Tisch in der hochgelobten Pizzeria „Et da Vinci“ reserviert, die mir aber schrieben, ich solle bitte etwas später kommen, es sei rappelsvoll. Wie Cochem übrigens nicht so sehr, wie ich befürchtet hatte. Gut besucht, aber man musste sich nicht aneinanderreiben.

Ich beschloss, mir die City anzusehen und lief über den Martinsplatz am Rathaus zum alten Kloster und stattete dem Friedhof einen Besuch ab. Ich lief die Gassen rauf und runter und war sehr angetan. Die Moselpromenade hier ist recht nett. Und man hat immer irgendeine schöne Aussicht. Noch vor der Zeit lief ich aber dann auf die andere Moselseite zum Italiener. Mein Terrassenplatz war noch belegt, so nahm ich vor der Tür, da standen zwei Bistrotische, einen Wein, bis mein gebuchter Tisch frei wurde. Seeeehr tolle Bedienung, sehr nette Aussicht und die Pizza war auch okay. Es ist schon klar, warum der Laden so brummt.

Ich lief wieder über die Brücke und suchte mir eine Weinbar. Ich landete im Stüffje, das aber schon aufräumte. Ich habe aber mit einem Kellner (oder dem Besitzer) noch nett bei einem leckeren Weißburgunder geplaudert. Er hat mir noch einen Riesling zum Probieren gegeben, aber der war mir auch wieder zu kräftig. Ich bin ein Burgundertyp. 🙂 Der Laden ist sehr nett, aber ich suche mir für morgen was mit Terrasse. Insgesamt klappt man hier früh die Bürgersteige hoch. Die Tagestouristen Laugen die Einwohner aus und abends will man dann wohl seine Ruhe. Nicht, dass mir nachts nicht noch haufenweise weinseligtorkelnde Männer entgegenkamen. Das sind dann die Hoteltouristen.

Ich erinnerte mich an den Weinautomat mit gekühlten Flaschen (Foto weiter oben) und besorgte mir dort einen Blanc-de-noir fürs Hotelzimmer, wo ich jetzt gerade – mit KLIMAANLAGE! – diesen kurzen Erlebnisbericht schreibe. Ich hoffe, Ihr habt einen kleinen Eindruck von Cochem bekommen und würde mich freuen, wenn Ihr auch morgen wieder hier an der Mosel seid.

Liebe Grüße
Euer Gerry

Erdbeermarmelade

Ihr Lieben!

Erdbeerzeit! Yeah! Neben Erdbeerbowle ist Erdbeermarmelade meine liebste Verwendungsart dieser verführerischen Sammelnussfrüchte, die mit ihren prachtvollen roten Scheinkörpern rufen: „Nimm mich!“. Das ist übrigens wohl auch der Zweck der aromatischen Früchte, sie sollen Tiere zum Fressen und so zur Verbreitung der Samen verleiten.

Erdbeermarmelade ist im Gegensatz zu z.B. Orangenmarmelade eigentlich eine Konfitüre und viel einfacher zuzubereiten. Auf meine 2 kg schon geputzten Erdbeeren gebe ich 666 Gramm (aber gaaaaanz genau! 😉) 3:1-Gelierzucker, zwei Teelöffel Barsirup Vanille und zwei Teelöffel frisch gepressten Zitronensaft. Je eine Messerspitze Salz und gemahlener schwarzer Pfeffer runden das ganz ab.

Jetzt gut verrühren, ein wenig ziehen lassen, dann auf den Herd und aufkochen. Die Dauer sollte sich nach der Packungsangabe auf dem Gelierzucker richten. Meist muss die Konfitüre 4 bis 5 Minuten sprudelnd kochen. Den sich bildenden Schaum kann, muss man aber nicht abschöpfen. Mithilfe der Gelierprobe stellt man fest, ob sie fertig ist. Einen Klacks der Konfitüre auf einen kalten Teller geben und schauen, ob sie zügig fest wird. Notfalls etwas weiterköcheln lassen.

In heiß ausgespülte Gläser füllen, Deckel drauf und drei Minuten auf den Kopf stellen, sodann wieder umdrehen. Ich bekam 10 Gläser à 275 ml heraus.

Meine Gläser werden wieder (bis auf ein Belegexemplar für mich :-)) zugunsten des Eselpark Zons gegen Spende abgegeben. Sie waren schon vor Fertigstellung alle reserviert und die nächsten Vorbestellungen sind notiert. Das freut mich sehr.

Tassenrührkuchen – hier die zitronige Variante

Ihr lieben Törtchen!

Es gibt nicht besseres als Tassenkuchen! Insbesondere, wenn es um einfache Rührkuchen geht. Ein Rührteig ist – Überraschung! – ein Teig, bei dem einfach alle Zutaten zusammengerührt und anschließend gebacken werden. Und wenn man keine Waage braucht, dann wird es noch unkomplizierter.

Für einen Rührkuchen braucht man 2EI-2ME-2JO -1Öl-1Zu-1BA1V
Eimejo-Ölzubav, ganz einfacher Merkspruch. Erstes Wort doppelte, zweites Wort einfache Menge.

Häh? OK, ich erläutere das:

2 Eier, 2 Tassen Mehl, 2 Tassen Joghurt, 1 Tasse Sonnenblumenöl, 1 Tasse Zucker, 1 Päckchen Backpulver, Aromen und 1 Päckchen Vanille(zucker).Die Prise Salz kommt im Merkspruch zwar nicht explizit vor, aber die gehört auch zu den Aromen.

Andere Aromen können wie heute Zitronensaft und Zitronenschalenabrieb sein, aber auch Kakao und Vanille. Und man kann Obst in so einen Teig versenken. Wer es gerne sehr süß mag erhöht die Zuckermenge um ein paar Löffel.

Bei 180°C im vorgeheizten Ofen für ca. 50 bis 60 Minuten backen, ggf. wie immer Stäbchenprobe machen und auch ggf. abdecken, damit der Kuchen nicht zu dunkel wird.

Für meinen Zitronenkuchen habe ich noch Puderzucker mit Zitronensaft vermengt und ihn damit glasiert.

Ein entspanntes Pfingstwochenende

Ihr Lieben,

es kommt wirklich nicht oft vor, dass ich mal an einem Wochenende, einem langen noch dazu, so gar keine festen Termine habe. Da kann man so wunderbar spontan sein. Zwar hatte ich Freitagabend eine Verabredung, da habe ich mich mit Georg aus der Afrika-Reisegruppe getroffen, aber das war sehr schön. Wir haben zwar mangels Platzreservierung im völlig überfüllten Brauhaus am Deutzer Bahnhof keinen Platz mehr bekommen (wir wurden sogar quasi rausgeschmissen, aber das ist eine komplizierte Geschichte), aber einen Anruf später hatten wir einen Fensterplatz im Brauhaus ohne Namen. Und wer weiß, wofür es gut war, denn die Spargelteller waren der Hammer und der Service super.

Wir haben natürlich hauptsächlich über die gemeinsame Reise und unsere kommenden Reisepläne gequatscht, aber auch über ganz andere Themen. Es war ein schöner Auftakt für ein langes Wochenende. Auf dem Nachhausweg fuhr ich noch mit dem Fahrrad an der schönen Rheinallee lang, wo die Raser heute mal friedlicher als sonst waren.

Am Samstag dann erst mal ausschlafen, leckere Spiegeleier zum Frühstück und dabei die News lesen und dann ab in die Sonne. Ich googelte nach interessanten Orten im Kölner Umland und war ganz überrascht, dass wir ganz in der Nähe einen japanischen Garten haben. Und das im idyllischen Chempark der Firma Bayer gelegen. Huch! Na, den gucke ich mir doch mal an.

Was soll ich sagen: Der kleine Park ist ganz entzückend und war bei weitem nicht so überlaufen, wie ich befürchtet hatte. Es gab ein Fotoshooting mit einer gefakten Samuraikriegerin (so was von kultureller Aneignung aber auch!) und eine kleine Filmcrew nahm ein mir unbekanntes und auch nicht besonders talentiertes Gesangsduo auf. Der Text („Deine Augen sind ein Vulkan“) war auch zum Davonlaufen. Ich stöhnte Ogottogott war sofort mit einem Familienvater im Gespräch, der auch fand, dass das schon arg an Folter grenzte. Ich begegnete übrigens dauernd einem Mann, der mich anfangs ansprach, ob wir uns nicht kennen würden. Ich kannte ihn jetzt nicht, aber er murmelte bei jeder Begegnung (und in einem doch eher übersichtlichen Park begegnet man sich oft) „Diese Ähnlichkeit!“ oder vergleichbares.

Also, der japanische Garten lohnt sich, es gibt nette japanische Brücken, Häuschen und jede Menge interessanter Pflanzen und Gewässer und Tiere. Scheinbar noch ein echter Geheimtipp.

Der Tag war ja noch lang, so beschloss ich, noch zum Stammheimer Schlosspark zu fahren, den ich zwar schon kannte, der aber immer wieder ein lohnenswertes Ziel darstellt. Heute war auch dort erstaunlich wenig los. Sind denn alle weggefahren? Gerade an so Feiertagswochenenden platzt doch sonst alles aus den Nähten? Naja, ich schlenderte von Skulptur zu Skulptur, denn damit ist der Park reichlich gesegnet, und freute mich, dass es so leer war.

Zuhause gönnte ich mir dann erst einmal ein Bier und kruschelte dann etwas in der Wohnung herum. Wenn man das freiwillig macht, ist das ja auch keine Last. Nebenher versuchte ich mich an der Herstellung von Senf – mit mäßigem Erfolg.

Am Sonntag habe ich dann komplett durchgefaulenzt, abgesehen von ein paar Aufräumarbeiten sowohl am PC als auch in der Wohnung.

Pfingstmontag war ich dann entsetzt, wie ich einen ganzen Tag so verplempern konnte und machte mich wieder auf die Suche nach einem nahegelegenen Ausflugsziel. Ich wurde fündig mit dem in Westhoven gelegenen Fort IX, einer aufgelassenen Festungsanlage des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Es war nicht leicht hinzugelangen, da das Fort von Grünzeug und Wald umwuchert ist. Dornröschen lässt grüßen. Später, ich habe dann etwas über die Geschichte erfahren wollen, erfuhr ich, dass man da gar nicht reindarf…. Aber irgendwann stand ich davor und drin. Was soll ich sagen. Es ist alleine so ein bisschen gruselig, da durchzulaufen. Zumal ich die Taschenlampe vergessen hatte und mich teilweise mit dem Handylicht behelfen musste. Zu Tode erschrocken habe ich mich dann, als ich um die Ecke bog und in einen anderen Besucher reinlief. Herzinfarktmoment.

Alles in allem ein spannender Ort, aber nicht tagesfüllend. Daher lief ich noch ein wenig durch das Gremberger Wäldchen, das den letzten Ursprungswald Kölns darstellt. Leider durch sehr viele Verkehrsschneisen durchbrochen und dementsprechend laut. Und es wird wahrscheinlich mit dem Ausbau der A4 noch schlimmer werden. Das sollte verhindert werden und es gibt da inzwischen auch eine umtriebige Bürgerinitiative. Und hier gibt es noch die Reste des Zwischenwerks IX sowie eine Gedenkstätte für von den Nazis ermordete Russen.

Zuhause gönnte ich mir ein mehr als wohlverdientes Bier und buk noch einen Zitronenkuchen für die Abteilung. Und gleich gibt es noch ein Glas Wein (hihi) und eine leckere Pizza.

Resümee: Ich brauche keine Arbeit, ich kann mich auch prima so mit mir beschäftigen. Wenn bloß das leidige Thema Geld nicht wäre.

Der nächste geplante längere Ausflug geht übrigens an die Mosel. Freue ich schon sehr auf Cochem und Umgebung!

Allen einen guten Start in die ja für die Meisten kurze Woche.

Sapperlot! Eine sehr seltene und seltsame Senf-Suppe…

Ach herrjeh, Ihr Lieben!

Ich wollte schon immer mal selbst Senf machen, habe das aber immer irgendwie schleifen lassen. Meine Freundin P. schenkte mir aber neulich ein Glas Senf, das von ihrer Nachbarin hergestellt wurde und ich war dermaßen begeistert und das Glas nach zwei Tagen leer, dass ich nach dem Rezept fragte. Nunja, die mehr als 90jährige Frau wollte es nicht rausrücken. Ich überlegte, Ihr ein Angebot zu machen, das sie nicht ausschlagen könne. Neinneinnein, keinen Pferdekopf im Bett. Ich dachte mehr an eine Schachtel Pralinen!

Ich bestellte auf jeden Fall schon einmal Senfsaaten und Meerrettichpulver, denn ich war mir sicher, dass diese Zutaten im Rezept verarbeitet wurden. Und dann, aus heiterem Himmel, hat die gute Frau Ihr Rezept doch mit P. geteilt. Schön auf Schreibmaschine getippt. Für die Jüngeren unter Euch: Eine Schreibmaschine ist…. ach so, Ihr habt es schon gegoogelt!?

Auf jeden Fall war es ein Desaster. Das Ergebnis war ein suppenartiges Etwas, das man nun keineswegs Senf nennen konnte. Ich musste improvisieren. Ich pürierte, dickte an, passierte durch Siebe und jammerte, dass es dem Herrgott ein Gräul gewesen wäre. Zudem musste bzw. wollte ich das Ganze jetzt noch einkochen, da durch die ganzen Zwischenschritte mir Haltbarkeitsbedenken kamen. Aber nach all meinen Mühen erhielt ich ein Produkt, das entfernt an Senf erinnert und auch gar nicht so schlecht schmeckt. Es ist nur von der Konsistenz etwas grob und auch a bisserl scharf. Den Meerrettich habe ich – natürlich, so viel zu meiner Geschmacksexpertise – nicht gebraucht.

Ich will der Nachbarin nichts Böses reden, denn ihr Rezept basierte auf Senfmehl, ich habe hingegen Senfkörner grob gemahlen und diese verwendet. Man kann eben nicht immer frei improvisieren (beim Kochen geht das ja meist und beim Backen geht das ja meist schief).

Am Ende noch für eine Stunde im Ofen eingekocht.

Immerhin habe ich jetzt 8 Gläser Senfaufstrich der besonderen Art. Nur meine Küche sah nachher aus wie nach einer Dampfkochtopfexplosion. Überall klebte Senf und ich musste Dutzende Siebe, Töpfe, Kellen und Schüsseln spülen.

Übriggeblieben ist zudem noch eine gar nicht schlechte Senf-Essig-Brühe, die ich eventuell noch andicken und als Senfsoße einkochen werde. Mal sehen, es gibt ja nicht soooo viele Gelegenheiten, wo man…. obwohl? Kartoffeln, weichgekochte Eier, Spinat und eben… Senfsoße. Hmmmm!

Langohr-Wochenende

Ihr Lieben,

letztes Wochenende war ich mal zwei Tage hintereinander bei meinen Patenkindern und deren Freunden. Ich meine Boris, Christel und Milan haben sich auch ein wenig gefreut. Übernachtet habe ich dann in einem kleinen Hotel in Zons. Das war auch ganz nett, weil ich so mit Elke, die am Samstag auch da war, essen gehen und dann später noch einen schönen, fast touristenfreien Spaziergang durch die mittelalterliche Zollfeste machen konnte.

Am Samstag waren ausreichend Helfer im Eselpark da, so dass ich auch Gelegenheit hatte, mal mit dem einen oder anderen der Menschen zu plaudern und mit den Eseln, Schafen, Ziegen und Schweinen Zeit zu verbringen. Nebenher äppelte ich ein wenig ab, brachte Futter auf die vordere Weide und schnitt den mitgebrachten Kuchen an. Alles in allem also furchtbar anstrengend, wie Ihr seht. Aber irgendwie passte das, denn auch die Tiere waren eher auf Faulenzermodus programmiert. Ach ja, wir holten noch die Ponys von der Wiese ab. Also, ich war nicht ganz faul.

Elke reinigte übrigens das Hühnerhaus, während ich versuchte, die Hühner draußen zu halten. Irgendwann waren alle im „Gehege“ und ich konnte die Klappe zum Hühnerhaus schließen. Ich lief dann wieder nach vorne, wo mir Elke später belustigt erzählte, sie habe noch ein paar Minuten mit mir gesprochen, bis sie merkte, dass ich gar nicht mehr da gewesen war.

Am Sonntag wurde ich dann ein bisschen mehr eingespannt. Ich striegelte, kratzte Hufe aus, brachte Esel in die Führanlage und kümmerte mich ein bisschen um einige der vieeelen Besucher, die sich angemeldet hatten. Auch die anderen waren mehr als gut beschäftigt. Der Schafscherer war da, ein neuer Heuballen musste in die Futterraufe, Medizin musste verteilt und eingerieben werden (die neuen Pflegetiere sind leider von Haarlingen befallen) und und und. Dennoch blieb mir wieder viel Zeit für die Tiere. Ist halt wie ein kleiner Urlaub auf dem Bauernhof.

Apropos neue Pflegekinder: Dagobert und Freddy (die mit den schlimmen Hufen) sind prima im Park angekommen und es gibt zwei neue Eselstuten mit je einem Fohlen. Leider bzw. gottseidank sind sie aber alle 6 schon weitervermittelt und werden den Park im Laufe des Sommers verlassen. Leider, weil insbesondere die Fohlen gaaaanz entzückend sind, gottseidank, weil der Park natürlich auch Kapazitätsgrenzen hat.

Alex hat mir zwei wunderbare Entwürfe für die kommende Marmeladenproduktion gemalt, denn da die Reaktion auf die Orangenmarmelade durchweg positiv war, beschlossen wir, zugunsten des Parks auch noch Erdbeeren und dann später Kirschen vom Baum des Parks einzukochen.

Ein kleine Anekdote noch zum Hotel. Ich hatte ein Zimmer für 80 Euro gebucht, man wollte aber 100 von mir haben. Auf meinen Einwand, dass dies nicht stimmen könne, erwiderte die Dame an der Rezeption, ich solle doch erstmal alles bezahlen, ich könne ja dann eine Mail schreiben, die Chefin schlafe nämlich noch. Ich mache es kurz: die arme Chefin musste geweckt werden und ich zahlte wie gebucht. Aber das Hotel ist ansonsten sehr nett, fast ein kleines Museum. Ich frühstückte an einem Platz an dem 1399 ein Graf mit mehr als 700 Schwerthieben enthauptet wurde. Mir war deswegen auch ein bisschen mulmig zumute.

Am Nachmittag machte ich mich dann auf den Heimweg und geriet prompt in das Radrennen „Rund um Köln“. Ich brauchte eine kleine Ewigkeit, um die Severinsbrückenumleitung zu fahren, die Verkehrsführung der Umleitung war mal wieder typisch kölsch. Einen Meter vor der Brücke nämlich die Sperrungen und kaum Hinweisschilder. Dafür aber die Ampeln an der Deutzer Brücke (mit dem riesigen Weinfest auf dem Heumarkt gegenüber) durch provisorische Ampeln ersetzt, die bei jeder Umschaltphase zwei (!!!) Wagen durchließen.

Insgesamt war es ein wunderbares Wochenende, an dem man bei schönstem Wetter mal wieder so richtig abschalten konnte.

Liebe Grüße
Euer Gerry

Übrigens…. Es darf gespendet und adoptiert werden!
https://www.eselpark-zons.de/patenschaften

Hühnchen nach Art kultureller Aneignung

Liebe Schleckermäulchen,

gestern war mir so nach Chili con Carne, da habe ich mir im Supermarkt alles erforderliche in den Einkaufswagen geschaufelt (Mais, Kidneybohnen, Peperoni, Schoggi etc.), bis ich zum Hackfleisch kam und da dann gaaaar nix mehr war. Man würde jetzt für mich den Fleischwolf nur wieder anschmeißen, wenn ich 5 Kilogramm abnähme. Naja, das wäre ein ziemlich großer Chili-Topf geworden.

Das Tomatenmark fehlt. Es erscheint grundsätzlich zu spät zu Fototerminen! 3 EL davon.
Die Gewürze: Zimt, Korianderpulver, Kurkuma, Paprikapulver scharf, Kreuzkümmel sowie Salz, Pfeffer und Zucker.

Da ich aber auch keine Lust hatte, alles wieder zurückzubringen, gibt es heute Huhn nach irgendwie mexikanischer Art. Ich brate Zwiebeln und Knoblauch an, gebe Tomatenmark und die Gewürze dazu und lasse die Peperonis, die Paprika, den Mais, die Bohnen und die Tomaten (alles gestückelt) folgen. Ein gutes Glas Rotwein in den Topf, ein weiteres in den Koch. Kurz vor Fertig dann die Schokolade zugeben. Diese Chilimasse (abschmecken war nicht nötig) gieße ich dann über die statt des Hacks erworbenen Hühnerbrustfiletteile, die ich roh salze und pfeffre, und überbacke alles mit geriebenem Edamer im Ofen. Das bei 180°C bei Ober-/Unterhitze für 30 (bei Innenfilets) bis 40 (bei Teilen so wie oben) Minuten.

Die Peperoni habe ich übrigens entkernt und grob in Ringe geschnitten. So geben sie etwas Schärfe ab, aber Unscharfesser können sie gut rausfischen. Lieber eine Chilisauce extra auf den Tisch stellen.

Ich sach mal so: Suchtfaktor ist nicht gering!

Vor der Ofen-Barung…
… und danach.

Es ist soviel Sauce vorhanden, da kann man prima Brot zu reichen. Ich soll ja auf meine Kohlenhydrate aufpassen, da lasse ich das mal weg.