Tag 2: Vecindario und Arinaga

Ihr Lieben,

es war gestern sehr warm in der Butze oben und da habe ich über Nacht mal alle Fenster und Türen zur Veranda aufgelassen. Naja, was soll ich sagen? Es hat ein bisschen reingeregnet. Das hatte ich doch aber gar nicht bestellt!!!

Morgens nieselte es immer noch ein bisschen, so habe ich dann erst einmal ausgiebig gefrühstückt. Es gab Filterkaffe. Wusste schon fast nicht mehr, wie so etwas zubereitet wird. Eine winzig kleine Cafetera für die Herdplatte ist aber auch vorhanden.

Bei Facebook bin ich in ein paar Kanarengruppen, da wurde gepostet, wie es in Las Palmas Bindfäden regnete, daher beschloss ich, in der Gegend zu bleiben und nach Vecindario in ein Shopping-Center zu fahren. Unterwegs klarte es auf und so lief ich, in Vecindario angekommen, erst einmal die gefühlt 20 Kilometer lange Fußgängerzone rauf und runter. Sie unterscheidet sich schon sehr von den unsrigen. Es ist viel durchmischter. Plätze, Kirchen, Wohnhäuser, Läden. An einer Ecke saß ein recht betagter und zerlumpter Harfenist, der „Despacito“ zum Besten gab und das wirklich extrem gut. Die Kinder hier tragen alle Schuluniform in Form von burgunderroten Trainingsanzügen. In einer kleinen Kirche wurde gerade ein Kinderkonzert beendet, bei dem die Protagonisten alle als Weihnachtsmänner (und -männinnen?) verkleidet waren. Leider habe ich nur den Schlussakkord und den tosenden Applaus der zutiefst ergriffenen Verwandtschaft mitbekommen.

Was mir auch auffiel: man kennt sich. Alle winken, hupen und rufen sich zu. Allerdings bleibt man nicht zum Plauschen stehen, sondern wechselt im Weiterlaufen drei oder vier Worte. Das finde ich sehr angenehm. „Hola vecina, ¿qué tal? – Todo bien. – ¿Que tiempo, verdad? – ¡Sísísí!“ und Schluss.

Auf meinem Weg an den Lädchen vorbei entdeckte ich an einem Telefonladen das Schild der kanarischen Überlandbusgesellschaft. Ich hatte vor drei Jahren ja eine TarjetaGC erstanden, die man aufladen kann und mit der man ums Bezahlen beim Busfahrer drumherumkommt. Diese Tarjeta ist personalisiert mit einem entzückenden Jugendfoto von mir. Ich war gespannt, ob die noch funktionierte. Was soll ich sagen? Sie konnte aufgeladen werden und hatte sogar noch ein Restguthaben von früher.

Es fing an zu nieseln. Ich beschloss daher, meine Wenigkeit in das überdachte Centro Commercial Atlantico zu spedieren, auch weil ich mir mal…. äh…. die Nase pudern wollte. Versucht mal, Toiletten in einem Einkaufszentrum von der Größe Madrids zu finden! Im Carrefour erstand ich dann noch ein paar überlebensnotwendige Dinge wie Küchenkrepp, Glasreiniger und Turrón. Wie? Jaja. Klar ist Turrón überlebensnotwendig! Was für eine überflüssige Frage!

Ich beschloss, zuhause eine Siesta einzulegen. Die zog sich dann unvermutet lange hin. Was nebenbei der Grund ist, warum ich bei mir daheim versuche, es zu vermeiden. Im Nickerchen machen gehöre ich zur Weltelite. Jetzt war ich total bematscht, was nebenbei der Grund… ach, das hatten wir ja schon. Im Bematschtsein bin ich übrigens auch nicht schlecht. Also, raus an die frische Luft und einen Spaziergang zum Leuchtturm gemacht. Von da aus hatte ich einen schönen Blick auf das besonnenuntergangte Arinaga.

Ich belohnte mich für meine Anstrengung mit einem kleinen und einem weiteren kleinen Bier. Die verbrauchten Kalorien müssen ja irgendwie wieder ran! Ich weiß, das ist kein tragfähiges Konzept, um abzunehmen… Auf der Terrasse des Restaurants am Leuchtturm saßen viele Spanier, die wild gestikulierend aufeinander einredeten. Alle irgendwie gleichzeitig. Na, Hauptsache, man versteht sich. Ein Pärchen trank Gin Tonic im Minutentakt, der Mann wurde immer dramatischer in seinen Erzählungen. Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber ich glaube, am Ende hat er in einem wilden Zweikampf Lord Voldemort getötet… 😉

Nach einem kurzen Zwischenstopp daheim – es wurde frisch und ich musste meinen Webpelz holen – versuchte ich, ein Restaurant mit typisch kanarischem Essen zu finden. Ich kehrte im Ohasis ein und war sehr angetan. Die Kellnerin hat mein Gestammel verstanden und einen perfekten Wein gebracht. Ich rasselte dann ein paar Gerichte von der Außenkarte herunter und erntete erstaunte Blicke. Das sei alles viel zu viel. Ich vergesse immer, dass Tapas hier eben doch meistens Raciones sind. Ich beschränkte mich daher auf Croquetas caseras, Pulpo gallego und Polvito uruguayo als Nachtisch.

Jetzt sitze ich völlig vollgefressen, aber glücklich an meinem PC und teile meinen Tag mit Euch. Morgen? Morgen es mañana. Mal sehen. Freue mich aber wieder auf Eure Begleitung.

Liebe Grüße,
Euer Gerry

P.S.: Übrigens wird daheim gerade der „Ehrwin des Jahres“ gewählt. Auch Peter Norff vom Eselpark Zons (Ehrwin des Monats Juni) ist nominiert. Er sowie das ganze Team vom Eselpark würden sich sehr freuen, wenn er/wir diese schöne Trophäe für ehrenamtlichen Einsatz ergattern könnten. Man kann übrigens auch mehrfach abstimmen. 😎
https://www1.wdr.de/fernsehen/hier-und-heute/ehrwin-des-jahres-116.html

P.P.S.: Unnützes Wissen, Teil 39284. Hier gibt es noch Endstücke im Toastpaket. Und Teil 39285. Früchte- oder Kräutertee heißt hier Infusión. Und Kamille heißt Manzanilla, also irgendwie „kleines Äpfelchen“.

P.P.P.S.: Dem Autor ist nicht so kalt, wie es den Anschein erweckt.

Tag 0&1: Die Anreise

Ihr Lieben,

um 16 Uhr verließ ich die heiligen Wirkstätten meiner Arbeit, um nach Düsseldorf zu fahren, wo ich einen Late-Night-Check-in vornahm, weil ich den Verkehrsbetrieben nur noch zu -273° C traue. Ich wollte nämlich nicht zu spät am Flughafen sein und hatte Befürchtungen, dass ich heute morgen von Köln aus möglicherweise arg in Stress geraten wäre. Und möglicherweise habe ich recht daran getan, denn schon bei dieser Abendfahrt fielen einige Verbindungen aus und Personen im Gleis führten zu Verspätungen.

Am Late Night Check In war zuerst nur ein Schalter geöffnet, davor aber ein fast komplettes AIDA-Schiff mit Abfahrtsort Barbados. Ach herrje! Irgendwann wurde noch ein zweiter Schalter geöffnet und dann ging es einigermaßen zügig weiter, unter anderem weil ein sehr zorniger Mann mit Business-Class-Ticket einen Welle gemacht hat, so dass wir bevorzugt behandelt wurden. Nein, nein! Nicht ich war die Welle, ich habe nur davon profitiert! 🙂

Es ging weiter zu meinem Hotel am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Es heißt zwar verheißungsvoll Ambassador, aber es ist doch eher ein Botschafter, der ziemlich in die Jahre gekommen ist. Was so Dieter Bohlen für die zeitgenössische Musik ist. Aber zentral gelegen und sauber – das Hotel, nicht Dieter. Dennoch waren das Einzige, was ich von Düsseldorf sah, ein Dönerladen und ein Rewe-Markt. Im Hotel schaute ich dann seit gefühlten fünf Jahren einmal wieder Fernsehen. Ich weiß nun wieder, warum ich das nicht mehr tue! Auf allen Kanälen nur Blödsinn! Ich blieb hängen an einem „Verstehen Sie Spaß“-Abklatsch, der dermaßen grottig war, dass ich nach einer halben Stunde völlig genervt (auch weil der Wein aus dem REWE untrinkbar war) ausschaltete und zu Bett ging, um 21:30 Uhr! Natürlich war ich dann um 5:30 Uhr glockenwach. Ich löste mir zwei Tässchen absolut köstlichen Nescafé auf (schudder), trödelte rum und checkte dann gegen 8 Uhr aus, um zum Flughafen zu fahren.

Auch hier schon wieder Chaos, falsche Anzeigen, Verspätungen, Ausfälle; das wird in diesem Leben nichts mehr mit der Deutschen Bahn. Im Wartebereich am Flughafen dann ein einziges Geröchel, Gekeuche und Gehuste. Virenlastüberschreitungsalarm im Flieger. Neben mir im Flieger saß dann ein unglaublich voluminöser Mensch. Gott sei Dank war ein Platz dazwischen frei. Er brauchte eine Sicherheitsgurtverlängerung und quoll nur so über die Sitzlehnen. Warum ich das erzähle? Weil er schon vor dem Start einschlief und geschnarcht hat, wie noch kein Mensch zuvor. Ich habe ihn dann einfach immer wieder angestupst. Das fand er zwar nicht so toll, aber ich habe ihm nach dem vierten Mal erklärt, dass ich nicht vier Stunden Kreissägen hören wolle, das hat er dann eingesehen. Wir kamen pünktlich am Flughafen Las Palmas an. Dort wartete schon ein Fahrer, der mich und einen anderen Fluggast zu dem weit vor den Toren des Flughafen liegenden Autoverleiher fuhr (so viel zu „im Terminal“). Dort lief aber alles relativ problemlos (nur ein Pärchen vor mir hatte zwar eine Kreditkarte, aber keinen PIN, das war vielleicht ein kleines Drama! Aber während sie mit daheim telefonierten, um die PIN herauszubekommen, war ich dran) und so fahre ich jetzt einen kleinen schwarzen Toyota Aygo, den ich Manuel Benicio Bolsoblanco taufte, nach den Buchstaben auf seinem Nummernschild. Im Laufe des Urlaubs nennen wir ihn vielleicht einfachhalber nur MBB. Außer, wenn er etwas sehr, sehr Böses gemacht hat.

In nullkommanichts war ich bei meiner Ferienwohnung, die leider nicht so toll ist, wie es mir vorgestellt habe, aber ich werde es vier Wochen dort aushalten können. Blöderweise ist direkt vor dem Haus eine Großbaustelle, denn dort wird die ganze Straße aufgerissen. Zudem ist das obere Geschoss unglaublich warm. Klar, die Sonne scheint den ganzen Tag auf das Flachdach, da heizt es sich schön auf. Die Schlafzimmer eine Etage tiefer sind dafür aber einigermaßen kühl. Die Einrichtung ist mir viel zu spartanisch, es gibt keinen Herd, obwohl die Küche riesig ist. Der Kühlschrank ist dermaßen winzig, das ist für einen Weißweintrinker schon ein Problem. Aber wie gesagt, ich werde mich arrangieren.

Ich fuhr aufs Geratewohl los, um auf einen Supermarkt zu stoßen. Es war dann ein LIDL, wo ich mich mit dem Nötigsten eingedeckt habe; ich musste dreimal die Treppen hoch und runter laufen, so viel zum „Nötigsten“, den Kaffee habe ich aber natürlich völlig vergessen. Ich fing an auszupacken und mich einzurichten. Dann die große Katastrophe: das WLAN funktionierte nicht. Ich schrieb sofort an die Vermieterin, die mir durch eine sehr dünne Blume erklärte, ich sei wohl zu blöd, aber sie käme abends vorbei. Es stellte sich dann im Schriftverkehr heraus, dass sie das richtige Passwort zwar auf ein Informationsblatt aufgeschrieben hatte, das irgendwo in ihrer Wohnung aufzufinden sein sollte, bei AirBNB hingegen hatte sie eine falsche Zahlenfolge hinterlassen. Na ja, nun geht es ja. Die Nummer ihrer Putzfrau hat sie mir auch noch geschickt, dann muss ich mich darum auch nicht kümmern. Putzen im Urlaub, dazu kommt’s noch!

Ich lief einmal die wunderschöne Promenade hoch und runter und habe dann im Salón de la Sal ein erfrischend kühles Bier… na gut, und dann noch eins. Eigentlich wollte ich am Ankunftstag schon nett Essen gehen, aber der Tag hat mich doch etwas mitgenommen, so dass ich mir zu Hause einfach nur ein Bocadillo gemacht habe, das ist spanisch für ein aufwändig belegtes Brot. Gleich werde ich mir mal überlegen, was ich alles so anstellen will, morgen werde ich wahrscheinlich nach Las Palmas reinfahren. Ich mache das aber vom Wetter abhängig. Es würde mich freuen, wenn Ihr morgen auch wieder dabei wärt.

Liebe Grüße,
Euer Gerry

Der Autor testet wieder völlig selbstlos lokale Produkte – alles nur für Euch!

Prolog: Überwintern als Energiespartrick

Ihr Lieben,

schon im Frühjahr beschloss ich, den Dezember wieder auf den Kanaren zu verbringen. So hatte ich es ja schon 2019 gemacht (um einen Spanischkurs zu besuchen) und ich fand es ganz wunderbar! Damals hatte ich sehr nah an der Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria eine Wohnung gemietet, was prima war, da ich in Nullkommanix in der Sprachschule war, Theater und Oper besuchen konnte und einiges anderes an Kultur geboten bekam.

Zweimal war ich damals mit dem Auto in Arinaga, einmal zur Besichtigung und einmal am Abflugtag, um noch einmal kanarisch zu essen. Es ist eine eher untouristische Stadt, an die ich aber gute Erinnerungen habe. Zum einen ist sie eben untouristisch, hat aber eine sehr schöne, lange Strandpromenade und zum anderen eine respektable Restaurantdichte und die beiden von mir besuchten Gaststätten hatten wunderbares Essen kredenzt. Daher nehme ich dieses Mal dort Logis. Und: Die Lage nahe der Wetterscheide (Gran Canaria wird gerne als Mikrokontinent bezeichnet – im Norden bewölkt, im Süden sonnig) erlaubt mir, je nach Laune in kühle oder wärmere Regionen auszuflügeln (TM). Nur der Westen, den ich auch sehr schätzen gelernt habe, ist dann natürlich schlechter zu erreichen. Aber ehrlich: Das ist vom Norden und Süden aus auch kein Spaziergang.

Gemietet habe ich eine Wohnung in zweiter Reihe, kann aber angeblich durch eine Lücke in der ersten Reihe das Meer sehen. Ein Auto habe ich mir auch gegönnt (diesmal leider nicht für nur 18 Euro den Monat) und der Flug ist mit Condor – und jetzt haltet Euch fest – in der Business Class. Damals zum Preis von einem Economyclass-Ticket bei den Konkurrenzfliegern. Ich muss dafür zwar nach Düsseldorf, aber das ist ja auch zu bewältigen. Ich werde dort auch übernachten, denn bei den chaotischen Verhältnissen im Nahverkehr…. So kann ich notfalls mit einem Taxi zum Terminal.

Tja, was habe ich denn so vor? Ich habe eine Konzertkarte für das Auditorio Alfredo Kraus gebucht und ansonsten keine Pläne. Ich will versuchen, mich mit Menschen zu unterhalten, um mein Spanisch aufzupolieren, und noch einige Ecken anzusehen, die ich 2019 nicht ansehen konnte. Zwei befreundete Nachbarn werden parallel zu mir ein paar Tage im Süden verbringen, wir werden uns wohl das ein oder andere Mal sehen.

Es wird nicht die spannendste Reise meines Lebens werden, aber ich möchte dennoch ab und zu etwas über die Insel schreiben und würde mich freuen, wenn Ihr mich wieder virtuell auf der Reise begleitet. Quasi Mittwoch geht es also los, Donnerstag bin ich dann nachmittags vor Ort.

Sollte ich einmal nichts posten, dann liegt das wahrscheinlich eher an technischen Problemen oder unspektakulären Tagen, an denen ich nichts zu berichten weiß, als daran, dass ich mich einer Sekte zur Verehrung des Idolo von Tara angeschlossen, der Welt entsagt habe und mich künftig nur noch von Papas Arrugadas und Gofio ernähre.

Also, ich freue mich und hoffe, Ihr schaut von Zeit zu Zeit mal rein. Alles Liebe, Euer

PS: Ich stelle die Heizung runter und schalte die Sicherungen aus; bei den jetzigen Preisen habe ich damit den Flug ja quasi wieder raus. 🙂

Meeresfrüchte-Pasteten

Ihr Lieben,

ich habe TK-Blätterteig, der verarbeitet werden muss. Und Frühlingszwiebeln. Und die Kokosmilch musste ich auch mal nach Verfallsdatum sortieren. 🙂

Daher ging ich mittags zur Tiefkühltruhe meines Vertrauens und erstand gemischte Meeresfrüchte. Die tauen bis zum Abend schon mal gut auf in einem Sieb.

Daheim rolle ich den TK-Blätterteig noch einmal ein bisschen aus und baue mir dann Förmchen daraus, die ich mit Eigelb-Milch-Gemisch bestreiche und im Ofen nach Packungsanweisung backe. Hinweis: Ein Muffinblech leistet hier gute Dienste. In der Form siehe Bild unten, auf der Rückseite der Form siehe Beitragsbild (da kann man dann auch die „Kuppeln“ gut drauf machen).

In der Zwischenzeit bestäube ich die aufgetauten Meeresfrüchte mit etwa 2 EL Mehl und brate die dann in einem großen Topf mit etwas Rapsöl an. Ein oder zwei klein gewürfelte Schalotten dazu sowie das weiße der geputzten Frühlingszwiebeln. Dann eine Packung Kokosmilch mit einem Tütchen gelbem Thai-Curry dazu. Sollte das Ragout zu flüssig sein, wird noch einmal mit Mehlbutter gebunden. Dann noch einen Spritzer Zitronensaft dazu und abschmecken.

Das Ragout in die Blätterteigförmchen füllen, mit dem Grünen der Frühlingszwiebelgrün garnieren und mit Salat nach Wahl servieren.

Ich mag die Kuppel über den Schiffchen, aber es geht natürlich auch so:

Wegen einer Nachfrage dieser Nachtrag:

Da waren sie natürlich noch nicht richtig ausgebacken.

Lamm-Gemüse-Eintopf

Ihr Lieben,

aus dem türkischen Supermarkt brauchte ich neulich ein paar Gewürze und da stieß ich auf eine Mischung namens Baharat. Das ist – wenn man das so sagen darf – das arabische Curry. Jeder mischt es anderes, aber gewisse Basisgewürze sind wohl gleich. Damit wollte ich dann umgehend mal einen Eintopf probieren. Direkt im Laden noch mit Lammgulasch, scharfer Rindswurst und diversen Gemüsen eingedeckt und daheim dann losgelegt.

Zuerst briet ich das Gulasch in reichlich Olivenöl an, gab darauf dann die Zwiebeln, Knoblauch und gewürfelte Kartoffeln und würzte hier schon ausgiebig mit der neuerworbenen Mischung. Darauf dann kleingeschnittene Wurst, Zucchini, Paprika und Tomaten und nochmal gut würzen, auch mit Salz und Pfeffer und einem Extralöffelchen Zimt. Eine Bergchili habe ich auch noch reingepresst. Wie immer sind die Ingredienzen austauschbar. Lauch oder Aubergine oder mit Huhn. Bei mir müssen halt immer Zwiebeln, Kartoffeln und Knoblauch in solche Eintöpfe.
Jetzt einen Liter Gemüsebrühe angießen und so lange köcheln lassen, bis das Fleisch zart und die Kartoffeln weich sind. Ich habe das im Schnellkochtopf gemacht und habe nach 35 Minuten abgedampft. Das haute hin. Nachwürzen und mit Pitabrot auf den Tisch.

Meinen südamerikanischen Gästen hat’s geschmeckt 🙂

Kaffeekränzchen: Tarte au Chocolat und Pfirsich-Quark-Joghurt-Torte

Ihr Lieben,

von Zeit zu Zeit treffe ich mich mit meinem Vater und meinen Brüdern zu einem Kaffeekränzchen 🙂 Heute war ich Gastgeber, daher kredenzte ich selbstgemachten Kuchen und – da auch meine beiden ältesten Neffen mitkamen – davon direkt derer zwei. Beide bereitete ich zu einen Tag zuvor zu.

Einfach, aber ganz lecker ist eine Tarte au chocolat. Für die trenne ich 4 Eier und schlage das Eiweiß mit einer Prise Salz steif. Dann schlage ich einen halben Block weicher Butter mit 175 Gramm Zucker und den vier Eigelben zu einer homogenen Masse, in die ich dann die nicht mehr heiße, aber zuvor im Wasserbad geschmolzene Schokolade gebe (ich nahm 250 Gramm von der Sorte Madagaskar 70%). Wieder verrühren, etwa 50 Gramm Mehl mit einem halben Teelöffel Zimt und einem Esslöffel Vanillesirup ebenfalls einrühren und dann den Eischnee unterheben. Ab in eine gefettete Springform (24er, ich habe aus Versehen eine 28er genommen, da wurde der Kuchen etwas dünn) und für 20 Minuten in den vorgeheizten Ofen bei 200°C. Nach dem Abkühlen mit Schokoglasur überziehen (150 Gramm der gleichen Schoggi mit 100 ml Sahne Schmelzen lassen und auftragen. Den Kuchen serviere ich mit Sahne und einem Beerenkompott (TK Waldbeeren mit ein wenig Gelierzucker aufkochen und wieder erkalten lassen, Verhältnis etwa 4:1, es soll ja keine Marmelade werden).

Kuchen Nummer zwei ist eine Pfirsich-Joghurt-Quark-Torte (oder PfiJoQuaTo) ohne Backen. Ich verrühre 1 kg 10%igen Joghurt mit 500 Gramm Vollfettquark (40%), 200 Gramm Zucker, einer Tüte Vanillepuddingpulver und dem Abrieb und dem Saft einer kleinen Zitrone. Die Masse gebe ich, wie beim Hang-Op, in ein mit einem sauberen Baumwolltuch ausgelegten Sieb und lasse sie ein paar Stunden abtropfen.

Währenddessen zerbrösele ich mit einem Nudelholz 200 Gramm Karamellkekse und mische sie mit 100 Gramm geschmolzener Butter. Mit diesem „Teig“ bedecke ich den Boden einer Springform und stelle diese dann für einige Zeit kalt. Später gieße eine Dose Pfirsiche ab, schneide die Hälften der Früchte in Achtel und lege den Boden damit aus (ein paar Schnitze zurückbehalten für die Deko). Darüber dann die Quark-Joghurt-Creme (etwas zurückbehalten) und glattstreichen, wieder ab in den Kühlschrank. Vor dem Servieren dann aus der Springform lösen, die Seiten mit der übrigen Creme nachstreichen, noch ein bisschen Pfirsichdeko drauf und fertig ist eine erfrischende und unkomplizierte Torte. Schön ist zwar anders, sie suppte bis zum Servieren ein bisschen aus, aber ich bin ja auch kein Konditor. Schmeckt trotzdem.

Quittengelee (und ein bisschen Kindheitskram)

Ihr Lieben!

Meine Oma Olfen hatte einen wunderbaren Garten, mit vielen Obstbäumen und -sträuchern, Rosenbeeten, einer riesigen, windgebeutelten Kiefer vorm Haus. Es war ein kleines Paradies. Kirschen, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Stachelbeeren und, und, und… Und ein Quittenbaum, der ein von uns Kindern eher misstrauisch beäugtes Schattendasein führte. Konnte man doch dieses harte, merkwürdige Obst nicht verzehren. Meine Großmutter machte daraus immer Gelee, das sehr lecker war, aber die Frucht an sich war mir suspekt. Inzwischen habe ich dazu gelernt. Aus der Überproduktion von Bäumen der Bekannt- und Verwandtschaft machte ich Quittenlikör, Quittenbrot, Quittenmus und auch Gelee. Nicht zu vergessen: Rotweinquitten zu Wild.

Nun hat mir meine liebe Nachbarin Beate eine halbe Tüte Quitten in den Spanischkurs mitgebracht. Daraus machte ich dann nur Gelee, weil mir dieses Endprodukt noch am meisten zusagt. Wobei der Likör auch was konnte. Das Gelee nimmt etwas Zeit in Anspruch, ist aber super simpel, auch wenn man keinen Entsafter besitzt, den meine Oma natürlich hatte! Und der damalige Entsafter hat nichts mit den Modellen von heute zu tun! Googelt mal.

Aber wie machen wir denn nun das Gelee? Zuerst werden die Früchte gründlich geschrubbt, der Flaum muss weg. Dann werden Blüte, Stiel und Kerngehäuse entfernt und die Quitten geachtelt. Man könnte auch das ganze Obst nehmen, aber die Kerne enthalten z.B. Blausäure. Man müsste einiges an Quittengelee essen, um einen Effekt zu spüren, aber sicher ist ja bekanntlichermaßen sicher. Faule Stellen muss man natürlich großzügig ausschneiden, bei Schimmel ist die ganze Frucht wegzuwerfen. Achtung: Braunes Fruchtfleisch heißt nicht automatisch Fäule; das kann von Wassermangel kommen oder von zu später Ernte. Das Obst ist dann trotzdem verwendbar. Man merkt den Unterschied aber: Faul = weich, verfärbt = fest.

Die geachtelten Quitten kommen in einen großen Topf, es wird der Saft einer großen Zitrone zugegeben und Gewürze nach Wahl. Ich nahm eine Zimtstange und eine große Knolle grob zerteilten Ingwer mit Schale. So etwa 5 der allgegenwärtigen Daumengroßeningwerstücke. Alles knapp mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen, runterschalten und für ein bis zwei Stunden köcheln lassen. Bei mir waren es 80 Minuten, bis die Früchte weich waren und eine toller Duft nach Quitten die Bude durchwehte.

Jetzt einen noch größeren Topf nehmen, dort einfallsreich ein Seih- oder Passiertuch befestigen und die gekochten Quitten mit dem Sud in das Tuch spedieren und gut abtropfen lassen. Die Menge an Flüssigkeit wird abgemessen und eine entsprechende Menge Gelierzucker hinzugefügt (2:1). Nach ein paar Minuten sprudelnden Aufkochens kann man dann ein bisschen der Flüssigkeit auf eine Untertasse tropfen lassen und beurteilen, ob der Grad der Festigkeit des Gelees für einen persönlich ausreicht. Wenn nicht, sollte man das Gelee noch weiter kochen lassen. Man kann übrigens noch Vanille oder Rum zugeben (oder was man auch immer als passend erachtet). Ich nahm auf 1,5 Liter ein Schnapsglas Triple Sec und etwas Vanille.

In sterile Gläser füllen, gut verschließen und voilà…. hat man eine leckere Kindheitserinnerung.

Was den Garten von Oma Olfen angeht: Den gibt es nicht mehr. Die Käufer des Hauses hatten etwas gegen Bäume und Früchte. Was sehr traurig ist. Der große Pflaumenbaum ragte weit in den Himmel und man konnte am besten ernten, wenn man auf das Garagendach stieg, bis zu dem die Äste reichten. Und dann war Klettern angesagt. Heutzutage in vielen Familien wahrscheinlich undenkbar. Und man durfte keine Angst vor Wespen haben. Die mochten die dicken, prallen, tiefvioletten Zwetschgen genau so sehr wie wir. Gegenüber, an der anderen Ecke des Hauses die Kirschen. „Könnt Ihr nächste Woche in die Kirschen gehen?“ hieß es in Westfalen. Wir gingen oft in die Kirschen. Und aßen Kirschpfannekuchen, Kirschkuchen und kochten die roten Früchte ein. Die Stachelbeeren! Es gab die grüne, die gelbe (meine Lieblinge!) und die rote Sorte. Die Kernobstbäume trugen nicht viel, aber lecker. Da kommt kein Pink Lady aus dem Supermarkt ran. Aber vielleicht ist all das nur Verklärung. Es war ein bisschen heile Welt. Und die Quitte gehörte auch irgendwie dazu.

Apfel-Chutney

Ihr Lieben,

diese Woche habe ich eine halbe Tüte Äpfel geschenkt bekommen, handgeerntet aus dem Garten des Waldschlösschens. Daraus machen wir heute चटनी.

Chutneys stammen aus der indischen Küche, wo sie in der Regel ganz anders daherkommen als hier, in mindestens 3 Millionen Varianten. Schärfer und oft auf Gemüsebasis, mit Zutaten, deren Namen wir noch nie gehört haben, geschweige denn, dass sie sich im Vorratsschrank stapeln. Ich versuche mich an einer eher britischen, aber gewürzten Variante mit Äpfeln, Zwiebeln und Essig.

Durchdachtes mis en place verhindert ein späteres Mies am Platz.

Die Äpfel werden geschält, entkernt und gewürfelt. Die Würfel (ca. 1,5 kg) kann man direkt in eine Mischung aus 200 ml Essig und 200 ml Wein geben, da sie dann nicht so dunkel werden. Ich nehme Branntweinessig und Wein, aber es gehen auch Apfelessig und Cidre/Apfelsaft. Dann würfele ich noch drei rote Zwiebeln.

Dann werden ein Stück Ingwer, 1 oder 2 Chili und Knoblauch je nach Gusto kleinstgewürfelt und ein kleiner Gewürzteller vorbereitet: Koriandersamen, Kardamom-Samen (der Inhalt der grünen Kapseln), aromatischer Pfeffer, Senfsaat und Kreuzkümmel, alles etwas angemörsert. Je einen gestrichenen Teelöffel von jedem bei der o.g. Apfelmenge. Bereitzuhalten sind noch ein Sternanis und eine Zimtstange und 2 oder 3 Nelken. Das ergibt jetzt keine allzu scharfe Variante, da ich etwas vom Chutney an die Apfelspenderinnen weitergeben möchte, und mindestens eine davon mag nicht so scharfes Zeuchs.

Die Gewürze vom Teller rösten wir in einem ausreichend großen Topf ohne Fett kurz an, bis es duftet (solange gut rühren!) dann geben wir die „nassen Gewürze“ Ingwer, Chili und Knofi dazu und löschen nach einer Minute mit dem Essig-Wein-Gemisch ab (am besten durch ein Sieb, dann fängt man die mit herausfallenden Apfelstückchen auf). Weitere 300 ml Wein angießen, einen Teelöffel Salz sowie 350 Gramm braunen Rohrzucker dazu und aufkochen. Rühren, bis Salz und Zucker sich aufgelöst haben. (Fragt das Salz den Zucker: „Warum sind Sie denn heute so aufgelöst? Zu heiß hier?“. Antwortet der Zucker: „Jaja, streuen Sie nur Salz auf meine Wunden!“.)

Jetzt geben wir die Zwiebeln, den Sternanis, die Zimtstange, die Gewürznelken und die Äpfel sowie den Saft einer Zitrone hinein und lassen das ganze so lange köcheln, bis wir die gewünschte Konsistenz haben. Wikipedia dazu: „Die Beschaffenheit reicht von flüssig über cremig bis hin zu pastös.“ Ich mag es musig mit noch kleinen Stücken Äpfel drin. Vorsichtig abschmecken und noch heiß in heiß ausgespülte Twist-Off-Gläser füllen. Rand gründlich saubermachen, Deckel drauf und abkühlen lassen.

Passt zu Aufschnitt, Käse und auf Brot. Super auch: Mit Mayonnaise und etwas Banane durchgematscht als Dip zum Fondue.

Krefeld

Ihr Lieben,

Krefeld? Häh? Jaja, Ihr Reichen und Schönen, das ist einen Ausflug wert. Früheres Textilzentrum NRWs (mit entsprechendem Museum) und geschichtlich ein bedeutendes Zentrum von der Römerzeit an. Und durch den Stadtteil Linn beschenkt mit einem historischen Altstädtchen samt einer wunderschönen Burganlage.

Ich wollte mich mal wieder mit der Familie meines Bruders Hagen treffen und wir verabredeten uns für diesen Sonntag. Das war ein paar Tage her und die Langzeit-Wettervorhersage war zum Fürchten. Dennoch entschieden wir uns, einen Ausflug zu machen. Kloster Kamp und Krefeld-Linn standen zur Auswahl. Und da meine Nichten noch nicht in Linn waren, fiel die Wahl darauf. 14 Uhr vor dem Burgmuseum war ausgemacht.

Was für eine Freude dann heute, als ich aus dem Fenster sah und nicht ein Wölkchen am Himmel stand. Ich beschloss, eher loszufahren, um eine kleine Fotosafari rund um Burg Linn abzuhalten, um später ungestört mit Hagen, Inga und den beiden Prinzessinnen Zeit verbringen zu können. Die hatten übrigens die gleiche Idee, so dass, als wir uns im Museumscafé trafen, wir alle schon erste Eindrücke gesammelt hatten. Wir nahmen noch ein paar Getränke dort zu uns und besuchten fast alle noch einmal die Örtlichkeiten. Das WC liegt so, dass man schon für „umme“ durch das halbe Museum laufen kann, das finde ich schon erstaunlich.

Wir beschlossen, zuerst den Burgturm zu besteigen (163 Stufen), weil es trüber zu werden schien; dabei wollten wir doch eine himmelblaue Aussicht. Gesagt, getan, Tickets gekauft und auf zur Burg. Wir waren total begeistert. Nicht nur vom Gemäuer, sondern auch vom Personal dort. Uns wurde alles erklärt, wir konnten außer grandiosen Fernblicken vom Turm auch das Innere der Burg erleben, Schwerter und Kettenhemden mal anheben, wurden über Verteidigungsanlagen und Eigenarten von Rüstungen aufgeklärt… Also, das waren schon weit über Durchschnitt engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Oder es lag daran, dass wir einfach eine bezaubernde Familie sind. 🙂

Einen Turm, zwei Wehrgänge, einen Rittersaal und diverse Kemenaten (und diverse WC-Gänge mit Kindern 😉) später fanden wir uns im Jagdhaus wieder. Das ist schon sehr schön eingerichtet und ist fast auch ein Instrumentenmuseum. Brahms soll dort gewesen sein. Übrigens der erste Ehrenbürger der Stadt Hamburg aus der Musikbranche. Guess, who was second? Das ist Udo Lindenberg; Hamburg ist schon seeehr wählerisch.
Das Musikautomatenzimmer, das ich dort wähnte, war geschlossen, aber wir konnten 20 Cent in ein Symphonium davor werfen und der Musik lauschen. Sehr schön gestimmt und ein nettes Lied. Dennoch konnte ich mir nicht verkeifen, die Aufsichtsdame zu fragen, wie oft sie das Lied so am Tag ertragen muss. Sie blickte gequält und meinte, ein paar Mal weniger wäre auch okay. Ich finde das sympathisch, solidarisiere mich mit ihr und fordere 2 Euro Einwurf statt der 20 Cent.

Nach einem Rundgang durch die ansprechende Altstadt, deren wichtigstes Besuchsziel das Eiscafé darstellte, landeten wir im archäologischen Museum. Ich bin mir vollkommen sicher, dass es eine ganz tolle Ausstellung ist! Aber ich bin ein RGM-geschädigtes Kind. RGM? Das steht für römisch-germanisches Museum. Und das RGM steht in Köln. Und das musste ich in meiner Kindheit mehrere tausend Male besuchen. Das prägt. Ich kann keine kaputten Tontöpfe mehr sehen und es hat sich auch ausgevast. Himmel, es sind Vasen! Aber die Kinder hatten Freude und sind dankenswerterweise in einem Affenzahn durch die Ausstellung gepest. Und, ehrlicherweise, das ein oder andere Ausstellungsobjekt hat auch mich interessiert. Ein eintausend Jahre altes Schiffswrack z.B. oder Modellansichten der Städte im Umkreis zu verschiedenen Zeiten, viele davon kenne ich ja. Und nein, Eure Witze, dass Ihr schon immer wusstet, dass ich schon Anno 1600…. Im dritten Stock wurden wir übrigens nach unseren Eintrittskarten gefragt. In breitem slawischen Akzent wurde uns erklärt, dass wir keine Ahnung hätten, wie viele Menschen auf das WC gingen und dann einfach so ohne Ticket das Museum anschauen. 🙂

Alles in allem ein schöner Tag mit Familie an einem besuchenswerten Ort. Und das bei Kaiserwetter. Danke, Hagen, Inga, Johanna und Theresa für den wunderbaren Tag!

Liebe Grüße, Euer

Diese immer so unterschiedliche Mimik… Erstaunlich!

Kürbis-„Lasagne“

Ihr Lieben,

Herbstzeit – Kürbiszeit. Ich habe schon vor Tagen einen Butternut- und einen Hokkaido-Kürbis erstanden und jetzt kommt der orange Hokkaido endlich mal zum Einsatz: Wir machen einen Schichtauflauf mit Kürbis, Hackfleisch und Mozzarella.

Zuerst bereiten wir die Hackfleischmasse vor. Ihr könnt da nehmen, wonach Euch ist; meine ist aus gemischtem Hack, das ich mit Zwiebelchen, Karottenwürfelchen, Paprikawürfelchen, Gemüsebrühpaste, frischem Ingwer, frischem Knoblauch, Chili und einer wilden Würzmischung aus Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Kreuzkümmel und Koriandersamen anbrate und ein Glas Aywar (oder vergleichbare Paprika- oder Tomatenpaste) unterrühre. Schluck Wein dabei. Und einen in den Koch. Das Fleisch kann dann etwas vor sich hinköcheln.

Sekante 🙂

Danach waschen wir den Kürbis gut ab und befreien ihn von eventuellen unschönen Stellen. Dann schneiden wir möglichst große Stücke durch ausgewählte Sekanten des kreisrunden Kürbisses ab (ach Du Herr, jetzt wird er neunmalklug!), die wir durch eine Mandoline (und jetzt auch noch Küchenlatein!) jagen, so dass wir flache Scheiben erhalten.

Mandoline. Passt auf Eure Flossen auf! Am besten einen Schneidschutz benutzen!
Die „Lasagne“; beim Hokkaido kann man die Schale gut mitessen

Die Auflaufform buttern bzw. fetten und mit Kürbisscheiben auslegen. Darauf abwechselnd Hackfleisch, Mozarella und Kürbisblätter schichten. Abschließen mit Kürbis, den wir noch mit Emmentalerraspeln und Butterflöckchen verzieren. Ja, doch, im Falle von Käse heißt „verzieren“ etwa eine ganze Tüte.

Quasi die Panierstraße – und ich verteile alles auf zwei Formen

Ab in den Ofen für etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde, je nachdem, wie weich Ihr den Kürbis und wie dunkel Ihr den Käse haben möchtet. Ca. 180°C auf der Mittelschiene. Weicher Kürbis und heller Käse? Dann nach einiger Zeit mit Folie abdecken und eher auf unterer Schiene backen.

Dazu habe ich mir einen schönen St. Laurent aus Alzey gegönnt, der passt prima dazu.