Orangen-Upside Down-Kuchen

Ihr Lieben,

im amerikanischen Filmen und Serien taucht gelegentlich mal ein Pineapple Upside Down Cake auf. Das ist ein berühmter amerikanischer Kuchen. Ein andere Art Tarte Tatin, wenn der Vergleich gestattet ist (naja, sind schon zwei verschiedene Paar Schuhe). Aber da ich ja jetzt kiloweise Orangen daheim habe, mache ich den mit Orangen. Wieso ich so viele Orangen habe? Ich habe einen Baum in der Nähe von Valencia adoptiert und erhalte jedes Jahr 80 Kilogramm Früchte. Übers Ernte-Jahr verteilt natürlich.

Die Orangen schäle ich und schneide sie in Scheiben. Ich brauchte übrigens ein paar mehr als auf dem Foto. Erstens ist so eine Springform doch größer als ich dachte und zweitens habe ich gefühlt jede dritte Scheibe gegessen. Die Orangen sind aber auch so was von legga!

In die Springform klemme ich Backpapier ein und sprühe die ganze Form mit Backtrennspray aus. Dann gebe ich eine verrührte Masse aus je 50 Gramm braunem Zucker und Butter auf das Backpapier und streiche sie glatt. Darauf dann die Orangenscheiben. Beim Pineapple Cake kommen dann in die Lücken Cocktailkirschen. Ich nahm stattdessen halbierte Weintrauben.

Auf dieses Kunstwerk kommt dann ein Teig, der aus 150 Gramm Butter, 100 Gramm Zucker, 2 Tütchen Vanillezucker, 2 Eiern, einem 2/3 Tütchen Backpulver, einer Prise Salz und 150 Gramm Mehl und ein bisschen Orangenabrieb (je nach Geschmack) angerührt wird. Dann so lange Orangensaft zugeben, bis der Teig geschmeidig ist und sich gut auf dem Obst verteilen lässt.

Den Kuchen nun für ungefähr 45 bis 50 Minuten bei 180°C in den vorgeheizten Ofen. Ich setze vorsichtshalber noch eine Tarteform unter die Springform, falls etwas auslaufen sollte. Auf die Bräune achtgeben und darauf, dass der Küchenwecker nicht hängen bleibt (Insider? Nein, siehe hier!). Etwas abkühlen lassen und dann stürzen. ¡Que aproveche bien!

Übrigens: Auch meine Orangenmarmelade ist sehr lecker. 🙂

Glühwein-Gulasch mit Champignons

Ihr Lieben,

vorletztes Jahr gab es beim Großhändler einen Winzerglühwein auf der Angebotsfläche, da nahm ich mir mal von jeder Sorte (Bacchus, Dornfelder und Rosé-Cuvée) eine Flasche zum Probieren mit. Und ich fand die super. Natürlich war dann der ganze Bestand nach drei Tagen verkauft, so dass ich keinen mehr bekam, als ich aufstocken wollte

Letztes Jahr im November stand der dann wieder da. Da haste aber mal nen Gerry stapeln sehen. Kartonweise wurde Cora beladen! Einer nach dem anderen. Und jetzt stehen gefühlt 20 Kisten im Keller, selbst ich kann ja gar nicht so viel trinken. Daher wird jetzt mal eine Flasche verkocht.

Ich schwitze in Sonnenblumenöl ein Kilogramm grob gehackte Zwiebeln an und gebe dann ein Kilogramm Rindergulasch dazu. Gut umrühren, bis alles rundum leicht angebraten ist. Darauf ein Kilogramm gewürfelte Kartoffeln und ein Kilogramm geputzte und halbierte kleine Champignons. Jede Zutat nach Geschmack würzen. Ich nehme Salz, Pfeffer und Chilipfeffer. Oben drauf dann 3 gehäufte Teelöffel Gemüsebrühe und zwei Teelöffel Zucker. Eine Flasche Glüh-Dornfelder angießen, zwei Zimtstangen versenken, Topf verschließen und schmoren lassen (bei mir im Ofen 150°C, ca. 3 1/2 Stunden), bis das Fleisch schön zart ist. Währenddessen eine weitere Flasche Glühwein konsumieren, um die Wartezeit zu überbrücken.

Und jetzt kann man das Ganze verbesondern. Zum Beispiel mit dunkler Marmelade und noch mehr Zimt. Oder aber mit getrockneten Früchten wie Aprikosen oder Datteln, die dann aber gegen Ende noch etwas mitkochen sollten. Zuletzt ggf., je nach Gusto, noch etwas andicken und mit Nudeln oder Spätzle auftischen oder einfach pur als Eintopf genießen.

Guten Hunger!

P.S.:
1 Glühwein
2 Glühwein
3 Glühwein
4 Glllwein
5 Glllwnnn
6 Glwn
7 Glprzbrmtz

Neues aus Neuss

Ihr Lieben,

vor einiger Zeit hatte ich mich schon für gestern mit meiner lieben Gattin Elke zum Abendessen in Neuss verabredet, da schien es mir praktisch, vorher beim Eselpark Zons vorbeizusehen. Liegt ja auf halbem Weg. Die Idee war, entweder auf Alkohol zu verzichten und zurückzufahren oder aber bei Elke zu übernachten. Diese geriet darüber in wilde Panik (IMMER diese Übertreibungen!), weil sie das Gästezimmer inzwischen als Abstellraum zweckentfremdet hatte.

Dann passierte vorher etwas. Man hatte mir in der Nacht zu Mittwoch den Wagen geplündert. Ich lief auf dem Arbeitsweg zum Auto die Salmstraße entlang und bekam fast einen Herzkasper, als ich von Ferne Cora mit geöffneter Beifahrertür und offenem Kofferraum entdeckte. Mir war klar, dass das keinen guten Start in den Tag bedeuten sollte. Und tatsächlich: Handschuhfach herausgerissen (!), Rückfahrmonitor und Bluetoothtransmitter, Ladegeräte, Taschenlampe und diverse andere Dinge geklaut. Aber das Schlimmste war, dass es goss wie aus Kübeln und natürlich die Beifahrerseite und der Kofferraum völlig durchnässt waren. Ich hätte Quadrate…

Und so ein Erlebnis sorgt ja dafür, dass man sich unsicher fühlt. In Zons hatte ich für mehrere Hundert Euro Wein abzuholen. Den wollte ich jetzt nicht mehr im Kofferraum lassen. Daher war klar, dass ich zurückfahren musste. Aber auch bei Elke wollte ich ihn nicht mehr als erforderlich unbeaufsichtigt stehen lassen. Ihr seht, man wird ein bisschen paranoid. Um die Sache vorwegzunehmen: Ich fuhr vom Eselpark wieder nach Köln und von dort aus verspätet und voll gestresst mit dem Zug nach Neuss. Gestresst und verspätet, weil ich keinen Parkplatz fand, den Wein noch in den Keller bringen musste, rasend viel Verkehr war und dann die KVB zuverlässig wie immer Zugausfälle hatte. Aber Elke hatte einen Spaghetti-Bolognese-Auflauf zubereitet, der hat einen wunderbar wieder versöhnt. Und eine Tüte Weihnachtsbäckerei konnte ich auch noch abstauben. Ein schöner Abend.

Im Eselpark konnte ich nicht wirklich viel helfen, denn es hatte sich schwerst eingenieselt. Dann steht der ganze Hof in einer entzückenden Matschlandschaft und die Tiere sind pladdernass, dann fällt die Fellpflege buchstäblich ins Wasser. Nach Erledigung von ein paar Kleinigkeiten haben wir dann halt auch mal geplaudert, das ist zur Abwechslung ja auch mal schön. Wir waren auch in kleiner Besetzung. Peter musste Rinka abholen, die war als Gesellschaftsdame an ein verwitwetes Pferd entliehen worden. So waren wir nur ein halbes Dutzend im Kaminzimmer. Zwischendurch besuchte ich dann mal die Schafe und Ziegen, plauderte ein bisschen mit meinen Patenkindern Boris, Christel und Milan (ja, ich habe jetzt ein drittes Patenkind!). Ein trotz der Nässe entspannter Nachmittag.

Im Eselpark hat sich in den letzten Wochen viel getan und es wird sich in Bälde noch viel mehr tun. Erfreulicherweise kürten die Zuschauer des WDR Peter Norff nämlich zum „Ehrwin des Jahres“, das ist ein Preis für die Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeit, und das brachte etwas Popularität und einen kleinen Spendenregen mit sich. Am 28. Januar wird es ein Fest für die Helfer geben, da sind Elke und ich dann auch dabei. Jaja, werdet ihr jetzt denken. Dauernd anderweitig beschäftigt, aber wenn’s zu Fressen gibt, ist der olle Kerl sofort wieder am Start. Stimmt!

So, Ihr Lieben, jetzt seid Ihr wieder auf dem neuesten Stand zu den Themen Eselpark und Cora. Zum Kochen komme ich übrigens gerade nicht viel, aber hier wird es auch bald wieder neue Rezepte geben. Ich hatte zwei, drei Sachen ausprobiert, aber die sind mir nicht gelungen bzw. ich fand sie nicht so toll. Gofio escaldado z.B. Das „Mehl“ dafür hatte ich extra mitgebracht. Ich versuche mich dann mit dem Rest mal an einem Brot.

So, genug von Eurer Zeit geklaut. Habt noch einen schönen Sonntagabend!
Euer Gerry

Überraschenderweise wollte Livia mal mit mir knuddeln, ein seltener Moment

Hähnchen und Tomaten in Teriyaki-Sahne-Sauce

Ihr Lieben,

erkältungsbedingt musste ich meine Zusage zu einer Silvester-Party zurücknehmen. Dennoch wollte ich jetzt abends nicht nur Toast essen. Einkaufen wollte ich auch nicht. Mir war schon die Tage vorher alles viel zu voll: die Stadt, die Supermärkte, die Straßen.

Als ich so lustlos am Tag Wäsche wusch, aufräumte und in den PC glotzte, stieß ich bei letzterem auf den Instagram-Kanal „einfachjapanisch“, wo ein netter Mann erklärte, wie einfach man Teriyaki-Sauce selbst machen kann. 1 EL Zucker mit je 2 EL Wasser und Sojasauce sowie je einem EL Wein und Honig mischen. Solange bei geringer Hitze simmern lassen, bis alles dickflüssig wird. Dabei stetig mischen. Habe das sofort ausprobiert und als sehr lecker befunden!

Ich schälte bzw. putzte und würfelte dann 2 rote Zwiebeln, den berühmten Ingwerdaumen, vier Koblauchzehen und eine rote Chilischote und briet alles in Sonnenblumenöl an, bis es glasig war und lecker roch :-). Dann nahm ich das Gemüse heraus und briet gesalzenes und gepfeffertes Hähnchengeschnetzeltes an, gab später das Gemüse wieder dazu, warf eine Handvoll halbierter Kirschtomaten rein und übergoss alles mit der Teriyaki-Sauce. Dazu noch ca. 100 ml flüssige Schlagsahne. Alles einköcheln lassen und nebenher die Beilage vorbereiten, in meinem Fall Spiralnudeln. Wenn die Nudeln fertig sind, mit Kirschtomaten und Petersilie garnieren und verputzen.

Leute, das war soooo lecker! Durchaus einem Silvesterabend angemessen.

Allen einen guten Rutsch und ein tolles Jahr 2023! Bleibt gesund, optimistisch und gut gelaunt. Euer

Tag 26: Adiós

Ihr Lieben,

das Packen war mal wieder nervenaufreibend. Eigentlich hat FKK ja doch etwas für sich. Was ich wieder für einen Unsinn mitgebracht habe! Zwei Strickpullis und eine Strickjacke z.B. Ich lerne das in diesem Leben auch nicht mehr. Und wieso hat man am Ende einer Reise immer mehr Plünnen als vorher? Wie soll das erst werden, wenn ich im Frühjahr auf Busreise gehe? Ich muss vorher ein Seminar besuchen oder einen Butler engagieren. Ich bin nur froh, dass Condor so großzügige Freigepäcksregelungen hat. Wie? Nee, Mitbringsel passen dennoch nicht mehr rein. Nee, wirklich nicht!

Die Rückgabe des Wagens verlief nicht ganz reibungslos. Manuel hat angeblich eine Narbe, die er vorher nicht hatte. Man musste schon mit der Lupe ran, um die zu sehen. 90 Euro wollte man von mir für die kosmetische Behandlung. Naja, hab ja Vollkasko und bekomme das Geld wieder. Manuel hat jetzt den Beinamen Scarface.

Apropos Wagen: Ich hatte Cora ja am Tag vor meiner Abreise in die Klinik gebracht. Die Elektriktronik war vollkommen durchgedreht und die Glühbirnen sind quasi im Sekundentakt explodiert. Diagnose: Eine neue Lichtmaschine muss her. Am 23.12. rief ich die Werkstatt an, wie es aussähe. Cora hat es überstanden und die Rechnung fällt deutlich niedriger aus als veranschlagt. Man hätte mir wegen des ganzen Hickhacks entgegenkommen wollen. Das finde ich sehr nett! Daher mache ich jetzt mal Werbung:

„Ist Dein Auto nur noch Schrott? Glowacki macht es wieder flott!“

Neinneinnein, Cora, das ist ein Missverständnis! Du bist doch kein Schrott. Du bist einfach nur eine liebenswerte alte Schachtel. Wie? Auch nicht recht? Herrjeh! Was? Nein, ich KANN Manuel nicht mitbringen. Du liebe Güte!

Am Flughafen bei der Gepäckaufgabe offenbarte sich das Deutsche im Kanario. Ich hatte ja nun 30 kg Freigepäck und 16 kg Handgepäck. Der Koffer wog 23 kg. Ich fragte, ob ich meinen Rucksack (10 kg) auch aufgeben dürfe. Das hat dann 3 Mitarbeiter 15 Minuten beschäftigt. Ich bot mehrmals an, ihn doch mit an Bord zu nehmen. Aber der Ehrgeiz war geweckt. Nein nein nein, man prüfe… Irgendwann kam eine Art Supervisor, der das dann durchwinkte.

Bei der Sicherheitskontrolle dann das nächste Chaos. Ich war schon halb am Terminal, da fiel mir auf, dass meine Brille weg war. Und nicht die für 5 Ocken, sondern die teure. Wieder retour, am Tisch hinter der Security alles ausgepackt, keine Brille. Nachgefragt. Sie lag im Röntgenkasten. Puh. Jetzt waren aber Reisepass nebst Bordkarte weg. Mir brach so langsam der Schweiß aus. Wieder alles ausgepackt. Pass und Bordkarte waren in mein zugeklapptes Laptop gerutscht. Herrjeh. Darauf erstmal einen Sekt.

Der Flug war super. Ganze Reihe für mich allein, lecker Thaicurry, Sektchen. Koffer kamen sofort, Bahn dann auch. Bepackt wie ein Packesel.

Also, ich danke Manuel Benicio Bolsoblanco und den kanarischen Busfahrerinnen und Busfahrern sowie den Pilotinnen und Piloten für den sicheren Transport, den Canarios für Ihre Gastfreundlichkeit, Petrus für das gute Wetter und meinen lieben Leserinnen und Lesern für ihre treue Begleitung auf meiner Reise. Danke für die vielen Feedbacks und Kommentare und vielleicht bis bald, wenn ich mit dem Bus u.a. durch Botswana schaukele. Aber morgen geht es erstmal wieder ins Büro.

Macht’s gut, alles Liebe!
Euer

P.S.:

Tag 25: Christmas, last

Ihr Lieben,

ja, es ist Weihnachten und ich finde, es ist das Letzte, dass ich morgen zurück muss. Und genau so haben WHAM! ihr Lied gemeint. Wahre Propheten! Kann das Lied trotzdem nicht mehr hören.

Hier heißt es übrigens nicht etwa Heiligabend (la noche santa), sondern la noche buena (die gute Nacht). Zu recht: Am Abend war noch bueno was los hier im pueblo. Auf einigen Balkonen wurde gegrillt, allerorten gab es Partys. Es wurde geböllert, aber in Maßen. Und man hat auch wohl mal hier und da Weihnachtsstress – ein paar Häuser weiter hat es nicht geböllert, sondern geknallt. Eine Dame schrie ziemlich herum, vielleicht war die böse Schwiegermutter da oder die Familie hat das Essen nicht ausreichend gewürdigt. Aber wie sagte Karl Valentin so treffend? „Wenn die stille Zeit vorbei ist, wird es auch wieder ruhiger.“

Wie letztlich angedeutet, wollte ich heute hauptsächlich meine Abreise vorbereiten. Online-check-in, Koffer packen, herausfinden, wo ich eigentlich den Wagen hinbringen muss. Ist ja schon lange her, dass ich MBB abgeholt hatte. Und wo ist die letzte Tankstelle davor? Hoffentlich eine Petroprix! Dann wollte ich die vielen Mitbringsel für Euch alle sicher verpacken. Grob das Appartment putzen. Sehr grob. „Bitte verlassen sie die Räumlichkeiten so, wie sie sie vorgefunden haben!“. Habe dann festgestellt, dass mit den Mitbringseln der Koffer zu schwer wird. Gibt also keine, was ich seeeeehr schade für Euch finde! Wo es hier doch so viele geschmackvolle Dinge zu erstehen gibt, alle „mate in cran cranadia (PRC)“ – ich sach nur „Ghldin Klain„.

Mittags bekam ich dann eine verwirrende Nachricht des Autovermieters. Ich solle daran denken, MBB morgen zur vereinbarten Zeit am Flughafen abzugeben. Hm. Die Verleihfirma sitzt doch aber in El Goro. Da ich sowieso noch ein paar Strände in der Nähe anfahren wollte, dachte ich, schaue ich da doch mal vorbei. Vor mir dran war eine vierköpfige Familie, die aber gefühlte 3000 Koffer dabeihatte. Sie hatten einen Mini gemietet und stellten nun fest, dass sie einen größeren Wagen brauchten. Und das zooooog sich. „So teuer? Neinneinnein, keine Automatik. Den da wollen wir! Ach, das ist IHR Wagen?“. Nach 20 Minuten (inzwischen hatte sich die ganze Familie hinterm Schalter vor dem Computer der armen Angestellten versammelt) war die Schlange der Wartenden in etwa so angewachsen, wie bei Kondolenzkundgebungen beim Tode einer beliebten Monarchin. Ich quasselte dann auf Spanisch dazwischen und erfuhr von der inzwischen schweißnassen und kurz vor einem Anfall stehenden Dame, ich möge den Wagen genau hierher, nach El Goro, bringen. Dort würde ein Shuttlebus bereit stehen. Ich gehe übrigens davon aus, dass ich die Familie dann – immer noch diskutierend – antreffen werde.

Meine Umgebungsbesuche waren dann eher unspektakulär. Nördlich des Flughafens sollte es einen tollen Planespotter-Spot geben. Und ich dachte, dann gehe ich doch mal Planespotter spotten. Also zum Planespotterspotter-Spot. Habe ich Euch jetzt verwirrt. Ja, ich mich gerade auch irgendwie. Um es kurz zu machen, es gab nichts zu spotten. Und alle 10 Minuten mal ein Flugzeug in 2 km Entfernung. Naja. Man muss wohl Hobbyist sein.

Der Altkanario-Hügel

Südlich des Flughafens gibt es eine archäologische Stätte. Bei El Burrero. Hier sollen sich schon vor 1.500 Jahren Menschen angesiedelt haben. Es gibt ein paar Mauern zu sehen und man vermutet Grabstätten im Hügel. Tja, hat es leider nicht in den Reiseführer geschafft. Aber immerhin in meinen Bericht. Was sagt das jetzt über den Ort? Hach, ich weiß doch auch nicht!

Ich fuhr wieder nach Hause, räumte den Wagen leer und brachte alles nach oben. Dann lief ich einmal noch zum Leuchtturm (bestens besucht!) und zum nördlich gelegenen Strand „Playa del Cabrón“. Cabrón, das ist einerseits ein Ziegenbock, andererseits ein beliebtes Schimpfwort, was in etwa mit, wenn man es freundlich interpretiert, „Blödmann“ übersetzt werden kann. Aber es ist schon ein nicht so gern gehör(n)tes, also Vorsicht, bitte. Es ist eigentlich ein sehr netter Strand. Schöner als der im Ort selbst.

Ja, und das war es auch schon, Ihr Lieben. Gleich gibt es die Reste der Weihnachtstortilla und später werde ich in mein Kopfkissen weinen. Natürlich vor Freude, dass ich nach Hause kommen und meine lieben Freunde wiedersehen kann. Aber so wie es aussieht, muss ich irgendwann noch mal auf die Insel, denn ich habe noch ein paar Euro Guthaben auf meinem TransGC-Ticket. Der Name ist übrigens politisch völlig deutungsbefreit.

Liebe Grüße
Euer Gerry

P.S.: Ich habe schlimme Nachrichten… Mario geht es nicht so super.

Tag 24: Wo die Tunten hausen

Ihr Lieben,

zuerst einmal Euch allen fröhliche Weihnachten, viele tolle Geschenke und einen wunderbaren Heiligabend, auch für Eure Lieben.

Ich habe mir heute vorgenommen, Gebirgsstraßen entlangzufahren, die ich noch nicht kenne. Natürlich nimmt man den ein oder anderen schon entdeckten Abschnitt dabei mit. Und was soll ich sagen? Ich habe mir damit selbst ein wunderbares Geschenk gemacht und dem Aufenthalt auf der Insel ein weiteres Krönchen aufgesetzt. Es war wunderwunderwunderwunderwunderwunderwunderwunderwunderwunderwunderwunderwunderwunderwunderwunderwunderwunderwunderschön!

Natürlich hat mich das Navi wieder gefoppt, aber da ich ja einfach durch die Gegend kurven und Aussichten genießen wollte, war das nicht so dramatisch. Ich fuhr bis fast nach Arguineguín und bog dort auf die GC 505 ein. Ich hatte einen Hinweis erhalten, dass es an dieser Strecke auch einen Arco gebe. Den „Arco de Elefante“. Ich gab den Namen in Google Maps ein und wurde auf einen Parkplatz gelotst, von wo aus es noch ein paar Meter zu Fuß sein sollte. Leider, leider lief ich das erste steile Stück des Berges vergebens hoch, denn an einer Gabelung fand sich links ein geschlossenes Tor zu einem Privatbesitz und rechts ein angeketteter Hund, dessen Stimmung mir nicht die beste zu sein schien. Er hatte wohl schlecht geschlafen. Ein Vorbeikommen war nicht möglich und schien mir auch nicht sinnvoll. Ich schmiss Komoot an, das mich 1000 Meter weiter im Süden starten lassen wollte. Ich also zurück und den Anweisungen von Komoot gefolgt. Das Ende vom Lied, ich stand mit MBB auf einer Steigung von 3000 % vor einer Mauer und musste etwa 500 Meter rückwärts mit ihm wieder den Berg runter. Ich beschloss, es gut sein zu lassen.

Weiter sollte es nach Cruz de San Antonio gehen. Hier hat Lissi versäumt, mir mitzuteilen, dass ich in Baranquillo Andrés irgendwo hätte abbiegen müssen. Stattdessen teilte sie mir 5 Kilometer später mit, ich solle doch bitte wenden. Naja, mir blieb auch gar nichts anderes übrig, denn die GC 505 hörte dort schlichtweg auf. Im Nirgendwo. Aber die Strecke war super! Dennoch zurück und in Baranquillo Andrés auf die GC 605. Also, das war abenteuerlich. Saaaaagenhafte Ausblicke, aber die Straße manchmal nur einen Finger breiter als MBB. Vorteil: Bei Tempo 10 kann man alles viel besser genießen. Und Verkehr gab es auch kaum. Ich hielt an der ein oder anderen Stelle an, um einfach die Schönheit zu bewundern. Viele Stauseen, Wälder mit intensivstem Nadelbaumduft, Schluchten und Gipfel. Ein landschaftlicher Traum, den es so auf Erden bestimmt nicht oft gibt.

Am Cruz Grande vorbei ging es weiter nach San Bartolomé de Tirajana. Das ist quasi auch die Hauptstadt der Strandgemeinden im Süden. Daher hat man wohl beschlossen, einen Teil der Stadt Tunte zu nennen. Wie jetzt die Einwohner heißen? Ja, da kann ich nur mutmaßen. Aber ich weiß, dass es ein beliebter Ausflugsort bei uns Trutschen ist, wobei das meistfotografierte Motiv wohl das Ortseingangsschild „Willkommen in Tunte“ sein wird. Ich find’s lustig. Ansonsten ist Bartolomé de Tirajana ein ganz netter Ort, den man aber – glaube ich – nicht besucht haben muss. Liegt aber natürlich an dieser geilen Route! Und ist eine Jakobswegstadt. Ich hätte mir in der Kirche einen entsprechenden Stempel irgendwo hindrücken können.

Mir sind so viele Rennradler wie heute bisher noch nicht begegnet, das wird an der Strecke liegen. Und ich habe das Gefühl, dass hier die meisten ganz vernünftig fahren, im Gegensatz zu Mallorca, wo mir oft die Spucke ob der Waghalsigkeit wegblieb. Dennoch muss man höllisch aufpassen.

Auf dem Weg nach Hause kam ich wieder durch Santa Lucia. Ab da verläuft dann ja die Serpentinen-Strecke, wo es keine 10 Meter am Stück ohne Kurve gibt. In Vecindario kaufte ich mir – etwas schwindelig im Kopf – eine Tortilla für meinen Heiligabendtisch. Dazu wird gleich eine Flasche Cava genuckelt und das alles auf einer vernünftig möblierten Terrasse. Leute, das war ein wirklich schöner Tag. Ich liebe diese Insel, erwähnte ich es schon einmal? Ich meine, wenn, dann nur ganz dezent. Kann man eigentlich fundraisen, dass Fremde den lebenslangen Aufenthalt einer Person in Urlaubsparadiesen finanzieren? Frage für einen Freund!

Liebe Grüße
Euer Gerry

Tag 23: Teroristen

Ihr Lieben,

gestern Abend traute ich meinen Ohren nicht. Als ich nach Hause kam, wurden eine Hausnummer weiter gerade die Wände eingerissen. Es wurde gehämmert, gebohrt und geklopft, was die Werkzeuge hergaben. Leute, es bleibt mir nichts anderes mehr, als an eine internationale Verschwörung zu glauben. Ist ja langsam nicht mehr wahr. Gegen 22 Uhr hatte das dann aber eine Ende und ich konnte bis weit in den Morgen ausschlafen. Ich nehme es mal vorweg, nach meinen Ausflügen heute, das war so gegen 19 Uhr, standen die Handwerker unten und ich fragte, was sie heute einzureißen gedenken. Man will aber nur verputzen. Die denken wahrscheinlich auch, der dumme Aleman, was will der eigentlich. Aber die kennen ja auch meine Passionsgeschichte nicht.

Ich guckte mir heute früh die Karte der Insel an und sah, dass ich den Norden ein bisschen vernachlässigt hatte. So wollte ich dann erst einmal nach Teror fahren, das ich in sehr guter Erinnerung hatte. Der Verkehr war atemberaubend, es war so viel los! Wahrscheinlich alle auf den letzten Drücker noch Weihnachtsgeschenke kaufen. Dabei könnten die doch – das aber nur nebenbei erwähnt – eine Tierpatenschaft vom Eselpark verschenken. Ach übrigens, das kann natürlich auch der geneigte Leser tun, falls ihm gerade siedend heiß einfällt, dass ja morgen schon Bescherung ist.

Meine Erinnerung hatte mich nicht getrogen. Teror ist wuuuunderschön! Auch, bzw. vielleicht gerade deswegen, wenn kein Markttag ist. Die Einwohner von Teror sind übrigens ganz bezaubernde Leute und weit entfernt davon Terroristen zu sein. Die Dame im Souvenirshop hat mich überschwänglich für mein „niedliches/nettes (lindo) Spanisch“ gelobt. Ich muss mir noch klar darüber werden, was das bedeutet. Es gibt wieder – wie in so vielen Orten – eine Krippe der Solidarität (Belém de la solidaridad), die Spenden für die Armen sammelt. Die von Teror ist besonders hübsch und liebevoll gestaltet. Dazu wirklich nette, mir unbekannte spanische Weihnachtsmusik (so nehme ich jedenfalls an)…. ich hatte fast Pipi in die Augen.

Nach einem ausreichend intensiven Bummel fuhr ich weiter nach Firgas, einem Ort, der in meinem Reiseführer einen unbedeutenden Eintrag hat. Aber auf Fotos im Internet sah das ganz entzückend aus. Und das war es auch. Ein schönes Bergdorf mit irrsinnig schönem Weitblick bis nach La Isleta hinunter. Es gibt eine nette Kirche, die Einheimischen füllten die Tische und Bänke vor den Bars und es gibt einen kleinen Kaskadenbrunnen, der zum Paseo de Canarias gehört, einer sehr ansprechend gestalteten Straße mit Denkmälern für die anderen Inseln und die Municipios von Gran Canaria.

Die Serpentinen herunter fuhr ich dann Arucas an. Um den Parkplatz bei der Kirche zu finden brauchte ich dann Stunden. Man hatte beschlossen, das ohnehin etwas verwirrende Einbahnstraßennetz durch Sperrungen und Richtungsänderungen noch zu verkomplizieren. Mein Navi, liebevoll Lissi genannt, wurde darüber fast hysterisch. Irgendwann erhaschte ich eine Parklücke und beschloss, mir den Weg zu erlaufen. Die Kirche war geöffnet, das war schön. Davor wurde alles für eine Weihnachtskonzert aufgebaut und die ersten Proben fanden statt. Erstaunlich viele Jungs auf der Bühne in Cowboykostümen. Ich muss die Weihnachtsgeschichte nochmal lesen, mir ist da wohl etwas entgangen. Es wurde spät und wegen des Straßen-Wirrwarrs wollte ich dann zurück. Das war auch gut so, denn ich brauchte auch wieder Stunden, um aus Arucas wieder herauszufinden.

Also, ich mag den Norden ja sehr. Das Viertel um die Kirche Basílica de Nuestra Señora del Pino de Teror (allein der Name!) gehört mit zum Schönsten, was die Insel zu bieten hat. Zurück in Arinaga hielt ich an der Kirche, um den Supermarkt dort zu stürmen. Zu meiner Freude auch hier eine Art Weihnachtskonzert. Allerdings mit Musik vom Band und einem Nikolaus, auf dessen Schoß die Kinder kraxeln konnten, die mit Ihren Eltern zu Hunderten Schlange standen. Der Musikverantwortliche schien mir ein wenig zu tief ins Glas geschaut zu haben, seine gelallten HoHoHo-Einlagen ließen diese Vermutung zu.

So langsam geht meine Zeit hier zu Ende. Kann es gar nicht fassen, bin doch erst vorgestern hier angekommen. Für morgen habe ich mir noch mal eine Bergstrecke ausgesucht, die ich noch nicht kenne und am Sonntag werde ich schon zusammenräumen müssen. Aber die letzten beiden Tage will ich noch genießen.

Gleich gehe ich noch in den Ort, ich muss unbedingt gucken, was der Salón heute auf der Karte hat. ¡Tengo mucho hambre!

Liebe Grüße
Euer Gerry

P.S.: Ein Engel für Charly….

P.P.S.: Gerry versucht, Christel in die Führanlage zu bringen, ein erstaunliches Detail in der teroristischen Krippe.

Tag 22: ¡Vamos a la Playa!

Ihr Lieben,

das Trio Infernale hat noch eine Stunde lang Rabatz gemacht und fing erst morgens gegen 8 Uhr wieder damit an. Damit konnte ich leben, denn ich wollte selbst mal etwas früher raus, um die zentralen Markthallen mal im Vollbetrieb zu erleben. Das Frühstück war ganz in Ordnung. Überhaupt mochte ich das Hotel, es ist nur leider hellhörig. Würde es dennoch wieder nehmen, aber vorher anrufen und ein Eckzimmer nach hinten raus buchen. 🙂

Ich ließ meinen Koffer im Hotel und fuhr mit dem Bus zum königlich-nautischen Club. Von dort aus lief ich zur grankanarischen „Schildergasse“, das ist die Avenida José Mesa de López, die durch die Plaza España geteilt wird. Im Fußgängerzonenbereich findet sich unter anderem das Corte Inglés. Das verfügt auch über eine sehr nette Delikatessabteilung. Da bin ich natürlich nur rein zufällig reingeraten. Kurz vor der Plaza war noch ein Mini-Kunsthandwerkmarkt mit ganz netten Sachen, aber ich fürchte ja, dass mein Gepäck sowieso schon Übergewicht haben wird, mit all dem Turron und Gofio und dem Metallbüffel.

Die Markthallen sind dann eine Überraschung. Kein Tourist, keine Tapasecken mit Schampus. Es ist eine reine, etwas heruntergekommene Markthalle für Lebensmittel. Aber dennoch schön, ich lieeebe ja Mar…. ach so, das ist bereits bekannt. Na denn.

Ich mogelte mich zum Stadtstrand Las Canteras durch und lief den einmal herunter und dann wieder herauf. Er war gut besucht, auch viele Surfer versuchten sich an der Brandung. Mit mäßigem Erfolg, wie ich das so sehen konnte. Ein weiterer Besuch bei der Sandkrippe, dann ein Cruzcampo in erster Reihe. Ich mag Las Canteras. Es gibt viele schöne, lebenslustige und interessante Menschen zu sehen. Könnte den halben Tag da sitzen und glotzen.
Und während ich das tat, bekam ich eine SMS von meiner Tochter („Hallo Mama!“), mit der Bitte, ihr zu helfen, sie habe eine neue Nummer, weil Handy und Portemonnaie gestohlen. Und ich dachte, das gibt es nur im Film.

Aber irgendwann musste ich ja mal wieder zu meiner Butze daheim zurück. Ich fuhr wieder zum Hotel, schnappte meine Habseligkeiten und nahm ab San Telmo den Bus bis Cruce Arinaga, wo ich sofort einen Anschluss bekam. In meiner Calle Juan Cordena angekommen ein Weihnachtswunder: Wo gestern noch der Presslufhammer-Pepe seiner Tätigkeit nachging, war heute alles asphaltiert und die Baustelle verschwunden. Halleluhjah! Noch ein paar ruhige Tage! Sitze übrigens am neuen Tisch auf der Veranda und denke, es wäre schön gewesen, wenn das mal die ganze Zeit so gewesen wäre.

Am Abend ging ich dann noch zum Ohasis, um den Tag würdig abzuschließen. Mit Chipirones planchas. 😋 Also, ich erwähnte ja bereits, dass Las Palmas, abgesehen von den beiden Vierteln, eine eher hässliche Stadt ist. Aber ich mag sie, sie ist lebendig ohne hektisch zu sein, laut, aber nicht aufdringlich. Meistens jedenfalls nicht :-).

Liebe Grüße
Euer Gerry

P.S.: Ich freue mich schon sehr auf die schönen Träffen nach meiner Rückkehr…

P.P.S.: Und wer demnächst im Spanischkurs Fehler macht, muss in die Calle Losero ziehen!

Tag 21: Das Weihnachtskonzert

Ihr Lieben,

auf der Wanderung gestern habe ich mir einen kleinen…. (hüstel)…. Sonnenbrand zugezogen. Dabei war ich eingecremt wie nix. Auf jeden Fall hatte ich Positionsfindungseinschlafprobleme. Aber das war nicht so schlimm, denn ich hatte morgens eigentlich ausreichend Zeit, bevor ich zu meinem nächsten Abenteuer aufbrechen wollte und konnte ausschlafen.

Womit ich aber nicht gerechnet hatte, war das kurzfristigst angekündigte Auftauchen meiner Vermieterin Nadia mit einem Gehilfen, um einige meiner angeregten Instandsetzungen umzusetzen. Neue Grillroste, neuer Toilettendeckel, neue Küchengeräte, neue Terrassenmöblierung und und und. Bisschen spät, aber so hat der nächste Mieter wenigstens was davon. Und ein bisschen in Zeitnot hat es mich dann doch gebracht.

Aber zum „Abenteuer“: Heute fand das Weihnachtskonzert des Orquesta Sinfónica del Atlántico auf der Plaza de Santa Ana statt, das ist vor der Kathedrale in Las Palmas. Deswegen wollte ich in die Hauptstadt. Da es mir für eine Heimfahrt nach dem Konzert zu spät gewesen wäre, buchte ich kurzerhand ein Hotelzimmer von heute auf Donnerstag in einem Boutique-Hotel, das sehr nett und ansprechend aussah und nur 200 Meter vom Konzertplatz entfernt liegt.

Ich fand heraus, dass es die geheimnisvolle Buslinie 23 in Arinaga gibt. Da muss man zwar nicht zu Gleis 9 3/4, aber die Pläne für diesen Bus sind seeehr merkwürdig. Mittags aus Las Palmas fährt sie um 14 und 15 Uhr. Nach Las Palmas aus Arinaga um 7, 8 und 14 Uhr. Aber es ist ein sogenannter „semi-directo“, das heißt er braucht nicht lange, da er nicht an jeder Milchkanne hält. So war ich in kürzester Zeit in Las Palmas, checkte schnell ein (schönes Hotel!) und strollte mal wieder durch Vegueta und Triana. Vor dem Hotel Madrid nahm ich meine flüssige Laufbelohnung ein und aß in der Sonne ein paar gemischte Tapas auf dem Plaza de las Ranas. Insbesondere meine heißgeliebten Runzelkartoffeln waren hier besonders lecker! Dann schnell noch ein Aperitif auf der Dachterrasse des Hotels, mit Blick auf die Kathedrale und das hübsche Haus der Zentralbibliothek. Umziehen, die Nächte sind kalt, und dann los.

Ich hatte ein bisschen Angst, dass es sehr voll werden könnte und fand mit 50 Minuten vor Beginn des Konzertes auf dem Platz ein. War völlig unnötig, es blieben viele Plätze frei, obwohl man keinen Eintritt zahlen musste. Merkwürdig. Das Konzert war dann sehr nett. Thema: Navidad porteña. Ungefähr „Weihnachten in Buenos Aires“. Zuerst die europäische Uraufführung von „Rincones de Buenos Aires“ der mir unbekannten Komponistin Claudia Montero, alles andere dann aber quasi zum Mitsingen. Jazz-Suite-Walzer, Blumenwalzer, Libertango, Danzón Nr.2 usw. usf. Zum Abschluss dann südamerikanische und kanarische Weihnachtslieder.

Nach dem Konzert lief ich noch ein bisschen durch das Viertel. Also, Energiesparen ist auf diesem strengkatholischen Eiland zu Weihnachten ein UNDING! Hier wird noch Navidad zelebriert.

Im Hotel traf ich dann eine deutsche Mutter mit ihren beiden Kreischblagen, die ich schon beim Bummeln gesehen hatte. Die Töchter (schätzungsweise drei und vier) tobten im Laden herum, rempelten alle an, schmissen Sachen um, und Mutti hatte Freude. Alle schauten völlig entgeistert auf dieses Trio. Abends das gleiche im Rezeptionsbereich, weit nach 22 Uhr. Und dreimal dürft Ihr raten, wo die wohnen. Neben mir. Und machen Radau für 10. Diese völlig erziehungsunfähigen Li-La-Laune-Mütter gehen mir vielleicht so was von auf den Sack. Ich hätte auf „Only adults“ achten müssen. Ein anderes Zimmer war nicht mehr frei, aber immerhin war die Dame an der Rezeption meiner Meinung, dass die Frau komplett irre ist.

Morgen freue ich mich auf einen ausgedehnten Bummel durch die Nordstadt. Ob der Gerry wohl am Strand von Las Canteras ins Wasser geht? Ich wette, dass nicht.

Liebe Grüße
Euer Gerry

P.S.: Hier ein kanarischer Hund. Lebend habe ich einen im Cocodrilo-Park gesehen. Das Tier daneben kommt mir auch bekannt vor.