Ihr Lieben,
wenn man an die Kapverdischen Inseln denkt, denkt man vielleicht nicht an eine fast dreiwöchige Reise, sondern eher an eine Woche All-inclusive in einem der Bettenbunker auf Sal oder Boa Vista, den touristischsten Inseln des Archipels. Wie ich überhaupt darauf kam, dorthin zu reisen, erschließt sich mir auch nicht mehr. Aber irgendwann diskutierte ich mit einem entfernten Bekannten auf Bluesky darüber und der wollte dann sogar mitreisen. Wir einigten uns auf Inselhopping mit mindestens drei Inseln. Ich nehme es vorweg, er sprang wieder ab.
Eigentlich wollte ich wieder alles auf eigene Faust buchen, aber bei näherer Beschäftigung mit dem Reiseziel stolperte ich immer wieder darüber (selbst auf den Seiten des Auswärtigen Amtes!), dass man sich nicht wirklich auf Fähren und Inlandsflüge verlassen könne. Zudem wollte ich eben nicht in irgendwelche Bettenbunker. Ich suchte also eine Agentur, die mir schöne Pensionen und Öko-Lodges (jaja, ich weiß, öko ist, wenn man gar nicht erst fliegt) vorschlägt, und die auch die Inlandsverbindungen bucht. So muss ich nicht schauen, wie es weitergeht, wenn einmal etwas nicht so klappt, zudem habe ich so bestätigte Transfers zu Unterkünften, Fähr- und Flughäfen.
Ich erhielt einen Basisvorschlag mit zusätzlichen Ausflugsangeboten, der ein wenig modifiziert werden musste (ich und Gebirgswanderung, bewahre!) und buchte dann folgendes Paket:
Mindelo – Porto Novo (Val do Paul) – Ponta do Sol – Mindelo – Praia – Tarrafal – Santa Maria. Inkludiert sind eine geführte Wanderung, eine E-Bike-Tour, ein Ausflug mit dem Fischerboot, eine Inselfahrt über eine Passstraße und ein begleiteter Marktbesuch.

Insgesamt ist das jetzt keine Schnäppchenreise, daher verspreche ich mir doch einiges davon. Der Veranstalter „Soul-Tours Cabo Verde“ hat eine Niederlassung auf den Inseln und ich hatte bei der Planung und dem Vorgespräch ausschließlich mit Kapverdianern zu tun, der Firmensitz ist aber in der Schweiz. Vor drei Wochen hatte ich einen Videocall mit meinem Reisebetreuer Elber vor Ort, den ich kontaktieren kann, wenn etwas nicht klappt.
An- und Abreisen war nicht enthalten, die musste ich mir selbst organisieren. Hin wurde mir eine Verbindung vorgeschlagen, die fast mitten in der Nacht startete und mir 30 Minuten für den Umstieg in Lissabon gönnte. Da beschloss ich, schon Montag, also zwei Tage früher nach Lissabon zu fliegen (war dann auch noch billiger), um mich dort auf meinen Urlaub einzustimmen und am Mittwoch mit TAP nach Sao Vicente weiterzureisen. Zurück fliege ich von Sal aus mit TUI direkt nach Düsseldorf.
Ich bin seeeehr gespannt, Ihr Lieben, die Inseln sind recht vielseitig. Gesprochen wird lt. Elber neben Kreol auch eine Art Portañol, damit müsste ich einigermaßen zurechtkommen. Ich studiere ja gerade Portugiesisch und lerne so wichtige Sätze wie „Der Bär isst mit seiner Tante ein Sandwich im Wald“. Viele Menschen, denen ich erzählt habe, dass es auf die Kapverden geht, haben mir Tipps für die Reise gegeben, aber auch Schauermärchen z.B. über Geldwechselei und -abhebung erzählt. Vorsichthalber habe ich mal meine Bank informiert, dass es dahin geht. Apropos Vorbereitungen: Es sei schon einmal verraten, dass man sich bei Einreise auf die Kapverden einige Tage vorher bei der Nationalpolizei gegen eine Gebühr registrieren muss. Das ist aber ziemlich unkompliziert.
Tja, die Koffer sind gepackt und wie immer würde ich mich natürlich rasend über Eure virtuelle Begleitung freuen, morgen Abend gäbe es den ersten Bericht aus Lissabon. Und wenn Ihr mal nichts von mir hört, liegt es eher an technischen Problemen, als dass ich in ein Fass Grogue gefallen bin und fürderhin dauerangezwitschert über die Strände torkele.
Liebe Grüße, bis denne, Euer

P.S.: Das Vorschaubild ist KIs Idee einer Zusammenfassung von Cabo Verde.