Lammfilets in Pfifferlingrahm mit gebackenem Sellerie und grünem Schmandgemüse.

Ihr Lieben.

Heute mal wieder ein bisschen deutsches Essen auf den Tisch. Rahmsauce. Erbsen in Schmand. Pfifferlinge und Sellerie.

Wir fangen mit der Sellerieknolle an: Die wird geschrubbt und geschält (mit dem Messer klappts besser als mit dem Sparschäler) und für 3 Stunden in den 180°C heißen Ofen gestellt (dazu unten so abschneiden, dass die Knolle eine Standfläche hat).

Tatsächlich sonst gar nichts… keine Gewürze, kein Hexenwerk. Auf Backpapier auf dem Rost in der Mitte des Ofens. Pieksprobe. Wenn noch hart, aber Kokelgefahr, dann Alufolie drüber.

Dann kann man die Rahmsoße vorbereiten. Die basiert eigentlich in 90% der Fälle auf einer Mehlschwitze. Butter in den heißen Topf. Mehl drüberstäuben, rühren und kalte Flüssigkeiten dazu. In diesem Fall Sahne, Wein (bei mir zuviel, da nach Gefühl, die Soße war recht weinerlich) und etwas Brühe. Während des Kochens beständig rühren. Wenn sie zu dick wird, dann Flüssigkeit dazu, wenn sie zu dünn ist, etwas in kaltem Wasser gelöstes Mehl dazu. Salzen und pfeffern und stehenlassen, bis wir sie fertigstellen wollen. Pfifferlinge können schon geputzt und/oder geschnitten werden. Ich hatte übrigens tiefgefrorene, die kommen an frische Pilze aber nicht dran. Kurz vor dem Servieren des Lamms Pfifferlinge in die Soße, Petersilie dazu, aufkochen und abschmecken….

Zum Gemüse: Ebenfalls TK. Die Erbsen und der Brokkoli mussten weg. In Butter anschwitzen, salzen, pfeffern, estragonen und einen dicken Löffel Schmand drauf. Vor dem Servieren nochmal aufheizen.

Das Lamm war leider nicht von gewohnter Qualität, es hat beim Anbraten sehr viel Wasser gelassen und wurde eher gedämpft als gebraten. Wenn so etwas passiert, kann man es dennoch in den Ofen zum Sellerie packen (20 Minuten vor Schluss) und dann nochmal in einer anderen Pfanne anbraten. Das macht die Qualität des Fleisches nicht besser, aber hilft etwas beim Geschmack und bei der Optik.

Alles auf den Teller. Für die Sellerieschnitze reichen eigentlich ein bisschen Salz und Pfeffer (sie haben einen tollen Eigengeschmack). Ich nahm aber auch noch etwas von meinem Petersilienpesto dazu.

Hab‘ ich was vergessen? Ich hoffe nicht. Haut rein!

Euer Gerry

Bad Münstereifel

Ihr Lieben.

Heute war Powertag angesagt, ich weiß bis jetzt nicht, wie es dazu kommen konnte. Schon um 9 Uhr saß ich mit meinem Tomaten-Spiegelei-Käse-Toast (siehe Food-Rubrik Frühstück) am Esstisch. IM URLAUB!!! Eine Tasse Kaffee dazu, danach einmal schön gemacht und ab zum Elektronikladen in Poll, nach einem Herd fragen. Ich musste Eis am Auto kratzen, das habe ich zuletzt während der Hermannsschlacht gemacht. Der Elektro-Man hat mir etwas herausgesucht, es ist aber einen Tacken zu teuer. Ich hadere noch. Man darf natürlich nicht unterschätzen, dass der Service dann quasi um die Ecke wäre.

Von dort ab nach Bad Münstereifel. Denn ich brauchte ja Wintersachen. Und so ein Outlet fand ich anziehender (huch, ein Wortspiel!) als die Kölner Innenstadt. Zuerst war ich ein wenig geschockt. Nichts passte wirklich, in allem sah ich aus wie ein Michelin-Männchen. Bitte erspart mir Eure überhaupt nicht witzigen Kommentare! Und dann die Preise… Runtergesetzt von 400 auf 270 Euro. Ich fing schon an, mir Sorgen zu machen, wurde dann aber bei Mustang fündig. Schöne Jacke, umfließt meinen Astralkörper wie eine zweite Haut (naja, so in etwa) und einen längst fälligen neuen Gürtel erstand ich auch noch. Drei Läden weiter Handschuhe, Mütze, dicke Socken. Perfekt. Eigentlich wollte ich noch Handtücher kaufen, aber die fand ich preistechnisch so gar nicht outlettig.

Als ich so durch den Ort schlenderte, stolperte ich über einen Barbershop „Lauin“. So heißt mein Friseurladen am Neumarkt. Ich glotze so durchs Fenster und sehe einen meiner liebsten Mitarbeiter dort arbeiten. 30 Minuten später hatte er meinen Coronahaarschnitt wieder in eine Frisur verwandelt. Was für eine Überraschung für uns beide. Und so praktisch, ersparte es mir doch eine Fahrt in die Kölner Innenstadt.

Was man natürlich machen MUSS: Printen kaufen. Ich liebe die Printen aus dem Printenhaus. Und der neue Inhaber ist auch noch sehr… äh… optisch sympathisch.

Die Schätze wurden im Wagen verstaut und dann lief ich über das Johannistor in die Wälder. Mein erster Besuch galt dem jüdischen Friedhof. Der Gedenkstein am Eingang hat mich sofort unglaublich traurig gemacht. In 1942 wurden mehrere jüdische Familien aus Bad Münstereifel deportiert und sind nicht zurückgekehrt. 78 Jahre ist das erst her und scheint von vielen Wählern schon wieder vergessen oder bewusst toleriert. Hier befinden sich auch Gräber von Menschen, die 1780 geboren wurden. Schön, dass die Tradition der Steinauflegung auch noch auf diesem alten Friedhof praktiziert wird. Dies macht man gegen das Vergessen der Verstorbenen.

Dann ging es tiefer in den Wald, Richtung Damwildgehege. Zwischendurch hat man schöne Ausblicke auf die Täler. Der Wald ist herbstlich bunt und es duftet sehr nach November. Nach einigen tausend Metern kommt man an das Wildgatter, durch das man das Gehege sogar betreten kann. Es ist schon faszinierend, wenn dann 20 Meter links von einem entfernt ein Hirsch liegt und rechts sich in 50 Metern ein paar Bambis tummeln. Wunderschön!

Zurück ging es dann den gleichen Weg und anschließend mit Cora durch die Eifel wieder nach Hause. Da brutzelt gerade schon eine ganze Sellerieknolle im Ofen, die es später zu Lamm in Pfifferlingrahm und Schneegemüse geben wird.

Ich hoffe, ich mache Euch mit meinen Ausflügen etwas Appetit darauf, die Umgebung um Köln selbst zu erkunden. Es lohnt sich.

Viele Grüße, Euer Gerry

Der Autor mit seiner neuen Frisur. Na, Ihr müsst schon etwas genauer schauen! Sind übrigens Reste der karolingischen Fliehburg im Hintergrund.

Tomaten-Spiegelei-Brot

Guten Morgen!

Also, dies ist kein Rezept, denn wie man ein Brot belegt, ist ja keine Raketenwissenschaft. Es ist eher ein Hinweis, wie man vielleicht sein Frühstücksangebot bereichert.

Brot toasten, mit einem nach Gusto gewürzten Spiegelei „no sunny side“ belegen, Tomaten und Zwiebeln drauf, bisschen Salz und Pfeffer, Käse drüber streuen und einmal an der Chilipulverdose rütteln. Ganz Mutige legen noch ein paar Jalapeño-Scheiben unter den Käse.

Bei 180°C für 5 Minuten U-/U-Hitze backen oder kurz unter den Grill legen. Mit Kräutern bestreuen.

Allen einen guten Start in die Woche!

Alt-Kaster, Schlösser Bedburg und Paffendorf

Heute früh sah es gar nicht nach einem schönen Spaziertag aus, also gammelte ich erst einmal herum. Als es gegen Mittag ein bisschen heller wurde, folgte ich einem Ratschlag von Ruth und fuhr nach Alt-Kaster, das ist ein netter Stadtteil von Bedburg. Die Hauptstraße mit der netten Bebauung ist kurz, aber man kann auch noch aus mehreren Wanderwegen um den Kasterer See wählen. Ich suchte mir die mittlere aus. Das war auch sehr nett. Ich sah Rehe und Reiher, und zwar genauso lange bis ein anderer Spaziergänger kreischte: „Schau mal, Rehe! Gisela, REHE!!“, die Begleitung dann krakeelte „Wo denn? Ja, WO DENN, Siegbert?“, „Ja, nun sind sie weg.“. Ach was.

Mein Spazierpensum war noch nicht erschöpft, also fuhr ich zum Schloss Bedburg, sehr stattlich und mitten im Ort. Da läuft man allerdings auch in nur ein paar Minuten drumrum. Aber Bedburg selbst ist auch hübsch.

Weiter ging es zum Schloss Paffendorf. Also, das ist so hübsch und der Schlosspark ist ein wenig verwunschen. Mit Auenwald und Minimoor. Seeehr sehenswert. Den Schlosspark durchstreifte ich dann auch noch.

Sodann stand noch Schloss Schlenderhan auf meiner Liste, das sich aber als nicht öffentlich zugänglich herausstellte. Es ist wohl ein privates Gestüt. Schade. Aber gelatscht war ich ohnehin ausreichend, es wurde auch immer kälter und so machte ich mich auf den Heimweg.

Einen letzte, ungeplanten Spaziergang gab es dann doch noch: Sonntag am späten Nachmittag in Poll einen Parkplatz finden… das ist ein Graus; ich stehe ca. 10 km von meinem Haus entfernt. Aber es war ein schöner Tag.

Für morgen habe ich mir noch nichts ausgedacht, aber ich fürchte, ich muss in eine Winterjacke investieren (und ich hasse Klamottenkäufe!).

Also, vielleicht bis morgen, Euer Gerry

Snack-Check: Sesamkräcker

Heute, auch aus dem Kassenbereich des türkischen Supermarktes, „Krokuaz Sesame Cracker“. Warum ich da immer zugreife und nie z.B. beim Netto? Irgendwie sind Kassenregalwaren dort ansprechender. Jedenfalls optisch.

Der Sesamkräcker macht beim ersten Biss zuerst einmal einen recht staubigen Eindruck. Beim Kauen wird das besser – trotzdem würde ich es in der Wüste nicht knabbern. Eine gute Sesamnote mit nicht allzuviel Süße tritt zum Vorschein. Nur ein bisschen klebrig.

Alles in allem: Kann man ab und zu mal machen. Note: 3

Spaziergang im Schlosspark

Liebe Leser,

heute war der erste Urlaubstag von 35 Stück. Das ist eine ganze Menge Zeit, um zu Hause herumzuhocken und sich über das damische Virus zu ereifern. Naja, jeden Tag irgendwas in der Umgebung entdecken ist jetzt der aktuelle Plan.

Nachdem ich erst einmal bis 12 Uhr herumgefläzt bin, bin ich in den Schlosspark Stammheim gefahren. Da gibt es zwar kein Schloss mehr, aber Kunst zu bestaunen. Und der Park liegt am Rhein, was – wenn man die Industrie ausblendet – insbesondere bei so wunderbarem Wetter wie heute schöne Ausblicke beschert.

Der Park war ganz gut besucht, aber man konnte sich prima verteilen. Und viele der Skulpturen gefielen mir sehr gut. Hier ein paar Eindrücke:

Im Park hat sich ein riesiger Schwarm der inzwischen in ganz Köln fast schon zur Plage gewordenen Halsbandsittiche häuslich eingerichtet. Die machen einen ganz schönen Krach.

Ich mag meine Kamera 🙂

Und hier noch ein (Rh)Einblick:

Wenn das Wetter einige Zeit lang so stabil und schön bleibt, ist es nett, auch mal zuhause zu bleiben. Mal sehen, wo es mich morgen hinzieht. Tipps, insbesondere geheime, für Ausflugziele in und um Köln sind sehr willkommen.

Gebackene Dorade mit gebratenen Portobello-Pilzen und Salzkartoffeln mit Petersilienbutter

Heute war Rolf zu Gast, Ihr Lieben. Ich habe Pastrami-Käse-Blätterteigkekse vorbereitet und für das Hauptgericht zwei prächtige, 500 Gramm schwere Doraden erstanden. Zudem stolperte ich über Portobellopilze, die wie rieeeeesige Champignons aussehen und – wie ich glaube – auch zu dieser Familie gehören. Und ich hatte Petersilienpesto sowie leckere Kartoffeln daheim.

Die Salzkartoffeln werden geschält und gewaschen und kurz gewässert. Der Fisch wird gewaschen, trockengetupft, eingeschnitten und gewürzt: Salz und Pfeffer in die Schnitte einreiben, innen ebenso. Bauchraum mit Limetten- und Soloknoblauchscheiben füllen, einen Rosmarinzweig dazu. In eine geölte Auflaufform legen und weitere Knoblauch- und Limettenscheiben drumherum drapieren. Ggf. weitere Gewürze nutzen, aber ich mag Dorade gerne schlicht. Die Pilze grob putzen und pfeffern und salzen.

Jetzt ist etwas Timing gefragt, das ist herdabhängig. Bei mir klappt es, wenn ich den Ofen auf 200°C vorgeheizt habe, so: Kartoffeln im Salzwasser anstellen. Fisch in den Ofen (ab und zu mit dem Öl bestreichen). Uhr auf 20 Minuten stellen.

Dann die Pilze in reichlich Butter, Salz und Pfeffer mit ein paar Knoblauchscheiben anbraten. Runterschalten, ab und zu wenden. Nebenbei vom Petersilienpesto zwei Esslöffel in einen Topf, 100 Gramm Butter dazu und bei mittlerer Hitze schmelzen und blubbern lassen.

Wenn es piept, Kartoffeln abgießen (Pieksprobe vorher!), in den Topf zurück und abdampfen lassen.

Der Fisch ist auch schon fertig, die Pilze angebraten, der Hunger groß! Alles auf den Tisch, das sieht dann so aus:

Es sieht aufwändig aus, ist es aber nicht. Mein Gast war sehr angetan. Also: Nachmachen und reinhauen!

Bis denne, Gerry

Petersilienpesto

Einen riesigen Petersilienstrauß grob hacken. In die Schüssel. Pinienkerne dazu, kleine Packung. Olivenöl dazu, etwa ein Schnapsglas voll. Pecorino- oder Parmesankäse, etwa drei Esslöffel. MIXSTAB! Salz nur wenig, Pfeffer einen Teelöffel. Ein bisschen Zucker. 1/2 TL reicht. MIXSTAB! BRRRRRRRRR. Fertig. Sollte schon sehr fest in der Konsistenz ausfallen, da so besser für verschiedene Einsatzmöglichkeiten. Als Pesto zum Dippen z.B. sollte es etwas flüssiger ausfallen. Dann mehr Öl und ggf. auch einen winzigen Schluck Brandy.

Verwendungsmöglichkeiten:
– Mit Kochwasser von Nudeln verdünnt als vegetarische Nudelsoße.
– Unverdünnt als Basis für eine Kräuterkruste, z.B. unter Blätterteig.
– In geschmolzener Butter als Salzkartoffeltopping.
– Mit Salzcräckern, dazu eine Portion Schmand damit anreichern und etwas Sahne einrühren.
– Usw. usf.

Blätterteig-Käse-Schinken-Kekse

Als kleiner Vorspeisensnack eignet sich ja immer etwas mit Blätterteig. Heute nahm ich eine fertige Platte Blätterteig aus der Kühlung, belegte sie mit Pastrami im Pfefferrand, streute Emmentaler darauf und rollte das Ganze von der breiten Seite her auf.

Von der so geformten Rolle „Kekse“ abschneiden und bei 200°C für 20 Minuten backen. Evtl. auch 2 Minuten mehr.

Man kann auch Dips dazu stellen, wie z.B. Hummus oder meine Bruschetta-Mischung. Mein Petersilienpesto passt ebenfalls! Legga!

Shepherd`s Pie

Eigentlich war heute ein Gast angesagt, daher wollte ich ein kleines, aber spezielles und dennoch schnelles, wenn auch einfaches, aber durchaus auch raffiniertes Menü zubereiten. 🙂 Und begann mit den Vorbereitungen schon gestern. Da der Gast aber dann doch nicht konnte, hatten wir ziemlich viel zu essen.

Hauptgericht sollte ein Essen sein, dass ich vor mehr als 30 Jahren zum letzten Mal gekocht und seit 15 Jahren nicht mehr gegessen habe. Dabei ist es so lecker! Shepherd’s Pie. Wie auch z.B. bei der Lasagne gibt es hier 12 Köche und 13 Meinungen. Ich habe es so zubereitet:

Von einer leckeren Sorte (ich nahm „Laura“, violette Schale, aber darunter gelb) kocht man 5 bis 6 große gepellte Kartoffeln, bis sie weich sind. Abgießen, zurück in den Topf. Mit einem viertel Block Butter und 150 ml Sahne sowie Salz, Pfeffer und Muskatnuss (Nuss!!!, also reiben) zu einem Püree stampfen. Abschmecken. Hmmmm…. HUCH! Püree ist wech, das ganze daher noch einmal von vorne. JETZT AUFHEBEN!

Dann zwei kleine Zwiebeln würfeln, zusammen mit drei oder vier gepressten Knoblauchzehen in Öl anbraten, eine viertel Tube Tomatenmark dazu, dann 809 Gramm Lammhack, dieses krümelig braten. Jetzt würzen. Mit je einem TL Zimt, Estragon, Rosmarin, Thymian (alles gemahlen bzw. gemörsert) und je einem halben TL Salz, geschrotetem Pfeffer und Chilipulver. Dann, für den irischen Touch, 1 Stängel feinst gehackte, wirklich aromatische Minze unterrühren. Eine Tasse TK-Erbsen rein, mitkochen. Abschmecken, aber nicht alles aufessen.

Diese beiden Teile des Essens können am Vortag zubereitet werden.

Heute ist jetzt morgen. Und wir machen weiter mit den Teilgerichten von gestern, die wir einfach mit Deckel auf Topf in der Küche haben auf uns warten lassen. Das Hack kommt in eine Auflaufform, die Hälfte des Pürees darüber. Dann spritzt man noch mit einer Backtülle ein kleines Muster auf den Auflauf und lässt hier und da noch ein Butterflöckchen drauf fallen.

Bei 200°C auf unterster Schiene für 30 Minuten backen. Und dann auf oberster Schiene für 5 Minuten grillen.

Enjoy your meal!