Die Schöpfung

Ihr Lieben!

Das Schöne an 60. Geburtstagen ist, dass es auch Wochen danach noch Geschenke regnet. So war ich Donnerstagabend mit meinem Stämmchentisch beim Italiener verabredet und bekam einen Präsentkorb voller Leckereien. Öle, Pasten, Nudeln, Aperitivi undundund. Das fand ich sehr rührend. Leider war Melli krank und konnte nicht dabei sein. Ich hatte mich übrigens sehr auf eine gebratene Salsiccia mit Fenchel versteift und war etwas enttäuscht, dass die nicht mehr auf der Speisekarte des Il Valentino stand. Aber die Pizza Tonno war auch okay. Zudem hatten wir einen wirklich netten Abend und Matthias hat dann auch die Bewohner des „Ostreiches“ nach Hause kutschiert. Habe btw festgestellt, dass so einige Kollegen hier in der Ecke wohnen.

Ich hatte auch wieder einen HNO- und einen Zahnarzttermin. Der HNO hatte mir ja Antibiose und Cortison gegen Beschwerden verschrieben, es fühlte sich aber nach 10 Tagen nicht besser an. Er attestierte mir mangelnde Geduld. Naja, wer schon fünfmal wegen einer Zyste unterm Messer lag, ist vielleicht auch nicht völlig grundlos überspannt. Wird aber gerade tatsächlich besser. Dafür sind meine Zähne angeblich in einem bemerkenswert guten Zustand. Wie schön, so motivierende Zahnärzte zu haben. Naja, haben ja auch gut an mir verdient 🙂

An Pfingsten wurde es ja mal so richtig warm. Meine neue Wohnung heizt sich deutlich mehr auf als die alte. Was natürlich an den vielen West- bzw. Südwestfenstern liegt. Es bedarf hier einer ausgefeilten Rollladennutzungs- und Fensteröffnungs- bzw. Lüftungsstrategie. Aber ich mag die neue Butze doch sehr. Durch die dichte Bebauung und die Nachbarschaftsstruktur ist hier allerdings den ganzen Tag Kirmes. Heute haben zwei Kinder drei (!) Stunden lang Sirene gespielt. Muss mal gucken, wie ich mir das schön rede. Im Bedarfsfall habe ich die besten Ohrstöpsel aller Zeiten.

Samstag war ich auf Sofasuche. Der Aufstellort im quasi Spitzboden ist kompliziert. Dachschrägen, Nischen, Türen, Heizung, Fenster: Alles irgendwie im Weg. Ich habe ein Sofa und einen Sessel bestellt und werde überlegen, wie ich sie aufstelle, wenn sie da sind. Hach, ich bin so abenteuerlustig (und vielleicht auch ein bisschen naiv?)!

Das Programm konnte keine Schrägen… 🙂

Sonntag habe ich die Umgebung weiter erkundet. Wenn man – wie ich – Mitglied der NRW-Stiftung ist, kommt man umsonst in so einige Museen. In Bergisch-Gladbach z.B., 10 Minuten Autofahrt von mir entfernt, kann man das „LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach“ besichtigen. Das fand ich interessant. Und war über alle Maßen überrascht, wie schön das ist. Die Landschaft drumherum, mit Bächen und Wäldern, das Gebäudeensemble, die Ausstellung. Sehr nette Mitarbeiter*innen erklären Maschinen und lassen einen selbst Papier schöpfen (mit Wasserzeichen!). Absolut besuchenswert, auch weil selbst an einem Pfingstsonntag nur wenige Besucher dorthin finden.

Auch sonst hat die Ecke Bergisch Gladbach einiges zu bieten. Einen Wasserturm von 1906, der aussieht, wie ein Teil einer aufgelassenen Festung, einen schönen Friedhof (direkt daneben die Pathologie des ev. Krankenhauses GL, wie praktisch), eine Miniburg und anderes mehr; ein Haus des Gralskreises z.B.

Was gibt es von kulinarischer Seite aus zu berichten? Nun, ich machte mal eine experimentelle Lasagne, die sah super aus, war aber nix. Dafür versuchte ich mich an einem Pêche Melba (Nellie Melba hatte diese Woche 165. Geburtstag), der sah scheibe aus, war aber superlecker. Wieso hatte mir niemand verraten, dass man den in Zuckerwasser gekochten Pfirsich nicht so einfach vom Kern lösen kann? Und natürlich wieder Spargel. Jetzt ist aber auch gut mit der Kombi Kartoffel und Schinken. Heute Abend gibt es Lachsnudeln.

In 8 Tagen bin ich ja in Dublin. Da freue ich mich schon drauf und ich werde ausführlich berichten. Für den Herbst habe ich mir eine Reise mit Benjirō ausgedacht, auf der ich drei Bucketlist-Ziele abgrase: San Marino, Monaco und den Tarot-Garten von Nikki de Saint Phalle bei Grosseto; bin gespannt, wie sich der kleine, rote Blitz dann macht.

So, Schluss für heute, habt noch einen schönen Feiertagsabend und bis bald. Liebe Grüße, Euer

Spagat de luxe mache ich auch ständig.

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