Ihr Lieben,
es war mal wieder so weit: ich versuchte mein Glück beim Blind Booking eines Fluges und nach meinen Berechnungen sollte es wieder Barcelona werden. Diesmal fand ich das gut, wollte ich doch Rolf besuchen und hatte das auch mit ihm so abgesprochen. „Herzlichen Glückwunsch: Sie fliegen nach Palma de Mallorca!“ schmetterte mir die Internetseite hin- entgegen. Mist, da wollte ich doch nie wieder hin. Die Malle-Pläne erledigten sich dann aber sowieso, wie treue Leser wissen. Das war im Mai.
111ch machte mit Rolf eine andere Woche für ein Treffen aus und verließ mich diesmal nicht auf das Glück, sondern buchte direkt. Da ich keine Wucherpreise zahlen wollte, kam nur ein später Flug in Frage, die sind meistens um die Hälfte günstiger. Da ich aber auch nicht erst um Mitternacht an Rolfs Türe wummern wollte, buchte ich ab Düsseldorf. Nicht wissend, dass die rechtsrheinische ÖPNV-Verbindung nicht nur diese Woche quasi tot ist. Ach herrjeh! Ich beschloss, jetzt nicht aus übertriebener Sorge ein Hotelzimmer am Flughafen zu buchen, sondern einfach früh loszufahren. Schon am letzten Samstag brauchte ich knapp drei Stunden von Neuss Holzheim nach Hause. Wie früh muss es sein, damit ich um 17 Uhr im Flieger sitze? Lacht mich ruhig aus, aber ich fuhr um halb 12 los.
Und das war auch gut so. Das volle Horror-Programm des ÖPNV! Auf 40 km in dreieinhalb Stunden: Fällt aus, Hält hier nicht, Verspätet sich, Nicht mehr fahrbar, Baustelle, Weichenstörung, Personen im Gleis, Behördliche Maßnahme, Keine Einfahrerlaubnis, Signalstörung, Fahrt endet hier, Gleisänderung, Vorbeifahrt… dazu defekte Aufzüge, Türen, Rolltreppen, Anzeigetafeln. In Köln Hbf standen dreitausend Menschen an Gleis 9, die in die RE7 wollten. Gottseidank hielt der um nur 40 Minuten verspätete Regionalexpress mit dem Einstieg direkt vor meiner Nase, ich wäre sonst nicht mitgekommen. Am Flughafen lief dann alles einigermaßen flüssig, nur ein paar Minuten Wartezeit an der Sicherheitskontrolle.
Der Flug war okay, neben mir nur eine etwas auffällige Dame, die sich mit äußerster Hingabe um meinen Müll kümmerte. Fragt nicht.
Als Krönung des an Katastrophen nicht armen Tages fuhr mir dann auch noch der Flughafenbus vor der Nase weg. Aber nach 5 Minuten kam der nächste und Rolf empfing mich an der Conte Borell, was ich sehr nett fand. Kurz die Plünnen in die Bude gebracht, dann auf in die Bar Lucky, wo wir Patatas bravas, Chipirones, Oliven und Serrano-Schinken aßen. Danach suchten wir noch eine Gay-Bar für einen Absacker auf. Den wir zuhause noch um einen weiteren Absacker ergänzten. Es wurde spät!




Konfuzius sagte einmal „Wenn der Abend lang war, muss der Blog kurz sein!“. Räusper. Daher war es das erst einmal für heute. Ich freue mich, hier zu sein und werde dann morgen wieder berichten. Wenn Ihr nichts von mir hört, liegt es wie immer eher an technischen Problemen, als daran, dass ich… chrrrschnrrchrrr
Bis morgen bzw. gleich, Euer


