Immer wieder samstags…

Und? Wem habe ich jetzt gerade einen Wurm ins Ohr gepflanzt?

Cora ist ja neulich in einer Parkbucht ziemlich angetitscht worden. Der unfallgegnerische Halter (er war nicht der Fahrer) wollte das ohne Versicherung regeln und heute hatte ich einen Termin bei seiner Werkstatt des Vertrauens, etwas außerhalb von Köln. Dieser will im November alles richten und macht direkt die ganze St0ßstange hinten mit. Ich hoffe, ich bereue die Entscheidung später nicht. Meine Cora, fast ein „Auto des Dorian Grey“, nur, dass es mit mir altert und nicht alleine, hat schon die ein oder andere Falte, die von ihrem umtriebigen Leben zeugt.

Nach der Werkstatt machte ich mich mit meinem gestern gebackenen Kürbiskuchen auf zum Eselpark. Da gab es leckere Kürbissuppe „Indian style“ von Nicole, es wurde ein erster Geburtstag gefeiert und ich habe viel Zeit für meine langohrigen Freunde. Bei der Gelegenheit nahm ich noch einige der neuen Eselpark-Kalender mit (einen bekam ich geschenkt) und ein paar Flaschen Esel-Wein aus der Pfalz.

Um dem Tag die Krone aufzusetzen, war es wider allen Erwartungen auch noch ein sonniger Tag. So könnten Samstage für mich immer verlaufen.

Den Kalender gibt es im Eselpark Zons für 7,- Euro

Hier noch der Link zum Park. Dort gibt es Infos über die Arbeit, die Tiere, die Besucherregelungen und man erfährt über Möglichkeiten zu spenden:

https://www.eselpark-zons.de/

P.S.: Schnipsel, der Hund, war heute auch da. Nach ihm ist diese Kategorie aber nicht benannt 🙂

Kürbis-Kartoffel-Hackfleisch-Auflauf

Ihr Lieben,

morgen bin ich bei den Langohren in Zons. Den Kurzohren habe ich versprochen, einen Kuchen mitzubringen. Und da letztes Jahr mein Butternut-Kuchen so großen Anklang fand, machte ich für morgen noch einmal einen ähnlichen, nur mit Hokkaido und Birnenstückchen.

Da man aber nur etwa 400 Gramm Kürbis braucht, muss der Rest ja verwurstet werden. Daher gibt es einen sehr einfach, herbstlichen Auflauf damit. Den übriggebliebenen Hokkaido in mittlere Würfel schneiden, ebenso wie eine Handvoll geputzter Kartoffeln. Alles in eine Schüssel. In einer großen Pfanne zwei bis drei kleingewürfelte Zwiebeln sowie etwas gehackten Knoblauch anbraten, eine Packung Hackfleisch dazu, salzen, pfeffern, paprikaen und sonstgewürzen (ich nahm viel Rosmarin und Thymian) und kurz durcherhitzen. Mit etwas Gemüsefond ablöschen, kurz köcheln lassen und zu den Gemüsewürfeln geben. Durchrühren und in eine Auflaufform geben. Käse drüber und in den Ofen geben, bis das Gemüse die für Euch richtige Konsistenz hat. Das kann dann auch schon mal ein Dreiviertelstündchen dauern. Ich übergrille am Ende der Garzeit noch kurz, ich mag meinen Käse knusperhäuschenartig 🙂

Ein wirklich zum Usselwetter draußen passendes, herbstliches Trostgericht 🙂

Butternut-Kuchen mit Zimtäpfeln

Update am Ende des Berichts

Ihr Lieben,

seit geraumer Zeit steht nun dieser Butternuss-Kürbis in meiner Küche herum. Heute vernahm ich sein kleines Schluchzen. „Bin ich nur Deko für Dich?“, fragte er, als ich ihn darauf ansprach. „Nein, herrjeh, natürlich nicht!“ exklamierte ich. Was er denn gerne wäre? „Ein Kuchen wäre toll! Mit Äpfeln!“ gluckste er. Okay. Los geht’s.

Ich schnitt den Kürbis einmal längs durch, entfernte die Kerne und schnitt mit einem Sparschäler die Schale ab. Ich erhielt von einer Hälfte 410 Gramm Kürbisfleisch, das ich durch Auguste in winzige Stücke häckseln lies (die andere Hälfte wird morgen zu einem Curry verarbeitet). Eine Reibe tut es natürlich auch, dauert aber entsprechend länger. Ich gab 250 Gramm gemahlene Mandeln dazu (auch vorher mit Auguste pulverisiert) sowie 200 Gramm Zucker, eine Prise Salz und zwei Eier und vermengte alles. Dann gab ich einen Esslöffel Backpulver in 100 Gramm Mehl, verrührte beides und gab es zum Teig dazu. Wieder vermengen, noch zwei Eier und den Saft einer Zitrone drauf und kräftig durchrühren.

Der Teig wird recht flüssig. Wir geben ihn in eine mit Backpapier ausgelegte und gefettete (Backtrennspray!) 26er-Springform. Wenn Teig rausläuft, habt ihr eine billige gekauft. 🙂 Die Äpfel werden geschält, halbiert und das Kerngehäuse mit einem Kugelausstecher entfernt. Die Hälften werden mehrmals eingeschnitten, mit Zimtzucker überstreut und der Rundung nach oben in den Teig gelegt. Ich habe den Rest Zimtzucker (4 Teelöffel plus einen Teelöffel Zimt) dann noch über den Kuchen gestreut. Ab in die vorgeheizte Röhre damit, bei 180°C Ober-/Unterhitze für ca. 50 bis 60 Minuten. Die Stäbchenprobe sagt Euch, wann er fertig ist.

Rausholen, die Springformverriegelung öffnen und in der Form auskühlen lassen. Kurz vor dem Servieren kann auch noch Puderzucker drauf. Ich bilde mir übrigens ein, ich hätte Butternut aus dem Kuchen zufrieden seufzen hören.

P.S.: Zufrieden waren auch die Testesser vom Eselpark 🙂

Update: Klappt auch prima mit Hokkaido und Birnen. Hier habe ich allerdings nur 3 der vier Eier genommen und da zwei Birnen matschig waren (und ich so nicht genügend Hälften gehabt hätte), die gestückelten Früchte in Zimtzucker gewälzt und im Teig versenkt. 50 Gramm Mandeln fehlten, ich hatte schlichtweg nicht genügend. 🙂

Die Namibia-Connection in Köln

Seit meiner Namibia-Botswana-Simbabwe-Reise (in Sambia war ich übrigens auch mit einem Fuß und durfte zudem auf Angola glotzen) habe ich mich schon zweimal mit Georg und/oder Silvia getroffen und nun auch mit Vonnie! Für Leser, die es noch nicht wussten: Die Rundreise im südlichen Afrika war gerade auch deswegen eine tolle Erfahrung, weil die Mitreisenden einfach super waren.

Auf dem Weg zu Treffpunkt lief ich an Cora vorbei und bekam einen kleinen Schock: Man hatte sie gerammt und dabei hintere rechte Ecke beschädigt. Die Lichtabdeckung (da gibt es bestimmt einen Fachausdruck für) total kaputt und eine fette Schramme darunter. Hinter dem Scheibenwischer fand ich dann einen Zettel, die Polizei habe den Unfall aufgenommen und einen Bericht in meinem Briefkasten hinterlassen. Nur habe ich keine Telefonnummer des Verursacher, die bekomme ich aber hoffentlich von der Polizei, bei der ich morgen anrufe.

Ich fuhr in die Stadt, wo wir vier uns auf der Touri-Abzockmeile am Rhein trafen. Wir schlürften ein paar Bierchen bzw. Radler und machten dann auf der „Rheinphantasie“ eine einstündige Panoramafahrt. Ich bin tatsächlich in Köln noch nie auf einem Schiff gewesen (wenn man vom Rheinparkshuttlebötchen absieht) und das war dann auch für mich ein nettes Erlebnis. Nach der Rundfahrt ließen wir uns im Delfter Haus noch ein paar Bierchen schmecken und speisten dann bei meinem Haus-und-Hof-Vietnamesen. Den Absacker gab es dann um die Ecke in meiner zweitliebsten Kneipe. Ich habe übrigens ausschließlich zweitliebste Kneipen, dann kann keine beleidigt sein.

Das war ein sehr lustiger Tag mit ein paar schönen Erinnerungen, viel Alberei und Plauderei, und wir werden das auch wiederholen. Möglicherweise stoßen dann ja auch noch andere aus der Reisegruppe dazu – die damals gegründete WhatsApp-Gruppe ist auf jeden Fall noch vollzählig. 🙂

Reisekalamitäten

Brückentage sind ja eine nette Erfindung. Gerade für Kurzreisen. Leider haben das 99% aller Deutschen ebenfalls herausgefunden. Aber was küme ich? Ich bin ja Teil des Problems.

Ich habe vor ein paar Tagen Urlaub für den 30. und 31. Oktober beantragt. Mit dem Wochenende davor und dem 1. November danach hat man einen veritablen Kurzreiseblog… äh…. block.

Ich stöberte. Ah: Malle! Bei Check24.de wurde ich fündig: Freitagabend Flug, Mittwochabend Rückflug. Halbpension, Doppelzimmer, Meerblick. 700 Euro. Hm…. Nicht superteuer, aber auch kein Schnapper! OK, ich buche. Am Ende des Buchungsprozesses (ich hatte schon meine Kreditkarte verifiziert) wurde mir mitgeteilt, dass die Reise leider nicht mehr verfügbar wäre, mir würde aber nichts berechnet. Ach was. Ich sollte mich wohl darüber freuen. Ich guckte natürlich nach und (selbstverständlich!) gab es die Reise noch. Nur eben 165 Euro teurer! Nee, jetzt war ich angepinselt und wollte nicht mehr. Ich muss dazu sagen, dass ich bei Check24 ein Megakunde bin.

Was nun? Ich suchte nach Nordseeküste, ich suchte nach Malle, ich suchte nach Städtereisen (Prag, Dublin, Valencia etc.). Die Preise waren durch die Bank weg jenseits von gut und günstig. Oder aber es war erschwinglich, aber der Ort war viel zu schwer zu erreichen, da 900 Autokilometer entfernt.

Ich suchte weiter: Warum nicht Deutschland? Ich fand bei booking.com ein Angebot! Schwäbische Alb, 5 Nächte im Doppelzimmer mit Balkon und hervorragendem Frühstück. Für insgesamt 14,55 Euro. Ich buchte umgehend, schrieb dann aber an den Hotelier / an die Hoteliesse, dass ich einen Fehler befürchtete und ich natürlich nicht auf einem solch unrealistischen Preis bestünde. Hotel: „Booking hat was falsch gemacht!“. Booking: „Immer diese dummen Hotels!“. Mir wurde vom Hotel alternativ 62 Euro pro Nacht angeboten, von booking.com 97 Euro pro Nacht. Herrjeh. Mir wurde übrigens von einem lieben Bekannten (Huhu A.!) empfohlen, auf dem Buchungspreis zu bestehen. Aber ich bin ja dann doch anders gestrickt. Manchmal finde ich das selbst schade.

Was will ich damit sagen? Nix. Höchstens: Ich vermisse meine Lieblingsreiseverkehrskauffrau, die mich durch viele Jahre immer an wunderbare Ziele gebracht hat. Bis sie selbst auswanderte und ihren Traum verwirklichte. ND, ich vermisse sie/Sie! Sie kannte meine Flugzeit- und Hotelausstattungspräferenzen und wusste auch um meine sonstigen Befindlichkeiten. Und sie hat mich (und manchmal Elke) immer irgendwie richtig untergebracht. Klar, seit Jahren bringe ich mich selbst unter und plane alles alleine. Dennoch glaube ich, dass bestimmte Branchen nicht aussterben sollten. Reisebüros und Buchhandlungen sind dabei hervorzuheben. Aber dort benötigt man kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Und jetzt? Ja, jetzt fliege ich nach Tirana. Weiß Gott, wie das passieren konnte! Von Samstag bis Mittwoch. In ein innerstädtisches Bed&Breakfast. Für 500 Euro. Ich bin gespannt! Effektiv werden es nur drei Tage sein. Aber immerhin bin ich in Karl Mays „Land der Skipetaren“. Dazu wird es natürlich einen kurzen und mehr oder weniger launigen Reiseblog geben.

Apfel-Pudding-Kuchen mit Streuseln

Ihr Lieben,

mir ist gerade so herbstlich und ich finde, dass da prima ein leckerer Apfelkuchen zur Stimmung passt.

1. Reihe: Mürbeteig, 2. Reihe: Pudding, 3. Reihe: Apfelfüllung, 4. Reihe: Streuselteig
Aus dem übriggebliebenen Eiweiß kann man gut Meringue/Baiser machen oder sich ein weißes Rührei mit Kräutern gönnen! 🙂

Wir stellen einen Mürbeteig her, und zwar den überfetten Mürbeteig aus dem Kochbuch meiner Großmutter: Die Zutatenverhältnisse eines normalen Mürbeteigs lassen sich einfach berechnen. Mehl, die Hälfte Fett, davon die Hälfte Zucker, pro 250 Gramm Mehl ein Eigelb sowie Aromen in Kleinstmengen. Überfett wird der Teig dann genannt, wenn man die die Hälfte der Fettmenge noch einmal draufgibt. Merke: Mehr geht immer, weniger nicht. In unserem Beispiel also: 250 Gramm Mehl, 185 Gramm KALTE Butter in Flocken bzw. kleinen Stückchen, 65 Gramm Zucker, 1 Eigelb, 1 Prise Salz, etwas Zitronenabrieb (ich hatte keine Zitrone und gab einen Spritzer Limettensaft an den Teig). Alles schnell miteinander zu einem Teig verarbeiten (am besten mit behandschuhten Händen) und kühl stellen.

Wir kochen einen Vanillepudding: Eine Vanilleschote (oder auch zwei) auskratzen. 400 ml Milch mit der ausgekratzten Schote auf dem Herd aufsetzen und erhitzen. Dann weitere 100 ml Milch mit 35 Gramm Speisestärke und 25 Gramm Zucker glattrühren. Zwei Eigelb sowie das Vanille-Mark dazu. Noch einmal glattschlagen. Die Milch nach Erreichen der Kochtemperatur vom Herd ziehen, die Schote herausnehmen und die Mischung mit dem Schneebesen einrühren. Wieder auf den Herd und einmal unter wildestem Rühren aufkochen lassen. Herunter nehmen und beiseite stellen.

Ofen jetzt schon vorheizen auf 180°C Ober-/Unterhitze.

Die Äpfel (je nach Lust und Laune, ich nahm 4 der Sorte Welland – was viel zu viel war, nehmt mal nur 3) schälen, entkernen und in Würfel schneiden, mit 2 Esslöffeln Rohrzucker und einen gehäuften Teelöffel Zimt vermengen. Prima passen auch Rumrosinen, dann den Zimt weglassen. Aber bekanntermaßen sind Rosinen ja immer so ein Ding 🙂

Der Streuselteig: 200 Gramm Mehl, 100 Gramm kalte Butter und 100 Gramm Zucker zu einem streuseligen Teig verkneten. So sieht das dann jeweils aus:

Eine Springform mit Backpapier auf dem Boden (einfach mit dem Ring festspannen) komplett innen einfetten, den Mürbeteig hineingeben und dabei einen Rand nach oben ziehen. Den Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen. Die lauwarme Puddingmasse hineingeben, die Äpfel darüber sowie die Streusel drauf. 50 bis 60 Minuten backen, jeder Herd ist anders, daher aufpassen (meine Kolleginnen und Kollegen mussten letztens angebrannte Cookies essen!). Wenn die Streusel zu dunkel werden, Alufolie über den Kuchen.

Nach dem Rausnehmen mit einem scharfen Messer am Springformrand entlangfahren, um den Kuchen davon zu lösen, aber in der Form belassen und komplett auskühlen lassen.

Die Kolleginnen und Kollegen waren sehr angetan! 🙂

Schmorgulasch mit Petersilienkarotten und Klößen

Ihr Lieben,

vorweg: die Klöße habe ich gekauft, daher gibt es da keine Beschreibung zu. Bei einem Restaurantbesuch neulich habe ich mich gewundert, wie man ein Gulasch so dermaßen zart bekommt und habe nachgefragt. Die Antwort war simpel: a) nicht das normale Gulasch, sondern mit viel Fett durchzogene Nackenscheiben kaufen und entsprechend zurechtschneiden und b) Zeit, Zeit, Zeit!

Da es ein Experiment – also quasi Testkochen – war, gibt es keine Fotos der Zutaten und/oder Zubereitungsschritte. Aber ich fand es jetzt schon perfekt! Daher: Tadaah!!! ist hier das Rezept.

Ich kaufte also Nackenschnitzel (wirklich seeeehr durchzogen, aber das Fett löst sich quasi beim Schmoren auf – daher keine Angst vor „Gewabbele“), würfelte sie und briet sie peu a peu in einer Pfanne an und gab alles es in einen Bräter. Das Gleiche machte ich mit grob gewürfelten Gemüsezwiebeln. Mischungsverhältnis 1kg zu 1kg. Dann briet ich noch 5 Zehen gepressten Knoblauch und zwei in hauchdünne Scheiben geschnittene rote Peperoni an und gab sie ebenfalls in den Bräter. Heiße Gemüsebrühe (etwa einen Liter) und heißen Rotwein (etwa einen halben Liter in der schon benutzten Pfanne aufgekocht) sowie zwei Esslöffel gerebelten Majoran, einen glattgestrichenen Esslöffel Kümmel sowie reichlich Zucker, Salz und Pfeffer sowie zwei Esslöffel scharfen Senf dazu.

Ab in den auf 180°C vorgeheizten Ofen, erst einmal 1 Stunde mit Deckel, bis alles schön blubbert. Dann den Deckel halb drauflegen und bei 160°C vier (!) Stunden weiterschmoren. Ofen aus und Bräter drinlassen. Man muss danach übrigens den Ofen putzen, dies als Vorwarnung.

Am kommenden Abend den Rest Rotwein (ein Viertel) drauf und im Ofen erhitzen, bis Karotten und Klöße fertig sind. Die Karotten in Scheiben schneiden und in viel Butter in der Pfanne anschwitzen. Salz, Pfeffer und Zucker dazu sowie eine Hand voll Petersilie. Runterschalten, Deckel drauf und Klöße nach Packungsanweisung zubereiten.

Wenn die Klöße durch sind, kann angerichtet werden. Leute. Megalecker (evtl. ein bisschen zu scharf für Zartbesaitete, dann eine Peperoni weniger nehmen), zart und für usselige Herbstwetterzeiten supergeeignet.

Cora gesund aus Car-Clinic zurück

Stolze 1200 Kilometer hat Cora mich tapfer nach Dresden, um Dresden herum und wieder heimgebracht. Am Mittwoch steige ich dann ein, fahre los und ein ohrenbetäubendes Schleifen unbekannter Herkunft lässt mich erschauern.

Ich habe Cora dann (unter eigenen körperlichen Schmerzen) die 200 Meter bis vor das Werkstatttor meines Lieblingsmechanikers gefahren, der vollkommen ausgebucht war. Ich sagte, er solle sich Zeit lassen. Ich könne ja Bahn fahren.

Die Wartezeit war schlimm. War es etwas ernstes? Würde ich das Konto plündern müssen? Am Freitagnachmittag dann der Anruf, ich könne Cora abholen. Ein Kunststoffteil einer Verblendung habe sich gelöst und dieses martialische Geräusch verursacht. Hätte nur ein paar Minuten gebraucht, ginge aufs Haus. Ehrlich? Wo findet man noch so etwas. Das sind Momente, wo ich mein Poll über alles liebe. Klar, habe ich etwas für die Kaffeekasse dagelassen.

Auf meine Frage, wie das passieren könne: Unglücklich über einen Bordstein gefahren oder über ein herumliegendes Teil. Vandalismus sei eigentlich an dieser Stelle nicht wahrscheinlich. Vandalismus? Ja, eine Bande zerstört hier systematisch Autos, wirft Scheiben ein, zerkratzt Autos. Cora hat es vor 10 Tagen auch erwischt, sie ziert auf der Fahrerseite jetzt durchgehend eine Narbe vom vorderen bis zum hinteren Kotflügel. In der Tatnacht sind mindestens ein Dutzend Autos betroffen gewesen, plus Dunkelziffer der nicht zur Anzeige gebrachten Schäden. Was geht in solchen Köpfen vor? Wahrscheinlich nichts, da wird nicht wirklich was drin sein.

Die Fahrten in völlig überfüllten Bahnen, die ich unternommen habe, haben mir übrigens eine fette Erkältung beschert. Was wurde da aber auch rumgerotzt, geschnieft und gebellt! Es ist, glaube ich, wieder an der Zeit, mit Maske zu fahren. Und sei es nur, um das Risiko einer Erkältung zu minimieren.

Aber ich bin sehr froh, dass das alte Mädchen jetzt wieder einsatzbereit ist. Es ist erstaunlich, wie sehr ich mich von einem Auto abhängig gemacht habe, wo ich doch fast 30 Jahre völlig ohne eigenes ausgekommen war.

Schnell noch ein paar Schlösser…

Ihr Lieben,

die Eierschecke ist eigentlich wie ein Käsekuchen, vielleicht ein bisschen weniger kompakt. Ganz ok. Allerdings habe ich auch ein Stück in einer Supermarktbäckerei erstanden, ich hätte vielleicht zu einem Konditor gehen müssen. Apropos: Man kann (wahrscheinlich das ganze Jahr über) Christstollen kaufen. Zu üppigen Preisen. Leider kenne ich nicht so viele Menschen, die ihn mögen.

Es ist eigentlich nicht möglich, aber das Hotel war heute noch voller, als die Tage davor. Man hat zusätzliche Frühstücksräume aufgemacht, die dennoch alle pickepackevoll waren. Ich hatte mich gestern schon zu einem Pärchen gesetzt, natürlich nicht ungefragt, aber 50% dieses Pärchens (er war Kaffee holen, während es mir erlaubt wurde) schien darüber dann doch sehr muffelig. Das war unangenehm. Ich fand heute nur einen 6er-Tisch für mich alleine. Etwa 3 Kilometer vom Büffet entfernt. Ich ging dreimal hin und her, um alles zu organisieren, macht summa summarum 18 Kilometer. Kaum fing ich an, mein Ei zu löffeln, stand eine vierköpfige Familie neben mir. Der Vater moserte lautstark, dass immer, IMMER diese Einzelreisenden die größten Tische besetzen müssten!!! Ich lud ihn ein, sich samt seiner Mischpoke zu mir zu gesellen, da wurde er dann ganz freundlich. MICH habe man ja nun ÜBERHAUPT NICHT gemeint, mehr so allgemein halt. Herrjeh.

Tscha, heute Tag der Heimreise. Wie außerordentlich schade! Ich hielt mich an Empfehlungen von Dresdnern aus der Kommentarspalte einer Facebookgruppe, in die ich auch meine Urlaubsbilder poste und entschied mich, auf der Heimreise mit einer scharfen Linkskurve die Schlösser/Burgen Pillnitz, Stolpen und Wackerbarth mitzunehmen.

Pillnitz ist – mal wieder – riesig. Direkt an der Elbe gelegen ein großer Bau, viele Nebenbauten. Leider ist die Frontfassade etwas eingerüstet. Ich umrundete das Areal und wollte dann noch für 10 Minuten in den Park. Das kostete aber unverhältnismäßig viel Eintritt für einmal reinspinxen und ich hatte Bedenken, in Zeitnot zu kommen. Übrigens unverhältnismäßig: Der Parkometerprogrammierer geht davon aus, dass man auf der Freitreppe des Schlosses nächtigen möchte, denn es gibt ausschließlich (!) die Option Tageskarte. Naja, ich habe sie zumindest weiterverschenkt und so die Schlösserverwaltung oder wen auch immer um ein bisschen Geld gebracht.

Die Burg Stolpen sieht man schon von weitem halbstolz auf einer Anhöhe thronen. Halbstolz, denn sie ist zwar imposant anzusehen, aber schwer beschädigt. Da dies für 40 Jahre das Gefängnis und später die Grablege der Mätresse Augusts des Starken war, löste ich hier ein Ticket und erkundete das Gelände. Ich erklomm den südwestlich gelegenen Turm, von dem man eine schöne Aussicht über die Umgebung hat, stieg in die Gewölbe hinab, wo ich den Schlossgeist traf (ich meinte zu zwei Kindern, ich hätte bestimmt Alpträume heute Nacht, da krähten sie „Der ist doch gar nicht echt!“ und gackerten sich die Seele aus dem Leib) und inspizierte Foltergeräte, von denen ich für einige durchaus noch Verwendung fände, wie zum Beispiel die Schandflöte. Da gibt es so einige auf der Breiten Straße in Köln… ja, und den lockigen Jüngling vom Schlossplatz in Dresden!

Gräfin von Cosel, so hieß die Mätresse, August der Starke, Albrecht, der Entartete, Friedrich, der Gebissene… die Geschichte der Wettiner, dem sächsischen Fürstengeschlecht, ist übrigens sehr spannend. Auf dem Fürstenzug an der langen Wand geht es mit Konrad, dem Großen los. Phillippe von Belgien entstammt diesem Geschlecht übrigens wohl auch irgendwie.

Es war inzwischen nach halb eins. Ich dachte an die grauslige Hinreise und beschloss, Wackerbarth Wackerbarth sein zu lassen, um vor 22 Uhr daheim zu sein, und ärgerte mich ein gaaanz winzig kleines Bisschen, da ich die halbe Stunde Park Pillnitz mir dann doch noch hätte erlauben können. Aber egal. Und, was soll ich sagen? Zweimal für 10 Minuten im Stau und ich war in unter 6 Stunden zuhause.

Ich nehme an, den meisten Leserinnen und Lesern ist inzwischen klar, dass ich diese Kurzreise ganz wunderbar fand. Ich kann jedem nur raten, Dresden und Umgebung zu besuchen. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen und noch die Elbe entlang raddampfern, Museen besuchen und mir eine Schlösserkarte (60 Euro/Jahr) besorgen, um ALLE sächsischen Schlösser abzuklappern. Ich bin bass erstaunt, wie viele Kleinodien da einfach so rumstehen und immerhin in einem Grundzustand den Krieg und den Sozialismus überstanden haben, dass sie jetzt besuchbare Augenweiden sind. Dazu die zumeist außerordentlich netten Menschen, hilfsbereit und freundlich. Das gute Essen, die leckeren Biere! Beim nächsten Besuch werde ich mich auch mal dem sächsischen Wein widmen.

Danke an alle virtuell Mitreisenden, fürs Lesen und Kommentieren bei Facebook, WhatsApp oder persönlich und hoffentlich bis zur nächsten Reise im Dezember!

Alles Liebe und Gute! Euer

Heute gibt’s keinen Gerry mit Bier, dafür aber einen Teddy aus Heu. Der stand mal eben so am Straßenrand. Ich finde ihn megaputzig!

Moritzburg, Meißen und wieder Dresden

Ihr Lieben,

heute wollte ich Dresden einmal verlassen und mich ein bisschen in der Gegend umgucken. Das war eine ganz schön schwierige Entscheidung, denn es gibt hier wahnsinnig viel zu sehen, ich erwähnte es möglicherweise bereits. Aufgrund meiner Einschränkungen wegen der OP vor zweieinhalb Wochen entschied ich mich schweren Herzens aber gegen eine Fahrt ins Elbsandsteingebirge, denn für den Besuch der Schwedenlöcher, einem der Highlights der Sächsischen Schweiz, hätte ich eine Trilliarde Stufen und mehrere tausend Höhenmeter überwinden müssen, dazu fühlte ich mich noch nicht bereit. Ich entschied mich für Moritzburg und Meißen.

Als ich den Kofferraum von Cora öffnete, um meine Plünnen loszuwerden, kippte ich fast hintüber. Es roch wie in einem Weinkeller nach einer ausgelassenen Party! Die Ursache war schnell festgestellt, eine der Flaschen Wein im Karton hatte ihren Boden verloren und war ausgelaufen. Wie mit dem Glasschneider geschnitten, ein ganz glatter Bruch. Ja, sowas hatte ich auch noch nicht gesehen. Also erst einmal aufräumen.

In bzw. an der Moritzburg angekommen, traute ich meinen Augen nicht. Es war brechend voll und ich habe mit Ach und Krach auf dem riesigen Parkplatz vor dem Schloss einen Stellplatz für Cora gefunden. Es wurde aber noch schlimmer: als ich abfuhr, duellierten sich mehrere Menschen um den frei gewordenen Parkplatz. Es floss sehr viel Blut.

Die Moritzburg ist wirklich schön! Von Wasser umgeben mit viel Parklandschaft, kleinen Nebengebäuden und alles gut erhalten. Nur eine Innenbesichtigung schenkte ich mir, die Schlange an der Kasse ging fast bis auf den Vorplatz. Ich besichtigte innen nur die Waschräume, die waren gruselig, lief ein wenig durch den Park und machte Selfies mit ein paar Putten. Die zeige ich euch aber nicht, die Putten sehen durch die Bank weg besser aus.

Mein nächster Halt war das winzige Fasanenschlösschen. Das ist ganz niedlich, liegt auch in eine schöne Landschaft eingebettet und hat sogar einen Leuchtturm. Es gibt eine Fasanerie, die mich aber traurig gestimmt hat, die Vögel fühlen sich ganz offensichtlich nicht besonders wohl in ihren Volieren.

Meißen! Wunderschön! Irgendwie ganz anders als Dresden, daher nicht vergleichbar. Aber definitiv ein Highlight meiner kleinen Reise. Ich kletterte auf den Turm der Frauenkirche (193 Stufen über wurmstichiges Holz und mitten durch das Geläut) und hatte einen fantastischen Blick über die gesamte Stadt beidseits der Elbe. Ich erklomm anschließend den Domberg, wo sich auch die Albrechtsburg befindet, und besichtigte die Kirche. Der Mann an der Kasse hätte die 6 Euro gerne passend gehabt. Ich so: „Sorry, ich brauche Münzen für die ganzen Parkscheinautomaten, die mir den letzten Groschen sowie meine Nerven rauben!“ – Er so: „Die sind eine einzige Pest!“. In der Kirche stieß ich auf einen alten Freund: Martin Luther. Mit dem hatte ich mich ja letztes Jahr ausführlich beschäftigt.

Ich lief noch den historischen Rundweg; Marktplatz, Altstadt, die Gassen und Winkel von Meißen sind zauberhaft. Es gibt viele nette kleine Lädchen und natürlich Gastronomie ohne Ende. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass sich ein längerer Umweg für dieses bezaubernde Fleckchen Erde definitiv lohnt!

Am frühen Nachmittag fuhr ich dann nach Dresden zurück. Irgendwie wollte ich noch eine kleine Schifffahrt in mein kleines Programm einbauen. Leider machte mir der Verkehr einen winzig kleinen Strich durch die Rechnung, denn ich war erst um 16 Uhr wieder vor Ort und suchte noch 20 Minuten nach einem Parkplatz für Cora, den ich bezahlen konnte. Und da beschloss ich kurzerhand, den Rest des Tages einfach mal so zu verbummeln. Ich kehrte auf ein tschechisches Bier im Wenzellokal auf der Königstraße ein, die in der Neustadt liegt und sehr hübsch ist. Hier ist alles sehr schön saniert bzw. restauriert. Dann stellte sich ein kleines Hüngerchen ein und ich aß böhmische Knödel mit Gulasch. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: die deutschen Klöße und Knödel schmecken mir besser. Aber das Gulasch war perfekt!

Ich lief wieder in die Innenstadt, wo ich noch ein paar Fotos schoss, bummelte ziellos rum, u.a. über den Herbstmarkt, erstand ein Stück Eierschecke als Abendbrot und besuchte die riesigen Altmarktpassagen. Die sind jetzt nicht rasend besonders, die Einkaufszentren tun sich in allen Städten ja nicht viel. Immerhin fand ich das perfekte Portemonnaie! Zurück über den goldenen Reiter, wo gerade eine Kirmes stattfindet, ging es dann ins Hotel.

Ich erwähnte es am ersten Abend: Dresden ist sehr laut. Jeder Straßenmusikant spielt mit Mikrofon und Verstärker, obwohl es laut Stadtführer verboten ist. Schert bloß keinen. Dann die vielen Feste: Immer ist ein Roland-Kaiser-Imitator dabei oder ein Duo, dass „Herzilein“ grölt. Den Vogel schoss ein spilleriger Jüngling mit langem, güldenem Haar auf dem Schlossplatz ab, der sich für Axl Rose oder Jon Bon Jovi hielt, aber eher an eine defekte Kreissäge erinnerte. Apropos Schlossplatz und Schreihälse: Die AfD möchte morgen sich dort morgen versammeln. Schade, dass ich nach Hause muss, hätte gerne gestört. Heute war auch vermehrt Polizeiaufgebot an ausgewählten Orten, montags laufen in Dresden ja immer noch die Pöbelnden Eiterbeulen gegen die Intelligenz und den Anstand (kurz Pegida) herum. Fielen aber fast gar nicht auf.

Und wieder ist ein Tag um, meine Schuhgröße hat sich in den letzten Tagen von 44 auf 47 vergrößert, aber das gibt sich bekanntlicherweise wieder. Dafür rutscht die Hose ein bisschen. Leider gibt sich das auch wieder. Ich beantrage Reisen als kassenrelevantes Heilmittel. Ach, hatte ich schonmal? Hatte nicht geklappt? Mist aber auch! Hatte ich übrigens erwähnt, dass ich doch noch am Yenidze vorbeikam? Völlig ungeplant und dann war auch noch die Ampel rot:

Morgen geht es zurück nach Köln, ich werde wohl aber noch ein oder zwei Zwischenstopps einlegen. Ich bin nur noch nicht schlüssig, welche es sein werden. Seid Ihr auch so gespannt wie ich? Dann müsst Ihr morgen wieder reinschauen!

Liebe Grüße, alles Gute!
Euer Gerry

Okay, okay, ein Puttenbild…