Tag 12: Inselrundfahrt

Ihr Lieben,

heute war mir mal wieder nach Wandern. Und Wasser. So googelte ich „Wasserfall auf Gran Canaria“ und erhielt als ersten Treffer „Charco Azul“. Das liegt auf der westlichen Seite von Gran Canaria und ist mit einer Menge Autofahrt verbunden. Hm, ich machte eine Inselrundfahrt draus.

Ich nahm die nördliche Route an Las Palmas vorbei, über Arucas, Gáldar und Agaete. Hinter Agaete beginnt das wunderschöne Naturschutzgebiet Tamadaba. Die Fahrtstrecke ist – mal wieder – spektakulär! Man möchte am liebsten alle 20 Meter anhalten und die Blicke einfangen. Aber es gibt nur wenige Haltebuchten und die sind meist schon hoffnungslos überfüllt. In El Risco, wo meine „einfache“ Wanderung starten sollte, gäbe es einen Parkplatz, da solle man das Auto abstellen. Hm, den gab es. Aber auf den vielleicht 10 Plätzen standen schon 40 Autos. Ich kurvte ein bisschen rum, es war aber kein freier Stellplatz in Sicht. Da erwachte der Rebell in mir. Ich klebte…. ach nee, Moment, ich stellte Manuel Benicio Bolsoblanco einfach an ein Ende einer sehr großzügig dimensionierten Bushaltebucht und hoffte, ihn am Ende der Wanderung wiederzufinden. Vorher schärfte ich ihm ein, sich nicht ohne Gegenwehr abschleppen zu lassen.

Einfache Wanderung. Ja, was muss man sich darunter vorstellen? Hm, also ich war bei den Wasserfällchen, war aber völlig hinüber, als ich wieder am Auto war. Es ging über Stock und Stein und das stellenweise recht steil. Aber es hat gut getan und die Strecke war auch sehr schön. Klar, auf einer solchen Insel sind das natürlich keine Iguazu-Fälle, aber andere haben in Rezensionen geschildert, dass sie nur auf eine kleine Pfütze gestoßen sind. Bei mir hat es wenigstens etwas geplätschert. Auf dem Rückweg in den Ort kam mir eine Ambulanz entgegen, die – weil Sackgasse – nur in das Wandergebiet vordringen wollen konnte. Hm, wundert mich nicht.

Von meiner kleinen Wanderung aus fuhr ich nach Süden über Aldea de San Nicolas und Mogán (netter als gedacht) nach Puerto de Mogán. Auf dem Weg liegt der größte Kaktuspark Europas, zu dem ich abbog. 8 Euro Eintritt wollte man. Das an sich hätte ich auch noch gehabt, aber während ich vor der Kasse stand, wechselte die das Gelände beschallende Musik von „Feliz Navidad“ zu „It’s beginning to look a lot like Christmas“. Puh, da erwachte der Grinch in mir. Das wollte ich nicht. Abgesehen davon ist ja ganz Gran Canaria ein großer Kaktus- und Sukkulentenpark. Also, wech hier.

Puerto de Mogán ist der Bilderbuchküstenort schlechthin. Regeln, die Art und Weise der Bebauung festlegen, tragen dazu bei, dass Puerto de Mogán zwar touristisch, aber tatsächlich ganz hübsch ist. Am Yachthafen reihen sich Restaurant an Restaurant. Die bunten Häuser mit den üppigen Bepflanzungen dazwischen kann man wohl mieten. Seeeehr, sehr nett da.

Ganz anders dagegen Puerto Rico, mein nächster Haltepunkt. Da wollte ich eigentlich den Sonnenuntergang abwarten und ein kleines Essen einnehmen. Hach, hätte ich das mal in Puerto de Mogán gemacht und Puerto Feo…. äh….. Rico ausgelassen. Eine Bettenburg der Superlative. Ich kann verstehen, warum man so etwas baut. Denn es gibt Menschen, die wünschen sich das so. Ich fand es deprimierend und verließ den Ort nach 30 Minuten wieder Richtung Heimat.

Zuhause machte ich mir dreistöckige Bocadillos und trank erst einmal eine eiskalte Cerveza. Und freute mich, dass ich in einem netten und unauffälligen kleinen Ort hause. Wobei ich PdM schon…. 🙂 Vor allem wegen der vielen Fressbuden. Und wenn Ihr jetzt mal auf die Karte der Insel schautet, stelltet Ihr fest, dass ich tatsächlich einmal drumherum gefahren bin. Die Strecke in Kilometern ist gar nicht so viel. Aber wegen der Berge, Serpentinen und der wunderbaren Ausblicke zieht sich das in Stunden ganz schön.

Und jeder Part der Insel hat seine sehenswerte Besonderheit.

Außer Puerto Rico vielleicht.

Liebe Grüße
Euer Gerry

P.S.: Die griechische Ex-Vizepräsidentin des EU-Parlaments hat mich drauf gebracht. Liebe zuständigen Stellen von Puerto Rico, ich würde den Eintrag über Euren komischen Ort gegen ein paar Geldsäcke umformulieren. Was sagt Ihr?

P.P.S.: Ich trinke ja lieber Bier oder Wein….

P.P.P.S.: Es folgen verstörende Szenen! Bitte schauen Sie nicht weiter, wenn Sie empfindlich sind.

Ich war klatschnass nach dieser Anstrengung.

P.P.P.P.S.: Ihr habt ja doch geguckt. Na, dann zum Abschluss noch was Schönes!

Tag 11: Auditorio Alfredo Kraus

Ihr Lieben,

kennt Ihr das, wenn Ihr morgens nach einer Feiernacht aufwacht, in den Spiegel guckt und dann seht Ihr ein Tattoo auf Eurer linken Brust: „I luv Playa del Inglés“? Nee, ich gottseidank auch nicht.

Dennoch war es eine der Bier-auf-Wein-lass-das-Sein-Nächte, die erforderten, dass ich mich erst gegen Mittag aus dem Bett schälte. Ich gönnte mir ein Frühstück deluxe mit allem Zipp und Zapp und gammelte den Nachmittag herum.

Am Abend dann das große Event in der Konzerthalle von Las Palmas: Das Orquesta Comunitaria de Gran Canaria spielt Film- und Videospielmusik mit Unterstützung des dazugehörigen Chores im Auditorio Alfredo Kraus (der bekanntlich auf Gran Canaria geboren wurde).

Ich wollte eigentlich ausreichend früh losfahren, um stressfrei in Las Palmas anzukommen. Leider war dann unterwegs so viel los, dass ich erst gegen viertel vor 6 am Parkhaus des Zentrums Las Arenas ankam, wo schon eine lange Schlange Autos Einlass begehrte. Dann suchte ich ewig und drei Tage nach einem Parkplatz, so voll war das. Die erste Schweißperle rief „Grüß Gott!“. Dann finde mal in einem Einkaufszentrum von der Größe Mexico-Citys den Ausgang. Ich bin Punkt 18 Uhr am Eingang gewesen und war gestresst hoch 10. Völlig unnötig, denn die einheimischen Besucher ließen sich Zeit wie sonst was und das Konzert ging erst eine viertel Stunde später los. Davor spielten sich lorioteske Szenen an, denn die Bestuhlungsnummerierung im Auditorio ist etwas verwirrend und einige Personen mussten Ihre Plätze wieder wechseln.

Das Konzert war in zweierlei Hinsicht beeindruckend. Erstens war die Bühne vollgepackt. Alleine ca. 75 Sängerinnen und Sänger, dazu das gesamte symphonische Aufgebot in Höchstbesetzung. Alleine 7 Schlagzeuger!!! Zum zweiten dachte ich, ach, so Filmmusik, da kannste bestimmt viel mitsingen. Nee, ich kannte kaum ein Stück. Zwei kamen mir vage bekannt, eins deutlich bekannt vor. Man sieht, Filmmusik läuft irgendwie immer nebenher, dabei waren die Kompositionen alles andere als larifari. Zwei Stücke wurden mit einer Inbrunst (und Orgelbegleitung) vorgetragen, dass ich Gänsehaut bekam.

Zu jedem Musikstück gab es einen kleinen Vortrag vorab, der aber leider keine Hinweise auf das Stück an sich gab. Es gab auch eine Sopranistinneneinlage und einer der Posaunisten wurde frenetisch gefeiert, weil…. tja, da reichte mein Spanisch nicht für aus, aber er hatte – so erläuterte der Dirigent – mit irgendeiner Komposition direkt zu tun. Alles in allem ein sinnvoll verbrachter Abend. Ich gucke später nochmal nach, ob noch was nettes ausgeführt wird.

Eigentlich wollte ich noch im Arenas-Zentrum einkaufen. Aber es war so dermaßen wuselig da. Ich besorgte mir dann lieber in Arinaga noch eine Kleinigkeit. Ein (bis auf den Parkhausstress) entspannter und gemütlicher Tag und das auch noch mit Kultur. Was will man mehr?

Liebe Grüße
Euer Gerry

P.S.: Da ich gefragt wurde… die Taxifahrt kostete 36 Euro, das finde ich völlig okay. Preise an sich sind ja auf der Insel viel niedriger als daheim. Die Konzertkarte kostete 10 Euro, das Benzin ist bis zu 50 Cent preiswerter. Die Kanaren werden aber auch stark vom spanischen Festland subventioniert. Ich würde mal, auch was Supermarkt- und Ausgehpreise angeht, behaupten, dass ein „deutscher Euro“ hier die Kaufkraft von etwa 1,40 € hat. Vielleicht gibt es da ja Erhebungen zu.

P.P.S.: Die kanarischen Parkhäuser haben alle!! einen Belag, der die Reifen quietschen lässt, und zwar immens laut. Wenn man gestresst ist, ist das nicht besonders hilfreich…. 🤣

P.P.P.S.: Der Autor ist in feierlicher Stimmung….

Tag 10: Paaaaaady!!!!!

Ihr Lieben,

das „Salteado del Mar“ gestern Abend war köstlich. Das kanarische Essen ist ein weiterer Grund, den Archipel zu lieben. Auf dem Rückweg vom Restaurant beschien der Vollmond die Silhouette von Arinaga. Das war schon ein schöner Anblick:

Während ich morgens dann mal wieder so gar nicht in die Pötte kam, hörte ich von draußen plötzlich eine Blaskapelle. Schnell mal auf die Dachterrasse: Tatsächlich, eine kleine Prozession von Bläsern und Schlagzeugern, nur für mich. Ich war ganz gerührt. Leider bogen sie recht schnell um eine Hausecke, so dass das Vergnügen nur kurz war.

Mir gingen so langsam ein paar Dinge zur Neige, so startete ich morgens erst einmal einen Großeinkauf. Auf dem Weg zum Auto kam die Blaskapelle wieder vorbei und intonierte unter anderem Jingle Bells. Man bot mir Lose an, aber ich verstand nicht, wofür die waren. Ich spendete ein bisschen und verzichtete auf die Zettel. Als Supermarkt suchte ich mir einen ganz edlen Mercadona aus. Ehrlich. Ich bin so aufgeräumte und appetitliche Supermärkte nicht gewohnt. Auch der Carrefour ist ein Traum. Mitarbeiter wiegen das Obst für einen ab, es gibt Frischetheken, die selbst für Spontanmegafêten alles vorrätig hätten und alles ist so …. ja eben appetitlich. Ich möchte so etwas in Poll!!!! Ich musste nur höllisch aufpassen, dass sich nicht schon wieder irgendwelches Gebäck von selbst in meinen Einkaufswagen legte. Jaja! Das passiert öfter, als man denkt. Meist versteckt es sich dann auf dem Kassenband noch unter anderen Dingen, so dass man erst zuhause merkt, wie sich die kleinen Biester wieder einmal unbemerkt in Deine Tasche haben schmuggeln können.

Wieder daheim, lud ich alles aus (dem Gebäck hatte ich heute ausnahmsweise mal ein Schnippchen geschlagen!) und machte mich partyfein. Ich hatte mit Artur und Hubertus verabredet, dass wir uns im Café Wien im Einkaufszentrum CITA verabreden, danach bei ihnen im Hotel essen und dann das Yumbo-Center mit allen uns zur Verfügung stehenden Mittel unsicher machen. Also, auf zum Centro Polideportivo, wo sich die Bushaltestelle befindet. Dort wartete und wartete ich. Der Bus fährt übrigens nur einmal in der Stunde. Und es warteten andere Menschen. Die ließen sich irgendwann mit Autos abholen. Ich schrieb Hubertus, dass der Sch…. Bus nicht käme, wir müssten uns vertagen, schwupp, da kam er. Der Bus, nicht Hubertus. Man muss nur meckern, dann tut sich was.

Mit einer halben Stunde Verspätung traf ich im CITA-Zentrum ein. Puh. Ein wildes Durcheinander von Läden in fast dystopischem Setting. Ich fragte mich zum Café Wien durch, es ist offenbar eine Institution. Dort warteten meine beiden lieben Nachbarn schon und während wir dort unsere Kaltgetränke zu uns nahmen, tauchten auch die ein oder anderen Bekannten dort auf. Ich entwickele so langsam ein Gefühl, wie dieses „Wir sehen uns in Maspalomas“-Gefühl funktioniert. Das war schon ein sehr netter Auftakt.

Centro CITA

Das Hotel von meinen Lieben ist sehr schön und man hatte uns vorher informiert, dass Gäste 25 Euro für das Büffet zu zahlen hätten. Das hat dann Arturito (so heißt er halt in Spanien) für mich übernommen. Das fand ich nett und an dieser Stelle mal Danke an Eure Reisekasse, Ihr Beiden! Und es hat sich gelohnt. Das Essen war wirklich eins der besseren, verglichen mit denen, die ich in meinen Urlaubshotels so bekommen habe. Paella de Sepia, Ropa Vieja, Kaninchen kanarischer Art. Legga!

Wir zogen ins Yumbo-Center. Das Epizentrum der schwulen Gemeinschaft im Süden der Insel. Wir saßen auf der unteren Ebene in einer Bar, Freunde von Hubertus und Artur kamen dazu. Die Bedienung verlor nach der Erstbestellung zeitweise das Interesse an uns, ging aber um so flotter dabei vor, eine Zikade im Gebüsch hinter uns zu jagen, die wirklich bis zur westafrikanischen Küste zu hören gewesen sein musste. Mit vier Mann hoch (davon zwei Frauen, so sie sich nicht anders identifizieren) schlugen sie mit Speisekarten in die Botanik…., das erinnerte schon schwer an Slapstick. Ein Straßenverkäufer wollte uns eine Art Lichthubschrauber zum Sonderpreis von nur 2000 Euro pro Stück verkaufen, und selbst als ich dann 4 für 10 Euro erstand, waren wir uns alle einig, dass er das Geschäft seines Lebens gemacht hatte. Alle paar Minuten lief…. nennen wir ihn Herbert… Herbert vorbei, der uns schon im Café Wien angesprochen hatte. Er sei seit drei Wochen hier und würde das erste Mal Menschen kennenlernen. Damit meinte er uns. Herbert hat uns aber dann bei seinen Runden nicht wahrgenommen, obwohl wir zu Anfang noch nach ihm riefen.

Jetzt wollte ich, wo ich schon einmal da und der Bus nach Arinaga längst abgefahren war, auch die legendäre „Hier bin ich immer“-Kneipe eines anderen Freundes kennenlernen. Die war dann auch ganz nett (90er-Jahre-Mucke). Nur waren der Wirt – den ich kurz von diesem Freund grüßen wollte – und ich kurz irritiert, dass wir zwar von der gleichen Person sprachen, sie aber offensichtlich zwei unterschiedliche Berufe hat. Hm. Der Wirt war möglicherweise aber schon angeheitert, ich denke, der hat da vielleicht etwas verwechselt.

Es wurde seeeehr spät und wir verabschiedeten uns. Ich nahm ein Taxi zurück nach Hause und war vorbereitet worden, dass es nicht ganz so teuer werden würde. Und ja. Mit Trinkgeld und Nachtzuschlag gerechnet kam ich erstaunlich preiswert weg. Der Fahrer, der kein Navi hatte, war ganz begeistert davon, dass ich rechts, links und geradeaus auf Spanisch beherrschte und ihn ans Ziel navigierte.

Was meine Fortschritte in Spanisch angeht: mir wurde von einem Westsaharer gesagt, dass mein Spanisch ein völlig anderes sei, als seins, dafür sagte mir eine Kubanerin, ich spräche ein niedliches Spanisch. Was bedeutet das alles? Ansonsten muss ich mein Geschmipfe über den Süden der Insel mal revidieren: Wenn man mit den richtigen Leuten unterwegs ist, ist das sehr schön da. Also, Hubsi und Arturito: Danke für den schönen Abend!

Morgen muss ich ja ins Auditorio Alfredo Kraus. Ich werde daher tagsüber nichts machen. Und deswegen gibt es abends nur eine kleine Konzertkritik.

Hasta luego, Ihr Lieben!
Euer Gerry

P.S.: Besonders mein Nachbar Hubertus lieeebt Fotografien!

P.P.S.: Ich habe nach langjähriger Forschungsarbeit endlich den geheimen Schiffsfriedhof der Armada gefunden:

P.P.P.S.: Es ist 3 Uhr früh, wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Tag 9: Wieder in der Hauptstadt

Ihr Lieben,

nach meiner Veröffentlichung von vorgestern hatte ich Kontakt mit Monika von der Academia El Capitán und wir verabredeten uns auf einen Kaffee. Das hieß für mich, wieder rein nach Las Palmas de Gran Canaria. Ich wollte zeitig losfahren, denn ich wollte im Norden der Stadt parken und südwärts bis zu Schule laufen. Deshalb stellte ich mir meinen Handywecker. Als es klingelte, schüttelte ich das Handy ein bisschen, was normalerweise dazu führt, dass ich 10 Minuten weiterpennen kann. Heute aber ertönte ein ohrenbetäubender Lärm, ich versuchte schlaftrunken zu verstehen, was vor sich geht und sah auf dem Handy in großen, roten Buchstaben NOTRUF 112 blinken. Ach herrjeh. Ich war sofort glockenwach und brach den Notruf ab. Kann mir mal bitte jemand erklären was da vor sich gegangen ist? Ich muss nachher mal googlen, wie das passieren konnte.

Schnell einen Kaffee getrunken und dann zum Parkhaus am Poema del Mar, das immer 4 Euro kostet, egal wie lange man da parkt. Auf dem oberen Parkdeck ein vollkommen beladenes Auto nach Obdachlosenart (mir fällt leider kein passender Begriff ein), davor eine Frau, die in diesen Habseligkeiten wühlte. Wahrscheinlich ist ein Monatstarif noch preiswerter und dies eine Möglichkeit für die Dame, zu „wohnen“. Ich lief durch die Straßen Santa Catalinas. Ein unglaublicher Verkehr mit erstaunlich viel Lärm und Gehupe und eine abgasverpestete Luft. Die Hauptstadt hat auch nicht so schöne Seiten. Auf dem Weg stieß ich auf das Centro de Arte La Regenta, mit einer Ausstellung von Werken von Jose Rosario Godoy, einem Künstler aus Agaete. Sehr nette Kunstwerke in ansprechenden Formen und Farben. „En el borde de una isla“ heißt die Ausstellung.

Viele, viele Gehminuten später gelangte ich an das Pueblo Canario, welches mit dem Hotel „Santa Catalina“ und dem Museum Nestór einen Komplex bildet, der einen Nachbau eines traditionellen Dorfes darstellen soll und für Touristen dort – ich sach mal – hingeklatscht wurde. Die Läden im Pueblo sind verwaist, das Museum ist wegen Renovierung geschlossen, einzig eine Bodega wartet auf den großen Ansturm am Mittag. Das Hotel ist eine Augenweide. Ich hatte gestern kurz überlegt, dort ein Zimmer zu buchen, wenn ich Sonntag das Konzert im Auditorio besuche, aber 250 Euro ist mir der Spaß dann doch nicht wert.

Dieser ganze Komplex gehört zum Parque Doramas, einem Stadtpark, der nach einem kanarischen Krieger benannt ist, der gegen die spanischen Invasoren kämpfte. Vor dem Hotel dazu passend dann der Brunnen, der den Sturz von Bentejuí und Faycán Tazadre von den Felsen Fortalezas in ihren Freitod thematisiert. Ich kletterte dann noch gefühlte 3921 Stufen die Treppen im Park hoch und hatte vor dort dann einen sehr schönen Blick über Las Palmas. Schnappatmung inklusive. Und das bei ziemlich schwülem Wetter. Da oben gibt es übrigens eine kleine improvisierte Siedlung von, na, ich würde sagen Aussteigern. Bin erstaunt, dass das an einem solchen Ort geduldet wird, freue mich aber für die kleine Gemeinschaft.

Viele, viele weitere Gehminuten später kam ich ziemlich pünktlich an der Schule an und Monika und ich setzten uns in Triana auf einen Kaffee zusammen. Das war eine sehr nette Begegnung. Der Schule geht es nach Covid gottseidank sehr gut und sie wächst, blüht und gedeiht. Monika wird mich über eventuelle Ausflüge der Klassen informieren, mal sehen, vielleicht gehe ich dann mit. Ein paar Restauranttipps habe ich auch noch mitbekommen.

Ich fuhr, da meine Sohlen brannten, mit dem Bus von Triana zum Hafen und schaute noch schnell beim Castillo de Luz vorbei, bevor ich wieder Richtung Arinaga düste. Auf dem Weg tankte ich. Für 1,239 Euro pro Liter. Muss man sich mal reinziehen! Die Wohnung strahlt dank Lilis Einsatz und sie war auch so freundlich, einige der ranzigen Deckchen und in Auflösung befindlichen Handtücher durch ansehnlichere Ware zu ersetzen. Ich hatte übrigens vorgestern nach Rückfrage, ob alles okay sei, an Nadia geschrieben, dass ich sie schon jetzt informieren wolle, dass ich keinesfalls eine gute Bewertung abgeben könne, damit sie nicht überrascht sei. Sie will deswegen Anfang kommender Woche mal vorbeischauen.

Jetzt gleich will ich wieder „mein“ Ohasis besuchen, denn vorgestern hatte ich da am Nachbartisch eine sehr appetitliche Meeresfrüchteplatte erspäht, die wollte ich mir dann auch mal gönnen.

Und Hauptstadt ist jetzt erstmal durch. Ich muss ja am Sonntag zum Konzert noch einmal hin und am 21. Dezember findet ein öffentliches Weihnachtskonzert auf dem Kathedralplatz statt, da würde ich auch gerne hin.

Morgen fahre ich evtl. nach Maspalomas um meine lieben Nachbarn zu treffen, die heute für ein paar Tage angekommen sind. Der Plan ist, sich zivilisiert daneben zu benehmen. 🙂

Liebe Grüße
Euer Gerry

Graffito in Vercindario

Tag 8: Santa Lucia und La Fortaleza

Ihr Lieben,

Lili schrieb mir gestern am späten Abend noch, dass ja „la Fiesta de la Virgen del Pilar“ sei. Sie komme daher jetzt Freitag. Ich habe das Gefühl, dass es sehr viele Feiertage hier gibt. Aber die Wohnung ist jetzt ja auch nicht sooo dreckig, das passt schon. Ich finde ja ohnehin, man sollte auch feiern, was geht. 🙂

Feiertag, wie schön. Also keine Baustelle. Ja, keine Baustelle, aber Marias Empfängnis (wir erinnern uns, die fleckenlose) hinderte irgendwen im Haus nicht, den Bohrhammer anzuschmeißen. Die Villa vibrierte! Und ich auch ein bisschen.

Ich trödelte dennoch ein bisschen herum, um dann gegen 11 Uhr Richtung Santa Lucia de Tirajana aufzubrechen. Da war ich noch nicht und zudem mag ich Ortsnamen, die mir Ohrwürmer verschaffen. Elke wird sich bestimmt noch mit großer Freude daran erinnern, wie ich auf Mallorca tagelang „Santa Maria“ schmetterte. Wir kamen aber auch ständig an Hinweisschildern dahin vorbei. Nun also Santa Lucia. Die Fahrt dorthin war wieder spektakulär. Es war so eine typische „bittebittekeinLastwagen-Strecke“ und sehr kurvig. Schon als Fahrer war mir achterbahnig-blümerant zumute, als Beifahrer hätte ich wahrscheinlich mindestens gejammert. Aber tolle Aussichten.

Santa Lucia ist sichtlich der Stolz ihrer Bürger, viele Häuser sind mit dem Konterfei der Heiligen geschmückt und man legt sehr viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Hoch über allem thront die wunderschöne Kirche, in der Musik vom Band läuft und deren Innenraum mit expressionistischen Wandbildern gestaltet ist. Sehr nett. Im Ort gibt es Conchitas Supermarkt, der es sogar in meinen Reiseführer geschafft hat. Ich kaufte eine Flasche Wein, ein Fläschchen Olivenöl und eine Flasche „Mejunje“, der örtlichen Schnapsspezialität, und war auf einen Schlag 40 Euro los. Man schenkte mir aber noch eine getrocknete Feige, die ganz köstlich, aber auch ein billiger Trick war, um mich zu weiteren Einkäufen zu verleiten. Ein sehr schöner Laden mit sehr präsenten und lustigen Damen.

Ich verstaute meine neuen Errungenschaften im Auto und wanderte am Sorrueda-Stausee vorbei zum altkanarischen Siedlungsberg La Fortaleza. Dort sollen die Altkanarier ihre letzte Schlacht geschlagen und gegen die spanischen Eroberer verloren haben. Der Anführer und sein Schamane begingen daraufhin Suizid. Es ist ein mit Höhlen durchwachsener Berg, der spektakuläre Ausblicke bietet. Mitten durch den Berg geht ein großer Tunnel. Auf dem Rückweg kehrt ich in das kleine, zugehörige Museum ein. Dort sah ich mir einen Film über die Altkanaren an und lief dann einmal durch die Ausstellung, die sich mit archäologischen Aspekten der Anlage befasst und einen Nachbau einer altkanarischen Unterkunft bietet. Es gibt angeblich zwei „Mumien“ zu sehen, es sind aber „nur“ Skelette. Dennoch interessant. Wenn man gerne Skelette bestaunt.

Zurück am Auto fuhren Manuel und ich noch zu einer Eselsfarm, wo es selbstgemachte Produkte geben sollte. Leider waren aber die Tiere der Farm (auch Vögel, Kaninchen und Schafe etc.) in einem bedauernswerten Zustand. Vernachlässigt, dicht zusammengepfercht und mit sichtbaren Krankheiten gezeichnet. Es stellte sich heraus, dass die Haupteinnahmequelle wohl darin besteht, dicke Kinder auf den Eseln reiten zu lassen. Ich verließ die Farm verschreckt und verärgert.

Auf dem Weg zurück nach Arinaga kam ich an einer Ortschaft vorbei, in der eine Häuserzeile mich stark an das Bo-Kaap in Kapstadt erinnerte. Da machte ich noch einen kurzen Fotostopp.

Wieder daheim gab es erstmal ne dicke Stulle. Ich war vielleicht was hungrig. Gleich räume ich noch ein bisschen für die Putzfrau auf und dann vertrödele ich den Rest des Tages mit Videos und Spanischlektionen. Ich habe mir sogar eine Klatschzeitung auf Spanisch gekauft, aber ich kenne mal wieder keine der angeblichen Berühmtheiten. Dafür weiß ich jetzt aber, was die den ganzen Tag so treiben.

Morgen geht es wieder nach Las Palmas, ich bin verabredet. Neugierig? Na, dann müsst Ihr mitkommen!

Liebe Grüße
Euer Gerald

Und den Tafelberg hat’s hier auch noch….

Tag 7: Besuch in der Hauptstadt

Ihr Lieben,

erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… Das Wetter war jetzt doch eher so durchwachsen, dass ich von einer Wanderung absah (ich hatte der App mit der besseren Vorhersage vertraut – macht mich das zu einem Optimisten?) und lieber nach Las Palmas fuhr, um im Triana- und Vegueta-Viertel zu flanieren. Im Falle von Regengüssen kann man dann immerhin noch einkehren oder sich in zahlreichen Läden das Portemonnaie leerkaufen.

Vorher gab es ein sehr angestrengtes Käffchen, denn die Baustelle ist in vollem Gange. Die ganze Baustelle? Nein, denn die unbeugsamen Bauarbeiter stehen einfach nur herum, rauchen und diskutieren gestenreich irgendwelches Zeug. Nur die Kompressoren arbeiten. Warum ? Damit es einen Grund gibt, lauter diskutieren zu müssen, vielleicht…. Puh. Nix wie wech hier.

Ich suchte mir ein gut bewertetes Parkhaus aus, damit Manuel keinen Schaden nahm. Aus Erfahrung weiß ich, dass kanarische Parkhäuser nicht für Lenkradlegastheniker wie mich ausgerichtet sind. Als wir ankamen, stellte sich das als gute Wahl heraus, denn vom Parkhaus aus war ich in Sekundenschnelle in Vegueta. Ich nehme es einmal vorweg, ich hätte besser wieder eine Unterkunft in bzw. nahe bei der Hauptstadt gebucht. Auch wenn das Wetter hier durchschnittlich schlechter ist als auf dem Rest der Insel, so hat man denn, wenn es schlecht ist, wenigstens genügend Auswahl für schöne Aktivitäten.

Vegueta und Triana sind zwei wunderschöne Viertel mit alter Architektur, schönen Läden und einem ganz besonderen Flair. Ich war sofort um 3 Jahre zurückversetzt und mal wieder begeistert! Allein eine ganze halbe Stunde verbrachte ich in einem Gemischtwarenladen, der als Saisonartikel den grässlichsten Weihnachtskitsch der Welt verkaufte. Leider konnte ich nicht an mich halten… ihr werdet es dann rechtzeitig sehen!

An der Kathedrale und dem Museum Colón vorbei lief ich in die Einkaufsstraßen von Triana. Eigentlich wollte ich kurz vorher im Restaurant „Te lo dije, Pérez“ einkehren, aber zu meinem Entsetzen war es geschlossen. Auch die Internetseite ist abgeschaltet. Ich hoffe nicht für immer, denn man konnte dort wunderbar draußen sitzen und gutbürkanarisch essen.

Na ja, irgendwie bleibt ja nichts, wie es ist, denn auch in einem meiner Lieblingspröddelläden, dem Ale-Hop, fand ich nicht, wonach ich suchte. Da habe ich im Pleistozän einmal einen ganz tollen Rucksack erstanden.

Natürlich machte ich einen kleinen Abstecher zu meiner alten Schule, bin aber nicht hinein gegangen, ich war recht überzeugt dass man mich nach so langer Zeit nicht wiedererkannt hätte. Und selbst wenn, ich wollte mich nicht fragen lassen, warum ich denn um Himmels Willen immer noch nichts dazugelernt hätte!

Unbezahlte Werbung: Wenn Ihr Spanisch im Urlaub lernen wollt, dann besucht die Academia El Capitán in Las Palmas! Ich hatte damals viel Spaß!

Natürlich musste ich unbedingt die Markthallen besuchen, die zwar zu dieser Uhrzeit schon im Schließen begriffen war, aber einige Stände boten noch kleine Proben ihrer Waren an; so bekam ich ein Stückchen Apfelbanane, oder aber auch ein Bisschen einer superreifen, süßen Mango, für die ich töten würde! Das war Gott sei Dank nicht erforderlich, denn ich konnte sie ja kaufen.

Ich will in einer Markthalle wohnen!!!!!!

Nun wurde das Wetter usseliger und ich wollte ja nicht den Rest meines Lebens in Läden oder Markthallen verbringen, deshalb beschloss ich, nach Hause zu fahren. Dort waren die Bauarbeiten erstaunlicherweise zu einem Stopp gekommen, denn auch hier regnete es. Dennoch war ich nicht scharf darauf, den Rest des Tages in dieser ungemütlichen Butze zu verbringen. Ich machte mich auf zur Promenade, um dort bei einem Kaltgetränk mein kleines Tagebuch zu schreiben. Meine Überraschung war groß, als es schon im Salón de la Sal brechend voll war. Auch das Ohasis platzte aus allen Nähten und die kleineren Kneipen hatten alle geschlossen, was wegen des Wetters nicht verwunderlich war.

Ich erhaschte ein kleines Eckchen auf der Ohasis-Terrasse, es regnete mir aber quasi in den Nacken. Es fing an, stärker zu stürmen und zu schütten, was viele der einheimischen Gäste veranlasste, irgendwen anzurufen und sich mit dem Auto einsammeln zu lassen. So kam ich zu einem etwas trockeneren Plätzchen. Ich fand es total nett, dass ich wiedererkannt und mit einem Schulterklopfen vom Padron begrüßt wurde.

Am späten Nachmittag kehrte ich zurück in mein Heim, wo ich abends eine Tortilla in die Mikrowelle schob (ich vermisse den Ofen) und spanisches Radio hörte. Ich kann jetzt den Jingle von Radio Cazadores mitsingen, weiß aber nicht, was er bedeutet.

Also, das war trotz Regen und Wind ein wunderbarer Tag und ich bin sehr, sehr glücklich, hier zu sein. Was mich dazu bringt, zu erzählen, dass ich unter einer gaaaanz plötzlich aufgetauchten Flug- und Schifffahrtsangst leide. Sieht so aus, als müsste ich quasi ärztlich attestiert hier bleiben. Wie doof ist das denn?

Morgen kommt Lili, die Reinigungskraft, da muss ich früh aus dem Haus, damit sie werkeln kann. Steht Ihr mit mir auf und erlebt was?

Liebe Grüße
Euer Gerry

P.S.: Meine liebe Freundin Erika hat wahrscheinlich herausgefunden, wie man die Himmelsbröckchen macht. Sie mögen nämlich in Tejeda“ Trocitos de Cielo“ heißen, aber die Zutaten für Polvorones de Almendra klingen genau so. Und die gab es heute auch im Markt zu kaufen. Nicht ganz so lecker wie die aus Tejeda. Ich versuche die mal nachzumachen, wenn ich wieder daheim bin… was ja wegen der Krankheit…. schade für Euch.

P.P.S.: Es wird auch diesmal wieder sehr schwer, geeignete Mitbringsel auszusuchen, die Auswahl ist einfach zu verführerisch!

P.P.P.S.: Heißt Camille Saint-Saëns auf spanisch eigentlich Manzanilla Santo-Saentos? Und warum steht eine Skulptur von ihm vor dem Teatro Peréz Galdos?

Tag 6: Arguineguín und Playa del Inglés

Ihr Lieben,

ich habe gestern zuhause noch ein bisschen von den in Tejeda erstandenen Himmelsbröckchen genascht. Wow. Zuerst hat man das Gefühl, eine Zuckerstaubwolke im Mund zu haben, dann löst sich das ganze in Zucker, Mandeln und Zitronen auf und schmeckt …. ja, himmlisch passt. Und wie vorausgesagt, war der ganze Gerry voller Puderzucker. Die Dinger haben irgendwie einen sehr geringen Schmelzpunkt und bröseln schon beim Angucken auseinander. Herrlich. Ich habe sofort nach einem Rezept gesucht, aber keines gefunden. Ich muss wieder in den Laden und einen Containertransport nach Köln organisieren.

Aber zum Tag heute: Die Bauarbeitertruppe blieb heute aus. Nanu? Ah, es ist nicht nur Nikolaustag in Deutschland und wo auch immer der sonst gefeiert wird, sondern in Spanien auch Día de la Constitución, Tag der Verfassung und Nationalfeiertag. Spürbare Auswirkungen hatte das aber keine. Ich fuhr mit dem Bus nach Süden, in den Ort mit dem wunderbaren Namen Arguineguín. Da sollte heute einer der größten Märkte der Insel stattfinden. Ich liiiiebe Märkte. Leckereien, Souvenirs, diese Vielfalt. Und es hat heute auch viel besser mit den Bussen geklappt.

Aber dann: Puh. Arguineguín ist leider nicht annähernd so wunderbar, wie sein Name. Und der Markt ist eine einzige Ramschveranstaltung. Fangen wir mit dem Markt an: 300 Stände, davon 99% mit billigen Klamotten oder Plastiktinneff. Aber wohl ein lohnenswertes Geschäft, denn viele Besucher liefen mit vollbepackten Tüten herum. Ich kaufte mir eine Billigsonnenbrille, um für Sonnenfahrten im Auto gerüstet zu sein. Der Besitzer vom Nachbarstand sah das, schnupperte Morgenluft und folgte mir – mit einer Billigkopie meines Leinenhemdes wedelnd. „40 Euro, gute Qualität! Genau wie Deins! Nein? 30 Euro, nur für Dich! Nein? Heee, 20 Euro, okay? Super Qualität! Also 15, mein Freund!“. Ich habe für meine Sonnenbrille wahrscheinlich viel zu viel bezahlt. Ich zählte einen (!) Obst- und Gemüsestand sowie zwei Essensstände. Ich schaute kurz bei Tripadvisor nach. Was sind die Highlights von Arguineguín? Nr. 1: der Strand. Rechts Plastikstuhlbuden und links eine Art Ölraffinerie (?). Huch. Nr. 2: der Hafen. Naja. Nr. 3: der soeben besuchte Markt. Wie deprimierend. Ich verließ diesen gruseligen Ort, um nach Playa del Inglés zu fahren.

Ich wusste schon von meinem Besuch in 2019, dass dieser auch nicht zu meinen Lieblingsorten gehört, aber immerhin gibt es hier die Dünen, die wirklich eine Attraktion sind. Also dort ein bisschen durchgelaufen und dann einen Krug Bier am Paseo Maritimo zu mir genommen. Sollte man einfach mal gemacht haben. War auch lecker und wurde zu meiner großen Freude in einem tiefgekühlten Krug serviert. Ich blieb dabei aber angezogen, so viel Dezenz besaßen dann einige andere leider nicht. Dann war aber auch schnell gut. Also, zurück nach Arinaga. Da gibt es eine Direktverbindung. Hui!

Also, ich finde meinen Job ja schon nervenzerreibend. Aber Busfahrer im Touristenhotspot zu sein, erfordert wohl auch Nerven wie Drahtseile. „Sis Bas go Einkaufszentrum?…. Wot Bas go seer?“. An jeder Haltestelle Dutzende Touristen, die ein- und wieder aussteigen, weil sie im falschen Bus sind. Erstaunlicherweise hängen aber an jeder Haltestelle Listen mit den Zielen und entsprechenden Liniennummern. Ich würde mir ja einen Spaß draus machen und im Wechsel immer „sísí“ und „nono“ antworten. Aber die Kanaren sind wohl nicht so fies…

In Arinaga war dann am Nachmittag besseres Wetter als im Süden (da zog es sich schon mittags zu und es war auch recht schwül) und so nahm ich meinen High Tea ohne Baulärm in der Sonne auf der Veranda ein. Also alles in allem ein eher ruhigerer Tag. Darf auch mal sein. Den Rest des Abends wird zuhase gefaulenzt.

Morgen soll es – je nach konsultierter Wetter-App zwischen Weltuntergang und Paradies werden. Gibt es eigentlich Belege dafür, dass Meteorologie eine Wissenschaft ist? Meine Erfahrungen lassen einen solchen Schluss nicht wirklich zu. 🙂

Meine neuen Wanderschuhe singen seit drei Tagen „We boots are made for walking…“; mal sehen, vielleicht lasse ich mich ja morgen dazu hinreißen.

Liebe Grüße, allen einen schönen Nikolaus- bzw. Nationalfeiertag!
Euer Gerry

P.S.: Seid Ihr eigentlich mehr so der Schwan-, Flamingo- oder Einhorntyp?

P.P.S.: Wenn man merkt, dass das Hotel nicht den Vorstellungen entspricht:

Tag 5: Der Höhepunkt der Reise (1.949 N.N.)

Ihr Lieben,

Seeluft macht müde. Ich bin dermaßen früh zu Bett gegangen, ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal um 10 Uhr abends in der Poofe war. Dementsprechend war ich früh wach und konnte zum Sonnenaufgang am Meer entlang schlendern. Ach, das ist so schön! Die Seeluft, eine leichte Brise, diese Farben!

Als ich zurückkam, waren die Bauarbeiten vorm Haus schon voll im Gange, der Kaffee war durchgelaufen und ich konnte mich erst einmal mental auf den Tag vorbereiten. Das heißt auf deutsch dann ein bisschen Rumtrödeln. Meine Ausflugsentscheidung fiel auf die Berge, genauer gesagt, die Gegend um Tejeda. Tejeda gilt als einer der schönsten Orte der Insel. Zu recht, wie ich 2019 feststellen konnte.

Auf dem Weg dorthin, der sich über endlos gewundene Straßen hinzog und MBB so einiges abverlangte, machte ich einen Abstecher zum – naja, fast – höchsten Punkt der Insel, dem Pico de las Nieves. Den Titel hat der Schneegipfel seit einigen Jahren an den Morro de la Agujereada (laut Google „Schnauze des Durchlöcherten“, aber mit Übersetzungsprogrammen bin ich ab jetzt vorsichtig) mit 1. 956 Metern abgeben müssen. Aber den kennt doch keiner. Also Pech gehabt. Ende der Diskussion. Es lag zwar kein Schnee, aber es war eisekalt und es pfiff ein Wind zum Höllegefrieren. Zu sehen gab es… na seht selbst:

Ein paar kurze Worte mit dem Imbisswagenbetreiber (der ein eher nichtssagendes Sortiment hatte) und einem österreichischen Tourist gewechselt, dem es hier ausnehmend gut gefiel („He, bin aus Österreich“), und dann musste ich schnell weiter, ich mit meiner dünnen Strickjacke und dem Eiszapfen an der Nase. Wir fuhren zur nächsten Gipfelberühmtheit, dem Roque Nublo, aka Wolkenfels. Hier wieder eitel Sonnenschein und spektakuläre Ausblicke! Der Roque hat eine unverwechselbare Gestalt und gilt als das Wahrzeichen der Insel. Jaja, es ist nicht etwa das Jumbo-Center, wie viele glauben…

Ab da ist Autoruta assoluta! Wer von diesen Ausblicken unberührt bleibt, kann kein guter Mensch sein. Ein einziger Grand Canyon. Schluchten und karstige Berge, weiße und bunte Dörfer, Calderas und Wiesen und Bäume und Palmen und Sträucher, es ist eine einzigartige Landschaft. Unser Ziel, Tejeda, ausgezeichnet von höchsten spanischen Autoritäten als eines der wenigen Pueblos Más Bonitos de España, liegt wie eine Prinzessin inmitten dieses gebirgigen Weltwunders. MBB war super dankbar, als wir endlich ankamen. Wir haben am Berg so ziemlich dieselbe Kondition, nämlich gar keine. Er bekam erst einmal eine Blutdruckpille von mir in den Tank geworfen.

Ich schlenderte durch Tejeda, warf einen Blick in die Kirche, zündete dort zwei Kerzen an und erstand in einer der zahlreichen Dulcerías Mandelgebäck, für das diese Gegend sehr bekannt ist. Ein sehr süßes, puderzuckriges Gebäck heißt übrigens sinngemäß Himmelsbröckchen, Trocitos de Cielo. Es wird dringend empfohlen, sie nicht zu essen, wenn man farbige Kleidung trägt.

Hin ging unsere Fahrt über Pasadilla und Cazadores, zurück dann über San Mateo, Santa Brigida und Tarifa. So sind wir ein schönes unregelmäßiges Dreieck gefahren. Im Einkaufszentrum Gigantopolis machte ich noch einen Zwischenstopp, ich wollte eine Sonnenbrille erstehen (ich hatte auf der Fahrt doch manchmal Probleme ohne), fand aber keine, die mir gefiel oder die zu bezahlen ich bereit war. Prada steht mir sowieso auch nicht. Eine neue Handyhülle war dann aber drin, die andere hatte einen Riss. Dann deckte ich mich noch mit Wein, Bier und Aufschnitt ein. Ich habe endlich einen Wein gefunden, den ich nicht mit Augenverdreherei trinken muss. Hat 6 verschiedene Flaschen, resp. 4 Abende gedauert. Zwei musste ich nämlich direkt nach dem ersten Schluck entsorgen. Wer möchte schon Wein, der nach ranzigem Met bzw. Pfirsicheistee (!) schmeckt?

Es folgte die kleine, inzwischen unvermeidliche Siesta. Ich werde dieses Konzept wohl mit ins Büro bringen, weiß aber noch nicht, welche Auftragsnummer dafür eingegeben werden muss. Werde mich mit dem Betriebsrat beraten müssen. Siesta ging übrigens nur mit Stöpseln, auf der Baustelle läuft der gemäß Guinness-Buch lauteste Kompressor der Welt. Ist schon etwas lästig.

Am Abend gönnte ich mir im Ort eine Meeresfrüchtesuppe sowie die berühmten „papas arrugadas con rojo mojo“, die Runzelkartoffeln, die ich so sehr liebe. Vielleicht, weil wir einiges gemeinsam haben. Beide runzelig, aber scharf. 🙂

Gleich muss ich mich mal wieder an ein paar Spanischübungen machen, dann lese ich noch ein bisschen. Morgen fahre ich wahrscheinlich mal wieder Bus. Löst Ihr auch ein Ticket?

Liebe Grüße
Euer Gerry

Tag 4: Geysire, Höhlen, Weihnachtsmärkte (und: wie macht man sich bei der Jugend beliebt?)

Ihr Lieben,

heute früh war Sonne pur. Als hätte es hier noch nieee geregnet. Wunderbar! Gestern habe ich meinen alten Reiseführer studiert und ein paar Dinge in der Umgebung gefunden, die ich vor drei Jahren noch nicht gesehen hatte. Unter anderem ruft wohl eine kleine Naturerscheinung namens El Bufadero große Begeisterung hervor. Also, auf die Liste gesetzt. Dann gibt es unweit davon kanarische Kultstätten. Check! Und ich soll für meine Spanischlehrerin kanarisches Gofio mitbringen, welches ich laut Google in einem Laden in Agüimes bekomme. Und da ich diesen Ort liebe, kommt der als Nr. 3 auf die Liste.

El Bufadero bei La Garita ist ein schwer zu erklärendes Phänomen. Ich versuche es mal. Bei abklingender Flut und gleichzeitigem Anlanden von Brandung zieht sich Wasser durch einen Trichter, der durch Höhlen mit dem Meer verbunden ist, nach unten, so dass ein Ringwasserfall entsteht. Bei Anbrandung läuft dieser Trichter wieder voll und durch kleine Auslässe drumherum spritzen Fontänen hoch. Ein paar Rezensenten bei Google fanden das langweilig bzw. haben nichts gesehen. Daher habe ich mir davon nicht viel versprochen. Aber was soll ich sagen! Es ist ein wunderbares Spektakelchen. Ich konnte mich gar nicht losreißen und habe mehrere hundert Stunden Filmmaterial gedreht. Ein paar kleine Fische und Krebse in den Gezeitenpfützen drumherum und ein paar Geckos in den Felsspalten komplettieren das Ganze. Prädikat: Sehr sehenswert!

Durch Telde und Ingenio fuhr ich zu den Höhlen „Cuatro Puertas“, einer Kultstätte der Kanarios, die aus mehreren Höhlen und einer Ritualstätte besteht. Es war erstaunlich viel los und so musste ich etwas entfernt an einem supersteilen Hang parken. Das Erklimmen des Berges war dann mein heutiges Cardio-Training. Vor den „vier Türen“, der bekanntesten Höhle, lichteten sich drei Influenzerinnen (?) in lasziven Posen ab. Ich schaute mir das zehn Minuten lang an und posierte dann mit. Auf die Frage, was das denn solle, meinte ich, auch andere Personen würden gerne Erinnerungsfotos machen. Ich bekam Szenenapplaus von anderen Touristen und so bekamen wir einen Time-Slot (ja so reden die!) von drei Minuten für unsere Fotos. Den Rest des Geländes hatte ich dann fast für mich alleine, obwohl auch die anderen Höhlen sowie die schönen Fernblicke mehr als sehenswert sind. Zurück am Auto musste ich feststellen, dass sich ein unbeschwerter Zeitgenosse direkt vor MBBs Schnauze gestellt hatte. Anfahren am Berg bei 45° Steigung und das rückwärts mit einer Kupplung, die erst reagiert, wenn das Knie am Kinn angekommen ist. Herrlich!

Weiter ging es nach Agüimes, einer der für mich schönsten Orte auf Gran Canaria. Dort erstand ich das oben erwähnte Gofio in einer örtlichen Kooperative, die sich auf regionale Produkte, und da insbesondere auf Käse, spezialisiert hat. Vor der Kirche San Sebastian fand eine Fiesta statt, mit Weihnachtsmarktbuden, Kinderschminkerei und Bimmelbahnfahrten. Ohne Glühwein allerdings. Komisch, muss denen ausgegangen sein. Ich bummelte noch eine Weile durch den Ort und lichtete mich unter anderem mit – das gehört einfach dazu – dem bronzenen Esel und seinem Kumpan, dem Dromedar ab. Bei der Dromedarszene liefen drei kachektische Mädels vorbei und kommentierten meinen Selfie-Versuch mit „¡Que mono!“ – „Was für ein Affe!“. Ich antwortete auf spanisch, dass sich ihre schlechte Laune vielleicht verbessern würde, wenn sie mehr äßen. Die Gesichter daraufhin waren unbezahlbar. Mein Spanischkurs rentiert sich. Nachtrag: Oder auch nicht…. bekomme gerade gesagt, dass es in der Regel „wie niedlich“ heißt. Was mich zum Grübeln bringt. Warum sollten mich pubertierende Glitzer-Mädchen für niedlich halten??? Dann wäre meine Antwort natürlich sehr rüde gewesen. 🙄

Ich gönnte mir ein appetitliches Fruchttörtchen, das ich eigentlich fotografieren wollte, aber da war es schon weg, das scheue Ding. Jaja, man muss in Wald und Flur beim Fotografieren schon ein bisschen aufmerksam sein.

Ich fuhr zurück nach Arinaga und machte eine winzig kleine Siesta, bevor ich mich auf einen kleinen Spaziergang an der alten Kalkerei vorbei Richtung altem Pier machte. Es zog sich schnell zu, es fing an zu nieseln und dann kam ein orkanartiger Wind auf, der die winzigkleinen Regentropfen in schmerzhafte kleine Waffen verwandelte. Meinen Plan, auf der Promenade draußen zu speisen, gab ich daraufhin auf und deckte mich im kleinen Spar-Markt mit etwas Obst, Käse und Brot ein. Der Kassierer war hin und weg von meiner spanischen Zungenakrobatik und strahlte mich an. Der Spanischkurs rent…. ach, das erwähnte ich ja bereits. Und die Bananen hier sind der Hit! Klein, fleckig und saulecker. In Köln würde die nicht jeder kaufen, da sie nicht makellos aussehen.

Ein bisschen noch zu Arinaga. Ich bereue es nicht, hier zu sein, da es wirklich recht untouristisch zugeht. Ich werde schon nach den paar Tagen hier und da freundlich gegrüßt. Leider haben nicht mehr alle Restaurants von früher auf. Meine Schneckenköchin ist weg, der Kaffee/Bar/Imbiss am Kalkmuseum ist weg, das große Restaurant am Playa Arinaga scheint verwaist. Die Küste erscheint mir hier wilder als woanders, das mag ich sehr. Mit der Bude habe ich mich inzwischen auch arrangiert, aber wegen der Terrassenmöblierung und der Küchenausstattung werde ich Nadia mal Verbesserungsvorschläge machen müssen. Auch mindestens einen Schrank hätte ich nett gefunden.

Inzwischen haben wir richtiggehend Unwetter, aber morgen wird es ab 10 Uhr gerüchteweise wieder sonnig, da suche ich mir spontan ein schönes Ziel aus. Ich hoffe, Ihr begleitet mich dahin.

Liebe Grüße,
Euer Gerry

P.S.: Hier der versprochene Rundgang durch meine Butze. Ich habe mich extra beeilt.

P.P.S.: Fann-Fäckt. Hier gibt es keine Mülltonnen pro Haus, man muss seine Abfälle zu zentralen Sammelpunkten bringen und dort trennen.

P.P.P.S.: Der Autor macht sich zum Affen (hier allerdings beim Esel):

P.P.P.P.S.: Sometimes try not to translate word by word…. 🙂

Tag 3: Das Gedicht des Meeres

Ihr Lieben,

heute morgen war es ziemlich bewölkt und die Aussagen für den Tag verhießen nichts Gutes. Ich beschloss daher, nach Las Palmas zu fahren, um dort das Aquarium „Poema del Mar“ zu besuchen. Das Auto wollte ich stehen lassen und mit den Guaguas fahren, so heißen hier und in Teilen Südamerikas die Überlandbusse. Na, ich sag Euch, da kamen sofort Heimatgefühle auf, denn der erste Bus fuhr zwar pünktlich, der Anschlussbus ließ aber auf sich warten. Und als er endlich ankam, war er so voll wie die Linie 7 der KVB, wenn Sie nur einen Waggon einsetzt, und zwar im Feierabendverkehr! Ich musste eine ganze Weile lang stehen und mich an wildfremde Menschen klammern. Gott sei Dank schälte sich dann zwei Stationen später direkt neben mir eine Dame aus ihrem Sitz und ich konnte die restliche Teilstrecke ohne Körperverschmelzung und ohne wilde Hin- und Herschleuderei bewältigen.

An der Estación Santa Catalina, wo ich ausstieg, regnete es in Strömen! Ich hastete zum Aquarium, wo erstaunlicherweise wenige Menschen anstanden. Denn das Aquarium ist sehr sehenswert. Viele interessante Themenbereiche (z.B. Dschungel oder Tiefsee), Tunnel für die Kleinen (also, ich habe es versucht, aber es ging beim besten Willen nicht!) und die Großen (da klappte es), Riesenbecken, alles sehr nett präsentiert. Hier einmal ein paar Bilder:

Aber es wurde mit der Zeit voller und voller; naja, was soll man auch bei so einem Schietwetter anderes tun? Zu alledem lag ein riesiger Pott der AIDA Cruises am Pier, ich nehme an, dass die Passagiere dort alles andere als begeistert waren über das Wetter und sich das Aquarium als Besuchsziel aussuchten. Nach zwei Stunden war es dann aber auch mal gut mit Meeresbewohnern und ich lief zuerst zu den Hafenmarkthallen, die klein, aber fein sind und dann noch zum Playa de las Canteras, um mir die traditionelle Sandkrippe anzusehen, die dort jährlich im Dezember aufgebaut wird. Ich hatte den Eindruck, sie fiel wesentlich kleiner aus als vor drei Jahren. Der Eintritt ist immer kostenlos, aber man spendet am Ausgang für die Armenküchen. Finde ich klasse!

Nach ein paar weiteren Metern am Strand beschloss ich, wieder nach Hause zurückzukehren. Ich musste zwar am Einstiegsbahnhof wieder eine halbe Stunde warten, aber dann ging es zügig. Draußen schüttete es zur Abwechslung mal wieder. In Arinaga war es dann etwas heller, aber auch usselig, so dass ich mir Pastetchen in der Bäckerei kaufte und den Rest des Tages auf dem Sofa bzw. am Küchentisch verbrachte. Ich hatte mir ja auch vorgenommen, mindestens eine Stunde am Tag Spanisch zu lernen. Ähm…. Habe dann heute für drei Tage nachgeholt. Kann jetzt absolut fehlerhaft ir und ver rauf- und runterkonjugieren. 🙂

Die nächsten Tage soll es zumindest tagsüber sonnig sein, da bewege ich mich dann mal wieder hauptsächlich draußen. Bewegt Ihr Euch wieder mit?

Liebe Grüße,
Euer Gerry

P.S.: Hier die eine Playlist kurzer Videos aus dem Poema del Mar
https://www.youtube.com/playlist?list=PL8tJa2t5p8A-pB6GW67QQxa-qg9Lc0Fb1

P.P.S.: Unser „Krokodil“ heißt auf spanisch „cocodrilo“ – kein Tippfehler 🙂

P.P.P.S.: Der Autor bei der Arbeit: